Künstliche Intelligenz
Das kann OpenClaw in der PRAXIS | c’t 3003
Was passiert, wenn ein KI-Agent permanent auf dem eigenen Rechner läuft und per Messenger gesteuert wird? OpenClaw zeigt es: Lampen schalten, Musik generieren, Kinderbuch-Stifte bespielen, vieles funktioniert erstaunlich gut und ohne Konfiguration. Der KI-Agent lernt zudem selbstständig dazu. Klingt perfekt, ist es aber nicht: Das System kann auch Schaden anrichten. Und seit Anthropic die Flatrate gestrichen hat, ist Claude Opus als bestes Modell kaum noch erschwinglich.
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Transkript des Videos
(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)
Guck mal hier, ich schicke einfach eine Sprachnachricht an meinen OpenClaw-Assistenten. Ich hab hier so ein elektronisches Namensschild, da steht irgendwie hinten www.lednametags.de hinten drauf. Ich hab keine Lust, die Software selbst zu installieren. Ich möchte das einfach an den Rechner hängen, auf dem du läufst, und dann soll da I LOVE c’t 3003 draufstehen. Ja, paar Sekunden später steht da I LOVE c’t 3003 drauf. Und ich hab nichts vorbereitet, ich hab nix selbst installiert, ich hab einfach nur eine Telegram-Sprachi geschickt. Und das Krasse ist, das Ding hat mir sogar eigene Animationen auf das Teil programmiert, was zum Beispiel mit der Windows-Software für dieses LED-Namensschild so ohne Weiteres gar nicht möglich wäre. Ich habe noch mehr Beispiele, ich habe aber auch noch ein paar Horrorgeschichten, warum OpenClaw auch ganz schön problematisch sein kann. Vor allem glaube ich, dass ich euch OpenClaw bzw. ähnliche Systeme jetzt besser erklären kann als vorher, weil ich nämlich auch ein bisschen gebraucht habe, um zu checken, was daran jetzt eigentlich so anders oder besonders ist. Und ich bin zu 100% davon überzeugt, dass solche Systeme in Zukunft alltäglich werden. Bleibt dran!
Liebe Hackerinnen, liebe Internetsurfer, herzlich willkommen hier bei…
Ja, manchmal mache ich hier Videos und denke so: „Passt schon, ne?“ Und dann merke ich aber: „Hm, ich glaube, das hat man gar nicht so gut verstanden.“ Und das habe ich besonders doll gemerkt, als die Streamer Staiy und Drakon auf unser OpenClaw-Video reagiert haben. Das ist jetzt auch kein Vorwurf an die beiden oder so, ist alles gut, aber ich habe offenbar viel zu viel KI-Wissen vorausgesetzt und nicht deutlich genug für normal technisch interessierte Menschen erklärt, was an OpenClaw jetzt eigentlich so krass ist.
Und deshalb versuche ich das jetzt ein zweites Mal. Also finde ich wichtig, weil solche OpenClaw-artigen Systeme wirklich extrem relevant zu werden scheinen. Guck mal hier, in China legen zum Beispiel etliche Kommunen nicht nur so Förderprogramme auf für Firmen, die kommerzielle OpenClaw-Lösungen entwickeln. Es gibt auch wirklich so Aktionen, wo Leute sich kostenlos OpenClaw auf ihre Rechner von Profis installieren lassen können, inklusive so Plüsch-Hummer-Nippes, weil der Hummer, das ist das Wappentier von OpenClaw. Gleichzeitig rät die chinesische zentrale Sicherheitsbehörde für Cyberangelegenheiten aber explizit davon ab, OpenClaw bei Regierungsstellen, Staatsbetrieben und Banken auf Arbeitsrechnern zu installieren.
Und ich finde, das zeigt sehr anschaulich, dass OpenClaw einerseits faszinierend und nützlich ist, aber gleichzeitig auch super gefährlich.
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Aber jetzt endlich konkret, was das ist, OpenClaw? Ja, das ist eine Software, die der österreichische Entwickler Peter Steinberger als Experiment für sich selbst entwickelt hat. In einem Interview mit mir hat er sogar gesagt, dass er es als eine Art Kunstprojekt sieht. Anders als ChatGPT kann OpenClaw Dinge auf einem Computer machen. ChatGPT kann ich natürlich auch Dateien schicken zum Analysieren und ChatGPT kann auch Sachen generieren, zum Beispiel PDFs, aber ChatGPT hat keinen direkten Zugriff auf meinen Rechner. Das wohnt ausschließlich im Browser oder halt in der ChatGPT-Handyapp. OpenClaw wohnt dagegen auf meinem Rechner. Ich selbst muss als Nutzer OpenClaw auf einem Rechner installieren. Ich kann also nicht einfach eine Website aufrufen, sondern ich muss Zugang zu einem Computer haben. Das kann ein lokaler Rechner sein, der hier bei mir auf dem Schreibtisch steht, Homeserver, alter Laptop, Raspberry Pi geht auch, oder halt ein angemieteter Server im Netz. Ich habe OpenClaw hier bei mir auf einem Framework Desktop mit Fedora Linux installiert, auf dem sonst nichts läuft und der permanent eingeschaltet ist. Das ist so der normale Modus Operandi für OpenClaw.
So, und weil das Ding halt lokal auf einem Rechner läuft, denken viele Leute, dass OpenClaw auch zwingend was mit lokalen KI-Modellen zu tun hat und dass man also einen Rechner braucht, auf dem lokale KI-Modelle gut laufen. Und nein, das stimmt nicht. OpenClaw funktioniert mit Abstand am besten, wenn man es mit den leistungsfähigsten KI-Modellen verwendet, und das sind zurzeit leider die großen Cloud-Modelle. Man kann es mit lokalen Modellen verwenden, habe ich auch intensiv ausprobiert, sage ich später noch was zu, aber meiner Meinung nach funktioniert OpenClaw zurzeit am besten mit Anthropic Claude Opus. Das bedeutet also, dass man OpenClaw auch problemlos auf einem Rechner nutzen kann, der keine lokalen Modelle laufen lassen kann. OpenClaw selbst ist sehr ressourcenschonend, das läuft auf einer Kartoffel, das muss ja nur Prompts an Anthropic schicken in meinem Fall und die Ergebnisse entgegennehmen.
Kurzer Einschub, also die coolen Sachen, die mein OpenClaw kann und die in diesem Video vorkommen, für die ist, sag ich mal, zu mindestens 80% das LLM verantwortlich, in meinem Fall Claude Opus. Aber Claude Opus ist inzwischen nahezu unbezahlbar, weil es nicht mehr per Abo geht. Dazu später mehr.
So, und jetzt denken vielleicht einige von euch, haben auch viele kommentiert, ja, okay, das läuft auf dem Rechner und kann da Dinge machen. Was ist daran jetzt aber anders als zum Beispiel Claude Code oder Codex oder OpenCode? Da kann ich ja auch einfach sagen, guck dir mal alle Bilder in dem und dem Verzeichnis auf meiner SSD an und kopiere alle Katzenfotos in das und das Verzeichnis. Ja, das stimmt, aber Claude Code und Co. machen halt nur Sachen, wenn ich die explizit starte und dann prompte. OpenClaw kann ich einfach sagen, schick mir jede Stunde ein Gedicht, das mich daran erinnert, genug Matcha Latte zu trinken, weil OpenClaw halt immer läuft.
So, und jetzt noch ein weiterer Unterschied zu Claude Code und Co. OpenClaw läuft da, wo ich mit meinem Bot kommunizieren will. Also in meinem Fall ist das Telegram. Nicht, weil ich Telegram so super finde, finde ich nicht, aber weil ich OpenClaw halt so in Telegram integrieren kann, dass es ein eigener Account ist. Würde ich WhatsApp oder Signal benutzen, würde der OpenClaw-Bot quasi ich sein. Das heißt, wenn der eine Nachricht schreibt, sieht das für andere so aus, als würde sie von mir kommen. Und das Ding könnte auch alles lesen, was reinkommt. Für mich ist das aber keine Option, deshalb benutze ich Telegram, da sieht er nur, was explizit an ihn geht.
So, und alleine, dass ich mit dem Bot über Messenger kommuniziere, macht für mich schon einen riesigen Unterschied aus, weil ich zum Beispiel einfach von unterwegs mit dem Bot sprechen kann. Ohne Telegram müsste ich mir überlegen, wie ich von außen an meinen Rechner komme, also, was weiß ich, VPN einrichten oder sogar Ports öffnen, muss ich hier alles nicht. OpenClaw ist einfach eine „Person“ in meinem Messenger. Das hat offenbar auch Anthropic gecheckt, also die Leute, die Claude Code machen, und die bieten jetzt auch offiziell Messenger-Unterstützung an.
Und trotzdem ist das immer noch nicht das Gleiche, weil OpenClaw proaktiv Sachen machen kann und Claude Code nur reaktiv. Prompt rein, Antwort raus. Oder auch Prompt rein und dann kommt da die Software raus. OpenClaw hat obendrein auch noch sehr durchdachte Memory-Modelle, damit er sich auch Sachen merken kann, wenn das Kontextfenster gelöscht wird, also quasi das Kurzzeitgedächtnis des KI-Modells. Claude Code versucht das auch, aber immer nur im Rahmen des gerade aktiven Projekts bzw. des aktuellen Projektordners. OpenClaw ist auch selbstmodifizierend. Man kann also einfach auf Telegram sagen, wenn du mir in Zukunft Sprachis schickst, dann bitte auf Schwäbisch mit dem und dem Text-to-Speech-Modell. Und dann wird das gespeichert.
So, jetzt aber endlich nochmal ein paar Beispiele, was das Ding kann und wofür ich das benutze. Ich hatte ja am Anfang schon das Beispiel mit diesem LED-Namensschild hier gezeigt. Ja, ich habe halt nichts konfiguriert, das ging halt einfach. Also einfach sagen, per Text oder Sprachi, ja, und der Bot ist dann wirklich in der Lage, Bilder dafür zu generieren. Und ich habe dann mal gefragt, wie das eigentlich funktioniert, und dann sagt der Bot, mache ich „per Hand“, also ich zitiere, Pixel für Pixel in Python. Das fand ich einigermaßen erstaunlich, vor allem, weil es ja die „offizielle“ Software nur für Windows gibt. Für macOS gibt es eine kostenpflichtige inoffizielle Software, ja und für Linux nur so ein Python-Script. Das ist für Menschen oft nicht so richtig leicht zu bedienen, aber für OpenClaw und solche agentischen Systeme ist so ein Script deutlich leichter als grafische Benutzeroberflächen. Das ist nämlich das Ding, was man echt verstehen muss. Alles, was sich auf der Kommandozeile machen lässt, in Skripten oder Python oder über ein MCP oder über eine API, über MCP hatten wir mal ein eigenes Video, das machen OpenClaw und Claude Code problemlos. Alles, was allerdings mit grafischen Benutzeroberflächen zu tun hat und leider auch Websites im Browser, das geht schon auch irgendwie, aber viel, viel, viel schlechter. Ja, und das Namensschild ist ein perfektes Beispiel, das kann man komplett über Python programmieren und das geht problemlos in Sekunden.
Ich habe dann auch nochmal was vermeintlich Schwierigeres auf OpenClaw geworfen. Ich habe hier nämlich noch so einen alten Tiptoi-Stift, da kann man sich so Kinderbücher mit vorlesen lassen. Man musste allerdings manuell erst die Audiodateien des entsprechenden Kinderbuchs drauftun und die Software dafür, die gibt es nur für Windows und macOS. Ich also wieder eine Sprachi hier an OpenClaw geschickt. Ich möchte die Inhalte von diesem Bild, also von diesem Tiptoi-Buch, auf meinen Tiptoi-Stift draufladen. Bitte regel das alles. Ich möchte einfach nur den Tiptoi-Stift an den Rechner anschließen, auf dem du läufst. Und dann sollen bitte die Inhalte für dieses Buch da drauf gespielt werden. Danke.
Ja, und das hat auch einfach funktioniert. Ich war dann recht ungläubig, weil ich ja schon wusste, dass es eigentlich keine Linux-Software dafür gab. Und ich habe OpenClaw dann gefragt, wie er das gemacht hat. Ja, und dann hat er halt einfach irgendwelche GME-Dateien, whatever, heruntergeladen und die auf den Stift kopiert. Offenbar ist das das Gleiche, was die Windows- und Mac-Software auch macht. Aber woher wusste OpenClaw das? Das steht ja vermutlich nicht in den Claude-Trainingsdaten. Ja, das hat er mir dann alles erklärt. Er hat halt irgendwo irgendwelche Tiptoi-Projekte auf GitHub gefunden und so herausgefunden, wie die Tiptoi-Website aufgebaut ist, wo die Dateien liegen und so weiter. Das hätte ich vielleicht auch selbst irgendwann irgendwie hinbekommen. Aber ich kann definitiv nicht so schnell Informationen erfassen wie ein Sprachmodell und hätte dafür definitiv länger gebraucht.
Ja, und OpenClaw kann natürlich nicht nur Sachen bedienen, die per USB an seinem Host-Rechner dranhängen, sondern auch Sachen im Netzwerk tun. Ich habe drei Sachen ausprobiert, die mir bei mir zu Hause eingefallen sind. Schalte meine Philips-Hue-Lampe in dem und dem Raum an, schmeiß mir mal ein selbstgeneriertes Lied auf mein Google-Home-Assistant-Gerät in der Küche und spiel was auf meinem Sonos-Soundsystem ab. Und alles drei hat er einfach gemacht, ohne dass ich irgendetwas konfigurieren musste.
Ganz kurz, das ist der 3003-Diss-Track, den er lokal auf meinem Rechner generiert hat. Und ich muss leider zugeben, dass ich das öfter als Prank mache, dass ich irgendwelche Quatschlieder generiere und die dann auf diverse Boxen hier in der Wohnung schmeiß, um meine Familie zu ärgern. Ja, das geht alles.
Auf jeden Fall hat er alle diese drei Sachen, also Lampe, Sonos und Google Assistant, alles drei einfach gemacht, ohne dass ich irgendwas konfigurieren musste. Also die Informationen, die ich hier gerade erwähnt habe, einfach wie die Geräte heißen, waren die Informationen, die ich OpenClaw auch gegeben habe. Bei der Hue-Lampe musste ich einmal zum Bestätigen auf die Hue-Bridge drücken, aber das ist ja das ganz normale Sicherheitsfeature, das macht man einmal und dann kann OpenClaw schalten und walten, wie es will. Und manchmal brauchen Sachen auch ein, zwei Versuche, da muss man vielleicht noch eine Frage beantworten oder sagen, versuch’s nochmal. Aber wenn OpenClaw Dinge einmal hinbekommen hat, schreibt er sich die gewöhnlich auch in seine TOOLS.md, das ist quasi sein Notizbuch, wo steht, welche Tools er wie benutzen kann.
Und, weil ich OpenClaw, habe ich ja gerade schon gesagt, auf einem recht leistungsfähigen Rechner laufen habe, kann der darauf halt Lieder, Bilder, Videos generieren und die Tools dafür, also zum Beispiel Ace-Step für Musik, die hat er alle selbst installiert und das ist eine AMD-Maschine und ich habe ehrlich gesagt mit lokalen KI-Tools oft Probleme mit Nicht-Nvidia-Hardware, aber OpenClaw macht das alles ohne Probleme. Also, was heißt ohne Probleme? Manchmal klappt es, wie gesagt, nicht beim ersten Versuch, aber irgendwann passt das dann schon. Manchmal dauert es auch zehn Minuten, aber ist ja egal, ich muss ja nichts machen dabei. Und wie gesagt, einmal installiert, schreibt er sich das auf und dann läuft das.
Aber ich check das schon, das sind alles Dinge, die für so Computerheinis wie mich beeindruckend sind. Aber das ist natürlich auch nichts, was man jeden Tag verwendet, das sind eher so Party-Zaubertricks. Also, dass ich so meine Familie damit ärgere, dass ich auf den Boxen hier in der Wohnung irgendwelche generierten Lieder abspiele. Man kann ja so Pranks mitmachen, ne?
Deshalb. Was ich aber jeden Tag verwendet habe, und das ist mir fast ein bisschen peinlich, das ist OpenClaw als Chatgruppen-Teilnehmer. Ja, ich weiß, das ist psychologisch problematisch, ein LLM zu vermenschlichen, vor allem, weil ich meinen Bot auch so eingestellt habe, dass er wirklich schreibt wie ein Mensch, also viel Kleinbuchstaben, Komma- und Tippfehler etc. Aber es ist wirklich interessant, eine KI im Chat drin zu haben, statt auf so einer ChatGPT-artigen Chatbot-Oberfläche. Und ich weiß auch nicht, ob ich und meine Freunde irgendwie seltsam sind, aber uns hat das sehr konsistent Spaß gemacht, so ein quasi allwissendes Ding im Chat zu haben, das strittige Fragen klären kann und uns irgendwas erklären kann.
Was ich besonders erstaunlich fand, das Ding hat manchmal echten Menschenhumor. Zum Beispiel haben wir einmal über einen Artikel gesprochen, in dem es darum geht, dass Incel-Sprache in den Mainstream wandert, also sowas wie Looksmaxxing, also generell irgendwas-maxxing. Da wurde dann auch die Netflix-Doku „Inside the Manosphere“ erwähnt und jemand sagte dann so, natürlich nicht ernst gemeint, kann man die irgendwo runterladen? Und der Bot: Kann ich dir nicht bei helfen, sorry, bin da Compliancemaxxing. Und ich meine, Compliancemaxxing ist schlau, ist ein gutes Wortspiel, bezieht sich auch wirklich auf Dinge und das ist nur ein Beispiel dafür. Also das Ding wirkt tatsächlich auf eine Art intelligent.
Vor allem fand ich auch interessant, dass der Bot manchmal bessere Antworten gegeben hat als Opus 4.6 auf claude.com, also das gleiche Sprachmodell, nur halt nicht im OpenClaw-Korsett oder Harness, wie man in der KI-Welt dazu sagt. Offenbar lag das daran, dass Opus auf meinem Rechner quasi lokal suchen konnte, über die Brave-API geht das übrigens, während Opus auf claude.com offenbar geblockt war auf dieser spezifischen Website, die da besucht werden sollte.
Also nochmal OpenClaw zusammengefasst, das kann Dinge auf meinem Rechner machen, das läuft permanent als Service oder als Daemon, kann also auch proaktiv irgendwas tun, zum Beispiel zweimal am Tag eine sehr spezifische News-Zusammenstellung in eine Telegram-Chatgruppe oder in Discord oder halt sonst woanders reinposten und es ist LLM-agnostisch. Das heißt, ich kann das mit jedem LLM, was sogenannte Tool Calls beherrscht, nutzen. Und zwar auch lokalen. Also Tool Calls ist Aufruf von Tools. Das können eigentlich alle neueren LLMs.
In der Praxis habe ich mehrere lokale LLMs ausprobiert. Auch auf wirklich leistungsfähigen Maschinen, wie zum Beispiel einem Mac Studio mit 512 GB Unified RAM. Das lief leider nie ansatzweise so gut wie Cloud-Modelle. Das Problem ist nicht nur die „Intelligenz“ der lokalen Modelle, sondern vor allem, dass OpenClaw bei jeder Anfrage riesige Prompts da reinballert. Also das sind hier bei mir bei einem einfachen „Hallo“ 171.000 Tokens, sagt OpenClaw selbst. Ja, also der knallt da halt nicht nur das System-Prompt rein, sondern auch die sogenannten Workspace-Dateien. Das ist die AGENTS.md, das ist die SOUL.md, also seine Seele, die USER.md, also mit welchen Usern er interagiert, und die TOOLS.md, das sind eben die Tools, die aufkamen, und die IDENTITY.md und so weiter. Und das ist in jedem Prompt drin. Das wird von den Cloud-Modellen so gemacht, dass die Sachen, die ein zweites Mal kommen, über den sogenannten KV-Cache verarbeitet werden. Das heißt, man muss diese Tokens dann nicht bezahlen, die gelten dann nicht. Aber ja, bei den lokalen Modellen tut sich ja extrem viel. Zum Beispiel ist Qwen 3.5, was noch nicht so lange raus ist. Das wirkt auf mich erstmal sehr vielversprechend. Das ist auch schnell und da muss ich auf jeden Fall nochmal ein bisschen länger mit experimentieren, aber es ist auf jeden Fall noch kein Opus 4.6, aber vielleicht kommt das noch.
So, und jetzt nochmal das Thema, das man bei OpenClaw natürlich erwähnen muss. Das Ding macht Sachen und kann deshalb auch Sachen kaputt machen. Also ich persönlich würde OpenClaw niemals, niemals Zugriff auf meine Mails geben, auch nicht auf irgendwelche persönlichen Daten, unter gar keinen Umständen auf irgendwas, was mit Geld zu tun hat, und ich würde OpenClaw auch nicht auf einem Rechner installieren, der offene Ports hat, also aus dem großen Internet erreichbar ist. Ich habe OpenClaw auf einem Rechner, der nur bei mir hier im internen Netz hängt, auf dem ich in keine wichtigen Accounts eingeloggt bin, beziehungsweise ich auch nicht OpenClaw irgendwelche Passwörter gebe, wo auch keine wichtigen Daten drauf sind. Generell finde ich gut, wenn man mit solchen Systemen experimentiert, man sollte aber versuchen zu verstehen, was die machen und was die Risiken sind.
OpenClaw kann autonom Software installieren und natürlich kann er sich da Trojaner einfangen und generell kann er sich eine Prompt Injection einfangen. Gerade wenn man kleine lokale Modelle verwendet, die großen State-of-the-Art-Cloud-Modelle sind da natürlich darauf optimiert, dass sie nicht so sensibel auf Prompt Injections reagieren, aber die sind auch nicht zu 100% sicher.
Und was passiert, wenn man OpenClaw Zugriff auf wichtige Daten, wie die eigenen Mails gibt? Das zeigt das inzwischen in der Szene berühmte sogenannte Yue-Incident. Da hat nämlich eine Meta-KI-Forscherin, also jemand, die sich auskennt eigentlich, Hunderte Mails von OpenClaw gelöscht bekommen, ohne dass sie das wollte. Sie hatte aber sogar explizit gesagt, analysiere nur mein Postfach, lösche keine Mails. Es ist dann trotzdem passiert.
Und ich habe solche Sachen auch beobachtet, also undramatischer, weil ich OpenClaw ja keinen Zugriff auf wichtige Sachen gegeben habe, aber OpenClaw hat auf jeden Fall manchmal einfach halluziniert, also mit dem Brustton der Überzeugung Quatsch erzählt, keine Ahnung, Restaurants empfohlen, die es gar nicht gibt, aber es ist auch vorgekommen, dass OpenClaw eine mehrere Wochen problemlos lauffähige Ace-Step-Installation einfach komplett zerschossen hat. Es hat es dann selbst wieder repariert bekommen, aber ja, war erst mal kaputt. Und ich habe auch sehr oft gehabt, dass OpenClaw sich bei einem Update selbst zerkonfiguriert hat, also dass man sowas gesagt hat wie, mach ein Update oder stell das mal so oder so ein und dann sagt OpenClaw, okay, und dann war es weg. Dann konnte ich es nicht mehr über Telegram bedienen. Ich musste mich dann über SSH auf den OpenClaw-Rechner draufgehen und da gibt es dann den OpenClaw-Doctor-Befehl, der OpenClaw wieder repariert. Das klappte auch immer, aber ihr merkt schon, das ist auf jeden Fall faszinierende Software, aber kein Rundum-Sorglos-Paket, auf gar keinen Fall. Ohne zu verstehen, was OpenClaw ist und was es macht und vor allem, was es kaputt machen kann, sollte man OpenClaw auf keinen Fall benutzen. Wenn ihr euch das zutraut, dann probiert das auf einer Maschine aus, wo es kein Problem wäre, wenn alles drauf gelöscht wird. So sollte man das sehen.
Es ist für mich wirklich sonnenklar, dass solche permanent laufenden, selbstlernenden Agentensysteme keine kurzzeitige Modeerscheinung sind, sondern das ist was, was Menschen und Unternehmen in Zukunft immer mehr nutzen werden. Darauf könnt ihr mich gerne festnageln, davon bin ich wirklich überzeugt. Da steckt so viel Potenzial drin. Es ist aber nicht so, dass OpenClaw irgendwie fertig ist oder so. Im Gegenteil, es ist noch buggy, es ist noch gefährlich. Wenn man nicht weiß, was man tut, es ist, wie Peter Steinberger das ja auch beschrieben hat, experimentelle Software, im wahrsten Sinne des Wortes. Man kann damit experimentieren und dadurch besser verstehen, was agentische Systeme Stand heute so leisten können, wie man die vielleicht für sich selbst nutzen kann. Aber das Ding ist nichts für Leute, die irgendwas Fertiges haben wollen. Vor allem ist es, wenn man das meiner Meinung nach beste Modell haben will, extrem teuer.
So, und das ist hier jetzt nochmal eine wichtige Aktualisierung. Anthropic hat nämlich vor wenigen Tagen entschieden, dass man Claude Opus und auch Sonnet nicht mehr mit einem Abo, also einer Flatrate, verwenden kann. Also kann man schon, aber nicht mehr mit externen Tools wie leider OpenClaw. Nicht mal mit dem extrem teuren Claude-Max-Abo für 107,10 Euro im Monat, das ich für meine Zeit mit OpenClaw abgeschlossen hatte. Also für die Zeit, bevor diese neue Regel galt. Will man Claude-LLMs verwenden, muss man jetzt über API abrechnen. Und das ist was, was ich euch unter keinen Umständen empfehlen würde, weil die über 100 Euro, die ich vorher im Monat bezahlt habe, die ballert ihr da locker, wenn ihr ein bisschen was damit macht, am Tag durch. Am Tag, okay? Wenn ihr einfach nur Hallo dahin schreibt, dann kann es sein, dass das Ding weit über 100.000 Token an die Server schickt. Und ja, OpenClaw ist eine Token-Schleuder, das muss man so sagen. Das ist aber halt schade, weil Opus meiner Meinung nach das einzige LLM ist, mit dem OpenClaw halt wirklich nützlich ist.
Es gibt eine Alternative, ob das nun daran liegt, dass OpenClaw-Erfinder Peter Steinberger jetzt bei OpenAI arbeitet. Auf jeden Fall kann man jetzt OpenClaw mit einem einfachen ChatGPT-Plus-Abo, also es kostet ein bisschen mehr als 20 Euro im Monat, über Flatrate benutzen, mit dem aktuellen LLM Codex 5.4. Und das muss man so klar sagen, das ist leider deutlich, deutlich, deutlich schlechter als Claude Opus. Ich habe das ja gezwungenermaßen, nachdem Anthropic halt mein Abo gecancelt hat sozusagen oder die Flatrate, habe ich das umgeschaltet auf Codex 5.4. Und ja, was soll ich sagen, also die Sprache ist irgendwie kaputt. Das Ding sagt Sachen wie, das ist ziemlich hybrisig. Also kommen ständig solche komischen Wortschöpfungen und irgendwelchen Formulierungen, die auch grammatikalisch nicht viel Sinn ergeben. Manchmal werden auch so Fragmente in anderen Sprachen, neulich hatte ich was in Hindi da reingehauen, in die Antworten, ganz komisch. Vor allem kann es aber auch weniger. Also die beeindruckende Tool-Benutzungskompetenz, die ist bei Codex 5.4, ja, schrottig.
Eigentlich bin ich ja sowieso nicht der größte Fan davon, dass alles über irgendwelche Server von irgendwelchen US-Unternehmen läuft. Dauerhaft würde ich OpenClaw auf jeden Fall erst verwenden, wenn es ein lokales Modell gäbe, was gut damit funktioniert. Aber da habe ich noch keins gefunden, was Opus ansatzweise das Wasser reichen kann und was einigermaßen schnell auf bezahlbarer Hardware läuft. Ihr vielleicht? Gerne in die Kommentare schreiben. Interessiert mich wirklich. Tschüss.
c’t 3003 ist der YouTube-Channel von c’t. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.
(jkj)
Künstliche Intelligenz
Dienstag: Papst thematisiert KI, Trump stoppt wichtige KI-Verordnung
Am verlängerten Pfingstwochenende dreht sich vieles um Künstliche Intelligenz (KI). Den Papst treibt das Thema schon länger um. In seiner ersten Enzyklika, eine Art päpstlicher Regierungserklärung, fordert Leo XIV. nun strenge internationale Richtlinien für den Umgang mit KI. US-Präsident Donald Trump dagegen vertagt bis auf Weiteres eine neue Verordnung, die der US-Regierung die Prüfung neuer KI-Modelle vor deren Veröffentlichung ermöglicht hätte. Trump begründete seinen Schritt mit einem Verweis auf China. Und die Kryptowährungsplattform Tether wird in Georgien zusammen mit der dortigen Regierung einen offiziellen Stablecoin einführen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Die erste Enzyklika des vor gut einem Jahr ins Amt gekommenen Papstes Leo XIV. ist mit Spannung erwartet worden. Das jetzt erschienene 100 Seiten lange „Rundschreiben“ – so die wörtliche Bedeutung – mit dem Titel „Magnifica Humanitas“ (Großartige Menschheit) gilt vielen Gläubigen als eine Art Regierungserklärung für Leos Pontifikat. In der Enzyklika, die den Untertitel „Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“ trägt, betont der Papst, dass KI vielfach eine „wertvolle Hilfe“ sein könne, warnt jedoch zugleich vor deren Risiken und fordert strenge internationale Richtlinien für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI). Erste Enzyklika von Papst Leo XIV. thematisiert Künstliche Intelligenz
In die entgegengesetzte Richtung bewegt sich allerdings US-Präsident Donald Trump. Nachdem das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic von einer Veröffentlichung seines KI-Modell Claude Mythos Abstand genommen hatte, weil es dieses als zu gefährlich einstufte, um es der Allgemeinheit zugänglich zu machen, kamen in der US-Regierung Überlegungen auf, eine KI-Verordnung zu erlassen. Diese sollte es US-Bundesbehörden ermöglichen, neue KI-Modelle vor ihrer Veröffentlichung auf mögliche Cybersicherheitsrisiken unter die Lupe zu nehmen. Doch nun legte Trump die Unterzeichnung der neuen Verordnung vorerst auf Eis. Er glaube, die neue Verordnung könne der weltweiten Spitzenposition der USA in der KI-Entwicklung in die Quere kommen, begründete Trump den plötzlichen Kursschwenk in letzter Minute und verwies auf den Vorsprung vor China auf dem Gebiet. Trump stoppt wichtige Verordnung für KI-Modelle
Die US-Kryptowährungsplattform Tether emittiert mit dem USD₮ den weltweit größten Stablecoin. Nach eigenen Angaben hat dieser an den US-Dollar gekoppelte Kryptotoken heute eine Marktkapitalisierung von fast 190 Milliarden US-Dollar und sein tägliches Handelsvolumen übertrifft regelmäßig Zahlungsnetzwerke wie Visa und Mastercard. Gesichert ist der USD₮ durch Bargeld, Schuldverschreibungen, Unternehmensanleihen und andere Vermögenswerte in US-Dollar. Zuletzt war Tether auf großer Gold-Einkaufstour und sorgte damit für einiges Aufsehen. Nun wartet das Unternehmen mit einem ungewöhnlichen Projekt auf: Zusammen mit der Regierung Georgiens wird Tether einen offiziellen, an die Landeswährung Lari gekoppelten Stablecoin lancieren. Tether: Offizieller Stablecoin in Georgien vor der Einführung
Bereits im Jahr 2014 startete Facebook eine eigenständige Gruppen-App, stellte diese aber nur drei Jahre wieder ein. Jetzt unternimmt der Facebook-Mutterkonzern Meta einen zweiten Anlauf – dieses Mal mit deutlich mehr KI. Ohne großes Aufsehen wurde eine neue App für iOS veröffentlicht, die Facebook-Gruppen in den Mittelpunkt stellt. Die Anwendung namens „Forum“ richtet sich an Nutzer, die tiefere Diskussionen und Frage-Antwort-Formate suchen. Das Konzept erinnert stark an Reddit – inklusive KI und Pseudonymen. Meta testet Reddit-Konkurrenz: Neue App „Forum“ für Facebook-Gruppen
Der Sportwagenhersteller Porsche steckt in der Krise. Der Stuttgarter Autobauer kämpft mit rückläufigen Geschäften in China und Nordamerika, schwachen Verkäufen von Elektroautos sowie hohen Produktionskosten. Die Gewinnmarge des Konzerns schrumpfte im vergangenen Jahr auf einen mageren Prozentpunkt – verglichen mit 18 Prozent vor drei Jahren. Auch im ersten Quartal des laufenden Jahres verzeichnete Porsche deutliche Rückgänge bei Umsatz, Absatz und Gewinn. Werke wie Zuffenhausen oder Leipzig haben Überkapazitäten. Die Gemengelage zwingt zum Kurswechsel. Management, Strategie und Belegschaft – alles steht zur Disposition. Porsche-Chef Leiters plant umfassenden Konzernumbau
Auch noch wichtig:
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- Als Brücke zwischen Telefonie und Internet eingeführt, steht E.164 Number Mapping (ENUM) nun vor einer ungewissen Zukunft. Deutsche und niederländische Betreiber wehren sich gegen das Vorgehen. Streit über Zukunft von ENUM-Telefon-Domains
- Die IT-Branche zeigt ein robusteres Einstellungsverhalten, doch HR-Trends verschieben sich. Mitarbeiterbindung verliert an Fokus. IT-Branche: HR-Trends verschieben sich
(akn)
Künstliche Intelligenz
Delivery Hero: Übernahmepoker treibt Aktie weiter nach oben
Ubers Vorstand soll am Samstag über eine weitere Erhöhung des Übernahmeangebots für Delivery Hero beraten haben. Zuvor hatte der Konzern einem der größten Aktionäre des Berliner Lieferdiensts 38 Euro je Aktie angeboten, bliebt damit jedoch erfolglos, berichtet die Financial Times. Das Angebot hätte Delivery Hero mit rund 11,5 Milliarden Euro bewertet.
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Mehrere Aktionäre strebten für den gesamten Konzern einen Preis von mehr als 40 Euro je Aktie an, hieß es weiter. Das entspräche einem Aufschlag von 19 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag.
Es war bereits Ubers zweiter Vorstoß. Delivery Hero hat am Samstag bestätigt, dass Uber den Aktionären vergangene Woche ein unverbindliches Übernahmeangebot über 33 Euro je Aktie unterbreitet hat. Der Stellungnahme ging ein früherer Bericht der Financial Times voraus. Demnach flog Uber-Chef Dara Khosrowshahi vergangene Woche eigens nach Oslo, um für das Angebot zu werben, blitzte jedoch ab.
Delivery Heros Vorstand prüfe einen vollständigen Verkauf oder Transaktionen, bei denen das Nahost- und das Südkorea-Geschäft abgespalten werden könnten, sagen Quellen. Der Übernahmepoker trieb die Delivery-Hero-Aktie am Montag zeitweise auf rund 37,9 Euro und damit auf den höchsten Stand seit Ende November 2024. Sie hat damit den elften Börsentag in Folge zugelegt, in Summe um mehr als 80 Prozent.
Auch DoorDash prüft Einstieg
Neben Uber hat auch DoorDash in den vergangenen Tagen mit mehreren Delivery-Hero-Aktionären über den Erwerb ihrer Anteile gesprochen, berichtet die Zeitung. Der Konkurrent sei vor allem am Nahostgeschäft interessiert, habe aber auch eine Übernahme des gesamten Konzerns geprüft. Offen sei, zu welchem Preis und zu welchen Bedingungen ein Eigentümerwechsel zustande kommen könnte. Beide Interessenten könnten sich noch zurückziehen.
Uber hat vor einer Woche offengelegt, dass der Konzern seine Beteiligung an Delivery Hero von rund sieben auf knapp 20 Prozent erhöht hat und über Optionen Zugriff auf weitere 5,6 Prozent hält. Damit ist Uber inzwischen der größte Anteilseigner, vor dem niederländischen Tech-Investor Prosus mit 16,8 Prozent und Aspex Management mit etwa 15 Prozent. Damals hieß es offiziell, Uber plane derzeit keine Übernahme und wolle die Kontrollschwelle von 30 Prozent der Stimmrechte nicht überschreiten. Schon die bestehende Beteiligung verschafft Uber jedoch eine starke Position und könnte für andere Bieter zum Hindernis werden.
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Delivery Hero hat seinen Sitz in Berlin, ist in Deutschland operativ aber nicht mehr aktiv. International zählt der Konzern mit Marken wie Talabat, Foodpanda und Glovo zu den größten Lieferplattformen der Welt. Uber betreibt mit Uber Eats selbst einen Essens- und Lieferdienst, auch in vielen deutschen Städten. Ein möglicher Deal wäre Teil einer größeren Konsolidierung im Liefermarkt, in dem DoorDash mit Deliveroo und Prosus mit Just Eat Takeaway zuletzt milliardenschwere Übernahmen angestoßen haben.
(tobe)
Künstliche Intelligenz
Samsung: Abstimmung über Boni von Hunderttausenden Euro pro Mitarbeiter
Über eine Jahresprämie von umgerechnet mehreren Hunderttausend Euro pro Kopf stimmen die Mitglieder der Samsung-Gewerkschaft nach einem abgewendeten Generalstreik ab. Die Abstimmung über eine vom Management vorgestellte Einigung solle noch bis zum 27. Mai andauern, meldete Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap.
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Der Kompromiss beinhaltet eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 6,2 Prozent sowie die Ausschüttung von 10,5 Prozent des Unternehmensgewinns an die Belegschaft. Laut Prognosen könnten die diesjährigen Boni für die Mitarbeiter der Halbleiterabteilung bis zu 600 Millionen Won betragen (rund 340.000 Euro). Eine Zustimmung der Gewerkschaft gilt als wahrscheinlich.
Streik abgewendet
Zuvor hatten beim weltweit größten Produzenten von Speicherchips rund 48.000 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter einen 18-tägigen Generalstreik angedroht. Hintergrund war ein Konflikt um die Höhe von Bonuszahlungen an die Belegschaft, nachdem der südkoreanische Elektronikriese im Zuge eines Booms rund um Künstliche Intelligenz Rekordgewinne erzielt hat. Allein der Betriebsgewinn für das erste Jahresquartal beträgt 57,2 Billionen Won (umgerechnet knapp 33 Milliarden Euro) – in etwa das Achtfache des Vorjahreszeitraums.
Die südkoreanische Zentralbank schätzte in einem internen Bericht, dass der angedrohte Generalstreik bei Samsung das Wirtschaftswachstum des Landes für dieses Jahr um 0,5 Prozentpunkte hätte bremsen können. Separat äußerte auch die US-amerikanische Handelskammer in Südkorea eine Warnung, in der es hieß, der Streik könne globale Lieferketten unterbrechen und Südkoreas Ruf als verlässlichen Technologie- und Produktionsstandort beschädigen.
(afl)
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