Künstliche Intelligenz
Interstellarer Komet 3I/ATLAS ist unter fremdartigen Bedingungen entstanden
Der interstellare Komet 3I/ATLAS ist unter Bedingungen entstanden, die sich deutlich von jenen im frühen Sonnensystem unterscheiden. Das hat eine Analyse des Wassers auf dem Himmelskörper ergeben, berichtet die University of Michigan. Demnach ist das Verhältnis des Wasserstoffisotops Deuterium zu herkömmlichem Wasserstoff in dem Wasser auf 3I/ATLAS 30 Mal so hoch wie auf irgendeinem Kometen im Sonnensystem und sogar 40 Mal so groß wie im irdischen Wasser. Das lege nahe, dass es an der Geburtsstätte des Kometen deutlich kälter war als im frühen Sonnensystem und die Strahlung dort auch merklich geringer ausgefallen ist, erklärt die Astronomin Teresa Paneque Carreño, die an der Arbeit beteiligt war.
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Nicht unerwartet, aber bislang nicht bewiesen
Herausgefunden hat das Forschungsteam um Luis Salazar Manzano das mit dem MDM Observatory der Universität und dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) der Europäischen Südsternwarte in Chile. Letzteres sei leistungsfähig genug, um die Unterschiede zwischen Deuterium und Wasserstoff zu erkennen, erläutert das Team. Solche Analysen sind nicht neu, hier habe man sie aber erstmals an einem interstellaren Objekt erprobt. Im Ergebnis habe man den Beweis erbracht, „dass die Bedingungen, die zur Entstehung unseres Sonnensystems geführt haben, nicht im gesamten Weltraum vorherrschen“, sagt Paneque Carreño: „Das mag selbstverständlich klingen, aber es gehört zu den Dingen, die man erst einmal beweisen muss.“
Die Analyse sei überhaupt erst möglich gewesen, weil viele Dinge ideal zusammengekommen seien, allen voran die frühzeitige Entdeckung des Himmelskörpers. 3I/ATLAS wurde Anfang Juli 2025 mit dem Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) in Chile entdeckt, daher sein Name. Der interstellare Komet ist überhaupt nur der dritte Besucher in unserem Sonnensystem, der während des Durchflugs entdeckt wurde. Auf seiner Bahn durchs Sonnensystem befand er sich im Herbst aus der Perspektive der Erde hinter der Sonne. Deshalb mussten vorübergehend Sonden aus verschiedenen Ecken des Sonnensystems einspringen und die Beobachtung übernehmen. Später konnte er dann auch wieder von der Erde aus beobachtet werden. Die Analyse seines Wassers wird in Nature Astronomy vorgestellt.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Ghost-Sender: Exchange Online lässt gefälschte E-Mails anstandslos durch
Ein Konfigurationsfehler bei Exchange Online, den Sicherheitsforscher auf den Namen „Ghost-Sender“ getauft haben, erlaubt Spammern und Cyberkriminellen, gefälschte E-Mails an den Schutzmaßnahmen des Anbieters vorbeizuschleusen. Microsofts Sicherheitsabteilung erklärte sich für nicht zuständig – Kunden müssen sich selbst kümmern.
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Nutzt ein Unternehmen einen Dienst zur Mailfilterung oder für andere Aufgaben und hat diesen im DNS als MX-Eintrag (Mail eXchange) eingetragen, gehen alle Mails zunächst dorthin. Nach der Bearbeitung durch den externen Dienst leitet dieser die E-Mails an Exchange Online (EXO) weiter, um sie den Empfängern zuzustellen. Dabei ignoriert EXO dann jedoch übliche Maßnahmen gegen Mailspoofing wie SPF und DMARC und kippt auch offensichtlich gefälschte E-Mails bei den Empfängern ab.
Das liegt im Zusammenspiel der Exchange-Online- und der externen Mailserver begründet und ist ein Konfigurationsfehler bei deren Verschaltung. Wie die Entdecker von Infoguard erläutern, gibt es mehrere Methoden der Fehlerbehebung: Man könne einen sogenannten „partner organization connector“ konfigurieren oder per Mailregeln alle E-Mail in Quarantäne verschieben, deren Header X-MS-Exchange-Organization-AuthAs nicht auf Internal gesetzt und zudem die IP-Adresse des einliefernden Mailservers unbekannt ist.
Microsoft tut nichts, daher sollten Admins handeln
Microsofts Reaktion auf den Fehler – den heise security mit dem kostenlos verfügbaren Testprogramm nachvollziehen konnte – war befremdlich. Das Microsoft Security Response Center (MSRC) – aktuell mal wieder mit Sicherheitsforschern über Kreuz – wies die Infoguard-Forscher nach ihrer Meldung am 21. April 2026 ab: Es handele sich weder um eine sicherheitsrelevante Schwachstelle noch um einen Fall fürs MSRC. Daraufhin kontaktierten die Schweizer den Kundendienst des Redmonder Softwarehauses und erhielten eine Bestätigung: Tags zuvor habe man eine großangelegte Versandaktion gefälschter E-Mails festgestellt, das Problem werde also bereits von Missetätern ausgenutzt.
Dennoch passierte nichts, „Ghost-Sender“ funktioniert bis heute. Dabei tragen E-Mails mit gefälschten Absenderadressen (die in Outlooks Mailoberfläche sogar das passende Profilbild tragen) ein hohes Risiko für Betrügereien aller Art, speziell die als „Business Email Compromise“ bekannte Masche.
Administratoren, die Exchange Online mit vorgelagertem Filterdienst nutzen, sollten ihre Konfiguration daher zügig auf Anfälligkeit prüfen und gegebenenfalls eine der empfohlenen Gegenmaßnahmen ergreifen – in Redmond scheint man derzeit nicht der Ansicht zu sein, wegen „Ghost-Sender“ handeln zu müssen.
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(cku)
Künstliche Intelligenz
Eiswürfelmaschine Ice Cube Maker Qexreed im Test: 9 Eiswürfel in 8 Minuten
Schnell Eiswürfel auf Knopfdruck, ohne lange Wartezeit im Gefrierfach – das verspricht die Qexreed Eiswürfelmaschine.
Sommerliche Temperaturen, eine spontane Gartenparty oder einfach Lust auf einen kühlen Drink – schon stellt sich die Frage nach Eiswürfeln. Klassische Silikonformen im Gefrierfach brauchen Stunden, blockieren Platz und sind selten ausreichend gefüllt, wenn man sie dringend braucht. Fertige Eiswürfel aus dem Supermarkt oder von der Tankstelle sind eine Notlösung, beseitigen aber das Platzproblem im Eisfach nicht.
Elektrische Eiswürfelmaschinen versprechen Abhilfe: Wasser einfüllen, einschalten und nach wenigen Minuten Nachschub bekommen. Der Ice Cube Maker von Qexreed reiht sich in diese Geräteklasse ein. Sie soll laut Hersteller in nur sechs bis acht Minuten neun Eiswürfel produzieren und bis zu 12 kg Eis pro Tag liefern. Dazu kommen ein Sichtfenster mit blauer Innenbeleuchtung, eine Selbstreinigungsfunktion und ein seitlicher Wasserablauf.
Wir haben uns angesehen, wie sich das Gerät für aktuell rund 90 Euro im Alltag schlägt, ob die versprochenen Zeiten realistisch sind und für welche Einsatzzwecke es taugt.
Design und Ausstattung
Die Qexreed Eiswürfelmaschine Ice Cube Maker kommt kompakt verpackt mit Eisschaufel, Auffangkorb und Anleitung. Mit Abmessungen von rund 35 × 23 × 30 cm (T × B × H) und einem Gewicht von etwa 6,9 kg gehört sie zu den eher kleinen Vertretern ihrer Zunft. Das matte Kunststoffgehäuse ist sauber verarbeitet und macht insgesamt einen wertigen Eindruck.
Das optische Highlight ist das große Sichtfenster auf der Vorderseite, durch das man dem Gerät bei der Arbeit zusehen kann. Eine eisblaue Innenbeleuchtung sorgt während des Betriebs für einen echten Blickfang – gerade auf Partys oder hinter der Bar zieht das Gerät die Blicke auf sich. Die Bedienung erfolgt über drei Tasten auf der Oberseite: große Eiswürfel, kleine Eiswürfel und automatische Reinigung. Statusanzeigen weisen auf einen vollen Eisbehälter oder fehlendes Wasser hin. Der Wassertank fasst 1,5 Liter, der seitliche Wasserablauf erleichtert das Entleeren. Ein praktischer Tragegriff macht den Transport zum Campingplatz oder zur Grillparty einfach. Mit einem Geräuschpegel von knapp unter 50 dB(A) aus einem Meter Entfernung arbeitet die Maschine in einer gut erträglichen Lautstärke.
Praxistest
Vor der ersten Nutzung empfiehlt sich ein gründlicher Reinigungsdurchlauf, um Produktionsrückstände zu entfernen. Anschließend füllen wir den Tank bis zur Markierung, setzen den Korb ein und schließen den Deckel. Nach dem Einschalten wählen wir die Eisgröße per Knopfdruck.
Der Kompressor läuft hörbar an, ist aber nicht störend. Die ersten neun Eiswürfel landen nach rund elfeinhalb Minuten im Auffangkorb. Die vom Hersteller angegebenen sechs bis acht Minuten erreichen wir hier nicht – ein bekannter Effekt, da das Gerät zunächst herunterkühlen muss. Bei den folgenden Durchläufen geht es mit rund achteinhalb Minuten etwas schneller, da das Wasser im Tank und die Kühlelemente bereits vorgekühlt sind. Wer größere Mengen produzieren möchte, sollte trotzdem etwas Zeit einplanen.
Die Würfel selbst haben eine längliche Tropfen- bzw. Kugelform und sind hohl, da sie an neun „Kühlnasen“ im Gerät entstehen. In der Größe L messen sie etwa 3 × 2 cm, in der Größe S rund 3 × 1 cm. Die hohlen Würfel kühlen Getränke schnell, schmelzen dadurch aber entsprechend zügiger als massive Würfel.
Praktisch: Sobald der Behälter voll ist oder zu wenig Wasser im Tank steht, stoppt die Maschine automatisch und meldet dies auf der Tastenoberseite. Ein Problem, welches wir schon von anderen Maschinen kennen, tritt allerdings auch hier auf: Die produzierten Würfel können sich so unglücklich stapeln, dass sie den Sensor blockieren, obwohl noch jede Menge Platz im Auffangkorb übrig wäre. Hier hilft es, die Eiswürfel regelmäßig mit der Schaufel im Korb zu verteilen.
Nach der Nutzung sorgt das 30-minütige Selbstreinigungsprogramm dafür, dass alles gut durchgespült wird. Über den seitlichen Wasserablauf lässt sich der Tank anschließend bequem entleeren – ein Detail, das bei vielen Konkurrenten fehlt. Bei kalkhaltigem Leitungswasser empfiehlt sich der Einsatz von gefiltertem Wasser, um die Entkalkung zu reduzieren.
Preis
Die Qexreed Eiswürfelmaschine kostet aktuell rund 90 Euro. Damit liegt sie im Mittelfeld vergleichbarer Geräte. Funktional gleichwertige Maschinen gibt es teils günstiger – die Qexreed punktet jedoch mit ihrer schicken Optik und der blauen Beleuchtung.
Fazit
Der Ice Cube Maker von Qexreed ist eine gut funktionierende, schick gestaltete Eiswürfelmaschine zum fairen Preis. Die Eiswürfelmaschine macht im Test eine solide Figur. Sie ist kompakt, ausreichend leise und dank Tragegriff leicht zu transportieren. Die Bedienung über drei Tasten ist intuitiv, die automatische Abschaltung bei vollem Behälter oder leerem Tank praktisch. Besonders gut gefällt uns der seitliche Wasserablauf, der das Entleeren spürbar erleichtert.
Die vom Hersteller versprochenen sechs Minuten für neun Eiswürfel sind in der Realität nicht zu schaffen – rund acht bis neun Minuten sind realistisch. Die hohlen, tropfenförmigen Würfel kühlen Getränke schnell, schmelzen aber auch entsprechend zügig.
Künstliche Intelligenz
KI-Update: WWDC, Google soll haften, KI-Sicherheit, Mythos ist da, KI-Airhockey
Apple-KI-News von der WWDC
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Apple hat auf der Entwicklerkonferenz WWDC seinen größten KI-Schwenk vollzogen. Siri wurde neu programmiert und läuft künftig auf Googles Gemini-Modellen. Der Mehrjahresvertrag mit Google soll rund eine Milliarde US-Dollar pro Jahr kosten. Die neue Siri erhält eine eigene App mit Chatverlauf, kontextübergreifendem Verständnis und On-Screen-Awareness. Unter dem Begriff Apple Intelligence soll etwa die Passwörter-App selbstständig Websites aufrufen und schwache Passwörter ändern.
In der EU bleibt Siri AI auf iPhone und iPad zunächst aus. Apple verweist auf den Streit mit der EU-Kommission über den Digital Markets Act, der nach Konzernangaben jedem KI-System nahezu uneingeschränkten Gerätezugriff abverlangt. Auf Mac und Vision Pro soll der Dienst auch in Europa laufen. Für Entwickler bringt Xcode 27 Coding-Agenten von Anthropic, Google und OpenAI in den Workflow. Ein lokales Neural-Engine-Modell übernimmt Echtzeitvorschläge, komplexere Aufgaben gehen an Claude, Gemini oder OpenAI. Kleine Entwickler im Small Business Programm dürfen Apples Foundation Models auf Private Cloud Compute kostenlos nutzen.

EU reagiert auf Apples Siri-AI-Blockade
Die EU-Kommission weist Apples Vorwurf zurück, bei der Öffnung von iOS und iPadOS nicht ausreichend kooperiert zu haben. Dass Siri AI mit den neuen Betriebssystemen nicht erscheint, liege allein an Apple, sagte ein Sprecher. Alle als Gatekeeper eingestuften Konzerne müssten sich an dasselbe Recht halten.
Apple fürchtet, die Forderungen des Digital Markets Act rissen Lücken ins Betriebssystem. Brüssel verlangt, dass Konkurrenz-KI ähnlich tief im iPhone verankert werden kann wie Siri AI. Apple wollte eine Zwischenschicht einziehen, die Verhandlungen scheiterten. Auch Google hält die DMA-Vorgaben für Android für technisch problematisch.
EU: WhatsApp muss andere KI-Chatbots kostenfrei zulassen, sonst droht Zwangsgeld
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Die EU-Kommission verpflichtet Meta, WhatsApp innerhalb von fünf Arbeitstagen kostenfrei für konkurrierende KI-Chatbots zu öffnen. Bei Verstoß drohen Bußgelder von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. Meta kündigte Rechtsmittel an. Hintergrund ist der fest eingebaute Chatbot Meta AI, während Anbieter wie OpenAI ihre Assistenten ebenfalls über WhatsApp anbieten wollen.
Im Oktober 2025 hatte Meta die Bedingungen so verschärft, dass Wettbewerber faktisch ausgeschlossen waren. Nach Druck aus Brüssel ließ der Konzern sie im März 2026 wieder zu, allerdings befristet und gegen Gebühr. Diese wirke wie ein Ausschluss, so die Kommission. Meta verweist darauf, dass WhatsApp Business kostenpflichtig sei und kleine Firmen die Schnittstelle für große KI-Anbieter sonst mitfinanzierten.
Deutsches Gericht: Google haftet für unwahre KI-Antworten in der Suche
Das Landgericht München hat entschieden, dass Google für falsche Behauptungen in seinen AI Overviews unmittelbar haftet. Im konkreten Fall verband die KI zwei Münchner Verlage mit Betrugsmaschen und unseriösen Geschäftspraktiken. Keine der verlinkten Quellen enthielt diese Aussagen, die KI stellte die Zusammenhänge selbst her. Das Gericht stuft die Übersichten als eigenständige Inhalte ein. Google sei damit nicht mittelbarer, sondern unmittelbarer Störer.
Googles Argument, Nutzer könnten anhand der Quellen prüfen, ob die Zusammenfassung stimme, wies das Gericht zurück. Die geäußerte Meinung sei kein Ausdruck einer Überzeugung, sondern Ergebnis eines Algorithmus und damit vor allem geschäftliche Betätigung. Eine Analyse für die New York Times zeigt, dass Googles KI-Suche zwar in 91 Prozent der Fälle richtig antwortet. Bei der Skalierung bleiben jedoch Millionen falscher Antworten pro Stunde.

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.
Reaktion auf Claude Mythos? Bundesregierung gründet KI-Sicherheitsinstitut
Die Bundesregierung gründet ein neues KI-Sicherheitsinstitut. Auslöser dürfte Anthropics Modell Claude Mythos sein, das laut Hersteller so gut Sicherheitslücken aufspürt, dass der Zugriff eingeschränkt werden musste. Inzwischen dürfen auch einige europäische Institutionen damit arbeiten.
Das Gremium trägt den Arbeitstitel Deutsches AI Security Institute und startet zunächst virtuell. Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) kündigte hochkarätige Fachleute an. Vorbild ist das britische KI-Sicherheitsinstitut. Im Fokus stehen zwei Felder: Cybersicherheit, also der Schutz vor Angriffen auf KI-Systeme, und Safety, also die Frage, ob Modelle selbst Schaden anrichten.
Anthropics Claude Mythos 5 erscheint als Fable 5
Anthropic hat Claude Fable 5 veröffentlicht, eine eingeschränkte Variante des neuen Mythos 5. Das vollständige Modell bleibt der NSA und ausgewählten US-Unternehmen im Sicherheitsprojekt Glasswing vorbehalten. Anthropic begründet das mit zu hoher Leistungsfähigkeit und der Sorge, Konkurrenten könnten damit eigene Modelle trainieren. Künftig dürfte es vier Versionen geben: eine für US-Behörden, je eine für ausgewählte IT-Firmen und Wissenschaftler sowie Fable 5 für zahlende Kunden.
Fable 5 nutzt kleinere Modelle als Wächter, die Eingaben auf Hackerangriffe sowie gefährliches Chemie- und Biowissen prüfen. Schlagen sie an, schaltet das System auf Opus 4.8 um. Nutzer berichten auch bei harmlosen Fragen von Rückstufungen. Kritiker vermuten dahinter eine Maßnahme gegen Serverlast. Fable 5 ist nicht in Abos enthalten und wird ab 23. Juni nach Tokenmenge abgerechnet, zu doppelten Opus-4.8-Preisen.
OpenAI beantragt Börsengang – Details bleiben geheim
Nach Anthropic hat auch OpenAI einen vertraulichen Antrag auf einen Börsengang gestellt. Die Details bleiben geheim. OpenAI betonte, bis zur Erstnotiz könne es dauern, da der nicht börsennotierte Status mehr Freiheiten lasse. Damit zeichnen sich drei große Tech-Börsengänge ab. SpaceX strebt knapp 1,8 Billionen US-Dollar Bewertung an, Anthropic liegt bei 900 Milliarden US-Dollar, OpenAI knapp dahinter.
Hintergrund sind Investitionen in Rechenzentren, die mehrere hundert Milliarden US-Dollar verschlingen sollen. Ob sich diese Ausgaben je zurückverdienen lassen, ist umstritten. Die anstehenden Börsengänge werden zum Test, wie weit Anleger der Branche noch folgen.
Nach Entlassungswelle: Meta investiert in Handwerker für KI-Rechenzentren
Wenige Wochen nach der Entlassung von rund zehn Prozent der Belegschaft hat Meta ein Ausbildungsprogramm für Bauhandwerker angekündigt. Die America’s Workforce Academy richtet sich an Veteranen, Berufseinsteiger, Hochschulabsolventen und Quereinsteiger ohne Vorkenntnisse. Im ersten Jahr investiert Meta 115 Millionen US-Dollar und übernimmt alle Kosten. Die fünfwöchige Ausbildung garantiert Absolventen eine Stelle auf einer Rechenzentrumsbaustelle.
Der Pilot startet 2026 in Louisiana, Ohio, Indiana und Texas. In Louisiana entsteht mit Hyperion eines der größten KI-Rechenzentren des Konzerns. Meta plant für dieses Jahr Investitionen von bis zu 145 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur. Was nach Abschluss der Bauarbeiten mit den Stellen geschieht, bleibt offen. Meta verweist auf anerkannte Qualifikationsnachweise der US-Bauwirtschaft.
ChatGPT sichert Nutzer: Was der Lockdown-Mode bringt und wovor er nicht schützt
OpenAI führt einen Sperrmodus für ChatGPT ein, der schrittweise für alle Nutzer freigeschaltet wird, auch in der Gratisversion. Der Lockdown-Mode richtet sich gegen Prompt-Injections, bei denen Angreifer schädliche Anweisungen in URLs, Dateien oder Texten verstecken. Lädt ein Nutzer solche Inhalte hoch, kann der Chatbot sensible Daten an Dritte versenden.
Im neuen Modus unterbindet ChatGPT die Kommunikation nach außen. Surfen im Web, Datei-Downloads, Deep Research und der agentische Modus sind deaktiviert. Eigene Eingaben und Uploads bleiben möglich. Aktivieren muss man den Modus selbst, er findet sich in den Einstellungen unter Sicherheit.
China investiert 295 Milliarden US-Dollar in KI-Rechenzentren
China will laut Bloomberg in den kommenden fünf Jahren rund 295 Milliarden US-Dollar in ein landesweites Netz aus KI-Rechenzentren stecken. Staatliche Unternehmen sollen den Großteil betreiben, mindestens 80 Prozent der Technik aus inländischer Produktion stammen. Nvidia und AMD bleiben außen vor, profitieren dürfte vor allem Huawei.
Finanziert wird das Programm über Staatsanleihen und staatliche Fonds. Zum Vergleich: US-Konzerne wie Meta und Microsoft planen allein für 2026 KI-Ausgaben von rund 725 Milliarden US-Dollar. Chinesische Rechenzentren sind durch niedrigere Arbeits- und Baukosten allerdings deutlich günstiger.
Google übersetzt Sprache in Echtzeit in über 70 Sprachen
Google hat mit Gemini 3.5 Live Translate ein KI-Modell für Echtzeit-Sprachübersetzung veröffentlicht. Es erkennt die gesprochene Sprache automatisch und überträgt sie laufend in mehr als 70 Sprachen. Tonfall, Tempo und Tonhöhe des Sprechers sollen erhalten bleiben. Die KI wartet nicht auf das Satzende, sondern übersetzt während des Sprechens.
In Google Meet steigt die Sprachunterstützung von fünf auf über 70 Sprachen. Auch die Google-Translate-App nutzt die Funktion. Alle erzeugten Audioinhalte erhalten ein unhörbares digitales Wasserzeichen zur Kennzeichnung KI-generierter Sprache.
Airhockey: KI-Spieler übertrifft menschliche Spieler ohne physisches Training
Studierende der University of British Columbia haben einen Airhockey-Tisch entwickelt, an dem Menschen gegen einen KI-Spieler antreten. Eine Kamera mit 120 Bildern pro Sekunde erfasst den Puck, unterstützt durch helle LEDs und einen reflektierenden Klebestreifen. Eine KI wertet die Bilder aus und steuert einen riemenangetriebenen Schläger.
Das Training fand ausschließlich in einer eigenen Simulation statt, ohne Physik-Engines wie Unity oder Unreal. Ein neuronales Netz mit nur 112 Parametern sagt Abrollgeschwindigkeit, Abrollwinkel und Unsicherheit voraus. Auf einem Notebook mit Intel-i5-Prozessor lief die Simulation 230-mal schneller als Echtzeit. Auf dem realen Tisch funktioniert der KI-Spieler auf Anhieb und ist für durchschnittliche menschliche Gegner kaum zu schlagen.

(mali)
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