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UX/UI & Webdesign

Ich sehe was, was du nicht siehst › PAGE online


Keine politische Werbung mehr über Metas Kanäle? Die schwedische LGBTQ+ Organisation RFSL wollte das nicht hinnehmen und tat sich mit der Stockholmer Agentur Stendahls zusammen. Die Kreativen dort begannen zu tüfteln und entwickelten schließlich eine unsichtbare Schrift.

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»Meta kann unsere Anzeigen verstecken, aber nicht uns«.

Im Oktober 2025 trat eine neue EU-Verordnung in Kraft, die die Transparenz im Bereich der politischen Werbung erhöhen soll. Meta reagierte darauf mit einem Verbot aller politischen und sozialen Anzeigen in der gesamten EU. Darunter fallen auch Botschaften zu Gleichberechtigung, Klima, Inklusion und Menschenrechten. Selbst Aussagen wie »Wir müssen uns gegen Hassverbrechen wehren« werden nun blockiert. 

Fiberhaft überlegten die Kreativen von Stendahls, die inzwischen Teil von iO sind, zusammen mit RFSL, wie sie deren Botschaften trotzdem verbreiten könnten und kamen auf eine smarte, typografische Idee: Eine Schrift zu entwickeln, die (mit genug Augenabstand) für menschliche Augen problemlos zu entziffern ist, für den Meta Algorithmus aber nur Kauderwelsch darstellt. Zunächst überlegte Stendahls, die Botschaften in Bildern zu verstecken oder über das Netzwerk QX Privatpersonen aufzufordern, sie organisch zu verbreiten. Letzten Endes aber wollte RFSL dort sichtbar sein, wo es eigentlich nicht erlaubt ist – in bezahlten Anzeigen.   

Schließlich kam das Team auf die Idee, optische Täuschungen einzusetzen. Nach diversen Tests stellten die Schweden fest, dass die KI einiges nicht sehen konnte was sie selbst sahen. Der Gedanke zur unsichtbaren Schrift war geboren.

Grüne Fläche mit gepixeltem Text mit der Aufforderung gegen Hassverbrechen aufzustehen

»Wir müssen uns gegen Hassverbrechen wehren«.

Lila Farbfläche mit dem gepixelten Text, dass HBTQI nicht gefährlich ist, Zensur aber schon

»HBTQI ist nicht gefährlich, Zensur schon«.

Durch die Kalibrierung von Farbe, Form und Kontrast wurden die Buchstaben immer wieder feinjustiert, ein internes Testtool analysierte, was in den Systemen hängen blieb und was durchkam. So entstand der Human Writes Font, den RFSL in Kampagnen nutzt. »Meta kann unsere Anzeigen verstecken, aber nicht uns« ist da zu lesen oder auch »Wir müssen uns gegen Hassverbrechen wehren«. 

»This is a way to speak up with creativity instead of a megaphone. We know Meta isn’t listening, but people are. And that’s where change begins.«

Sofia Frejd, Art director, Stendahls

Sechs iPhone Displays nebeneinander, alle mit einer verschiedenfarbigen Farbläche und verschiedenen gepixelten Texten

Damit nicht genug, entwickelte Stendahls ein Tool, mit dem jeder Botschaften erstellen kann. Kostenlos und laut Sendahls völlig legal, lassen sich auf humanwritesfont.com sechszeilige Botschaften in sechs Farben erstellen und als PNG speichern. Die einzige Bitte, die die Kreativen haben: »Verwendet  #humanwritesfont in der Bildunterschrift, so dass wir den Botschaften folgen ud sie teilen können.«

Eine tolle Initiative von Stendahls, die hoffentlich nur für vernünftige Botschaften genutzt wird. Und ein befriedigendes Gefühl, als Mensch der KI doch noch ein Stück überlegen zu sein.

Blaue Fläche mit gepixeltem Text die Würde des Menschen ist unantastbar

Auf humanwritesfont.com kann jeder solche Botschaften erstellen und als Bild speichern. Beim Veröffentlichen in der Bildunterschrift gerne #humanwritesfont verwenden.

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Neues Markendesign von Lay’s im Rollout – Design Tagebuch


Im vergangenen Herbst hatte der US-amerikanische Lebensmittelkonzern PepsiCo für die Kartoffelchips-Marke Lay’s ein umfassendes Rebranding angekündigt. Nachdem zunächst in den Vereinigten Staaten Verpackungen im neuen Design im Vorfeld zur FIFA Fußball-WM 2026 in den Handel eingeführt wurden, erreicht der globale Rollout sukzessive weitere Märkte. Hierzulande werden sich Konsumenten wohl noch etwas gedulden müssen.

Vom Entwurf bis zur Markteinführung vergehen oftmals Jahre, nicht nur im Produktdesign (z.B. Automobile, Möbel), wo ein langer Entwicklungs- und Designprozess üblich ist, auch im Packaging Design / Markendesign, wie das jüngste Beispiel Lay’s zeigt. Lay’s ist eine internationale Marke für Kartoffelchips und andere Snacks des US-Unternehmens Frito-Lay, einer Tochter von PepsiCo. Die Wurzeln der Marke gehen auf ein 1932 von Herman Lay gegründetes Snackunternehmen in Nashville zurück; seit 1965 gehört sie über Frito-Lay zu PepsiCo.

Bereits anderthalb Jahre bevor PepsiCo auf seinem Instagram-Account das Rebranding publik gemacht hat, hatte das Unternehmen für das neugestaltete Lay’s-Markenlogos Markenschutz beantragt (DPMA-Eintrag /

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.





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Auch so kann ein Büro für Versicherungen aussehen! › PAGE online


Seit Jahrzehnten betreut das Versicherungsbüro von Jürgen Rohloff auf der Schwäbischen Alb Unternehmen – und das jetzt mit einem neuen, umwerfenden Erscheinungsbild von Hochburg Design, das großen Versicherern in nichts nachsteht.

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Once upon a time… › PAGE online


…there was a script. Entstanden aus dem Scriptfont Finlay, geht die jetzt erschienene Finlay Sans einen deutlichen Schritt Richtiung dynamische Sans.

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2022 entwickelte der Berliner Typedesigner Martin Wenzel eine verbundene Script, die auf Skizzen für das typografische Erscheinungsbild eines Kinderprogramms basierte. »Beim Arbeiten mit Finlay gab es immer wieder Momente, in denen ich mich fragte, ob die Schrift auch unverbunden, als universell einsetzbare Serifenlose ohne Swashes funktionieren könnte«, so Martin Wenzel. Abwegig war die Idee nicht, denn der Kontrast der Finlay war wie bei einer typischen Sans gering, die x-Höhe groß. Also verfolgte er den Gedanken weiter, das Ergebnis ist Finlay Sans, eine Serifenlose in sieben Strichstärken.

Auf grünem Hintergrund steht links Finlay, rechts Finlay Sans. so kann man die beiden Schriften direkt miteinander vergleichen.

Auf grünem Hintergrund sieht man die sieben Strichstärken der Schrift Finlay Sans

»Bei der Gestaltung der Finlay Sans entferne ich mich weg von einer Script und landete bei einer Type, die ganz klar als Serifenlose durchgeht, in deren Formensprache aber dennoch Merkmale des Schreibens durchscheinen«, so der Typedesigner. Diese Merkmale zeigen sich in den leicht gebogenen Stämmen, den abgerundeten Strichenden, den Abschwüngen, der dezenten Bewegtheit und generell dem Fehlen von Strenge. »In der ganzen Schrift gibt es nicht einen geraden Strich. Dadurch wirkt sie wärmer, lebendiger und natürlicher als eine durchschnittliche Serifenlose.« Steht die Geometrische Sans am einen Ende einer Skala der Serifenlosen, findet sich Finlay Sans am entgegengesetzten Ende.

Auf grünem Hintergrund sind in Weiß und Beige verschiedene Schriftgrößen der Schrift Finlay Sans zu sehen

Auf grünem Hintergrund sieht man einzelne Glyphen der Schrift Finlay Sans in verschiedenen Größen.

In kleineren Schriftgraden lässt sich Finlay Sans sehr gut lesen, dafür sorgen ihre offenen, humanistischen Buchstabenformen und die großzügige x-Höhe. Selbst Leseanfänger sollten sich mit ihr wohlfühlen. In größeren Graden macht sich das freundliche Design gut auf Verpackungen oder Websites, in Print oder auf Beschilderungen — kurz auf allem, was rustikal und gesund ist, handgemacht daher kommen soll oder einfach nur Spaß macht.

Links und rechts sehen wir weiße Schrift auf grünem Hintergrund, iner Mitte grüne Schrift auf weißem Hintergrund. So kann man die Lesbarkeit der Schrift Finlay Sans beurteilen.

Mit ihren sieben Schriftstärken  von Light bis Black bietet Finlay Sans viel Gestaltungsspielraum. Ein netter Bonus sind die vielen alternativen Zeichenformen, mit denen sich das typografische Erscheinungsbild weiter feinjustieren lässt – je nach Zielgruppe und Art der Anwendung.

Lizensieren kann man die freundliche, warme und sympathische Schrift bei supertype, der Foundry von Martin Wenzel und Jürgen Huber, der Finlay Sans als »Echt süß!« charakterisierte. Einzelschnitte kosten rund 40 Euro, die ganze Familie gut 200 Euro.

Auf grünem Hintergrund sehen wir die Groß- und Kleinbuchstaben der Schrift Finlay Sans sowie die enthaltenen Alternativzeichen. Auf grünem Hintergrund sind die OpenType Features der Schrift Finlay Sans dargestellt.

 

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