Künstliche Intelligenz
Mini-Bluetooth-Lautsprecher JBL Go 4 im Test: winzig, wasserdicht, mit Equalizer
Der JBL Go 4 bietet gegenüber dem Vorgänger verbesserten Klang, App und längere Akkulaufzeit. Reicht das für eine Kaufempfehlung?
Der JBL Go 4 ist der kleinste Speaker im Portfolio von JBL und bedient das Segment der Mini-Bluetooth-Lautsprecher. Dabei muss sich der Brüllwürfel mit starker Konkurrenz wie dem JLab Pop Party, dem Teufel Boomster Go oder dem Marshall Willen II messen. Mit 40 Euro (Amazon) platziert sich der Go 4 im Mittelfeld. Wie er klanglich abschneidet und welche Features er bietet, klären wir in unserem Test.
Design und Verarbeitung des JBL Go 4
Der JBL Go 4 gehört selbst unter den Mini-Bluetooth-Lautsprechern zu den kompaktesten und optisch ansprechendsten Modellen, bleibt optisch aber weitgehend dem Design des Vorgängers treu. Das rechteckige Format mit abgerundeten Kanten ist gleich geblieben, allerdings fällt der Go 4 mit 9,4 × 7,8 × 4,2 cm minimal größer aus als der Go 3. Trotzdem wiegt er mit 190 g überraschend wenig – und ist sogar knapp 20 g leichter als sein Vorgänger.
Der charakteristische Mesh-Bezug ist auch beim Go 4 wieder am Start, allerdings hat JBL diesmal beide Bedienpanels an den Seiten ausgespart und mit Silikon überzogen. Die integrierte Trageschlaufe ist etwas breiter geworden, erfüllt ansonsten aber denselben Zweck.
Typisch für JBL gibt es eine große Farbauswahl: Neben Schwarz und Weiß ist der Lautsprecher in Lila, Blau, Pink, Rot und Camouflage verfügbar. Außerdem lässt sich dem Go 4 ein individuelles Design verpassen (etwa per Foto-Upload), was allerdings mit einem Aufpreis von 20 Euro zu Buche schlägt.
Positiv fällt der Gummifuß auf, der über mehrere Wölbungen verfügt und für gute Standfestigkeit sorgt. Die Trageschlaufe ist fest im Gehäuse verankert, sodass man etwa einen Karabiner benötigt, um den Go 4 am Rucksack oder Fahrradlenker zu befestigen.
Bei der Verarbeitung haben wir nichts zu meckern. Der JBL Go 4 ist nach IP67-Standard staubgeschützt und für 30 Minuten bis zu einem Meter Tiefe wasserdicht. Stürze aus einem Meter Höhe auf Steinboden überlebt er in unserem Test ebenfalls, obwohl JBL dazu keine Angaben macht.
Wie gut ist der Klang des JBL Go 4?
Bei der Leistung der Go 4 bewegt sich mit 4,2 Watt im unteren Bereich. Marshall Willen II und Teufel Boomster Go bieten mindestens das Doppelte, kosten aber auch doppelt so viel. Der Frequenzbereich liegt mit 90 Hz bis 20 kHz in einem ordentlichen, aber nicht überragenden Rahmen.
Klanglich macht sich die geringe Größe deutlich bemerkbar. Besonders der Bass leidet unter der niedrigen Leistung und wirkt unangenehm dumpf. Phil Collins‘ „In the Air Tonight“ klingt deshalb ziemlich matschig, während Höhen und Gesang gerade bei hoher Lautstärke kratzig und verzerrt daherkommen.
Klassische Musik wie Bachs Cello-Suite Nr. 1 in G-Dur kommt nicht besser zur Geltung. Auch hier bleibt der Bass kraftlos, der Sound insgesamt verwaschen – wirklicher Genuss mag nicht aufkommen.
Für gesprochene Inhalte eignet sich der Go 4 besser. Podcasts und Hörbücher klingen recht natürlich, werden bei hoher Lautstärke aber ebenfalls kratzig und schrill. Für entsprechende Inhalte reicht der Speaker dennoch aus.
Bei den Codecs erwarten uns keine Überraschungen: Der Go 4 unterstützt lediglich den Standard-Codec SBC. Auf einen AUX-Eingang müssen wir verzichten – den erwartet man bei einem Mini-Bluetooth-Lautsprecher aber auch nicht unbedingt. Ebenfalls fehlt ein integriertes Mikrofon, weshalb der Speaker nicht als Freisprecheinrichtung taugt.
Bedienung und App des JBL Go 4
Am Bedienpanel hat JBL gegenüber dem Vorgänger wenig verändert. Drei Icons auf der Oberseite steuern die Wiedergabe (Play/Pause und Lautstärke). Dass die Buttons haptisch hervorgehoben sind, macht die Bedienung angenehm einfach.
An der Seite befinden sich drei weitere Tasten: zum Ein- und Ausschalten, für den Aufbau einer Bluetooth-Verbindung und für die Auracast-Funktion. Damit lassen sich mehrere JBL-Lautsprecher ohne Umwege koppeln – ein Speaker dient als Quelle und überträgt das Signal an die übrigen. Über die App können wir zwei Go 4 zudem als Stereo-Paar verknüpfen.
Die JBL Portable App lässt sich selbsterklärend bedienen. Neben dem aktuellen Akkustand informiert sie über Firmware-Updates und bietet einen 5-Band-Equalizer mit vier Voreinstellungen. Die Auswirkungen auf den Klang fallen allerdings überschaubar aus.
Der Go 4 unterstützt zudem den sogenannten Playtime Boost, der laut JBL den Sound „verstärken“ und die Akkulaufzeit verlängern soll. In unserem Test zeigte die Funktion vor allem bei basslastigen Stücken wie „Boom Boom Pow“ von Black Eyed Peas Wirkung: Der Go 4 büßt an Bass ein, wodurch der Klang weniger dumpf, aber auch blasser wird.
Der Akku des JBL Go 4
Die geringe Größe hat ihren Preis – nicht nur beim Klang, sondern auch bei der Akkulaufzeit. Mit bis zu 7 Stunden im Standard- und bis zu 9 Stunden im Eco-Modus mit Playtime Boost ist der Go 4 kein Langstreckenläufer. Zudem dauert es per USB-C insgesamt drei Stunden, bis der Akku wieder voll geladen ist.
Eine Ladestandsanzeige am Gehäuse fehlt; die LED zeigt lediglich an, ob der Lautsprecher eingeschaltet ist oder sich im Kopplungsmodus befindet. Immerhin: Gegenüber dem Vorgänger, der nur fünf Stunden durchhielt, ist die Laufzeit eine deutliche Verbesserung.
Was kostet der JBL Go 4?
Der Go 4 bewegt sich mit 40 Euro (Amazon) im mittleren Preissegment für Mini-Bluetooth-Lautsprecher. Etwas günstiger ist der JLab Pop Party, der dafür aber ohne IP67-Zertifizierung auskommen muss.
Fazit
JBL hat den Mini-Bluetooth-Lautsprecher Go 4 gegenüber dem Vorgänger in vielerlei Hinsicht verbessert, ein großer Wurf ist der Speaker aber nicht. Dafür gibt es bei Klang und Akkulaufzeit zu viel Luft nach oben.
Selbst für einen Speaker dieser Größe fehlt es dem Go 4 an Bass. Der JLab Pop Party zeigt, dass es in dieser Kategorie auch anders geht, ohne dass der Preis an der 100-Euro-Marke kratzt.
Pluspunkte sammelt er mit dank toller Optik, überragender Verarbeitung, App mit Equalizer, dem Auracast-Feature und der Möglichkeit, zwei Lautsprecher als Stereo-Paar zu koppeln. Der Preis von knapp 40 Euro (Amazon) geht für die gebotene Ausstattung voll in Ordnung.
Wer eine günstige Alternative mit besserem Klang sucht und auf Wasserdichtigkeit verzichten kann, ist mit dem JLab Pop Party gut bedient. Bei größerem Budget empfehlen wir den Teufel Boomster Go oder den Marshall Willen II – beide haben bei Akkulaufzeit und Sound die Nase vorn.
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Kindergeld per Mausklick: Wenn die Steuer-ID den Antrag überflüssig macht
Das Bundeskabinett will den „Papierkram“ nach der Geburt beenden und mit dem antragslosen Kindergeld das Once-only-Prinzip in den Amtsstuben verankern. Herzstück der Reform ist ein vollautomatisierter Datenaustausch: Sobald ein Standesamt die Geburt meldet, vergibt das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) eine Steuer-ID und leitet diese samt Stammdaten proaktiv an die Familienkasse weiter. Damit das Geld ab 2027 automatisch fließen kann, muss lediglich eine IBAN im System hinterlegt sein – etwa durch vorherige Zahlungen für Geschwister oder eine Meldung über das Elster-Portal.
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Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) feiert das als Befreiungsschlag für jährlich 300.000 Elternpaare, die künftig keinen Erstantrag mehr stellen brauchen. Technisch steht dahinter ein Ausbau der Schnittstellen zwischen Meldebehörden, Finanzverwaltung und Sozialkassen, die bis zum Starttermin 2027 noch mühsam synchronisiert werden müssen.
Hinter dem versprochenen Gewinn an Bequemlichkeit verbirgt sich eine tiefgreifende Verschiebung in der staatlichen Datenverarbeitung. Die Steuer-ID würde sich damit endgültig vom reinen Fiskalwerkzeug zum universellen Personenkennzeichen für Sozialleistungen wandeln.
Warnung vor dem gläsernen Bürger
Kritisch ist dabei vor allem die von der Regierung vorgesehene Vernetzung: Die Familienkassen sollen erweiterte Befugnisse erhalten, Daten automatisiert bei anderen Behörden abzurufen, um Anspruchsvoraussetzungen im Hintergrund zu prüfen. Dass die Regierung für den vollen Komfort die Hinterlegung der Kontoverbindung in der zentralen „IBAN+“-Datenbank oder bei Elster forciert, unterstreicht die geplante Zentralisierung von Bürgerdaten unter der Hoheit der Finanzverwaltung. Die Regierung spricht von Effizienz, doch Kritiker warnen vor der schleichenden Entstehung eines „gläsernen Bürgers“.
Die schrittweise Umsetzung bis 2027 offenbart zudem die Komplexität der digitalen Transformation: Zuerst profitieren nur Eltern, deren Daten bereits im System kursieren. Die Vollautomatisierung soll für Erstgeborene erst Monate später folgen. Wenn automatisierte Abgleiche etwa bei Selbstständigen oder Grenzgängern scheitern, soll das bisherige Verfahren mit QR-Code-gestützten, vorausgefüllten Anträgen als digitaler Notnagel bestehen bleiben.
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Der Vorstoß macht deutlich, dass der Staat zwar in die Digitalisierung investiert. Der Preis dafür ist aber eine immer engmaschigere digitale Überwachung über die Steuer-ID und eine zentralisierte Datenstruktur.
(wpl)
Künstliche Intelligenz
Quantum Machine Learning: Woran der Quanten-Boost für KI scheitert
Klassische Computer stoßen bei Problemen mit vielen Variablen schnell an ihre Grenzen, sei es bei der Entwicklung neuer Medikamente, der Simulation komplexer Materialien oder der Optimierung großer Netzwerke. Künstliche Intelligenz (KI) liefert hier zwar bereits beeindruckende Ergebnisse, aber ein neues Forschungsfeld verspricht einen drastischen Leistungssprung: Quantum Machine Learning (QML), die Kombination aus Quantencomputing und maschinellem Lernen.
Das ist zumindest die Theorie. Denn zwischen dieser Vision und der Praxis klafft derzeit eine große Lücke. Quantencomputer sind noch experimentelle Systeme mit wenigen, fehleranfälligen Qubits und die Forschung zu QML stößt auf praktische Probleme, die den Geschwindigkeitsvorteil zunichtemachen könnten. Das beginnt schon beim grundlegenden, ersten Schritt, dem Einlesen der Daten, und endet beim problematischen Auslesen der Ergebnisse.
- Quantencomputer könnten maschinelles Lernen beschleunigen oder effizienter gestalten. Doch noch gibt es viele technische Hürden zu überwinden.
- Es gibt verschiedene Arten, Quantum Machine Learning zu realisieren. Häufig werden dabei klassische Daten von Quantenalgorithmen verarbeitet, die Algorithmen aus dem klassischen maschinellen Lernen in die Quantenwelt heben.
- Eine der größten Herausforderungen ist, dass klassische Daten aufwendig in den Quantencomputer eingelesen und später tausendfach gemessen werden müssen. Das könnte jeglichen Vorteil zunichtemachen.
Dieser Artikel analysiert, wie QML funktioniert, welche Ansätze heute erforscht werden und welche technischen Hürden sie bremsen. Dabei untersuchen wir die zentrale Frage, wie Quantenalgorithmen und klassisches maschinelles Maschinenlernen tatsächlich effizient zusammenwirken, um KI zu beschleunigen, und wo die Theorie an der Realität scheitert.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Quantum Machine Learning: Woran der Quanten-Boost für KI scheitert“.
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Niedersachsen: Großes Rechenzentrum neben ehemaligem Kohlekraftwerk
Das Unternehmen Telis Energie Deutschland der US-Investmentfirma Carlyle Group plant ein großes Rechenzentrum in Niedersachsen. Es soll auf rund 38 Hektar Fläche neben dem Gelände des ehemaligen Kohlekraftwerks Mehrum entstehen. Die Stromversorgung ist dort besonders einfach: Das große Umspannwerk Mehrum/Nord hängt am 220-Kilovolt-Netz und soll zusätzlich einen 380-kV-Anschluss bekommen.
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Dort steht auch der weltweit erste Blindleistungskompensator mit Superkondensatoren zur Netzstabilisierung (Siemens Energy E-STATCOM). Das Kohlekraftwerk wird derzeit abgerissen. Der neue Besitzer des Geländes plant ein Gaskraftwerk, auch ein Batteriespeicher ist wohl angedacht.
Vorstellung im Ortsrat
Die Pläne von Telis Energie Deutschland wurden durch die Vorstellung im Ortsrat Mehrum und dem Rat der Gemeinde Hohenhameln öffentlich. Telis Energie beantragt eine Baugenehmigung. Demnach soll der Bau des ersten Blocks des Rechenzentrums 2028 beginnen.
Wie viele Blöcke geplant sind und für welche Leistung das gesamte Rechenzentrum im Endausbau ausgelegt ist, weiß man bisher nicht. Nach Informationen des NDR sind Investitionen von rund 1 Milliarde Euro geplant.
Carlyle hat Telis, zu der auch Telis Energie Deutschland gehört, erst 2022 gegründet. Ziel sind Investitionen in regenerative Energie wie Windkraft und Photovoltaik.
Carlyle plant groß
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Zu Carlyle gehört aber auch das 2021 gegründete US-Unternehmen Copia Power. Es entwickelt große Projekte für stromdurstige Firmen, also Industrieflächen mit starker Stromversorgung: „Powered Land“ vor allem für Rechenzentren. Als ein Beispiel nennt Copia Power den Harquahala Complex bei Maricopa, südlich von Phoenix, Arizona. Dort sind im Endausbau 1 Gigawatt (GW) Leistung geplant.
Zum Vergleich: Nach Schätzungen kommen alle bisherigen Rechenzentren im Raum Frankfurt/Main, dem größten deutschen Standort, zusammen auf wenig mehr als 1,1 GW.
Copia Power hingegen entwickelt in den USA derzeit mehrere Projekte mit zusammen bis zu 8 GW. Die tatsächlich verbrauchte Leistung hängt dabei von den jeweiligen Nutzern ab, an die Copia die Projekte vermietet oder übergibt.
Kohlekraftwerk Mehrum
Das 1965 in Betrieb genommene Kraftwerk Mehrum hatte zuletzt eine installierte Leistung von 750 MW. Es war ab 2021 eigentlich stillgelegt und wurde dann kurzzeitig wegen der Versorgungsengpässe durch den russischen Überfall auf die Ukraine wieder in Betrieb genommen. Mittlerweile wird es abgerissen.
Seit 2017 gehört die Anlage mehrheitlich zur tschechischen Energetický a Průmyslový Holding (EPH) beziehungsweise EP Energy. EPH gehört wiederum zur PPF Group des 2021 verstorbenen Petr Kellner, der einst der reichste Mann Tschechiens war.
Laut der Präsentation für die Gemeinderäte erwägt Telis Energie, das Rechenzentrum Hohenhameln übergangsweise mit Strom aus dem geplanten Gaskraftwerk Mehrum zu speisen. Grundsätzlich gibt es in Niedersachsen aber sehr viel Strom aus Wind und auch Sonne.
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(ciw)
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