Künstliche Intelligenz
Im Funkloch: Wie Smart Meter auch ohne LTE-Empfang online gehen
Das Interesse an Smart Metern steigt: Die „intelligenten Messsysteme“ (iMS / iMSys) ermöglichen dynamische Stromtarife und verschaffen Nutzern einen Überblick über ihren Stromverbrauch. Haushalte mit Wärmepumpe, Wallbox oder PV-Anlage erhalten früher oder später sogar verpflichtend ein Smart Meter von ihrem örtlichen Messstellenbetreiber.
Doch egal ob Pflicht oder Wunsch: Bevor der Monteur des Messstellenbetreibers das Smart Meter Gateway installiert, prüft er zunächst mit einem Messgerät den LTE-Empfang am Zählerschrank. Reicht die Signalstärke nicht aus, kann er das Gateway nicht installieren. „Schließlich hilft es nicht, wenn das iMS keinen oder nur wackeligen Empfang hat“, schrieb im Januar 2026 Markus Rüger vom Betreiber EWE Netz in einem Beitrag auf LinkedIn. „Kunden, die sich das iMS gewünscht haben, sind dann enttäuscht.“
Die Funklöcher in den Kellern der Republik verhindern den Einbau nicht nur in Einzelfällen. RheinNetz aus Köln teilte auf Anfrage von c’t mit, dass nur in circa 80 Prozent der Anfahrten eine Installation möglich sei. Noch niedriger ist die Erfolgsquote in Hamburg: „In etwa 70 bis 75 Prozent der Fälle liegen die Messwerte im grünen Bereich, sodass ein iMSys mit Mobilfunk verbaut werden kann“, sagte ein Sprecher der Hamburger Energienetze. N-ergie aus Nürnberg berichtet von einer LTE-Abdeckung von „maximal 70 Prozent“.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Im Funkloch: Wie Smart Meter auch ohne LTE-Empfang online gehen“.
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Künstliche Intelligenz
Sam Altman: „Rechenzentren im All sind lächerlich“
Im Rahmen des „India AI Impact Summit“ in Delhi gab OpenAI-Mitbegründer und CEO der Tageszeitung „The Indian Express“ eines seiner seltenen ausführlichen Interviews. Dabei waren auch Fragen aus dem Publikum zugelassen. Davor gab es jedoch ein Gespräch mit dem Geschäftsführer des Express, Anant Goenka. Er fragte unter anderem nach der von Altmans Konkurrent Elon Musk propagierten Idee von Rechenzentren im Weltall.
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„Ganz ehrlich glaube ich, dass mit der gegenwärtigen Umgebung die Idee von Rechenzentren im All lächerlich ist.“ Wenn man nur die „einfachste Berechnung“ der Kosten des Transports ins All durchführe, zeige sich das. Und dann, so Altman, „Rede ja auch noch keiner davon, wie man eine kaputte GPU im All repariert. Und leider gehen die immer noch sehr oft kaputt.“ Es könne zwar sein, dass sich ein Rechenzentrum im Weltraum irgendwann rechnet, im laufenden Jahrzehnt sieht der OpenAI-Chef das jedoch noch nicht.
Enge Beziehungen zu Regierungen nötig
Weil schon auf der Erde die Infrastrukturkosten so hoch sind – Altman träumte einst von Billionen an Investitionen – sei auch eine enge Zusammenarbeit mit Regierungen für die KI-Branche nötig. Dabei sieht er zwar nach wie vor Konflikte, zu den Beziehungen auch mit der aktuellen US-Regierung sagt Altman jedoch: „Je besser sie sein kann, umso besser für uns alle.“ Auf dem Gipfel hatte er an anderer Stelle jedoch auch Regulierung gefordert.
Der Indian Express hat das gesamte Gespräch auch auf YouTube als Video veröffentlicht. Auf eine Frage an dieser Stelle nach den Kosten von KI für Training, insbesondere was Energie betrifft, ließ sich Altman zu einem merkwürdigen Vergleich hinreißen. Oft, so sagte er, werde eine Anfrage bei ChatGPT mit einer Anfrage bei einem Menschen verglichen. „Es braucht 20 Jahre Leben, und all das Essen, das man in dieser Zeit isst, bevor man schlau wird.“ Dazu komme noch die gesamte Evolution der Menschheit. Die bessere Frage sei, wieviel Kosten eine Anfrage bei einer KI gegenüber der bei einem Menschen an Energie benötige. „Und vielleicht hat KI da schon aufgeholt, wenn man die Energieeffizienz auf diese Art misst.“
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(nie)
Künstliche Intelligenz
Hunderttausende Links: Wikipedia verbannt Archive.today nach Cyberangriff
Die Nachricht schlägt in der Community der Onlineenzyklopädie derzeit hohe Wellen: Die englischsprachige Wikipedia hat beschlossen, den Archivdienst Archive.today sowie alle zugehörigen Domains wie archive.is und archive.ph mit sofortiger Wirkung zu sperren. Oberflächlich wirkt das wie ein technischer Streit über die Verlinkung von Quellen. Doch bei näherem Hinsehen entpuppt sich der Schritt als handfester Digitalskandal um Rachefeldzüge, manipulierte Zeitzeugnisse und den Missbrauch von Nutzerhardware für Cyberangriffe.
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Hintergrund der Entscheidung ist ein Konflikt zwischen dem Betreiber von Archive.today und dem Blogger Jani Patokallio. Dieser hatte in seinem Webjournal Gyrovague.com über die verschleierte Identität der Hintermänner des Archivdienstes berichtet und dabei Verbindungen nach Russland sowie verschiedene Pseudonyme wie „Denis Petrov“ oder „Masha Rabinovich“ thematisiert. Die Reaktion des Betreibers von Archive.today sprengte jedoch jeden Rahmen einer üblichen Auseinandersetzung.
Gekaperte Browser für den Rachefeldzug
Wikipedia-Editoren stellten fest, dass Archive.today den Besuchern seiner Seite schädlichen Code unterjubelte. Über die Captcha-Abfragen des Dienstes wurde die Rechenkraft der ahnungslosen Nutzer gekapert, um eine Distributed-Denial-of-Service-Attacke (DDoS) gegen Patokallios Blog zu fahren. Ein solches Vorgehen verstößt fundamental gegen die Richtlinien der Wikimedia Foundation. Diese will ihre Leser nicht auf Webseiten schicken, die deren Computer für Angriffe missbrauchen.
Doch die Vorwürfe wiegen noch schwerer: Im Zuge der internen Untersuchungen entdeckten die Wikipedia-Autoren, dass Archive.today offenbar die Integrität seiner Snapshots korrumpiert hat. Beweise deuten darauf hin, dass der Betreiber gezielt Inhalte in archivierten Seiten veränderte, um Patokallio zu diskreditieren. So wurde etwa in archivierten Blogposts der Name einer anderen Person durch den Namen des verhassten Bloggers ersetzt.
Für ein Onlinelexikon, dessen Kernprinzip die Verifizierbarkeit und Belegbarkeit durch unveränderliche Quellen ist, stellen solche Vorgänge den Super-GAU dar. Wenn ein Archivdienst anfängt, die Geschichte nach eigenem Gutdünken umzuschreiben, verliert er seine Daseinsberechtigung als Referenzquelle.
Manipulation rüttelt an Wikipedias Pfeilern
In internen Diskussionen äußerten sich die Wikipedia-Editoren schockiert. Ein Archiv, das als neutraler Zeuge fungieren soll, dürfe nicht als Waffe in persönlichen Fehden eingesetzt werden. Befürworter von Archive.today hielten dagegen, der Service sei aufgrund seiner Fähigkeit, Paywalls zu umgehen, unverzichtbar. Doch dieses Argument verfing angesichts der Sicherheitsrisiken und der nachgewiesenen Manipulationen nicht mehr. Die Community kam zum Schluss, dass die Zuverlässigkeit der Quellen Vorrang vor der Bequemlichkeit beim Umgehen von Bezahlschranken hat.
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Die Dimension des Vorhabens ist gewaltig. Schätzungen zufolge finden sich auf rund 400.000 Wikipedia-Seiten mehr als 695.000 Links, die auf Archive.today verweisen. Sie sollen nun sukzessive entfernt oder durch sicherere Alternativen wie Internet Archive (archive.org) oder Ghostarchive ersetzt werden. An die Editoren ging der Appell, Links manuell zu prüfen und – sofern die Originalquelle noch online ist – den Archivlink komplett zu löschen oder auf seriöse Anbieter umzustellen. Dabei betonen die Wikipedianer ausdrücklich, dass das renommierte und in den USA ansässige Internet Archive in keiner Verbindung zu den Vorfällen rund um Archive.today steht.
Drohungen und Suche nach Alternativen
Der Fall wirft auch ein Schlaglicht auf die intransparenten Strukturen hinter vielen „Grauzonendiensten“ im Netz. Archive.today galt jahrelang als nützliches Werkzeug für Journalisten und Faktenprüfer. Doch die Identität der Betreiber blieb stets im Dunkeln. Selbst das FBI soll bereits versucht haben, über den Registrar Tucows Informationen über die Hintermänner zu erzwingen – bislang ohne Erfolg.
Die nun bekannt gewordenen Drohungen gegen Patokallio, die laut Berichten sogar die Erstellung gefälschter Dating-Profile und KI-generierter Pornografie unter seinem Namen beinhalteten, unterstreichen das aggressive Gebaren der Macher der Seite.
Für Archive.today bedeutet die Verbannung aus dem Wikipedia-Universum einen schweren Reputationsverlust. Das Onlinelexikon selbst sieht das Einschreiten als schmerzhaften, aber notwendigen Reinigungsprozess an. Die Wikimedia Foundation erklärte vor wenigen Tagen, dass sie im Zweifel auch direkt eingreifen würde, falls die ehrenamtlichen Editoren keine Einigung erzielen sollten. Sie hielt die Sicherheit der User durch die infizierten Captcha-Seiten unmittelbar bedroht. Könnte dieser Vorfall nun die Geburtsstunde eines eigenen Wikimedia-Archivdienstes sein? Blogger Patokallio hofft zumindest genau darauf, wie er Ars Technica erklärte.
(nb)
Künstliche Intelligenz
Ollee Watch im Test: Casio-Uhr zur Smartwatch aufrüsten
Dass eine Designer-Armbanduhr nicht teuer sein muss, beweist die Casio F-91W. Auch wenn das Produktkürzel Ihnen nichts sagen sollte, haben Sie diese Uhr bestimmt schon einmal gesehen: Schätzungsweise 120 Millionen Mal ging die kleine Plastikuhr seit 1989 über die Ladentheke. Kein Wunder, das Kultobjekt kostet ja auch nur knapp 20 Euro.
Trotz Funktionen wie Timer und Alarm ist sie allerdings alles andere als smart. Die Ollee Watch soll das ändern. Mit der Platine erweitern Casio-Träger das Innenleben ihrer Lieblingsuhr um Funktionen einer Smartwatch – Schrittzähler, Pulsmesser, App-Verbindung via Bluetooth. Die Ollee Watch ist aber nicht nur mit Casios Bestseller kompatibel, sondern auch mit weiteren Modellen.
- Die rund 20 Euro teure Casio F91-W gehört zu den weltweit meistverkauften Armbanduhren – obwohl sie keine smarten Funktionen hat.
- Der DIY-Bausatz „Ollee Watch“ rüstet Bluetooth, Schrittzähler und Pulsmesser nach, weitere Funktionen sollen per Softwareupdate folgen.
- Ob Sie für den Einbau das Feingefühl eines Uhrmachers benötigen oder lieber zum Fertig-Set greifen, erklären wir im Test.
Ob F-91W und Co. damit zu einer ernsthaften Konkurrenz für die Apple Watch werden, finden wir in diesem Test heraus. Dafür haben wir die Messwerte der rund 50 Euro teuren Ollee Watch mit dem Marktführer von Apple verglichen. Wir erläutern die „smarten“ Funktionen der Ollee Watch und beschreiben den Umbauvorgang.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Ollee Watch im Test: Casio-Uhr zur Smartwatch aufrüsten“.
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