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Digital Business & Startups

Die SaaSpocalypse und die Stunde der deutschen B2B-Software


#Gastbeitrag

Globale SaaS-Plattformen verlieren Glanz, KI-Agenten übernehmen Aufgaben, die einst ganze Softwarekategorien rechtfertigten – und ausgerechnet jetzt rückt der deutsche Mittelstand in den Fokus. Ein Gastbeitrag von Nicolas Barthalon (Ventech).

Die SaaSpocalypse und die Stunde der deutschen B2B-Software

Die Euphorie rund um Software-as-a-Service hat lange gereicht. Jahrelang wuchsen SaaS-Bewertungen, als hätten Softwareunternehmen das Recht auf ewige Expansion gepachtet. Dann kam die KI – und mit ihr das, was im Silicon Valley bereits als „SaaSpocalypse“ diskutiert wird: KI-Agenten, die ganze Aufgabenbereiche übernehmen, die zuvor dutzende spezialisierte Tools erforderten. Warum noch für drei verschiedene CRM-Insellösungen zahlen, wenn ein Agent die Daten selbst pflegt, priorisiert und auswertet?

Das klingt nach einem Bedrohungsszenario. Für viele etablierte Anbieter ist es das auch. Aber für eine bestimmte Kategorie von B2B-Software – nämlich solche, die tief in operative Prozesse eingebettet ist und branchenspezifisches Know-how kodiert – eröffnet diese Disruption eine Chance. Nicht trotz der KI-Welle, sondern wegen ihr.

Late-mover Vorteil – und seine Grenzen

Unternehmen ohne komplexe Legacy-IT können KI-Lösungen tatsächlich schneller und moderner aufsetzen, weil sie keine über Jahrzehnte verkrusteten Architekturen migrieren müssen. Dieser Late-Mover-Vorteil ist real – aber er betrifft vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, die größere IT-Projekte lange aufgeschoben haben. Große Industrieunternehmen hingegen haben häufig beides: komplexe IT-Strukturen und gleichzeitig noch erhebliche Digitalisierungslücken. Und hier liegt der entscheidende Haken. Denn wenig Digitalisierung bedeutet auch wenig Daten. Ohne belastbare, strukturierte Daten bleibt KI wirkungslos. KI-Agenten können nur in klar definierten, digital abgebildeten Prozessen funktionieren – wo diese Grundlage fehlt, entsteht kein Beschleunigungseffekt, sondern zusätzlicher Aufwand, um erst eine digitale Basis zu schaffen. Außerdem fehlen oft digitale Kompetenzen.

Dennoch gibt es einen Grund für vorsichtigen Optimismus: KI-Modelle entwickeln sich derzeit in einem Tempo von Monaten, nicht Jahren. Wer heute die neueste Generation einführt, kann damit technologisch nahezu aufschließen, selbst wenn vorher Jahre an Digitalisierung versäumt wurden. Diesen „Leapfrog-Effekt“ sollte man nicht überbewerten, aber er ist real. Die Bedingung bleibt allerdings dieselbe: Die digitale Grundinfrastruktur muss geschaffen werden. Datengrundlagen bereinigen, Prozesse digital abbilden, Integrationen herstellen – das ist keine Option, sondern Voraussetzung.

Physical AI: Automatisierung für den Mittelstand 

KI-Agenten steigern die interne Effizienz – doch die nächste Welle der Automatisierung geht weiter: Sie verlässt den Bildschirm und betritt die Fabrikhalle. Bisher war Robotik vor allem eine Technologie für Großkonzerne mit hohen Stückzahlen und standardisierten Abläufen. Der Aufwand, einen Roboter für eine spezifische Aufgabe zu programmieren, rechnete sich schlicht nicht für mittelständische Produktionen mit hoher Varianz und kleinen Serien. Das ändert sich gerade grundlegend. Dank KI-Training mit synthetischen Daten müssen Roboter nicht mehr für jede einzelne Tätigkeit explizit programmiert werden. Man gibt ihnen eine Mission – und sie entwickeln selbstständig eine Strategie, um sie auszuführen. Sie passen sich in Echtzeit an neue Situationen an, ohne dass Ingenieure jeden Schritt vorschreiben müssen. Automatisierung, die bisher als zu komplex oder zu kleinserig galt, wird damit erstmals wirtschaftlich. Für den deutschen Mittelstand eröffnet das eine spannende Gleichung: Wer Physical AI einsetzt, kann gleichzeitig interne Effizienz steigern, Produktmargen verbessern und wettbewerbsfähig bleiben – und das bei einem akuten Fachkräftemangel. Aufgaben, für die qualifizierte Arbeitskräfte fehlen, können schrittweise übergeben werden. Das ist kein fernes Zukunftsszenario, sondern eine Entwicklung, die sich in konkreten Investitionen und Produkten bereits abzeichnet.

Drei Beispiele, die zeigen, wie es geht

Auf der Software-Seite zeigen bereits einige europäische Startups konkret, wo die Hebel ansetzen. Prewave etwa steht für den Zugang und die Nutzung von Daten als Wettbewerbsvorteil: Wer seine Lieferkette in Echtzeit überblickt, also Risiken frühzeitig erkennt, Abhängigkeiten versteht, auf Störungen proaktiv reagiert, baut eine Resilienz auf, die Konkurrenten ohne diese Datenbasis schlicht nicht haben. Ein weiteres gutes Beispiel ist DrimCo. Das Unternehmen löst einen der zähesten Schmerzpunkte im deutschen Maschinenbau: komplexe B2B-Ausschreibungen, die Vertriebsteams tagelang binden. KI, die diesen Prozess strukturiert und beschleunigt, ist kein Komfort-Feature – sie verändert die Wettbewerbsfähigkeit fundamental. amber aus Aachen hingegen adressiert eine Herausforderung, über die meiner Meinung nach zu wenig gesprochen wird. In einer Wirtschaft, die vom Wissen ihrer Mitarbeitenden lebt, droht ein unsichtbarer Aderlass: Jahrzehnte an Erfahrung verschwinden, wenn die Generation der Expertinnen und Experten in Rente geht. Zurück bleiben verstreute Spuren in Dateien, E-Mails und Notizen. amber verwandelt diesen digitalen Fußabdruck in lebendiges Unternehmensgedächtnis und mit amberSearch entsteht aus fragmentierten Informationsinseln ein vollständiges, dynamisches Bild, das auffindbar, verstehbar und direkt nutzbar ist, für Menschen wie für KI-Agenten. 

Keine Angst vor der Zäsur

Die SaaSpocalypse ist kein Ende. Sie ist eine Zäsur und ein Neubeginn. Software, die sich mit generischen Aufgaben begnügte, wird verschwinden. Software, die echte operative Tiefe bietet, branchenspezifisches Wissen kodiert und die digitale Basis für KI-Agenten schafft, wird wichtiger denn je. Der deutsche Mittelstand hat die Strukturen, die Branchenkenntnis, um jetzt zu handeln. Was fehlt, ist Entschlossenheit: die Bereitschaft, Datengrundlagen zu bereinigen, Integrationen zu schaffen und auf Technologien zu setzen, die Komplexität nicht nur verwalten, sondern lösen. Als Investor sehe ich Europa und Deutschland im Besonderen in einer stärkeren Position, als es das aktuell herrschende Angstbild vermuten lässt. Die KI-Ära ist nicht im Kommen, sie ist bereits da. Die Frage ist nur, wer die Infrastruktur baut, auf der sie läuft.

Über den Autor
Nicolas Barthalon ist Senior Investor bei Ventech, einem europäischen Venture-Capital-Fonds mit Fokus auf B2B-Software und Deep Tech. Das Portfolio umfasst mehr als 100 Unternehmen in Europa und Nordamerika.

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Die „Zalando-Mafia“: Diese 5 Startups sind aus dem Modehändler entstanden


Die „Zalando-Mafia“: Diese 5 Startups sind aus dem Modehändler entstanden

Godfather Robert Gentz hat Zalando mitgegründet.
picture alliance / ipa-agency | Marco Destefanis / ipa-agency.ne

Als Robert Gentz und David Schneider 2008 Zalando gründeten, hätte kaum jemand erwartet, dass deren Firma eine der größten Startup-Erfolgsgeschichten Deutschlands wird. Der Name Zalando steht für Online-Mode wie Tempo für Taschentücher. Es ist die Art von ehemaligem Startup, die Witze inspiriert, in der Art von „Wir bauen das Zalando für XY“. Und tatsächlich: 54 Startups sind aus dem Netzwerk des deutschen Mode-Händlers hervorgegangen. Damit ist das Unternehmen die fünftgrößte Founder-Factory in Europa. In solchen Fällen spricht man in der Szene auch von einer „Mafia“: ein Netzwerk von Ehemaligen, das sich gegenseitig unterstützt. Wir stellen euch fünf Zalando-Zöglinge vor.





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Quantum Diamonds erhält 91 Millionen – Lissi sammelt 3,5 Millionen ein – Finto bekommt 3,4 Millionen


#DealMonitor

+++ #DealMonitor +++ Quantum Diamonds erhält 91 Millionen +++ Lissi sammelt 3,5 Millionen ein +++ Finto bekommt 3,4 Millionen +++ Birdsview erhält 2,5 Millionen +++ Carewell streicht 1,5 Millionen ein +++ Propcorn bekommt sechsstellige Summe +++

Quantum Diamonds erhält 91 Millionen – Lissi sammelt 3,5 Millionen ein – Finto bekommt 3,4 Millionen

Im #DealMonitor für den 9. Juli werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE

The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND
+++ Du hast unsere phänomenale dritte STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: Die nächste STARTUPLAND findet am 10. März 2027 statt. Mehr über Startupland

INVESTMENTS

Quantum Diamonds
+++ Der Berliner Impact-Investor World Fund, IQ Capital, Earlybird, First Momentum, UnternehmerTUM Funding for Innovators, Creator Fund, Onsight Ventures, Bayern Kapital und mehrere Business Angels investieren 15 Millionen Euro in QuantumDiamonds. Hinzu kommen 76 Millionen Euro an Fördergeldern durch den European Chips Acts. Das Startup aus München, 2022 von Kevin Berghoff, Kristina Liu, Dominik Bucher, Tammo Sievers und Fleming Bruckmaier gegründet, entwickelt „Sensoren, die eine zerstörungsfreie Bildgebung von Magnetfeldern im Nanobereich ermöglichen“. IQ Capital, Earlybird, Onsight Ventures, First Momentum, Creator Fund und UnternehmerTUM investierten zuvor bereits 3 Millionen Euro in Quantum Diamonds. „Mit den Mitteln aus der Runde plant QuantumDiamonds, seine Technologie weiter zu skalieren und sein Ingenieurteam zu erweitern“, heißt es in einer Presseaussendung. Der World Fund hielt zuletzt rund 17 % am Unternehmen. Mehr über Quantum Diamonds

Lissi
+++ Der französische Investor Ventech, BMH Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen, main incubator und Ninepointfive Ventures investieren 3,5 Millionen Euro in Lissi. Das junge FinTech aus Frankfurt am Main, das vom Commerzbank-Ableger neosfer ausgebrütet und 2023 von Helge Michael, Sebastian Bickerle und Adrian Doerk ausgegründet wurde, bietet eine „Software für Unternehmen und den öffentlichen Sektor an, um mit EUDI-Wallets nach eIDAS 2.0 zu interagieren“. Ventech hält nun 31,6 % am Unternehmen. Mehr über Lissi

Finto
+++ Der US-Investor Lightspeed, Gradient, Y Combinator und Business Angels wie Lukas Deutsch, Jürgen Klöpffer und Michael Felix investieren 3,4 Millionen US-Dollar in Finto. Das FinTech aus München, 2025 von Jonas Morgner, Lorenz Neuner und Linus Boehm gegründet, automatisiert die Rechnungsverarbeitung in Unternehmen mit KI-Agenten. Die Plattform verarbeitet Eingangsrechnungen von der Datenerfassung und Prüfung bis zur Verbuchung im ERP-System und reduziert so den manuellen Aufwand in Finanzabteilungen. Mehr über Finto

Birdsview 
+++ Der belgische Investor Fortino Ventures und Newion aus den Niederlanden investieren 2,5 Millionen Euro in BirdsViewsiehe EU-Startups. Das Startup aus Leipzig, von den Datenwissenschaftlern Tim Kuesters und Ozan Tuerker gegründet, kümmert sich um High-end-Marketing-Automatisierung. Das Team möchte insbesondere „kleinen E-Commerce-Unternehmen dabei helfen, ihre eigenen Kundendaten in leistungsstarke, personalisierte Marketingstrategien zu transformieren und einmalige Käufer in treue Kunden zu verwandeln“. Der Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS) investierte zuvor bereits eine siebenstellige Summe in das Unternehmen. Fortino und Newion halten nun jeweils 9,5 % am Unternehmen. Mehr über BirdsView

Carewell 
+++ StartAngels Network (Lucian Wagner) SICTIC, Kickfund und Business Angels investieren 1,5 Millionen Schweizer Franken in Carewell. Das Startup aus Lausanne, 2024 von Soazig Olivin, Josselin Meylan, Mathieu Dubois und Fabian Mösli gegründet, hilft Gesundheitseinrichtungen dabei, Personallücken zu schließen. Die Plattform vermittelt Pflege- und Gesundheitsfachkräfte für flexible Einsätze und bringt beide Seiten per Algorithmus zusammen. Mehr über Carewell

Propcorn 
+++ Die Wiener Compass-Gruppe, die sich um Wirtschaftsinformationen kümmert, Hansmann Family Office, Weilburg Ventures, Calm/Storm und tecnet equity investieren eine sechsstellige Summe in Propcorn – siehe Brutkasten. Das Startup aus Wien, von  Niki Stadler, Benjamin Buchta und Bertty Contreras gegründet, hat sich vorgenommen, den Immobiliensektor mit AI zu revolutionieren. Es ist „unser Ziel, die Kraft der KI zu nutzen, um automatisch das volle Baupotenzial unserer Kunden zu erschließen“, heißt es zum Konzept. tecnet equity, Hansmann Family Office, Calm/Storm und Weilburg Ventures investierten zuvor bereits in das Unternehmen. Mehr über Propcorn

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Foto (oben): azrael74



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Gründerszene Sommercamp: Mit KI in zehn Wochen ein Startup bauen?


Gründerszene Sommercamp: Mit KI in zehn Wochen ein Startup bauen?

Aus rund 200 Bewerbungen haben sich diese acht Talente durchgesetzt.
Martin U. K. Lengemann

Von KI, die dir Handwerker vermittelt, bis zu einer App, die endlich die Frage „Wo gehen wir essen?“ beantwortet. Acht KI-Builder ziehen ins Gründerszene-Startupcamp „Gründerszene sucht die Supergründer“ ein, mit nur einem Ziel: ihre Ideen in die Realität umzusetzen.

Das Sommercamp „Gründerszene sucht die Supergründer“ ist ein zehnwöchiges Fellowship von Gründerszene. Acht ausgewählte Fellows entwickeln dabei mithilfe von Künstlicher Intelligenz Consumer-Apps. Unterstützt wird das Programm von unseren Partnern Dash0DHL, OpenAI & Vercel.

Die Fellows könnten unterschiedlicher kaum sein. Die einen haben bei Google oder Uber programmiert, die anderen Startups mit aufgebaut, in Venture-Capital-Fonds gearbeitet oder Unternehmen beraten. Doch am Ende zählt nicht der Lebenslauf, sondern wer in zehn Wochen die beste Idee baut. Unterstützung gibt es zwar jede Menge, geschenkt wird sich trotzdem nichts.

Hier kommen die acht Köpfe, die in diesem Sommer um den Titel „Supergründer“ – und 10.000 Euro Preisgeld – kämpfen.

1. Theodora Both: Vom Dating in die Restaurants

Theodora Both (24) liebt den Startup-Alltag und sagt selbst, dass sie schon mit 16 wusste, Unternehmerin werden zu wollen. Druck ist für sie dabei kein Problem: „Ich liebe Druck, dann arbeite ich noch härter und besser.“ Dass sie Aufmerksamkeit erzeugen kann, hat sie bereits bewiesen: Mehrfach ist sie mit ihren Inhalten viral gegangen. Die anderen Teilnehmer sollten also aufpassen, denn Theodora weiß, wie man Menschen erreicht.

Theodora Both wird Unternehmerin. Das ist ihr klar. Und uns auch.

Theodora Both wird Unternehmerin. Das ist ihr klar. Und uns auch.
Martin U. K. Lengemann

Theodora hat mit SheLeads bereits eine Community von über 1.200 jungen Frauen aufgebaut und gezeigt, dass sie Menschen zusammenbringen und Projekte wachsen lassen kann. Neben Erfahrungen bei PwC und EY studiert sie Entrepreneurship an der WHU und arbeitet heute an ihrer eigenen Personal-Brand-Agentur. Jetzt will sie beweisen, dass sie nicht nur Communities aufbauen, sondern auch ein Startup skalieren kann. Anfangs wollte sie eine Dating-App bauen, jetzt geht sie in Richtung Restaurants oder vielleicht doch was anderes? Was klar ist: Sie mag Pivots.

2. Suna Marie Tamboga: Der Handwerker kommt – und weiß schon, was kaputt ist

Kaum etwas testet die Geduld so sehr wie ein kaputter Wasserhahn und die Suche nach jemandem, der ihn repariert. Suna Marie Tamboga (20) will beides deutlich entspannter machen. Ihre Plattform soll Haushalte mit lokalen Handwerksbetrieben verbinden.

Kaputter Wasserhahn statt endloser Telefonate: Suna Marie Tamboga arbeitet an einer KI-Plattform, die den passenden Handwerksbetrieb automatisch vermittelt.

Kaputter Wasserhahn statt endloser Telefonate: Suna Marie Tamboga arbeitet an einer KI-Plattform, die den passenden Handwerksbetrieb automatisch vermittelt.
Martin U. K. Lengemann

Startup-Luft hat Suna bereits reichlich geschnuppert. Neben ihrem Studium an der Zeppelin Universität hat sie als Founders Associate bei Bounti und opus direkt an Themen wie Vertrieb, Produkt und Wachstum gearbeitet. Mit ihrer Leidenschaft für Unternehmertum und Innovation sitzt sie jetzt selbst auf der Gründerseite des Tisches. Ihr Motto dabei: „Gas geben.“ Warum sie an den Sieg glaubt? „Ich glaube, dass ich Supergründerin werden kann, weil ich sehr an meine Idee glaube und sie ein Problem löst“, so Suna.

3. Minh Vu Ngo: Wenn KI-Zwillinge zuerst flirten

Auch Minh Vu Ngo (30) wollte anfangs eine Dating-App bauen. Konkurrenz für Theodora? Oder ein großer Merger? Wir werden sehen!

Mag Tech: Minh Vu Ngo.

Mag Tech: Minh Vu Ngo.
Martin U. K. Lengemann

Minh bringt einen starken KI- und Engineering-Background mit: Nach Stationen bei Google, Amazon und Uber sowie Forschungserfahrung an der Harvard University gründete er mit Cevee seine eigene KI-basierte Karriereplattform. Mit seinem Wissen aus Computer Science, Machine Learning und Produktentwicklung baut er heute daran, Karriereorientierung für die nächste Generation neu zu denken.

„Meine Freunde glauben immer an mich“, sagt er. Gleichzeitig ist er überzeugt, dass viele seine Soft Skills unterschätzen. Und was sein Ziel im Camp angeht, lässt er keinen Zweifel: „Ich bin ein super kompetitiver Mensch. Ich bin natürlich hier, um zu gewinnen.“

4. Vincent Betz: Prognosen statt Glücksspiel

Vincent Betz (25) setzt auf Vorhersagen statt Wetten: Seine Idee ist eine Social-App, in der Nutzer Prognosen zu aktuellen Ereignissen abgeben und sich mit Freunden messen können, ganz ohne echtes Geld und damit außerhalb klassischer Glücksspielregeln (Glück gehabt!).

Er sagt gegenüber Gründerszene, das Startup-Camp fühlt sich für ihn ein bisschen wie „Love Island für Startups“ an. Druck verspürt Vincent nach eigener Aussage selten – mal schauen, wie lange das noch anhält.

Wer hat das bessere Gespür für die Zukunft? Vincent Betz entwickelt eine App, in der Nutzer Vorhersagen zu aktuellen Themen treffen und sich mit Freunden messen können.

Wer hat das bessere Gespür für die Zukunft? Vincent Betz entwickelt eine App, in der Nutzer Vorhersagen zu aktuellen Themen treffen und sich mit Freunden messen können.
Martin U. K. Lengemann

Einen Exit kann Vincent schon von seiner To-do-Liste streichen. Nach seinem Studium in Management & Technology an der TUM und einem Austauschjahr an der UC Berkeley gründete er mehrere AI/ML-Startups. Mit Jarts, einer Plattform für KI-Sichtbarkeit von Unternehmen, baute er in nur wenigen Monaten ein Produkt auf, das von über 2.000 Agenturen und Marken genutzt wurde und erfolgreich übernommen wurde. Jetzt widmet er sich bereits der nächsten Idee.

5. Jolina van Laaten: Gesundheit beginnt beim Lesen

Was wäre, wenn man beim Lesen eines Gesundheitsartikels direkt den passenden Test bestellen könnte? Genau daran arbeitet Jolina van Laaten (22). Ihre Idee verbindet Gesundheitsanalysen mit medizinischen Testangeboten. Nutzer können Tests bestellen, erhalten ihre Ergebnisse verständlich von einer KI erklärt und bekommen konkrete Handlungsempfehlungen für die nächsten Schritte. „Die Idee ist, dass ihr mit meiner App gesund bleiben könnt. Ich will es für euch möglich machen, Daten über euren Körper zu verstehen“, beschreibt Jolina ihre Vision. Druck im Camp sieht sie dabei nicht nur als Herausforderung – er motiviert sie, an ihre Grenzen zu gehen.

Dr. Google bekommt Konkurrenz: Jolina van Laaten entwickelt eine Plattform, die Gesundheitswissen mit Tests und KI-gestützter Auswertung verbindet.

Dr. Google bekommt Konkurrenz: Jolina van Laaten entwickelt eine Plattform, die Gesundheitswissen mit Tests und KI-gestützter Auswertung verbindet.
Martin U. K. Lengemann

Jolina bringt einen bunten Mix aus Venture Capital, Beratung und E-Commerce mit. Während ihres Studiums in Entrepreneurship and Business Innovation sammelte sie Erfahrungen bei Stationen wie Heartfelt, PwC und Oiko International Consulting – von Investments über Venture Development bis hin zu digitalen Geschäftsmodellen. Heute verbindet sie diesen Blick auf Innovation mit ihrer Begeisterung für digitale Gesundheitslösungen und die Frage, wie Technologie Gesundheit smarter machen kann.

6. Garry Lazovskis: Restaurantsuche nach Bauchgefühl

„Ich habe Lust auf etwas Gemütliches, vegetarisch wäre gut und bitte nicht zu laut.“ Genau solche Anfragen soll Garry Lazovskis (21) App beantworten. Eine KI schlägt passende Restaurants vor, inklusive Reservierungsmöglichkeiten und personalisierten Empfehlungen.

Heute Pizza oder Sushi? Garry Lazovskis entwickelt eine KI-App, die nicht nur Restaurants kennt, sondern auch versteht, worauf Nutzer gerade Lust haben.

Heute Pizza oder Sushi? Garry Lazovskis entwickelt eine KI-App, die nicht nur Restaurants kennt, sondern auch versteht, worauf Nutzer gerade Lust haben.
Martin U. K. Lengemann

Wie er mit dem Druck im Camp umgehen wird? „Das werde ich herausfinden“, sagt Garry. Er hoffe natürlich, dass es gut klappt. Beim Ausgang des Wettbewerbs zeigt er sich dagegen selbstbewusst: „Ich werde euch zeigen, warum ich der Supergründer bin. Wir sehen uns am Final Day – dann schauen wir, wer die 10.000 Euro bekommt.“

Bereits als Jugendlicher gründete Garry seine erste Agentur und sammelte früh Erfahrung im Aufbau digitaler Projekte. Heute arbeitet er an Softwarelösungen für die Gastronomie, die Gastro-Welt kennt er also nicht nur vom Tisch aus. Zudem hat er sich sehr mit Theodora und Vu angefreundet. Vielleicht machen sie eine App zu dritt?

7. Amerigo Velletti: Der KI-Einkäufer für Secondhand

Nachhaltig shoppen? Klar. Stundenlang durch tausende Angebote scrollen? Eher nicht. Amerigo Velletti (21) möchte Secondhand-Suche automatisieren und damit Zeit sparen.

Sein KI-Agent durchforstet im Netz Plattformen wie Kleinanzeigen oder Vinted und findet genau die Angebote, die zu den Wünschen der Nutzer passen. Statt sich stundenlang durch Listings zu klicken, lässt man einfach die KI suchen.

Vintage-Fundstücke statt Browser-Chaos: Amerigo Velletti entwickelt eine KI, die die Schnäppchenjagd auf Secondhand-Plattformen übernimmt.

Vintage-Fundstücke statt Browser-Chaos: Amerigo Velletti entwickelt eine KI, die die Schnäppchenjagd auf Secondhand-Plattformen übernimmt.
Martin U. K. Lengemann

Amerigo bringt einen starken technischen Hintergrund mit: Nach Stationen im IT-Umfeld und seinem Studium der Wirtschaftsinformatik an der TU München arbeitet er heute als Founding Engineer an KI-Anwendungen und Automatisierungslösungen.

Warum er am Ende der Supergründer werden will? „Weil ich innovativ bin, aber auch die entsprechenden Tech-Erfahrungen mitbringe“, sagt Amerigo.

8. Klaas Wibker: Jeder kann Influencer werden

Influencer sein war lange ein Spiel für Menschen mit riesiger Community. Klaas Wibker (23) sagt: Muss nicht sein. Seine App macht aus alltäglichen Nutzern kleine Werbestars. Sie drehen kurze Clips für Marken und werden belohnt, wenn ihre Videos durchstarten.

Nicht jeder braucht Millionen Follower: Klaas Wibker entwickelt eine App, mit der auch kleine Creator große Marken unterstützen – und dafür belohnt werden.

Nicht jeder braucht Millionen Follower: Klaas Wibker entwickelt eine App, mit der auch kleine Creator große Marken unterstützen – und dafür belohnt werden.
Martin U. K. Lengemann

Vom Jurastudium in Leipzig über Stationen in der Tech- und Finanzwelt bis zum eigenen Startup: Klaas Wibker verbindet rechtliches Know-how mit einer großen Portion Gründergeist. Nach Erfahrungen unter anderem im Umfeld von Trade Republic wagt er jetzt den Schritt ins Unternehmertum. Sein persönlicher Leitsatz: „Das Wichtigste ist, die Probleme anzupacken, die einem begegnen, und sich nicht unterkriegen zu lassen.“ Ob seine Idee durchstartet? Wird sich zeigen. Spannend wird dieser Sommer auf jeden Fall.





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