Künstliche Intelligenz
GPU-Verkäufe fallen: „Hohe Speicherpreise und Zölle töten den Grafikkartenmarkt“
Nvidia, AMD und Intel beziehungsweise deren Partnerhersteller haben im vierten Quartal 2025 weniger Desktop-Grafikkarten verkauft als im dritten Quartal 2025. Damit geht die Entwicklung gegen den Trend, da gegen Jahresende normalerweise Weihnachten und die US-Ferienzeit das Geschäft stärken.
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Jon Peddie Research (JPR) schätzt die Grafikkartenverkäufe laut einer Mail-Mitteilung auf zuletzt knapp 11,5 Millionen Stück. Das entspricht einem Rückgang von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal (12 Millionen). Der Marktforscher schiebt das auf steigende Speicherpreise, die sich auch auf Grafikkarten niederschlagen. Zusätzlich plagen US-Käufer die schwankenden Zölle durch die eigene Regierung.
JPR titelt daher: „Hohe Speicherpreise und Zölle töten den Grafikkartenmarkt“. Im Jahr 2026 ist der Rückgang auf den ersten Blick noch moderat: Die Marktforscher erwarten einen Rückgang von zehn Prozent. Dabei dürften allerdings auch schon einige Grafikkarten in KI-Workstations landen.
Rückgang geht gerade erst los
Im vierten Quartal gingen die Preissteigerungen bei Desktop-Grafikkarten gerade erst los. Im Januar und Februar 2026 verschlechterte sich die Liefersituation nochmals. Nvidias Topmodell GeForce RTX 5090 etwa gibt es jetzt nur noch vereinzelt unter 3300 Euro. Im Sommer 2025 lag es noch bei unter 2400 Euro.
Erschwerend kommt hinzu, dass Nvidia offenbar erst im Jahr 2028 eine neue Grafikkartengeneration für Desktop-PCs vorstellen wird. Wer eine RTX 5000 hat, dürfte damit vorerst nicht aufrüsten. Zuletzt hat Nvidia den eigenen Marktanteil wieder auf 94 Prozent gesteigert. AMD kommt nur noch auf fünf Prozent, Intel wie gehabt auf ein Prozent.
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Gegenüber dem Vorjahreszeitraum wuchs der Grafikkartenmarkt Ende 2025 nominell. Das allerdings nur, weil die Verkäufe 2024 ungewöhnlich gering waren. 8,4 Millionen Stück gab JPR für das vierte Quartal 2024 an. Unter anderem ließen damals Nvidias RTX-5000-Grafikkarten auf sich warten, während die 4000er-Serie im Ausverkauf immer teurer wurde.
(mma)
Künstliche Intelligenz
Reiskocher im Überblick: simpel bis smart – mit App, Backfunktion & Lernmodus
Reiskocher von simpel bis smart sorgen im Idealfall für immer perfekt gegarten Reis. Wer mehr Geld in die Hand nimmt, bekommt intelligente Zusatzfunktionen.
Ob als Risotto oder gebraten, mit Gemüse oder Fleisch, als Beilage oder als Hauptspeise: Reis steht für viele regelmäßig auf dem Speiseplan. Das Getreide zu kochen, ist auch erst einmal nicht sonderlich schwer. Die perfekte Konsistenz im Kochtopf hinzubekommen, gelingt vielen aber nicht. Manchmal liegt es daran, dass man zu viel, manchmal zu wenig Wasser verwendet hat. Ein anderes Mal ist der Reis wenige Minuten zu lange im Topf und erhält eine ungewollte Bräune.
Für ein konsistentes Ergebnis bei der Zubereitung von Reis sorgen Reiskocher. Das Küchengerät automatisiert den Kochvorgang und beendet ihn, wenn der Reis die ideale Temperatur erreicht und das Wasser vollständig aufgenommen hat. Während alle Modelle im Grunde den gleichen Job verrichten, gibt es Unterschiede in der Erhitzungstechnik, der generellen Zubereitung und der Auswahl an Funktionen. Wir geben in diesem Ratgeber einen Überblick zum Reiskocher und zeigen, worauf es beim Kauf des Multifunktionsküchengeräts ankommt.
Wie sinnvoll ist ein Reiskocher?
Im Vergleich zur Zubereitung von Reis im Topf haben Reiskocher einen entscheidenden Vorteil: Sie kochen den Reis immer gleich. Wer also mit dem Kochtopf zu kämpfen hat, etwa weil der Reis nicht perfekt durchgekocht ist oder gar anbrennt, der wird mit Reiskochern definitiv mehr Erfolg haben. Dafür benötigt man nicht einmal hochpreisige Modelle mit vielen Zusatzfunktionen und Programmen, denn bereits günstigere Geräte sind in der Lage, Reis zuverlässig und vor allem eigenständig zu kochen.
Ein Reiskocher vereinfacht in erster Linie die Zubereitung und automatisiert den Kochvorgang. So kann man parallel am Herd das restliche Abendessen kochen, während der Reis bedenkenlos unbeaufsichtigt vor sich hin köchelt. Generell schadet es unserer Meinung nach nicht, sich eines der günstigeren Reiskocher-Modelle anzuschaffen. Für die höherpreisigen Modelle sollte man sich natürlich überlegen, ob der eigene Reiskonsum die Investition rechtfertigt.
Der Unterschied zwischen einfachen Reiskochern und teureren ist in erster Linie der Funktionsumfang. Günstige Geräte haben meist nur einen Ein-/Aus-Schalter und fangen sofort an loszulegen, wenn man sie anschaltet. Höherpreisige Modelle warten beispielsweise mit mehreren Kochmodi und einem Timer auf.
Wie funktioniert ein Reiskocher?
Die grundlegende Technologie hinter einem Reiskocher ist relativ simpel. Wie auch beim Kochen auf dem Herd gibt man zuvor die gewünschte Reismenge und das dafür benötigte Wasser in den Reistopf. Darunter befindet sich ein Heizelement, welches langsam beginnt, diesen aufzuheizen. Das Wasser wird immer heißer, bis es den Siedepunkt erreicht und zu verdampfen beginnt. Währenddessen steigt die Temperatur nicht über 100 °C. Das liegt daran, dass die durch Erhitzung entstehende Energie vollständig vom Wasser zur Bildung des Wasserdampfs aufgenommen wird (Verdampfungsenthalpie).
Erst nachdem das Wasser mehr oder weniger komplett verdampft ist und vom Reis absorbiert wurde, kann die Temperatur über 100 °C steigen. Hier greifen jetzt die Sensoren des Reiskochers, die diesen Temperaturanstieg sofort registrieren und den Stromkreislauf kappen, damit der Reis nicht anbrennt. Die meisten Reiskocher wechseln dann in den Warmhaltemodus, um den fertig gekochten Reis nicht kalt werden zu lassen.
Umfangreichere Reiskocher kommen zudem mit zusätzlicher Technologie, die sich der sogenannten Fuzzy-Logik bedient. Diese Geräte können dann, ausgestattet mit Mikrochips, selbstständig kontinuierlich Anpassungen an Temperatur und Kochzeit in Abhängigkeit der Wassermenge vornehmen, um den Reis ideal zu kochen. Die Technologie ermöglicht es auch, Programme für individuelle Reissorten und die Zubereitungsart von Reis (hart, weich, knusprig) bereitzustellen.
Im hochpreisigen Bereich verwenden Reiskocher zudem Induktionshitze. Die Technologie ermöglicht eine gleichmäßigere Hitzeverteilung. Das liegt daran, dass bei Induktionserhitzung nicht die Platte unter dem Reistopf erhitzt wird, sondern Strom durch Kupferspulen geführt wird, wodurch ein Magnetfeld entsteht. In diesem Magnetfeld sitzt der Reistopf und wird so anstatt nur von unten von allen Seiten erhitzt. Diese gleichmäßigere Erhitzung hat außerdem den Vorteil, dass die Sensoren die Temperatur viel genauer erfassen und die Regulierung durch Reduzieren oder Stärken des Magnetfelds sekundenschnell verändern können.
Was kann man alles in einem Reiskocher machen?
Reiskocher bereiten alle gängigen Reissorten zu – darunter Basmati, Jasmin, Langkorn-, Vollkorn-, weißen und Sushi-Reis. Hochwertigere Modelle bieten dafür eigene Programme, die auf die jeweiligen Kochzeiten abgestimmt sind und so für optimale Ergebnisse sorgen.
Man kann mit ihnen tatsächlich aber auch diverse andere Dinge kochen und sogar backen. Wenn man genau darüber nachdenkt, ist es dem Reiskocher egal, was sich da gerade in seinem Inneren befindet. Im Endeffekt achtet er nur darauf, dass es nicht zu heiß wird. Somit lassen sich etwa Suppen und Eintöpfe mit einem Reiskocher ähnlich wie in einem Slow-Cooker zubereiten oder sogar Brot und Kuchen backen.
Während Suppen und Eintöpfe auch mit günstigen Reiskochern hervorragend umsetzbar sind, hilft es, wenn der Reiskocher für das Brot- und Kuchenbacken die Möglichkeit hat, die Koch- oder in diesem Fall Backzeit einzustellen. Manche Geräte der Hersteller Zojirushi oder Yum Asia Sakura-Reiskocher kommen sogar mit einem zusätzlichen Kuchen-Modus und sind somit von vornherein darauf ausgelegt, auch Kuchen backen zu können. Sobald man jedoch einen anderen Reiskocher verwendet als der Autor des Rezepts, kann das schon zu Problemen führen, da sich dann Backzeit und Temperatur voneinander unterscheiden können.
Natürlich kann der Reiskocher nicht alle Küchengeräte ersetzen. Fleisch muss man weiterhin in der Pfanne anbraten, da das Multitalent nicht die dafür nötigen Temperaturen erreicht und das Kleinhäckseln oder Pürieren von Gemüse, Käse und Nüssen muss dann doch ein Pürierstab oder eine Küchenmaschine übernehmen. Die Tatsache, dass man jedoch viele Gerichte mithilfe des kompakten Kochers bewerkstelligen kann, ist super praktisch. Gerade in kleinen Wohnungen oder unterwegs, etwa für Camping-Trips, ist das Schweizer Taschenmesser der Küchengeräte eine platzsparende Option.
Worauf muss man beim Kauf eines Reiskochers achten?
Reiskocher gibt es in verschiedensten Ausführungen. Um das richtige Modell für sich selbst zu finden, muss man sich zuvor über ein paar Dinge Gedanken machen.
Die Menge an Reis, die man konsumiert: Isst mehr als eine Person pro Mahlzeit mit, fallen Reiskocher mit einer kleineren Füllmenge direkt aus der Vorauswahl raus. Im Umkehrschluss benötigt man wahrscheinlich kein Gerät mit einem Fassungsvermögen von 3 Litern und mehr, wenn man nur für sich selbst kocht. Möchte man auf einen Schlag größere Mengen Reis zubereiten, sind Reiskocher mit einer Timer-Funktion ideal. Man richtet den Kochvorgang so ein, dass der Reis fertig ist, wenn man nach Hause kommt. Die Warmhaltefunktion sorgt dann dafür, dass dieser nicht kalt wird, bis man den Rest des Essens gekocht hat.
Wie häufig man Reis zubereitet: Ist Reis ein Hauptbestandteil der täglichen Ernährung und der Reiskocher damit permanent im Einsatz, lohnt sich der Blick auf Geräte, die sich einfach reinigen lassen. Vor allem Komponenten wie das Dampfventil sollten regelmäßig gereinigt werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Auch der Formfaktor des Kochers spielt eine Rolle. Ist er im täglichen Einsatz, sollte er idealerweise einen festen Platz in der Küche finden. Ist das nicht möglich, hilft es, wenn der Reiskocher leicht und kompakt genug ist, um ihn einfach verstauen zu können.
Welche Arten von Reis man kochen möchte: Isst man gerne verschiedene Reissorten, lohnt sich ein Blick auf Modelle, die Kochprogramme für einzelne Reisarten haben. Diese berücksichtigen dann die unterschiedliche Kochdauer und berechnen teilweise auch den Einweichvorgang bei Sorten wie Basmati vorher noch mit ein. Bei manchen Modellen lässt sich zudem auch die gewünschte Konsistenz einstellen.
Wie wichtig Komfort- und Zusatzfunktionen für einen sind: Zusatzfeatures wie eine App-Steuerung sagen nichts über die Qualität des gekochten Reis aus, machen das Kochen aber in gewisser Hinsicht komfortabler. Ein Back- oder Dampfgarmodus erweitert die Einsatzmöglichkeiten des Kochers enorm. Per einsetzbarem Korb kann man so neben dem Reiskochen auch zeitgleich Gemüse garen. Wer eine voll ausgestattete Küche hat, nutzt zum Backen aber wahrscheinlich lieber den herkömmlichen Backofen.
Wie viel Liter sollte ein Reiskocher haben?
Reiskocher gibt es in unterschiedlichen Größen. Besonders kompakt und dadurch platzsparend sind die Mini-Reiskocher, etwa von Reishunger oder Yum Asia, die ein Fassungsvermögen von 600 ml und weniger haben. Unserer Erfahrung nach sind aber Reiskocher zwischen 1 und 2 Liter der Sweetspot für die meisten Leute. Dadurch kann man mehr als genug Reis für eine Person kochen und kann auch problemlos Reis für mehrere Personen zubereiten. Größere Modelle jenseits der 3 Liter sind aufgrund ihres Formfaktors weniger praktikabel und ergeben meistens nur im Gastronomiekontext Sinn.
Wie viel kostet ein guter Reiskocher?
Das Schöne bei Reiskochern ist, dass man selbst im günstigen Preisbereich schon vollkommen solide Geräte bekommt, die ihren Job zufriedenstellend erledigen. Hier muss man natürlich in Sachen Funktionsumfang Abstriche machen. Wir haben etwa mit dem Reiskocher von Russell Hobbs für 49 Euro in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht. Er kommt mit einem Garkorb und kann so unkompliziert Gemüse dämpfen. Für aktuell 50 Euro (UVP 60 Euro) bietet der Xiaomi Smart Multifunctional Rice Cooker neben mehreren Programmen eine App-Anbindung, mit der man den Kochvorgang auch aus der Ferne startet.
Im Mittelklassebereich ab 100 Euro sind die Geräte dann überwiegend Mikrochip-gesteuert und in der Lage, die Temperatur selbstständig zu regulieren und dem Reis entsprechend anzupassen. Persönlich verwenden wir hier seit ein paar Jahren den digitalen Reiskocher von Reishunger für 158 Euro und sind rundum zufrieden. Er kommt neben Programmen für verschiedene Reissorten auch mit einem Modus für das Dämpfen, für Suppen und für das Backen. Für etwa 124 Euro kommt der Cuckoo CR-0675FW mit einem ähnlichen Funktionsumfang.
Ab 200 Euro arbeiten Reiskocher dann zusätzlich auch mit Induktionshitze wie der Yum Asia Bamboo für 230 Euro und kommen mit einer hochwertigeren Verarbeitung. Zusätzliche intelligente Features gibt es bei der Premium-Marke Zojirushi. Vielerorts als das Nonplusultra unter den Reiskochern gefeiert, liefert der Hersteller mit dem NW-QAQ-10 ab 550 Euro sogar einen Lernmodus mit. Nach getaner Arbeit kann man dem Reiskocher mitteilen, wie man das Ergebnis fand. Auf Basis des Feedbacks passt das Gerät beim nächsten Mal dann die Zubereitung an, um den Reis auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen.
Tatsächlich muss ein Reiskocher nicht hunderte Euro kosten, um köstlichen Reis auf den Teller zu zaubern. Bereits ab 49 Euro bekommt man Geräte, die einen soliden Job machen und Reis zuverlässig kochen. Wer mehr Geld in die Hand nimmt, bekommt zusätzliche Funktionen und Komfort.
Fazit
Einen Reiskocher daheim zu haben, lohnt sich fast immer. Auch wenn man nur gelegentlich mal Reis kocht, erleichtern die günstigen Modelle die Arbeit bereits enorm. Gehört Reis regelmäßig auf den Speiseplan, lohnt sich auch der Blick auf höherpreisige Modelle. Diese sind dann mit mehr Funktionen und moderner Technik ausgestattet. Neben dem Kochen von Reis lassen sie sich auch prima als Multifunktionsküchengerät zum Garen von Gemüse, Kochen von Suppen und – je nach Modell – auch zum Backen von Brot und Kuchen einsetzen.
Dass der wandelbare Reiskocher hier nicht an einen vollwertigen Backofen herankommt, ist klar. Studenten, die Geld sparen wollen, oder Personen, die wenig Platz daheim haben, dürften sich über die kompakte Mehrzweckwaffe allerdings freuen. Auf absolute Reisliebhaber mit großem Geldbeutel warten im Premium-Bereich intelligente Modelle mit Lernmodus, hochpräziser Temperaturmessung und Hitzeerzeugung, um die perfekte Schüssel Reis zu zaubern. Für welches Modell und welche Preisklasse man sich auch entscheidet – eine Bereicherung für den Alltag sind die kleinen Kocher allemal.
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Deutschland soll bei EU-Gesundheitsdatenraum, ePA und EUDI-Wallet liefern
Mit dem European Health Data Space (EHDS), der elektronischen Patientenakte (ePA) und der geplanten European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) soll ein grenzüberschreitender Datenraum möglich werden, in dem einerseits Daten ausgetauscht werden, andererseits die Versorgung innerhalb der EU, länderübergreifend, funktionieren soll. Deutschland soll jetzt „EHDS-compliant“ werden.
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In Deutschland bildet die seit dem 15. Januar 2025 flächendeckend eingeführte ePA die Basis für den Anschluss an den EHDS. Lena Dimde und Charly Bunar von der Gematik betonten am Dienstag auf der Gesundheitsdatenmesse DMEA in Berlin, dass sich die ePA konsequent an Versorgungsprozessen orientieren müsse. „Wir machen uns gerade mit der ePA auf einen Weg, wo wir mit strukturierten Daten vorangehen wollen, wo wir Versorgungsprozesse verbessern wollen.“ Entscheidend sei, dass genau jene Datentypen, die für die Versorgung benötigt werden – etwa Medikationsdaten, Laborbefunde oder Arztbriefe – auch im EHDS vorgesehen sind. „Das ist total gut, passig zu dem, was auch in Europa erreicht werden will.“
Ein zentrales Element für den Aufbau einer „europäischen Gesundheitsunion“ sei der sogenannte National Contact Point for eHealth (NCPeH), also der nationale Kontaktpunkt, der Datenaustausch zwischen Mitgliedstaaten ermöglicht. „Ich werde also zum Jahreswechsel plus minus in der Lage sein, ein deutsches E-Rezept im EU-Ausland einzulösen.“
Mit App der Krankenkasse

Sol soll sich die europäische Patientenkurzakte nutzen lassen.
(Bild: heise medien)
Wie sich dieser Austausch konkret ausgestalten kann, zeigten Kornell Adolph und Inger Koltermann von der AOK connect GbR. Sie beschrieben, wie Versicherte künftig mit einer digitalen Identität auf ihre Gesundheitsdaten zugreifen und diese im Ausland teilen können. Versicherte greifen über ihre Krankenkassen-App auf ihren „persönlichen Gesundheitsdatenraum“ zu, wählen dort eine europäische Kurzakte – die für 2027 kommen soll – aus und erzeugen einen Zugriffscode, den sie im Ausland vorzeigen können. Diese Kurzakte enthält gezielt relevante Informationen wie Allergien, Schwangerschaft oder chronische Erkrankungen, und wird über den National Contact Point automatisch in die Landessprache des behandelnden Arztes übersetzt.
Die internationale Perspektive brachte Emilie Passemard aus dem französischen Gesundheitsministerium ein: „Das ist gewiss eine sehr lange Reise und wir haben nicht viel Zeit dafür.“
Noch keine Lösung für Bewusstlose
Eine Schlüsselrolle für die praktische Nutzung soll die EUDI-Wallet spielen. Janina Buchholz von der Bundesdruckerei GmbH erklärte: „Die European Digital Identity Wallet wiederum ermöglicht es, in bisweilen extrem komplexen Anwendungsfällen, Lösungen und Prozesse schnell, einfach und nutzerfreundlich aufzusetzen.“ Julian Hartz vom Verband der Privaten Krankenversicherungen ergänzte: „Damit wir mehr aktive Nutzer haben, muss das leichter funktionieren.“ Zugleich verwies er auf die bislang geringe Verbreitung der Gesundheits-ID, die laut Gematik-Dashboard derzeit etwas mehr als fünf Prozent nutzen.
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Aus dem Publikum kam die Rückfrage, was im Notfall passiert, wenn Patientinnen und Patienten nicht mehr selbst einwilligen können. „So ein Breaking-the-Glass-Szenario nennt man sowas, ist da noch nicht konzipiert“, sagte Julian Hartz vom Verband der Privaten Krankenversicherung. Es handele sich dabei um eine „typische Datenschutzabwägung“.
Trotz der Fortschritte bleibt das Ziel einer gemeinsamen EU-Infrastruktur in einem ersten gemeinsamen Datenraum ambitioniert. „Wir haben aber noch nicht alle Detailregelungen“, so Bunar von der Gematik. Die Umsetzung sei nicht nur eine technische, sondern vor allem eine organisatorische und politische Herausforderung.
Die DMEA 2026 hat zirka 900 Aussteller und wird noch bis Donnerstag am Berliner Messegelände ausgerichtet. Die DMEA 2027 wird in München stattfinden.
(mack)
Künstliche Intelligenz
Glasfaser-Bestechung: Razzien in Nordrhein-Westfalen | heise online
Ein Mitarbeiter der DT-Tochterfirma Telekom Technik GmbH steht unter Verdacht, Bestechungsgelder angenommen zu haben. Daher hat das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen am Dienstagmorgen gleich 40 Hausdurchsuchungen hat durchgeführt und zusätzlich diverse Bankschließfächer öffnen lassen. Anlass sind Ermittlungsergebnisse nach einer Anzeige der Deutschen Telekom selbst.
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Im Zuge des Glasfaserausbaus investiert die Deutsche Telekom viel Geld. Ihre Tochterfirma namens Telekom Technik GmbH hat immer wieder außenstehende Unternehmen mit Baumaßnahmen zu beauftragen. Ein dafür zuständiger 37-jähriger Mitarbeiter in Bonn soll wiederholt eine Duisburger Baufirma beauftragt haben, die ihm im Gegenzug heimlich drei Prozent der Auftragssumme zugesteckt haben soll. In Summe soll dabei ein mittlerer sechsstelliger Betrag zusammengekommen sein. Laut dpa wird insgesamt gegen zehn Personen, überwiegend aus der Baubranche, ermittelt, nämlich wegen „Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr in einem besonders schweren Fall”.
Whistleblower gab Tipp
Nach Angaben der Telekom hat zunächst ein aufmerksamer Kollege anonym intern einen Hinweis gegeben. Sofern sich die Vorwürfe bestätigen, hat das Whistleblower-System des Konzerns also so funktioniert, wie es funktionieren soll. Der Verdacht hat sich jedenfalls erhärtet, weshalb der Konzern schließlich Anzeige erstattet hat.
Das Landeskriminalamt hat seit Herbst ermittelt [-] zunächst verdeckt, jetzt offen. Neben dem Arbeitsplatz des verdächtigen Telekom-Mitarbeiters wurden weitere Firmen- sowie Wohnimmobilien durchsucht. Die Beamten haben Unterlagen sichergestellt und zusätzlich Vermögen einfrieren lassen.
Stand Ende Februar waren Glasfaser-Kabel der Deutschen Telekom an 12,8 Millionen Haushalten, Firmen und Behörden in Deutschland verfügbar („homes passed”) – eine Million mehr als Ende September. Allerdings dürfte nur rund ein Sechstel das Angebot tatsächlich nutzen. Die Zahl der von der Deutschen Telekom betriebenen Breitbandanschlüsse insgesamt, also inklusive DSL, ist voriges Jahr sogar leicht gesunken.
(ds)
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