Künstliche Intelligenz
Cyberangriffe im Jahr 2026: Der Login als Waffe
Cyberkriminelle und nationalstaatliche Akteure verlagern ihren Fokus zunehmend weg vom aufwendigen Eindringen in Systeme, wie aus Cloudflares Bedrohungsbericht 2026 hervorgeht. Stattdessen setzen sie eher auf das effizientere Einloggen mit gestohlenen Zugangsdaten. Eigenen Angaben nach hat Cloudflare für seinen Bericht Billionen von Netzwerksignalen aus der globalen Infrastruktur analysiert, wobei der Anbieter täglich im Schnitt rund 230 Milliarden Bedrohungen blockiert.
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Der Report führt ein neues Konzept ein: das Framework Measure of Effectiveness (MOE). Es beschreibt, wie Angreifer ihre Taktiken nach dem Verhältnis von Aufwand zu operativem Ergebnis auswählen. Gestohlene Session-Tokens haben demnach ein höheres MOE als teure Zero-Day-Exploits. Die gefährlichsten Akteure setzen auf automatisierte, industrialisierte Systeme, die ihre Ziele schnell erreichen.
Besonders alarmierend sind die Erkenntnisse zu KI-gestützten Angriffen. Angreifer nutzen Large Language Models für Echtzeit-Netzwerk-Mapping, Exploit-Entwicklung und Deepfakes. So können selbst weniger versierte Akteure komplexe Operationen durchführen. Ein Beispiel sind nordkoreanische Akteure, die mit KI-generierten Personas und gefälschten Identitätsdokumenten Einstellungsprozesse westlicher Unternehmen unterwandern.
Cloud-Dienste als Angriffswerkzeug
Ein weiterer Trend ist die Nutzung legitimer Cloud-Dienste für kriminelle Zwecke. Angreifer missbrauchen Tools wie Google Calendar, Dropbox, GitHub oder Microsoft Teams zur Maskierung von Command-and-Control-Traffic. Die chinesische Gruppe FrumpyToad etwa nutzt den Google Calendar für C2-Loops, während NastyShrew aus Russland Paste-Sites als Dead Drops einsetzt.
Chinesische Staatsakteure wie Salt Typhoon und Linen Typhoon konzentrieren sich auf nordamerikanische Telekommunikationsanbieter, Regierungsstellen und IT-Dienste. Sie verfolgen eine sogenannte Pre-Positioning-Strategie: dauerhafte Platzierung von Code in kritischer Infrastruktur für künftige Angriffe. Überprivilegierte APIs in SaaS-Integrationen erweitern den Blast Radius (Schadensumfang) erheblich – wie der GRUB1-Breach bei Salesloft, der Hunderte Unternehmen betraf.
Token-Diebstahl umgeht Multi-Faktor-Authentifizierung
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Infostealer wie LummaC2 ernten Session-Tokens, um die Multi-Faktor-Authentifizierung zu umgehen. In den vergangenen drei Monaten stammten 94 Prozent der Login-Versuche von Bots. Unabhängig davon nutzten 63 Prozent aller Logins kompromittierte Zugangsdaten. Bei Phishing-Angriffen scheitern 46 Prozent der analysierten E-Mails an DMARC-Prüfungen; trotzdem ermöglichen Relay-Blind-Spots Brand-Spoofing.
Hyper-volumetrische DDoS-Angriffe erreichen neue Dimensionen. Botnets wie Aisuru schaffen Durchsatzraten von 31,4 Terabit pro Sekunde und erfordern autonome Verteidigungssysteme. Cloudflare entdeckte beim Dogfooding (Selbsttest) durch einen KI-Coding-Agenten (OpenCode) die Schwachstelle CVE-2026-22813 mit CVSS-Wert von 9.4 – eine nicht authentifizierte Remote-Code-Execution in Markdown-Rendering-Pipelines.
Der vollständige Report steht auf der Cloudflare-Website zur Verfügung.
(fo)
Künstliche Intelligenz
Kapazitäten ausgereizt? Microsoft lehnt Neukunden für GitHub Copilot ab
Microsoft hat die Registrierung bei GitHub Copilot pausiert. Neukunden können sich somit nicht mehr für die Tarife Pro, Pro+ und Student anmelden. Gleichzeitig verschärfte das US-Unternehmen Tokenlimits und kündigte die Entfernung von Claude Opus 4.5 und 4.6 aus dem Pro+-Tarif an. Opus 4.7 bleibt im Pro+-Tarif hingegen verfügbar. Aus dem Pro-Tarif wurden alle Opus-Modelle sofort entfernt. Die kostenfreie Stufe und Enterprise-Abonnements sind von den Änderungen derzeit nicht betroffen.
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Registrierungsstopp soll Servicequalität sichern
Hintergrund der Änderungen sei ein unerwartet hoher Bedarf an Rechenleistung. „Lang andauernde, parallelisierte Sitzungen beanspruchen regelmäßig weitaus mehr Ressourcen als geplant. Die ursprünglichen Strukturen waren dafür nicht ausgelegt“, schreibt Joe Binder, VP of Product, im GitHub-Blog. Inzwischen übernähmen KI-Agenten mehr Aufgaben und Kunden stießen an ihre Nutzungsgrenzen. Ohne Einschränkungen verschlechtere sich die Servicequalität für Bestandskunden.
Die Nutzungsgrenzen des Pro+-Abonnements sind mehr als fünfmal so hoch wie im Pro-Tarif. Dieses Limit ist von der Anzahl der Premiumanfragen unabhängig. Stattdessen handelt es sich um tokenbasierte Beschränkungen innerhalb eines festgelegten Zeitfensters. Somit können Kunden noch über ungenutzte Premiumanfragen verfügen, aber bereits die Nutzungsgrenzen erreicht haben.
Token und Modelle bestimmen Nutzungslimits
Microsoft unterscheidet bei den Nutzungslimits von GitHub Copilot zwischen zwei Zeitfenstern, die sich nach dem Tokenverbrauch und einem Multiplikator richten, der bei rechenintensiven Modellen entsprechend höher ist. Das erste Zeitfenster bezieht sich auf die jeweilige Session. Reizen Kunden ihr Limit aus, müssen sie warten, bis sich das Nutzungsfenster zurücksetzt, um Copilot wieder verwenden zu können.
Das zweite Zeitfenster ist das wöchentliche Limit, das eine Obergrenze für die nutzbaren Token darstellt. Damit will Microsoft parallelisierte Anfragen beschränken, die oft lange laufen und hohe Kosten verursachen. Künftig wolle das Unternehmen die Limits anpassen, um ein Gleichgewicht zwischen Zuverlässigkeit und Nachfrage zu erzielen, schreibt Binder. Ihren aktuellen Verbrauch können Kunden in Visual Studio Code oder dem Kommandozeilentool von GitHub Copilot einsehen.
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Microsoft rät zu sparsamer Nutzung oder teurerem Tarif
Microsoft empfiehlt Kunden, die sich ihrem Nutzungslimit nähern, auf kleinere Modelle umzusteigen, weniger parallele Workflows zu verwenden oder den Plan-Mode zu nutzen. Alternativ verweist das Unternehmen seine Pro-Kunden auf den Pro+-Tarif.
GitHub Copilot kostet im Pro-Tarif monatlich 10 US-Dollar, Pro+-Nutzer zahlen 39 US-Dollar. Kunden der Pro- und Pro+-Tarife können ihr Abonnement jederzeit kündigen und sich die Gebühren für April über eine Supportanfrage bis zum 20. Mai 2026 zurückerstatten lassen. Zuletzt versuchte Microsoft, nicht nur mit Abonnement-Gebühren an GitHub Copilot zu verdienen, sondern blendete Werbung in Pull Requests ein. Nach Nutzerbeschwerden ruderte das Unternehmen zurück.
(sfe)
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Compliance-Management: Cloud-Apps absichern – mit oder ohne Agenten
Die IT-Sicherheit befindet sich in einem permanenten Spannungsfeld zwischen der Notwendigkeit granularer Kontrolle und dem Drang nach operativer Geschwindigkeit. Während Containerorchestrierung per Kubernetes und Serverless-Architekturen die Deployment-Frequenz in den Minutenbereich drücken, hinken klassische Sicherheitskonzepte oft Monate hinterher. Der Markt antwortet mit der Fusion ehemals getrennter Disziplinen – Cloud Security Posture Management (CSPM) und Cloud Workload Protection Platform (CWPP) – zur Cloud-native Application Protection Platform (CNAPP).
Allerdings eine schlechte Nachricht für Firmen, die souverän bei EU-Anbietern hosten: Keine CNAPP-Lösung analysiert die mittelständischen Anbieter wie Scaleway, OHV, STACKIT et cetera. Für selbst oder bei mittelständischen Anbietern betriebene Kubernetes-Cluster sieht es besser aus, hier helfen die auf CWPP spezialisierten Werkzeuge.
- Zur Absicherung von Cloud-native-Infrastrukturen hat man die Wahl zwischen agentenlosen Scannern und agentenbasierten Wächtern und somit zwischen reiner Sichtbarkeit und aktiver Gefahrenabwehr zur Laufzeit.
- Compliance ist Pflicht: Alle Maßnahmen sollten auf den BSI-Grundschutz abgestimmt sein.
- Die finanzielle Stabilität und die R&D-Quote der Anbieter sind kritische Indikatoren für die Zukunftsfähigkeit; die Implosion der Bewertung von Lacework dient als Warnsignal gegen einen vorschnellen Vendor Lock-in.
Fragte die erste CSPM-Tool-Generation noch systematisch Cloud-APIs ab, um den Ist- gegen den Sollzustand zu prüfen, hat sich die Bedrohungslage fundamental verschoben. Angreifer nutzen nicht mehr nur simple Fehlkonfigurationen, sondern komplexe Identitätsketten und Schwachstellen innerhalb der Laufzeitumgebung aus. Die bloße API-Abfrage, die einen offenen Port meldet, ist wertlos geworden ohne den Kontext, welcher Prozess dort lauscht, welche Bibliotheken geladen sind und welche Rechte die damit verknüpfte Serviceidentität besitzt.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Compliance-Management: Cloud-Apps absichern – mit oder ohne Agenten“.
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Künstliche Intelligenz
Disney Channel kommt zu Disney+
Nutzer von Disney+ können künftig auch den Disney Channel im Streaming-Dienst aufrufen. Das teilte Disney unter anderem dem Medienmagazin DWDL mit. Ab Mai ist das lineare Programm des Disney Channels demnach auch über Disney+ aufrufbar. Voraussetzung ist ein aktives Abonnement, ein Aufpreis fällt nicht an.
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Der Disney Channel ist ein vorwiegend an Kinder ausgerichteter, linearer Fernsehsender. In Deutschland ist der im FreeTV zu sehen und ist unter anderem bereits in waipu.tv und MagentaTV integriert. Auch in verschiedenen Satelliten- und Kabelpaketen ist der Disney Channel bereits integriert. Mit dem Einbau in Disney+ gibt es bald einen weiteren Empfangsweg.
„Die Integration des Disney Channel auf Disney+ ist der nächste logische Schritt“, zitiert DWDL die Disney-Managerin Eun-Ky Park. „Wir verbinden Orientierung und gemeinsames Fernseherlebnis mit der Flexibilität von Streaming und bieten unserem Publikum ohne zusätzliche Kosten noch mehr Auswahl.“ Das Programm des Disney Channels ist auf der offiziellen Webseite einsehbar.
ESPN kommt nach Deutschland
Neben dem Disney Channel bringt Disney auch ESPN zu seinem deutschen Streaming-Dienst: Das Angebot des Sportsenders soll in Deutschland stark ausgebaut werden. Unter dem ESPN-Banner wird schon jetzt Frauenfußball und US-amerikanischer College-Sport gebündelt.
Im Verlauf des kommenden Jahres soll über ESPN ein „abwechslungsreiches Portfolio“ aus US-Sportligen wie NBA (Basketball) und NHL (Eishockey) in Deutschland zu sehen sein, kündigte Disney an. Beide Sportligen sollen zur kommenden Saison 2026 bis 2027 international abrufbar sein – auch im Rahmen von Live-Übertragungen, die in Europa teilweise mitten in der Nacht stattfinden. Zusätzlich sollen Abonnenten von Disney+ Zugang zu ESPN-Dokus wie der „30 for 30“-Reihe bekommen und Newsprogramme aus der Sportwelt sehen können.
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