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„FIFA World Cup: Launch Edition“ ist ein einziges Trauerspiel


Ausgerechnet das Land, das Fußball seit jeher mit den Händen spielt und deshalb extra einen neuen Namen für die eigentlich selbsterklärende Sportart erfinden musste, sollte 1994 die 15. Fußball-Weltmeisterschaft austragen. Die Menschen in den USA waren zwar neugierig, dass das Runde in das Eckige musste, war den meisten aber neu. Fußballbegeisterte Videospieler dürften sich an diese Zeit aber noch sehr wohlig erinnern, fühlte sich die Auswahl an verschiedenen Fußballspielen doch im Vergleich zu heute wie ein Schlaraffenland an.

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EAs damals wegweisendes „FIFA International Soccer“ war gerade ein paar Monate alt, der Fanliebling „Sensible Soccer“ bekam eine World-Cup-Edition und US Gold veröffentlichte mit „World Cup USA 94“ das letzte offiziell lizenzierte Spiel zu einer WM, bevor sich EA die Rechte auf Jahrzehnte sicherte. 32 Jahre nach diesem kuriosen Turnier und Jordan Letschkows Kopfball mitten ins deutsche Fußballherz kehrt der „Soccer“ zurück nach Nordamerika und macht neben den USA auch in Mexiko und Kanada Halt.

Das Spiel zur WM hat die FIFA nach dem Bruch mit EA dieses Mal selbst mitgebracht, und es ist bezeichnend für Gianni Infantinos Unkenntnis des Marktes.




Was fehlt: In der rapiden Technikwelt häufig die Zeit, die vielen News und Hintergründe neu zu sortieren. Am Wochenende wollen wir sie uns nehmen, die Seitenwege abseits des Aktuellen verfolgen, andere Blickwinkel probieren und Zwischentöne hörbar machen.

Zugegeben – was EA mit der FIFA-Lizenz im Nacken über Jahre hinweg betrieben hat, war beileibe kein Fest für Fußballfeinschmecker. Der mittlerweile vom Saudischen Staatsfonds getragene US-Spielepublisher ließ seine durch Exklusivlizenzen gestärkten Muskeln spielen und dünnte die Konkurrenz allmählich aus. EA war (oder ist) selten innovativ, implementierte die unsägliche und als Glücksspiel verrufene Cash Cow „Ultimate Team“ und kopierte so lange von Konami, bis die FIFA-Reihe doch noch eine ordentliche Fußballsimulation wurde. Schließlich trug sich auch das permanent unter Lizenzmangel leidende, aber lange Zeit auf dem Platz als deutlich stärker geltende „Pro Evolution Soccer“ nicht mehr, und auch der letzte ernstzunehmende Mitbewerber für EA schied aus.

Konami wandelte die traditionsreiche Reihe in das Free-to-Play-Modell „eFootball“ um und fristet seitdem ein Schattendasein. Als die FIFA dann 2023 wiedermal zu gierig wurde und EA den aufgerufenen Lizenzpreis von einer Milliarde US-Dollar für vier Jahre nicht mehr zahlen wollte, gab es keinen lukrativen Partner für das FIFA-Namensschild mehr. Gianni Infantino kündigte noch großspurig an, dass es bald eine Vielzahl großartiger Spiele unter dem FIFA-Banner geben werde, denn schließlich sei „nur das authentische, realistische Spiel, das den FIFA-Namen trägt, die beste Wahl für Spieler und Fußballfans“.

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Bis jetzt gleicht der bestellte Premiumrasen aber eher einer kargen Steppe. Daran ändert auch das peinliche „FIFA World Cup: Launch Edition“ nichts, das die FIFA in Zusammenarbeit mit dem US-Studio Delphi Interactive bei Netflix Games untergebracht hat. Stattdessen wünscht man sich beinahe die lieblos gestalteten WM-DLCs von EA zurück.

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„FIFA World Cup: Launch Edition“ passt perfekt zur FIFA: Die Verpackung glänzt, das Regal ist gut ausgeleuchtet, das potenzielle Publikum enorm, nur der Inhalt schmeckt wie die offene Chipstüte vom letzten Bundesligaspieltag. Zwar erstrahlt das Spiel unter der offiziellen FIFA-Lizenz mit allen 48 Teilnehmerländern, 1248 lizenzierten Spielern und 16 Stadien in Mexiko, Kanada und den USA. Was Delphi aber hier grafisch und spielerisch abliefert, dürfte ausschließlich EA-Funktionäre begeistern.


Erkennen Sie die Helden, die hier gerade Frankreich mit 8:2 aus dem Stadion gefegt haben? (Bild:

Delphi Interactive (Screenshots: joe)

)

Gespielt wird Netflix-typisch mit dem Smartphone, das per QR-Code mit dem Smart-TV verbunden wird. Auf dem Touchdisplay sind links eine selbsterklärende Richtungsanzeige und rechts ein rechteckiges Feld zu sehen. Darauf erfolgen die Eingaben für Schüsse, Pässe, Grätschen, Flanken, Tacklings und mehr. Für den Pass reicht ein einfaches Tippen, wer jedoch schießen möchte, muss in die gewünschte Richtung über das Touchfeld wischen. Das macht es beinahe unmöglich, schnell oder direkt abzuschließen, um beispielsweise einen Abpraller zu versenken. Richtig problematisch wird es allerdings bei Flanken oder Lupfern in den Lauf. Letztere werden in der Anleitung folgendermaßen beschrieben: „Touchpad nach rechts schnippen, wischen und halten.“ Viel Spaß beim Reinfummeln.

Aber wirklich nötig ist es ohnehin nicht, sich die verschiedenen Aktionen genauer anzusehen. Es reicht in der Regel, das Touchpad so lange gedrückt zu halten, bis man sich den Ball erkämpft hat. Mit der Pille am Bein wird dann in die Nähe des Strafraums gesprintet und ein kurzer Wischer genügt, damit der Stürmer das Ding unter den Giebel jagt. So etwas wie Gegnerverhalten gibt es praktisch nicht. Dadurch kommt schnell ein Spielgefühl auf, das an das Halbfinale von 2014 zwischen Brasilien und Deutschland erinnert: jeder Schuss ein Treffer.

Egal, welcher Spieler die Kugel führt, alles gelingt. Es gibt keine Unterschiede. Delphi versucht zwar durch ein Belohnungssystem, bei dem Spieler per Münzen aufgewertet werden, so etwas wie Langzeitmotivation zu schüren. Warum sollte man ein Team aber noch aufwerten, das gerade im WM-Finale England mit einem 12:0 aus dem Stadion gefegt hat? „FIFA World Cup: Launch Edition“ gibt sich zwar nach außen wie eine waschechte Fußballsimulation, liefert aber gerade mal das absolute Minimum an taktischen Möglichkeiten.

Es gibt mit Ausnahme von unnötigen Formationswechseln keine einstellbare Taktik. Ein Ausdauersystem fehlt ebenso wie jegliche Kontrolle über den Ball. Die Spiele verlaufen alle gleichförmig und sind sehr ermüdend. Während unseres gesamten Turniers kam es zu einem Foul, einer Abseitsentscheidung und einer Ecke.

Schlimm sind auch die seelenlos aneinandergereihten und maximal unsinnigen Floskeln des Kommentatoren-Duos Ulli Hebel und Patrick Owomoyela: „So ein guter Reflex! Ich wertschätze alles daran – agil und autoritär!“, „Seite war zuletzt dran“ oder „Trifft!“, um hier nur ein paar der Höhepunkte zu nennen. Warum Hebel die beiden deutschen Englandlegionäre Kai Havertz und Nick Woltemade mit amerikanischem Akzent ausspricht, traut man sich schon gar nicht mehr zu fragen.

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FIFA World Cup Launch Edition is here!

Natürlich sollte man sich nicht allzu viel von einem Netflix-Spiel erwarten, schon gar nicht, wenn es den Zusatz „Launch Edition“ trägt. Doch wenn eine der weltweit größten Sportorganisationen mit Hang zum Größenwahn Historisches ankündigt und das Ergebnis spielt sich wie billige Shareware aus den frühen Neunzigern, ist das schon eine Warnung wert.

Gianni Infantinos Ankündigung aus der Pressemitteilung, man werde den Begriff der Simulationsspiele neu definieren, beweist einmal mehr, wie entkoppelt der FIFA-Boss von der Realität ist und wie wenig Ahnung er von seinem Sport hat – ganz zu schweigen von Videospielen.

Die geplante Erweiterung auf Konsolen, PC und Mobilgeräte wirkt nach dieser „Launch Edition“ eher wie eine Drohung. Unser Rat: Verschwenden Sie keine Sekunde Ihrer Lebenszeit mit diesem Spiel und zeigen Sie der FIFA, dass es mehr braucht als Prunk, Lizenzen und vier Buchstaben, um Fußballfans für ein Videospiel zu begeistern.


(joe)



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EU-Kommission genehmigt deutsche Millionenförderung neuer Halbleiteranlagen


Die EU-Kommission hat die Pläne Deutschlands zur Subventionierung vier verschiedener Halbleiteranlagen in einer Gesamthöhe von 659 Millionen Euro genehmigt. Damit soll die Position Deutschlands und auch der EU in der weltweiten Halbleiter-Wertschöpfungskette gestärkt werden. Gefördert werden Werke der Element 3-5 GmbH, der Vishay Siliconix Itzehoe GmbH, der KLA-Tencor MIE GmbH sowie der KETEK GmbH in Baesweiler in Nordrhein-Westfalen, in Itzehoe in Schleswig-Holstein, im hessischen Weilburg und in München.

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Die Förderung ist Teil einer EU-weiten Strategie: Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, die Massenproduktion von Halbleitern zu fördern, um weniger von anderen Ländern abhängig zu sein. Der Weltmarktanteil der EU soll bis 2030 auf 20 Prozent der Produktion gesteigert werden. Anfang 2025 hat die EU dazu 227 Millionen Euro für ein österreichisches Halbleiterwerk genehmigt. Dort werden optische Sensoren, LEDs, Laser (samt LIDAR) und integrierte Schaltkreise (CMOS) hergestellt.

Im Rahmen des 2023 von EU-Rat und -Parlament verabschiedeten Chips Act darf die deutsche Regierung gemeinsam mit den jeweiligen Landesbehörden vier andere Halbleiterprojekte finanziell unterstützen. Der Großteil von 353 Millionen Euro geht an Element 3-5 SiCnature für eine neuartige Fabrik zur Herstellung von Epiwafern aus Siliziumcarbid („SiC“) in Baesweiler. Mit 214 Millionen Euro wird das Halbleiterwerk von Vishay Siliconix in Itzehoe gefördert, wo Silizium-Leistungs-MOSFETs des n- und p-Typs produziert werden. Diese werden vorrangig in der Automobilindustrie verwendet.

Die mit 74,4 Millionen Euro unterstützte Anlage von KLA in Weilburg dient der Herstellung fortschrittlicher optischer Overlay- und Schicht-Messtechnik, die für Prozesssteuerung und Qualitätssicherung bei der Massenproduktion von Halbleiter-Bauelementen verwendet wird. Keteks Werk in München zur Produktion von hochspezialisierten Chips für industrielle Sortier- und Recyclingsysteme wird mit 17,9 Millionen Euro gefördert. Es geht um Siliziumdriftdetektoren („SDD“) und „Graphene Radiation Entry Windows“ („GREW“).

„Die heutige Genehmigung der Förderung Deutschlands für vier neue Projekte in der Halbleiter-Wertschöpfungskette zeigt, dass Europa die Ziele des EU-Chip-Gesetzes in die Tat umsetzt“, erklärt Teresa Ribera, Exekutiv-Vizepräsidentin für einen sauberen, fairen und wettbewerbsfähigen Wandel. „Wenn wir Innovationen im Halbleiterbereich unterstützen, stärken wir damit unsere technologische Souveränität und die Wettbewerbsfähigkeit Europas.“

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Die Genehmigung dieser Förderungen erfolgte aufgrund der „weitreichenden positiven Auswirkungen auf das europäische Halbleiter-Ökosystem“, die die Versorgungssicherheit in Europa stärken sollen. Gleichzeitig würden die Anlagen den Wettbewerb innerhalb der EU nicht wesentlich beeinträchtigen. Zudem dienten die Subventionen als Anreiz für die Investitionen innerhalb der EU, denn einige der Unternehmen hätten die Anlagen ansonsten anderswo oder gar nicht errichtet.

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(fds)



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Aiper Scuba V3 im Test: Kompakter Poolroboter für Boden, Wand und Wasserlinie


Der Aiper Scuba V3 überzeugt im Test als kompakter Poolroboter mit KI-Kamera, starker Reinigung und praktischer Ladestation – ein Alleskönner für viele Pools.

Der Aiper Scuba V3 ist ein moderner Poolroboter für alle, die möglichst wenig falsch machen wollen. Er ist nicht der günstigste – aber auch nicht so teuer und sperrig wie mancher Premiumroboter mit Oberflächenreinigung oder riesiger Dockingstation. Aiper setzt stattdessen auf einen ausgewogenen Mix: starke Grundreinigung, KI-Navigation, einfache Bedienung und eine praktische Ladestation.

Und das macht ihn im Test so interessant: Der Scuba V3 reinigt Boden, Wände und Wasserlinie, erkennt Verschmutzungen per Kamera und Sensorik, fährt ordentliche Bahnen – und lässt sich danach komfortabel auf die mitgelieferte Ladestation setzen. Die klappt sich mit wenigen Handgriffen auf, benötigt kaum Platz und erspart den Kampf mit einem nassen Ladeanschluss. Für viele Pools ist der Scuba V3 damit eines der ausgewogensten Modelle im Testfeld.

Design und Komfort

Der Scuba V3 ist vergleichsweise flach, funktional und trotz der kantigen Form sauber verarbeitet. Mit rund 8,2 kg bleibt er gut zu handhaben – leichter in den Pool zu setzen oder herauszuheben als die großen Oberklassemodelle. Billig wirkt er dabei nicht: Die Kunststoffe sind robust, die Laufbänder sitzen ordentlich, und die Bürsten vorn und hinten bearbeiten Boden, Wand und Wasserlinie sinnvoll.

Ein echter Pluspunkt ist die klappbare Ladestation. Statt einer sperrigen Basis oder eines fummligen Ladeports am nassen Gerät wird der Scuba V3 einfach aufgesetzt – bequemer und im Poolumfeld deutlich angenehmer. Für die Lagerung klappt die Station platzsparend zusammen.

Praktisch ist auch die Wasserlinien-Parkfunktion. Nach der Reinigung fährt der Roboter an die Wasserlinie und meldet sich per App – von dort lässt er sich deutlich leichter greifen als vom Beckenboden. Das Zeitfenster zum Parken ist auf 10 min begrenzt. Das ist zwar kein vollständiges Auftauchen wie bei manchen Oberflächenrobotern, in der Praxis aber trotzdem sehr hilfreich. Wer den Poolroboter nicht rechtzeitig entnimmt, muss ihn mit dem beiliegenden Haken holen.

Insgesamt passt die Verarbeitung zum Anspruch: kompakt genug für den Alltag, kräftig genug für ernsthafte Poolpflege – und nicht überdimensioniert, aber auch kein simpler Bodenreiniger mit Zusatzfunktionen.

Bedienung und App

Die Grundbedienung ist unkompliziert. Am Gerät lassen sich die wichtigsten Modi direkt auswählen: Bodenreinigung, Wandreinigung, Wasserlinienreinigung und Automatik. Für viele Nutzer reicht das völlig – wer den Roboter einfach in den Pool setzen und reinigen lassen will, muss sich nicht durch Menüs kämpfen.

Die App erweitert den Funktionsumfang, hat aber eine klare Einschränkung: Sie funktioniert nur, solange der Scuba V3 außerhalb des Wassers verbunden ist. Aktive Steuerung unter Wasser gibt es nicht. Bei kabellosen Poolrobotern ist das nicht ungewöhnlich, sollte aber klar sein. Zeitpläne und Einstellungen werden vor dem Einsatz festgelegt – danach arbeitet der Roboter eigenständig.

Besonders bewirbt Aiper die KI-Funktionen. Der Scuba V3 nutzt eine Kamera und Direct-ToF-Sensorik, um Schmutz und Hindernisse zu erkennen und seine Route anzupassen. In der Praxis wirkt das sinnvoll – aber nicht wie Magie. Der Roboter fährt geordneter und zielgerichteter als einfache Modelle, die stur ein Muster abarbeiten oder ständig gegen Wände krachen. Gleichzeitig ersetzt die KI keine echte Oberflächenreinigung und macht aus dem Scuba V3 keinen vollautonomen Poolbutler, den man wochenlang vergessen kann.

Reinigung und Navigation

Die Reinigungsleistung ist die große Stärke des Scuba V3. Auf dem Boden arbeitet er zuverlässig: Sand, Blätter, Insekten und feiner Bodensatz werden gut aufgenommen, die Routenführung wirkt geordnet, und große Flächen arbeitet er zügig und sauber ab.

An den Wänden macht er ebenfalls eine gute Figur. Er klettert stabil hoch und bearbeitet die Flächen mit seinen Bürsten. An der Wasserlinie hilft Aipers Jetassist-System, das den Roboter horizontal entlang der Kante arbeiten lässt – praktisch, weil sich dort Fett, Sonnencreme, Pollen und Schmutzränder besonders hartnäckig festsetzen. Bei normaler Verschmutzung reinigt der Scuba V3 die Wasserlinie gut. Sehr hartnäckige Ablagerungen oder alte Ränder bleiben aber auch für ihn eine Herausforderung.

Ecken und schwierige Übergänge gelingen ordentlich, aber nicht perfekt. Der Roboter fährt die meisten Bereiche gut an und lässt insgesamt wenig liegen. In sehr engen Ecken oder bei komplexen Poolformen kann trotzdem Nacharbeit nötig sein – das ist aber kein Aiper-spezifisches Problem, sondern typisch für diese Geräteklasse.

Eine echte Oberflächenreinigung bietet der Scuba V3 nicht. Blätter oder Insekten, die oben schwimmen, werden nicht wie bei einem Skimmer eingesammelt. Wer regelmäßig Schmutz auf der Oberfläche hat, sollte das einkalkulieren – oder zu einem Modell mit Skimming-Funktion greifen.

Filter und Wartung

Der Filterkorb fasst 3,5 l – nicht riesig, für die regelmäßige Reinigung normaler Pools aber gut ausreichend. Er wird von oben entnommen und lässt sich ordentlich ausspülen. Für groben und mittleren Schmutz setzt Aiper auf einen 180-µm-Filter, der Blätter, Insekten, Sand und die meisten üblichen Rückstände zuverlässig zurückhält.

Optional gibt es einen 3-µm-Micromesh-Feinfilter – interessant, wenn feiner Staub, Pollen oder winzige Partikel im Wasser ein Thema sind. Die Filterleistung fällt damit spürbar feiner aus, der Reinigungsaufwand steigt aber auch. Das Material hält feinen Schmutz gut zurück, muss dafür aber gründlicher ausgespült werden. Wer den Feinfilter regelmäßig nutzt, sollte etwas mehr Pflegezeit einplanen.

Insgesamt ist die Wartung gut gelöst – aber nicht perfekt. Der Korb ist leicht erreichbar, die Reinigung geht schnell von der Hand, und die Ladestation vereinfacht den Einsatz spürbar. Nur beim Filter wünscht man sich etwas mehr Komfort: Eine Klappe an der Unterseite zum einfachen Durchspülen fehlt – und das merkt man in der Praxis.

Akku und Alltag

Aiper gibt bis zu 180 min Laufzeit an, im Eco-Modus bis zu 210 min. Für viele private Pools reicht das problemlos aus. Die Laufzeit liegt nicht an der Spitze des Testfelds, wird aber durch die effiziente Routenführung gut genutzt – der Roboter wirkt nicht so, als würde er planlos herumfahren.

Die Ladezeit liegt bei rund 5 h. In Ordnung, aber nicht besonders schnell. Dafür ist der Ladevorgang angenehm unkompliziert: Der Scuba V3 wird einfach auf die klappbare Station gestellt – kein Ladeport öffnen, trocknen oder wieder sicher verschließen. Im täglichen Einsatz ist das ein deutlicher Vorteil gegenüber vielen Konkurrenten.

Sehr praktisch ist auch die Kombination aus Wasserlinien-Parken und App-Hinweis. Nach der Reinigung macht sich der Roboter bemerkbar und lässt sich an der Wasserlinie deutlich leichter entnehmen als vom Beckenboden. Damit wirkt der Scuba V3 insgesamt praktischer bei der Nutzung als viele andere Poolroboter.

Preis

Mit rund 899 Euro liegt der Aiper Scuba V3 in der gehobenen Mittelklasse. Er ist deutlich teurer als einfache Bodenreiniger, aber günstiger als viele Premiumroboter mit Oberflächenreinigung oder großer Dockinglösung. Dafür bekommt man eine starke Mischung aus Reinigungsleistung, KI-Navigation, Wasserlinienreinigung, guter Handhabung und praktischer Ladestation – das ist ein fairer Deal.

Fazit

Der Aiper Scuba V3 ist eines der ausgewogensten Modelle im Testfeld. Er reinigt Boden, Wände und Wasserlinie zuverlässig, fährt geordnet, nutzt seine KI-Funktionen sinnvoll und bleibt dabei kompakt genug für den Alltag. Die klappbare Ladestation ist mehr als nettes Zubehör: Sie macht den Aufbau einfach, spart Kabel- und Ladeport-Gefummel und sorgt dafür, dass der Roboter nach dem Einsatz schnell wieder einsatzbereit ist.

Ganz ohne Schwächen ist der Scuba V3 nicht. Eine echte Oberflächenreinigung fehlt, die App funktioniert nur außerhalb des Wassers, und der Feinfilter ist etwas fummelig zu reinigen. Trotzdem überwiegen die Stärken klar.

Wer nur gelegentlich den Poolboden reinigen will, braucht den Scuba V3 nicht unbedingt. Wer aber einen unkomplizierten Poolroboter für Boden, Wände und Wasserlinie sucht, bekommt hier ein sehr rundes Paket – und mit der klappbaren Ladestation einen echten Alltagsvorteil bei Aufbau, Laden und Lagerung.



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Erster Test: Samsungs neue Einstiegs-SSD heißt 990


Samsung stellt die SSD 990 als neues Einstiegsmodell vor. Wie schon die 980er-Vorgängerin fehlt ein Anhängsel wie Pro oder Evo. Unter der Haube hat sich einiges getan: Der Controller wechselt von PCI Express (PCIe) 3.0 auf 4.0, was in etwa mit einer Geschwindigkeitsverdoppelung einhergeht. Vierstellige Modellnummern bleiben bei Samsung bis auf Weiteres PCIe-5.0-Topmodellen vorbehalten.

Auf dem Papier weniger erfreulich ist der Wechsel der NAND-Flash-Speicherbausteine. Kamen bisher Typen zum Einsatz, die drei Bit pro Zelle speichern (Triple Level Cells, TLC), sind es jetzt vier Bit pro Zelle (Quadruple Level Cells, QLC). Das senkt die Schreibleistung beim Kopieren großer Dateien, dürfte sich im alltäglichen Gebrauch bei den meisten aber nur selten bemerkbar machen.

Auf Seiten der Kapazität fallen die Varianten unter einem Terabyte weg. Stattdessen bietet Samsung die SSD 990 neben der 1-TByte-Version jetzt auch eine mit 2 TByte an.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Erster Test: Samsungs neue Einstiegs-SSD heißt 990“.
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