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Künstliche Intelligenz

KI-Update kompakt: Grok, Claude Opus 4.7, Robo-Blindenhund, KI-Influencer


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Apple hat laut NBC News die KI-App Grok beinahe aus dem App Store entfernt. Auslöser waren Berichte über nicht einvernehmliche Deepfake-Nacktbilder, die das KI-Modell von Elon Musks Firma xAI erzeugte, möglicherweise auch von Minderjährigen. In einem bislang unveröffentlichten Brief an US-Senatoren, den NBC News publik machte, erklärte Apple, man habe sowohl xAI als auch das soziale Netzwerk X kontaktiert, Verstöße gegen die App-Store-Richtlinien festgestellt und ein Ultimatum mit konkretem Maßnahmenpaket gestellt.

xAI versprach daraufhin eingeschränkte Bildbearbeitungsfunktionen und stärkere Zugriffsbeschränkungen. Laut NBC News lassen sich die Schutzmechanismen aber weiterhin umgehen. Kritiker werfen Apple vor, einen kleinen Entwickler für vergleichbare Verstöße längst gesperrt zu haben. In den USA wird derweil ein gesetzliches Verbot von KI-Systemen diskutiert, die solche Deepfakes ohne Zustimmung der Betroffenen ermöglichen.


Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO

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OpenAI bringt mit GPT-5.4-Cyber ein eigenes KI-Modell für Cybersicherheit auf den Markt. Der Zugang bleibt zunächst eingeschränkt und läuft über das im Februar gestartete Programm „Trusted Access for Cyber“. In den kommenden Wochen will OpenAI das Modell auf tausende verifizierte Sicherheitsforscher sowie hunderte Teams ausweiten, die kritische Software schützen.

OpenAI sieht GPT-5.4-Cyber als ersten Schritt zu weiteren spezialisierten Cybersicherheitsmodellen. Die bestehenden Schutzmechanismen hält das Unternehmen für stark genug, um aktuelle Modelle breiter zugänglich zu machen.

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OpenAI hat sein Entwicklertool Codex umfassend erweitert. Das agentische KI-System kann nun den Computer bedienen, Bilder erzeugen und über Wochen eigenständig an Projekten arbeiten. Damit zielt OpenAI direkt auf Anthropics Programmierassistenten Claude Code. Die auffälligste Neuerung heißt „Background Computer Use“: Codex kann den Bildschirm sehen, klicken und mit einem eigenen Cursor tippen. Mehrere KI-Agenten sollen parallel arbeiten können, ohne die Nutzer zu stören. Die Funktion läuft zunächst nur auf macOS.

Dazu kommen Automatisierungsfunktionen. Codex kann sich laut OpenAI selbst künftige Aufgaben einplanen und automatisch an langfristigen Projekten weiterarbeiten.

Anthropic hat sein Spitzenmodell Claude Opus aktualisiert. Auf dem Coding-Benchmark SWE-bench Pro erreicht Version 4.7 64,3 Prozent, der Vorgänger Opus 4.6 kam auf 53,4 Prozent. Auch OpenAIs GPT-5.4 liegt mit knapp 57,7 Prozent darunter. Anthropics eigenes Forschungsmodell Mythos Preview bleibt mit fast 78 Prozent allerdings klar vorn. Neben dem Programmieren verbessert Anthropic die Bildverarbeitung: Opus 4.7 verarbeitet Bilder mit bis zu 3,75 Megapixeln, mehr als dreimal so viel wie frühere Claude-Modelle. Bei der Analyse komplexer Dokumente steigt die Trefferquote laut Anthropic von 57,1 auf über 80,6 Prozent.

Besonders auffällig ist der Umgang mit Cybersicherheit. Anthropic hat beim Training experimentell versucht, riskante Cyber-Fähigkeiten gezielt zu drosseln. Neue Schutzmaßnahmen blockieren automatisch Anfragen, die auf verbotene oder hochriskante Nutzung hindeuten. Teurer könnte die Arbeit mit dem Modell dennoch werden: Die Stückpreise bleiben bei 5 Dollar pro Million Input-Tokens und 25 Dollar pro Million Output-Tokens, doch ein neuer Tokenizer bildet denselben Text auf bis zu 35 Prozent mehr Tokens ab. Die tatsächlichen Kosten pro Anfrage können dadurch spürbar steigen.

Thoughtworks, ein Technologieberatungsunternehmen, warnt in der 34. Ausgabe seines halbjährlichen Technology Radar vor „kognitiven Schulden“. Diese entstehen, wenn künstliche Intelligenz immer größere Codemengen erzeugt und das gemeinsame Verständnis von Softwaresystemen in Entwicklerteams schneller erodiert, als es sich erneuern lässt. Während frühere Ausgaben des Radars die wachsenden Fähigkeiten von KI im Software-Engineering beleuchteten, verschiebt sich der Fokus nun auf die Risiken beim Skalieren und im produktiven Einsatz.

Der Unterschied zu klassischen technischen Schulden ist wesentlich: Technische Schulden stecken im Code selbst, kognitive Schulden dagegen in den Köpfen der Entwickler. Die Kluft zwischen Mensch und System wird größer, wenn KI-generierter Code schneller entsteht, als Teams ihn durchdringen können. Der Technology Radar fordert daher eine Rückbesinnung auf Engineering-Grundlagen, um die wachsenden Fähigkeiten von KI nachhaltig nutzen zu können.


KI-Update

KI-Update

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.

Forschende haben auf der RSAC-Sicherheitskonferenz mehrere neue Angriffsmethoden auf Apple Intelligence demonstriert. Bei 100 zufälligen Prompts gelang es ihnen, die Schutzmechanismen in 76 Prozent der Fälle zu umgehen. Die Hauptprobleme liegen in den schwächeren lokalen Modellen, die Apple verwendet, bevor rechenintensivere Cloud-Modelle zum Einsatz kommen. Apple soll die Lücken inzwischen behoben haben.

Rund 200 Programmierer aus Apples Siri-Team sollen in einem mehrwöchigen Bootcamp lernen, wie sie Werkzeuge wie Anthropics Claude Code oder OpenAIs Codex beim Programmieren einsetzen. Das berichtet das Branchenportal „The Information“. Das Siri-Team gilt bei Apple intern seit Jahren als träge und soll den Anschluss an moderne KI-Entwicklungen verpasst haben.

Der Zeitpunkt ist brisant: Schon im Juni will Apple auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC eine komplett überarbeitete Version von Siri vorstellen. Die neue Siri soll auf Googles Gemini-Modell basieren und deutlich gesprächsfähiger sein. Nach dem Bootcamp bleiben rund 60 Entwickler im Kernteam, weitere 60 sollen Siris Leistung und Sicherheit überwachen.

Forscher der Binghamton University in New York haben einen Roboterhund entwickelt, der blinde Menschen nicht nur führt, sondern dank großer Sprachmodelle auch mit ihnen spricht. Als Roboter nutzten sie einen Unitree Go2 Pro, ein vergleichsweise simples Modell aus China, das für weniger als 4000 € erhältlich ist. Ein ausgebildeter Blindenhund kostet das Fünf- bis Zehnfache. Als KI-Modell dient GPT-4 von OpenAI, ergänzt um ein eigens entwickeltes Dialogsystem mit zwei Modulen: einer „Planverbalisierung“, bei der sich Mensch und Roboter über Ziel und Aufgabe abstimmen, und einer „Szenenverbalisierung“, bei der der Roboter unterwegs die Umgebung beschreibt.

Sieben blinde Menschen testeten den Roboterhund in einem großen Bürogebäude. Das Sprachmodell hatte vorab Informationen über die Räumlichkeiten erhalten. In komplexeren Umgebungen wie einer Großstadt ist die Leistung noch nicht erprobt, das soll eine Folgestudie klären. Das Feedback war laut den Forschern grundsätzlich positiv. Einen echten Blindenhund kann der Roboter vorerst dennoch nicht ersetzen: Lebende Hunde schätzen Gefahren ein, reagieren bei Stürzen und verweigern auch mal Befehle. Vor allem aber vermitteln sie Vertrauen und Verlässlichkeit.

Drei ehemalige Chipentwickler von Apple, Intel und Qualcomm haben das Start-up Nuvacore gegründet. Gerard Williams III, John Bruno und Ram Srinivasan wollen einen neuen Prozessorkern entwickeln, der als Allzweck-CPU alles berechnen kann, aber insbesondere KI-Berechnungen schnell und effizient ausführen soll. Sie versprechen, „die Regeln von Silizium komplett neu zu schreiben“.

Noch gibt es weder ein Produkt noch Spezifikationen. Nuvacore hat auch die Befehlssatzarchitektur des neuen CPU-Kerns nicht verraten. Immerhin haben die drei Gründer mit Sequoia Capital bereits einen prominenten Investor gewonnen.

Nicht alle Social-Media-Beiträge vom Coachella-Festival in der kalifornischen Wüste sind echt. Laut dem US-Nachrichtenportal „The Verge“ stammen immer mehr Posts von KI-Influencern, also nur virtuell existierenden Persönlichkeiten. Diese posten vermeintliche Fotos mit Prominenten wie Justin Bieber oder Kylie Jenner, die mit KI-Tools erstellt oder manipuliert wurden. Die Bilder wirken überzeugend, weil die Hintergründe teils reale Gebäude und Szenerien des Festivalgeländes abbilden. Dem Account „Granny Spills“ etwa folgen mehr als zwei Millionen Menschen, die Coachella-Beiträge der makellos gestylten KI-Oma sammelten hunderttausende Likes.

Problematisch ist, dass die meisten KI-Beiträge nicht als solche gekennzeichnet werden. In den Bildunterschriften finden sich keine Hinweise auf KI-Tools, erst in den Profilbeschreibungen der Accounts stehen manchmal Anhaltspunkte. Die meisten Nutzer sehen die Beiträge aber nur im eigenen Feed, ohne je das Profil zu besuchen.

Der neue Eigentümer der kriselnden Schuhfirma Allbirds aus San Francisco hat einen Weg gefunden, den Aktienkurs innerhalb von Stunden fast zu verzehnfachen. Er gab bekannt, künftig GPUs an die KI-Branche vermieten zu wollen. Ein institutioneller Investor soll dafür 50 Millionen Dollar bereitstellen. Die Firma soll in „NewBird AI“ umbenannt werden.

Vor der Ankündigung wurde eine Allbirds-Aktie für gerade mal 2,50 Dollar gehandelt. Kaum war die Meldung draußen, sprang der Preis vorübergehend auf fast 24 Dollar, bevor er sich bei rund 17 Dollar einpendelte. Ob dieser abrupte Strategiewechsel vom Schuhverkauf zum GPU-Verleih tatsächlich funktionieren kann, ist zumindest zweifelhaft.


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(igr)



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NASA: Rotorblätter für nächste Mars-Helikopter fit für Überschallgeschwindigkeit


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Bei Tests im Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA haben die Rotorblätter für die nächsten Mars-Helikopter die Schallmauer durchbrochen und gezeigt, dass sie auf dem Roten Planeten noch größere Herausforderungen meistern können als Ingenuity. Das hat die US-Weltraumagentur öffentlich gemacht und erklärt, dass die Daten nahelegen, dass ein damit ausgestattetes Fluggerät auf dem Mars schwerere Nutzlasten transportieren könnte. Bei zwei verschiedenen Rotorblättern haben die Spitzen demnach Mach 1,08 erreicht, das war wegen der unterschiedlichen Länge bei 3750 beziehungsweise 3570 Umdrehungen pro Minute der Fall. Ein Helikopter, dessen Rotoren auf dem Mars diese Geschwindigkeiten erreichen, könnte 30 Prozent mehr Gewicht tragen, ergänzt die NASA.

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Die Tests sind Teil der Vorbereitung von Missionen, die auf den Erfolg des kleinen Mars-Helikopters Ingenuity aufbauen sollen. „Auch wenn am Mars alles schwierig ist, ist ein Flug dort wohl das Schwierigste, was man sich vorstellen kann“, erklärt Al Chen vom JPL. Das liegt daran, dass die Atmosphäre dort extrem dünn ist, bei einer gleichzeitig signifikanten Gravitation. Die Rotoren müssen sich deshalb deutlich schneller drehen als auf der Erde, um vergleichsweise Lasten heben zu können. Gleichzeitig sorgt das Überschreiten der Schallgeschwindigkeit für schwer vorhersagbare Konsequenzen. Die Rotoren von Ingenuity habe man deshalb extra so gebaut, dass sie der Schallgeschwindigkeit nicht einmal nahe kommen, damit sie auch durch einen plötzlichen Windstoß nicht überschritten wird.

Bei den nächsten Fluggeräten wird das nicht mehr der Fall sein, deshalb müsse sichergestellt werden, dass sie auch ein Überschreiten der Schallgeschwindigkeit überstehen. Die Rotorblätter werden sich dabei bis zu 1050 Umdrehungen pro Minute mehr drehen als bei Ingenuity. Die Tests haben jetzt gezeigt, dass sie das überstehen können. Dafür wurden sie in einer Druckkammer beim JPL unter den atmosphärischen Bedingungen des Mars gedreht, schließlich sorgte künstlich erzeugter Wind dafür, dass die Spitzen der Rotorblätter schneller unterwegs waren als der Schall. Wie viel damit ausgestattete Helikopter auf dem Roten Planeten heben können, werde jetzt ausgerechnet, aber „diese Hubschrauber der nächsten Generation werden einfach fantastisch“, ist sich Shannah Withrow-Maser von der NASA schon sicher.

Ingenuity war Anfang 2021 mit dem Mars-Rover Perseverance gelandet und war dort das erste Fluggerät auf einem anderen Himmelskörper. Eigentlich sollte das Testgerät nur ein paar Mal abheben. Damit wollte die NASA zeigen, dass das überhaupt möglich ist und Folgemissionen den Weg bereiten. Weil der kleine Helikopter dabei aber so erfolgreich war, durfte er die Hauptmission von da an begleiten. Ingenuity hat für Perseverance die Gegend erkundet und war dem Rover dabei immer wieder vorausgeflogen, teilweise so weit, dass es keine Sichtverbindung mehr gab. Erst nach 72 Flügen war Anfang 2024 abrupt das Ende der historischen Mission erreicht. Ende 2028 sollen die nächsten drei Helikopter zum Mars geschickt werden.


(mho)



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Hollywood-Stars wollen mit neuem Standard KI-Klone ausbremsen


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Die Schauspielerin Cate Blanchett hat die Non-Profit-Organisation RSL Media ins Leben gerufen, die einen Einwilligungsstandard für KI-Nutzung etablieren will. Er soll KI-Systemen in maschinenlesbarer Form mitteilen, ob und unter welchen Bedingungen geschützte Werke, persönliche Merkmale und andere Rechte genutzt werden dürfen.

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RSL Media beschreibt die Funktionsweise als eine Art Ampelsystem: Die Nutzung durch KI-Systeme, etwa durch Training, Generierung oder Nachahmung, kann erlaubt, nur unter Bedingungen erlaubt oder untersagt werden. Die Spezifikationen des sogenannten „RSL Human Consent Standard“ sind bereits öffentlich einsehbar, wurden jedoch noch nicht finalisiert.

Ergänzend dazu plant RSL Media ein öffentlich zugängliches Register. Dort sollen nicht nur Kreative und Künstler, sondern grundsätzlich alle Menschen ihre Identität verifizieren und für die vier Rechtebereiche Werke, Identität, Charaktere und Marken festlegen können, ob und unter welchen Bedingungen KI-Systeme diese nutzen dürfen.

Der Ansatz ist bewusst sehr breit gefasst und umfasst Songs, Filme, Bücher, Kunst und Fotos ebenso wie Namen, Abbilder, Stimmen, Bewegungen, geschützte fiktionale Charaktere sowie Logos, Markenzeichen und Designmerkmale. Die Angaben werden automatisch in maschinenlesbare Signale übersetzt. Das Register soll im Juni online gehen, Interessierte können jedoch bereits eine Einwilligungs-ID reservieren.

„KI kann keine Rechte respektieren, die sie nicht sehen kann, menschliche Einwilligung ist in dieser neuen digitalen Ära daher praktisch unsichtbar“, sagt Nikki Hexum, Mitgründerin und CEO von RSL Media. Genau hier setzt die Initiative an. Der Mitautor des Standards, James Everingham, beschreibt das Projekt als eine Infrastruktur, die Einwilligungen und Nutzungsrechte in ein systemübergreifend nutzbares Format übersetzen soll, das von unterschiedlichen Plattformen und KI-Systemen verarbeitet werden kann.

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Unterstützt wird die Initiative unter anderem von Javier Bardem, George Clooney, Viola Davis, Tom Hanks, Helen Mirren, Steven Soderbergh, Kristen Stewart, Meryl Streep und Emma Thompson sowie von der Creative Artists Agency und der Music Artists Coalition.

RSL Media baut auf dem älteren Standard RSL 1.0 des RSL Collective auf, ist aber eine eigenständige Non-Profit-Organisation mit anderem Schwerpunkt und deutlich erweitertem Ansatz. RSL 1.0 sollte über die bisherige robots.txt hinausgehen: Während diese Crawlern vor allem signalisiert, ob sie bestimmte Inhalte abrufen dürfen, können Rechteinhaber über RSL 1.0 zusätzlich maschinenlesbare Nutzungs- und Lizenzbedingungen für Webinhalte hinterlegen, etwa für KI-Training oder vergütungspflichtige Nutzung. Mit dem „RSL Human Consent Standard“ überträgt RSL Media dieses Prinzip nun auf zugrunde liegende Rechteobjekte wie Werke, Identitäten, Figuren und Marken, ohne sie an eine bestimmte Datei, Webseite oder Plattform zu binden.

Die Initiative ist zunächst ein technischer Standardisierungsversuch, keine rechtlich bindende Vorgabe. Wie wirksam der Standard in der Praxis wird, hängt davon ab, ob KI-Anbieter, Plattformen und Infrastrukturunternehmen die Signale tatsächlich auslesen, respektieren und technisch durchsetzen.


(tobe)



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Reddit nervt Nutzer mit App-Zwang unter iOS


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iOS bietet seit langem die Möglichkeit, bei Besuch von Websites einen Hinweis auf eine eventuell vorhandene App des Anbieters ganz oben zu platzieren. Dieser lässt sich durch den Nutzer aber wegklicken oder zumindest ignorieren. Anders nun beim sozialen Netzwerk Reddit: Dort versucht man zumindest bei einer Teilgruppe von Nutzern, die Verwendung der App zu erzwingen. Das berichtet unter anderem das IT-Blog Ars Technica. Es scheint dabei keinerlei Möglichkeit zu geben, dies mit einem „Nein danke“ zu quittieren.

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Reddit detektiert die Smartphone-Nutzung über die Abfrage des Browsers. Nutzt man eine Mobilversion, kann das entsprechende Overlay auftauchen. Darin heißt es schlicht: „Holen Sie sich die App, um Reddit weiterzuverwenden.“ Es ist nicht möglich, das Pop-over zu überspringen, zu umgehen oder zu schließen. Stattdessen gibt es nur einen großen Knopf, um in den App-Store zu wechseln. „Suchen Sie besser, personalisieren Sie Ihren Feed und verpassen Sie nie ein Update aus Ihren beliebtesten Gemeinschaften“, wirbt das Unternehmen. Dazu wird auch noch die aktuelle Bewertung (4,5 von 5 Sternen) eingeblendet.

Neu ist die Herangehensweise bei US-Internetgrößen eigentlich nicht, so versuchen auch Anbieter wie Meta (Instagram) oder X (ehemals Twitter), Nutzer mit großen Hinweisschildern zum App-Umstieg zu bewegen, sofern sie mobil unterwegs sind. Allerdings gab und gibt es hier noch Umgehungsmöglichkeiten. Reddit bietet diese Betroffenen nicht an. Hinzu kommt, dass das „Angebot“ eine spezifische „Zielgruppe“ trifft: User, die bei Reddit nicht eingeloggt sind, also datenschutzfreundlich unterwegs sein wollen.

Reddit bestätigte dies gegenüber Ars Technica auch: „Wir haben vor Kurzem einen Test für eine kleine Gruppe von mobilen Usern gestartet, die [das Angebot] häufig abgemeldet nutzen; diese werden nach dem Besuch der Website dazu aufgefordert, die App herunterzuladen.“ Der Sprecher teilte weiterhin mit, die Nutzer seien ja bereits mit Reddit bekannt und man glaube, dass diese „in der App eine viel bessere Erfahrung“ hätten. Dass damit Reddit auch mehr und genauere Daten bekommt – etwa durch die Tatsache, dass der User eingeloggt sein muss –, wurde nicht erwähnt.

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Kritiker meinen, dass Reddit mit dem Vorgehen das mobile Web kaputt mache. Auf Reddit selbst wurde die Maßnahme als Fehler gemeldet. „Reddit ist eine Website. Warum werde ich zur App gezwungen?“


Update

13.05.2026,

11:12

Uhr

Gegen derartige Pop-overs helfen verschiedene Apps beziehungsweise Safari-Add-ons. Dazu gehört etwa das standardmäßig kostenlose Sink It oder, allerdings via Sideloading, der Alternativ-Client Apollo.


(bsc)



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