Connect with us

Künstliche Intelligenz

BYD auf „Schwarzer Liste“: Brasiliens oberster Arbeitsinspektor entlassen


Die Auseinandersetzung um Ausbeutung und mutmaßliche Sklavenarbeit beim chinesischen Elektroautohersteller BYD in Brasilien ist um ein Kapitel reicher und erhitzt die Gemüter. Die Entlassung eines hohen Beamten hat der Regierung von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ein halbes Jahr vor den Präsidentschaftswahlen Vorwürfe beschert, Bedenken hinsichtlich von Arbeitsrechtsverstößen durch BYD zu unterdrücken.

Weiterlesen nach der Anzeige

Was ist passiert? Brasiliens oberster Arbeitsinspektor, Luiz Felipe Brandão de Mello, wurde in der vergangenen Woche entlassen – nur wenige Tage, nachdem er den Autohersteller BYD in ein nationales Register von Arbeitgebern aufgenommen hatte, denen Verstöße gegen das nationale Arbeitsrecht vorgeworfen werden.

Mello habe eine Anweisung von Arbeitsminister Luiz Marinho missachtet, den chinesischen Konzern von dieser „Schwarzen Liste“ fernzuhalten, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf Quellen, die um Anonymität baten, um über die Angelegenheit zu sprechen. Der nationale Verband der Arbeitsinspektoren Brasiliens Anafitra warf Marinho daraufhin politische Einmischung vor. „Die Entlassung des Sekretärs [Mello, Anm.] signalisiert eine Eskalation der politischen Einflussnahme auf die Arbeitsaufsicht“, hieß es in einer Erklärung des Verbandes.

Marinho wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete die Entlassung als „einen Verwaltungsakt“, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Er beabsichtige nicht, irgendeinem Unternehmen Vorteile zu verschaffen, sagte er gegenüber der US-Tageszeitung New York Times, die über den Fall berichtete. Vielmehr arbeite er daran, sicherzustellen, dass die von seinem Team getroffenen fachlichen Entscheidungen fundiert seien. Der Minister sprach von einer routinemäßigen personellen Veränderung. „Veränderungen sind etwas Natürliches; sie gehören dazu“.

Im Zentrum des Konflikts steht das neue Werk von BYD in Camaçari im nordöstlichen Bundesstaat Bahia. Die umstrittene Fabrik ist Mitte vergangenen Jahres eingeweiht worden. Dort sollen jährlich 150.000 Fahrzeuge vom Band rollen. Brasilien ist für BYD der größte Markt außerhalb Chinas.

Noch in der Bauphase geriet das Projekt Ende 2024 wegen Vorwürfen von Arbeitsverstößen bis hin zum Verdacht auf Menschenhandel in die Schlagzeilen. Nach ersten Untersuchungen sprachen die brasilianischen Behörden von „sklavenartigen Bedingungen“ für 163 chinesische Arbeiter. Später wurden weitere 57 Arbeiter in einer ähnlich prekären Situation gefunden. Die brasilianische Arbeitsstaatsanwaltschaft (MPT) reichte daraufhin Zivilklage gegen BYD wegen „internationalem Menschenhandel“ und „der Sklaverei vergleichbarer“ Arbeitsbedingungen beim Bau des BYD-Werkes ein und forderte die Zahlung von Schadensersatz in Millionenhöhe. BYD machte einen Subunternehmer für die Situation verantwortlich. Eine Untersuchung kam zu dem Schluss, dass das Unternehmen beim Bau der Fabrik in Camaçari Menschenrechte verletzt habe.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anfang April wurde BYD dann in die „Schwarze Liste“ des Ministeriums für Arbeit und Beschäftigung (MTE) aufgenommen, wie die brasilianische Tageszeitung Folha de S. Paulo berichtete. Nach brasilianischem Recht muss die Liste der Arbeitsrechtsverletzungen alle sechs Monate aktualisiert werden. Kurz vor Ablauf der Frist gab Arbeitsinspektor Mello grünes Licht.

Die Aufnahme in die Liste kann für Firmen schwerwiegende Folgen haben: Neben dem Imageschaden erschwert sie bestimmte Bankkredite und macht die jeweiligen Unternehmen für Investoren weniger attraktiv. BYD erwirkte umgehend eine gerichtliche Verfügung, um von der Liste gestrichen zu werden. Ein Arbeitsgericht gab am 8, April dem Antrag des chinesischen Autoherstellers zur Aussetzung der Entscheidung statt – bis zu einer weiteren gerichtlichen Überprüfung der Frage, ob BYD für das Handeln seiner Subunternehmer zur Rechenschaft gezogen werden kann. Eine endgültige Entscheidung steht also aus. Arbeitsinspektor Mello aber erhielt vergangene Woche sein Entlassungspapier.


(akn)



Source link

Künstliche Intelligenz

Nur mit Zertifikat: Long-Term-Support für OpenSearch


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Im Rahmen seiner europäischen Hauskonferenz hat die OpenSearch Foundation eine Version mit Langzeitunterstützung (LTS) von OpenSearch angekündigt. Den LTS-Status erhalten zu Beginn die aktuelle Version 3.6 sowie OpenSearch 2.19 als finales Release der vorherigen Hauptversion. Künftig soll es pro Hauptversion eine LTS-Variante geben, die mindestens 18 Monate Support erhält.

Weiterlesen nach der Anzeige

Um einem Vendor-Lock-in vorzubeugen, können Anwender selbst festlegen, welcher Anbieter die LTS-Leistung erbringen soll. Zwar gibt es Dienstleister, die OpenSearch anbieten, für die Bereitstellung des langfristigen Supports ist jedoch eine Zertifizierung durch die OpenSearch Foundation erforderlich. So müssen die Unternehmen belastbare Fristen zum Bereitstellen von Patches, Upgrade-Möglichkeiten und Basisarbeit in der Community nachweisen.

Konkret verspricht die OpenSearch Foundation, dass Sicherheitspatches und Bugfixes nach maximal 60 Tagen bereitstehen und sich Upgrades im laufenden Betrieb einspielen lassen, ohne OpenSearch-Dienste herunterfahren zu müssen. Derzeit gibt es mit Bigdata Boutique, Eliatra und Resolve drei zertifizierte Anbieter.

Die zentralen Neuerungen in OpenSearch 3.6 liegen im Bereich der agentenbasierten KI. Mit dem neuen OpenSearch Launchpad sollen Anwender innerhalb von Minuten eigene Suchanwendungen erstellen können, ohne technische OpenSearch-Kenntnisse zu benötigen. Stattdessen können Anwender ihre Vorgaben in Dokumenten oder per Chat an die Plattform übergeben, die dann eigenständig eine lokale Anwendung mit grafischer Oberfläche einrichtet.

Launchpad ist die erste Fähigkeit der neuen OpenSearch Agent Skills. Sie enthalten und verknüpfen das technische Wissen für den Bau von Suchanwendungen. Alle darin enthaltenen Werkzeuge sollen sich über das Model Context Protocol (MCP) mit verschiedenen Entwicklungsumgebungen integrieren lassen, darunter Claude Code, Cursor und Kiro.

Weiterlesen nach der Anzeige

Eine weitere Neuerung ist der OpenSearch Agent Server. Er gehört zur KI-Agenten-Infrastruktur von OpenSearch. Der Agent Server leitet Anfragen weiter, spricht über MCP mit OpenSearch und kann mit LLM-Anbietern wie AWS Bedrock oder Ollama kommunizieren. Die technischen Voraussetzungen sind Python 3.12 oder neuer, OpenSearch 2.x oder neuer und eine Anbindung an das bevorzugte Sprachmodell.

Zum Agent Server gehört der ebenfalls neue, noch experimentelle OpenSearch Relevance Agent. Mit ihm können Anwender über Anweisungen in natürlicher Sprache das Nutzungsverhalten einer Suche auswerten, datengetriebene Hypothesen generieren und Verbesserungsvorschläge evaluieren lassen. Dazu orchestriert der Relevance Agent die Kommunikation mit spezialisierten KI-Agenten und ist auch über die Chat-Schnittstelle in das Cockpit von OpenSearch integriert. Neben der Weiterleitung von Nachrichten wertet er die erhaltenen Antworten aus und gibt eine Zusammenfassung im Cockpit aus.

Die neuen Funktionen von OpenSearch 3.6 finden sich im Entwicklerblog des Projekts. Nach einem Lizenzstreit spaltete sich OpenSearch im Jahr 2021 als quelloffener Fork von ElasticSearch ab. AWS betrieb das Projekt bis zur Übergabe an die Linux Foundation im Jahr 2024.


(sfe)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Kindle Scribe Colorsoft im Test: Amazons erstes E-Ink-Tablet mit Farbdisplay


Optisch unterscheidet sich der Kindle Scribe Colorsoft auf den ersten Blick von seinem Vorgänger. Der Bildschirm mit seiner 11-Zoll-Diagonale ist ein wenig größer als der 10-Zöller des Vorgängers und sitzt nun symmetrisch im Gehäuse. Durch den gleichmäßigen, schmalen Rahmen sieht der Scribe Colorsoft schicker aus als sein Vorgänger mit dem einseitig breiten Rand. In ergonomischer Hinsicht allerdings ist es eine Verschlechterung, denn der breite Rand war praktisch, um das Gerät bei der Lektüre zu halten. Da das Tablet weniger als 400 Gramm wiegt, wird auch beim längeren Lesen der Arm nicht schwer.

Das Gehäuse besteht aus einer Unibody-Rückseite aus Aluminium und einer Bildschirmabdeckung aus mattiertem Kunststoff, nur unterbrochen von einer USB-C-Buchse an der Unterseite und dem Einschalter rechts. Das Gerät macht einen äußerst wertigen Eindruck, allerdings geht das Design zulasten der Reparierbarkeit. Um ans Innere des Tablets zu gelangen, muss der ins Gehäuse geklebte Bildschirm herausgelöst werden – Laien sollten die Finger davon lassen. Ersatzteile oder Reparaturanleitungen liefert Amazon nicht.

Die Hardware hat Amazon im Vergleich zum Erstling aufgemöbelt. Im Innern verrichtet ein nicht näher benannter Vierkernprozessor seinen Dienst, er ersetzt den Zweikerner des Vorgängers. Der Prozessor erreicht eine maximale Taktrate von 2 GHz. Zwar ist bei E-Ink-Tablets in der Regel eher die langsame Bildwiederholrate des Bildschirms der limitierende Faktor als der Prozessor. Doch da der Kindle mit Farbdisplay häufiger mal mit größeren Dateien wie Comics und PDFs hantieren dürfte als sein monochromer Kollege, scheint die Aufstockung angeraten. Amazon verkauft den Kindle in zwei Versionen mit 32 oder 64 GByte Speicher.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Kindle Scribe Colorsoft im Test: Amazons erstes E-Ink-Tablet mit Farbdisplay“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Dienstag: Stühlerücken bei Apple, Vorwürfe gegen Amazon


Paukenschlag bei Apple: Konzernchef Tim Cook tritt ab; der bisherige Hardware-Chef John Ternus übernimmt zum 1. September. Der US-Bundesstaat Kalifornien wirft Amazon illegale Preisabsprachen vor. Der Online-Händler soll verschiedene namhafte Marken unter Druck gesetzt haben, damit sie konkurrierende Einzelhändler zu Preiserhöhungen bewegen. Das zeigen nun freigegebene Gerichtsdokumente. Und Googles KI-Agent Gemini krallt sich in El Salvador immer mehr Gesundheitsdaten – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Weiterlesen nach der Anzeige

Apple-CEO Tim Cook gibt nach fast 15 Jahren den Chefposten beim iPhone-Konzern auf und wechselt dann auf den Vorsitz des Verwaltungsrats. Übernehmen wird zum 1. September Hardware-Chef John Ternus. Das gab Apple am späten Montagabend bekannt. Die Personalie ist zwar keine Überraschung, sorgt aber dennoch für Aufsehen. Dass der bald 65-jährige Cook den Spitzenjob bei Apple nicht mehr ewig machen würde, war zwar klar, sein Rücktritt aber ist eine weitere Zäsur in der Unternehmensgeschichte von Apple. In Cooks Amtszeit fallen zahlreiche erfolgreiche Produkteinführungen wie die eigenen ARM-Prozessoren nicht nur für iPhone und iPad, sondern auch für inzwischen alle Macs. Der Konzergewinn vervielfachte sich. Sein Nachfolger Ternus muss nun Apples Übergang ins KI-Zeitalter bewerkstelligen. Machtwechsel bei Apple: Tim Cook übergibt an John Ternus

Vor vier Jahren, im Jahr 2022, reichte der US-Bundesstaat Kalifornien Kartellklage gegen den Online-Händler Amazon ein. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta beschuldigt in der Klage den Konzern, Drittanbietern Knebelverträge aufzuzwingen, die es ihnen verbieten, ihre Waren günstiger auf anderen Handelsplattformen zu verkaufen. Amazon nutze seine Marktmacht dazu, Endkundenpreise in die Höhe zu treiben, um seine Gewinnmargen zu schützen, so der Vorwurf. Aus am Montag freigegebenen Gerichtsdokumenten geht hervor, wie Amazon mutmaßlich namhafte Marken unter Druck setzte, um andere Händler zu Preiserhöhungen zu bewegen. Illegale Preisabsprachen: Kalifornien untermauert Vorwürfe gegen Amazon

Dass El Salvadors Präsident Nayib Bukele ein Faible für Kryprowährungen und globale Tech-Konzerne hat, ist bekannt. Im September 2021 erklärte der zentralamerikanische Staat als erstes Land der Welt Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel. Der Schritt wurde auf Druck des IWF mittlerweile wieder zurückgedreht. Ende vergangenen Jahres vereinbarte Bukele mit X-Chef Elon Musk den Einsatz des KI-Chatbots Grok in El Salvadors öffentlichen Schulen. Und mit Google Cloud schloss El Salvadors Regierung eine langjährige Vereinbarung, die das Land zu einem Technologiezentrum machen soll. Nun wird Googles KI-Agent Gemini sogar die Versorgung von Patienten mit chronischen Krankheiten im Land übernehmen. Google Gemini weitet Zugriff auf El Salvadors Gesundheitssystem aus

Zum Auftakt der Hannover Messe hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für eine Lockerung der europäischen Regeln für die industrielle Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) ausgesprochen. Er werde sich dafür einsetzen, die europäische KI-Regulierung zu erleichtern. Die industrielle KI solle „aus dem gegenwärtigen, zu engen Korsett der KI-Regulierung der EU“ herausgelöst werden, so der Kanzler. Gemeint ist der europäischen„AI Act“. Erste Teile des Regelwerks sind nach dreijährigen Verhandlungen im August 2024 in Kraft getreten. Bei der deutschen Industrie rennt Merz mit seiner Forderung offene Türen ein. Bundeskanzler Merz: „Europäische KI-Regulierung erleichtern“

Derzeit gibt es in vielen EU-Mitgliedstaaten Überlegungen, nach dem Vorbild Australiens ein Social-Media-Mindestalter einzuführen. Nun hat die im Spätsommer eingesetzte Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ ihre Befunde zum Status Quo vorgelegt. Auf über 120 Seiten gibt sie einen umfangreichen und keineswegs eindimensionalen Überblick über die Komplexität der Thematik – was vom frühestens Kindesalter bis zum Heranwachsenden tatsächlich als gefährlich, was als bedenklich und was als wissenschaftlich umstritten gilt. Mindestalter für Social Media: Kommission legt Bestandsaufnahme vor

Auch noch wichtig:

Weiterlesen nach der Anzeige


(akn)



Source link

Weiterlesen

Beliebt