Künstliche Intelligenz
Microsoft übertrifft Erwartungen, aber Börse bestraft schwächeren Cloud-Ausblick
Microsoft hat im vergangenen Quartal den Umsatz und die Gewinne erneut deutlich gesteigert, wobei die Cloud-Geschäfte die größten Wachstumstreiber bleiben. Die Nachfrage nach Cloud-Kapazitäten übersteigt weiterhin das Server-Angebot. Vordergründig wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen, aber nicht beim Ausblick. Hier zeigt sich der Konzern beim Cloud-Wachstum verhaltener als erhofft, sodass die Microsoft-Aktie im nachbörslichen Handel einen Dämpfer bekommt.
Weiterlesen nach der Anzeige
Dabei konnte Microsoft den Gesamtumsatz in den letzten drei Monaten des Jahres 2025 auf 81,3 Milliarden US-Dollar steigern. Das sind 17 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres, als Microsofts KI-Geschäfte in der Cloud den Umsatz angetrieben hatten. Branchenexperten hatten mit rund 80,3 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet. Auch Microsoft selbst war im letzten Herbst noch von einem Umsatz im Jahresendgeschäft zwischen 79,5 und 80,6 Milliarden Dollar ausgegangen.
Umsatz steigt, Gewinne sogar stärker
Der damit in mehrfacher Hinsicht unerwartet hohe Umsatz des im Dezember abgeschlossenen zweiten Quartals des Geschäftsjahres 2026 hat dazu geführt, dass der Betriebsgewinn im Jahresabstand um 21 Prozent auf 38,3 Milliarden Dollar und der Nettogewinn um sogar 60 Prozent auf 38,5 Milliarden Dollar angewachsen ist.
Der Umsatztreiber bleibt das Cloud-Business. Hier konnte Microsoft die Einnahmen gegenüber dem Vorjahr um 26 Prozent auf insgesamt 51,5 Milliarden Dollar steigern. Der Umsatz der sogenannten „intelligenten Cloud“ ist sogar um 29 Prozent gewachsen und stellt mit 32,9 Milliarden Dollar den größten Teil des Cloud-Geschäfts dar. Erstmals nennt Microsoft Nutzerzahlen von Microsoft 365 Copilot, dem KI-Assistenten für das Cloud-Office. Von den 450 Millionen M365-Abonnenten haben 15 Millionen die KI dazu gebucht. Hier besteht also Wachstumspotenzial.
Aussicht auf Cloud-Milliarden
Zudem berichtet Microsoft von ausstehenden Cloud-Buchungen im Wert von 625 Milliarden Dollar, die bislang nicht realisiert wurden. Das entspricht einem Plus von 110 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ist vor allem OpenAI zu verdanken. Im Rahmen neuer Partnerschaftsregeln von Microsoft und OpenAI haben sich die KI-Entwickler verpflichtet, Azure-Dienste im Wert von zusätzlich 250 Milliarden US-Dollar zu beziehen. Fraglich ist nur, wann OpenAI diese Cloud-Kapazitäten bucht und bezahlt, sodass diese Beträge bislang nicht in den Geschäftszahlen berücksichtigt sind.
Weiterlesen nach der Anzeige
Lesen Sie auch
Das Geschäft mit PC- und Gaming-Produkten stagniert dagegen. Der Umsatz mit Windows-Lizenzen und -Geräten ist nur um 1 Prozent gewachsen, bei Xbox-Inhalten und -Diensten verzeichnet Microsoft sogar einen Rückgang um 5 Prozent. Immerhin wurde der Umsatz mit der Suche (Bing) und News-Werbung um 10 Prozent gesteigert. Auch die Einnahmen des Karrierenetzwerks LinkedIn sind weiter gewachsen, nämlich um 11 Prozent.
Vorsichtige Prognose
Im Gespräch mit Investoren und Analysten gab Microsoft einen Ausblick auf die Ergebnisse des aktuell laufenden Geschäftsquartals. Laut CNBC erwartet der Konzern einen Umsatz zwischen 80,65 und 81,75 Milliarden Dollar, wobei dies im Mittel der von Beobachtern prognostizierten 81,2 Milliarden Dollar entspricht. Gleichzeitig wäre dies ein Anstieg von knapp 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Allerdings rechnet Microsoft mit einer Umsatzrendite von lediglich 45,1 Prozent, was unter den von Analysten erwarteten 45,5 Prozent liegt. Microsoft erwartet zudem ein Cloud-Wachstum von 37 bis 38 Prozent. Anleger könnten hier etwas mehr erhofft haben, sodass die Aktie im nachbörslichen Handel um rund 6 Prozent nachgegeben hat.
(fds)
Künstliche Intelligenz
Copyright-Ärger: Neuer KI-Videogenerator von Bytedance vorerst nur in China
Seedance 2.0 ist Bytedances neuester KI-Videogenerator. Das Unternehmen hinter der Social-Media-Plattform TikTok wollte ihn nach dem Start in China eigentlich auch bald in anderen Teilen der Welt zugänglich machen, doch daraus wird vorerst nichts. Denn diverse hyperrealistische Szenen aus der Software haben im Netz zwar viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, aber wohl auch den Zorn einiger großer Filmstudios und Streaming-Anbieter.
Weiterlesen nach der Anzeige
Das berichtet das Portal The Information unter Berufung auf informierte Kreise. Seit vergangenem Monat ist Seedance 2.0 in China für Unternehmen und Privatnutzer verfügbar. Auch auf X machten schnell wilde Szenen die Runde, etwa von einem Faustkampf zwischen Tom Cruise und Brad Pitt oder Darth Vader und Deadpool, die sich mit Laserschwertern duellieren.
Virale Clips und viel Ärger
Diese Clips brachten ByteDance auch eine weniger erfreuliche Resonanz: Post von Disney, Warner Bros. Discovery, Paramount Skydance und Netflix. Darin sollen sie das chinesische Unternehmen auffordern, Maßnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass sein KI-Modell Inhalte generiert, die ihre Urheberrechte verletzen. Charles Rivkin, CEO der Motion Picture Association, rief Bytedance in einem Statement ebenfalls dazu auf, Urheberrechtsverletzungen mit Seedance 2.0 zu unterlassen.
Mitte März sollte Seedance 2.0 eigentlich weltweit verfügbar werden. Zum einen als separate App für Nutzer außerhalb Chinas, zum anderen als API für die Nutzung durch Unternehmen. Doch daraus wird laut der Quellen von The Information vorerst nichts. Demnach steht nun erst einmal die Lösung rechtlicher Probleme im Fokus, ebenso die Implementierung von Leitplanken, die künftige Urheberrechtsverletzungen verhindern sollen.
In China führte Bytedance bei Seedance 2.0 jetzt Filter ein, welche die Erstellung urheberrechtsverletzender Clips verhindern sollen. Das funktioniert allerdings nicht so gut: Zahlende Nutzer beklagen sich zunehmend über abgelehnte Prompts, die mit keinerlei urheberrechtlich geschütztem Material in Zusammenhang stehen. Die Arbeit an passenden Schutzmaßnahmen geht indes weiter, doch der neue Termin für den weiltweiten Start von Seedance 2.0 bleibt unklar.
Weiterlesen nach der Anzeige
(nen)
Künstliche Intelligenz
Noch vor Ostern: Tankstellen dürfen Preise nur einmal am Tag erhöhen
Die Bundesregierung will als Reaktion auf Kritik an deutlichen Preissteigerungen an den Tankstellen das Kartellrecht verschärfen. Zudem bringt die Regierung die geplante neue Regel auf den Weg, dass Tankstellen nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen dürfen – und zwar um 12 Uhr. Für entsprechende Gesetzesänderungen wurde am Sonntag die Ressortabstimmung eingeleitet, sagte ein Sprecher der Bundesregierung.
Weiterlesen nach der Anzeige
Im Kartellrecht soll konkret die Missbrauchsaufsicht im Kraftstoffsektor verschärft werden. Dem Bundeskartellamt soll ermöglicht werden, einfacher gegen marktbeherrschende Unternehmen aus dem Kraftstoffbereich vorzugehen, wenn Hinweise auf unangemessen hohe Preise vorliegen. Zudem soll das Verfahren vereinfacht werden, um strukturelle Störungen des Wettbewerbs festzustellen und zu beheben.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte angekündigt, die Regierung prüfe eine Verschärfung der Missbrauchsaufsicht des Kartellamts beim Kraftstoffsektor, die zu verschärften Kontrollen bei Kosten und Preisen führen solle. Politiker hatten Mineralölkonzernen eine „Abzocke“ an Tankstellen vorgeworfen.
Reiche hatte außerdem die neue „Einmal-täglich-Regel“ an den Tankstellen nach österreichischem Vorbild angekündigt. Preissenkungen sollen beliebig oft erlaubt sein. Angestrebt wird, dass die neue Regel vor Ostern greift. Umstritten ist, ob die neue Regel preisdämpfend wirkt.
(nen)
Künstliche Intelligenz
Synchronsprecherin lehnt Netflix-Auftrag wegen KI-Klauseln ab
Namhafte deutsche Synchronstimmen von Hollywoodstars haben bei einem Treffen in München vor der Bedrohung ihrer Branche durch Künstliche Intelligenz gewarnt. Der Protest der Synchronsprecherinnen und Sprecher richtet sich vor allem gegen Vertragsklauseln bei Streamingproduktionen, unter anderem des Anbieters Netflix. Nach Angaben des Verbands Deutscher Sprecher:innen (VDS) ermöglichen es diese, bereits aufgenommene Stimmen zum Training von KI-Systemen zu nutzen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Viele Künstler würden diese Regelungen ablehnen und Verträge nicht unterschreiben. In der Folge gerieten erste Synchronproduktionen ins Stocken. „Ich bin nicht bereit, das Training einer Künstlichen Intelligenz zu unterstützen“, sagte Natascha Geisler der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie ist unter anderem die deutsche Synchronstimme für Jennifer Lopez und hat aufgrund der aktuellen Vertragsregelung von Netflix eine Synchronisation von Jennifer Lopez abgesagt. „Bei den neuen Netflix-Verträgen gibt es in diesem Punkt keine Möglichkeit, das auszuschließen. Man muss sich mit dem Training einverstanden erklären, um engagiert zu werden“, sagte Geisler.
„Ich bin kein Datenfutter“
Die Künstlerin kritisiert auch, dass das KI-Training nicht mit einem Honorarangebot verbunden sei. „In den Netflix-Verträgen ist an keiner Stelle schriftlich festgehalten, dass für das KI-Training eine gesonderte Vergütung vorgesehen ist.“ Bei diesem Training gehe es darum, alle Facetten des Schauspiels und der Intonation zu sammeln, sagte die Künstlerin. „Die KI soll lernen, wie unterschiedliche Emotionen klingen, um sie dann letzten Endes errechnen zu können. Ich bin aber weder Datenfutter noch werde ich dazu beitragen, dass mein Berufsstand in irgendeiner Form abgeschafft werden kann.“
Das Treffen in München, zu dem auch die deutschen Stimmen von Tom Cruise, Renée Zellweger, Cameron Diaz und SpongeBob erwartet wurden, hatte unter anderem der Verband Deutscher Sprecher:innen organisiert, der sich seit geraumer Zeit für eine gesetzliche Regulierung der KI-Nutzung einsetzt. Nur so könne eine unkontrollierte und illegale Nutzung der Stimmen unterbunden und die Qualität von menschengemachten Kunstwerken erhalten werden.
Netflix: „Wir halten uns an geltendes Recht“
Eine Sprecherin von Netflix sagte auf Anfrage der dpa, die Nutzung von KI durch das Unternehmen erfolge im Einklang mit geltendem Recht. Sie verwies auf Vereinbarungen, die ihr Unternehmen im vergangenen Sommer gemeinsam mit dem Bundesverband Schauspiel (BFFS) zu KI getroffen habe, um den Schutz von Sprecherinnen und Sprechern ausdrücklich zu stärken. Dazu gehöre unter anderem die klare Vorgabe, dass die Nutzung einer mittels KI generierten digitalen Nachbildung einer Stimme nur mit ausdrücklicher Zustimmung der betroffenen Sprecherinnen und Sprecher erfolgen dürfe.
Weiterlesen nach der Anzeige
Lesen Sie auch
(nie)
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenSchnelles Boot statt Bus und Bahn: Was sich von London und New York lernen lässt
-
Social Mediavor 2 WochenCommunity Management und Zielgruppen-Analyse: Die besten Insights aus Blog und Podcast
-
Social Mediavor 1 MonatCommunity Management zwischen Reichweite und Verantwortung
-
Künstliche Intelligenzvor 4 Wochen
Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test – Akku, WLAN, LTE & Solar
-
Social Mediavor 3 MonatenDie meistgehörten Gastfolgen 2025 im Feed & Fudder Podcast – Social Media, Recruiting und Karriere-Insights
-
UX/UI & Webdesignvor 1 MonatEindrucksvolle neue Identity für White Ribbon › PAGE online
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenAumovio: neue Displaykonzepte und Zentralrechner mit NXP‑Prozessor
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenÜber 220 m³ Fläche: Neuer Satellit von AST SpaceMobile ist noch größer
