Künstliche Intelligenz
Amazons neue Fire TV Sticks verhindern Sideloading
Sideloading wird mit Amazons neuer Generation von Fire TV Sticks für die allermeisten Nutzer Geschichte sein, das kommuniziert Amazon nun offiziell auch an Kunden. Denen wird auf Amazons Produktseite für den neuen Fire TV Stick HD ein entsprechender Hinweis angezeigt. Davor hatte es bereits Hinweise gegeben, dass Sideloading unter dem neuen Fire-TV-Stick-Betriebssystem Vega OS erheblich strenger behandelt wird.
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Vega OS ist ein Linux OS, welches bei den Fire TV Sticks das auf Androids Open-Source-Variante aufgebaute Fire OS ablöst. Amazon verspricht mit Vega OS eine bis zu 30 Prozent schnellere Performance. Allerdings hatte das Unternehmen auch schon lange im Vorfeld betont, dass unter Vega OS nur offiziell unterstützte Anwendungen laufen – was bereits ein Hinweis war, dass Sideloading, also das manuelle Installieren von Apps aus inoffiziellen Quellen, schwieriger werden könnte. Auf der deutschen Produktseite der neuesten Generation des Fire TV Sticks HD, welcher in Deutschland noch nicht verfügbar ist, ist jetzt zu lesen:
„Für mehr Sicherheit verhindert dieses Gerät das Sideloading oder die Installation von Apps aus unbekannten Quellen. Nur Apps aus dem Fire TV Amazon Appstore stehen zum Download zur Verfügung.“

Kein Sideloading: Hinweis an Kunden auf der deutschen Produktseite des neuen Amazon Fire TV Stick HD.
(Bild: Screenshot Amazon.de)
Medienberichten zufolge ist dieser Hinweis auch für US-Nutzer auf der US-Seite zu sehen, allerdings nicht für alle – das könnte hierzulande auch der Fall sein. In den USA startet der Verkauf des Fire TV Sticks HD Ende April.
Sideloading: Amazon bestätigt Heise das Aus für reguläre Vega-Nutzer
Gegenüber heise online hatte Amazon den neuen Kurs beim Sideloading bereits im Herbst klargemacht. Hintergrund waren massive Probleme mit Piraterie-Apps, die in der Regel nur per Sideloading installieren lassen. Amazon geriet deswegen immer wieder unter Beschuss, bis sich das Unternehmen im Herbst entschied, gezielt gegen eine ganze Reihe solcher Apps vorzugehen und diese in Fire OS zu blockieren. Heise online erfuhr zu diesem Zeitpunkt auf Nachfrage von Amazon, dass sich die Maßnahmen unter Fire OS nur auf Piraterie-Apps beschränken würden und Sideloading grundsätzlich weiter möglich bleiben sollte. Vega OS hingegen sollte Sideloading für reguläre Nutzer nicht erlauben. Entwickler sollten laut Amazon aber auch unter Vega OS weiterhin Sideloading betreiben können.
Dafür müssen sie ihr Gerät laut Arstechnica bei Amazon entsprechend registrieren. Sideloading-Fans, die das nicht tun oder nicht tun können, könnten mit der gesamten neuen Generation von Fire TV Sticks indes wenig Freude haben. Auf seinen Entwicklerseiten gab Amazon bekannt, dass künftig alle Modelle mit Vega OS ausgestattet sein werden. Wer einen alten Stick mit Fire OS hat, unter dem das Sideloading noch geht, muss zumindest nicht damit rechnen, per Systemupdate auf Vega OS und damit ins neue, strenge Sideloading-Regime gezogen zu werden – im Herbst betonte das Unternehmen gegenüber heise online, dass es entgegen anderslautender Gerüchte keine Pläne gebe, bestehende Fire-TV-Geräte mit Fire OS als Betriebssystem auf Vega OS umzurüsten.
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(nen)
Künstliche Intelligenz
Meta Ray-Ban Display unterstützen endlich die Erkennung neuronaler Handschrift
Meta Platforms hat den Funktionsumfang der Ray-Ban Display erweitert. Dazu gehört die Erkennung von per neuronalem Armband gezeichneter Handschrift. Dies hatte Meta-Chef Mark Zuckerberg bereits bei der Vorstellung dieser Smartglasses mit integriertem Display im September 2025 demonstriert, war bislang aber nicht für alle Nutzer verfügbar. Zudem lassen sich jetzt Videos von der Umgebung aufnehmen, die auch die im Brillenglas eingeblendete Anzeige enthalten. Die Navigation für Fußgänger wurde ebenfalls erweitert, etwa für Spaziergänge in europäischen Großstädten.
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Bei der Enthüllung der Ray-Ban Display, der Smartglasses mit Bildschirm und sEMG-Armband, letzten Herbst war die Erkennung von frei in der Luft oder auf dem Tisch geschriebenen Worten eine beeindruckende Funktion. Bei der Markteinführung Ende September 2025 war dies jedoch noch nicht möglich. Erst seit Anfang dieses Jahres können Nutzer im Rahmen eines Early-Access-Programms die neuronale Handschrift für WhatsApp und den Messenger verwenden. Ab sofort ist diese Funktion für alle Anwender verfügbar, neben den beiden genannten Apps auch für Instagram und die nativen Nachrichten-Apps von Android und iOS.
Videoaufnahmen mit Display, erweiterte Navigation
Die Ray-Ban Display erlauben nun auch das sogenannte „Display Recording“, wie Meta es nennt. Das sind Videoaufnahmen der Umgebung, bei denen das in den Smartglasses integrierte Display ebenfalls aufgenommen wird, einschließlich Tonaufnahmen. Damit können Nutzer ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit diesen Smartglasses demonstrieren. Zudem hat Meta Platforms die Navigation für Fußgänger mit den Ray-Ban Display ausgebaut. Diese Funktion soll inzwischen die USA komplett abdecken, unterstützt aber auch Spaziergänger in „bedeutenden internationalen Städten“ wie London, Paris, Rom und weitere bislang ungenannte Großstädte.
Weiterhin wird das von den Smartglasses in Echtzeit durchgeführte Transkribieren von Sprache auf WhatsApp, Facebook Messenger und Instagram-Sprachnachrichten ausgeweitet. Nachrichten und Anrufe erhalten damit in den Ray-Ban Display eingeblendete Untertitel. Meta Platforms weist auch erneut darauf hin, dass die Ray-Ban Display offen für Entwickler sind. Diese können jetzt Apps für die Smartglasses mit integriertem Display bauen. Eine der ersten getesteten Apps war eine Portierung des Spieleklassikers „Doom“ für die Meta Ray-Ban Smartglasses.
Die Meta Ray-Ban Display sind derzeit wegen Lieferengpässen allerdings nur in den USA erhältlich. In der EU erschweren zudem Vorgaben zu Batterien und KI die Markteinführung. Einem Bericht zufolge plant Meta noch für dieses Jahr eine zweite Generation der Smartglasses. Möglicherweise hebt sich Meta die weltweite Einführung für dieses Nachfolgemodell auf.
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(fds)
Künstliche Intelligenz
NASA: Rotorblätter für nächste Mars-Helikopter fit für Überschallgeschwindigkeit
Bei Tests im Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA haben die Rotorblätter für die nächsten Mars-Helikopter die Schallmauer durchbrochen und gezeigt, dass sie auf dem Roten Planeten noch größere Herausforderungen meistern können als Ingenuity. Das hat die US-Weltraumagentur öffentlich gemacht und erklärt, dass die Daten nahelegen, dass ein damit ausgestattetes Fluggerät auf dem Mars schwerere Nutzlasten transportieren könnte. Bei zwei verschiedenen Rotorblättern haben die Spitzen demnach Mach 1,08 erreicht, das war wegen der unterschiedlichen Länge bei 3750 beziehungsweise 3570 Umdrehungen pro Minute der Fall. Ein Helikopter, dessen Rotoren auf dem Mars diese Geschwindigkeiten erreichen, könnte 30 Prozent mehr Gewicht tragen, ergänzt die NASA.
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Die Mars-Hubschrauber „werden einfach fantastisch“
Die Tests sind Teil der Vorbereitung von Missionen, die auf den Erfolg des kleinen Mars-Helikopters Ingenuity aufbauen sollen. „Auch wenn am Mars alles schwierig ist, ist ein Flug dort wohl das Schwierigste, was man sich vorstellen kann“, erklärt Al Chen vom JPL. Das liegt daran, dass die Atmosphäre dort extrem dünn ist, bei einer gleichzeitig signifikanten Gravitation. Die Rotoren müssen sich deshalb deutlich schneller drehen als auf der Erde, um vergleichsweise Lasten heben zu können. Gleichzeitig sorgt das Überschreiten der Schallgeschwindigkeit für schwer vorhersagbare Konsequenzen. Die Rotoren von Ingenuity habe man deshalb extra so gebaut, dass sie der Schallgeschwindigkeit nicht einmal nahe kommen, damit sie auch durch einen plötzlichen Windstoß nicht überschritten wird.
Bei den nächsten Fluggeräten wird das nicht mehr der Fall sein, deshalb müsse sichergestellt werden, dass sie auch ein Überschreiten der Schallgeschwindigkeit überstehen. Die Rotorblätter werden sich dabei bis zu 1050 Umdrehungen pro Minute mehr drehen als bei Ingenuity. Die Tests haben jetzt gezeigt, dass sie das überstehen können. Dafür wurden sie in einer Druckkammer beim JPL unter den atmosphärischen Bedingungen des Mars gedreht, schließlich sorgte künstlich erzeugter Wind dafür, dass die Spitzen der Rotorblätter schneller unterwegs waren als der Schall. Wie viel damit ausgestattete Helikopter auf dem Roten Planeten heben können, werde jetzt ausgerechnet, aber „diese Hubschrauber der nächsten Generation werden einfach fantastisch“, ist sich Shannah Withrow-Maser von der NASA schon sicher.
Ingenuity war Anfang 2021 mit dem Mars-Rover Perseverance gelandet und war dort das erste Fluggerät auf einem anderen Himmelskörper. Eigentlich sollte das Testgerät nur ein paar Mal abheben. Damit wollte die NASA zeigen, dass das überhaupt möglich ist und Folgemissionen den Weg bereiten. Weil der kleine Helikopter dabei aber so erfolgreich war, durfte er die Hauptmission von da an begleiten. Ingenuity hat für Perseverance die Gegend erkundet und war dem Rover dabei immer wieder vorausgeflogen, teilweise so weit, dass es keine Sichtverbindung mehr gab. Erst nach 72 Flügen war Anfang 2024 abrupt das Ende der historischen Mission erreicht. Ende 2028 sollen die nächsten drei Helikopter zum Mars geschickt werden.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Hollywood-Stars wollen mit neuem Standard KI-Klone ausbremsen
Die Schauspielerin Cate Blanchett hat die Non-Profit-Organisation RSL Media ins Leben gerufen, die einen Einwilligungsstandard für KI-Nutzung etablieren will. Er soll KI-Systemen in maschinenlesbarer Form mitteilen, ob und unter welchen Bedingungen geschützte Werke, persönliche Merkmale und andere Rechte genutzt werden dürfen.
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RSL Media beschreibt die Funktionsweise als eine Art Ampelsystem: Die Nutzung durch KI-Systeme, etwa durch Training, Generierung oder Nachahmung, kann erlaubt, nur unter Bedingungen erlaubt oder untersagt werden. Die Spezifikationen des sogenannten „RSL Human Consent Standard“ sind bereits öffentlich einsehbar, wurden jedoch noch nicht finalisiert.
Ergänzend dazu plant RSL Media ein öffentlich zugängliches Register. Dort sollen nicht nur Kreative und Künstler, sondern grundsätzlich alle Menschen ihre Identität verifizieren und für die vier Rechtebereiche Werke, Identität, Charaktere und Marken festlegen können, ob und unter welchen Bedingungen KI-Systeme diese nutzen dürfen.
Der Ansatz ist bewusst sehr breit gefasst und umfasst Songs, Filme, Bücher, Kunst und Fotos ebenso wie Namen, Abbilder, Stimmen, Bewegungen, geschützte fiktionale Charaktere sowie Logos, Markenzeichen und Designmerkmale. Die Angaben werden automatisch in maschinenlesbare Signale übersetzt. Das Register soll im Juni online gehen, Interessierte können jedoch bereits eine Einwilligungs-ID reservieren.
Vom Webstandard zum KI-Rechterahmen
„KI kann keine Rechte respektieren, die sie nicht sehen kann, menschliche Einwilligung ist in dieser neuen digitalen Ära daher praktisch unsichtbar“, sagt Nikki Hexum, Mitgründerin und CEO von RSL Media. Genau hier setzt die Initiative an. Der Mitautor des Standards, James Everingham, beschreibt das Projekt als eine Infrastruktur, die Einwilligungen und Nutzungsrechte in ein systemübergreifend nutzbares Format übersetzen soll, das von unterschiedlichen Plattformen und KI-Systemen verarbeitet werden kann.
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Unterstützt wird die Initiative unter anderem von Javier Bardem, George Clooney, Viola Davis, Tom Hanks, Helen Mirren, Steven Soderbergh, Kristen Stewart, Meryl Streep und Emma Thompson sowie von der Creative Artists Agency und der Music Artists Coalition.
RSL Media baut auf dem älteren Standard RSL 1.0 des RSL Collective auf, ist aber eine eigenständige Non-Profit-Organisation mit anderem Schwerpunkt und deutlich erweitertem Ansatz. RSL 1.0 sollte über die bisherige robots.txt hinausgehen: Während diese Crawlern vor allem signalisiert, ob sie bestimmte Inhalte abrufen dürfen, können Rechteinhaber über RSL 1.0 zusätzlich maschinenlesbare Nutzungs- und Lizenzbedingungen für Webinhalte hinterlegen, etwa für KI-Training oder vergütungspflichtige Nutzung. Mit dem „RSL Human Consent Standard“ überträgt RSL Media dieses Prinzip nun auf zugrunde liegende Rechteobjekte wie Werke, Identitäten, Figuren und Marken, ohne sie an eine bestimmte Datei, Webseite oder Plattform zu binden.
Die Initiative ist zunächst ein technischer Standardisierungsversuch, keine rechtlich bindende Vorgabe. Wie wirksam der Standard in der Praxis wird, hängt davon ab, ob KI-Anbieter, Plattformen und Infrastrukturunternehmen die Signale tatsächlich auslesen, respektieren und technisch durchsetzen.
(tobe)
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