Künstliche Intelligenz
Mähroboter Roborock Rockmow Z120 Lidar im Test: Allrad, aktive Lenkung und LiDAR
Roborocks Erstlingswerk für den Garten soll mit Allrad, LiDAR und aktivem Lenksystem punkten. Wir haben im Test überprüft, wie gut das klappt.
Der Roborock Rockmow Z120 LiDAR zählt zu den auffälligeren Neuerscheinungen im Mährobotermarkt 2026. Das Modell kombiniert Allradantrieb mit einem aktiven Lenksystem, das die Vorderräder einzeln ansteuert. Dadurch kann der Mäher wie ein Pkw lenken oder die Räder gegeneinander drehen, um bodenschonend auf der Stelle zu wenden. Als Spitzenmodell von Roborock setzt der Z120 LiDAR auf ein LiDAR-System (Light Detection and Ranging) anstelle einer RTK-Antenne oder eines Begrenzungskabels.
Auffällig ist, dass die LiDAR-Variante in Deutschland auf der Produktseite als Rockmow Z1 LiDAR geführt wird, während Datenblatt, Anleitung und App die Bezeichnung Rockmow Z120 LiDAR verwenden. Wir haben im Test überprüft, wie sich das Erstlingswerk des Herstellers schlägt.
Bilder: Roborock Rockmow Z120 Lidar
Roborock Rockmow Z120 Lidar: Das LiDAR-Modul sitzt im hinteren Bereich auf der Oberseite des Gehäuses und ist zum Schutz mit Plastikstreben umgeben.
Roborock Rockmow Z120 Lidar: Das schwimmend gelagerte Schnittsystem bietet sechs Messer und eine Breite von 24 cm. Durch das optional erhältliche PreciEdge-Schneidemodul bleiben bei einer festen Randbegrenzung nur drei cm Rasen ungemäht. Ohne das Modul sind es bauartbedingt etwa 10 cm.
Roborock Rockmow Z120 Lidar: Das schwimmend gelagerte Schnittsystem bietet sechs Messer und eine Breite von 24 cm. Durch das optional erhältliche PreciEdge-Schneidemodul bleiben bei einer festen Randbegrenzung nur drei cm Rasen ungemäht. Ohne das Modul sind es bauartbedingt etwa 10 cm.
Mähparameter lassen sich pro Zone festlegen. Die Optionen zur Hindernisvermeidung sind noch nicht final.
Die App zeigt den Mähfortschritt und bietet auch zahlreiche Funktionen hinsichtlich Diebstahlschutz und Sicherheit.
Die App unterstützt Mähpläne und informiert über den Verlauf bisheriger Einsätze. Mit zukünftigen Firmware-Updates will der Hersteller Verbesserungen implementieren.
Das separat erhältliche PreciEdge-Modul ist nicht serienmäßig im Lieferumfang enthalten. Der Hersteller verspricht damit randnäheres Mähen bis auf 3 cm. Ohne dieses Modul bleibt bauartbedingt mindestens ein Rand von 10 cm ungemäht.
Das separat erhältliche PreciEdge-Modul ist nicht serienmäßig im Lieferumfang enthalten. Der Hersteller verspricht damit randnäheres Mähen bis auf 3 cm. Ohne dieses Modul bleibt bauartbedingt mindestens ein Rand von 10 cm ungemäht.
Das separat erhältliche PreciEdge-Modul ist nicht serienmäßig im Lieferumfang enthalten. Der Hersteller verspricht damit randnäheres Mähen bis auf 3 cm. Ohne dieses Modul bleibt bauartbedingt mindestens ein Rand von 10 cm ungemäht.
Das separat erhältliche PreciEdge-Modul ist nicht serienmäßig im Lieferumfang enthalten. Der Hersteller verspricht damit randnäheres Mähen bis auf 3 cm. Ohne dieses Modul bleibt bauartbedingt mindestens ein Rand von 10 cm ungemäht.
Das separat erhältliche PreciEdge-Modul ist nicht serienmäßig im Lieferumfang enthalten. Der Hersteller verspricht damit randnäheres Mähen bis auf 3 cm. Ohne dieses Modul bleibt bauartbedingt mindestens ein Rand von 10 cm ungemäht.
Das separat erhältliche PreciEdge-Modul ist nicht serienmäßig im Lieferumfang enthalten. Der Hersteller verspricht damit randnäheres Mähen bis auf 3 cm. Ohne dieses Modul bleibt bauartbedingt mindestens ein Rand von 10 cm ungemäht.
Das separat erhältliche PreciEdge-Modul ist nicht serienmäßig im Lieferumfang enthalten. Der Hersteller verspricht damit randnäheres Mähen bis auf 3 cm. Ohne dieses Modul bleibt bauartbedingt mindestens ein Rand von 10 cm ungemäht.
Das separat erhältliche PreciEdge-Modul ist nicht serienmäßig im Lieferumfang enthalten. Der Hersteller verspricht damit randnäheres Mähen bis auf 3 cm. Ohne dieses Modul bleibt bauartbedingt mindestens ein Rand von 10 cm ungemäht.
Das separat erhältliche PreciEdge-Modul ist nicht serienmäßig im Lieferumfang enthalten. Der Hersteller verspricht damit randnäheres Mähen bis auf 3 cm. Ohne dieses Modul bleibt bauartbedingt mindestens ein Rand von 10 cm ungemäht.
Das separat erhältliche PreciEdge-Modul ist nicht serienmäßig im Lieferumfang enthalten. Der Hersteller verspricht damit randnäheres Mähen bis auf 3 cm. Ohne dieses Modul bleibt bauartbedingt mindestens ein Rand von 10 cm ungemäht.
Design und Verarbeitung
Optisch unterscheidet sich der Rockmow Z120 LiDAR deutlich von vielen Konkurrenzmodellen. Charakteristisch sind die beiden Motorgondeln über den Fronträdern, die der Ansteuerung von Lenkung und Allradantrieb dienen. Das LiDAR-Modul sitzt ungewöhnlich weit hinten auf dem bulligen Gerät. Roborock gibt für die europäische LiDAR-Variante Abmessungen von rund 66 × 47,5 × 33 cm an. Das Nettogewicht liegt inklusive Akku bei knapp 22 kg, was theoretisch die Rasengesundheit beeinträchtigen kann. Zum Vergleich: Ein Mammotion Luba 3 AWD ist leichter, und bei dessen Vorgänger wurde das hohe Gewicht bereits kritisiert, da schwere Geräte weichen Boden stärker belasten.
Das grau-schwarze Design wirkt technisch und modern. Der Roboter macht einen soliden Eindruck, alle Formteile erscheinen robust. Das Gerät ist nach Schutzklasse IPX6 gegen Wasser geschützt – sowohl für den Roboter selbst als auch für die Ladestation. Die nach vorn abfallende Linie verleiht dem Mäher eine gewisse Dynamik, die jedoch durch die klobigen, mit LED-Leisten versehenen Motorgondeln über den Vorderrädern eingeschränkt wird. An der Vorderseite sind Kameras für Navigation und Objekterkennung installiert. Vier kräftige Räder, ein Dynamic Suspension genanntes Federungssystem mit hellorange gefärbten Spiralfedern hinten sowie ein schwebendes Mähdeck sollen den Kontakt zum Boden und die Schnitthöhe stabilisieren. Zusammen mit der Aufhängung und dem Allradantrieb soll der Z120 LiDAR Steigungen von bis zu 80 Prozent (39 Grad) bewältigen und Hindernisse von bis zu 8 cm Höhe überwinden können.
Praktisch ist das Display mit Statussymbolen für Akku, WLAN und Bluetooth auf der Oberseite des Geräts. Auch ohne App lässt sich so der Grundzustand schnell prüfen und der Mäher grundlegend bedienen. Die große Stopp-Taste dahinter ist sinnvoll platziert und im Ernstfall sofort erreichbar.
Unter dem Gerät befindet sich das schwebende Mähdeck mit einer Schnittbreite von 24 cm und sechs Messern samt einer Gleitplatte als Schutz. Beim Messerwechsel fallen daher einige zusätzliche Schraubarbeiten an. Die Klingen sollen laut Anleitung je nach Nutzung etwa alle ein bis zwei Monate gewechselt werden, wobei auch die Schrauben ersetzt werden sollten. Roborock empfiehlt zudem im englischsprachigen Handbuch, den Akku etwa alle zwei Jahre über den Service oder den Händler austauschen zu lassen – ein Selbsttausch ist nicht vorgesehen. Das Gerät soll regelmäßig auf Verschmutzung und Beschädigung kontrolliert werden. Ob Roborock hier übervorsichtig ist oder tatsächlich eine so kurze Akkulebenserwartung zugrunde liegt, konnte der Test nicht klären.
Das separat erhältliche PreciEdge-Modul ist nicht serienmäßig im Lieferumfang enthalten. Der Hersteller verspricht damit randnäheres Mähen bis auf 3 cm. Angesichts des recht hohen Preises des Z120 LiDAR ist es als Kritikpunkt zu werten, dass dieses Modul nicht zum Standardumfang gehört. Es kostet etwa 150 Euro, die Installation ist einfach und in wenigen Minuten erledigt. Die beiliegende Anleitung mit mehreren kleinen Bildern hätte jedoch etwas größer ausfallen dürfen.
Inbetriebnahme und App
Die Inbetriebnahme des Rockmow Z120 LiDAR erfolgt fast ebenso schnell wie bei einem Saugroboter. Die Ladestation kann laut Hersteller innerhalb oder außerhalb der Rasenfläche aufgestellt werden. Sie muss auf einer ebenen Fläche stehen, in guter WLAN-Abdeckung liegen und sich innerhalb von 10 m zum Ladegerät befinden. Im Umkreis von 2 m um die Station sollten möglichst keine Hindernisse sein, wobei weitere Testmuster direkt daneben den Mäher nicht störten. Das Gras in diesem Bereich sollte nicht höher als 9 cm sein – der Grund dafür wird im ersten Betrieb ersichtlich.
Die Verbindung zur App erfolgt anfangs über Bluetooth. Für den weiteren Betrieb wird ein 2,4-GHz-WLAN empfohlen, das Modell unterstützt jedoch auch 5-GHz-Netze. Anschließend steht der erste Kartierungsvorgang an. Eine automatische Kartierung gibt es noch nicht – dies ist jedoch nicht schwerwiegend, da automatisch erstellte Karten häufig nicht überzeugen. Die App führt durch den Prozess: Der Nutzer muss den Mäher per Joystick einmal entlang der zu mähenden Rasenbegrenzung steuern. Auch neue Bereiche, Passagen und No-Go-Zonen werden auf diese Weise manuell angelegt. Roborock bietet in der App einen einzelnen virtuellen Joystick an. Die Bedienung ist ausreichend präzise, jedoch ist eine Steuerung mit zwei separaten virtuellen Sticks für Lenkung und Vorwärts-/Rückwärtsfahrt – wie bei Mammotion – intuitiver. Beim Roborock-Modell ist der Übergang zwischen Vorwärts- und unbeabsichtigter Rückwärtsfahrt auf dem Smartphone-Touchscreen bei sehr langsamen und engen Kurven zu schwammig. Praktisch ist hingegen die Korrekturmöglichkeit während des Anlernens der Karte: Ähnlich wie bei Segway hält der Nutzer den Radiergummi-Button gedrückt, woraufhin der Mäher den zuvor gefahrenen Weg zurückfährt und dabei die gespeicherte Begrenzungslinie für diese Strecke löscht.
Die App ist funktional breit aufgestellt. Derzeit lassen sich bis zu 15 Zonen anlegen, wobei Roborock die genaue Zahl nicht eindeutig kommuniziert. Passagen zwischen Flächen können manuell gesetzt werden; sind mehrere Verbindungen vorhanden, wählt der Mäher automatisch den kürzesten und effizientesten Weg zur nächsten Zone. No-Go-Zonen lassen sich ebenfalls anlegen – eine maximale Obergrenze nennt Roborock nicht, solange die Sperrfläche innerhalb der gemappten Fläche liegt. Diese muss jedoch mindestens vier Quadratmeter groß sein. Für Pools, Blumeninseln oder heikle Stellen ist dies brauchbar; für sehr kleine Sperrflächen müssen sich Nutzer auf die selbstständige Erkennung durch den Roboter verlassen.
Die Planungsfunktionen gehen über einfache Zeitpläne hinaus. Hier lassen sich Zonen, Mähzeiten, Mährichtung und Effizienz (und damit die Geschwindigkeit) anpassen. Die automatisch wechselnde Mährichtung ist in der Praxis wichtig, da sie Spurenbildung verhindert. Das Echtzeit-Dashboard dokumentiert Mähfortschritt, wichtige Meilensteine (wie Zwischenladen oder Unterbrechung durch Wildtierschutz zu bestimmten Nachtzeiten) und die voraussichtliche Fertigstellung. Eine Funktion zum Fortsetzen der Aufgabe nach Unterbrechungen wurde ebenfalls implementiert, ebenso wie Erinnerungen an Messerwechsel und Reinigung.
Im Smart-Home-Bereich unterstützt der Roborock Z120 LiDAR Alexa, Google Home und Apple Siri. Die Sprachsteuerung ist über den Menüpunkt Profile und Smart Control erreichbar und ermöglicht zumindest Grundfunktionen wie Start und Stopp des Mähens. Eine Integration in Systeme wie Home Assistant gibt es derzeit noch nicht. Die bislang verfügbare Roborock-Integration unterstützt derzeit nur Saugroboter. Sicherheit gegen Diebstahl bieten hingegen eine PIN-Sperre, Ortungsfunktionen, ein akustischer Alarm und ein Extrafach für GPS-Tracker von Drittherstellern (z. B. AirTag). In der App lässt sich der Mäher orten oder per Ton auffinden. Zusätzlich kann ein Diebstahlalarm mit virtueller Grenze eingerichtet werden, wobei die Entfernung, ab der ein Alarm ausgelöst wird, in der App festgelegt werden kann. Praktisch ist auch, dass ein neuer Nutzer den Mäher nicht einfach übernehmen kann: Erst wenn der bisherige Besitzer das Gerät aus seinem Konto entfernt oder Zugriff gewährt, ist eine neue Kopplung möglich. Diese Funktion ist branchenüblich und stellt ein Hindernis für eine unbefugte Weiternutzung durch Dritte dar.
Im Netz finden sich Hinweise darauf, dass Roborock zum Marktstart mit der Software noch nicht vollständig fertig war. Bereits in den ersten Wochen lieferte der Hersteller einige Funktionen nach und korrigierte Fehler. Positiv ist das erkennbare Engagement von Roborock, negativ ist, dass manche Kunden anfangs den Eindruck haben konnten, Betatester zu sein.
Zum Testzeitpunkt Ende April 2026 fehlen mehrere Funktionen weiterhin, obwohl sie auf der offiziellen Produktseite mit Hinweis auf ein kommendes OTA-Update versehen sind. Dazu gehören bestimmte Hinderniskategorien, eine automatische Kartierung, Mähmuster und Teile der Mehrzonenverwaltung. Dass Hindernisse zwar eingezeichnet und anklickbar sind, dann aber nur mit einem Piktogramm und textlicher Benennung dargestellt werden, wirkt unfertig – die Darstellung erweckt den Eindruck, dass eigentlich ein Foto zu sehen sein sollte, da Kameras vorhanden sind.
Insgesamt ist die App bereits jetzt mächtig, logisch aufgebaut und stabil, ohne jedoch an den Umfang des Klassenprimus Mammotion heranzureichen. Am meisten vermisst wird eine Möglichkeit, eine bestehende Zone nachträglich zu korrigieren. Zonen können nachträglich nur umbenannt, zusammengeführt oder geteilt werden. Wer beim ersten Anlernen zu nah an den Rand gefahren ist, kann die Zone nur löschen und neu anlegen – ein Verfahren, das eher dem Stand von 2024 als von 2026 entspricht.
Navigation und Hindernisvermeidung
Die Navigation ist das Herzstück des Rockmow Z120 Lidar. Roborock setzt auf eine Kombination aus 360-Grad-3D-Lidar, VSLAM und Kameratechnik. Auf der Produktseite sind von 200.000 erfassten Punkten pro Sekunde und einer Erkennungsreichweite von 70 m die Rede. Ein externes RTK-Modul oder eine RTK-Antenne sind daher für eine genaue Navigation nicht erforderlich. Gerade für Gärten mit schwierigem Satellitenempfang – etwa durch viele Bäume oder nahe hohe Gebäude – ist die Lidar-Variante konzeptionell die bessere Wahl.
Zum Paket gehört auch der Antrieb: Allradantrieb, ein patentiertes aktives Lenksystem und das Dynamic-Suspension-System. Damit soll der Roboter Steigungen bis 80 Prozent (38,7 Grad) sowie Hindernisse bis 8 cm überwinden können – das ist außergewöhnlich viel und wird nur von wenigen Modellen wie dem Mammotion Luba 3 AWD oder dem Lymow One Plus erreicht oder übertroffen. Für Hanggrundstücke, Mulden, Bereiche mit hervorstehenden Wurzelausläufern oder wellige Flächen bietet dies einen echten Mehrwert, sofern der Garten nicht zugleich zu weich und matschig ist. Mit montiertem Kantenschnitt-Modul PreciEdge sinkt die überfahrbare Höhe vertikaler Hindernisse von 8 auf 5 cm. Eine testweise in den Weg gelegte Dachlatte mit 3,7 cm überwand der Roboter problemlos.
Für enge Passagen nennt Roborock eine Mindestdurchfahrtsbreite von 80 cm für die AWD-Modelle. Angesichts der Chassisbreite von knapp 50 cm ist dies ordentlich, aber nicht rekordverdächtig schmal. In sehr kleinteiligen Gärten mit schmalen Durchgängen oder dicht stehenden Gartenmöbeln kann dies eine Einschränkung sein. Im Test schaffte der Roboter auch 70 cm, wenn auch nicht kontaktlos.
Bei der Hindernisvermeidung spricht der Hersteller von einer Vision-Lidar-Fusion und unterscheidet zwischen statischen Hindernissen, Menschen und Tieren sowie überwindbaren Hindernissen. Einzelne Funktionen sind auf der offiziellen Seite mit Hinweis auf ein baldiges OTA-Update versehen. Die binokulare Kamera spielt eine wichtige Rolle bei der Umgebungserkennung, wobei Nebel, Regen und Nacht die Leistung der Kamera verringern. Mähen bei Nacht ist grundsätzlich möglich, wird aber aus Tierschutzgründen nicht empfohlen. In einigen Kommunen gibt es gar ein Nachtfahrverbot. Bei Zuwiderhandlung drohen etwa in Leipzig Bußen bis 50.000 Euro. Ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter wird bereits diskutiert.
Im Test erkannte der Z120 Lidar willkürlich platzierte Hindernisse wie Gießkannen oder das durch das PreciEdge-Modul ersetzte Seitenteil zuverlässig. Die Hinderniserkennung ist sogar etwas überengagiert: Der Mäher erkannte wiederholt angebliche Personen und pausierte den Mähvorgang, obwohl keine Personen in der Nähe waren.
Zu Beginn navigiert der Z120 Lidar souverän auf der Fläche, mit zunehmendem Mähfortschritt wird das Verhalten jedoch unstrukturierter. Dann lässt er gelegentlich eine Bahn oder Ecke des Grundstücks aus, die er später nachholt. Dies führt zu vielen zusätzlichen Fahrmetern. Am Rand ist das Fahrverhalten erratisch: Der Roboter dreht oft auf der Stelle, teils stückweise und wieder zurück – obwohl die vorhandene Lenkung auch sanfte Rundungen ermöglichen würde. Zudem tauchen an Sträuchern immer wieder neue Hindernisse auf der Karte auf, um kurz darauf teilweise zu verschwinden. Büsche und Sträucher stellen aktuell die größte Herausforderung für den Rockmow Z120 Lidar dar.
Verbindungsprobleme oder sonstige Einschränkungen gab es im Test nicht – obwohl die Ladestation direkt an einer Hauswand unter einem breiten Dachüberstand stand und rechts und links daneben andere Mähroboter positioniert waren. Festgefahren hat sich der Z120 Lidar nur einmal, als er versuchte, direkt an einer Wand eine Drehung auf der Stelle zu vollführen, und sich anschließend mit dem nach innen eingelenkten Vorderrad an der Wand hochschob. Gelegentlich meldete der Roboter, dass er festgefahren sei, stand dann aber nur am Rand einer sehr kleinen Mähfläche und fuhr nach entsprechendem Befehl per App problemlos weiter. In schwierigen Umgebungen navigierte er selbstständig aus engen Situationen. Der Rasen wurde bis auf die genannte Wandaktion zu keinem Zeitpunkt in Mitleidenschaft gezogen. Eine Einschränkung betrifft die Höhe von Gras auf oder am Rand der Rasenfläche – darauf wird im nächsten Kapitel eingegangen.
Mähleistung im Alltag
Der Rockmow Z120 Lidar arbeitet nach dem klassischen Mulchprinzip: Kleine Stückchen der Grashalme werden oben abgeschnitten, fallen auf den Boden und dienen als Dünger. Die elektrische Verstellung der Schnitthöhe per App ist grundsätzlich angenehm, wird aber vermutlich selten verändert. Das schwebende Mähdeck passt sich dynamisch an Geländeänderungen an und fördert so einen gleichmäßigen Schnitt auf unebenen Flächen. Der Z120 Lidar erzeugt eine gleichmäßige Fläche mit gutem Schnittbild, alternativ fährt er präzise Bahnen. Die Lautstärke ist angenehm – vielleicht nicht der leiseste Mäher, aber dennoch zurückhaltend. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 0,6 m/s. Auch die Piep- und Sprachausgaben sind auf einem erträglichen Niveau: im Nahbereich gut hörbar, aber nicht in Nachbargärten.
Für hohes Gras ist der Mäher – wie fast alle Mähroboter – nicht ausgelegt. Die maximal verarbeitbare Grashöhe wird mit 12 cm angegeben; höheres Gras soll vorab manuell gekürzt werden. Dies liegt nicht nur an der Leistungsfähigkeit des Schneidwerks, sondern auch an der Navigation: Als im Test ein kleines Teilstück mit einzelnen hohen Halmen abgefahren wurde, erkannte der Roboter diese wiederholt als Hindernisse und wich aus. Das dürfte auch der Grund sein, warum Gras vor der Ladestation 9 cm Höhe nicht überschreiten darf, um eine verlässliche Rückkehr zu gewährleisten.
Das aktive Lenksystem des Rockmow Z120 Lidar wirkt sich positiv aus. Ein gezielt lenkender Vorderwagen schont die Grasnarbe mehr als ein Mäher, der das gesamte Chassis nur über unterschiedliche Radgeschwindigkeiten an der Hinterachse wenden muss. Die aktive Lenkung wühlt selbst bei Nässe weichen Boden grundsätzlich weniger auf als anders aufgebaute Modelle. Einschränkend wirkt sich jedoch das hohe Eigengewicht von fast 22 kg aus, das dazu führt, dass der Roboter stärker in weichen Boden einsinkt. Entsprechende Erfahrungen müssen zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht werden – zum Testzeitpunkt war das Wetter bereits so gut, dass Mähroboter problemlos fahren konnten.
Das größte Problem des Roborock Z120 Lidar betrifft den Randschnitt. Dies betrifft nicht nur das fehlende PreciEdge-Modul im Lieferumfang. Nur mit diesem Modul soll eine Präzision von 3 cm zum Rand erreicht werden. Ohne das Modul bleibt ein Streifen von etwa 10 cm stehen, sofern der Roboter nicht – etwa am Rand einer Terrasse – halb auf Stein ausweichen kann. Im Test mähte der Z120 mit dem Modul gut bis an den Rand. Doch auch das Randschnitt-Modul hilft nicht immer: Sobald der Roboter höhere Hindernisse wie Büsche in der Nähe des Randes erkennt, hält er einen deutlichen Abstand von teils mehr als einer Mäherbreite. Dies betrifft sowohl Büsche, die in oder über die Mähfläche ragen, als auch wandartige Büsche entlang der Grenze. Die Einstellung der Hindernisvermeidung (empfindlich oder ausgeglichen) hat darauf keinen Einfluss; eine vollständige Deaktivierung ist nicht möglich. Der Mäher fährt folglich auch nicht unter Büsche – selbst dann nicht, wenn die Grenze zuvor entsprechend angelernt wurde. An festen Steinwänden tritt dieses Problem nicht auf, was darauf hindeutet, dass der Roboter grüne Grenzen im Frühling, wenn Blätter noch nicht voll ausgewachsen sind und Büsche zu viele Lücken für den Lidar-Sensor aufweisen, noch nicht sicher genug erkennen kann.
An anderer Stelle arbeitet der Z120 Lidar zuverlässiger: Er besitzt einen Regensensor und kehrt bei Regen zur Ladestation zurück. Die Regenpause beträgt standardmäßig 180 Minuten und kann in der App angepasst werden. Fahrten bei Regen sollten nach Möglichkeit vermieden werden, da der Schnitt dann weniger gut ist und der Mäher stärker verschmutzt.
Akku
Der Rockmow Z120 LiDAR soll bis zu 2.000 Quadratmeter pro Tag schaffen. Roborock verbaut einen Lithium-Ionen-Akku mit 21,6 V und 6 Ah Nennkapazität; geladen wird mit bis zu 5 A. Für einen AWD-Mäher dieser Größe wirkt das zunächst nicht übermäßig stark. Der Roboter punktet jedoch mit kurzen Ladezeiten von etwa einer Stunde, um von etwa 15 Prozent wieder auf rund 85 Prozent zu kommen. Im Testgarten schaffte der Z120 LiDAR in etwas über zwei Stunden rund 190 Quadratmeter und fuhr dann mit etwa 15 Prozent Restakku zum Laden. Hochgerechnet wären das rund 1.500 Quadratmeter in 24 Stunden (und auch nur mit Nachtfahrten). Die Herstellerangabe von 2.000 Quadratmetern pro Tag dürfte auf weniger verwinkelten und weitgehend hindernisfreien Flächen eher erreichbar sein als im Testgarten.
Die Anleitung empfiehlt weiterhin einen Akkuwechsel alle zwei Jahre, was stutzig macht.
Preis & Garantie
Die unverbindliche Preisempfehlung für Deutschland liegt bei 2699 Euro. Niedrigere Preise gab es im freien Handel zum Testzeitpunkt nicht (Stand: 04/2026). Die Garantie beträgt drei Jahre für den Mäher und zwei Jahre für den Akku.
Fazit
Der Roborock Rockmow Z120 LiDAR ist ein interessanter und in vielen Punkten überzeugender Premium-Mähroboter. Die Kombination aus Allrad, aktivem Lenksystem, LiDAR, VSLAM und gefederter Plattform ist technisch beeindruckend und für komplexe Grundstücke sinnvoll. Gerade bei Hanggrundstücken, unebenem Untergrund, verwinkelten Zonen und schwierigen Signalbedingungen setzt sich das Gerät konzeptionell von den meisten Wettbewerbern ab. Hinzu kommt eine grundsätzlich starke App mit guter Kartenlogik, Zonenverwaltung, Sicherheitsfunktionen und Bedienbarkeit.
Dennoch ist der Rockmow Z120 LiDAR noch kein perfektes Gerät. Der Mäher ist groß und schwer, was sich bei schlechtem Wetter und weichem Boden negativ auf die Grasnarbe auswirken dürfte. Ändern lässt sich das nicht. Anders verhält es sich beim fehlenden Randschnitt-Modul und bei den noch nicht vollständigen App- und Software-Features. Roborock könnte die Mähzonen mit einem Update editierbar machen und das Fahrverhalten am Rand so anpassen, dass der Mäher auch dort mäht, wo er angelernt wurde – und nicht nur dort, wo feste Begrenzungsmauern oder keinerlei Hindernisse in der Nähe des Randes vorhanden sind. Dann wären – abgesehen vom Preis – die beiden Hauptnegativpunkte entkräftet. Zum jetzigen Zeitpunkt stört dies jedoch noch, sodass der Mäher hinter seinen Erwartungen und Fähigkeiten zurückbleibt.
Hinweis: Die vergebene Bewertung von 3,5 Sternen ist vorläufig und bezieht sich ausschließlich auf den getesteten Zustand. Eine Anpassung erfolgt, sofern Firmware-Updates die wesentlichen Kritikpunkte adressieren.
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Secrets Management: IT-Pipelines mit dynamischen Secrets absichern
Zugangsdaten sind das Fundament moderner IT-Sicherheit. Da für jedes Computersystem eine eigene, geheime Zeichenfolge benötigt wird, kommen viele Zugangsdaten zusammen. Üblicherweise legt man diese in einem sicheren Speicher ab. Das führt jedoch zu einer Henne-Ei-Problematik: Um auf die geschützten Zugangsdaten zuzugreifen, ist eine weitere geheime Zeichenfolge notwendig, die nicht im sicheren Speicher verwahrt werden darf: das Secret Zero. Die Problematik, wie damit umzugehen ist, bezeichnet man als Secret-Zero-Problem.
Bei menschlichen Nutzern ist diese Frage leicht beantwortet, denn man kann sie instruieren, sich das Secret Zero zu merken. Damit ist das Problem, wenn nicht gelöst, doch zumindest aus der technischen in die organisatorische Ebene verlagert. In automatisierten Workflows und Pipelines zu findende Maschinenidentitäten erfordern jedoch einen anderen Ansatz.
- In automatisierten Workflows kann der Zugriff auf als statische Secrets gespeicherte Zugangsdaten problematisch sein, da sie durch ein Secret Zero abgesichert sind. Der sichere Zugriff darauf ist häufig komplex.
- Dynamische Secrets sind sicherer und lösen das Secret-Zero-Problem, da sie kurzlebig sind und sich bei Bedarf schnell erzeugen lassen.
- Azure kann über Workload Identity Federation und Managed Identities mit dynamischen Secrets arbeiten.
Der folgende Artikel diskutiert den Umgang mit Zugangsdaten in den verschiedenen Abschnitten einer Pipeline, gibt praktische Handlungsempfehlungen und beschreibt deren Implementierung. Die betrachteten Pipelines stellen per Terraform und GitHub Actions eine Funktion in Azure bereit, die auf andere Azure-Dienste zugreift. Die wesentlichen Aspekte der Softwareentwicklung mit der Kombination Azure, GitHub Actions und Terraform spricht der Artikel ebenfalls an.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Secrets Management: IT-Pipelines mit dynamischen Secrets absichern“.
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Künstliche Intelligenz
Intels „Raptor Lake Next“ – DDR4 und angeblich Anfang 2027 fertig
Was lange vermutet wurde, könnte nun Realität werden: Intel arbeitet übereinstimmenden Berichten mehrere Medien zufolge an einer Neuauflage der CPU-Architektur „Raptor Lake“. Diese war zuerst als 13. Core-Generation Ende 2022 für PCs und Notebooks erschienen. Der Speichercontroller des angeblich „Raptor Lake Next“ genannten Designs soll wie damals dann Anfang 2027 auch DDR4-Speicher unterstützen.
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Dies will Tom’s Hardware auf der taiwanischen Tech-Messe Computex in dieser Woche erfahren haben. Zwei dort befragte Mainboard-Hersteller wollten das nicht bestätigen. Sie gaben aber an, die Produktion von DDR4-Mainboards sowohl für den Sockel AM4 von AMD wie auch den Sockel 1700 von Intel erhöhen zu wollen. Von der anhaltenden Speicherkrise ist DDR4 deutlich weniger betroffen als DDR5. Für letzteres haben sich die Preise in weniger als einem Jahr in etwa vervierfacht, DDR4 ist „nur“ rund doppelt so teuer geworden wie Mitte 2025. Daher hat auch AMD auf der Computex die Rückkehr des besonders bei Spielern beliebten Ryzen 7 5800X3D angekündigt.
Rebranding als Core Ultra 200
Dieser soll bereits Ende Juni 2026 erhältlich sein, bei Intel dauert es noch bis zu einem mehr oder weniger neuen DDR4-Prozessor: Erst Ende Januar 2027 soll es so weit sein. Das berichtet unabhängig von Tom’s Hardware wiederum Videocardz. Deren Bericht zufolge soll Raptor Lake Next die Modellbezeichnungen der aktuellen Serie Core Ultra 200 erhalten. Die heutigen Core-i-CPUs der 14. Generation (Raptor Lake Refresh) sollen parallel angeboten werden. Das bedeutet, dass es wieder einmal eine technisch weitgehend identische Prozessorarchitektur mit zwei verschiedenen Markennamen gibt.
Videocardz zufolge ist mindestens eine Desktop-CPU mit 16 Kernen (8P + 8E-Cores) geplant, die mit 125 Watt TDP angegeben sein soll. Dazu sollen mehrere weitere Prozessoren mit weniger Kernen und vermutlich günstigerem Preis kommen. Zu einem möglichen Nachfolger der bisherigen Raptor-Lake-Topmodelle wie dem berüchtigten 14900K mit 8P + 16E-Kernen ist noch nichts bekannt. Gut möglich, dass Intel einen solchen nicht baut, um sich innerhalb der Serien Core Ultra 200 und Core i 14000 nicht noch mehr Konkurrenz zu machen.
Wohl nur für Desktop-PCs
Die angeblichen Pläne von Intel zu Raptor Lake Next dürften zudem wenig mit Nova Lake zu tun haben. Unter diesem Codenamen wird derzeit die nächste, wirklich neue Architektur für Desktop-PCs entwickelt. Sie soll ebenfalls erst 2027 erscheinen, und mutmaßlich bis zu 52 Cores, sowie wie bei AMDs X3D-CPUs einen besonders großen Last-Level-Cache enthalten. In den aktuellen Berichten ist zudem nicht von Notebook-CPUs mit Raptor Lake Next die Rede. Für Mobilrechner hatte Intel kürzlich erst Panther Lake alias Core Ultra 300 auf den Markt gebracht.
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Saugroboter Dreame Matrix 10 Ultra im Test: Wechselt Mopps & Reinigungsmittel
Der Saugroboter Dreame Matrix 10 Ultra wechselt seine Wischmopps automatisch mit einer Art Aufzug und dosiert drei verschiedene Reinigungsmittel je nach Raum.
Der Dreame Matrix 10 Ultra ist ein Topmodell mit einem Feature, das bisher kein anderer Saugroboter am Markt bietet: einem vollautomatischen Mopp-Wechselsystem in der Station. Der Roboter tauscht je nach Raum unterschiedliche Wischmopps durch – etwa weiche Pads für Parkett und festere für Fliesen – und kombiniert sie mit drei verschiedenen Reinigungsmitteln aus einem Tank mit drei Kammern. So lassen sich Bad und Wohnzimmer mit verschiedenen Mopps reinigen, gegen Tiergerüche kommt ein spezielles Konzentrat zum Einsatz.
Dafür setzt der Roboter eine ungewöhnlich große Station mit Frontklappe, die optisch an einen Mini-Kühlschrank erinnert. Sie überragt selbst die Stationen anderer Premium-Modelle wie Roborock Saros 20, Narwal Flow 2 oder die des hauseigenen Aqua 10 Ultra Roller deutlich. Im Inneren transportiert ein Kettenaufzug einen Mopp-Schlitten zwischen Vorratsfach und Reinigungsschale. Magnetische Mopps machen den Wechsel überhaupt erst möglich.
Mit 1099 Euro bei Galaxus spielt der Matrix 10 Ultra im Oberklasse-Segment. Ob der Mopp-Aufzug nur ein Spektakel ist oder echten Mehrwert bietet, klärt unser Test. Das Testgerät hat uns Dreame zur Verfügung gestellt.
Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Dreame Matrix 10 Ultra?
Der Matrix 10 Ultra kommt in Weiß und misst 350 × 89 mm – damit gehört er zu den flacheren Geräten am Markt. Sein einfahrbarer Lidar-Turm verschwindet im Gehäuse, sobald der Roboter unter niedrigen Möbeln durchfahren muss. Diese Bauform kennen wir bereits aus den Dreame-Modellen seit dem X50 Ultra.
Auf der Unterseite sitzen zwei parallel laufende Bodenwalzen, die der Hersteller DuoBrush nennt. Beide sind jeweils nur an einer Seite fest mit dem Gehäuse verbunden und enden zur jeweils anderen Seite hin mit einem offenen Spalt, durch den sich Haare abwickeln sollen. Das funktioniert in der Praxis solide, aber nicht durchgehend zuverlässig. Die Doppelwalze von Dreame liegt im Vergleich im Mittelfeld.
Frischwasser- und Schmutzwassertank im Roboter sitzen unter einem Deckel auf der Oberseite. Der Staubbehälter fasst 310 ml, der interne Frischwassertank 80 ml. Mit 4,7 kg ist der Roboter nicht leicht.
Dreame Matrix 10 Ultra – Bilderstrecke
Die Station fällt mit 416 × 590 × 457 mm wuchtig aus und bringt 16,6 kg auf die Waage – zusammen mit dem Roboter sind es 21,3 kg. Die Frontklappe öffnet sich wie eine Kühlschranktür und gibt den Blick auf den Mopp-Aufzug frei. Dahinter verstaut der Roboter bis zu zwölf mitgelieferte Wischpads in unterschiedlichen Ausführungen. Der Staubbeutel mit 3,2 l Volumen sitzt ebenfalls hinter der Frontklappe unter einer separaten Abdeckung. Der Frischwassertank fasst 5,5 l, der Schmutzwassertank 4 l. Optional kann man die Station auf einen Fest- und Abwasseranschluss umrüsten, wofür allerdings ein Zusatz-Kit für 199 Euro nachgekauft werden muss.
Die Verarbeitung der Kunststoffgehäuse von Station und Roboter ist tadellos und weist keine Unsauberkeiten auf. Spaltmaße sind gleichmäßig, Klappen und Deckel sitzen sauber, nichts klemmt oder hakt beim Öffnen. Einzig der Deckel über den Tanks auf der Oberseite des Roboters könnte etwas wertiger sein – er wirkt etwas dünn und damit anfällig.
Einrichtung: Wie schnell ist der Dreame Matrix 10 Ultra betriebsbereit?
Die Einrichtung läuft über die Dreamehome-App für Android und iPhone. Nach Account-Anmeldung scannt man entweder den QR-Code unter dem Deckel des Roboters oder wählt das Gerät aus der Liste. Anschließend versetzt man den Roboter durch Gedrückthalten von Home- und Ein-/Aus-Taste in den Kopplungsmodus. Die App verbindet sich, danach folgt die WLAN-Einrichtung.
Hier zeigt sich der erste Kritikpunkt: Der Matrix 10 Ultra unterstützt nur 2,4-GHz-WLAN oder das 2,4-GHz-Band von Dualband-Netzen. Für einen Saugroboter jenseits von 1000 Euro ist das nicht mehr zeitgemäß.
Nach Abschluss der WLAN-Verbindung folgt direkt ein Firmware-Update, das in etwa 10 Minuten abgeschlossen wurde. Die App präsentiert sich daraufhin übersichtlich im Dreame-typischen Farbschema mit vielen Einstellungsmöglichkeiten.
Doch bei der Bedienung enttäuscht sie erneut. Das Problem ist nicht neu: Verschiebt man auf der Karte das Auswahlfeld für die Zonenreinigung oder ändert dessen Größe, ruckelt es stark und reagiert verzögert. Genaues Zielen ist so kaum möglich. Diese Schwäche zieht sich seit mehreren Dreame-Generationen durch verschiedene Modelle.
Aber auch sonst wirkt die App träge: Sendet man einen Befehl – etwa Reinigung starten, beenden oder Rückkehr zur Station – vergehen oft mehrere Sekunden, bis die App reagiert. Konkurrenten wie Roborock oder Ecovacs, aber auch die Schwestermarke Mova, haben das deutlich besser gelöst. Bemerkenswert: Die Mova-App basiert sichtbar auf derselben Grundlage, läuft inzwischen aber flüssig. Bei Dreame steht die Korrektur weiter aus, obwohl sich die Schwäche seit mehreren Generationen durch verschiedene Modelle zieht.
Dreame Matrix 10 Ultra – App & Einrichtung
Nach der Kartierung weist der Roboter automatisch jedem Raum einen passenden Wischmopp und ein Reinigungsmittel zu. Diese Zuordnung lässt sich nachträglich manuell anpassen. Mitgeliefert werden drei verschiedene Reinigungsmittel.
Der Matrix 10 Ultra unterstützt Matter sowie die Sprachassistenten Amazon Alexa, Apple Siri und Google Assistant. In Home Assistant lässt er sich so per Matter ebenfalls mit einer rudimentären Integration einbinden, die Status, Rückkehr zur Station, Start/Stopp und Bereichsreinigung abdeckt – allerdings nur für Home-Assistant-Zonen, nicht für die Karte des Roboters. Eine Kartenanzeige fehlt.
Navigation: Wie gut erkennt der Dreame Matrix 10 Ultra Hindernisse?
Der Matrix 10 Ultra navigiert per einfahrbarem Lidar und einer KI-gestützten Frontkamera mit Infrarot-Unterstützung für bessere Sicht bei schlechten Lichtverhältnissen, die Dreame Omni-Sight nennt. Sie übernimmt auch die Haustiererkennung, zudem kann man sich in der App vom Smartphone auch auf die Kamera schalten und per Video-Livestream die Räumlichkeiten aus der Sicht des Roboters ansehen. Hierüber lässt er sich auch fernsteuern. Für die Aktivierung verlangt die App jedes Mal eine PIN-Eingabe, zusätzlich gibt der Roboter beim Streaming immer wieder einen akustischen Hinweis ab. Die Datenübertragung läuft laut Dreame verschlüsselt über die hauseigenen Server, die Aufnahmen werden nicht dauerhaft gespeichert.
Im Test agiert er auf Standardeinstellungen geradezu vorsichtig: Über Auslegeware und zwischen freischwingenden Stühlen fährt er souverän, ohne konfus oder rabiat zu wirken. Mobiliar bleibt stehen, gelegentliches Anstupsen beim Rangieren ist die Ausnahme.
Hindernisse bis 80 mm überwindet er bei zwei direkt aufeinanderfolgenden Stufen, einzelne Schwellen bis 40 mm. Die Wischpads hebt er bei Teppicherkennung bis zu 10,5 mm an – das reicht für flache Teppiche, bei hochflorigen streifen die Pads aber die Fransen und befeuchten sie leicht. Hier fehlt es schlicht am Spielraum im Unterboden. Die Objekterkennung und Navigation zeigen sich im Test insgesamt als zuverlässig.
Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Dreame Matrix 10 Ultra?
Mit 30.000 Pa Saugleistung gehört der Matrix 10 Ultra zu den kräftigeren Saugrobotern am Markt. Auf Teppich spielt er seine Stärken voll aus: Sowohl feinen Staub – im Test simuliert durch Mehl – als auch grobe Haferflocken entfernt er äußerst effizient aus den Fasern. Dabei belässt er den Teppich an Ort und Stelle und schiebt ihn nicht durch die Wohnung. Auch mit aufgestellten Teppichkanten kommt er problemlos zurecht und bahnt sich geschickt seinen Weg.
Auf Hartboden überzeugt die Saugleistung ebenfalls. Bei den groben Haferflocken erreicht der Roboter knapp 90 % Schmutzaufnahme – einige Krümel bleiben liegen. Die ausfahrbare Seitenbürste arbeitet die Ecken sauber heraus, die Doppelrollenbürste wickelt Haare zuverlässig ab.
Beim Wischen zeigt sich der systembedingte Nachteil der Mopp-Technologie gegenüber Wischwalzen. Die Pads sind nach kurzer Zeit gesättigt und der Roboter muss recht häufig zur Station zurückkehren, um sie auszuwaschen. Eine Frischwasserzufuhr während der Fahrt gibt es nicht. Vorteil: Im Roboter selbst bleibt weniger Wasser und Schmutz zurück, was die Pflege erleichtert. Zudem verteilen Mopps weniger Feuchtigkeit auf empfindlichem Parkett.
Dreame Matrix 10 Ultra – Reinigung
Der eigentliche Clou ist das Mopp-Wechselsystem. Will der Roboter die Mopps tauschen, legt er die aktuellen in der Reinigungsschale ab und verlässt die Station. Der Kettenaufzug holt den Mopp-Schlitten aus der Vertikalen in die Horizontale, fährt über die Reinigungsschale und tauscht die Pads. Möglich ist das durch die magnetische Befestigung. Kleine Abstandshalter drücken die Mopps aus dem Schlitten heraus. Anschließend fährt der Roboter zurück in die Station, nimmt dort die frischen Pads auf, weicht sie ein und führt das passende Reinigungsmittel zu.
Praktischer Nutzen: Im Bad kommt ein anderer Mopp und ein anderes Konzentrat zum Einsatz als im Wohnzimmer – Kreuzkontamination ist ausgeschlossen. Für die Reinigungsmittel-Dosierung bietet die Station drei separate Kammern. Mitgeliefert sind drei Konzentrate: ein Standard-Bodenreiniger, ein Reiniger für empfindliche Böden und ein Geruchsentferner gegen Haustiergerüche. Eine Flasche reicht laut Dreame für rund zwei bis drei Monate Betrieb in einem durchschnittlichen Haushalt. Nachschub kostet je nach Variante etwa 15 bis 25 Euro pro Flasche im Dreame-Shop. Theoretisch lassen sich auch Reiniger anderer Hersteller einfüllen. Dreame rät davon erwartungsgemäß ab und verweist auf entfallende Garantieansprüche bei Schäden durch Fremdreiniger. Das ist branchenüblich und natürlich auch ein wirtschaftliches Interesse: Wer den hauseigenen Reiniger kauft, lässt deutlich mehr Geld beim Hersteller als beim Griff zum Drogeriemarkt-Produkt.
Die Stationsreinigung erfolgt mit Warmwasser bei 100 °C, was hygienisch vorbildlich ist. Anschließend trocknet Heißluft die Mopps und verhindert Geruchsbildung.
Die Lautstärke ist eine der größten Stärken des Matrix 10 Ultra. Die Fahrmotoren sind hervorragend abgestimmt – zusammen mit dem Aqua 10 Ultra Roller fährt er am leisesten unter allen getesteten Saugrobotern. So leise, dass man ihn kaum nahen hört und gelegentlich erschrickt, wenn er plötzlich hinter einem steht. Andere Modelle klingen dagegen nach Spielzeugauto. Beim Saugen auf Standardstufe messen wir 54 dB(A). Vier Saugstufen stehen zur Wahl: leise, Standard, intensiv und max. Die Wischfeuchte lässt sich in 32 Stufen zwischen leicht trocken und nass fein justieren.
Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Dreame Matrix 10 Ultra?
Der 14,4-V-Li-Ionen-Akku mit 6,4 Ah soll laut Hersteller bis zu 260 Minuten Betriebszeit ermöglichen. Im Test zeigt sich ein realistischeres Bild: Für unseren 56 m² großen Testraum, von dem der Matrix laut App 52 m² erreicht, benötigt er 68 Minuten und verbraucht dabei 56 % Akkuladung. Eingestellt waren Saugstärke Standard und Wischfeuchte auf Stufe 16. Hochgerechnet schafft er etwa 90 bis 100 m² mit einer Akkuladung im Misch-Modus. Bei reinem Saugen ohne Wischen reicht es deutlich weiter.
Die Ladedauer von 4,5 Stunden fällt allerdings lang aus. Bei niedrigem Akkustand kehrt der Roboter automatisch zur Station zurück und setzt nach dem Laden fort. Für Wohnungen über 150 m² muss man entsprechend Zeit einplanen.
Preis: Was kostet der Dreame Matrix 10 Ultra?
Der Dreame Matrix 10 Ultra kostet aktuell 1099 Euro bei Galaxus. Damit liegt der Roboter klar im Oberklasse-Segment, bleibt aber unter dem Roborock Saros 20.
Fazit
Der Dreame Matrix 10 Ultra ist ein technisch herausragendes Gesamtpaket mit einem echten Alleinstellungsmerkmal: Der automatische Mopp-Wechsel und die Reinigerdosierung aus drei Kammern sind in dieser Form einzigartig. Wer mehrere Bodentypen hat oder Bad und Wohnzimmer strikt getrennt reinigen will, bekommt hier eine Lösung, die kein anderer Roboter bietet. Die Saugleistung von 30.000 Pa überzeugt besonders auf Teppich, die Fahrmotoren sind die leisesten am Markt, die Navigation arbeitet souverän und vorsichtig.
Auf Hartböden zeigt sich aber die systembedingte Schwäche der Mopp-Technologie: Häufige Rückkehr zur Station, kein Frischwasser während der Fahrt. Dafür ist die Mopp-Pflege deutlich einfacher als bei Wischwalzen, und auf empfindlichem Parkett ist die geringere Feuchtigkeit ein Vorteil. Die App enttäuscht durch das seit Jahren bekannte Ruckel-Problem bei der Zonenauswahl, das Dreame längst beheben sollte – die Schwestermarke Mova hat es vorgemacht. Auch das fehlende 5-GHz-WLAN ist in dieser Preisklasse nicht mehr zeitgemäß.
Ob der Mopp-Aufzug zwingend nötig ist, muss jeder selbst entscheiden. Faszinierend und nützlich ist er allemal. Für 1099 Euro gibt es ein Premium-Paket mit einzigartigem Feature und sehr guter Reinigungsleistung.
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