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China baut still Afrikas Autozukunft – und Deutschland schaut zu


Chinesische Autohersteller drängen auf den afrikanischen Markt. Sie sichern ganze Wertschöpfungsketten und liegen so schon jetzt vor der Konkurrenz.

China baut still Afrikas Autozukunft – und Deutschland schaut zu

Die Autoproduktion in Afrika nimmt Fahrt auf. Dahinter stecken vor allem chinesische Hersteller.
Getty Images / Marin Tomas

Wenn man über die weltweite Adaption von Elektrofahrzeugen redet, denkt man selten an den afrikanischen Kontinent. Doch da findet gerade eine kleine Revolution statt. Hintergrund ist eine neue Idee chinesischer Hersteller. In Nigeria und Kenia entstehen Montagelinien für Elektrofahrzeuge – nicht als milliardenschwere Komplettwerke, sondern als clevere Baukastenlösung. Die Fahrzeuge kommen zerlegt ins Land, werden vor Ort zusammengesetzt und gelten damit als lokal produziert.

Das Prinzip ist strategisch ebenso schlicht wie wirkungsvoll: Die Bausätze ermöglichen einen Markteintritt ohne hohe Kapitalbindung. Die technologische Kontrolle bleibt beim Hersteller, die lokale Politik bekommt Arbeitsplätze und industrielle Perspektive, und der Anbieter sichert sich frühzeitig Marktanteile.

China sichert sich zukünftige Märkte

Hersteller wie BYD nutzen dieses Modell konsequent. Afrika steht am Beginn einer elektrischen Transformation, vielerorts kombiniert mit dezentraler Solarenergie und digitalen Zahlungssystemen. Wer jetzt Standards setzt, definiert die Infrastruktur von morgen. Es geht nicht nur um Autos, sondern um Plattformen, Batterielogik, Software und Datenstrukturen.

China exportiert also nicht nur Fahrzeuge, sondern industrielle Architektur. Die lokale Wertschöpfung ist begrenzt, aber ausreichend, um politische Unterstützung zu sichern. Gleichzeitig bleibt die Schlüsseltechnologie im Herkunftsland. Das reduziert Risiken und schafft Abhängigkeiten – ökonomisch wie geopolitisch.

Und Deutschland? Die deutschen Hersteller fokussieren sich weiterhin auf ihre Kernmärkte. Afrika gilt als zu klein, zu unsicher, zu wenig kaufkräftig. BMW und VW betreiben nur kleinere Anlagen in Ägypten, beziehungsweise Ruanda, die Bausätze fertigstellen. Das ist strategisch kurzsichtig. Denn Märkte entstehen nicht erst dann, wenn sie perfekt sind. Sie entstehen, wenn jemand bereit ist, sie zu gestalten.

Die chinesische Baukasten-Strategie zeigt, wie das geht: geringe Investitionen, schnelle Skalierbarkeit, kombinierte Finanzierungsmodelle für Flottenbetreiber, Taxiunternehmen oder Lieferdienste. Mobilität wird als System verkauft, nicht als Premiumprodukt.

Deutschland verliert bei den Plattformen

Genau hier läge eigentlich eine deutsche Stärke. Der Mittelstand ist Weltmeister in hochspezialisierten Komponenten, in Systemintegration, in industrieller Skalierung. Ein modulares Exportmodell für elektrische Plattformen, Ladeinfrastruktur oder Energiemanagement wäre anschlussfähig. Stattdessen dominiert die klassische Logik des fertigen Fahrzeugs, das aus Europa exportiert wird – inklusive aller Kostenstrukturen.

Was sich in Afrika abzeichnet, ist deshalb mehr als ein regionales Phänomen. Es ist ein geopolitisches Muster. Wer heute Plattformen liefert, definiert technische Standards. Wer Batterien liefert, prägt Lieferketten. Wer Software integriert, kontrolliert Datenräume. China nutzt diese Hebel systematisch.

Der Unterschied liegt nicht in der technologischen Kompetenz, sondern im strategischen Denken. Die einen betrachten Mobilität als global adaptierbares System. Die anderen verteidigen bestehende Märkte. Afrika wird nicht morgen zum größten Absatzmarkt der Welt. Aber es wird zum Experimentierfeld für neue Industriepolitik. Wer dort Präsenz zeigt, baut Beziehungen, Standards und Vertrauen auf.

China liefert heute Bausätze. Morgen liefert es Ökosysteme. Und Deutschland riskiert, in einer Debatte über Standortbedingungen zu verharren, während anderswo die Spielregeln geschrieben werden.





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„Hogwarts für Hacker“: So gründete Thomas Bachem die Code University


Keine klassischen Vorlesungen und Klausuren: An der Code-Hochschule in Berlin arbeiten Studierende von Tag eins an eigenen Projekten. Thomas Bachem erzählt, wieso er sie gegründet hat.

„Hogwarts für Hacker“: So gründete Thomas Bachem die Code University

Thomas Bachem gründete 2016 die Code University of Applied Sciences in Berlin.
Maximilian Schulz

Eine Hochschule ohne klassische Vorlesungen, Klausuren oder Anwesenheitspflicht: Stattdessen arbeiten Studierende vom ersten Tag an in Teams an eigenen Projekten und gestalten ihren Studienalltag selbst. Alles ist so darauf ausgelegt, dass Studierende schon während des Studiums gründen. So lässt sich das Konzept der Code University of Applied Sciences in Berlin-Neukölln einfach zusammenfassen.

Die Code ist eine staatlich anerkannte, aber private Hochschule mit Fokus auf Tech und Produktentwicklung. Studieren kann man hier im Bachelor und Master. Zum Beispiel: „Software Engineering“, „Business Management & Entrepreneurship“ oder „Innovation Design“.

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„Ich wollte ein Hogwarts für Hacker schaffen und für innovativ denkende junge Menschen“, sagt Thomas Bachem in der neuesten Folge unseres Podcasts Royal GS. Bachem gründete die Hochschule 2016 gemeinsam mit Manuel Dolderer und Jonathan Rüth, nachdem er bereits 2012 den Deutschen Startup-Verband ins Leben gerufen sowie mehrere Startups gegründet und zum Exit geführt hatte.

Warum Thomas Bachem eine Hochschule gründen wollte

Bachem selbst hat BWL an einer privaten Hochschule in Köln studiert, der Cologne Business School. Er wollte bewusst nicht Informatik oder Mathematik studieren, sagt er. Das sei ihm zu theoretisch gewesen. So eignete er sich den Wirtschaftsbackground an und lernte Programmieren durch Peer-Groups an der Uni und Online-Communities. Davon habe er immer am meisten profitiert. Deswegen wollte Bachem selbst eine Community schaffen, in die laut ihm „wirklich hochtalentierte junge Leute hinkommen“.

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Dafür brauchte er einen Ort. Und da kam nur eine eigene Hochschule in Frage, denn viele wollen nach dem Abi studieren und einen Uni-Abschluss machen. Ein alternatives Bildungsangebot ohne einen möglichen Abschluss sei deswegen nicht in Frage gekommen, „dann verpasst du viele der absoluten Top-Shots“, sagt Bachem. „Und ich wollte halt auf keinen Fall eine mittelmäßige Community für Top-Talente schaffen.“

Am Anfang gab es viel Misstrauen

Also gründete er die Code – keine leichte Aufgabe. Eine Hochschule in Deutschland gründet man nicht einfach so. Es braucht sowohl eine staatliche Anerkennung als auch die Akkreditierung der Studiengänge, damit die Abschlüsse gültig sind.

Am Anfang seien Bachem und seine Mitgründer bei der Berliner Verwaltung auf viel Misstrauen gestoßen. „Ich war 30 und wollte eine Uni gründen. Meine beiden Mitgründer, die hatten beide lange Haare zum Zopf zusammengebunden. Und wir kamen da so rein. Die hatten uns wirklich gar nicht ernst genommen“, sagt Bachem.

Dann sei er über sein politisches Netzwerk gegangen und habe schließlich auch die Verwaltung überzeugt, erzählt er. Dort habe man erkannt, dass die Gründer Bildung verändern wollten und nicht auf Profit aus seien.

Hochschule wie ein Startup aufbauen

Neben einem Lernkonzept erstellten Bachem und seine Mitgründer für die Code einen Businessplan und sammelten Geld von Privatpersonen ein. Das Modell der Code beschreibt Bachem als Social Entrepreneurship – die Hochschule muss sich finanziell selbst tragen können. „Das heißt, wir haben die Code auf dem Papier als GmbH gebaut und haben auch die Finanzierungsrunden gemacht, so wie bei anderen Startups“, sagt er. „Ich habe aber sehr offen allen gesagt: Das hier ist ein Impact-Thema für mich. Das Geld ist nicht weg, aber es wird wahrscheinlich auch nicht zurückkommen und schon gar nicht als Vielfaches.“

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Zu Beginn unterstützten 26 Menschen aus der Startup-Bubble den Aufbau der Hochschule – teils auch finanziell. Dazu zählen unter anderem Florian Heinemann, Founding Partner beim VC Project A, Rolf Schrömgens, Gründer von Trivago, Unternehmer Benjamin Otto und Udo Schlömer, Gründer der Factory.

Bachem habe die Erfahrung gemacht, dass Fundraising für Bildung in Deutschland schwierig ist. Aber: „Unternehmer lieben es vor allem, wenn sie das Saatkorn säen können für etwas, was dann ungleich viel größer wird“, sagt Bachem. „Und ob das dann ihnen auch noch ungleich viel mehr Geld bringt oder nicht, das ist im Zweifelsfall gar nicht so entscheidend, wenn die Summen für sie relativ gesehen nicht so groß sind.“

Trust Fund

2023 allerdings wurde das Geld knapp bei der Code, erzählt Bachem. Die Wirtschaftskrise habe sich auch in der Startup-Szene bemerkbar gemacht. Die Verantwortung, dauerhaft Geld einzusammeln, um die Hochschule am Laufen zu halten, habe ihn stark belastet. Zwischenzeitlich lag Bachem gar im Krankenhaus, erzählt er.

Ende 2023 entschied er sich deswegen dazu, seine Anteile an der Code, die bei 50 Prozent lagen, auf fünf weitere Leute aufzuteilen – und damit auch die Verantwortung. Zu den fünf Leuten gehören laut Bachem: Schrömgens, Heinemann, Unternehmer Stephan Schambach, Flix-Gründer Daniel Kraus und Unternehmerin Petra Becker.

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Mittlerweile sind alle drei Gründer der Code auch nicht mehr operativ im Tagesgeschäft eingebunden – und das findet Bachem auch gut so. „Durch den Weggang von uns Gründern öffnen sich Räume, die von anderen gefüllt werden können.“

Angefangen mit 80 Studierenden, zählt die Code heute mehr als 600 Studierende, von denen laut Bachem zehn Prozent ein Startup oder eine Agentur gründen. „Wir haben in Summe mittlerweile weit mehr als 120 Gründungen“, sagt Bachem.

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5 brandneue Kölner Startups, die wir im Blick behalten


#Brandneu

Die Kölner Startup-Szene bleibt dynamisch. Hier sind erneut einige der vielversprechendsten, vor allem noch jungen Kölner Gründungen, die wir genauer verfolgen. Dazu gehören: O App, Reiner AI, Magister Compliance Safety, Soforce und eternal.ag.

5 brandneue Kölner Startups, die wir im Blick behalten

In Köln und Umgebung lässt es sich gut leben, feiern und gründen. Auch in den vergangenen Wochen und Monaten sind wieder spannende neue Startups in der Domstadt entstanden. Einige Unternehmen davon stellen wie an dieser Stelle einmal vor.

O App
Hinter O App verbirgt sich ein ganzheitliche AI-Health App. „Die O App denkt Körper, Psyche und Emotionen gemeinsam und betrachtet dich als ganzen Menschen und nicht nur deine Symptome. Unsere KI erkennt Zusammenhänge und Ursachen in Sekundenschnelle und hilft dir personalisiert gesund zu sein“, erklärt das Team der Gründer Martin Bressem und Guido Gasper.

Reiner AI
Die noch junge Firma Reiner AI bietet eine „KI-Plattform für Engineering-, Planungs- und Architekturteams, die dabei hilft, die Art und Weise neu zu denken, wie Infrastruktur gebaut wird“. Das Startup aus Köln wird von den Studydrive-Gründern Sven Gasper und Philipp Mackeprang vorangetrieben. 

Magister Compliance Safety
Bei Magister Compliance Safety, von Andrey Yarizov, Alexandra Hoffacker und Alexander Fahl ins Leben gerufen, handelt es sich um eine „all-in-one Plattform für Forschende und Laboranten, welche maßgeblich dazu beiträgt, die Compliance Lücke zwischen Mensch und praktischer Lehre zu schließen“. “Wir digitalisieren die Arbeitssicherheit an Hochschulen“, teilt das Team mit.

Soforce
Das AI-Startup Soforce, von Lukas Wrede und Alexander Krost auf die Beine gestellt, ermöglicht es operativen Teams, Arbeitsabläufe mit integrierter Kontrolle, Verantwortlichkeit und Zuverlässigkeit zu automatisieren. „Built for organizations taking a thoughtful approach to AI“, so das Unternehmen.

eternal.ag
eternal.ag aus Köln, von Renji John und Sherry Kunjachan an den Start gebracht, möchte autonome Ernteroboter für Gewächshäuser etablieren. „We remove the biggest risk in greenhouse operations: uncertainty of labor. Our autonomous robots handle hard, repetitive crop work, around the clock“, heißt es zum Konzept. 

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln beleuchten wir das dynamische Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind die Bedingungen für Gründer:innen, welche Investitionen fließen in innovative Ideen und welche Startups setzen neue Impulse? Rund 800 Startups haben Köln bereits als ihren Standort gewählt – unterstützt von einer lebendigen Gründerszene, einer starken Investor:innen-Landschaft sowie zahlreichen Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents. Als zentrale Anlaufstelle für die Startup- und Innovationsszene stärkt die KölnBusiness Wirtschaftsförderung die Rahmenbedingungen für Gründer:innen, vernetzt sie mit Investor:innen und bietet gezielte Unterstützung. Diese Rubrik wird unterstützt von KölnBusiness. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock





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„Alles ist möglich“: So bauen zwei Freunde mit KI ein Software-Startup


Vom Eierverkauf zum eigenen Software-Startup: Zwei Gründer zeigen, wie aus einer Schulchallenge ein Agritech-Unternehmen entsteht.

„Alles ist möglich“: So bauen zwei Freunde mit KI ein Software-Startup

Von der Hühnerwiese ins Startup-Office: Upgrade erfolgreich installiert.
Jonas Nolte und Lenn Hoffmann, Collage: Gründerszene

Alles habe mit einer ungewöhnlichen Challenge in der Schulzeit begonnen, berichten die Gründer Jonas Nolte und Lenn Hoffmann. Sie stellten sich regelmäßig kleine Aufgaben, um sich gegenseitig herauszufordern. 

So sollte Hoffmann aus seiner Komfortzone herausgehen und die Eier aus dem Hühnergarten seiner Nachbarn in der Umgebung verkaufen. Parallel dazu bekam Nolte die Challenge, sich selbst das Programmieren beizubringen. „Er ist alle Eier losgeworden. Und ab dieser Woche kam dann keine Woche mehr, in der wir keine Eier verkauft haben“, sagt Nolte im Interview. Diese Aufgaben wurden später die Grundlage für das erste gemeinsame Unternehmen der beiden Freunde.

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Aus diesem Schulprojekt entwickelte sich nach und nach ein regionaler Lieferservice. Unter dem Namen „Bauer-Lieferant“ begannen die beiden, Lebensmittel von lokalen Bauernhöfen direkt an Kundinnen und Kunden zu liefern. Mit der Zeit erweiterten sie ihr System und entwickelten eine eigene Software zur Organisation von Bestellungen, Routen und Lagerprozessen. 

Heute arbeiten sie zusätzlich an einer Software zur Digitalisierung landwirtschaftlicher Betriebe. Das Ziel ist es, Abläufe zu automatisieren und Landwirten mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit zu verschaffen, sagen sie. 

Der erste Kontakt mit „Vibe Coding“ 

Parallel dazu haben die Gründer begonnen, mit einem neuen Entwicklungsansatz zu arbeiten, der in der Tech-Szene zunehmend diskutiert wird: Die Rede ist von „Vibe Coding“. Damit ist ein Vorgehen gemeint, bei dem Software nicht mehr ausschließlich klassisch Zeile für Zeile programmiert wird, sondern stärker durch Ausprobieren, Feedback und schnelle Anpassungen mit KI-Unterstützung entsteht. 

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Nolte beschreibt, dass er Programmieren ursprünglich ohne diese Möglichkeiten gelernt habe, sondern ausschließlich über YouTube-Tutorials. Der Einstieg sei entsprechend schwierig gewesen. „Ich hatte niemanden, der mir das erklären konnte. Ich hatte wirklich einfach nur YouTube-Tutorials“, sagt er. Auch später sei der Lernprozess sehr zeitintensiv gewesen. „Allein, um mal überhaupt die Entwicklungsumgebung zum Laufen zu bringen, habe ich eine Woche gebraucht.“ Und auch Fehler hätten lange gedauert: „Ich habe teilweise drei Monate gebraucht, um irgendwelche Bugs herauszufinden.“ 

Trotzdem habe er weitergemacht und dabei gelernt, „dass wirklich jeder Bug und jedes Feature lösbar ist, wenn man einfach nur dranbleibt.“ Der Wendepunkt sei später ein Hackathon gewesen. Dort habe er erstmals KI-gestützte Entwicklung genutzt. „Das war mein erster Aha-Moment“, sagt er. „Ich habe die ganze Nacht dann durchgecodet. Und meinen ersten Wow-Vibe-Coding-Effekt gehabt.“ 

Schneller bauen, anders denken 

Durch den Einsatz von KI habe sich vor allem die Geschwindigkeit der Entwicklung verändert. Laut Nolte könnten viele Softwareaufgaben heute deutlich schneller umgesetzt werden als früher: „Man kann gerade unglaublich schnell Software entwickeln.“ Auch die Denkweise habe sich verschoben. Statt einzelne Features stark zu begrenzen, gehe es heute stärker darum, ideale Systeme zu entwerfen und diese schnell zu testen. „Früher musste man genau abwägen, welches Feature wirklich nötig ist. Heute kann man eher überlegen: Wie würde das perfekte System aussehen?“ 

Nolte sagt, er entwickelt zuerst eine Version und zeigt sie anschließend seinem Co-Founder. „Oft ist es auch so, dass ich einfach mal was erstelle und es dann Lenn zeige. Er kritisiert es dann auch oft und wir bauen es so lange um, bis es passt.“ Auch Nutzerfeedback spielt laut dem Gründer eine zentrale Rolle: „Wir versuchen jedes Feedback, was wir kriegen können, mitzunehmen.“ 

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Für die Entwicklung nutzten die Gründer mehrere KI-Tools, darunter “Claude Code, Superpowers, Antigravity, CMUX und Wispr Flow.” Beim Arbeiten mit KI sei strukturiertes Prompting wichtig. Sie nutzten dafür Frameworks wie GSD oder Superpowers, um klar strukturierte Aufgaben zu formulieren. Grundsätzlich gelte jedoch, dass ein Problem selbst erst verstanden wird, bevor es automatisiert werde. KI werde vor allem für die Generierung von Claude Code eingesetzt. 

Grenzen von Vibe Coding 

Eine der größten Herausforderungen sieht Nolte aktuell im Testprozess. KI könne Software erstellen, aber sie ist noch nicht gut genug darin, komplexe Systeme vollständig zu testen und abzusichern. Dadurch bestehe das Risiko, dass Fehler unbemerkt ins Gesamtsystem gelangen. 

„Alles ist möglich heutzutage“  

Für Nolte hat sich durch Vibe Coding vor allem eines verändert, und zwar die Einschätzung dessen, was machbar ist. „Alles ist möglich heutzutage“, sagt er.  Sein Rat ist entsprechend pragmatisch: „Ich würde wirklich jedem empfehlen, das einfach mal auszuprobieren und eine eigene Webseite zu bauen. Wenn man sich zwei Stunden hinsetzt und eine Schnapsidee umsetzt, bekommt man ein richtig gutes Gefühl dafür, was alles machbar ist.“ 





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