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Amkor: Massiver Ausbau der Packaging-Kapazität, auch für TSMC USA
Die Chipfertigung ist gefragt, das Packaging ist es noch viel mehr. Amkor will deshalb die Ausgaben verdreifachen – auch für TSMCs CoWoS. Denn die Kooperation der Unternehmen wurde zuletzt deutlich enger, der Ausbau in diesem Jahr ist ein Ergebnis. Aber auch Intel könnte profitieren, denn EMIB nutzt Amkor bald ebenfalls.
Amkor setzt auf großes Wachstum
Für einige Analysten ist es ein Glücksspiel, für die anderen ein weiter Weitblick in die Zukunft. Denn wenn ein Unternehmen mit im Jahr 2025 nur 6,7 Milliarden US-Dollar Umsatz und dabei einem CAPEX von 905 Millionen US-Dollar plötzlich die Investitionen für 2026 auf bis zu 3 Milliarden US-Dollar anheben will, dann lässt dies selbst in der Halbleiterfertigung Unbeteiligte aufhorchen.
ComputerBase-Lesern ist Amkor kein Unbekannter. Das Unternehmen ist eine der weltweit größten Firmen, die spezialisiert sind auf die Bereitstellung von Chip-Packaging und –Test-Kapazitäten (Outsourced Semiconductor Assembly and Test, OSAT). Erst im Dezember 2025 bestätigte das Unternehmen, Intels EMIB-Technologie nun auch Kunden durch Werke in Südkorea und später auch aus Portugal anbieten zu können – auch das fällt unter die Investitionsvorhaben für das Jahr 2026.
Amkor folgt TSMC nach Arizona
Das Megaprojekt ist jedoch ein anderes und ganz wichtiges: Amkor baut zwei Fabriken in Arizona in Sichtweite von TSMC. Die erste Fabrik soll TSMC bereits ab 2027 bei der CoWoS-Produktion unterstützen, sodass Wafer aus der TSMC-Fabrik nebenan nicht doch erst wieder nach Asien geflogen werden müssen, um dort final auf ein Package und Substrat – CoWoS steht für Chips on Wafer on Substrat – gepackt zu werden. Parallel dazu baut Amkor auch die Anlagen in Südkorea, Taiwan und Vietnam aus.
Da allein die Anlagen in Arizona wohl mindestens 7 Milliarden US-Dollar kosten werden und der Bau über einen ziemlich kurzen Zeitraum geschehen soll, ist die hohe CAPEX-Ziffer schnell erklärt. Für Amkor wurde bereits in der Biden-Administration auch Geld aus dem US Chips Act auf den Weg gebracht, 400 Millionen US-Dollar an Subventionen wurden an Amkor bereits 2024 freigegeben.
- Vor-Ort-Besuch: Einblicke in Intels Test- und Packaging-Prozess in Malaysia
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Das gilt ab sofort für alle Bürger
Man muss ihn haben und man zahlt dafür: den Personalausweis. Eigentlich ein banaler Alltagsgegenstand, irgendwo im Portemonnaie, zwischen Bankkarte und Führerschein. Doch mit jedem Behördengang wird er ein bisschen teurer. Jetzt kommt die nächste saftige Preiserhöhung.
Aktuell kostet der Standard-Perso 37 Euro, für unter 24-Jährige 22,80 Euro. Klingt verkraftbar – doch schon seit 2021 ist der Preis damit um fast ein Drittel gestiegen. Dazu kommen sechs Euro für das biometrische Foto, sofern man es gleich bei der Behörde knipsen lässt. Und wer den Ausweis nicht selbst abholt, sondern per Post zustellen lässt, zahlt drauf: 15 Euro Versand, also 52 Euro Gesamtkosten. „Entschieden zu viel“, murrten die Bundesländer, doch das Innenministerium blieb stur. Und jetzt? Die nächste Preis-Bombe.
Warum plötzlich so teuer?
Offiziell liegt es an gestiegenen Kosten bei der Bundesdruckerei. Die verlangt seit August pro Dokument rund 4,90 Euro mehr von den Kommunen. Diese müssen das Geld wieder reinholen – und zwar über die Bürger. Hinzu kommen Investitionen in Technik: Bundesweit werden Behörden mit sogenannten „PointID“-Geräten ausgestattet, mit denen biometrische Fotos direkt vor Ort gemacht werden. Eigentlich praktisch, aber nicht gratis. Das Innenministerium rechnete schon 2020 mit 171 Millionen Euro Kosten innerhalb von fünf Jahren.
→ Bei Lidl, Aldi und Co: Das sollte man an der Kasse im Supermarkt lieber nicht tun
Der Deutsche Städtetag hat wenig Lust, die Mehrkosten alleine zu schlucken. „Schon jetzt ist die Kalkulation für Beantragung, Beratung und Ausgaben in den Bürgerämtern auf Kante genäht und die Städte zahlen durch höhere Kosten bei Personal und Energie meist jetzt schon drauf“, sagte Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Städtetages. Deshalb fordert er: Wenn die Druckerei ihre Preise erhöht, müsse das nicht nur auf den Perso, sondern auch auf Reisepässe und andere Dokumente umgelegt werden.
Ausweis bleibt Pflicht, Preis bleibt hoch
Und das wird es jetzt. Die Ausstellung des Personalausweises kostet ab sofort 46 Euro. Dazu kommen wie bisher 6 Euro, wenn das Foto direkt im Amt gemacht wird. Laut BMI sind Produktion und Verwaltung der Ausweise teurer geworden – Chip, Sicherheit, Papier, Personal. Da müsse man nachjustieren. Am Ende bleibt die Frage: Warum müssen Bürger zahlen, wenn der Bund Technik einkauft und die Druckerei ihre Preise hebt? Antwort: Weil sie müssen. Ohne gültigen Ausweis kein Konto, kein Amt, kein Paket am Schalter.
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Nova Lake a.k.a. Core Ultra 400: Maximalverbrauch von 700 Watt sorgt für wilde Gerüchte
Ein Leaker nennt 700 Watt als Maximalverbrauch für Intels kommenden Nova-Lake-Prozessor a.k.a. Core Ultra 400 in der K-Version. Das lässt wilde Vermutungen und Gerüchte entstehen, doch eine Einordnung fehlt. ComputerBase liefert sie nach.
Intels Power-Limits verstehen
Um Intels Power-Limits (PL) zu verstehen, bedarf es stets ein wenig mehr als nur der einen blanken Zahl.
Denn seit Jahren gibt es bei Intel nicht nur die bekannteren Angaben wie PL1 (~TDP – durchschnittlicher, garantierter Verbrauch unter Last bei Basis-Takt) und PL2 (Verbrauch unter Turbo-Takt), sondern auch weitere intern definierte Grenzwerte für Lastspitzen, die nur Bruchteile von Millisekunden anliegen dürfen – quasi um Lastspitzen abzufangen und dabei die CPU dennoch nicht zu beschädigen. Diese haben oft schon einen deutlich höheren Wert als die TDP und der reale Verbrauch im Alltag. „PL4“ ist der höchste bekannte Grenzwert. Zwei aktuelle Beispiele helfen das zu verdeutlichen.
PL4: Panther Lake mit 239 Watt, Arrow Lake-HX mit 500 Watt
Das erste ist ganz aktuell der kürzlich getestete Intel Core Ultra X9 388H auf Basis von Panther Lake. Seine TDP im neuen Asus Zenbook Duo liegt bei bis zu 55 Watt, PL2 spielt er mit 64 bis maximal 70 Watt im Alltag aus. PL4 ist jedoch bereits bei der kleinen Notebook-CPU mit nur 4P+8E+4LPE-Kerne auf beachtliche 239 Watt gesetzt, entspricht also grob dem Vier- bis Fünffachen des definierten PL2- respektive PL1-Werts.
Im Desktop liegt das Verhältnis eher beim Dreifachen von PL1. Ein Intel Core i9-12900K mit 8P+8E-Kernen nutzt bei 125 Watt PL1 beispielsweise 359 Watt PL4. Im Alltag bleibt der 12900K aber bei den maximal spezifizierten 241 Watt (PL2 = PL1). Die Rekordhalter bei Intel waren Rocket Lake und die späteren KS-Prozessoren mit ihren Extreme-Profilen von 320 Watt PL2, die problemlos auch 320 Watt im Alltag nutzen konnten.
Partner dürfen jedoch mitunter auch frei wählen. In der Redaktion war so beispielsweise der Notebook-Prozessor Intel Core Ultra 9 275HX mit 500 Watt PL4 anzutreffen. Die für Prozessoren im BIOS hinterlegten Grenzwerte können also durchaus ganz schnell auch ziemlich groß sein, wenngleich sie für den Verbrauch im Alltag wenig Aussagekraft haben.
Viel mehr Kerne und neues AVX10.2 – dann 700 Watt?
Für Nova Lake in der großen Ausbaustufe mit zwei CPU-Dies für insgesamt 52 Kerne sollen laut Gerüchten nun bis zu 700 Watt möglich sein. Explizit wird jedoch verneint, dass es sich dabei um den PL4-Wert und auch nicht PL2 handelt. Beide Kennwerte, auch der sehr hohe für PL4, werden also darunter liegen. So fragt man sich: Was sind die genannten 700 Watt wert? Die Salami-Taktik vieler Leaker liefert auch in diesem Fall keine Antwort, mal angenommen, dem Leaker liegen schon mehr Informationen vor; aber oftmals ist dem so.
Sind 700 Watt realistisch?
Dass Nova Lake in der größten Ausbaustufe mit bis zu 700 Watt betrieben werden kann, ist dennoch nicht auszuschließen. Nova Lake unterstützt bekanntlich das neue AVX10.2 über alle P- und E-Cores, sodass Grenzfälle hier durchaus viel höher liegen könnten als bisher bekannt. Verbräuche bei AVX-Nutzung waren bei Intel stets ein Thema für extremen Verbrauch.
An der Spitze stehen bei Nova Lake-S Gerüchten zufolge zudem pro Die 8P + 16E + 2 LPE Kerne zur Verfügung, was zusammen über zwei Dies kombinierte 52 Kerne ergibt. Darunter sollen Varianten mit 42, 28 und 24 Kernen gesetzt sein. Aktuell ist bei 8+16 (24) Kernen Schluss. Zusätzlich soll es vier Modelle mit großem Zusatz-Cache wie bei den X3D-CPUs von AMD geben.
Wie Intel das umsetzen wird, darüber liegen noch keine gesicherten Informationen vor. Aktuell gehen Gerüchte davon aus, dass der angepasste CPU-Tile dafür viel größer wird. Bis zu 288 MB sind dann in doppelter Form im Core Ultra 9 4xx im Gespräch:
- Core Ultra 9 4xxK, 52 Kernen (16P+32E+4LPE), 288 MB bLLC
- Core Ultra 9 4xxK, 42 Kernen (14P+24E+4LPE), 288 MB bLLC
- Core Ultra 7 4xxK, 28 Kernen (8P+16E+4LPE), 144 MB bLLC
- Core Ultra 7 4xxK, 24 Kernen (8P+12E+4LPE), 144 MB bLLC
TDP wohl deutlich geringer, Kühler bleiben kompatibel
TDP (PL1) und Turbo-Verbrauch (PL2) dürften letztlich aber wohl ganz ähnlich ausfallen wie in den letzten Jahren üblich. Gerüchte hatten für die TDP bereits 125 bis maximal 150 Watt vorhergesagt, PL2-Werte nannte noch kein Leaker. Doch weil auch bisherige Kühler weiter genutzt werden können, sind deutlich höhere Verbräuche im Alltag letztlich nicht zu erwarten, da auch die großen und teuren Luftkühler sonst gar nicht ausreichen würden.
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OpenAI: ChatGPT erhält in den USA ab heute Werbung
OpenAI testet ab heute Werbeanzeigen in ChatGPT, man beginnt in den USA. Es handelt sich um personalisierte Werbung, die Nutzer der kostenlosen ChatGPT-Variante sowie Abonnenten von ChatGPT Go zu sehen bekommen.
Bei ChatGPT Go handelt es sich um das günstigste Abonnement, das OpenAI anbietet. Die Abo-Pakete Plus, Pro, Business und Enterprise enthalten keine Anzeigen.
Personalisierte Werbung
Die Anzeigen entsprechen optisch Werbebannern, die im Chat-Verlauf auftauchen. Werbetreibenden sollen keinen Zugang zu privaten Daten der Nutzer sowie Chatverläufen haben, die Inhalte werden unabhängig von dem Werbeprozess generiert.
Die Werbung soll sich aber sowohl am Chat-Verlauf als auch an den Vorlieben der Nutzer orientieren. Diese würden laut OpenAI den Chatbot verwenden, um Ideen zu vergleichen oder Entscheidungen zu treffen. „In solchen Momenten können Anzeigen dabei helfen, Produkte oder Dienstleistungen zu entdecken“, heißt es in der Mitteilung von OpenAI.
Was im Klartext heißt: Es handelt sich um personalisierte Werbung. In den ChatGPT-Einstellungen lässt sich aber kontrollieren, welche Informationen OpenAI für Werbung nutzt. Dort befindet sich auch eine Werbe-Historie.
Um Werbung angezeigt zu bekommen, müssen Nutzer volljährig sein. Anzeigen dürfen zudem nicht „in der Nähe von sensiblen oder regulierten Themen wie physischer oder psychischer Gesundheit oder Politik erscheinen“, so OpenAI.
Werbung als weiteres Finanzierungsstandbein
Für OpenAI ist die Werbung ein weiteres Standbein, um den Betrieb des Chatbots zu finanzieren. Bis dato läuft das über die Abonnements, allerdings zahlen – je nach Angabe – nur 5 bis 7 Prozent der Nutzer für ChatGPT. Nun soll also auch die freie Version monetarisiert werden.
Unternehmen sollen dabei per Impressionen bezahlt werden, Geld fließt also, wenn Werbung angezeigt wird. OpenAI orientiert sich damit an dem üblichen Verfahren in sozialen Netzwerken.
Noch handelt es sich aber um eine Testphase. Bevor die Werbung auf weitere Märkte – also etwa Deutschland – ausgeweitet wird, will man zunächst Feedback und Informationen sammeln.
Konkurrenz nutzt Werbung in ChatGPT für Breitseite
Werbung polarisiert in den Chatbots. Die Konkurrenz nutzt nun OpenAIs Pläne als Vorlage, sowohl Anthropic als auch Google erklärten, dass in Claude und Gemini keine Werbung erscheinen soll. Anthropic nahm OpenAI zudem in einem Werbespot für den Super Bowl aufs Korn.
Der Werbespot von Anthropic greift dabei eine der zentralen Sorgen auf: Dass Werbung nicht separat von den Inhalten läuft, sondern den Inhalt der generierten Antworten beeinflusst, etwa durch angepasste Produktempfehlungen. OpenAI versucht solche Bedenken zu zerstreuen, es dürfte aber eine der relevanten Themen in den kommenden Monaten und Jahren bleiben.
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