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Datenschutz & Sicherheit

KI-Betrug: Deutsche überschätzen ihre Fähigkeit, Deepfakes zu entlarven


Künstliche Intelligenz ist im Alltag der Bundesbürger angekommen, doch das Risikobewusstsein hinkt der technischen Entwicklung hinterher. Wie eine Sonderauswertung des Cybersicherheitsmonitors 2026 offenbart, klafft in der Bevölkerung eine große Lücke zwischen Selbsteinschätzung und tatsächlichen Kenntnissen. Zwar gibt fast die Hälfte der befragten Internetnutzer in Deutschland an, KI-generierte Inhalte als solche identifizieren zu können. Doch in der Praxis schauen nur die wenigsten genau hin.

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KI-generierte Bilder und Videos sind laut den Ergebnissen der repräsentativen Umfrage im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der polizeilichen Kriminalprävention (ProPK) unter mehr als 3000 Personen längst Normalität: Sieben von zehn Befragten sind online bereits solchen Inhalten begegnet. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar neun von zehn.

47 Prozent der Befragten trauen sich zu, die Fälschungen zu erkennen, Doch bei konkreten Überprüfungsmaßnahmen herrscht Zurückhaltung: Ein Drittel der Deutschen hat noch nie eine der gängigen Methoden zur Verifizierung genutzt. Lediglich 28 Prozent suchten gezielt nach grafischen Unstimmigkeiten wie fehlerhaften Schatten oder deformierten Gliedmaßen. Nur 19 Prozent kontrollierten die Verlässlichkeit der Quelle.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner mahnt, für Verbraucher sei es inzwischen unerlässlich, KI-Inhalte zu identifizieren. Nur so könnten sie Risiken und Falschinformationen früh erkennen. Das BSI setze daher verstärkt auf Sensibilisierung und biete Orientierungshilfen an, um die Medienkompetenz im Umgang mit generativer KI zu stärken.

Der Bedarf dafür ist groß, denn viele technisch bereits machbare Betrugsszenarien werden von der breiten Masse noch als unmöglich eingestuft. So halten etwa nur 38 Prozent der Befragten die Manipulation eines KI-Agenten zur Preisgabe persönlicher Daten für realistisch. Auch die Gefahr durch unsichtbare, bösartige Anweisungen in Dokumenten, die KI-Sprachmodelle beim Zusammenfassen austricksen können, ist nur einer Minderheit bewusst.

Besonders perfide Formen nimmt der Betrug im Bereich der Geldanlagen an. Laut der ProPK- Vorsitzenden Stefanie Hinz ist Betrug rund um Online-Trading eine Straftat, die im Polizeialltag immer häufiger auftritt. Kriminelle nutzen KI dabei etwa für Deepfakes prominenter Persönlichkeiten, die in täuschend echten Videos für vermeintlich lukrative Kryptowährungen werben.

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Die Statistik untermauert die Gefahr: 15 Prozent der Befragten haben in Kryptowährungen investiert. Von diesen ist fast jeder Dritte auf ein betrügerisches Angebot hereingefallen. In den meisten Fällen wurden die Opfer durch gezielte Werbung im Internet auf die Scams aufmerksam.

Das Vertrauen in staatliche Schutzmechanismen ist derweil hoch. Eine breite Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich ein konsequentes Eingreifen der Behörden. Ganz oben auf der Wunschliste stehen ein schnelles polizeiliches Handeln bei betrügerischen Webseiten sowie eine verpflichtende Kennzeichnungspflicht für alle mit KI erstellten oder veränderten Inhalte.


(vbr)



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Datenschutz & Sicherheit

Werbeblocker Pi-hole: Update stopft hochriskante Sicherheitslücken


Im DNS-basierten Adblocker-System Pi-hole haben die Entwickler mehrere Sicherheitslücken geschlossen. Die ermöglichen etwa die Rechteausweitung zu root oder die Übernahme von Admin-Sitzungen.

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In einem Blogbeitrag haben die Pi-hole-Programmierer die Änderungen zusammengefasst und geben eine Übersicht über die geschlossenen Sicherheitslecks. Von den insgesamt sechs Schwachstellen gelten vier als hohes Risiko, eine als mittleres und eine als niedriges. User, die als „pihole“-User Code ausführen dürfen, können durch Ersetzen von „/etc/pihole/logrotate“ an root-Rechte gelangen (CVE-2026-50130, CVSS 8.8, Risiko „hoch“). Zudem war der Session-Timeout-Mechanismus faktisch wirkungslos, sodass jede jemals gültige Session-ID mit administrativem Zugang diesen dauerhaft gewährte (kein CVE-Eintrag, CVSS 8.8, Risiko „hoch“). Zudem waren Denial-of-Service-Attacken (DoS) aufgrund fehlender Ratenbegrenzung möglich (CVE-2025-62165, CVSS 7.5, Risiko „hoch“).

Angemeldete Admins konnten außerdem beliebige Befehle auf dem Pi-hole-Server ausführen, wenn Angreifer im Teleporter (das Tool zum Umzug von Pi-hole auf andere Systeme) zwei Lücken kombinierten (kein CVE-Eintrag, CVSS 7.2, Risiko „hoch“). Eine weitere Lücke erlaubte das Einschmuggeln von Befehlen, die als „pihole“-User im System ausgeführt werden (kein CVE-Eintrag, CVSS 6.6, Risiko „mittel“). Angemeldete Angreifer hätten zudem HTTP-Antwort-Header einschleusen können (kein CVE-Eintrag, CVSS 3.5, Risiko „niedrig“).

Die Sicherheitslücken schließen die Versionen Pi-hole-FTL v6.7, Pi-hole-Web v6.6 sowie Pi-hole-Core v6.4.3. Um die Aktualisierung auf die neuen Softwarestände durchzuführen, müssen Admins ein Terminal öffnen und darin den Befehl sudo pihole -up aufrufen. Der bringt die Komponenten auf den aktuellen Stand und startet die Dienste auch gleich neu. Interessierte finden zudem im Blogbeitrag detaillierte Änderungen und Verbesserungen an den Pi-hole-Komponenten.

Zuletzt hatte das Pi-hole-Projekt im Mai Schwachstellen im eingesetzten dnsmasq ausgebessert, durch die Angreifer etwa Schadcode hätten einschmuggeln können.


(dmk)



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Datenschutz & Sicherheit

Progress warnt Admins: ShareFile deaktivieren


Progress hat Admins der Dokumentenaustausch-Plattform ShareFile – die ehemals unter Citrix ShareFile bekannt war – angeschrieben und sie aufgefordert, die Server umgehend herunterzufahren. Grund dafür ist demnach eine reale Bedrohungssituation durch Angreifer.

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Ein Betroffener hat einen Screenshot der E-Mail von Progress auf Reddit geteilt. Das Unternehmen schreibt dort, dass es Grund zur Annahme hat, dass eine glaubwürdige Sicherheitsbedrohung von außerhalb besteht. Betroffen sind Progress ShareFile Storage Zone Controller. Es gebe keine Hinweise auf unbefugte Zugriffe auf ShareFile-Konten oder Daten. Als Vorsichtsmaßnahme hat Progress jedoch den Zugriff auf ShareFile-Konten über ShareFile-Controller temporär deaktiviert.

Progress weist dringend darauf hin, dass IT-Verantwortliche die Server herunterfahren müssen, auf denen die Storage-Zone-Controller laufen. Das sei ein dringend nötiger, zusätzlicher Schritt, um die Sicherheit der Daten zu gewährleisten.


E-Mail von Progress ShareFile mit Warnung vor externer Sicherheitsbedrohung und Handlungsaufforderung.

E-Mail von Progress ShareFile mit Warnung vor externer Sicherheitsbedrohung und Handlungsaufforderung.

Progress informiert Kunden über eine externe Sicherheitsbedrohung in ShareFile und fordert zum Herunterfahren der Server auf.

(Bild: Reddit-User)

Die temporären Zugriffsbeschränkungen habe das Unternehmen bereits umgesetzt, die zusätzlichen Maßnahmen von Admins seien als Vorsichtsmaßnahme nötig. Progress arbeite mit eigenen und externen IT-Sicherheitsexperten an der Untersuchung der potenziellen Bedrohung. Auf der Status-Seite zu ShareFile bestätigt Progress, dass das Unternehmen das Problem untersuche. Konkretere Hinweise etwa zum Auslöser nennt der Hersteller jedoch an keiner Stelle.

ShareFile war bereits im Visier von Angreifern, als die Plattform noch unter der Citrix-Flagge segelte. Mitte 2023 warnte die US-amerikanische Cybersicherheitsbehörde CISA vor beobachteten Angriffen auf den Datenaustauschdienst.

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(dmk)



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Datenschutz & Sicherheit

Digital-Health-Podcast: Wie ein mehrfach Betroffener Datenlecks verhindern will


Cyberangriffe und Datenlecks im Gesundheitswesen sorgen regelmäßig für Schlagzeilen. Grund dafür sind oft veraltete Software, fehlende Verschlüsselung und eine Informationspflicht gegenüber Betroffenen, die kaum gelebt wird. Wie groß ist das strukturelle Versagen und wer trägt die Verantwortung?

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Logo Digital-Health-Podcast

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Im Digital-Health-Podcast erklärt heise-online-Redakteurin Marie-Claire Koch gemeinsam mit Kolleginnen die Digitalisierung im Gesundheitswesen verständlich. Neben einer redaktionellen Einordnung gibt es regelmäßig Expertengespräche zu elektronischer Patientenakte, Telemedizin, KI, Gesetzgebung und den Auswirkungen für Praxen, Kliniken und Patientinnen.

Darüber spricht Marie-Claire Koch mit Manuel Dimmler, Softwareentwickler, der sich aus der Not heraus intensiv mit IT-Sicherheit beschäftigt. Er ist nicht nur vom Fach, sondern auch persönlich betroffen: Seine Familie war innerhalb von eineinhalb Jahren mit mehreren Datenschutzvorfällen im Gesundheitswesen konfrontiert – darunter auch ein Cyberangriff auf den Medizintechnikhersteller Zuther+Hautmann.

Bei den ZAR-Rehakliniken stieß Dimmler mehrfach auf Sicherheitslücken: Patientendaten inklusive medizinischer Befunde waren ohne Passwort und ohne Authentifizierung frei aus dem Internet abrufbar. Dass gemeldete Lücken oft nur punktuell geschlossen werden statt systematisch, hält er für symptomatisch.

Patienten bleiben dem weitgehend ausgeliefert. „Man kann ja nicht zu einer Reha-Klinik hingehen und sagen: ‚Ich würde gerne hier eine Reha machen, wie sicher ist ihre Software?‘ Da würden die einen erstmal komisch anschauen,“ sagt Dimmler. Außerdem geht es darum, dass Sicherheitsforscher eher kriminalisiert werden und welche konkreten Maßnahmen Dimmler für überfällig hält.

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(mack)



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