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Neuer Markenauftritt für Cofidis – Design Tagebuch


Das französische Finanzdienstleistungsunternehmen Cofidis tritt seit Anfang März mit neuem Markenauftritt in Erscheinung. Präsentiert wurde das Rebranding auf der Pressekonferenz zum Saisonstart des Profi-Radsportteams, das von Cofidis gesponsert wird.

Cofidis ist ein französisches Finanzdienstleistungsunternehmen, das auf Konsumkredite und Forderungsmanagement spezialisiert ist. Es wurde 1982 als Tochtergesellschaft des Versandhändlers 3 Suisses gegründet und gehört heute mehrheitlich zur Bankengruppe Crédit Mutuel Alliance Fédérale.

Das Unternehmen beschäftigt rund 5.500 bis 6.400 Mitarbeiter und betreut etwa 30 Millionen Kunden. Cofidis ist in neun europäischen Märkten aktiv: Frankreich, Belgien, Spanien, Portugal, Italien, Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Bekanntheit erlangte das Unternehmen durch sein langjähriges Radsport-Sponsoring.

Die Überarbeitung des Markenauftritts ist Teil einer strategischen Ausrichtung, mit der, wie es anlässlich der Vorstellung heißt, in einem sich schnell verändernden Umfeld die Positionierung von Cofidis als werteorientiertes Unternehmen betont und die damit einhergehenden Prinzipien des Handelns (Verantwortung, Transparenz, u.a.) bekräftigt werden sollen.

Auszug der Pressemeldung

„Die Entwicklung dieser neuen Identität war ein europaweites Abstimmungsprojekt. In enger Zusammenarbeit mit den Teams der Cofidis-Gruppe und den neun vertretenen Ländern haben wir eine gemeinsame Sprache entwickelt, die das Erbe der Marke respektiert und gleichzeitig die fürsorgliche und authentische Erfahrung – ein besonderes und differenzierendes Versprechen – vermittelt. Unsere Herausforderung bestand darin, ein kohärentes, strukturiertes und nachhaltiges System zu schaffen, das die neue Identität offenbart.“

Cofidis Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Cofidis, Bildmontage: dt
Cofidis Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Cofidis, Bildmontage: dt

Die letzte Überarbeitung des Cofidis-Markenlogos liegt mittlerweile fünfzehn Jahre zurück. Bei der nun erfolgten Anpassung wurden sowohl die Wortmarke als auch die Bildmarke neu gestaltet. Dabei wurde auch das Größenverhältnis untereinander zugunsten der neuen Wortmarke verändert. Die Typo der neuen Wortmarke ist, auch dank ungewöhnlicher, unkonventioneller Ligatur der Lettern „Co“, eigenständiger.

Die Bildmarke, seit Gründung des Unternehmens eine Sonnendarstellung, tritt in der Wahrnehmung etwas zurück. Im neuen Logo ist die Sonnen-Bildmarke der Wortmarke nachgestellt platziert, und zwar in verkleinertem Format. Während beim bisherigen Logo die Sonnenstrahlen zentrisch um den Anfangsbuchstaben „C“ herum angeordnet sind, werden in der neuen Bildmarke Sonnenstrahlen zu einem eigenständigen Zeichen mit asymmetrischen Charakter gebündelt.

Die Weiterentwicklung der Marke Cofidis sei, so das Unternehmen, nicht nur kosmetischer Natur. Sie spiegele einen Schritt in der Strukturierung der Gruppe und in der Art und Weise wider, wie das Unternehmen seine Positionierung in Europa stärken möchte.

„Wir wollten eine verständlichere, konsistentere Marke, die unsere Entwicklung unterstützt und unsere Priorität widerspiegelt: nützliche, verantwortungsvolle und effiziente Finanzlösungen anzubieten, die eng an den tatsächlichen Bedürfnissen unserer Kunden und Partner ausgerichtet sind“, so Gilles Sauret, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Cofidis-Gruppe.

Die neue Markenidentität soll zunächst in Frankreich eingeführt werden, anschließend schrittweise in ganz Europa.

Kommentar

Ein kluges Redesign eines Logos. Denn Wortmarke und Bildmarke können künftig auch einzeln und solitär verwendet werden. Die Konstruktion des alten Logos ist in dieser Hinsicht weniger günstig, da der starre Verbund aus Typo plus umgebende Grafik die Flexibilität eher einschränkt.

Es ist es gar nicht so einfach, in der heutigen Zeit mit Abermillionen von Markenlogos, ein neues Sonnen-Zeichen zu entwerfen, das ausreichend eigenständig, merkfähig und wiedererkennbar ist, damit es als Markenlogo dienen kann. Doch die Kreation ist geglückt, wie ich finde.

Cofidis Logo (Bildmarke), Quelle: Cofidis
Cofidis Logo (Bildmarke), Quelle: Cofidis

Garant hierfür ist nicht etwa die bei Logos so häufig verwendete Symmetrie, sondern Asymmetrie. Während die Sonnenstrahlen beim alten Logo in erster Linie eine Art Glanzeffekt darstellen, was im Kontext Branding altbacken wirkt, erzeugen die in unkonventioneller Weise a-symmetrisch angeordneten Sonnenstrahlen im neuen Logo Bewegung. Ähnliche Zeichen begegnen uns innerhalb von Comic-Illustrationen, wo derlei „Burst“-Grafiken als klassische Elemente verwendet werden, um Action und Dynamik zu vermitteln.

Die Wortmarke in Richtung Eigenständigkeit auszubauen ist sinnvoll. Ob es hierfür ein so eigenwilliges Zeichen wie die „Co“-Ligatur braucht, sei dahingestellt. In jedem Fall hätte man den Zeichenzwischenräumen etwas mehr Aufmerksamkeit schenken können, wie ich finde, denn insbesondere jener zwischen „f“ und „i“ ist nicht gut gewählt. Bei dieser Zeichenkombination – Cofidis – drängt sich bei „fi“ eine Ligatur geradezu auf. Auffällig ist auch der ungewöhnlich geringe Abstand zwischen Wortmarke und nachgestellter Bildmarke.

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Eine Schriftfamilie für die Wissensvermittlung › PAGE online


Wissen ist ein fundamentales Merkmal der menschlichen Identität und wird auch in Zukunft ein zentraler Baustein menschlichen Schaffens sein. Davon ist die Foundr Identity Letters überzeugt und gestaltete die Schriftfamilie Foliant – nicht nur aber auch zur Darstellung von Wissen.

Eine Schriftfamilie für die Wissensvermittlung › PAGE online

Für Typedesigner Moritz Kleinsorge ist das geschriebene Wort der protoypische visuelle Ausdruck von Wissen. Oder präziser: das gesetzte Wort. »Früher waren gewichtige Folianten, die gesetzte Worte enthielten, die Bastionen des Wissens, wir fragten uns wie eine Schrift für Wissenarbeiter:innen von heute ausssieht«, so der Gründer der Foundry Identity Letters. »Die Rolle der Monopolisten über das Wissen haben schwere Bücher längst eingebüßt. Deshalb kann eine solche Schrift nicht ausschließlich printfokussiert sein.« Aber was ist nun die zeitgenössische Entsprechung eines »gewichtigen Folianten«?

Moritz Kleinsorge und sein Team schauten sich Bücher, Reports, Aufsätze, Studien, Dossiers, Lexika, Datenbanken, Wissensplattformen, Bildungsseiten, Gesetze und viele weitere Erscheinungsformen von Text an, gedruckt wie digital. Die Gestalter zogen das Fazit: Wissen braucht heutzutage eine Marke. 

Eine Schrift für verlässliches Wissen

»Jeden Tag buhlen unzählige Informationsquellen um unsere Aufmerksamkeit. Das massenhafte Aufkommen KI-generierter Texte mit ihren allgegenwärtigen Halluzinationen hat einen großen Teil dieser Quellen fast über Nacht unzuverlässig werden lassen«, so Moritz Kleinsorge. Eine Schrift für (verlässliches) Wissen kann in dieser Umgebung nicht rein funktional sein: Sie muss Haltung vermitteln – und jenes Vertrauen erwecken, das durch die KI-Schwemme abhanden gekommen ist. »Dazu gerne ein Quäntchen Eleganz – denn die Anmut der Neuronenströme in unserem eigenen Wissensspeicher, dem Gehirn, darf nicht nur benutzt, sondern auch gefeiert werden.« Zu guter Letzt muss die Schrift neutral genug sein, um sich in alle Branchen einzufügen, in denen Wissensarbeit zum Einsatz kommt.

Vor diesem Hintergrund begannen die Typedesigner von Identity Letters eine Schriftsippe zu konzipieren, die komplexe Information mit Leichtigkeit bewältigen kann. Eine Schriftsippe mit hoher Wiedererkennbarkeit, die sich sofort zurücknimmt, sobald das vertiefende Lesen beginnt. Eine Schriftsippe, die das Wissen in den Folianten von heute strukturiert: Die Superfamilie Foliant.

Foliant Serif: Lesen im Flow

Foliant Serif ist die Textschrift der Familie. Sie ist ein zeitgenössischer, hybrider Entwurf mit leicht geneigter Schattenachse und flachen, ungekehlten und asymmetrischen rechteckigen Serifen. Dabei folgt sie keinem direkten historischen Vorbild, sondern verweist lediglich subtil auf die Ursprünge der lateinischen Satzbuchstaben in der Handschrift.

 

Foliant Serif brilliert vor allem als Brotschrift und im vertieften, weltvergessenen Lesen. Auf der Seite sorgt sie für einen einen ebenmäßigen Grauwert und einen angenehmen Lesefluss. Ihre sorgfältig ausbalancierten Serifen leiten den Blick durch die Zeilen wie ein Förderband.

 

 

Im Hinblick auf die Markenwirkung legte Moritz Kleinsorge Foliant Serif so an, dass die Kurvenführung und die Formdetails in Schaugrößen attraktiv hervortreten. Im Vergleich zur Serifenlosen ist ihre Konstruktion komplexer und verleiht Titeln und Überschriften ein gebildetes und kultiviertes Flair. Und wenn man eine Botschaft mit Nachdruck vermitteln will, sorgen die dunkleren Fettegrade für Überzeugungskraft.

 

 

Foliant Sans: Serifenlose mit zwei Persönlichkeiten

Foliant Sans ist die Allzweckschrift. Als humanistische Grotesk mit geringem Strichstärkenkontrast, geometrischen Anleihen und schräg angeschnittenen Strichenden ist sie besonders leserlich und wirkt dabei nahbar und verbindlich. Die Sans bietet in jeweils einer eigenen Unterfamilie zwei verschiedene Persönlichkeiten:

 

 

Die Standardversion hält sich nah an der Konstruktion der klassischeren und komplexeren Buchstabenformen der Foliant Serif. Das sorgt für optimale Identifizierbarkeit und Unterscheidbarkeit der Zeichen – neben bester Kombinierbarkeit der Schriften. Alleinstellungsmerkmale dieser Variante sind unter anderem das dreistöckige »g«, geschwungene Ausläufe in »a«, »l« und »t« sowie ein »R« mit geschwungenem Bein. Diese humanistischen Züge prädestinieren die Standardversion für lange Texte.

Auf der anderen Seite steht Foliant Sans Modern. Hier sind die Buchstabenformen vereinfacht und wirken stilisierter, was besonders in großen Größen eine grafische Anziehungskraft ausübt. Die schlichteren und glatteren Kurven haben indes auch in Lesegrößen einen Vorteil: dank ihnen läuft die Schrift etwas enger, was je nach typografischer Behandlung über eine Seite hinweg eine oder zwei Zeilen einsparen kann und über ein ganzes Buch eine oder mehrere Seiten.

Das heißt die Standardversion für klar strukturierte Information in fachkundigen und sachbezogenen, wissenschaftlichen, akademischen oder journalistischen Arbeiten und eine optimale Markenwirkung mit Foliant Sans Modern.

 

 

»Eine Schrift ist nur ein Material. Sie selbst kann nicht beeinflussen, wohin sich Technik und Gesellschaft entwickeln. Doch wir können sicherstellen, dass sie das »richtige« Material ist – geeignet für all jene Informationen, die wichtige Beiträge zu Technik und Gesellschaft leisten. Wir hoffen, dass die Foliant-Sippe dieses Material für Menschen weltweit sein kann, die mit Wissen arbeiten.« Moritz Kleinsorge, Typedesigner

Harmonierende Proportionen von Sans und Serif

Foliant ist in zehn (Sans) beziehungsweise fünf (Serif) Fettegraden mit den jeweils zugehörigen schräggestellten (Sans) beziehungsweise  kursiven (Serif) Schnitten erhältlich. Der Zeichensatz umfasst über 900 Glyphen, bei der Sans sogar über 1000 Zeichen, wobei in jeder Unterfamilie die Alternativzeichen der jeweils anderen als Stylistic Alternates enthalten sind. Dadurch lässt sich das Erscheinungsbild der Sans präzise steuern. In puncto OpenType sind die Fonts vollumfänglich ausgestattet und bieten Kapitälchen, verschiedenen Ziffernsets und Nummern und Pfeile in Kreisen und Kästen.

Alle Schnitte von Foliant Sans und Foliant Serif sind optisch aufeinander abgestimmt und harmonieren in Bezug auf ihre vertikalen und horizontalen Proportionen. Gleiche Fettegrade entsprechen sich dabei in ihrem Grauwert. Sie können problemlos auf der gleichen Seite und sogar im selben Absatz stehen.

Lizensieren kann man Foliant direkt über Identity Letters. Einzelschnitte gibt es ab 40 Euro, die 10 Schnitte der Foliant Sans koten rund 170 Euro, die 40 Schnitte der Foliant Sans Collection – inklusive zwei Variable Fonts – etwa 200 Euro. Noch bis zum 10. April gibt es mit dem Code Foliant50 50 Prozent Rabatt.

 



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Wie ein umwerfend starkes Logo aussieht, zeigt Pentagram für SC! › PAGE online


Mit seinen »Living Solutions«, die Design und Nachhaltigkeit verbinden, ist SC Asset zu einem der führenden Immobilienentwickler Thailands geworden – und das jetzt mit einer eindrucksvollen Visual Identity von Pentagram London, die das Unternehmen und die Kultur des Landes zusammenbringt.

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Vom Tuch zum FABRIC › PAGE online


Wie die Hamburg Kreativ Gesellschaft einen interdisziplinäres Fashion Lab mitten in der Innenstadt geschaffen hat

Blick durch eine gläserne Drehtür in einen hellen Pop-up-Store von Jan 'N June. Die Schaufensterscheibe trägt den Hinweis „Temporary Pop-up, Aug 29th – Oct 19th". Im Inneren sind Kleiderstangen mit pink-weißen Hemden und eine Verkäuferin am Tresen zu sehen.Bild: FABRIC x Hamburg Kreativ Gesellschaft Ist Hamburg eigentlich eine Modestadt? Denkt man zurück, landet man schnell bei Handel, dem Hafen und Kontorhäusern wie dem »Zweiten Klöpperhaus«, früher ansässig Mönckebergstraße 3, in dem Tuch gehandelt wurde. Und bei Jil Sander und Karl Lagerfeld – geht doch! Mit dem Begriff der Nachfrage kann Hamburg durchaus umgehen, doch wird die Stadt maximal im Bereich Ausbildung wirklich mit dem deutschen Business of Fashion verbunden: So bieten HAW, M. Müller & Sohn und AMD Studiengänge und Kurse an, daneben auch mit großem Anwendungsbezug wie an der Macromedia oder der Akademie JAK.

Und genau hier, wo noch so viel Hafenluft nach oben ist, setzt ein neues Großprojekt der Hamburg Kreativ Gesellschaft an. Als Prototyp des Programms »Verborgene Potenziale Innenstadt« der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen – ein Leuchtturmprojekt zur Förderung von der lokalen Community und urbaner Kreativität – wird das FABRIC bisher durch öffentliche Gelder gefördert. Die erste Förderperiode wurde durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung ermöglicht, dann folgte weitere Starthilfe durch die Behörden für Stadtentwicklung und Wohnen, Kultur und Medien, Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft.

Moderner Nähmaschinenpark in einem industriellen Produktionsraum mit hoher Decke und Lüftungsrohren. Im Vordergrund eine professionelle Nähmaschine, im Mittelgrund eine Maschine der Marke Serdar; rechts grafische Dreiecksformen mit Punktmuster als Gestaltungselement.Bild: FABRIC x Hamburg Kreativ Gesellschaft

Eine kreative Insel im Herzen der Stadt

Durch die Stadt ermöglicht und von Branchenprofis ins Leben gerufen, feierte der besondere Space in der Galleria Passage in der Nähe des Rathauses im Mai 2025 seinen ersten Geburtstag. Das FABRIC versteht sich als interdisziplinäres Netzwerk und gemeinsame Plattform für die Kreativwirtschaft. Das Konzept ist auf die Bereiche Mode, Textil und Design ausgerichtet und bietet mit Memberships für Kreative, Kunstschaffende und Unternehmen die perfekte Infrastruktur für nachhaltigen Austausch und gemeinsame Projekte.

Außerdem dient das FABRIC als Wissenszentrum und Showcase für die vielfältigen kreativen Potenziale der Stadt – und als kreativer Arbeitsraum: Die Werkstatt im Untergeschoss ist mit derzeit 42 professionellen Fertigungsmaschinen ausgestattet, vom Textil-Direktdrucker bis hin zur High-End-Stickmaschine. Eine offene Coworking- und Eventfläche samt Fotostudio im Unter- und Obergeschoss laden zur Zusammenarbeit ein, Shop und ein Café mit Terrasse verknüpfen das FABRIC mit den Passant:innen in der Innenstadt.

Belebte Außenterrasse eines Restaurants in der Hamburger Innenstadt, umgeben von Backsteingebäuden. Viele modisch gekleidete Menschen stehen und sitzen unter großen weißen Sonnenschirmen; im Hintergrund ist das Schild „Weitz" zu sehen.Bild: FABRIC x Hamburg Kreativ Gesellschaft

Das FABRIC-Team initiiert zudem selbst kreative Projekte und steht anderen Kreativen mit Beratung und praktischen Lösungen zur Seite. Suzanne Darouiche, Projektmanagerin für Urbane Produktion, ist studierte Modedesignerin, Schnitt-Direktrice und Schneiderin. Und nicht zuletzt hat sie beste Beziehungen: »Ich habe meinen letzten Job eigentlich gekündigt, um Vollzeit im meinem Verein Vagabunt zu arbeiten. Dabei handelt es sich um ein Mode- und Nähprojekt für benachteiligte Jugendliche in Hamburg, die oft wohnungslos sind oder Flucht- und Gewalterfahrungen gemacht haben. Es könnte also nicht besser passen: Urbane Produktion ist das Konzept der Stunde. Unsere Werkstatt birgt für mein Projekt enorme Möglichkeiten und viele Symbiosen«, erzählt Suzanne.

»Die deutsche Modebranche hat ein einzigartiges Potenzial – es geht nicht darum, Frankreich oder Italien nachzueifern. Wir gehen unseren eigenen Weg. Wir sind vielleicht kein traditionelles Mode-Land, aber gerade das gibt uns die Freiheit, über den Tellerrand hinauszuschauen. Ich denke, der Fokus liegt bei uns vor allem auf Qualität, Handwerk und Innovation.«

— Mattis Dallmann, FABRIC-Member

Urbane Produktion und Nachhaltigkeit

Im FABRIC treffen aber nicht nur Menschen, sondern auch Ideen und Konzepte für nachhaltigeres Modedesign und Produktionswege aufeinander. Die Kreativ Gesellschaft erforscht dabei, wie urbane Produktion klassisches Handwerk und innovative Fertigungstechniken aus Industriezentren wieder in Arbeits- und Lebensräume zurückbringt. Erklärtes Ziel ist es, leere Flächen zu beleben, die lokale Wirtschaft zu stärken und kurze Wege für Designer:innen, Produktion und Verbraucher:innen zu schaffen.

Im FABRIC sind deshalb Upcycling-Disziplinen verschiedenster Couleur zu finden, alle Design- und Showprojekte werden direkt vor Ort umgesetzt. Ninu Dramis, verantwortlich für die konzeptionelle und inhaltliche Umsetzung vom Projekt, ist ausgebildete Mode- und Kommunikationsdesignerin und auf das Prompten von Fashion spezialisiert. Oder Memberin Katja Ellwart, die aus alten Herrenhemden, die sie aus Reinigungen erhält, verschiedenste neue Schnitte und Patchwork-Designs ohne den Zukauf von Stoffen herstellt.

Darüber hinaus präsentieren Erfolgskonzepte wie das gefeierte nachhaltige Label SVEASØN im FABRIC ihre Kollektionen. Dabei geht es nicht nur darum, selbst Stücke zu produzieren, sondern die Modewelt im Ganzen zu hinterfragen – und den Wert von gut gemachter Kleidung wieder deutlich in den Vordergrund zu rücken.

So hat Mattis Dallmann etwa ein Label gegründet, das auf handwerkliche Techniken setzt, in limitierten Editionen, dem Prinzip »made to order« folgend. Anti-industrielles Arbeiten begleitet den Designer seit seinem Master-Studium in Schweden. Deadstock-Fabrics, also solche, die aus Überproduktionen angekauft werden, bilden neben Patchwork-Techniken eine weitere Upcycling-Strategie, aus denen sich die Teile seines Labels »FREIKÖRPER« zusammensetzen. »Das können Interior-Materialien sein oder sehr hochwertige Stoffe, die bei Luxusmarken wie Prada abfallen«, erklärt Mattis. »Ich leiste mit meiner Marke gern Aufklärungsarbeit. Nachhaltigkeit ist nicht bieder, diese Zeiten haben wir in der Mode endgültig hinter uns.«

Ein junger Mann in schwarzem T-Shirt arbeitet konzentriert an einem Schneidetisch und befestigt Stecknadeln an schwarzem Stoff. Im Hintergrund arbeiten zwei weitere Personen in einem hellen Modedesign-Atelier mit Schneiderpuppen.Bild: FABRIC x Hamburg Kreativ Gesellschaft Kleiderstange mit verschiedenen Kleidungsstücken, darunter auffällige pink-weiß gestreifte Hemden und dunkle Basics. Im Hintergrund ist ein Schild mit der Aufschrift „I see it. I like it. I look out for the sustainable version." zu sehen.Bild: FABRIC x Hamburg Kreativ Gesellschaft

Überall Vielfalt, auch im Programm

Übrigens lohnt sich ein Blick ins Programm des FABRIC, denn gut vernetzt zu sein, ist die halbe Miete. So gibt es zum Beispiel PR- und Text-Training mit Modejournalist Fabian Hart, Legal-Fragerunden für junge Marken oder KI-Workshops, die in die Welt virtueller Entwürfe einführen. Darüber hinaus finden regelmäßig Modenschauen, Vernissagen, Panels und Talks, Stoffmarkt, Nachtflohmarkt oder thematische DIY-Clubs statt.

Wer noch mehr Inspiration sucht, wird auf der FABRIC-Website fündig.



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