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„Auto hat sich überschlagen“: DHDL-Juroren über ihre schlimmsten Unfälle
Easy Exit Card bei Die Höhle der Löwen: Die Rettungskarte sorgt für Aufsehen – und sichert sich am Ende den Deal mit Ralf Dümmel.
Die Idee ist ein Rettungstool im Kreditkartenformat. Die Karte wird zwischen Scheibe und Türdichtung geschoben, ein kurzer Hebel – und die Seitenscheibe zerbricht. So sollen eingeschlossene Menschen oder Tiere befreit werden. Gründer Bernd Lüke erklärt den Hintergrund: „Ich bin seit vielen Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr. Wenn wir keinen Zugang zu einer verletzten Person haben, zählt jede Sekunde.“
Mit ihrer Easy Exit Card wollen die drei Gründer genau für solche Situationen vorsorgen. Für 100.000 Euro bietet er gemeinsam mit seinen zwei Co-Gründern Stephan Pannhorst und Sylvain Victor 25 Prozent der Firmenanteile an.
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Die Karte funktioniert von innen und außen, kann im Portemonnaie oder im Auto verstaut werden. Eine Hülle schützt vor dem Dorn, und dient gleichzeitig als Gurtschneider.
Der Härtetest im Studio
Im Studio wird getestet. Janna Ensthaler darf selbst ran, und bringt die Scheibe zum Splittern. Ihre Reaktion: „Geil! Richtig cool!“ Dagmar Wöhrl fragt nach der rechtlichen Lage: „Aber ich kann doch nicht einfach so ein fremdes Auto einschlagen.“ Lüke antwortet, „Das ist versicherungstechnisch geregelt. Das ist eine erlaubte Hilfeleistung.“
Persönliche Geschichten der Löwen
Auch inhaltlich trifft das Thema einen Nerv und der Pitch wird schnell emotional. Mehrere Löwen berichten von eigenen Erlebnissen. „Das Auto hat sich mehrmals überschlagen. Menschen haben uns das Leben gerettet“, erinnert sich Judith Williams an einen damaligen Autounfall in ihrer Jugend.
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Ensthaler erzählt von ihrer Tochter, die sich selbst im Auto eingeschlossen hat: „Mit dieser Karte hätte ich das Auto geöffnet bekommen.“ Auch Ralf Dümmel berichtet von einem Unfall: „Ich fiel auf der Autobahn in einen Sekundenschlaf und fuhr gegen einen Schwertransport. Ich kam nicht aus dem Auto raus. Das war hochdramatisch gewesen.“ Ensthaler bringt es auf den Punkt: „Für dieses eine Mal im Leben braucht man diese Karte.“
Zahlen, die einfach sind
Das Produkt ist aktuell noch ein Prototyp. Die Gründer kommen aus der Telekommunikationsbranche und wollen die Firma zu gleichen Teilen aufbauen. Die Produktionskosten liegen bei rund 3 Euro und der Verkaufspreis bei etwa 12 Euro. Die Zielgruppe sind alle, die Auto fahren.
Drei Löwen steigen aus
Trotz der Relevanz steigen mehrere Investoren aus. Frank Thelen sagt: „Das ist eine tolle Idee, aber nicht mein Ding.“ Williams sieht das Produkt eher im Massenmarkt und steigt aus, „Das gehört sehr günstig in den Baumarkt. Darum bin ich raus.“ Auch Ensthaler verzichtet: „Ich liebe dieses Produkt. Aber ihr braucht einen Experten für Vertrieb.“
„Der richtige Löwe sitzt hier“
Damit bleibt im Grunde nur noch einer übrig. Dümmel macht es kurz, „Ich glaube, wir können das abkürzen, weil der richtige Löwe sitzt hier.“ Sein Angebot: 100.000 Euro für 25 Prozent. Wöhrl bestätigt: „Ich glaube, der Ralf ist für euch der Richtige.“ Die Gründer überlegen nicht lange und sagen zu.
Deal steht – auch nach der Show
Damit bekommt Easy Exit Card die gewünschten 100.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile. Und anders als bei manchen Deals bleibt es nicht beim Handschlag. Auf Nachfrage von Gründerszene bestätigt eine Sprecherin von Dümmel, dass der Deal auch nach der Sendung zustande gekommen ist.
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DHDL-Deal geplatzt: Das sagt Maschmeyer zum Algen-Startup MySpirulina
MySpirulina bei DHDL: Deal mit Maschmeyer und Williams kommt zustande – platzt jedoch nach der Show.
Spirulina in der eigenen Küche anbauen. Das ist die Idee von Ben Schwedhelm (24) und Sara Farzaneh Nejad (25). Mit ihrem Startup MySpirulina pitchen sie in der „Höhle der Löwen“ eine Mini-Farm für die Fensterbank. Ihr Angebot: 200.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Am Ende gibt es zwar einen Deal, doch dieser hält nicht.
Für die Nicht-Longevity-Experten unter uns: Spirulina ist eine blaugrüne Mikroalge – genauer gesagt ein Bakterium (Cyanobakterium) – das in warmen, alkalischen Gewässern wächst und seit Jahren als sogenanntes „Superfood“ vermarktet wird.
Algen aus dem Glas
Das Produkt ist ein Starterkit, mit dem Nutzer Spirulina selbst anbauen können. Wasser, Nährlösung, Algenkultur ins Glas, auf die Fensterbank stellen – nach rund zehn Tagen kann geerntet werden. Im Studio wird direkt probiert: Spirulina-Pannacotta und Hummus stehen auf dem Tisch. Judith Williams sagt: „Ich schmecke, dass ich nichts schmecke.“ „Mir schmeckt Alge nicht, und ich schmecke auch keine“, ergänzt Ralf Dümmel. Frank Thelen erkennt: „Das soll ja das Ergebnis sein.“
Vom Bio-LK zum Start-up
Schwedhelm und Farzaneh Nejad kennen sich aus der Schulzeit. Gemeinsam waren sie im Biologie-Leistungskurs, jetzt bauen sie gemeinsam ein Unternehmen auf. Die ersten Prototypen verkaufen sie seit vier Monaten. Vor zwei Wochen starten sie einen Vorverkauf, wobei mehr als 50 Kunden bereits bestellt haben. Insgesamt haben sie in acht Monaten rund 18.000 Euro umgesetzt.
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Das Starterkit kostet 149,95 Euro, langfristig wollen sie unter 100 Euro kommen. Die Produktionskosten liegen bei etwa 35 Euro. Dazu kommt ein Abo-Modell für das Nährmedium: rund 20 Euro alle drei Monate, bei Kosten von unter einem Euro.
Zweifel an Bewertung und Markt
Die Bewertung sorgt schnell für Diskussionen. Thelen ist als erster raus: „Tolle Idee. Aber das ist ein Bastelprojekt.“ Auch Dagmar Wöhrl sieht keinen großen Markt, „Ich bin raus.“ Dümmel findet, „die Eintrittskarte für den Löwen ist sehr hoch“, auch er steigt aus.
Nachverhandlung im Pitch
Carsten Maschmeyer fordert die Gründer auf, ihre Bewertung zu überdenken: „Zieht euch nochmal zurück.“ Nach kurzer Beratung passen sie ihr Angebot an und bieten 15 Prozent für 200.000 Euro. Doch auch das überzeugt nicht direkt. Williams sagt: „Ich würde gerne investieren, aber die Firmenbewertung ist zu schwach.“ Es wird weiter verhandelt, zwischenzeitlich gehen die Gründer sogar auf 25 Prozent hoch. Am Ende machen Maschmeyer und Williams ein gemeinsames Angebot: 200.000 Euro für 50 Prozent der Firmenanteile. Die Gründer nehmen an.
Deal hält nicht
Trotz Handschlag kommt es später nicht zur Zusammenarbeit. Auf Nachfrage von Gründerszene erklärt Maschmeyer: „Die Gründer von My Spirulina haben sich nach unserem Handschlag entschieden, ihren weiteren Weg doch nicht mit Judith und mir zu gehen. Das ist einerseits schade, weil mir viel daran liegt, dass Deals, die im Fernsehen zu sehen sind, dann auch tatsächlich umgesetzt werden. Andererseits respektiere ich das natürlich und wünsche ihnen alles Gute, viel Glück und viel Erfolg mit ihrer tollen Idee.“ Auch die Gründerin äußerte sich: „Der Deal ist letztlich nicht zustande gekommen, da wir unterschiedliche strategische Visionen für My Spirulina hatten. Wir sind aber weiterhin im Austausch.“ Der Deal ist damit nach der Sendung geplatzt.
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100.000 Euro für Duft-Shirts – warum der DHDL-Deal doch noch platzte
Deal in der Show, Aus nach der Show: Die Scharfensteins begeistern die Löwen mit Duft-Shirts – doch nach der Show folgt eine komplette Neuausrichtung.
Immer nach dem Lieblingsparfüm riechen – bis zur nächsten Wäsche? Das Ehepaar Tim (24) und Kai Scharfenstein (30) aus Köln hat mit dieser Idee die Löwen in der neuesten Folge verzaubert. Sie fordern 100.000 Euro für 25 Prozent und überzeugen letztlich Jana Ensthaler – doch nach der Sendung kommt alles anders.
Überzeugender Pitch mit Live-Schnupper-Test
Die Gründer starteten ihren Auftritt mit den Worten: „Dank Scharfenstein werden bald auch Sie immer nach ihrem Lieblingsduft riechen.“ Als Beweis brachten sie Reality-Star Laurenz Pesch ins Spiel, der per Video und live vorführte, wie sein T-Shirt nach einem ganzen Tag voller Sport, Arbeit und Alltag noch immer frisch duften sollte. Dabei durften sich die Löwen selbst davon überzeugen.Ralf Dümmel ging voran und durfte an dem Testmodell riechen. Sein Fazit: Gar nicht so schlecht! Und selbst Frank Thelen nickte anerkennend.
Der Trick dahinter: Winzige Mikrokapseln, die in einer kleinen Fläche auf dem Rücken der Textilien integriert werden. Sprüht man dann darauf das Lieblingsparfüm, laden sich die Kapseln auf und geben den Duft durch Reibung und Körperwärme frei. Dies soll dann bis zu einer Woche lang anhalten. Die nächste Wäsche soll den Duft dann wieder komplett neutralisieren.
Kritikpunkte und Emotionen
Nach dem Dufttest wird Löwe Frank Thelen aber kritisch: „Warum ist das Duftpolster am Rücken? Unter den Armen riecht man doch viel mehr?“. Die Gründer meinen, der Duft der Kapseln würde auch den Geruch der Arme ausgleichen können. Thelen ist davon wenig überzeugt und meint: „Das ist unappetitlich, man sollte das T-Shirt nach dem Sport waschen!“ Die Gründer kontern gelassen, dies sei nur ein Extrembeispiel – die Kapseln sollten lediglich den Textilduft im Alltag verbessern.
Und dann gibt Judith Williams einen „Millionen-Dollar-Tipp“: „Ihr habt das falsche Kleidungsstück gewählt – Teppiche, Gardinen oder Bettwäsche sind viel sinnvoller!“ Löwin Janna Ensthaler will die beiden Gründer dann aber erstmal persönlich kennenlernen. Also erzählen diese ihre Kennenlern- und Heiratsgeschichte. Sie hätten sich so gut verstanden, dass sie zusammen ein Business machen mussten, meinen die beiden.
Zahlen, Absagen und ein Deal
Löwe Frank Thelen kommt dann wieder zu den Fakten. Er will das Business Model und die Zahlen verstehen. Die Scharfensteins sagen, ihr Startup sei vor einem Monat gestartet und habe bereits 2000 Euro Umsatz gemacht. Dabei würden die Gründer planen, auf zwei Beinen zu stehen: Einerseits würden sie eine eigene Modebrand für Endkunden aufbauen, andererseits ihre Mikrokapseln Unternehmen für Sport- und Outdoor-Bekleidung anbieten.
Die Hilfe der Löwen wollen die Günder vor allem, um an große Unternehmen und wichtige Personen ranzukommen. Ralf Dümmel sieht allerdings hohe Hürden im Textilmarkts und will deswegen nicht investieren. Judith Williams gefällt die doppelte Strategie mit Endkunden und Unternehmenskunden nicht, sie ist deswegen auch raus. Frank Thelen meint, Textil sei nicht sein Thema. Er verspüre deswegen „keine Energie, das Produkt groß zu machen.“ Auch er sagt ab. Gastlöwe Christian Miele lobt die Gründer als Top-Persönlichkeiten, kann aber bei dem speziellen Produkt mit seinem Netzwerk nicht weiterhelfen.
Am Ende ist also nur noch Jana Ensthaler übrig, die hin- und hergerissen ihre Pro- und Contra-Liste vorliest. Sie ist nach wie vor unsicher, auf welches Produkt sich die Gründer spezialisieren sollten. Weg vom T-Shirt, hin zu Teppichen, Vorhängen und Co? Die Scharfensteins versichern, bei ihrem Produkt flexibel zu sein. Nachdem Ensthaler die Bedingung stellt, dass sie zu dritt nochmal über die Produktspezialisierung sprechen, schlägt sie zu und macht den Deal.
Radikaler Pivot ins Longevity-Geschäft
Doch wie ging es nach der Sendung weiter? Janna Ensthaler meint zu Gründerszene, dass ein Investment letztlich nicht zustande gekommen sei. Der kritische Austausch sowie eine Marktanalyse habe bei den Gründern zu einem Umdenken geführt. Diese hätten die Produktion der duftenden T-Shirts nun eingestellt. Neue Regulierungen hätten die Mikrokapseln außerdem als Mikroplastik eingestuft. Das damit verbundene Risiko hätten die Gründer nach eigener Aussage ebenfalls nicht eingehen wollen.
Alternativ hätten sie zu einem neuen Geschäftsmodell gewechselt: „Scharfenstein Longevity“. Mit einem All-In-One Longevity Zellkomplex wollen die Gründer nun gesundes Altern ermöglichen. Ihr Produkt? Zwei Kapseln, welche täglich eingenommen werden und vier wissenschaftlich fundierte Mikronährstoffe enthalten sollen. Die Einnahme unzähliger anderer Medikamente soll damit nicht mehr nötig sein.
Janna Ensthaler ist aufgrund der Neuausrichtung nicht mehr investiert. Sie bleibt aber als Sparringspartnerin verbunden und unterstützt das Team mit Netzwerk, Erfahrung und strategischem Austausch.
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„Quatsch“ & „falsches Signal“: Berliner Gründer kritisieren neue Azubi-Pflicht
Berliner Startups müssen ab 2028 Azubis einstellen – oder zahlen. Gründer von Holy, LAP Coffee, Urban Sports Club, mika und Peec AI kritisieren den Beschluss scharf.
Berlin macht ernst – und Startups sind alles andere als begeistert: Die sogenannte Ausbildungsplatzumlage wurde vergangene Woche vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen. Konkret bedeutet sie: Wer nicht ausbildet, muss zahlen. Gründerszene hatte dazu bereits berichtet.
Ab 2028 sollen Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitenden zur Kasse gebeten werden, wenn ihre Ausbildungsquote unter dem Bundesdurchschnitt von aktuell 4,6 Prozent liegt. Und: Es reicht nicht mehr, Stellen einfach auszuschreiben – sie müssen auch besetzt werden.
Unternehmen, die zu wenig oder gar nicht ausbilden, sollen dann in einen Fonds einzahlen, der rund 75 Millionen Euro jährlich einbringen soll.
Was sagen Berliner Gründer dazu, die direkt davon betroffen sind? Wir haben sie gefragt.
Gute Idee, aber realitätsfern
Mathias Horsch, Gründer vom Softdrink-Startup Holy, ist geteilter Meinung. Grundsätzlich begrüße er die Idee der Umlage. „Konzeptionell finde ich die Idee gut – ich habe nach dem Abi selbst eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht und kenne den Wert“, sagt er.
Aber: „In der Realität klingt das Gesetz nach noch mehr Auflagen und Regulatorik, und das ist für uns Gründer ein echter Downer.“ Bei Holy würden laut Horsch vor allem zertifizierte Ausbilder fehlen, um den eigenen hohen Standards gerecht zu werden, meint er. Sein Unternehmen sei in fünf Jahren von null auf 160 Mitarbeiter gewachsen – das mache es schwer, junge Leute nebenbei noch klassisch auszubilden.
Falsches Signal an innovative Unternehmen
Und auch beim Kaffee-Startup Lap Coffee blickt man kritisch drauf. Gründer Ralph Hage sieht in der Umlage „ein weiteres falsches Signal Berlins an alle, die hier Unternehmen aufbauen“. Sein Geschäftsmodell passe nicht zu „veralteten IHK-Ausbildungen aus den 80er-Jahren“. LAP setze stattdessen auf Automatisierung, standardisierte Prozesse und eine praxisnahe, visuelle Lerninfrastruktur, die dem heutigen Lernen gerecht wird, erklärt er.
„Wir bieten echte Karrierewege. Zwei unserer vier Area Manager haben hinter der Bar angefangen“, betont Hage. Area Manager leiten bei LAP Coffee mehrere Filialen. Das sei der moderne Arbeitsmarkt, der Kompetenz und Wachstum belohne – nicht Zertifikate aus einer anderen Ära, so der Gründer. Berlin sollte solche Modelle unterstützen, statt sie mit Abgaben zu bestrafen.
Berufe passen nicht ins Startup-Modell
„Berlin bestraft, was es nicht versteht“, kritisiert Moritz Kreppel, Gründer von Urban Sports Club, weiter den Beschluss. Startups wie seines müssten zahlen, weil sie keine Lehrstellen für Berufe anbieten würden, die in ihrem System gar nicht existierten. „Software-Entwickler, Data-Analysten, internationale Partnermanager: Das sind keine Lücken im System, das ist das System“, erklärt er.
Ausbildung fände täglich on the job statt, in Echtzeit – „nicht nach einem Katalog, der zuletzt 1985 aktualisiert wurde“, meint Kreppel. Die Umlage werde Urban Sports nicht aufhalten. „Aber es ist ein teures Signal an jeden Gründer, der überlegt, ob Berlin der richtige Ort für sein nächstes Unternehmen ist.“
Fehlende Strukturen und falsche Anreize
Zwei weitere Gründer sehen den Beschluss ebenfalls kritisch. „Ich halte das für Quatsch“, meint Agnieszka Walorska von Fintech-Startup Mika zu der Umlage. Das Kernproblem des Berliner Ausbildungsmarkts liege nicht am fehlenden Willen der Unternehmen. Vielmehr seien zu wenige junge Menschen an einer klassischen dualen Ausbildung interessiert – viele Stellen blieben so unbesetzt.
„Eine Strafabgabe ändert daran gar nichts“, sagt sie. Viel mehr brauche es stabile Prozesse, zertifizierte Ausbilder und geeignete Räumlichkeiten. „Was hat ein Azubi davon, in einem Unternehmen anzufangen, das selbst noch ums Überleben kämpft und in dem niemand Zeit für ihn hat? Und das im Zweifel zur Hälfte der Ausbildungszeit pleite geht?“ Walorska selbst habe in ihrer vorherigen Firma Hürden bei der Zulassung als Ausbildungsbetrieb erlebt, die jeden Plan stoppten.
Und auch Marius Meiners von Peec AI meint: „Das Einstellen von Auszubildenden ist für uns absolut nicht machbar“. Sein Team bestehe aus erfahrenen Spezialisten oder jungen, hoch ambitionierten Leuten mit 120 Prozent Fokus. „Dass eines unserer Teammitglieder zwischendurch zur Berufsschule gehen oder für Klausuren lernen müssten, würde nicht funktionieren“, sagt er.
Sie würden deswegen, wenn nötig, die finanzielle Strafe in Kauf nehmen. Auch wenn die Strafe ihre Planung grundsätzlich nicht ändern würde, meint Meiners: „Es ist natürlich sehr schade, dass einem wieder ein weiterer Stein in den Weg gelegt wird, der neben vielen weiteren den Standort Deutschland an sich unattraktiv macht.“ Man merkt: Begeistert sind die Berliner Gründer nicht von diesem neuen Beschluss.
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