Entwicklung & Code
Analyse: Darf KI Kernfeatures in kritische Software implementieren?
Die Open-Source-Community und die Mitglieder des Technical Steering Committee (TSC) von Node.js diskutieren derzeit, ob Pull Requests zu Node.js künftig abgelehnt werden sollen, wenn sie mithilfe von KI entstanden sind. Das ist jedoch aus mehreren Gründen unrealistisch: KI ist längst ein Teil des Entwicklungsprozesses, die Maintainer können die Herkunft von Code kaum verlässlich prüfen und es gibt keine objektiven Kriterien, um KI-Unterstützung eindeutig von menschlicher Arbeit zu unterscheiden. Zudem ist ein Verbot nicht sinnvoll, da es die ohnehin knappen Ressourcen der Community weiter belasten würde und es auch keine verantwortungsvolle Governance ersetzt.
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Debatte um Node.js
Kritik an KI-generierten Pull Requests ist zwar nicht neu, hat aber durch diesen aktuellen Fall eine neue Dimension erreicht und betrifft hier ein kritisches Element der Software-Infrastruktur: Die Plattform Node.js bildet in zahlreichen Anwendungen entweder die technische Basis oder dient als Grundlage für Build- und Entwicklungswerkzeuge.
Auslöser der aktuellen Diskussion ist ein umfangreicher Pull Request mit mittlerweile über 21.000 Zeilen Code. Der Autor Matteo Collina, ein erfahrener Node.js-Contributor, hat offengelegt, dass er das Feature teilweise mit Claude Code entwickelt, den generierten Code aber gründlich überprüft habe. In seinem Blogartikel führt er aus, dass er sich bei der Umsetzung des Features auf die Architektur, das API-Design und die Code Review konzentriert habe, während er die langweilige Schreibarbeit wie die Implementierung der Methodenvarianten, Tests und Dokumentation der KI überlassen habe.
Bei dem Feature handelt es sich nicht um eine kosmetische Änderung oder zusätzliche Tests, sondern um ein komplett neues Kernfeature: VFS, ein virtuelles Dateisystem, das es ermöglicht, Dateien und Module direkt aus dem Speicher statt vom realen Dateisystem zu laden. Dieses Feature greift tief in das Dateisystem-Modul und das Modulsystem von Node.js selbst ein. Überspitzt gesagt, stellt sich die Frage: Darf KI Kernfeatures eines kritischen Open-Source-Projekts implementieren?
(Bild: Stone Story / stock.adobe.com)

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Umgang mit KI-Flut und ihren Risiken
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Eine einfache Antwort gibt es darauf nicht. Der Fall zeigt aber sehr deutlich eines der Grundprobleme, mit denen viele Open-Source-Projekte aktuell konfrontiert sind. Viele Projekte werden regelrecht mit KI-generierten Beiträgen überflutet. Diese reichen von kleinen Rechtschreibkorrekturen in der Dokumentation bis hin zu tiefgreifenden Architektur-Features. Die Maintainer stehen zunehmend vor der Entscheidung, ob sie KI-generierten Code grundsätzlich zulassen oder verbieten sollen. Neben den offensichtlichen Vorteilen wie Effizienzsteigerung und einer niedrigeren Einstiegshürde für neue Beitragende gibt es mehrere ernst zu nehmende Bedenken.
Diese betreffen zum einen das Copyright, denn KI-generierter Code ist in der Regel nicht urheberrechtlich geschützt. Anders sieht es bei KI-unterstütztem Code aus. Hier hängt es vom Einzelfall ab. Zudem besteht das Risiko, dass Modelle versehentlich proprietären Code reproduzieren und so zu Urheberrechtsproblemen führen. Diese Unsicherheit führt dazu, dass manche Maintainer KI-Beiträge grundsätzlich ablehnen möchten.
Zweitens wird die Qualität des Codes kritisch gesehen. KI-Agenten neigen dazu, sehr viel Code zu produzieren. Sowohl Autorinnen und Autoren als auch Maintainer müssen sicherstellen, dass der Code den Qualitäts- und Architekturstandards des Projekts genügt. Statische Analyse kann nur einen Teil davon abdecken. Aspekte, die die Architektur betreffen, müssen meist manuell überprüft werden. Gerade bei umfangreichen Beiträgen steigt das Risiko, dass suboptimale oder schwer wartbare Lösungen in den Code gelangen.
Und drittens nimmt der Aufwand für die Maintainer zu. Durch die Menge an generiertem Code verschiebt sich der Schwerpunkt vieler Maintainer vom Schreiben von Code hin zur Code Review. Dieser Aspekt nimmt teilweise so überhand, dass manche sich nur noch mit Code Reviews beschäftigen. Bei vielen Open-Source-Projekten entsteht das Problem, dass die Beiträge automatisiert übermittelt werden, sodass kaum noch menschliche Interaktion erforderlich ist. In der Flut aus KI-generierten Beiträgen können wertvolle Bugfixes oder Feature-Implementierungen leicht untergehen.
Trotz dieser Risiken ist ein generelles Verbot von KI-generiertem Code in der Praxis kaum durchsetzbar. Viele Entwicklerinnen und Entwickler nutzen Copilot, Cursor und andere Werkzeuge für die Entwicklung, und hier auch in unterschiedlichem Ausmaß, von einfachen Inline-Vervollständigungen bis hin zu agentenbasiertem Coding. Hier stellt sich die Frage: Was ist noch ein smartes Feature der Entwicklungsumgebung und was ist KI-gestütztes Coding, oder auch: Wo ist die Grenze zwischen „menschlich“ und „KI-gestützt“? Und wie soll man sie erkennen? Gerade bei kleineren Beiträgen ist es faktisch unmöglich festzustellen, ob der Code von einer KI stammt oder nicht.
Die Linux Foundation verfolgt hier einen pragmatischen Ansatz. Gemäß ihrer Richtlinie ist KI-generierter Code grundsätzlich erlaubt. Die Nutzungsbedingungen des KI-Tools dürfen jedoch keine Restriktionen enthalten, die der Lizenz des Projekts widersprechen. Der KI-generierte Code darf zudem keine Urheberrechtsverletzungen verursachen; die Nutzung des generierten Codes muss erlaubt sein. Dabei gilt, dass die KI assistieren darf, der Mensch aber der verantwortliche Autor bleibt.
Transparenz gehört zu den grundlegenden Prinzipien im verantwortungsvollen Umgang mit generativer KI. Das gilt nicht nur für die Entwicklung solcher Systeme, sondern ebenso für ihre Nutzung: Entwickler sollten offenlegen, wenn sie Code mithilfe von KI-Werkzeugen entwickelt haben. Einige Open-Source-Projekte haben entsprechende Offenlegungspflichten in ihre Contribution-Richtlinien aufgenommen, zum Beispiel der Terminal-Emulator Ghostty. Das Webframework Django hat eine AI Assistance Disclosure in das offizielle Pull-Request-Template integriert.
Verlässliche Richtlinien statt KI-Verbot
Die Diskussion um den Umgang mit KI ist für jedes Projekt, auch im Open-Source-Bereich, sehr wichtig, und sie wird auch nicht beendet sein. Stattdessen müssen wir uns kontinuierlich mit dem Thema beschäftigen, denn die Werkzeuge und Modelle entwickeln sich kontinuierlich weiter. Die Qualität wird immer besser und auch die Erfahrungen mit den Werkzeugen und ihrem Umgang nehmen zu.
Es braucht verlässliche Richtlinien, um Projekte und ihre Maintainer zu schützen. Ein generelles Verbot von KI ist wenig realistisch und auch nicht zielführend. Es wirkt eher wie ein reflexartiges Abwehren neuer Technologien. Sinnvoller ist es, Verantwortung klar zu definieren, Transparenz einzufordern und die Qualitätssicherung zu stärken. Das ist jedoch nicht nur die Aufgabe der Maintainer, die aktuell schon unter der Situation leiden, sondern einer jeden Entwicklerin und eines jeden Entwicklers, die zu Open-Source-Projekten beitragen möchten.
(mai)
Entwicklung & Code
Android 17: „Continue on“-Funktion bringt nahtlose App-Übergabe zwischen Geräten
Google hat seine „Continue On“-Funktion im Rahmen der I/O-Session „What’s new in Android“ angekündigt und sie auf der Entwicklerseite näher erläutert. Sie ist Teil von Android 17 und soll Nutzerinnen und Nutzer ermöglichen, eine App auf einem Android-Gerät zu starten und dann auf ein anderes Gerät in ihrem Android-Ökosystem zu wechseln, um die begonnene Aufgabe fortzusetzen.
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Continue-on: Handoff für Android
Wie der Entwickler auf seiner Developer-Webseite erläutert, ist „Continue On“ für den bidirektionalen Einsatz konzipiert. Das heißt, dass jedes unterstützte Android-Gerät sowohl App-Aktivitäten senden als auch empfangen kann, dabei müssen die Geräte jeweils mit dem gleichen Google-Konto verknüpft sein.
Mit dem Release von Android 17, der im Laufe der kommenden Wochen erwartet wird, soll „Continue On“ zunächst den Übergang von Smartphones zu Tablets unterstützen. Dabei werde in der Taskleiste des Tablets ein Vorschlag für die zuletzt auf dem Smartphone geöffnete App angezeigt. Über diesen können Nutzer die App mit einem Fingertipp starten und dort weitermachen, wo er oder sie aufgehört habe.

Continue-on-Funktion: App-Übergabe zwischen Smartphone und Tablet.
(Bild: Google)
Als Beispiel nennt Google etwa die Möglichkeit, dasselbe Dokument in Google Docs, das man zuerst auf dem Smartphone genutzt hat, auf dem Tablet zu öffnen und daran weiterzuarbeiten. Ein weiteres Beispiel zeigt, dass die Übergabe auch mit einem Webbrowser funktioniert: Eine E-Mail in Gmail wird an Chrome auf einem Tablet weitergeleitet, wo sie direkt geöffnet wird.

Continue-on von Gmail-App auf dem Smartphone in den Chrome-Browser auf dem Tablet.
(Bild: Google)
Trotz der anfänglichen Einschränkungen ähnelt der Ansatz stark Apples „Handoff“-Funktion, mit der iPhone-Nutzer Aufgaben nahtlos auf das iPad oder den Mac übertragen können. Apple hatte dieses Feature schon 2014, also vor über 10 Jahren, eingeführt. Im Hinblick auf Googles baldigen Marktstart der im Zuge der Android Show: I/O Edition angekündigten Googlebooks auf Android-Basis, dürfte die Funktion auch auf dieser neuen Gerätegattung landen, um das Ökosystem zu stärken.
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Entwickler müssen handeln
Erste Informationen zur Handoff-Funktion veröffentlichte Google schon im Februar dieses Jahres in der Dokumentation zu Android 17 im Punkt „Funktionen und APIs“.
Damals erklärte Google, dass die Handoff-Funktion im Hintergrund auf dem Gerät eines Nutzers ausgeführt wird. Das Unternehmen schreibt in der Dokumentation: „Die Handoff-Unterstützung wird auf Basis einzelner Aktivitäten implementiert.“ Um Handoff zu aktivieren, müssen Entwickler die Methode setHandoffEnabled() für die Aktivität aufrufen. „Möglicherweise müssen zusätzliche Daten zusammen mit der Übergabe übermittelt werden, damit die neu erstellte Aktivität auf dem empfangenden Gerät den entsprechenden Status wiederherstellen kann. Implementieren Sie den Rückruf onHandoffActivityRequested(), um ein HandoffActivityData-Objekt zurückzugeben, das Details enthält, die angeben, wie Handoff die Aktivität auf dem empfangenden Gerät verarbeiten und neu erstellen soll.“
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(afl)
Entwicklung & Code
Mitschöpfer von DuckDB: „Es war klar, dass eine neue Architektur notwendig ist“

Hannes Mühleisen
(Bild: Hannes Mühleisen)
Hannes Mühleisen ist Mitschöpfer von DuckDB und CEO von DuckDB Labs. Zusammen mit Mark Raasveldt hat er DuckDB ursprünglich als Forschungssprojekt am Centrum Wiskunde & Informatica (CWI) Amsterdam ins Leben gerufen.
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Golo Roden ist Gründer und CTO von the native web GmbH. Er beschäftigt sich mit der Konzeption und Entwicklung von Web- und Cloud-Anwendungen sowie -APIs, mit einem Schwerpunkt auf Event-getriebenen und Service-basierten verteilten Architekturen. Sein Leitsatz lautet, dass Softwareentwicklung kein Selbstzweck ist, sondern immer einer zugrundeliegenden Fachlichkeit folgen muss.
Golo: Hannes, du bist einer der Mitschöpfer von DuckDB und Mitgründer von DuckDB Labs. Als DuckDB im Sommer 2024 in Version 1.0 erschienen ist, habe ich für heise darüber berichtet – und seitdem ist viel passiert. Bevor wir in die Details gehen, würde ich gerne ganz am Anfang beginnen: DuckDB hat seine Wurzeln in eurer Forschung am CWI in Amsterdam, wo du und Mark Raasveldt jahrelang an Datenbank-Internas gearbeitet habt. Was war der Moment (oder die Lücke), an dem ihr beide entschieden habt, dass die Welt tatsächlich noch eine weitere Datenbank benötigt, und was sollte sie ursprünglich sein?
Hannes: Wir haben damals recht eng mit Statistikern zusammengearbeitet, die große Umfragedaten auswerten mussten. Für uns war klar, die brauchen Datenbank-Technologie! Aber als wir das vorgeschlagen haben, haben die gesagt, dass sie eigentlich keine Lust auf eine Datenbank im klassischen Sinne haben. Es war zum Beispiel vor Docker nicht einfach, eine Datenbank lokal zu installieren, ohne Experte zu sein. Außerdem konnte man den Zustand der Datenbank auch nicht ohne weiteres mit jemand anderem teilen.
Es war klar, dass eine neue Architektur notwendig ist, ein eingebettetes analytisches Datenbanksystem. Das gab es damals noch gar nicht. Es war recht schnell klar, dass wir eine komplette Neuentwicklung brauchten – ein sauberes Design, das auf das eingebettete Einsatzmodell zugeschnitten war, mit einer modernen Systemarchitektur.
Im Sommer 2018 beschlossen wir, dies in die Tat umzusetzen, und begannen mit der Implementierung von DuckDB.
Der Begriff „SQLite for Analytics“ haftet DuckDB schon seit Jahren an. Er bringt vieles in nur drei Worten auf den Punkt, kann aber auch reduzierend wirken. Wie treffend findest du dieses Framing aus deiner heutigen Sicht, und wo greift es zu kurz?
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Hannes: „SQLite für Analytics“ war in den ersten fünf Jahren eine treffende Beschreibung des Projekts. Im Laufe der Zeit haben wir einen leistungsfähigen Erweiterungsmechanismus hinzugefügt, der die Arbeit mit nahezu jedem Dateiformat wie Parquet, JSON oder Iceberg und vielen gängigen Speicheroptionen, zum Beispiel S3-API, ermöglicht. Deshalb haben wir begonnen, DuckDB als universelles Datenwerkzeug zu bezeichnen.
Das ist vielleicht weniger einprägsam als die ursprüngliche Beschreibung, erfasst aber, dass das System inzwischen wesentlich vielseitiger ist. Und wenn man ein SQLite für Analytics braucht, kann man DuckDB nach wie vor dafür verwenden.
Jenseits von Big Data
Du vertrittst seit einiger Zeit die Position, dass verteilte Systeme für die allermeisten analytischen Workloads schlicht überdimensioniert sind – und dass eine einzelne moderne Maschine deutlich mehr leisten kann, als die Branche meist annimmt. Das ist ein Argument, das ich auch in einem ausführlichen iX-Test aufgegriffen habe, in dem ich DuckDB als schlanke Alternative zu Apache Spark positioniert habe. Magst du diese These in deinen eigenen Worten machen? Und wie reagierst du auf Leute, die dich daraufhin sofort dafür kritisieren, ihr Problem zu unterschätzen?
Hannes: Mein Argument stützt sich auf drei Säulen. Erstens: Die Hardwareentwicklung hat große Fortschritte gemacht, und moderne Computer sind erstaunlich leistungsfähig. Heute wird ein leistungsstarker Laptop mit einem Dutzend schneller CPU-Kerne, mehreren zehn Gigabyte Arbeitsspeicher und einer schnellen SSD mit Terabytes an Speicherplatz ausgeliefert. Ein Server kann leicht das Zehnfache und mehr bieten.
Zweitens: Das Feld der Datenbankarchitektur hat sich seit 2010 – als Big Data aufkam – erheblich weiterentwickelt. Wir konnten auf Ergebnisse zu spaltenbasierter Speicherung, vektorisierter Abfrageverarbeitung, Parallelität und Nebenläufigkeitskontrolle aufbauen. Darüber hinaus haben wir eigene Forschung zu Themen wie Kompression und Operatoren für Datenmengen, die den Arbeitsspeicher übersteigen, betrieben.
Drittens: Was die meisten nicht bedenken – auch wenn eine Organisation auf Petabytes an Daten sitzt, muss man nie alle Daten in einer einzigen Abfrage verarbeiten. Dafür gibt es inzwischen belastbare Belege: In den letzten Jahren haben sowohl Snowflake als auch Redshift Stichproben und Statistiken ihrer Benutzerabfragen veröffentlicht – wahre Fundgruben, um reale Workloads zu verstehen. George Fraser von Fivetran hat eine hervorragende Analyse dazu vorgestellt, in der er zeigt, dass selbst unter den Abfragen auf Snowflake und Redshift das 99,9-Perzentil etwa 300 GB scannt und somit problemlos auf einem einzelnen Knoten laufen könnte.
Performance ist einer der auffälligsten Aspekte von DuckDB – viele Erstanwender beschreiben ihre erste Erfahrung mit den Worten „das kann nicht stimmen, lass mich das Ergebnis nochmal prüfen“. Welche architektonischen Entscheidungen sind dafür aus deiner Sicht am wichtigsten, und welche davon sind für Außenstehende nicht offensichtlich?
Hannes: Wir haben bereits über die Entscheidung für eine Einzelknoten-Architektur gesprochen, die verschiedene Arten von Overhead in Implementierung, Betrieb und Leistung eliminiert. Aber es gibt auch einige nicht triviale architektonische Entscheidungen.
Wir haben uns für vektorisierte Ausführung statt JIT-Kompilierung entschieden, weil sie perfekt für analytische Workloads und langfristig deutlich einfacher zu warten ist. Wir haben keine GPUs oder exotische Hardware wie KI-Beschleuniger eingesetzt, sondern all unsere Energie darauf verwendet, die effizientesten Algorithmen für die CPU zu schreiben. Und schließlich haben wir bei der Implementierung dieser Algorithmen bewusst auf SIMD-Intrinsics (manuell ausformulierte Vektorbefehle) verzichtet. Stattdessen haben wir skalaren Code geschrieben und den Compiler die Auto-Vektorisierung übernehmen lassen. Das Ergebnis ist hoch portabler und zugleich leistungsfähiger Code.
Darüber hinaus – wie in der vorherigen Frage besprochen – sind viele aktuelle Forschungsergebnisse in DuckDB eingeflossen. Die Verarbeitung von Datenmengen, die den Arbeitsspeicher übersteigen, durch Auslagerung auf die Festplatte trägt maßgeblich zur Leistung von DuckDB bei. Die meisten modernen Datenbanksysteme können auf die Festplatte auslagern, aber wenn sie es tun, erleben sie einen Performance-Absturz. DuckDB nutzt moderne Flash-basierte Speicher, um dies wesentlich eleganter zu handhaben – oft bemerken die Benutzer kaum, dass ihre Abfragen auf die Festplatte ausgelagert wurden.
Das Ökosystem
Die Reichweite von DuckDB in die Python- und R-Communities, in Node.js, in alle möglichen Tools und Notebooks ist bemerkenswert. War diese Ökosystem-Strategie von Anfang an bewusst gewählt, oder ist sie entstanden, weil die Leute DuckDB in ihre Workflows hineingezogen haben?
Hannes: Man muss die Anwender natürlich da abholen, wo sie sind. Am Anfang stellten wir uns vor, dass DuckDB für Data-Science-Workloads genutzt werden würde, und das bestimmte die erste Auswahl an Clients. Wir brauchten natürlich einen Kommandozeilen-Client. Auf der Sprachseite war Python bereits sehr stark, und wir hatten enge Verbindungen zur R-Community, also entschieden wir uns, diese Clients zuerst zu implementieren.
Node.js folgte bald darauf. Als DuckDB wuchs, begann die Community eigenständig Clients zu entwickeln. Das ermöglichte es uns, deren Akzeptanz zu beobachten, bevor wir die Arbeit des Kernteams in fünfzehn verschiedene Treiber investierten. Zum Beispiel wurde der DuckDB-Go-Treiber zunächst von Marc Boeker implementiert, der den Code später an die DuckDB Foundation übergab.
Der Extension-Mechanismus wirkt wie eine eher leise, aber sehr folgenreiche Designentscheidung. Er erlaubt DuckDB, Formate zu lesen, für die es nicht gebaut wurde, mit Object Stores zu arbeiten und sogar mit anderen Datenbanken zu sprechen. Wie denkst du über die Grenze zwischen dem, was in den Kern gehört, und dem, was in einer Extension besser aufgehoben ist?
Hannes: Wir sehen, dass DuckDB in ressourcenbeschränkten Umgebungen eingesetzt wird – Einplatinencomputer, Browser-Tabs, Container mit begrenztem Arbeitsspeicher. Um diesen Einsatz zu ermöglichen, wollen wir den Kern von DuckDB kleinhalten und nur das Wesentliche einbauen: den SQL-Parser, die Datenbank-Engine, die Speicher-Engine, den CSV-Reader – und den Erweiterungsmechanismus. Die meisten anderen Funktionen wie der Parquet-Reader oder sogar HTTPS-Unterstützung stehen als Erweiterungen zur Verfügung.
Ein schöner Nebeneffekt dieses leistungsfähigen Erweiterungsmechanismus ist, dass unsere Community eigene Erweiterungen bauen kann. Derzeit gibt es mehr als 180 Community-Erweiterungen für DuckDB, die jeweils neue Funktionen ins System bringen und sich mit einer einzigen Zeile installieren lassen.
Entwicklung & Code
CMS Drupal: Hochkritisches Drupal-Core-Update für den 20. Mai angekündigt
Die Maintainer des quelloffenen Content-Management-Systems Drupal haben angekündigt, am Abend des Mittwochs, 20. Mai 2026, ein hochkritisches Sicherheitsupdate für Drupal Core veröffentlichen zu wollen. IT-Verantwortliche sollten es zeitnah installieren.
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In der Vorankündigung des Sicherheitspatches schreibt das Drupal-Sicherheitsteam, dass die Aktualisierung zwischen 19 und 23 Uhr hiesiger Zeit erscheinen soll (17:00-21:00h UTC). Die Entwickler weisen darauf hin, dass Admins sich dringend die Zeit für das Anwenden des Drupal-Core-Updates nehmen sollten, da Exploits innerhalb von Stunden oder Tagen nach der Veröffentlichung des Fixes entwickelt werden könnten.
Immerhin, es sollen nicht alle Drupal-Konfigurationen gleichermaßen betroffen sein. Zu den Einschränkungen schreiben die Programmierer noch nichts, jedoch sollen Admins zum Zeitpunkt der Veröffentlichung prüfen, ob ihre Instanzen betroffen sind und ein sofortiges Update benötigen.
Updates nur für unterstützte Versionen
Die Aktualisierungen soll es eigentlich nur für die noch unterstützten Drupal-Core-Versionen 11.3.x, 11.2.x, 10.6.x und 10.5.x geben. Als Ausnahme kommen nun jedoch auch Patches für Drupal Core 11.1.x und 10.4.x hinzu, obwohl die bereits am Ende des Produkt-Supportzyklus angelangt sind. Als Begründung nennen die Entwickler den Schweregrad des Problems. Selbst für Drupal Core 9.5 und 8.9 legt das Sicherheitsteam korrigierte Software bereit.
Damit sich die Updates anwenden lassen, sollen Installationen mit Drupal Core 11.1 und 11.0 auf den Stand 11.1.9 aktualisiert werden, die Entwicklungszweige 10.4, 10.3, 10.2, 10.1 und 10.0 hingegen benötigen zuvor den Stand 10.4.9. Für die noch älteren Fassungen sind Drupal Core 9.5.11 und 8.9.20 Voraussetzung. Wer noch Drupal Core 7 einsetzt, ist von dem konkreten Problem nicht betroffen.
Am heutigen Abend soll die Verfügbarkeit des Sicherheitsupdates dann auf der Sicherheitsseite von Drupal sowie in den sozialen Medien angekündigt werden. Drupal-Core-Admins sollten in dem Zeitraum regelmäßig prüfen, ob das Update verfügbar ist, und es umgehend anwenden.
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(dmk)
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