Künstliche Intelligenz
KI-Wettrüsten: Tech-Riesen investieren hunderte Milliarden
Die Tech-Riesen Amazon, Google, Microsoft und Meta wollen in diesem Jahr im Zuge ihres KI-Wettrüstens bis zu 725 Milliarden US-Dollar (rund 620 Milliarden Euro) ausgeben. Das Geld soll vor allem in den Ausbau von Infrastruktur wie Rechenzentren fließen. Der Facebook-Konzern Meta und Google schraubten ihre Ausgabeprognosen noch einmal hoch.
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Konzernchefs betonten in Telefonkonferenzen mit Analysten, dass sie gewaltige Chancen für die Transformation ihres Geschäfts durch Künstliche Intelligenz sehen. Entsprechend groß ist auch die Sorge, zu wenig zu investieren und damit das Feld anderen zu überlassen. So sagt der Chef des Facebook-Konzerns Meta, Mark Zuckerberg, er würde lieber Überkapazitäten in Rechenzentren aufbauen als zu kurz zu greifen. Zugleich gibt es schon seit Monaten die Sorge, dass es nicht gelingen wird, die gewaltigen Investitionen zurückzuverdienen – und der Wettlauf mit dem Platzen einer gewaltigen Blase endet.
„Jede Anwendung neu erfunden“
Doch vorerst geht die KI-Party weiter. Amazon-Chef Any Jassy sprach am Mittwoch von „einer Gelegenheit, wie es sie nur einmal im Leben gibt“. Durch KI werde „jede Anwendung, die wir kennen, neu erfunden“ – und es werde neue geben, die man sich noch gar nicht vorstellen könne.
Amazon schockierte die Börse vor drei Monaten mit einer Investitionsprognose von rund 200 Milliarden Dollar. Das Geld soll unter anderem in KI, Chips, Robotik und Satelliten gehen. Jetzt sagte Jassy, es gebe kein Update zu der Zahl, „unser Plan ist größtenteils unverändert“.
Anders bei Meta: Der Facebook-Konzern schraubte seine Spanne der geplanten Kapitalinvestitionen um zehn Milliarden Dollar hoch. Für das laufende Jahr stellt Meta hierfür nun zwischen 125 und 145 Milliarden Dollar in Aussicht. Die vorherige Spanne lag bei 115 bis 135 Milliarden Dollar. 2025 gab der Konzern vor allem für den Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz gut 72 Milliarden Dollar aus.
Wählerische Investoren
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Anleger waren nicht begeistert und ließen den Meta-Kurs im nachbörslichen Handel um mehr als sechs Prozent fallen. Die Aktie der Google-Mutter Alphabet legte hingegen um rund sieben Prozent zu.
Alphabet erhöhte die Spanne für die Kapitalausgaben zwar ebenfalls – um fünf Milliarden auf jetzt 180 bis 190 Milliarden Dollar, mit der Aussicht auf noch „signifikant“ mehr 2027. Doch die Investoren haben das Gefühl, dass es Alphabet besser gelingt, die KI-Investitionen bereits ins Wachstum des Geschäfts umzumünzen. So sprang Googles Cloud-Geschäft im vergangenen Quartal um gut 63 Prozent auf 20 Milliarden Dollar hoch. Und Konzernchef Sundar Pichai hob einen Höchstwert bei Google-Suchanfragen hervor – auch dank neuer KI-Funktionen.
KI ist gut für Cloud-Dienste
Cloud-Dienste, bei denen etwa Rechenleistung und Speicher aus dem Netz bereitgestellt werden, profitieren ganz eindeutig vom KI-Boom. So verzeichnete Amazons Cloud-Sparte AWS die höchste Wachstumsrate seit 2022 mit einem Umsatzplus von 28 Prozent auf knapp 38 Milliarden Dollar. Und Microsoft stellte für das laufende Quartal einen Zuwachs von 40 Prozent bei den Erlösen seiner Azure-Cloud in Aussicht. Auch das hat seinen Preis: Der Windows-Riese peilt für dieses Jahr Kapitalinvestitionen von rund 190 Milliarden Dollar an, mehr als an der Wall Street erwartet wurde.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Asse II: Fraunhofer und Bilfinger entwickeln Roboter zur Bergung Nuklearabfalls
Das Fraunhofer-Institut für Optotronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) und der Industriedienstleister Bilfinger entwickeln gemeinsam unter anderem Bergungsroboter, um rund 126.000 Fässer mit etwa 47.000 m³ radioaktivem Material aus der mehrere hundert Meter tiefen Schachtanlage Asse II im ehemaligen Salzbergwerk im Landkreis Wolfenbüttel zu bergen. Die Rückführung des atomaren Abfalls aus dem Versuchsendlager war im Februar 2013 beschlossen worden, weil die Sicherheit der Anlage nicht gewährleistet ist.
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Von 1967 bis 1978 wurden etwa 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Material in Asse II eingelagert, hochradioaktives Material sei dort nicht abgelegt worden. Die Fässer liegen seitdem in dem ehemaligen Bergwerk verteilt auf 13 Kammern in einer Tiefe von bis zu 750 m. Der Bund hatte das Bergwerk 1965 erworben, um dort die Endlagerung radioaktiven Abfalls zu erforschen. Wie sich herausstellte, ist Asse II jedoch nicht für die Endlagerung solchen Materials geeignet. Denn das Bergwerk ist instabil und weist Risse auf, durch die salzhaltiges Wasser eintritt. Derzeit wird das Wasser aufgefangen, um zu verhindern, dass es in Kontakt mit den teils korrodierten Fässern gelangt und es zu einer Kontaminierung des Wassers kommt.
Aufgrund der möglichen Auswirkungen auf Menschen und Umwelt hatte der Bundestag 2013 beschlossen, die nuklearen Abfälle aus Asse II schnellstmöglich zurückzuholen. Für die Planung und Durchführung ist die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) zuständig, die einen Plan aufgestellt hat, wie das gelingen kann. In einem ersten Schritt sollen die Nuklearabfälle geborgen, dann in einen Schleusen- und Arbeitsbereich überführt und über ein Rückholbergwerk über den Schacht Asse 5 an die Erdoberfläche gebracht werden. Dort soll das radioaktive Material charakterisiert, konditioniert und schließlich in ein Zwischenlager verbracht werden.
Roboter, Spezialmaschinen und ein Digitaler Zwilling
Das Fraunhofer IOSB und Bilfinger setzen ganz am Anfang der Rückholungskette an: der Bergung. Dazu entwickeln die beiden Partner Roboter, Spezialmaschinen und Assistenzfunktionen für den Leitstand, mit deren Hilfe die teils ungeordnet abgelegten Fässer geborgen werden sollen. Bilfinger entwickelt derzeit ein spezielles Bergesystem, das im Wesentlichen aus einem hochautomatisierten multifunktionalen Versuchsbagger besteht, der als Erprobungssystem konzipiert ist. Mit ihm wollen die Entwickler die nötigen Handhabungsschritte im Umgang mit den Fässern ermitteln. Der Roboterbagger verfügt dazu über eine Vielzahl unterschiedlicher Werkzeuge wie Spezialgreifer, Fräsen und Löffel. Der Bagger muss dabei so konzipiert sein, dass er den Dauereinsatz unter den herrschenden extremen Bedingungen übersteht.
Bei der automatischen Steuerung setzt Bilfinger auf die Erfahrungen des Fraunhofer IOSB, die im Kompetenzzentrum „Roboter für die Dekontamination in menschenfeindlichen Umgebungen“ (ROBDEKON) gesammelt wurden, in dem ferngesteuerte und autonome Maschinen erforscht und entwickelt werden. Schwerpunkte sind dabei Sensorfusion, 3D-Umgebungswahrnehmung und die Maschinenautomatisierung. So sollen die Maschinen etwa wiederholende Arbeiten selbstständig durchführen können, wie das Greifen von Fässern mit radioaktivem Material und deren Verpackung in eine Transportbox. Bei den teleoperativen Aufgaben unterstützt eine inverse Kinematik die Operatoren. Sie können die Maschinen intuitiv bedienen, die präzise Positionierung der Werkzeuge erfolgt automatisch.
Den gesamten Arbeitsbereich der Bergungsanlage überführt Bilfinger in einen Digitalen Zwilling. Mit ihm können dann Bergungsschritte in einer virtuellen Umgebung geplant und erprobt werden, bevor die eigentliche Bergungsarbeit erfolgt. Außerdem unterstützt der digitale Zwilling einen in sicherer Entfernung untergebrachten Leitstand bei der Durchführung der Bergungsaufgaben. Das Bedienpersonal kann so nicht kontaminiert werden und es erhält neben optischen Kamera- und weiteren Assistenzsystemen mit dem Digitalen Zwilling eine Möglichkeit, sich zur Steuerung der Prozesse räumlich besser zu orientieren.
Wie lange der erste Bergungsschritt des radioaktiven Materials aus Asse II dauert, ist unklar. Das BGE mag hier keine Voraussagen treffen – auch nicht über die Dauer des gesamten Prozesses bis hin zur Zwischenlagerung. Die Kosten allein für die Vorbereitung der Rückholung schätzt das BGE auf etwa 4,7 Milliarden Euro bei einer Unsicherheit von 30 Prozent ein. Eine Einschätzung der Gesamtkosten für den kompletten Rückholprozess und die darauf folgende Stilllegung der Schachtanlage Asse II ist derzeit nicht möglich.
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(olb)
Künstliche Intelligenz
Netzentgelte im Umbruch: Warum es für PV-Anlagenbesitzer teurer werden könnte
Für PV-Anlagenbesitzer greift eine einfache Logik: Weniger Netzbezug durch Eigenverbrauch bedeutet niedrigere Stromkosten und damit mehr Unabhängigkeit vom Strommarkt. Doch genau dieses Prinzip stellt die Bundesnetzagentur infrage.
Sie arbeitet daran, die Netzentgelte neu zu gestalten. Die zahlt man dafür, dass man das öffentliche Stromnetz nutzt – und zwar pro verbrauchte Kilowattstunde. PV-Anlagenbesitzer beteiligen sich aufgrund ihres Eigenverbrauchs weniger stark an den Kosten des Netzerhalts, so die BNetzA-Argumentation. Die Behörde lotet daher aus, wie man Solar-Haushalte stärker in die Pflicht nehmen kann – etwa durch höhere Grundpreise beim Netzentgelt oder kapazitätsbasierte Entgelte.
- Die Bundesnetzagentur (BNetzA) will die Netzentgeltsystematik neu ordnen, weil die aktuelle Verordnung dazu 2028 ausläuft.
- Die BNetzA sieht bei Prosumern eine Finanzierungslücke, weil Eigenverbrauch den Netzbezug reduziert, obwohl das Netz weiter als „Versicherung“ bereitstehen muss.
- Als Optionen diskutiert die BNetzA beispielsweise Prosumer‑Grundpreisaufschläge, saisonale Arbeitspreise und kapazitätsbasierte Entgelte – mit relevanten Verteilungs- und Akzeptanzwirkungen.
- Studien und Verbände betonen, dass Prosumer heterogen sind und PV‑Speichersysteme unter bestimmten Bedingungen Netze sogar entlasten können.
Dieser Artikel gibt einen Überblick darüber, was bislang geplant ist, wie der zeitliche Rahmen für die Reform ist und wie Verbraucherschützer und Marktakteure diese Pläne beurteilen. Außerdem schauen wir darauf, was weitere Pläne etwa rund um das Netzpaket finanziell für PV-Anlagenbetreiber bedeuten könnten.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Netzentgelte im Umbruch: Warum es für PV-Anlagenbesitzer teurer werden könnte“.
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Künstliche Intelligenz
Amazon übertrifft Erwartungen | heise online
Amazon hat zum Jahresauftakt in seiner Cloud-Sparte AWS die höchste Wachstumsrate seit 2022 verzeichnet. Der Umsatz des Segments legte in den ersten drei Monaten des Jahres im Jahresvergleich um 28 Prozent auf knapp 38 Milliarden Dollar (rund 32,5 Mrd Euro) zu.
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Insgesamt kletterten die Erlöse des Handels- und Technologiekonzerns um 17 Prozent auf 181,5 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn zog um 30 Prozent auf fast 24 Milliarden Dollar an. Erlöse und operatives Ergebnis fielen damit besser aus, als von Analysten erwartet worden war. Unterm Strich stieg der Gewinn um fast 77 Prozent auf 30,25 Milliarden Dollar.
Zudem übertraf auch die Umsatzprognose für das zweite Quartal die Markterwartungen. Wegen hoher Investitionen in den Ausbau des Geschäfts mit der Cloud und Produkten rund um die Künstliche Intelligenz (KI) ging allerdings der Zufluss an Zahlungsmitteln (Cashflow) deutlich zurück.
(mho)
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