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Preiserhöhung für Videospiele: Forza Horizon 6 kostet eigentlich 120 Euro

Zu den Konstanten bei AAA-Spielen gehört eigentlich ihr Preis, denn Erhöhungen sind ein sensibles Thema. Von der aktuellen Norm, derzeit rund 70 Euro, abzuweichen, traut sich kein Publisher so richtig – zumindest offen. Denn eigentlich sind Spiele längst teurer geworden. Forza Horizon 6 zeigt es.
Möglichkeiten den Preis niederschwellig anzuheben, nutzen Publisher seit Jahren. (Mini-)DLCs, Mikrotransaktionen in Ingame-Shops oder Premium-Währungen versuchen dafür zu sorgen, dass es nicht beim Kaufpreis bleibt. Dazu kommt etwas, das es im Grunde schon immer gab: Deluxe- und Premium-Versionen des Spiels, die oft nur mit ein paar Skins oder schnelleren Zugängen zu Ingame-Inhalten locken. Sie sind zumindest in diesem Fall der neue Standard.
Premium ist die Norm
Anhand der Nutzerzahlen auf Steam lässt sich eindeutig belegen, dass die Premium-Version von Forza Horizon 6 für knapp 120 Euro die neue Standardversion geworden ist. Sie enthält alle Erweiterungen, Autos und ist vor allem die einzige, mit der sofort bei Veröffentlichung, oder wie Publisher formulieren „4 Tage früher“ gespielt werden kann.
Zu diesem Zeitpunkt waren am 15, Mai in der Spitze rund 180.000 Spieler gleichzeitig online. Zum offiziellen „Erscheinungstermin“ waren es hingegen nur 270.000. Das bedeutet, dass zwei Drittel der aktuellen Spieler die teuerste Ausgabe von Forza Horizon 6 gekauft haben. Die Standard-Version des Rennspiels wird im Grunde zur ersten Preissenkung, die subjektiven Anreize zum Kauf einer teureren Version wiegen schwerer.
Dass dabei von „Early Access“ gesprochen wird, den die Premium-Version bietet, ist seit Jahren nur schöner Schein. Ein Spiel wird in drei oder vier Tagen nicht weiterentwickelt, bekommt keine Updates oder signifikante Veränderungen. Bei der willkürlichen Deklarierung handelt es sich um ein Trostpflaster für Standard-Käufer, die de facto einfach ein paar Tage länger warten müssen, also um geschicktes Marketing.
Virtuelle Realität
Im Prinzip geht es nur noch um die Signalwirkung, das Bild nach außen. Deshalb zögern Publisher bei vielen Titeln, den Normalpreis anzuheben. Selbst bei GTA 6 ist das Meinungsbild zu potentiellen Preiserhöhungen uneindeutig, selbst wenn viele Spieler mit deutlich höheren Preisen kein Problem hätten. Aber auch das verschleiert bloß die Realität: Die Heilige Kuh konstanter Preise wurde längst geschlachtet, durch Publisher und Spieler, die diese teuren Versionen kaufen, gemeinsam.
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Dell PowerEdge: Neue Server nutzen AMD Venice und Intel Diamond Rapids

Dell hat im Rahmen seiner Vorstellung neuer Server-Systeme Details zu AMD Epyc Venice und Intel Diamond Rapids verraten. Es wird flott, denn nicht nur die sechste Epyc-Generation verspricht viel, auch bei Intel geht es voran. AMD genießt aber den Vorteil, eher im Markt zu stehen.
Im Rahmen seiner Enthüllung des laut Hersteller breitesten Refreshes seit langer Zeit im Portfolio verriet der Branchenriese auf der Dell Technologies World 2026 auch einige der technischen Details und grenzte dabei auch den Termin etwas ein. Dabei wurde bestätigt, was schon grob bekannt war: AMD Epyc kommt in sechster Generation als Venice auch im Dell-Server noch im zweiten Halbjahr 2026 bei Kunden an, bei Intel Diamond Rapids dauert es hingegen bis zum Jahr 2027.
In den Fußnoten hat Dell dabei auch etwas zur Konfiguration verraten. AMD wird dabei mit Venice wie bereits erwartet 256 Kerne pro Sockel bieten, Diamond Rapids soll 50 Prozent mehr Kerne als Granite Rapids mit aktuell 128 Kernen bereitstellen. Gegenüber der aktuellen Generation macht Intel damit einen großen Satz, verspricht auch Dell (was sie aber rechnerisch mit +100% und 256 Kerne angeben), denn zusätzlich wird auch MRDIMM-12800 unterstützt. 192 Kerne galten zuletzt aber bereits als gesetzt, der Speicher ebenso.
The Dell PowerEdge R9810/R9820 delivers memory bandwidth up to 12,800 MT/s, doubling the 6,400 MT/s capability of the previous 17th Generation Dell PowerEdge servers. This represents a 2x improvement in memory bandwidth between generations.
The Dell PowerEdge R9810/R9820, equipped with Intel Diamond Rapids (DMR) P-core CPUs, delivers 50% more CPU cores than the previous generation. While Intel Granite Rapids (GNR) P-core CPUs offer 128 cores per socket, Diamond Rapids scales up to 256.
Dell
Nachdem bei Intel Lip-Bu Tan im vergangen Jahr das Ruder übernommen hat, hat Diamond Rapids kaum noch gute Worte erhalten. Der neue Intel-CEO sieht Intel hier in deutlichem Rückstand, weshalb die kleine Version im November des letzten Jahres gestrichen wurde, auch andere Ausbaustufen wohl nicht mehr kommen werden. Der Fokus zuletzt galt der Beschleunigung von Intel Coral Rapids als Nachfolger, der unter anderem SMT zurückbringt, und Intel so gegenüber AMD und auch Arm wieder konkurrenzfähiger aufstellen wird. Diamond Rapids wird im Gegenzug so nur eine kurze Lebensspanne eingeräumt.
AMD Venice startet zuerst
Bei AMD wiederum ist das alles deutlich entspannter. Nicht nur wird mit dem Dell PowerEdge M9825 das erste System mit Venice schon bald verfügbar und parallel dazu sind Single-Sockel-Systeme wie R8815 und R6815 mit Venice angekündigt, auch PCI Express 6.0 bewirbt Dell bereits im Zusammenspiel mit AMD-Hardware. Zum Event AMD Advancing AI 2026 Ende Juli dürfte AMD den offiziellen Vorhang für die Serie lüften.
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Skoda Epiq: Neues Elektro-Einstiegsmodell ab 25.900 Euro
Skoda hat den neuen Epiq offiziell vorgestellt und damit sein bislang günstigstes vollelektrisches Modell in Aussicht gestellt. Die Weltpremiere fand am 19. Mai in Zürich statt. Dort präsentierte der tschechische Hersteller den neuen City-SUV-Crossover vor der internationalen Presse.
Kompakt und trotzdem alltagstauglich
Mit dem Epiq verfolgt Skoda das Ziel, die Elektromobilität in einem kompakteren, alltagstauglichen und preislich zugänglicheren Format anzubieten. Das Fahrzeug ist als City-SUV-Crossover ausgelegt und soll trotz kleiner Außenmaße ein hohes Maß an Nutzwert bieten. Skoda beschreibt den Epiq als neues Einstiegsmodell in das vollelektrische Portfolio der Marke. Gleichzeitig ist er das erste Serienmodell von Skoda, das die Design-Sprache „Modern Solid“ vollständig übernimmt.
Optisch setzt der Epiq auf eine reduzierte, robuste Formensprache. Das Fahrzeug ist knapp über vier Meter lang und damit klar auf den urbanen Einsatz zugeschnitten. Kurze Überhänge, eine erhöhte Karosserie und die Crossover-Proportionen sollen den Spagat zwischen Stadtauto und kleinem Familienfahrzeug ermöglichen.
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Skoda Epiq (Bild: Skoda)
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Gute E-Kennzahlen für ein Stadtauto
Skoda setzt beim Epiq auf Frontantrieb, die Leistungsbandbreite soll dabei von 85 bis 155 kW reichen. Damit deckt das Modell sowohl Einstiegsvarianten als auch sportlichere Versionen ab. Für die reichweitenstärkeren Varianten nennt Skoda Werte von mehr als 430 Kilometern. Die Ladeleistung liegt je nach Modellvariante zwischen 50 kW und 125 kW, eine Ladung von 10 auf 80 Prozent soll damit in 24 bis 33 Minuten zu schaffen sein. Der kombinierte Stromverbrauch der „Edition Eins“ wird mit 13,9 kWh pro 100 Kilometer angegeben. Der Akku fasst je nach Modell zwischen 35 und 55 Kilowattstunden – ausreichend für ein Stadtauto, das nicht (ständig) auf der Langstrecke eingesetzt werden soll.
Technisch nicht abgehängt
Ein wichtiger Punkt für den Alltag ist der Stauraum. Trotz kompakter Außenabmessungen soll der Epiq 475 Liter Kofferraumvolumen bieten. Durch Umklappen der Rücksitze wächst das Ladevolumen laut Skoda auf bis zu 1.344 Liter.
Im Innenraum setzt Skoda auf digitale Bedienung und vernetzte Funktionen. Das Infotainmentsystem nutzt einen 13-Zoll-Bildschirm und basiert laut Hersteller auf einer Android-Oberfläche. Smartphone-Anbindung und die Steuerung verschiedener Fahrzeugfunktionen über die MySkoda-App gehören ebenfalls zum Konzept. Hinzu kommen Assistenzsysteme, darunter Travel Assist 3.0, mit dem der Epiq auch technisch zu größeren Modellen der Marke anschließen soll.
Skodas neuer Einstieg in die Elektromobilität
Preislich soll der Epiq die Rolle des bezahlbaren Elektro-Einstiegsmodells übernehmen. Für Deutschland nennt Skoda den Epiq 35 mit einem Einstiegspreis ab 25.900 Euro. Diese Variante sowie der Epiq 40 sind derzeit noch nicht bestellbar und sollen laut Hersteller voraussichtlich ab September 2026 verfügbar sein. Zum Start steht zunächst die höher positionierte „Edition Eins“ im Fokus, zu Preisen ab 35.600 Euro.
Der Epiq ist außerdem Teil einer größeren Elektrostrategie innerhalb des Volkswagen-Konzerns. Er gehört zur Familie kompakter elektrischer Einstiegsmodelle, die markenübergreifend entwickelt werden. Skoda bringt mit dem Epiq die SUV-orientierte Variante in dieses Segment ein. Damit soll das Modell künftig eine Lücke schließen, die bislang zwischen klassischen Kleinwagen, kompakten Verbrenner-SUVs und größeren Elektrofahrzeugen bestand. Mit der Vorstellung des Epiq erweitert Skoda sein Elektroangebot nun nach unten und richtet den Blick auf ein Marktsegment, das in den kommenden Jahren für viele Hersteller wichtiger werden dürfte: kompakte Elektroautos mit akzeptabler Reichweite, familientauglichem Nutzwert und einem Einstiegspreis deutlich unterhalb größerer E-SUVs.
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TerraMaster D1 SSD Plus für USB 4 im Test
Ein SSD-Gehäuse der massiven Art hat TerraMaster mit dem D1 SSD Plus im Programm. Dank USB4-Support sind Transferraten bis 3.800 MB/s möglich. ComputerBase hat eine der schnellsten PCIe-4.0-SSDs verbaut. Welche Leistung ist in der Praxis drin und wie gut sind die Temperaturen bei so viel Aluminium?
Das TerraMaster D1 SSD Plus im Überblick
Für den Eigenbau einer externen SSD hat TerraMaster inzwischen diverse Gehäuse mit massivem Kühlrippendesign im Programm. Das D1 SSD Plus mit USB4 platziert sich zwischen dem D1 SSD mit USB 3.2 Gen 2 und dem D1 SSD Pro mit Thunderbolt 5. Rund 3.800 MB/s sind über USB4 möglich.
Mit rund 11 cm Länge, 6 cm Breite und gut 3 cm Höhe ist das D1 SSD Plus sicher nicht das kompakteste SSD-Gehäuse. Allerdings besitzt es auch 34 Kühlrippen und ist aus massivem Aluminium gefertigt. Das verspricht hohes Kühlpotenzial, bedeutet aber auch ein stolzes Gewicht von einem halben Pfund. Auf der Unterseite sorgen Gummifüße für sicheren Halt. Eine dezente LED-Anzeige ist an der Flanke über dem USB-C-Anschluss platziert. Zum Lieferumfang gehören ein 30 cm langes USB-C-Kabel, ein Kreuzschlitzschraubendreher und ein Beutel für den Transport.
Der Einbau der SSD
Zur Montage einer SSD muss lediglich eine kleine Schraube gelöst werden. Danach lassen sich die beiden Gehäuseschalen voneinander trennen. Auf einer davon sitzt die Trägerplatine mit M.2-Steckplatz. Es werden ausschließlich NVMe-SSDs mit dem Formfaktor M.2 2280 unterstützt. Die SSD wird wie auf einem Mainboard eingesteckt und mit einer winzigen Schraube arretiert. Schraublöcher für kürzere Formate wie M.2 2242 oder M.2 2230 gibt es nicht.
Die andere Gehäuseschale ist mit einem Wärmeleitpad bestückt, das Abwärme von der SSD an das Gehäuse weiterleitet. Zusammengebaut wird die fertige externe SSD über das beiliegende Kabel mit dem USB-C-Steckplatz eines Endgeräts verbunden und steht dann als USB-Datenträger zur Verfügung.
Preis und Verfügbarkeit
Das TerraMaster D1 SSD Plus ist aktuell zum Preis von rund 100 Euro* erhältlich. Preislich bewegt sich das Produkt in der oberen Hälfte des Marktangebots mit USB4. Günstigere Produkte mit deutlich weniger Materialeinsatz gibt es bereits für etwa die Hälfte des Preises.
PCIe 5.0 vs. PCIe 3.0/4.0 und SATA im Testsystem
Die Probanden müssen im Test gegen die High-End-Konkurrenz mit PCIe 5.0 wie der SanDisk WD_Black SN8100 (Test) und der Samsung 9100 Pro (Test) sowie die Flaggschiffe der PCIe-4.0-Generation in Form der WD_Black SN850X (Test) und der Samsung 990 Pro (Test) antreten. Auch ein Vergleich mit SSDs der langsameren Sorte auf Basis von PCIe 3.0 und SATA sowie mit externen Modellen wird gezogen.
Der Wechsel auf PCIe 5.0 seitens der SSDs machte auch einen Wechsel des Testsystems von ComputerBase nötig. Die Wahl fiel auf AMDs aktuelle AM5-Plattform mit einem B650E-Mainboard von Asus und dem mit 65 Watt TDP antretenden 12-Kern-Prozessor Ryzen 9 7900 (Test). Der primäre M.2-Slot des Mainboards erhält PCIe 5.0 x4 direkt über die CPU. Beim Betriebssystem fand ein Umstieg auf Windows 11 statt.
Nachfolgend werden die aktuell für SSD-Tests verwendeten Hard- und Software aufgelistet.
- Windows 11 Pro 22H2 22621.1413
- AMD Ryzen 9 7900
- Asus B650E-F Strix Gaming WiFi
- DDR5-5200, 38-38-38-84
- AMD-Chipsatztreiber 5.02.19.2221
- GeForce RTX 2080 Ti mit GeForce-Treiber 531.29
- GeForce RTX 3080 Ti mit GeForce-Treiber 552.22 (Zusatztest DirectStorage)
- SoftPerfect RAMdisk 4.4
- Asus BIOS 1222
Die Angabe und die dauerhafte Verwendung der konkreten Version von Windows 11 sind entscheidend, denn Microsoft hat zuletzt verstärkt an der Datenträger-Leistung im Explorer gearbeitet. So erzielt die neue Plattform beim Kopieren aus der RAM-Disk auf eine sehr schnelle SSD über 6,0 GB/s, während die alte Plattform mit denselben SSDs bei unter 2,5 GB/s an eine Grenze stieß. Auch das Kopieren auf der SSD ist mit dem neuen System und insbesondere mit dem aktuelleren Windows viel schneller. Die letzten inkrementellen Updates für Windows 11 22H2 brachten dabei noch einmal einen deutlichen Schub gegenüber der ersten Hauptversion aus dem 4. Quartal 2022 – mit der lag das Limit im Explorer noch bei knapp unter 4,0 GB/s.
Ein Benchmark musste raus
Zuletzt förderte der sogenannte Avocados-Benchmark, der offiziell als BulkLoadDemo für Microsofts DirectStorage-API bekannt ist, seltsame Ergebnisse zutage. Die eigentlich schnellsten Modelle konnten so nur kurzfristig die Spitzenleistung von rund 30 GB/s ermöglichen, brachen bei nachfolgenden Messungen aber spürbar ein, wodurch ihr Durchschnittswert geringer als erwartet ausfällt.
Mit Temperaturproblemen ist das nicht zu erklären, gerade weil neue Flaggschiffe viel weniger Energie benötigen als etwa die E26-Generation. Auch die sehr schnelle Corsair MP700 Pro XT (Test) verfehlte so das Spitzenfeld deutlich, was eigentlich nicht sein kann. Da die Ursache nicht zu ergründen war, verzichtet ComputerBase fortan auf diesen Benchmark.
Testergebnisse und Benchmarks
Das D1 SSD Plus wurde für die Tests im üblichen Parcours mit einer WD_Black SN850X SSD (Test) mit 2 TB bestückt. Das Modell zählt zu den schnellsten PCIe-4.0-SSDs und liefert im internen Einsatz über PCIe 4.0 x4 über 7.000 MB/s in der Spitze. Damit ist es ausreichend dimensioniert, um keinen Flaschenhals für USB4 darzustellen.
TerraMaster hat selbst Messungen mit einer ähnlich schnellen Samsung 990 Pro 4 TB durchgeführt und dabei im Benchmark bis zu 3.800 MB/s beim Lesen und 3.700 MB/s beim Schreiben erreicht.
Schreibleistung (SLC-Modus)
Wie ausdauernd der SLC-Modus ausfällt, testet ComputerBase wie folgt: Eine komprimierte RAR-Datei mit 10 GB Größe wird aus einer RAM-Disk mit fortlaufender Nummer in der Dateibezeichnung so oft ohne Pause auf die leere Test-SSD geschrieben, bis die Kapazitätsgrenze erreicht ist (grün). Für jeden Kopiervorgang wird die erreichte Transferrate protokolliert. Direkt nach dem letzten Transfer werden 50 Prozent der erstellten Dateien gelöscht. Im Anschluss wird der SSD für die interne Speicherverwaltung eine halbe Stunde Ruhe gegönnt. Dann wird sie abermals mit den RAR-Dateien vollgeschrieben (gelb). Der Test soll die Abhängigkeit des SLC-Modus vom Füllgrad der SSD ermitteln beziehungsweise aufzeigen, ob der einmal genutzte SLC-Modus sich nach Ruhephasen erholt.
Ernüchternd fiel der praktische Schreibtest mit einer kontinuierlichen Dauerlast bis zum vollständigen Befüllen der 2 TB großen SSD aus. Während die SN850X intern rund 5.000 MB/s im SLC-Modus und danach noch rund 1.500 MB/s im TLC-Modus schafft, bleibt davon im externen Betrieb im D1 SSD Plus nicht mehr viel übrig. Maximal 1.300 MB/s gibt es zu Beginn, während sich am Ende die Marke von nur noch 400 MB/s nähert.
Nur mit Schreibcache flott
Nach Rücksprache mit TerraMaster empfahl der Hersteller die Schreibcache-Einstellungen von Windows zu prüfen. Bei externen Datenträgern ist dieser standardmäßig deaktiviert, damit es beim plötzlichen Entfernen aus der USB-Buchse nicht zu Datenverlust kommt. Im nächsten Versuch wurde der Schreibcache manuell aktiviert. Damit wurde eine wesentlich höhere Schreibrate mit maximal 2.700 MB/s und kontinuierlichen Phasen mit 1.500 MB/s erreicht. Allerdings schwankte die Leistung stark und brach zwischenzeitlich bis auf 500 MB/s ein.
Da der manuell aktivierte Schreibcache aber nicht zu empfehlen ist und auch bei anderen externen Probanden nicht zum Zuge kam, wird nur das Ergebnis mit deaktiviertem Schreibcache gewertet und das ist im Vergleich zu „fertigen“ externen SSDs wirklich sehr niedrig.
Zum Vergleich: Eine Corsair EX400U mit 2 TB (Test) erreichte über USB4 kurzzeitig 2.800 MB/s und relativ konstante 1.500 MB/s. Ähnlich schnell und ohne größere Schwankungen agiert auch die LaCie Rugged SSD4 (Test).
- Schwarz/Weiß: NVMe-SSDs (PCI Express 5.0, M.2)
- Rot: NVMe-SSDs (PCI Express 4.0, M.2)
- Blau: NVMe-SSDs (PCI Express 3.0, M.2)
- Grün: Externe SSDs (USB, Thunderbolt)
- Gelb: SATA-SSDs (2,5 Zoll)
Hinweis: Über die Schaltfläche oben rechts im Diagramm (+…Einträge) lassen sich weitere Ergebnisse einblenden, die zur besseren Übersicht zunächst versteckt sind.
Leseleistung
Zur Überprüfung der praktischen Leseleistung wird der Installationsordner des Spiels Shadow of the Tomb Raider (SotTR, 32 GB) auf das Testmuster kopiert und anschließend in die RAM-Disk gelesen. Das Gegenstück sollte in diesem Fall also erneut keinen Flaschenhals darstellen. Dies geschieht einmal mit völlig leerem Laufwerk und einmal praxisnah mit 80 Prozent Füllstand. Der Testlauf im leeren Zustand erfolgt 30 Minuten nach der Formatierung. Der Testlauf bei 80 Prozent wird auf dem zuerst zu 100 Prozent und dann ausgehend von 50 Prozent vollgeschriebenen Laufwerk durchgeführt, auf dem 20 Prozent gelöscht und dann 30 Minuten Pause eingelegt wurden.
Schreibcache an oder aus spielt beim Lesen keine Rolle. Und so zeigt sich beim praktischen Lesetest das volle Potenzial des D1 SSD Plus. Mit der SN850X bestückt werden gut 3.200 MB/s erreicht – ein neuer Bestwert für externe Datenträger im Testfeld der Redaktion! Fertige USB4-Lösungen von Corsair und LaCie sehen nur die Rücklichter. Das gilt insbesondere bei hohem Füllstand der SSDs.
Kopierleistung
Als Kopiertest (Lesen + Schreiben) hat die Redaktion einen 195 GB großen Steam-Ordner mit fünf installierten Spielen auf der SSD dupliziert. Dies geschieht einmal mit völlig leerem Laufwerk und einmal praxisnah mit 80 Prozent Füllstand. Der Testlauf im leeren Zustand erfolgt 30 Minuten nach der Formatierung. Der Testlauf bei 80 Prozent wird auf dem zuerst zu 100 Prozent und dann ausgehend von 50 Prozent vollgeschriebenen Laufwerk durchgeführt, auf dem 20 Prozent gelöscht und dann 30 Minuten Pause eingelegt wurden.
Beim Kopiertest spielt wieder die Schreibleistung und damit auch der Schreibcache eine Rolle. Ohne Schreibcache (Standard) kann die SN850X im D1 SSD Plus nur mit der Fraktion USB 3.2 Gen 2×2 mithalten. Wird der Schreibcache manuell aktiviert, eilt sie der externen Konkurrenz weit davon und kann auch so manche intern angeschlossene SSD mit PCIe 4.0 schlagen.
Gaming-Leistung
Aufgrund zuletzt nicht mehr nachvollziehbarer Resultate verzichtet die Redaktion auf den DirectStorage-Benchmark (Avocados). In diesem Abschnitt wird fortan nur noch der auf die Gaming-Leistung von Massenspeichern ausgerichtete 3DMark Storage verwendet.
Die Schreibcache-Einstellung spielt auch im 3DMark Storage das Zünglein an der Waage. In der empfohlenen Standardeinstellung (deaktiviert) ist das Gespann aus SN850X und TerraMaster D1 SSD Plus über USB4 kaum schneller als fertige Lösungen mit USB 3.2 Gen 2×2. Mit aktiviertem Schreibcache steigt die Punktzahl um satte 68 Prozent und erreicht den Bestwert unter den bisher getesteten externen Datenträgern.
Office-Leistung
Der Quick System Drive Benchmark des PCMark 10 soll leichtere Aufgaben im Alltag widerspiegeln. Das Szenario reicht vom Schreiben, Lesen und Duplizieren von Bilddateien über die Anwendung von Adobe Illustrator und Photoshop bis Microsoft Excel.
Auch ohne Schreibcache kann die SN850X im D1 SSD Plus glänzen, wenn es um Alltags-Workloads wie im PCMark 10 geht. Allerdings liefert das Aktivieren des Schreibcache nochmals 15 Prozent mehr Punkte. Die Latenz, die schon ohne Schreibcache die beste in dieser Klasse ist, sinkt um fast 20 Prozent.
Theoretische Leistung
Der CrystalDiskMark hat sich quasi zum Standard-Benchmark der Branche gemausert und dient auch den SSD-Herstellern zur Ermittlung der beworbenen Leistungswerte. Wenig praxisnah, wird der Test an dieser Stelle zur Überprüfung der theoretischen Spitzenleistung verwendet.
Und wo bleiben die vom Hersteller versprochenen 3.800 MB/s beim Lesen und 3.700 MB/s beim Schreiben? Im synthetischen Benchmark mit Idealbedingungen wie einer tiefen Befehlswarteschlange lautet die Antwort. Lesend wird die Marke mit rund 3.700 MB/s nur knapp verfehlt, schreibend sind es aber sogar fast 3.800 MB/s.
Beim sequenziellen Schreiben mit Q8T1 liegt das Gespann TerraMaster + SN850X an der Spitze der externen Datenträger. Lesend sind allerdings die nativen externen SSDs von Corsair und LaCie noch etwas schneller und erreichen 4.000 MB/s.
Spannend ist immer der Blick auf das Szenario „Random Read 4K Q1T1“, da dies in etwa einen Workload wie beim typischen Programmstart bedeutet. Hier halten sich die nativen USB4-SSDs und die selbst gebastelte Lösung in etwa die Waage.
Temperaturen
Das massive Alu-Gehäuse des TerraMaster D1 SSD Plus bietet mit seinen Kühlrippen eine große Oberfläche zur passiven Kühlung der SSD. Kann es eine SSD wie die SN850X unter Dauerlast im Zaum halten? Ja, das kann es ohne Probleme. Selbst nach 50 Minuten (!) Dauerschreiblast bleibt die Temperatur mit 68 °C im Rahmen – ein Drosseln droht damit nicht. Das Gehäuse wird warm, kann aber ohne Probleme in der geschlossenen Faust gehalten werden.
Damit wird die SN850X im externen Gehäuse allerdings 10 °C wärmer als im internen Einsatz unter dem Mainboard-Kühler. Und auch im Vergleich zu fertigen externen SSDs der USB4-Klasse beeindruckt das Ergebnis nicht. Eine Corsair EX400U wird zum Beispiel nur ähnlich warm, trotz wesentlich kompakterer Bauweise. Bei den Outdoor-Modellen Corsair EX400U Survivor und LaCie Rugged SSD4 meldeten die Sensoren sogar viel geringere Temperaturen. Bei keinem der genannten Modelle kam es zu einer Drosselung der Leistung unter extremer Dauerbelastung.
Leistungsrating
Die vorherigen Tests haben gezeigt, dass das Gespann aus D1 SSD Plus und SN850X beim Lesen zu den schnellsten Lösungen mit USB4 zählt. Doch beim Schreiben gelingt das nur mit manuell aktiviertem Schreibcache. Und so reicht es „out of the box“ mit der Windows-Standardeinstellung (Schreibcache deaktiviert) nur für ein Leistungsniveau zwischen den schnellsten Fertiglösungen mit USB 3.2 Gen 2×2 und den fertigen USB4-SSDs. Wird der Schreibcache aktiviert, ist die Selbstbau-SSD im TerraMaster-Gehäuse aber die schnellste Lösung im Testfeld mit rund 10 Prozent Vorsprung vor den fertigen USB4-SSDs.
Hinweis zum Diagramm: Über die Schaltfläche oben rechts im Diagramm (+…Einträge) lassen sich weitere Ergebnisse einblenden, die zur besseren Übersicht zunächst versteckt sind. Da nicht alle SSDs in demselben Umfang getestet werden konnten, bleiben einige Modelle mit dem Ergebnis „0“ außen vor.
Fazit
Die Verwandlung einer internen M.2-SSD mit PCIe 4.0 in eine externe USB4-SSD mit dem Gehäuse TerraMaster D1 SSD Plus gestaltet sich einfach und funktioniert problemlos, solange die SSD nicht zu viel Leistung aufnimmt: Als die Redaktion zur Probe die PCIe-5.0-SSD Corsair MP700 im Gehäuse verstaute, meldet sich das Laufwerk unter Last sofort ab. Natürlich ergibt es keinen Sinn eine solche SSDs zu nutzen, aber es zeigt einmal mehr: Wer eine interne SSD in ein externes Gehäuse verbannt, kann sich nicht sicher sein, dass sie an jedem USB-Port an jedem System einwandfrei funktioniert – auch nicht an USB-4-Ports (USB-C-Stecker).
Kombiniert mit der problemlos im Parcours funktionierenden, sehr schnellen SSD WD_Black SN850X avanciert das TerraMaster D1 SSD Plus zu einem der schnellsten externen Datenträger mit USB4. Allerdings nur unter der Bedingung, dass der Schreibcache unter Windows aktiviert wird. Dann ist diese Lösung im Durchschnitt sogar etwa 10 Prozent schneller als die nativen USB4-SSDs. Ohne Schreibcache sind die fertigen Lösungen aber mindestens 20 Prozent schneller als der Eigenbau, bei dem die Schreibrate einbricht.
Die maximale Leistung ist also nur durch das nicht empfohlene Aktivieren des Windows-Schreibcache abrufbar. Das bedeutet, dass die SSD nicht einfach so vom System entfernt werden sollte, sondern zuvor das Taskleistensymbol „Hardware sicher entfernen“ betätigt werden muss. Andernfalls droht Datenverlust, da sich noch nicht final in den Speicherzellen der SSD geschriebene Daten im Cache befinden können.
Genau deshalb ist bei externen Datenträgern der Schreibcache in der Standardeinstellung unter Windows deaktiviert. Bei fertigen USB4-SSDs mit nativem USB-Controller bedeutet das aber keinen Nachteil und so sind diese beim Schreiben ohne Schreibcache deutlich flotter.
Fast ein halbes Pfund bringt der massive Aluminium-Block mit seinen 34 Kühlrippen auf die Waage. Diese riesige Oberfläche sollte doch besonders gut beim Wärmeaustausch mit der Umgebung (passive Kühlung) funktionieren? Die Temperaturmessungen sind aber eher ernüchternd. Zwar kommt es zu keiner Drosselung und die Anzeige bleibt unter 70 °C, doch schaffen das fertige USB4-SSDs mit ähnlicher Leistung auch mit viel kompakterem Kühler oder erreichen sogar noch wesentlich niedrigere Temperaturen.
Die SN850X benötigt in der Spitze zwar immerhin 7 Watt, doch läuft sie durch das Limit von USB4 nur mit halber Kraft. Dennoch sind die nativen USB-SSD-Controller der fertigen Lösungen offensichtlich weitaus effizienter und lassen sich auch ohne großen Kühlblock im Zaum halten.
Wie gut sich das rund 100 Euro* teure D1 SSD Plus gegen andere externe SSD-Gehäuse mit USB4 schlägt, kann an dieser Stelle allerdings nicht beantwortet werden. Beim Kühlpotenzial sollte TerraMaster allein von der schieren Masse her zumindest weit vorn liegen. Dafür ist der Preis allerdings sehr hoch.
Eigentlich sollte der Eigenbau einer externen SSD durch Kombination eines Gehäuses mit einem internen Datenträger günstiger sein als die fertig kaufbare Komplettlösung. Doch trifft das auch in diesem Fall zu?
Jein, lautet die Antwort nach einer Analyse anhand der Angebotspreise im ComputerBase-Preisvergleich. In der getesteten Kombination mit dem TerraMaster D1 SSD Plus und einer WD_Black SN850X mit 2 TB ergibt sich ein kombinierter Preis von rund 386 Euro. Das ist momentan sogar teurer als diverse fertige USB4-SSDs.
Allerdings lässt sich auch eine deutlich günstigere M.2-SSD verbauen, wie zum Beispiel die Kingston NV3, die USB4 lesend wie schreibend ausreizen kann, aber rund 86 Euro günstiger ist. Damit ergeben sich rund 300 Euro für das Gespann. Das ist wiederum ein gutes Stück günstiger als die fertigen Lösungen (mit einer Ausnahme). Allerdings muss bedacht werden, dass in bestimmten Szenarien (zum Beispiel 4K Random Read) auch die Leistung mit der NV3 geringer ausfallen wird als mit der schnellen SN850X.
Ein vergleichbar massives (und schweres) Gehäuse wie bei TerraMaster bietet allerdings in diesem Vergleich wohl nur die OWC Express 1M2, die mit rund 580 Euro noch sehr viel teurer ist.
Mehr Informationen zu SSDs gewünscht? Die 17. Episode von „CB-Funk – der ComputerBase-Podcast“ bietet Details satt. Welche Unterschiede gibt es eigentlich zwischen SATA und PCIe Gen 3 bis 5 sowie TLC und QLC? Wie testet die Redaktion, was gilt es beim Kauf einer neuen SSD zu beachten und welche Modelle sind empfehlenswert? Die 17. Folge CB-Funk liefert Antworten.
CB-Funk lässt sich nicht nur über den eingebetteten Podigee-Player abspielen, sondern auch bequem direkt in den Podcast-Apps eurer Wahl abonnieren und hören. Verfügbar ist der ComputerBase-Podcast auf Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts, Amazon Music und Deezer.
ComputerBase hat das D1 SSD Plus leihweise von TerraMaster zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.
(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.
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