Künstliche Intelligenz
Holpriger Start: OpenZFS 2.4.0 mit schneller Verschlüsselung – und Problemen
Noch im Dezember veröffentlichten die Entwickler von OpenZFS die Version 2.4.0 ihres selbstheilenden Dateisystems, das aus dem vor über 20 Jahren für Solaris entwickelten ZFS von Sun Microsystems hervorgegangen ist. Explizit werden Linux-Kernel 4.18 bis 6.18 sowie FreeBSD 14, das aktuelle Production-Release 15 und die in rund zwei Jahren kommende Version 16 („-current“) unterstützt.
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Ein Patch von Ameer Hamza führt Standard-Quotas für Benutzer, Gruppen und Projekte in OpenZFS ein – inklusive Objekt-Quotas – und sorgt so für eine konsistente Begrenzung, auch wenn keine individuellen Limits gesetzt sind. Dazu werden Kernel- und Userspace-Werkzeuge (zfs {user|group|project}space) unter FreeBSD und Linux angepasst, so dass Standard-Quotas angezeigt werden, falls keine individuellen Quotas konfiguriert wurden.
Eine Änderung von Alexander Motin erweitert die ZIL-Allokation so, dass bei fehlendem SLOG auch Special-vdevs (typischerweise SSDs) für ZIL-Blöcke genutzt werden, um unlogische Zuordnungen mit höheren Latenzen auf HDDs zu vermeiden. Damit können HDD-Pools mit einem schnellen Special-vdev synchrone Workloads besser bedienen. Das geht dann ohne zusätzliches SLOG und erlaubt in gewissen Grenzen den Verschleiß von SSDs zu minimieren.
Joel Low hat bereits im Februar letzten Jahres Code von Googles BoringSSL nach OpenZFS portiert, was angeblich eine bis zu 80 Prozent schnellere Verschlüsselung bringen soll. Dazu verwendeten die Entwickler bei Google eine Vector-AES-optimierte AES-GCM-Implementation (Galois/Counter Mode), bei der auf AMD Zen3-CPUs das schnelle AVX2 statt AVX512/AVX10 eingesetzt wird.
Drei neue Befehle
Wer OpenZFS 2.4.0 einsetzt, sollte sich mit drei neuen Befehlen vertraut machen: „zfs rewrite -P“ versucht beim erneuten Schreiben von Blöcken die Birth Time beizubehalten und so Zeit und Ressourcen einzusparen, da sich die eigentlichen Daten ja nicht ändern. Mit „zpool scrub -S -E“ kann das Scrubbing auf bestimmte Zeiträume (basierend auf Transaction Groups / TXG) begrenzt werden – im Commit [ werden aber einige Probleme gemeldet. Mit „zpool prefetch -t brt“ schließlich sollen die Metadaten der BRT (Block Reference Table) vorab in den ARC (Adaptive Replacement Cache) eingelesen werden, um Block Cloning und das Freigeben von Blöcken zu beschleunigen (dazu unten mehr).
Die Mehrheit der Commits kommen von Rob Norris (229 Commits) und Alexander Motin (119 Commits), beide arbeiten für das auf FreeBSD, ZFS und ARM spezialisierte Unternehmen Klara. Acht Entwickler haben Commits im zweistelligen Bereich, der überwiegende Teil beschränkt sich auf genau einen Commit.
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Ohne Cache schneller schreiben und Ärger mit den „Gang Blocks“
Während obige Neuerungen aus einzelnen Commits bestehen, bestehen vier Bereiche des neuen OpenZFS 2.4.0 aus einer ganzen Reihe von zusammengefassten Detailverbesserungen: Uncached I/O, Gang Blocks, Deduplication und Block Cloning. Alexander Motin arbeitet an der Optimierung von Uncached I/O-Operationen, die von der Performance her zwischen dem schnellen Direct I/O (mit Beschränkungen wie page alignment) und dem regulären Cached I/O liegen. Scheidet Direct I/O in bestimmten Szenarien aus, soll es einen Fallback auf Uncached I/O statt wie bisher auf das noch langsamere Cached I/O geben.
Mehrere Fixes sollen den Einsatz von „Gang Blocks“ verbessern. Gang Blocks sind eine Art Notfallmechanismus von ZFS, der greift, wenn für einen großen Daten- oder Metadatenblock kein zusammenhängender freier Speicherplatz mehr verfügbar ist. In diesem Fall zerlegt ZFS den Block in mehrere kleinere physische Blöcke und speichert zusätzlich mindestens zwei redundante Gang Block Header, die auf diese Teilblöcke verweisen, sodass der Block logisch weiterhin als Einheit behandelt werden kann. Eine der Verbesserungen ist, die Größe der Gang Block Header von fixen 512 Byte auf eine beliebige dynamische Größe zu verändern.
Die ins Gigantische wachsende Datensammelwut von Konzernen und Regierungen macht Optimierungen bei der Deduplizierung von OpenZFS besonders notwendig. Alleine acht Commits sollen OpenZFS 2.4.0 dabei helfen, Speicherplatz zu sparen.
Sorgenkind Block Cloning gefixt – oder doch nicht?
Wie Alexander Motin klarstellt, wurde bei der ursprünglichen Implementation des Block Clonings ein struktureller Fehler gemacht, der die „BRT ZAP Entries“ betrifft, nun aber korrigiert ist. Block-Cloning erlaubt es, Dateien oder Teile davon zu kopieren, indem nur Referenzen zu bestehenden Blöcken angelegt werden, statt Daten zu duplizieren. Das spart Platz und Zeit, weil die Daten nicht erneut geschrieben werden müssen.
Die Block Reference Table (BRT) ist ein neues Metadaten-Objekt in OpenZFS (eingeführt in 2.2), das Block-Cloning beziehungsweise „Reflinks“ unterstützt. OpenZFS speichert die BRT-Einträge in einem ZAP-Objekt. ZAP (ZFS Attribute Processor) ist eine flexible On-Disk-Struktur für Schlüssel/Wert-Daten, beispielsweise Verzeichnisse, Eigenschaften oder eben Referenztabellen. Weitere Fixes sollen das Block Cloning von OpenZFS stabiler und weniger fehleranfällig machen. Fehlerhaftes Block Cloning sorgte bereits bei OpenZFS 2.2.0 für Datenverluste.
Ist manche NVMe-Hardware nicht OpenZFS-kompatibel?
Neben den Problemen durch Block Cloning scheint OpenZFS auch mit NVMe-Pools ein wenig auf Kriegsfuß zu stehen. Neben Kommentaren bei OpenZFS-Postings oder Foreneinträgen gibt es auch lange Diskussionen, beispielsweise auf Github. In fast allen diesen Diskussionen wird auf Probleme insbesondere mit NVMe-Laufwerken hingewiesen, SATA- und SAS-HDDs/SSDs scheinen weniger betroffen zu sein. Ob der Fehler dabei im OpenZFS zu suchen ist, oder ob es sich um Hardware-Probleme handelt, ist nicht immer klar und sorgt für teilweise hitzige Auseinandersetzungen.
Eine weitere Möglichkeit wäre, dass manche NVMe-Hardware von OpenZFS unter hoher Last einfach überfordert ist. Wenn diese Hardware mit anderen Dateisystemen oder sogar älteren ZFS-Varianten funktioniert, und wenn auch das aktuelle OpenZFS auf anderen Systemen fast überall sauber läuft – ist dann die spezielle Kombination das Problem? Vielleicht ist auch ein genauer Blick auf die eingesetzte NVMe-Controller-Hardware und dessen Firmware sinnvoll? Vor allem Consumer-Hardware wird oft hart an der Spezifikationsgrenze gebaut und könnte dann unter härteren Bedingungen von OpenZFS zu Fehlern neigen. Das Problem sollte genau analysiert werden, da vor allem leistungsfähige OpenZFS-Installationen gerne auf NVMe-Hardware aufbauen.
OpenZFS ist verfügbar für GNU/Linux, FreeBSD, NetBSD, macOS, OpenSolaris, Illumos und OpenIndiana. Der Quellcode von OpenZFS 2.4.0 liegt zusammen mit einer ausführlichen Liste aller Neuerungen und Änderungen auf Githuv.
(axk)
Künstliche Intelligenz
Software Testing: Von der Schuldfrage zur Fehlerkultur
Richard Seidl und Katja Radom diskutieren in dieser Podcast-Episode über Fehlerkultur als Grundlage für Softwarequalität und Lernen. Sie fragen, wann ein Fehler beginnt, wie Teams ihn sichtbar machen und wie schnell sie reagieren. Es geht um Rituale wie Retrospektiven, Pairing und Quality Gates, verknüpft mit CI/CD und aussagekräftigen Metriken.
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Führung schafft psychologische Sicherheit, stellt Zeit fürs Üben bereit und macht Qualität zur Teamaufgabe. Persönlich wird es, wenn das Duo über Feedback, das Eingestehen von Irrtümern und internationale Teamdynamik spricht. Am Ende steht die Frage, wie viel Raum Projekte für Experimente lassen und welche Signale ein Team nutzt, um rechtzeitig zu lernen.
Über Katja Radom
Katja Radom ist Director in der Technology-Consulting-Einheit bei EY Deutschland am Standort Hamburg. Als Expertin für Software-Testmanagement verantwortet sie EY Deutschlands Services rund um das Testen von Software, und sie ist in EYs globalem Expertennetzwerk Quality Engineering aktiv vernetzt. Bereits vor ihrem Eintritt bei EY im Jahr 2001 hat sie umfangreiche Erfahrungen in der Einführung von Software im ERP- und IT-Service-Management-Umfeld, in der Beratung und in der Industrie gesammelt. In ihren Projekten hat sie eng mit allen Beteiligten – von den Testern bis hin zum Management der Kunden – zusammengearbeitet, um eine gute Qualität der eingesetzten Systeme zu erreichen.
Sie hat in rein lokal besetzten als auch in internationalen großen Teams gearbeitet, die sich aus Beratern, Kunden und externen Softwareanbietern zusammengesetzt haben. Ihr besonderes Interesse liegt im „Faktor Mensch“ in Softwareeinführungsprojekten, da sie hier einen wichtigen Schlüssel für den Projekterfolg sieht.
Bei diesem Podcast dreht sich alles um Softwarequalität: Ob Testautomatisierung, Qualität in agilen Projekten, Testdaten oder Testteams – Richard Seidl und seine Gäste schauen sich Dinge an, die mehr Qualität in die Softwareentwicklung bringen.
Die aktuelle Ausgabe ist auch auf Richard Seidls Blog verfügbar: „Von der Schuldfrage zur Fehlerkultur – Katja Radom“ und steht auf YouTube bereit.
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(mdo)
Künstliche Intelligenz
Schadsoftware eliminieren: Mit freien Werkzeugen auf Malwarepirsch
Wer bei einem Verdacht auf einem einzelnen Rechner schnell prüfen will, ob sich dort Schadsoftware eingenistet hat, kann dafür verschiedene kostenlose und Open-Source-Tools nutzen. Werkzeuge wie THOR Lite, YARA und ClamAV spüren verdächtige Dateien auf und PersistenceSniper und trawler decken Persistenzmechanismen auf. Ergänzt durch bewährte Tools wie Autoruns, Sigcheck und DensityScout entsteht eine schlagkräftige Sammlung für den Incident-Check. Der Artikel stellt die Werkzeuge im Detail vor, erklärt ihre Ausgaben und zeigt, wie man Malwarefunde bewertet. Um die Werkzeuge greifbar zu machen, greift er auf Beispiele mit der Schadsoftware brbbot.exe zurück, die der zweite Teil der iX-Reihe zum Reverse Engineering analysiert hat.
- Für die Suche nach Malware auf einzelnen Systemen stehen zahlreiche kostenlose und Open-Source-Tools zur Verfügung.
- Mit THOR Lite, YARA, ClamAV, Sigcheck und DensityScout lassen sich verdächtige Dateien erkennen, während PersistenceSniper, trawler und Autoruns den Fokus auf Persistenzmechanismen legen.
- Die Kombination aller Tools ermöglicht ein vollständigeres Bild des Systems und erleichtert die zuverlässige Erkennung von Schadsoftware.
Mit THOR Lite verdächtige Dateien und Prozesse erkennen
Der Scanner THOR Lite eignet sich für einen schnellen Rundumcheck verdächtiger Dateien und Spuren. Es handelt sich um einen Indicators-of-Compromise-Scanner (IOC), der Schadsoftware, Angreifertools und auffällige Aktivitäten auf kompromittierten Systemen erkennt. THOR Lite ist die kostenlose Variante des kommerziellen Produkts von Nextron Systems und erfordert lediglich eine kostenfreie Lizenz, die nach der Eingabe von Kontaktdaten über die Webseite erhältlich ist. Das Tool läuft auf Windows, Linux und macOS, benötigt keine Installation und bringt ein Open-Source-Datenset von rund 4.000 YARA-Regeln mit, darunter solche, die Webshells, Hacktools, bösartige Skripte und Dateien erkennen. Zusätzlich analysiert THOR Lite laufende Prozesse und Netzwerkverbindungen.
Scans lassen sich in unterschiedlichen Modi starten: default, quick, soft oder intense. Für einen besonders gründlichen Scan auf einem Windows-System nutzt man den folgenden Befehl:
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Künstliche Intelligenz
Senioren-Kommunikator im Eigenbau | heise online
Viele ältere Menschen tun sich mit Smartphones schwer: zu klein die Symbole, zu komplex die Menüs, zu häufig neue Updates. Für Angehörige wird es dann zur Herausforderung, mehr als nur regelmäßig per Telefon in Kontakt zu bleiben.
Aktuelle Fotos der Enkel, von dem Urlaub oder kurze Nachrichten lassen sich nicht mal eben so digital verschicken. Genau dieses Problem war der Auslöser für mein Projekt, denn meine Schwiegereltern wünschten sich, Bilder und kurze Texte erhalten zu können.
- Vereinfachte Telegram-Schnittstelle für Senioren
- Nutzt das mobile Datennetz statt WLAN
- Bedienkonzept für Menschen ohne Technikerfahrung
Daraus entstand eine einfach bedienbare, autarke Kommunikationsbox, die ohne WLAN, Touchscreen und technisches Vorwissen funktioniert – der Senioren-Kommunikator.
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