Künstliche Intelligenz
Google Gemini weitet Zugriff auf El Salvadors Gesundheitssystem aus
El Salvadors Präsident Nayib Bukele startet in seinem Land ein neues Tech-Experiment. In einer landesweiten Radio- und Fernsehansprache kündigte er in der vergangenen Woche die Ausweitung eines KI-gestützten Telemedizinprogramms zur Versorgung und Nachsorge von Menschen mit chronischen Erkrankungen an. Laut Bukele beginnt nunmehr die nächste Etappe des Programms.
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„Dies ist die zweite Phase, die sich auf Patienten mit chronischen Erkrankungen konzentriert … wir befinden uns auf einem neuen Niveau; wir sprechen über Diabetes, Bluthochdruck, Nierenerkrankungen“, so Bukele. Er sei „sehr begeistert, denn wir schaffen das beste Gesundheitssystem der Welt“.
Smartphone-App „DoctorSV“
Im Mittelpunkt des Programms steht die mobile Smartphone-Anwendung „DoctorSV“. Die Regierung hatte diese im November 2025 eingeführt. Es handelt sich um eine Plattform, die Videokonsultationen mit Ärzten, elektronische Rezepte und eine digitale Patientenakte integriert. Künftig soll sie auch die Behandlung von Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und hohem Cholesterinspiegel überwachen. Das in Zusammenarbeit mit dem US-Konzern Google entwickelte System nutzt Googles KI-Agenten Gemini. Ein bedeutender Teil der Verwaltung des öffentlichen Gesundheitssystems El Salvadors wird also an ein KI-System von Google übergeben.
Die Ankündigung erfolgt, nachdem die Regierung erst im vergangenen Jahr 7.700 Beschäftigte im Gesundheitswesen entlassen hat, darunter Allgemeinmediziner, Fachärzte, Internisten, Pflegekräfte und Mitarbeiter der Primärversorgung, und dafür viel Kritik einstecken musste.
Bei seinem Auftritt wurde Bukele von Guy Nae, Direktor von Google Cloud für den öffentlichen Sektor in Lateinamerika, sowie mehreren salvadorianischen Gesundheitsexperten begleitet. Einer von ihnen, der Facharzt Edgardo Von Euw, erläuterte, dass das Programm darauf abzielt, Menschen mit chronischen Erkrankungen zu identifizieren. „Künstliche Intelligenz wird dabei eine große Hilfe sein, da sie die in den Krankenakten vorhandenen Risikofaktoren auswertet.“
Vereinbarung über eine halbe Milliarde US-Dollar
Im Wesentlichen funktioniert das Programm so, dass jeder Salvadorianer die DoctorSV-App herunterladen, eine Patientenakte anlegen und seine Symptome in ein Formular eingeben kann. Das System wertet die Daten aus und vereinbart dann einen Termin mit einem Arzt, der die Diagnose stellt. Anschließend empfiehlt die KI die notwendigen Untersuchungen und überwacht die Behandlung – sowohl bei gelegentlichen Konsultationen als auch bei chronischen Erkrankungen.
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Die Regierung von El Salvador und Google Cloud hatten im Sommer 2023 eine Vereinbarung über sieben Jahre öffentlich gemacht, die „das Land auf seinem Weg zu einem Technologiezentrum in Zentralamerika unterstützen“ soll. Bukeles Regierungspartei Nuevas Ideas (NI) verabschiedete kurz darauf eine Verordnung, wonach der Staat El Salvador mindestens 500 Millionen US-Dollar für die Umsetzung dieser „strategischen Allianz“ mit Google bereitstellen muss. Die Projektdetails allerdings blieben vertraulich.
Eldorado für Tech- und Krypto-Enthusiasten
Präsident Bukele setzt nicht nur im Bereich Gesundheitswesen auf globale Tech-Konzerne. Ende vergangenen Jahres vereinbarte er mit X-Chef Elon Musk den Einsatz des KI-Chatbots Grok in El Salvadors öffentlichen Schulen, um das weltweit erste landesweite KI-gestützte Bildungsprogramm zu starten.
Zuvor hatte El Salvador im September 2021 als erstes Land der Welt Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt. Die Regierung versprach einen besseren Zugang zu Zahlungssystemen für Arme, leichtere Rücküberweisungen von Auslandssalvadorianern und mehr ausländische Investitionen. Nichts von alledem trat ein; nur ein sehr geringer Prozentsatz der Bevölkerung nutzte die Kryptowährung als Zahlungsmittel. Kritiker hingegen warnten wegen der großen Volatilität des Bitcoins von Beginn an vor Gefahren für die währungspolitische Stabilität, fehlender Transparenz und möglicher Geldwäsche. Anfang 2025 hob El Salvadors Parlament auf Druck des Internationalen Währungsfonds IWF die Anerkennung von Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel wieder auf. Dennoch hält das Land weiterhin große Bitcoin-Reserven.
(akn)
Künstliche Intelligenz
Valve: Steam Machine und Steam Frame sollen im Sommer erscheinen
Valves Steam Machine und die VR-Brille Steam Frame sollen im Sommer 2026 erscheinen. Das bestätigt der Steam-Betreiber in einem Blogeintrag für Entwickler, in dem es hauptsächlich um die Verified-Programme der beiden Geräte geht.
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In dem Beitrag erklärt Valve, dass das Verified-Programm von Steam Deck auf Steam Machine und Steam Frame ausgeweitet wird. Entwickler finden im Steamworks-Dashboard künftig eigene Reiter für beide Geräte neben dem bisherigen Eintrag „Verifiziert für das Steam Deck“. Viele Titel hat Valve nach eigenen Angaben bereits geprüft. Und dann steht da dieser Satz: „Wir freuen uns darauf, dass Spieler diesen Sommer Ihre Titel auf der neuen Steam-Hardware ausprobieren können.“ Zuletzt hatte Valve geschrieben, dass die beiden Geräte irgendwann im Verlauf des Jahres in den Handel kommen sollen.
Sechsmal so schnell wie das Deck
Die Steam Machine ist ein SteamOS-Rechner fürs Wohnzimmer und rechnet laut Valve etwa sechsmal so schnell wie das Steam Deck. Weil beide Geräte dieselbe Software nutzen, läuft ein Spiel, das auf dem Deck gut funktioniert, ohne zusätzliche Arbeit auch auf der Steam Machine. Jeder Titel mit Deck-Verified-Siegel erhält deshalb automatisch auch die Machine-Einstufung. Spiele, die das Steam Deck wegen Leistungsmangel nicht packt, testet Valve für die stärkere Steam Machine erneut.
Anders verhält es sich bei Steam Frame. Die VR-Brille ist in erster Linie zum Streaming von PC-Spielen gedacht, kann Spiele aber auch komplett selbst berechnen. Das Verified-Programm bewertet genau diesen eigenständigen Betrieb und gilt für VR-Titel ebenso wie für klassische Spiele. Welche Anforderungen ein Spiel dafür erfüllen muss, hatte Valve bereits im März auf der Entwicklerkonferenz GDC erläutert.
Termin wird konkreter, Preis bleibt offen
Ursprünglich sollten beide Geräte Anfang 2026 erscheinen, dann im ersten Halbjahr, bevor daraus zuletzt nur noch ein vages „2026“ wurde. Vor allem die Speicherkrise hat Valves Zeitplan durcheinandergebracht. Den ebenfalls im November 2025 vorgestellten Steam Controller hat Valve dagegen Anfang Mai veröffentlicht.
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Einen Preis nennt Valve weiterhin für keines der beiden neuen Geräte. Weil die Speicherkrise die Hardwarekosten zuletzt stark nach oben getrieben hat, schwindet die Hoffnung vieler Spiele-Fans auf einen günstigen Gaming-Einstieg. Ende Mai hat Valve die Preise für das Steam Deck OLED kräftig von 570 auf 780 Euro beim Modell mit 512 GByte und von 680 auf 920 Euro bei der Version mit 1 TByte angehoben.
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(dahe)
Künstliche Intelligenz
Mythos Preview: Anthropic unterstützt NSA angeblich bei offensivem KI-Einsatz
Mehrere Angestellte von Anthropic helfen dem US-Geheimdienst vor Ort dabei, das mächtige KI-Modell Claude Mythos Preview für offensive Cyberaktivitäten zu nutzen. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf zwei anonyme Quellen; wie weit die Hilfe geht, ist demnach aber unklar. Die Kooperation würde vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts zwischen Anthropic und dem Pentagon erfolgen, das US-Verteidigungsministerium hat deshalb eigentlich veranlasst, dass die Technik des KI-Unternehmens aus allen eigenen Systemen entfernt wird. Bei Anthropic wird die Zusammenarbeit demnach damit begründet, dass die Gegner der USA mit Sicherheit so vorgehen würden.
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Angriffshilfe für gute Verteidigung
„Der beste Weg, eine gute Verteidigung aufzubauen, ist, einen guten Angriff aufzubauen“, zitiert die britische Zeitung eine ihrer Quellen. Das mächtige KI-Modell könnte demnach nützlich sein, um Netzwerke in feindlichen oder gegnerischen Staaten wie China oder dem Iran zu infiltrieren. Dem Bericht zufolge begleitet etwa ein halbes Dutzend „vor Ort eingesetzte Ingenieure“ direkt bei der NSA den Einsatz von Anthropics Technik und hilft dabei, Modelle für bestimmte Anwendungen anzupassen. Ob sie die National Security Agency auch direkt beim offensiven Einsatz der KI-Technik unterstützen, sei aber unklar.
Anthropic hat Mythos Anfang April vorgestellt und erklärt, dass das Modell so gefährlich sei, dass es nur Firmen zur Verfügung gestellt wird, die an IT-Sicherheit arbeiten. Das Modell soll besonders gut darin sein, Sicherheitslücken zu finden und ausnutzbare Angriffswege zu identifizieren. Zuletzt hat das Unternehmen angekündigt, weiteren Unternehmen den Zugriff zu gewähren. Wochen vor der Freigabe von Mythos war ein Streit zwischen dem Pentagon und Anthropic um KI-Einsatzmöglichkeiten eskaliert. Weil die KI-Firma dafür rote Linien formuliert hatte, hat das US-Verteidigungsministerium drastische Maßnahmen ergriffen, wogegen sich Anthropic gerichtlich wehrt. Der Bericht über die Zusammenarbeit mit der NSA deutet nun an, dass die Unstimmigkeiten wohl weniger tief gehen als angenommen.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Whistleblower wirft IBM und AT&T Vertuschung ausländischer Cyberangriffe vor
Die US-Konzerne IBM und AT&T sind immer wieder Cyberangriffen aus dem Ausland ausgesetzt. Da sie Geschäfte mit der US-Regierung betreiben, sind sie verpflichtet, Einbrüche und Datenabflüsse zu melden. Das ist laut einer Klage eines ehemaligen IBM-Sicherheitsexperten aber nicht oder nicht in vollem Umfang geschehen. Er wirft den Unternehmen vor, erfolgreiche Attacken ausländischer Cyberkrimineller vertuscht zu haben, um neue Regierungsaufträge zu bekommen und bestehende Vereinbarungen mit der US-Regierung fortsetzen zu können.
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Die Klage gegen IBM und AT&T wurde bereits 2020 bei einem New Yorker Bundesgericht eingebracht und ist immer noch anhängig. Sie wurde aber erst jetzt öffentlich, nachdem die US-Regierung die Möglichkeit zur Beteiligung an dem Verfahren nicht genutzt hat. Kläger ist William Barlow, der bis 2019 bei IBM als Vizepräsident für Bedrohungsaufklärung gearbeitet hat. Die Gründe für sein Ausscheiden sind nicht bekannt.
Der Whistleblower erklärt in der Klage, dass unbekannte Cyberkriminelle aus dem Ausland die umfangreiche Cloud-Infrastruktur IBMs, deren Vernetzung von AT&T betrieben wird, wiederholt infiltriert haben. Dieses Cloud-System werde zu manchen Teilen auch von der US-Regierung genutzt, einschließlich des Militärs. Die Konzerne haben in einigen Fällen nicht ermitteln können, woher die Angreifer kamen und was sie gestohlen hätten. Das habe IBM heruntergespielt oder vertuscht, obwohl Regierungsaufträge erfordern, größere ungelöste Cybersicherheitsprobleme offenzulegen.
Auch Cyberangriffe aus China auf IBM
Einer der in der Klage aufgeführten Cyberangriffe auf IBM wurde von zwei staatlich unterstützten Cyberkriminellen aus China durchgeführt, die zur bekannten APT10-Gruppe gehören sollen (Advanced Persistent Threat 10). Diese hätten laut US-Justizministerium 2018 Daten von 100.000 Angehörigen der US-Marine gestohlen. Nachrichtendienste hätten IBM zudem informiert, dass APT10 IP-Adressen des IBM-Netzwerks nutzen würden.
Von 2013 bis 2016 habe IBM bei einer internen Untersuchung 50.000 „mögliche APT10-Treffer“ entdeckt. Im folgenden Jahr habe IBM laut Klage festgestellt, dass Angreifer Zugriff auf fast 400 kompromittierte Nutzerkonten und auf fast 200 Systeme und Server in 18 Ländern erlangen konnten. Da IBM allerdings keine Zugriffsprotokolle behalte, konnte der Konzern dies nach Angaben des Klägers nicht weiter untersuchen.
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Führungskräfte ordneten angeblich Vertuschung an
„Die Datenlecks sind derart umfangreich und die Kernnetzwerke derart mangelhaft konzipiert, dass weder IBM noch AT&T genau wissen, welche Daten kompromittiert wurden, wer die Daten kompromittiert hat, wo die Daten kompromittiert wurden oder ob Daten exfiltriert, verändert und/oder in irgendeiner Hinsicht modifiziert wurden“, heißt es laut Bloomberg in der Klageschrift.
Zwar sei Barlow von Regierungsbehörden zu den angeblichen Cyberangriffen aus China befragt worden, aber er sei angewiesen worden, diesen auszuweichen. Auch hätten Führungskräfte Druck auf ihn ausgeübt, interne Berichte abzuschwächen und Details wegzulassen. Er wisse von einigen Fällen, in denen IBMs obere Führungsebene aktiv Schritte unternahm, um Cyberangriffe zu vertuschen und vor US-Behörden und Regierungskunden zu verbergen. Allerdings nennt Barlow in der Klage keine Namen.
IBM wiegelt ab, kein Kommentar der US-Regierung
Die Klage basiert auf dem „False Claims Act“, dem US-amerikanischen Gesetz gegen unberechtigte Ansprüche. Demnach können Personen und Organisationen haftbar gemacht werden, wenn diese sich durch Betrug und andere kriminelle Handlungen bereichern konnten. Das Justizministerium kann sich an der Klage beteiligen, um Schadenersatz zu erlangen. Das Gesetz ermutigt Informanten, solche Machenschaften durch gerichtliche Klagen aufzudecken, indem diese einen Anteil des Schadenersatzes an den Staat erhalten können.
„Diese Klage wurde vor sechs Jahren eingereicht, und das US-Justizministerium hat von einem Eingreifen abgesehen“, erklärt IBM-Sprecher Adam Pratt dazu. „IBM ist davon überzeugt, dass unser Vorgehen strikt im Einklang mit dem Gesetz stand.“ AT&T hat eine entsprechende Anfrage bislang nicht beantwortet, genauso wie das US-Verteidigungsministerium und das US-Justizministerium.
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(fds)
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