Künstliche Intelligenz
Digitaler Euro: Einführung kostet die EU-Banken Milliarden
Die Einführung des digitalen Euro könnte den europäischen Banken in den ersten Jahren Kosten in Milliardenhöhe verursachen. „Unsere Schätzungen auf Grundlage der Angaben der Banken gehen von Implementierungskosten zwischen vier und sechs Milliarden Euro über vier Jahre aus“, sagte der EZB-Direktor Piero Cipollone am Donnerstag vor einem italienischen Parlamentsausschuss. Darüber berichtete die italienische Tageszeitung La Repubblica. Die genannte Summe entspreche in etwa drei Prozent der jährlichen Ausgaben der Banken für die Wartung ihrer IT-Systeme.
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Cipollone erklärte außerdem, dass sich die Startkosten der neuen digitalen Währung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf schätzungsweise 1,3 Milliarden Euro belaufen werden. Hinzu kämen Betriebskosten von etwa 300 Millionen Euro. Er sagte nicht, ob es sich dabei um einen jährlichen Betrag handelt.
Die EZB peilt einen Start des digitalen Euro im Jahr 2029 an. Eine Einigung auf politischer Ebene in Europa steht aber bislang aus. Im vergangenen Oktober beschloss der Rat der Zentralbank, die Vorbereitungen zur Einführung der europäischen Zentralbankwährung fortzusetzen. Sollte die Verordnung zur Einführung des digitalen Euro in diesem Jahr angenommen werden, könnten ein Pilotprojekt und erste Transaktionen ab Mitte 2027 in Angriff genommen werden. Die EZB wählt die Banken aus, die an der Pilotphase teilnehmen möchten.
Ergänzung zum Euro-Bargeld
Der digitale Euro soll das Euro-Bargeld ergänzen, aber nicht ersetzen. Das unterstrich nun auch Cipollone. „Niemand zwingt irgendjemanden, den digitalen Euro zu verwenden. Die EZB ist vielleicht die lauteste Stimme zur Verteidigung des Bargeldes im Euroraum, wenn Sie die Debatte verfolgen“, sagte er. Was Transaktionen mit dem digitalen Euro angeht, „sehen wir nur Codes, wir wissen nicht, wer hinter diesen Personen steckt“. Und weiter: „Nur die Banken haben die Identifikationsdaten. Die EZB weiß nichts über die Transaktionen. Was die Gerüchte angeht, dass die EZB einen Big Brother schafft, dass wir kontrollieren werden, wie die Menschen bezahlen, die Freiheit der Menschen, so glaube ich, dass wir diese als Fake News einstufen können. Das ist technisch nicht möglich.“
Mit dem digitalen Euro will die EU unabhängiger werden von US-Finanzdienstleistern wie Paypal, Apple Pay, Mastercard oder Visa. „Der digitale Euro würde eine europäische Alternative bieten, die im gesamten Euro-Währungsgebiet akzeptiert wird und den Händlern mehr Verhandlungsmacht bei der Aushandlung von Servicegebühren verschaffen würde“, so Cipollone. Auch EU-Bürger außerhalb des Währungsraums könnten mit digitalen Euro bezahlen, wenn ihre nationale Zentralbank eine Vereinbarung mit der EZB treffe, so der EZB-Direktor.
Im vergangenen Monat hatte der Präsident des rheinland-pfälzischen Sparkassenverbandes, Thomas Hirsch, kritisiert, der digitale Euro bringe hohe Kosten und wenig Nutzen für die Kunden. Auch habe ein Zusammenschluss europäischer Banken, darunter die Sparkassen, mit Wero ein gesamteuropäisches Bezahlsystem bereits realisiert, so Hirsch. Vor dem Bankenausschuss im italienischen Senat sagte Cipollone laut der Nachrichtenagentur Reuters nun, dass die Banken die anfallenden Kosten durch die Gebühren, die sie von Händlern für die von ihnen angebotenen digitalen Euro-Dienstleistungen erhalten, werden decken können. Für Händler wiederum werde es einen Anreiz in Form einer Gebührenobergrenze geben. Die EZB wird selbst keine Gebühren für ihren Netzwerkdienst erheben.
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(akn)
Künstliche Intelligenz
KI-Update kompakt: AI Impact Summit, Security Dashboard, Ring-Kameras, KI-Bremse
KI-Abkommen und Rufe nach Regulierung beim KI-Gipfel in Indien
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Deutschland und Indien haben beim AI Impact Summit in Neu-Delhi ein KI-Abkommen unterzeichnet. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger und sein indischer Amtskollege wollen indische IT-Expertise mit dem deutschen Mittelstand und der Industrie zusammenbringen. Im Fokus stehen Mobilität, Energieversorgung, Gesundheitswesen und smarte Produktion. Beide Seiten betonten zudem, KI im Einklang mit demokratischen Werten entwickeln zu wollen.
Sam Altman, Chef von OpenAI, nutzte den Gipfel, um vor einer Superintelligenz zu warnen, die schon in zwei Jahren Realität werden könne. Er forderte eine weltweite Aufsichtsbehörde nach dem Vorbild der Atomenergiebehörde. Allerdings passt das nur bedingt zu OpenAIs bisheriger Praxis, neue Modelle schnell auf den Markt zu bringen und Sicherheit nachzulagern. Die geforderte Regulierung dürfte eher darauf abzielen, wer KI entwickeln und betreiben darf. Zudem dienen solche Warnungen auch dem Marketing: Wer vor der eigenen Technologie warnt, lässt sie mächtiger erscheinen. Ob große Sprachmodelle überhaupt zu Superintelligenz führen können, bezweifeln zahlreiche Experten.

Microsoft investiert Milliarden für den KI-Ausbau im globalen Süden
Microsoft hat auf dem Gipfel in Neu-Delhi angekündigt, bis Ende des Jahrzehnts 50 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur für Länder des globalen Südens zu stecken. Präsident Brad Smith und die verantwortliche KI-Chefin Natasha Crampton begründeten den Schritt mit der wachsenden Kluft zwischen Industrie- und Entwicklungsländern bei der KI-Nutzung.
Das fünfteilige Programm umfasst den Aufbau von KI-Infrastruktur, die Ausweitung von Qualifizierung, die Stärkung mehrsprachiger Fähigkeiten, die Förderung lokaler Innovationen und die Messung der KI-Verbreitung als Grundlage für künftige Strategien.
Microsoft startet Vorschau auf Security Dashboard for AI
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Microsoft hat den öffentlichen Test seines „Security Dashboard for AI“ gestartet. Das Werkzeug soll Unternehmen helfen, Sicherheitsrisiken beim Einsatz von KI zentral zu überwachen. Es bündelt Informationen aus verschiedenen Microsoft-Diensten wie Defender, Entra und Purview und liefert eine Echtzeitübersicht über alle genutzten KI-Ressourcen, von Microsoft 365 Copilot über eigene Entwicklungen bis zu Drittanbietern wie OpenAI oder Google Gemini.
Ein Übersichts-Tab macht auf einen Blick sichtbar, wo Risiken liegen, und gibt Empfehlungen zur Verbesserung der KI-Sicherheit. Für Kunden, die bereits Microsofts Sicherheitslösungen nutzen, fallen keine zusätzlichen Lizenzgebühren an. Das Dashboard ist direkt über das Microsoft-Security-Portal erreichbar.
Gemini 3.1 Pro soll deutlich besser schlussfolgern
Google hat Gemini 3.1 Pro vorgestellt, ein Upgrade seiner Modellfamilie. Das Modell soll primär beim logischen Schlussfolgern und beim Programmieren zulegen. In einigen von Google herausgestellten Benchmarks liegt es vor OpenAIs GPT-5.2 und Anthropics Claude Opus 4.6. In der Praxis bleibt allerdings ein bekanntes Problem: Googles Modelle setzen Werkzeuge oft weniger effizient ein als die Konkurrenz.
Das Modell ist ab sofort als Vorschau verfügbar, unter anderem über die Gemini-App, Google AI Studio und die Gemini-API. Die API-Preise entsprechen denen von Gemini 3 Pro und liegen deutlich unter denen von Anthropics Opus-Modellen. Google will auf Basis von Nutzerfeedback weitere Verbesserungen vornehmen, bevor eine allgemeine Verfügbarkeit folgt.
Google Gemini kann jetzt KI-Musik generieren
Googles Chatbot Gemini kann ab sofort Musik per generativer KI erstellen. Die 30 Sekunden langen Tracks werden mit einem unhörbaren Wasserzeichen versehen, um sie als KI-generiert zu kennzeichnen. Grundlage ist die dritte Version von Google DeepMinds Musikmodell „Lyria“. Nutzer geben lediglich eine Musikrichtung vor, Angaben zu Gesang, Stimmlage oder Tempo sind optional. Auch Bilder oder Videos können als Inspiration hochgeladen werden. Passend zum Musikstück erstellt Gemini automatisch eine Grafik als Cover, produziert vom integrierten Bildgenerator Nano Banana.
Google betont, dass die Generierung keine Urheberrechte verletze und keine Künstler nachahme. Bestehende Musikstücke dienten lediglich als Inspiration.

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.
Claude Sonnet 4.6 rückt an Opus heran
Anthropic hat die neueste Version von Claude Sonnet veröffentlicht und stuft sie als bisher leistungsfähigste Sonnet-Variante ein. Das Modell soll beim Programmieren, beim Schlussfolgern, bei agentischen Aufgaben und im Design zulegen. Neu ist ein Kontextfenster von einer Million Token. In Anthropics eigenen Benchmarks liegt Sonnet 4.6 nun zwischen Opus 4.5 und Opus 4.6, obwohl Sonnet eigentlich das mittlere Modell der Claude-Familie ist.
Besonders hervor hebt Anthropic die Fähigkeit „Computer Use“, bei der das Modell reguläre Software fast wie ein Mensch bedient. Diese Funktion ist allerdings anfällig für Angriffe wie Prompt Injections, etwa versteckte Anweisungen auf Webseiten. Die neue Version soll solche Angriffe besser erkennen und umgehen, gelöst ist das Problem damit aber nicht. Claude Sonnet 4.6 wurde zunächst als Beta veröffentlicht und wird zum Standardmodell für Nutzer des kostenlosen Chatbots.
Ring-Kameras: Hundesuche war nur der Anfang
Amazons Tochter Ring warb beim Super Bowl für „Search Party“, eine Funktion, mit der Besitzer verlorener Hunde ein Foto hochladen und alle Ring-Türkameras in der Nachbarschaft per KI nach dem Tier suchen lassen können. Schon damals warnten Kritiker, es werde nicht bei Hunden bleiben. Eine nun aufgetauchte interne E-Mail vom Oktober bestätigt diese Befürchtung: Ring-Chef schrieb darin, die Hundesuche sei nur der Anfang, das Ziel sei, die Kriminalität in der Nachbarschaft auf null zu senken.
Ring hat die Echtheit der E-Mail bestätigt, verwies aber auf praktische Anwendungsfälle wie die Suche nach Haustieren oder Warnungen bei Bränden. Kritiker sehen in der Funktion die Vorbereitung einer Massenüberwachung, die mit Technik gewöhnlicher Konsumenten betrieben wird.
Perplexity verzichtet auf Werbung
Perplexity hat sich vorerst gegen Werbung entschieden, während Konkurrenten wie OpenAI mit ChatGPT Anzeigen testen. Perplexity gehörte 2024 selbst zu den ersten KI-Unternehmen, die gesponserte Antworten einblendeten. Eine Führungskraft erklärte der Financial Times, das Problem sei, dass Nutzer bei Werbung anfangen, die Antworten der KI anzuzweifeln.
Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen darauf, die Richtigkeit seiner Antworten zu verbessern. Den Großteil seiner Einnahmen erzielt Perplexity aus kostenpflichtigen Abonnements zwischen 20 und 200 US-Dollar pro Monat.
Größte Seed-Finanzierung eines europäischen KI-Start-ups
David Silver, langjähriger KI-Forscher bei Google DeepMind, hat laut der Financial Times rund eine Milliarde Dollar für sein neues Start-up „Ineffable Intelligence“ eingesammelt. Die von Sequoia Capital angeführte Runde bewertet das Londoner Unternehmen mit etwa vier Milliarden Dollar. Silver, der maßgeblich an AlphaGo und Googles Gemini-Modellfamilie mitarbeitete, verließ DeepMind Ende vergangenen Jahres.
Ineffable Intelligence setzt auf Reinforcement Learning, bei dem KI-Systeme durch zahlreiche Versuche selbst lernen statt primär aus großen Textmengen. Im Zentrum stehen sogenannte Weltmodelle, mit denen KI-Agenten die Folgen ihrer Handlungen vorhersagen können. Silver reiht sich damit in eine wachsende Zahl führender KI-Forscher ein, die nicht glauben, dass die aktuelle Transformer-Architektur allein zu Superintelligenz führt.
Accenture macht KI-Nutzung zur Beförderungsvoraussetzung
Accenture, ein Beratungskonzern mit fast 800 000 Beschäftigten weltweit, erfasst seit diesem Monat wöchentlich die KI-Tool-Logins einzelner Senior-Mitarbeiter. Die Nutzung wird zum Beförderungskriterium, wie aus einer internen E-Mail hervorgeht, die die Financial Times einsehen konnte. In zwölf europäischen Ländern sind Beschäftigte von der Regelung ausgenommen.
Intern regt sich Widerstand: Zwei mit der Änderung vertraute Personen bezeichneten einige der Tools als „kaputte Slop-Generatoren“. Führungskräfte anderer großer Beratungsfirmen bestätigen, dass es schwieriger ist, erfahrene Manager zur KI-Nutzung zu bewegen als Nachwuchskräfte. Accenture-Chefin Julie Sweet kündigte an, Mitarbeitende, die sich nicht anpassen, müssten das Unternehmen verlassen. Der Aktienkurs von Accenture ist in zwölf Monaten um 42 Prozent gefallen.
KI-Notbremse für autonome Autos aus Magdeburg
Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg haben ein KI-gestütztes Verfahren vorgestellt, das erkennt, wenn die Sensordaten autonomer Fahrzeuge unzuverlässig werden, und im Zweifel eine Notbremsung auslöst. Die Methode kombiniert maschinelles Sehen mit maschineller Selbsteinschätzung: Die KI analysiert nicht nur, was sie wahrnimmt, sondern auch, wie verlässlich die Daten sind. Sinkt die Qualität unter einen Schwellenwert, reagiert das System automatisch.
Getestet wurde das Verfahren an einem autonomen Shuttle auf einem Uni-Testgelände. Bei leichtem Nebel, Regen oder Schneefall korrigierte das System die gestörten Sensordaten sogar eigenständig. Bei starkem Niederschlag stoppte das Fahrzeug kontrolliert. Dem Projektleiter zufolge war das System eher zu vorsichtig als zu riskant. Ob und wann die Technologie in Serienfahrzeuge kommt, ist offen, der Transfer in konkrete Anwendungen ist aber erklärtes Ziel.
Handbuch mit KI-Drohnen-Bauanleitungen der Frankfurt UAS
Die Frankfurt University of Applied Sciences hat ein Open-Source-Handbuch zum Bau von KI-Drohnen auf GitHub veröffentlicht. Es vermittelt praxisnah die technischen Grundlagen für Objekterkennung, autonome Navigation und automatisches Folgen von Zielen. Das Handbuch erklärt, wie Sensorik, Recheneinheiten und Software kombiniert werden, um Drohnen intelligent agieren zu lassen, und berücksichtigt dabei auch Kosten und Wirtschaftlichkeit.
Die Anleitungen basieren auf Erfahrungen aus dem Projekt „KI-gestützte Drohnenplattformen“ und zielen auf robuste Systeme für Tier- und Objekterkennung, Umweltmonitoring oder Inspektions- und Logistikaufgaben. Das Handbuch steht in Deutsch und Englisch bereit und soll von Studierenden und Forschenden der Fachhochschule laufend aktualisiert werden.
Love-Scams dank KI immer erfolgreicher
Liebesbetrug im Internet nimmt laut dem Landeskriminalamt seit Jahren deutlich zu, begünstigt durch den Einsatz von KI. Betrüger erstellen massenhaft Fakeprofile in sozialen Netzwerken und generieren mit KI-Tools täuschend echte Profilbilder. Sprachmodelle liefern auf Knopfdruck überzeugende Liebesnachrichten, moderne Übersetzungsprogramme sorgen für nahezu fehlerfreie Kommunikation in verschiedenen Sprachen.
Diese technischen Möglichkeiten senken den Aufwand und erhöhen die Schlagzahl der Angriffe erheblich. International operierende Netzwerke nutzen KI, um ihre Betrugsmaschen effizienter und schwerer erkennbar zu machen.

(igr)
Künstliche Intelligenz
SAP-Anwender: Hybride Szenarien dominieren den HR-Alltag auch weiterhin
Die Modernisierung Richtung Cloud ist bei SAP im vollen Gange. Für das Personalmanagement (Human Resources, HR) heißt das: SuccessFactors ersetzt die traditionelle Personalmanagement-Software SAP ECC HCM. Eine aktuelle Umfrage unter Mitgliedern der DSAG (Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe) zeigt, dass die Cloud-Software allem Anschein nach Einzug in die HR-IT-Roadmaps vieler Unternehmen gefunden hat.
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Die Befragung anlässlich der für Juni geplanten DSAG-Personaltage-Veranstaltung offenbart zugleich, dass der betriebliche Alltag in den Unternehmen auch knapp zwei Jahre vor Ende der Mainstream-Wartung noch von den traditionellen On-Premises-Software bestimmt wird. Die Antworten legen außerdem nahe, dass viele Anwender zunächst auf H4S4 – also SAP HCM for S/4HANA – migrieren.
Die erst auf Druck der DSAG konzipierte Lösung hat den Vorteil, die bestehende HR-Prozesslandschaft abzusichern. Es handelt sich um eine reine, technisch in der Regel beherrschbare Migration. Eine Modernisierung von Prozessen und Funktionen – etwa über SuccessFactors – lässt sich folglich zeitlich nachgelagert vornehmen.
Cloud kommt nur langsam voran
Konkret gaben 71 Prozent der Befragten an, noch mit ECC HCM (On-Premises) zu arbeiten. 39 Prozent nutzen SuccessFactors, 23 Prozent S/4HANA HCM (H4S4) On-Premises und neun Prozent SAP S/4HANA HCM in der Private Cloud. Bei der Frage waren Mehrfachnennungen möglich.
Mit Blick auf die Rolle SuccessFactors in der HR-IT-Roadmap eines Unternehmens gaben gerade einmal knapp vier Prozent an, den Cloud-Dienst vollständig implementiert zu haben. An die 40 Prozent haben sie zumindest teilweise eingeführt. Weitere elf Prozent beabsichtigen, dies zu tun. 28 Prozent der Befragten planen indes keine Einführung der Walldorfer Cloud-HCM-Software. 17 Prozent sind noch in der Evaluierung.
Die eher heterogen ausgerichtete Transformationsstrategie in den Unternehmen lässt sich auch an der Modulnutzung von SuccessFactors ablesen. Besonders gefragt sind beispielsweise die Services, die im operativen HR-Alltag schnell spürbaren Mehrwert bieten – etwa für Recruiting (41 Prozent), Employee Central (39 Prozent), Learning (37 Prozent) oder Performance & Goals (34 Prozent). Zentrale Dienste wie die payroll-nahen Module Employee Central Payroll (8 Prozent) oder Time Tracking (9 Prozent) werden trotz ihrer strategischen Bedeutung dagegen vergleichsweise zurückhaltend genutzt – auch weil manche Funktionen oder Branchenspezifika noch vermisst werden.
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Direkt gefragt nach der Relevanz ausgewählter Themen im HR-IT-Kontext ordneten die Anwender insbesondere Aufgaben wie digitale Personalprozesse & Self Services (74 Prozent) und Migration auf H4S4 (64 Prozent) neben Datenschutz und Compliance (55 Prozent) sowie HR-Analytics und -Reporting (52 Prozent) als sehr relevant/relevant ein. Für die Migration von SAP HCM zu SuccessFactors galt dies nur für 36 Prozent der befragten Anwender. Über die Hälfte (52 Prozent) bezeichnete ein solches Vorhaben dagegen als wenig relevant respektive aktuell irrelevant.
(axk)
Künstliche Intelligenz
Rugone Xever 7 Pro: Outdoor-Handy mit Nachtsicht-, Wärmebildkamera & Wechselakku
Die meisten Outdoor-Handys sind dick und schwer. Das Rugone Xever 7 Pro will das ändern – mit hellem OLED-Display, Wechselakku und Flir-Kamera.
Dieses Outdoor-Handy ist ungewohnt alltagstauglich: Dank eines vergleichsweise schlanken Gehäuses hat man hier nicht das Gefühl, einen Backstein spazieren zu führen. Robust ist es allemal. Das spannendste Feature ist aber neben der Wärmebild- und Nachtsichtkamera der wechselbare Akku. Der Hersteller liefert das Gerät mit einer Ladestation und gleich zwei Akkupacks. Die Kamera überrascht positiv – zumindest bei Tag.
Rugone dürfte nicht vielen ein Begriff sein – dabei handelt es sich um eine neue Marke des Herstellers Ulefone, die eine jüngere Zielgruppe ansprechen möchte. Auf der IFA 2025 feiert das robuste Smartphone seine Premiere. Was es in der Praxis bietet, zeigt unser Test.
Design
Das Rugone Xever 7 Pro bietet den typisch martialischen Look eines Rugged-Phones. Das Metallgehäuse ist rundum mit Gummi überzogen – auf der Rückseite befindet sich eine abnehmbare Metallplatte für den austauschbaren Akku, der mit einem Schieberegler arretiert wird.
Minimal ragt das mittig platzierte Kameramodul heraus. Rechts gibt es neben dem Powerbutton mit Fingerabdrucksensor eine zusätzliche Taste. Standardmäßig startet diese die Kamera, lässt sich in den Einstellungen aber frei belegen. Auf der gegenüberliegenden Seite sitzt ein weiterer programmierbarer Button – beide Tasten sind von einem leuchtenden Ring umrandet und so leicht zu finden.
Mit Abmessungen von 173,6 × 84,4 × 14,1 mm und einem Gewicht von 325 g ist das Rugone zwar deutlich größer, fast doppelt so dick und auch fast doppelt so schwer wie ein herkömmliches Smartphone. Für ein Outdoor-Handy ist es aber erstaunlich flach und filigran. Trotz der stattlichen Ausmaße passt es sogar in die Hosentasche – zumindest bei einer Herrenhose.
Gewohnt robust ist das Gerät allemal: Es bringt das übliche Zertifikat für die US-Militärnorm MIL-STD-810H mit und zeigt sich widerstandsfähig gegen Stürze, Erschütterungen und Temperaturunterschiede. Es ist ferner nach IP68 und IP69K staub- und wasserdicht gegen zeitweiliges Untertauchen (1,5 Meter Tiefe für 30 Minuten) und übersteht sogar einen Hochdruckreiniger. Dieser Schutz kann allerdings mit der Zeit nachlassen – eine Garantie gegen Wasserschäden bietet Ulefone hier nicht. Wir haben das Gerät im Büro mehrfach auf den Boden geworfen – es hat die Prozedur ohne Blessuren überstanden.
Display
Zu den größten Stärken des Geräts gehört das Display mit 6,67 Zoll. Hier kommt ein AMOLED-Panel zum Einsatz – noch immer nicht selbstverständlich bei einem Outdoor-Handy. Dieses löst messerscharf mit 2400 × 1080 Pixeln auf und bietet eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz, die wahlweise automatisch zwischen 60 und 120 Hz umschaltet. Das sorgt für geschmeidige Animationen.
Die Bildqualität ist ebenfalls exzellent: lebhafte Farben, klare Darstellung und stabile Blickwinkel. Die Kontraste sind sehr ausgeprägt und gut abgestimmt. Ferner gibt es ein Always-on-Display (AOD) zur Anzeige der Uhrzeit oder Benachrichtigungen. HDR10 ist ebenfalls an Bord, und dank Widevine-Level-1-Zertifikat lassen sich Inhalte bei Streamingdiensten wie Netflix in Full HD wiedergeben.
Die größte positive Überraschung ist aber die Helligkeit – erstaunlicherweise eine der typischen Schwachstellen dieser Geräteklasse. Das Rugone Xever 7 Pro ist auch bei Tageslicht und Sonnenschein im Test gut ablesbar. Im manuellen Modus erreicht die Anzeige rund 500 Nits, bei aktiver Automatik schnellt der Wert laut unseren Messungen auf knapp 1000 Nits hoch. Bei Bedarf sind laut Hersteller kurzzeitig sogar bis zu 2000 Nits möglich – so etwas hatten wir noch bei keinem Rugged-Phone.
Kamera
Das Rugone Xever 7 Pro setzt als Hauptkamera auf einen 50-Megapixel-Sensor (f/1.88) mit optischer Bildstabilisierung (OIS). Dazu gesellen sich eine Nachtsichtkamera mit Infrarotsensor und 64 Megapixel sowie eine Wärmebildkamera von Flir – ein Trio, das eher nach Spezialeinheit klingt als nach Smartphone. Weitwinkel- oder Makrolinsen fehlen, was angesichts des gebotenen Kamera-Arsenals zu verschmerzen ist. Die Frontkamera löst mit 32 Megapixeln auf.
Die Hauptkamera stammt von Samsung (Sensor: GN9) und ist eine positive Überraschung. Sie schießt erstaunlich gute Fotos bei Tag – zumindest für das, was wir von Outdoor-Handys bisher gewohnt waren. Aufnahmen sind dank OIS ziemlich scharf, bieten ausgeprägte Bilddetails, und die Farben kommen sehr natürlich herüber. Auch der Dynamikumfang stimmt – selbst bei den trüben Lichtverhältnissen des bayerischen Winters liefert das Xever 7 Pro gute Ergebnisse.
Lediglich die Zoom-Fähigkeiten sind etwas eingeschränkt. Bei zweifachem Zoom gelingen Bilder nahezu ohne Verluste, mehr als vierfach ist gar nicht möglich – und dann wird es sichtbar pixelig. Bei Nacht nehmen Bilddetails und insbesondere Schärfe trotz OIS stark ab: Aufnahmen wirken verschwommen und sind von deutlichem Bildrauschen geprägt.
Nachts schlägt dann ohnehin die Stunde der Infrarotkamera, die als Nachtsichtgerät dient. Sie liefert Aufnahmen in Schwarzweiß. Der Autofokus der Nachtsichtkamera arbeitet recht träge, doch wer Geduld mitbringt und die Hand ruhig hält, wird mit erstaunlich detaillierten und scharfen Aufnahmen belohnt – selbst in absoluter Dunkelheit.
Selfies sehen ordentlich aus und wirken in der Farbgebung natürlich. Bei der Schärfe ist allerdings noch etwas Luft nach oben. Auffällig: Einen Porträtmodus sucht man vergeblich. Es lassen sich lediglich einige Verschönerungseffekte aktivieren, etwa zum Glätten der Haut – eine Option zum Erzeugen eines Bokehs konnten wir jedoch nicht finden.
Die Wärmebildkamera stammt von Flir und macht Temperaturunterschiede durch farbliche Darstellung sichtbar. Bedient wird sie nicht über die Kamera-App, sondern über die My-Flir-App. Dort stehen verschiedene Farbpaletten zur Auswahl. Praktisches Plus: Flir blendet zusätzlich Konturen ein, was das Deuten der Wärmebilder deutlich erleichtert. Per Fadenkreuz lässt sich zudem die Temperatur einzelner Stellen im Bild anzeigen. Die Auflösung beträgt 160 × 120 Pixel, der Messbereich deckt −10 °C bis 450 °C ab – bei einer Empfindlichkeit von unter 50 mK, was ein mehr als ordentlicher Wert ist.
Videos lassen sich maximal in 2K-Auflösung bei 30 FPS aufnehmen, mit der Selfiekamera ist bei Full HD Schluss. Die Qualität ist eher mäßig: Farben wirken etwas ausgewaschen, und auch die Stabilisierung überzeugt nicht vollends. Immerhin lassen sich Videos auch mit der Nachtsicht- sowie der Wärmebildkamera aufnehmen.
Rugone Xever 7 Pro – Originalaufnahmen
Ausstattung
Etwas schwachbrüstig ist die Ausstattung beim SoC: Der MediaTek Dimensity 7025 liefert solide Leistung für alle gängigen Aufgaben des Alltags, ohne aber mit besonders hoher Performance zu glänzen. Beim Benchmark PCMark Work erreicht das Xever 7 Pro etwa 11.500 Punkte – ein solider Wert der unteren Mittelklasse.
Im Alltag läuft das Gerät damit recht geschmeidig und erledigt Aufgaben zügig. Die Grafikperformance ist schwach ausgeprägt: Den üblichen Benchmark Wild Life von 3DMark konnten wir gar nicht starten. Lediglich Sling Shot Extreme schaffte rund 2600 Punkte. Für Casual Games ist das ausreichend, für grafisch aufwendige Titel aber zu wenig.
Sehr umfassend ist dafür die Speicherausstattung: Ein interner Speicher nach UFS 3.1 mit 512 GB steckt im Handy, dazu kommen üppige 12 GB RAM. Eine Erweiterung per microSD-Karte ist ebenfalls möglich, falls das noch immer nicht reichen sollte.
Veraltet sind hingegen die Schnittstellen: Das Gerät unterstützt lediglich Wi-Fi 5 sowie Bluetooth 5.2. NFC und ein Infrarot-Port sind aber an Bord. Der Anschluss liefert mit USB-C 2.0 nur eine langsame Datenübertragung – aber selbst in der gehobenen Mittelklasse machen das andere Smartphones kaum besser. 5G ist immerhin vorhanden. Bei der Ortung zeigt sich das Rugone sehr präzise und nutzt dafür GPS, Glonass, Beidou, Galileo und QZSS. Laut GPS-Test erreichen wir Werte um einen Meter – das ist top.
Am oberen Rand des Geräts gibt es sogar einen 3,5-mm-Klinkeneingang für Kopfhörer mit Kabel. Ein UKW-Radio ist ebenfalls integriert, benötigt allerdings ein Kopfhörerkabel als Antenne. Dazu kommt eine leuchtstarke Taschenlampe. Beide zusätzlichen Tasten sind programmierbar und können jeweils bis zu drei Funktionen erfüllen – für kurzes, doppeltes und langes Drücken.
Software
Das Rugone Xever 7 Pro läuft mit Android 15. Die Bedienoberfläche nennt der Hersteller Rugone OS – diese erinnert stark an Stock-Android. Von Haus aus gibt es keinen App-Drawer, diesen kann man aber über die Einstellungen hinzufügen, die man durch längeres Drücken des Screens aufruft – dort findet sich die Option unter dem Punkt „Desktop-Modus“.
Mit Bloatware hält sich der Hersteller erfreulich zurück, abgesehen von einigen Tools. Dafür gibt es erweiterte Einstellungsoptionen, etwa für einen Kindermodus, zur Optimierung der Laufzeit oder zur Programmierung der zusätzlichen Knöpfe.
Software-Updates soll es laut Aussagen des Herstellers auf der IFA für rund drei Jahre geben – offiziell bestätigt ist das bisher aber nicht. Der Sicherheitspatch stammt zum Testzeitpunkt Ende Februar noch aus Dezember 2024 und könnte langsam ein Update vertragen. Wir gehen hier nicht von allzu regelmäßigen Updates aus – leider.
Akku
Verglichen mit anderen Outdoor-Handys bietet das Rugone Xever 7 Pro einen nahezu winzigen Akku mit 5500 mAh. Allerdings ist dieser herausnehmbar – der Hersteller legt gleich einen zweiten Akku bei. Ein praktisches und seltenes Feature, das wir bislang nur von Samsung kannten. Im Gerät ist ein kleiner Akku zum Überbrücken des Wechselvorgangs eingebaut, der etwa drei Minuten durchhält.
Mit einem Akku sollte das Rugone Xever 7 Pro gut über den Tag kommen – beim Battery Test von PCMark erreichten wir einen Wert von etwa 12,5 Stunden. Das entspricht dem Schnitt der meisten von uns getesteten Geräte, ist aber deutlich kürzer als bei den grobschlächtigen Outdoor-Smartphones.
Ein Ladegerät sowie eine Ladeschale liegen bei – darin befindet sich der zweite Akku. Die Schale liefert allerdings nur 18 W über die Pogo-Pins, kann aber auch den zweiten Akku laden – damit dauert der Ladevorgang fast vier Stunden. Direkt per Netzteil sind es immerhin 33 W, damit benötigt eine vollständige Ladung mehr als zwei Stunden. Kabelloses Laden gibt es nicht.
Preis
Ein Schnäppchen ist das Rugone Xever 7 Pro bei alledem nicht. Die UVP beträgt sehr stolze 700 Euro. Derzeit bekommt man das Gerät über Alza für knapp 620 Euro – immer noch viel Geld für das Gebotene. Andere Farbvarianten gibt es hierzulande nicht, auch wenn auf der Webseite des Herstellers Modelle mit anderen Rückseiten zu sehen sind – etwa im Wintercamouflage-Look.
Etwas günstiger ist das Rugone Xever 7. Dieses verzichtet auf die Wärmebildkamera von Flir und nutzt dafür eine Weitwinkellinse – mit 509 Euro ist es etwas günstiger und ansonsten weitgehend identisch.
Fazit
Das Rugone Xever 7 Pro ist eine positive Überraschung aus dem Hause Ulefone. Dank des schlanken Gehäuses ist das robuste Mobilgerät ungewohnt alltagstauglich. Das OLED-Display gehört zum Besten, was wir je bei einem Rugged-Phone gesehen haben. Die Kamera liefert bei Tag ebenfalls ab, und Nachtsicht- wie Wärmebildkamera sind spannende und gelungene Extras.
Etwas kurz fällt im Vergleich die Akkulaufzeit aus – dank des Schnellwechselsystems und des zweiten Akkus lässt sich die Laufzeit aber bequem verlängern, ohne dass das Gerät zu klobig wird. Bei Fotos unter schwachen Lichtverhältnissen und bei Videos schwächelt das Gerät etwas, die Performance ist zudem eher mittelmäßig. Auch mit einem langfristigen und regelmäßigen Software-Support ist wie üblich in dieser Geräteklasse nicht zu rechnen. Dennoch ist das Rugone Xever 7 Pro für uns aktuell eine der stärksten Empfehlungen unter den Outdoor-Handys.
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