Künstliche Intelligenz
Großstadt blockiert Überwachungssoftware Palantir | heise online
Londons Bürgermeister Sadiq Khan (Labour) stoppt einen geplanten Vertrag zwischen der Londoner Metropolitan Police und dem US-Softwareunternehmen Palantir. Der Grund für das Veto gegen den 50 Millionen Pfund schweren Auftrag ist nach Angaben des Bürgermeisterbüros für Polizei und Kriminalität (MOPAC), dass die Metropolitan Police Palantir als einzigen ernsthaften Anbieter betrachtet hat. Die Behörde habe keine vollständige Beschaffungsstrategie zur Genehmigung vorgelegt. Dies stelle einen „klaren und schwerwiegenden Verstoß“ gegen die geltenden Verfahrensregeln dar, so das Büro.
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Berichten zufolge könnten auch ethische Bedenken des Bürgermeisters eine Rolle gespielt haben. Khan hatte in der Vergangenheit betont, dass öffentliche Gelder nur an Unternehmen fließen sollten, „die die Werte der Stadt teilen“. Das derzeitige britische Vergaberecht lässt ethische Bedenken bei der Ablehnung eines potenziellen öffentlichen Auftragnehmers allerdings nicht zu.
Sowohl Palantir als auch die Metropolitan Police kritisierten das Veto des Bürgermeisters. Ein Sprecher der Polizei erklärte laut BBC, die Behörde müsse sich modernisieren und dafür auf die bestmögliche Technologie zurückgreifen.
Abwägung zwischen Leistung und Sicherheit
Palantir ist auf die Analyse großer Datenmengen spezialisiert und entwickelt unter anderem Software für Sicherheitsbehörden, Geheimdienste und militärische Anwendungen. Sie gilt als sehr effektiv, steht aber aus mehreren Gründen in der Kritik. Vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im transatlantischen Verhältnis wächst die Sorge vor einer starken Abhängigkeit von US-Softwareanbietern. Auch die Nähe des Unternehmens zur US-Regierung von Donald Trump sorgt diesseits des Atlantiks für Besorgnis.
Datenschützer haben große Bedenken, wenn massenhaft persönliche Daten aus verschiedenen Quellen kombiniert und ausgewertet werden – sie befürchten gläserne Bürger. In Großbritannien war Palantir in den vergangenen Monaten unter anderem wegen seines Einsatzes beim englischen Gesundheitsdienst in die Kritik geraten.
In Deutschland kein einheitliches Vorgehen
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In Deutschland setzen mehrere Polizeibehörden auf die Analyseplattform „Gotham“, auch bekannt als „VeRa“ oder in Hessen „HessenData“, darunter Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Laut Recherchen von NDR, WDR und SZ kommt sie hier bei diversen Ermittlungen zum Einsatz, nicht nur für große Gefährdungslagen wie Terroranschläge. Andere Länder wie Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sprachen sich im Bundesrat für eine Lösung aus Europa aus.
Auch bei den Sicherheitsbehörden ist die Debatte in Deutschland gespalten. Die Bundeswehr hat sich aus Sicherheitsgründen vorerst gegen Palantir ausgesprochen. Beim BKA lässt man zukünftige Software-Lösungen aktuell offen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz macht nun aber ernst mit digitaler Souveränität: Es hat sich gerade für den französischen Anbieter ChapsVision entschieden.
(rie)
Künstliche Intelligenz
Android-Backups werden künftig auf den Google-Speicher angerechnet
Ab dem 7. Juli 2026 – zunächst für neue Backup-Nutzer, für bestehende Konten in den kommenden Monaten – rechnet Google neben Fotos und Videos, die in Google Fotos hochgeladen werden, nun auch weitere Daten wie SMS auf das Speicherkontingent des eigenen Google-Kontos an. Diese Daten lassen sich künftig auf Wunsch auch nicht mehr sichern.
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Neue Schalter für die Backups
Wie Google in einem Supportdokument schreibt, werden künftig auch der Anrufverlauf, Geräteeinstellungen und App-Daten auf das Speicherlimit angerechnet. Laut Google sollten diese neuen Daten die Größe des Backups im Durchschnitt um 40 MByte erhöhen.
Im Zuge der neuen Richtlinie gibt Google Android-Nutzern mehr Kontrolle darüber, was Bestandteil des Backups ist. Neben der Aus- und Abwahl einzelner Apps, die man womöglich nicht gesichert haben möchte, führt Google im Laufe der kommenden Wochen Ein-/Aus-Schalter für SMS- und MMS-Nachrichten, den Anrufverlauf und die Geräteeinstellungen für alle Nutzerinnen und Nutzer hinzu. 9to5Google hat darüber zuerst berichtet.
Um auf die Backup-Einstellungen zuzugreifen, bewegt man sich auf Pixel-Geräten zu „Google-Dienste und -Einstellungen“ > „Sicherung verwalten“ > „Andere Gerätedaten“. Auf Geräten anderer Hersteller ist die Backup-Funktion in den Einstellungen unter „Google“ zu finden.
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Ein Google-Sprecher sagte 9to5Google: „Mit der Android-Sicherung können Sie die Daten auf Ihrem Smartphone in Ihrem Google-Konto speichern, um sie später einfach wiederherzustellen oder ein neues Gerät einzurichten. Wir haben unsere Richtlinien aktualisiert, sodass nun alle Android-Sicherungsdaten auf den Speicherplatz Ihres Google-Kontos angerechnet werden. Wir gehen davon aus, dass dies im Durchschnitt nur 40 MB zusätzlich beanspruchen wird. Außerdem bieten wir Ihnen mehr Transparenz und neue Einstellungsmöglichkeiten, mit denen Sie auswählen können, welche Daten und Apps Sie sichern möchten.“
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15 GByte kostenloser Cloudspeicher
Google bietet seit Jahren standardmäßig 15 GByte Cloudspeicher kostenlos als Teil eines Google-Kontos an. Gegen Gebühren lässt dieser sich mit dem Angebot Google One von 100 GByte für 2 Euro monatlich auf bis zu 30 TByte für 220 Euro im Monat erweitern. Die teureren Tarife enthalten unter anderem zahlreiche KI-Funktionen.
Seit dem Jahr 2024 wird unter Android auch das WhatsApp-Backup auf den Cloudspeicher angerechnet, sollten WhatsApp-Nutzerinnen und -Nutzer die Cloudbackup-Funktion verwenden. Wie groß der verwendete Cloud-Speicherplatz ist, lässt sich auf einer Übersicht einsehen. Hier können Nutzer ihr WhatsApp-Backup bei Bedarf löschen; die Verwaltung erfolgt über die WhatsApp-App.
(afl)
Künstliche Intelligenz
Umfrage: Jedes zweite Rathaus nutzt oder testet KI
Viele Rathäuser in Deutschland nutzen oder testen einer Umfrage zufolge für Verwaltungsaufgaben mittlerweile Künstliche Intelligenz. In einer repräsentativen Forsa-Befragung von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern von Gemeinden mit mindestens 1000 Einwohnern für den Softwareanbieter Meister gab gut die Hälfte (52 Prozent) an, dass KI in ihrer Verwaltung bereits produktiv eingesetzt oder derzeit erprobt wird.
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16 Prozent setzen demnach schon konkret auf KI, weitere 36 Prozent testen entsprechende Anwendungen. Bei 43 Prozent der Befragten ist KI aktuell noch kein Thema. Am häufigsten wird die Technologie dabei zur Erstellung und Bearbeitung von Dokumenten eingesetzt, gefolgt von Übersetzungen und Texterstellung, der Zusammenfassung und Analyse von Akten und zur Protokollierung von Sitzungen.
KI wird vor allem als Chance für Effizienzsteigerung und Zeitersparnis sowie eine schnellere Bearbeitung von Bürger-Anliegen gesehen. Knapp die Hälfte der Befragten sieht zudem eine Chance in der Abmilderung des Fachkräftemangels.
(mho)
Künstliche Intelligenz
3D-gedruckte, autonome VTOL-Drohne bekämpft Drohnen-Schwärme mit bis zu 560 km/h
Das US-amerikanische Unternehmen SkyDefense hat eine autonome VTOL-Drohne mit der Bezeichnung CobraJet entwickelt (Vertical Take-Off and Landing – VTOL), die Angriffe von Drohnenschwärmen selbstständig abwehren können soll. CobraJet ist in unterschiedlichen Versionen erhältlich, die elektrisch oder zusätzlich von Turbinen angetrieben bis zu 560 km/h erreichen. Die Hülle der Abfangdrohne stammt aus dem 3D-Drucker.
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CobraJets mit Elektro- und Hybridantrieb
Fünf Varianten des CobraJet will SkyDefense anbieten, sobald die Flächen-Drohne alle Tests bestanden hat. CobraJet V4, V6, V8 und V10 sind vollelektrisch angetrieben. Sie unterscheiden sich in Größe und Flugzeit voneinander. Die Größe reicht von rund 116 cm bis 293 cm Spannweite. Allen gemeinsam ist ihre Geschwindigkeit. Die Drohnen erreichen mit ihren elektrischen Impeller-Triebwerken Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 260 km/h. Die Energie dafür kommt aus Solid-State-Batterien mit hoher Energiedichte. Die Drohnen können außerdem senkrecht starten und landen, sind also auf kleinstem Raum einsetzbar. Die Flugzeit beträgt zwischen 30 Minuten und einer Stunde.
V4 und V6 können von einem Menschen transportiert werden. Die Tragflächen sind dazu demontierbar. Für die V8 und V10 werden zwei Menschen zum Transport benötigt. Die V10 kann zudem als Drohnenmutterschiff eingesetzt werden, um mehrere kostengünstige Hochgeschwindigkeitsdrohnen autonom in Kampfgebiete zu schaffen.
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Das Video zeigt einen CobraJet im VTOLBetrieb.
CobraJet VT10 besitzt dagegen zwei Hybrid-Triebwerke aus Turbine und batterieelektrischem Propeller-Antrieb (electric duct fan – EDF). Die VT10 hat eine Spannweite von 293 cm und erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 560 km/h. Die Tragflächen sind ebenfalls abnehmbar und die Drohne kann als Drohnenmutterschiff verwendet werden.
Autonome Abfangdrohne aus dem 3D-Drucker
Alle fünf CobraJets sind aus Karbonfaser 3D-gedruckt. Die Drohnen sollen so bei geringem Gewicht schnell und kostengünstig hergestellt werden können. Die Oberfläche ist mit einer Radar-absorbierenden Graphene-Schicht ausgestattet, um weitgehend unerkannt im Operationsgebiet agieren zu können.
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Dort können die Drohnen autonom fliegen und Missionen selbstständig erledigen. Die Drohnen werden dabei ständig von einer Basis (Visual Realtime Area Monitoring – VRAM) kontrolliert, die bei autonomen Flügen eingreifen kann. Missionen können auch komplett manuell oder mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) absolviert werden. Dabei helfen EO/IR-Kameras und weitere Sensorik, die einen Betrieb bei Tag, Nacht und extremen Wetterbedingungen ermöglichen sollen. Auch der Einsatz in elektronisch gestörten Gebieten sei möglich.
Die CobraJets sind als Abfangjäger und damit allein für Kampfaufgaben gegen angreifende Drohnenschwärme der Gruppen 1, 2 und 3, glasfasergesteuerte FPV-Drohnen und jetgetriebene Drohnen konstruiert. Entsprechend nehmen die CobraJets verschiedene Luft-Luft-Abfangkörper auf. Über den elektromechanischen Phyton-Werfer können etwa 18-mm-Copperhead-Geschosse abgeschossen werden. Zusätzlich sind Träger für 40-mm-Cuda-Lenkgeschosse (Mach 0,5) und 45-mm-Viper-Lenkflugkörper mit Feststoffantrieb (Mach 1) vorhanden, sodass auch schnellere Drohnen bekämpft werden können.
Praxistests zur Drohnenabwehr sollen mit den CobraJets und VRAM im vierten Quartal auf einem nicht näher genannten Testgelände für Unmanned Aerial Vehicles (UAV) erfolgen. Nach erfolgreichen Tests ist ein Produktionsstart im ersten Quartal 2027 vorgesehen. SkyDefense betont, dass beim Bau der CobraJets ausschließlich Teile aus den USA verwendet werden.
(olb)
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