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Missing Link: Die Vetreibung der Milliardäre aus dem Silicon Valley?


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das Jahr 2026 könnte eine deutliche Zäsur für das Silicon Valley bringen. Nicht nur tritt mit der „Senate Bill 53“ ab 1. Januar eine der weitreichendsten KI-Regulierungen innerhalb der Vereinigten Staaten in Kraft, es ist auch der Stichtag für einen weiteren, umstrittenen Gesetzesentwurf. Geht es nach den Befürwortern des „Billionaire Tax Act“, müssen alle Milliardäre, die vor dem 1. Januar 2026 in Kalifornien ansässig waren, ab 2027 einmalig fünf Prozent Steuern auf ihr Vermögen zahlen. Ziel der Initiative ist es, die Etatkürzungen durch Präsident Trump im Gesundheitsbereich auszugleichen.

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Ob es tatsächlich zu einer Ratifizierung des Gesetzes kommt, bleibt allerdings abzuwarten. Erst einmal müsste es durch ein Volksbegehren im November 2026 zur Wahl gestellt werden. Damit dies geschieht, müssten mehr als 900.000 Unterschriften gesammelt werden. Doch bereits jetzt hat die Diskussion dafür gesorgt, dass einige Milliardäre und ihre Firmen Kalifornien den Rücken gekehrt haben. Die beiden Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page beispielsweise haben zahlreiche Firmen nach Nevada und Florida verlegt – darunter jene Firmen, die ihre Yachten und Anteile an einem privaten Flughafenterminal verwalten. Auch der bekannte Investor Peter Thiel hat seine Firma „Thiel Capital“ als direkte Konsequenz nach Miami verlegt.

Seit Jahren kommt es bereits zu hochkarätigen Abwanderungen. Einer der wohl bekanntesten Umzüge aus Kalifornien dürfte die Verlegung des Tesla-Hauptquartiers aus dem Silicon Valley nach Austin in Texas sein. Die Stadt trägt bereits seit Anfang des Jahrtausends den Namen „Silicon Hills“. Nachdem Elon Musk selbst bereits im Jahr 2020 aus Los Angeles nach Austin gezogen war, folgte auch das Hauptquartier des Autobauers im Jahr 2021 endgültig. Zuvor hatte es eine Auseinandersetzung zwischen dem Milliardär und dem Staat über eine Fabrikschließung während der Corona-Pandemie gegeben.

Im selben Jahr zog auch der Software-Gigant Oracle von Kalifornien nach Austin. Als Grund nannte der Konzern damals, dass die flexibleren Arbeitsbedingungen ein großes Hauptquartier in Kalifornien überflüssig machen würden. Gründer und CEO Larry Ellison verlegte seine eigene Residenz nach Hawaii.




Was fehlt: In der rapiden Technikwelt häufig die Zeit, die vielen News und Hintergründe neu zu sortieren. Am Wochenende wollen wir sie uns nehmen, die Seitenwege abseits des Aktuellen verfolgen, andere Blickwinkel probieren und Zwischentöne hörbar machen.

Weniger dramatisch begründete Hewlett Packard Enterprises damals seinen Umzug nach Houston in Texas. Man flüchte vor den astronomischen Immobilienpreisen und wolle eine bessere Basis, um Talente rekrutieren zu können. Im Silicon Valley sind die Lebensunterhaltungskosten enorm.

Chevron, SpaceX und Twitter-Nachfolger X verlegten im Jahr 2024 ihre Hauptquartiere nach Texas. Neben der strikten regulatorischen Umgebung Kaliforniens sorgte ein weiteres Gesetz für den Umzug der beiden Unternehmen aus Musks Imperium. Das Gesetz „AB 1955“ verbietet es Angestellten einer Schule, die sexuelle Orientierung eines Kindes ohne dessen Zustimmung öffentlich zu machen. Elon Musk bezeichnete das Gesetz auf X sinngemäß als den Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Eine seiner eigenen Töchter ist transgeschlechtlich.

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Auch Palantir zog 2020 nach Denver in Colorado. In den Papieren zum Börsengang schrieb das Unternehmen damals: „Die Ingenieurselite des Silicon Valley mag mehr über die Entwicklung von Software wissen als die meisten anderen. Aber sie weiß nicht mehr darüber, wie die Gesellschaft organisiert sein sollte oder was Gerechtigkeit erfordert.“

Der US-Bundesstaat, der am stärksten von der Migration profitiert, ist Texas. Von 135 Firmen, die in den vergangenen Jahren ihr Hauptquartier dorthin verlegten, kamen 41,8 Prozent aus Kalifornien, zeigt der Bericht eines Immobilienunternehmens. Besonders profitiert hat dabei das sogenannte „Texas Triangle“, zwischen Dallas-Fort Worth, San Antonio/Austin und Houston. In Austin allein arbeiten 16,44 Prozent der Bevölkerung im Tech-Sektor, wobei fast 24 Prozent von ihnen im Sales-Bereich tätig sind. Die Region deckt dabei hauptsächlich Bereiche wie Fintech und die Halbleiter-Branche (Texas Instruments) ab, während in Houston besonders Firmen aus dem Energiesektor und Logistik-Bereich ansässig sind.

Im Gegensatz zur eher Hauptquartier-lastigen Region um Dallas, profitiert außerdem auch Phoenix in Arizona als einer der Produktionsstandorte von Halbleitern. Zu den ansässigen Firmen gehören neben Intel auch TSMC. Beide Regionen haben dabei vom „California Environmental Quality Act“, kurz CEQA, profitiert. Der zusätzliche regulatorische Aufwand erschwert die schnelle Fertigstellung von Projekten. Rund um Phoenix finden sich zudem einige Greentech-Unternehmen, zu denen ursprünglich auch Meyer Burger und Nikola gehörten. Beide Firmen sind mittlerweile allerdings insolvent.

Im benachbarten Utah verwandelt sich die „Silicon Desert“ nicht nur in die „Silicon Slopes“, auch die ansässigen Branchen verändern sich. Rund um Salt Lake City finden sich besonders Firmen aus dem Software-As-A-Service-Bereich sowie dem Fintech-Sektor. Zu den bekannteren Namen gehören beispielsweise Qualtrics (Hauptquarier in Provo, Utah) sowie große Niederlassungen von Adobe, Microsoft und Oracle.

Auch Colorado profitiert vom Geschäftsumfeld in Kalifornien. So hat sich Colorado Springs in den letzten Jahren als Cybersecurity-Hotspot etabliert. Maxar Technologies, eine Firma aus dem Feld der Radar- und Satelliten-Technologie verlegte ihren Firmensitz im Zuge eines Firmenzukaufs von Kalifornien nach Colorado.

Ein weiterer Bundesstaat, der dank seiner niedrigen Steuern in den vergangenen Jahren eine hohe Firmenzuwanderung erlebt hat, ist Florida. Besonders Investoren wie Peter Thiel und Firmen aus dem Crypto/Web3 und Fintech-Bereich zieht es in den Sunshine State. Eine besondere Rolle spielen dabei die Einkommens- und Kapitalertragssteuer. Während Kalifornien Kapitalerträge als reguläres Einkommen mit bis zu 13,3 Prozent besteuert, wird beides in Florida überhaupt nicht besteuert.

Washington State, Heimat großer Cloud-Anbieter wie Microsoft, Amazon Web Services und F5 Networks, kann keine Umzüge aus Kalifornien für sich verbuchen. Allerdings haben ohnehin schon viele der großen Anbieter, nebst den genannten, Vertretungen in Seattle und Umgebung. Dazu gehören sowohl Google und Meta als auch Oracle.

Zu weiteren wichtigen Tech-Hubs zählen Boston, mit Firmen wie Boston Dynamics, und New York. Dort haben bedeutende Tech-Firmen wie Google, Microsoft, Amazon und auch SAP große Niederlassungen. Dabei gilt der Staat als einer der Fokuspunkte für Berufseinsteiger. Rund 26 Prozent der dort Arbeitenden besetzen Junior-Positionen. Dem stehen knapp 56 Prozent mit einer Senior-Stelle gegenüber.

Muss sich Kalifornien, die laut Governor Gavin Newsom viertgrößte Marktwirtschaft der Welt ist, also Sorgen als bedeutender Standort machen? Mitnichten. Gerade im KI-Boom der letzten Jahre konnte sich das Silicon-Valley als absoluter Hotspot re-etablieren. Knapp sieben Prozent der Büroflächen werden allein durch KI-Firmen belegt. Eine ähnliche Entwicklung spiegelt auch der Jobmarkt wider. Ausschreibungen im KI-Bereich stiegen von 20 Prozent Mitte 2022 auf 42 Prozent im Juni 2025. Zudem fanden 70 Prozent der gesamten KI-Risikokapitalfinanzierung von 2019 bis heute ihren Weg in das Silicon Valley. Insgesamt konnten Startups aus Kalifornien rund 49 Prozent des gesamten Risikokapitalmarkts für sich beanspruchen, schreibt Carta, ein Unternehmen für Eigenkapitalmanagement.

Die momentanen Entwicklungen sprechen eher für das Entstehen eines „Hub-and-Spoke“-Modells, nachdem die Firmen ihre Hauptquartiere an Standorten mit niedrigen oder keinen Steuern haben. Ihre übrigen Standorte hingegen orientieren sich an der Verfügbarkeit von Talenten. Denn vollständig aus dem Silicon Valley zurückgezogen haben sich nur wenige Firmen. Gesetzt hat sich der Markt ohnehin nicht. Sowohl in Austin als auch in Houston kam es in 2024 zu einem Rückgang der Mitarbeiterzahl bei von Risikokapital finanzierten Startups von sechs beziehungsweise knapp 11 Prozent.

Und der „Billionaire Tax Act“? Sollte dieser zur Wahl gestellt werden, so hat Governor Newsom in einem Interview mit der New York Times bereits angekündigt, dafür zu sorgen, dass der Gesetzesentwurf abgelehnt wird. Andere Milliardäre sehen die Diskussion eher gelassen. „Wir haben uns entschieden, im Silicon Valley zu leben“, sagte Nvidia-CEO Jensen Huang in einem Bloomberg–Interview. „Und welche Steuern sie auch immer erheben möchten, so sei es.“ Er mache sich keine Sorgen, er sei darauf fokussiert, die Zukunft der KI zu entwickeln. Genau deswegen sei Nvidia im Silicon Valley: Die Talente seien dort. Bleibt abzuwarten, was passiert, falls die KI-Blase platzt.


(emw)



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IT-Recht im All: Der Orbit als digitaler Rechtsraum


Der Weltraum ist längst kein exotisches Spielfeld einzelner Raumfahrtnationen mehr, sondern ein intensiv genutzter digitaler Raum. Internetzugang, Navigation, Logistik, Wetterdienste, Finanzhandel und kritische Infrastruktur stützen sich auf Satelliten.

Mit New-Space-Akteuren, Megakonstellationen und cloudbasierten Diensten im Orbit verschiebt sich der Schwerpunkt von der klassischen Raumfahrttechnik hin zu IT-Fragen. Plötzlich stehen Firewalls, Verschlüsselung, Software-Updates und KI-Modelle im Mittelpunkt eines Rechtsgebiets, das ursprünglich Raketenstarts und Staatenhaftung regeln sollte.

  • Relevante Weltraumgesetze stammen noch aus analogen Zeiten, in denen Schäden an Satelliten physischer Natur und digitale Gefahren wie Datenintegrität oder fehlerhafte Software unbekannt waren. Hier klaffen rechtliche Lücken, die es zu schließen gilt.
  • NIS2 stuft Satelliten und Bodenstationen bereits als kritische Infrastruktur ein, die wie verteilte Rechenzentren zu behandeln ist. Ein geplanter EU Space Act zielt ebenfalls auf Cybersicherheit im Weltraum.
  • Der Weltraum ist zu einem Teil der weltweiten IT-Infrastruktur geworden. Entsprechend relevant sind Rechtsbereiche wie Datenrecht und Datenintegrität, Geschäftsgeheimnisse, KI, Haftung und geistiges Eigentum. Noch gibt es zahlreiche offene Fragen und Rechtsunsicherheiten. Hier ist schnellstens Regulierung gefragt.

Das Fundament des Weltraumrechts bilden weiterhin fünf UN-Verträge, allen voran der Weltraumvertrag von 1967 und das Haftungsübereinkommen von 1972. Der Weltraumvertrag legt Prinzipien fest wie friedliche Nutzung, Verbot der Aneignung von Himmelskörpern und internationale Verantwortung der Staaten für alle nationalen Weltraumaktivitäten. Er schreibt ausdrücklich fest, dass Staaten auch für private Betreiber haften und diese genehmigen und beaufsichtigen müssen.


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Ende einer Ära und Neuanfang – das VR-Beben bei Meta


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Diese Woche wurde Virtual Reality von der Realität eingeholt.

Das volle Ausmaß von Metas strategischer Kehrtwende ist noch nicht bekannt. Fest steht, dass es sich um die bislang größte Zäsur für die junge Industrie handelt.

Die VR-Branche war schon immer ein künstliches Gebilde, das zu weiten Teilen von Metas Investitionen lebte. Nach zehn Jahren und Verlusten in Milliardenhöhe ließ der Konzern diese Woche zum ersten Mal in aller Deutlichkeit erkennen, dass diese Aufwendungen nicht bedingungslos sind und ein jähes Ende finden können.


Tomislav Bezmalinovic

Tomislav Bezmalinovic

Tomislav Bezmalinović ist fasziniert von Gesichtscomputern aller Art. Seit 2025 schreibt er für heise online über die neuesten Trends im Bereich Smart Glasses, VR-Headsets und AR-Brillen.

Die jüngsten Ereignisse bedeuten weder das Aus für Metas VR-Sparte noch für Virtual Reality an sich. Aber für eine Branche, die stark von Mark Zuckerbergs Wohlwollen abhängt, könnten die neuen Signale eine gefährliche Kettenreaktion auslösen.

Verlieren Entwickler den Glauben an die Zukunft der Plattform, sinkt auch deren Bereitschaft, weitere Ressourcen in den Marktplatz zu stecken. Bleiben als Folge neue Anwendungen und Inhalte aus, verliert die Hardware ihr wichtigstes Kaufargument – mit gravierenden Folgen für das gesamte Ökosystem.

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Nachdem sich bereits Ende letzten Jahres drastische Sparmaßnahmen in Metas VR-Sparte abgezeichnet hatten, schlugen diese am Dienstag mit voller Wucht ein.

Der Konzern entließ rund 1.500 Angestellte der für Zukunftstechnologien verantwortlichen Reality Labs und schloss den Großteil seiner VR-Spielestudios. Bestätigt sind Armature Studio („Resident Evil 4“), Sanzaru Games („Asgard’s Wrath 2“) und Twisted Pixel („Marvel’s Deadpool VR“). Camouflaj, das Team hinter dem preisgekrönten „Batman: Arkham Shadow“, wurde auf ein Rumpfteam reduziert und wird keine neuen VR-Spiele mehr entwickeln. Zudem stellte Meta die Weiterentwicklung der Fitness-App „Supernatural“ ein, was Fragen zur Zukunft des verantwortlichen Studios Within aufwirft. Ready at Dawn („Lone Echo“) und Downpour Interactive („Onward“) hat Meta bereits 2024 und 2025 geschlossen.

Damit ist von Metas neun VR-Studios kaum mehr als ein kleiner Rest geblieben. In Entwicklung befindliche Titel, darunter eine Fortsetzung von „Batman: Arkham Shadow“, wurden eingestampft. Auch die Förder- und Inkubatorprogramme für externe Studios, eine wichtige Lebensader des Ökosystems, wurden angeblich gestrichen. Damit steht fest, dass sich Meta aus der VR-Spielentwicklung zurückzieht.

Metas oft belächelte Metaverse-Plattform „Horizon Worlds“ wird künftig primär auf Mobilgeräte statt auf VR-Brillen zugeschnitten, in der Hoffnung „Roblox“ und „Fortnite“ Marktanteile abzujagen. Ein Vorhaben, das angesichts der übermächtigen Konkurrenz zum Scheitern verurteilt scheint.

Die Sparmaßnahmen trafen auch andere Bereiche der VR-Sparte: Meta hat die hauseigene VR-Meeting-App und das Enterprise-Geschäft mit Quest-Geräten eingestellt. Da seit Dienstag fast täglich Meldungen über neue Streichungen die Runde machen, wäre es keine Überraschung, wenn in den kommenden Tagen weitere Projekte und Programme bekannt würden, die dem Rotstift zum Opfer gefallen sind.

Vor einigen Jahren sah die Situation noch ganz anders aus. Meta Quest 2 verkaufte sich millionenfach. Viele Entwickler und Studios konnten auf der Quest-Plattform eine wirtschaftliche Existenz aufbauen und in Projekte für die nächste Hardware-Generation investieren.

Doch seit dem Ende der Pandemie ging das Interesse an VR-Brillen kontinuierlich zurück. Auch Playstation VR2, Meta Quest 3 und selbst Apple Vision Pro konnten diesem Trend wenig entgegensetzen. Ein Großteil der Branche lebt nach wie vor von der Quest-Plattform und dem Verkauf von Spielen. Doch gerade dieser Sektor hat in den vergangenen Jahren einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen.

Viele VR-Nutzer, die Meta Quest 2 zum Erfolg verholfen haben, sind von der Plattform abgewandert. An ihre Stelle sind Kinder und Jugendliche getreten, die neue Arten von Spielen mit Free-to-Play-Geschäftsmodell bevorzugen. Nachlassendes Interesse, veränderte Konsumgewohnheiten und Metas eigene Plattformpolitik haben die VR-Branche in eine Krise geführt, die sich in Entlassungen und Studioschließungen seitens unabhängiger Studios niederschlug. Auch die von Meta stillschweigend geduldete Piraterie dürfte zu dieser schleichenden Misere beigetragen haben.

Gleichzeitig konnten sich viele VR-Studios überhaupt nur dank Metas jahrelanger Unterstützung so lange über Wasser halten: Der Konzern trug zur Finanzierung neuer Projekte bei und garantierte Studios über deren Teilnahme am Spiele-Abodienst „Horizon+“ regelmäßige Einnahmen. Diese prekäre Situation verweist auf ein tiefer sitzendes Problem: Metas schrankenlose VR-Subventionierung, die neben Entwicklerförderung auch andere Bereiche betrifft.

Mit Dumping-Preisen für Quest-Gerät gewann Meta rasch die Führungsposition auf dem VR-Markt, gewöhnte Konsumenten aber auch an unrealistisch niedrige Preise und verzerrte die tatsächliche Nachfrage. Konkurrenten, die für einen gesunden Wettbewerb hätten sorgen können, wurden vom Markt gedrängt. Gleichzeitig investierte Meta Milliarden in den Zukauf von VR-Studios, um mit exklusiven VR-Spielen den Abverkauf von Hardware zu beschleunigen. Doch selbst hochwertige und mit viel Aufwand produzierte Lizenztitel wie „Batman: Arkham Shadow“ (2024) und „Marvel’s Deadpool VR“ (2025) konnten nichts an den rückläufigen Absätzen des Jahres 2025 ändern. Es war daher nur eine Frage der Zeit, bis Meta die Reißleine ziehen würde.

„Dieses Jahr wird wahrscheinlich entscheiden, ob all unsere Arbeit als visionärer Durchbruch oder als legendäres Missgeschick in die Geschichte eingehen wird“, schrieb Reality-Labs-Leiter Andrew Bosworth Ende 2024 an seine Angestellten. Ein Jahr später ist das vorläufige Urteil gefallen.

Unter VR-Entwicklern ist Meta berüchtigt für häufige Strategiewechsel und die Neigung, Trends hinterherzujagen. Angesichts der jüngsten Einschnitte stellt sich die Frage, ob der Konzern hier nicht vorschnell und endgültig Brücken niederbrennt. Eine moderatere Förderung und realistischere Erwartungen seitens Meta hätten den Aufprall von dieser Woche abfedern können, der nun zu einem unwiederbringlichen Verlust an Vertrauen, Wissen und Talent führen wird.

Die aktuelle Entwicklung hat jedoch auch positive Seiten: Die VR-Branche hat sich von dem durch Meta selbst befeuerten Metaverse-Hype der Pandemie-Jahre verabschiedet. Sie soll sich künftig langsamer und organischer, aber mit mehr Bodenhaftung und Nachhaltigkeit entwickeln. Bei Meta ist inzwischen die wertvolle Einsicht gewachsen, dass Hard- und Software schlicht noch nicht ausgereift genug sind, um den VR-Markt bedeutend zu vergrößern.

Von einer vollständigen Abkehr von Virtual Reality seitens Meta zu sprechen, wäre jedenfalls verfrüht. Für Reality Labs arbeiten noch immer mehr als 10.000 Angestellte, darunter viele an VR-Hardware. Berichten zufolge ist auch eine neuartige VR-Brille mit dem vielsagenden Codenamen „Phoenix“ in Entwicklung.

Nachdem weder kabellose VR und günstige Geräte noch hochwertige Inhalte einen breiteren Markt für VR-Brillen erschließen konnten, nimmt sich Meta einer weiteren Hürde an: dem Formfaktor und Gewicht. Das neue Gerät soll um ein Vielfaches kompakter und leichter als aktuelle VR-Brillen sein. Im Einklang mit Metas Ziel, ein nachhaltigeres VR-Geschäft zu etablieren, wird künftig auf Subventionen verzichtet und das Gerät vermutlich deutlich teurer ausfallen als bisherige Quest-Modelle. Bei der Vermarktung dürfte sich der Fokus weg vom Gaming hin zu Arbeit und Medienkonsum verschieben. Als Erscheinungstermin wird 2027 angepeilt.

Sollte auch dieser Versuch hinter Metas Erwartungen zurückbleiben, könnte es eng für die VR-Ambitionen des Konzerns werden. Schon jetzt ist eine Umverteilung der Investitionen in das Smart-Glasses-Geschäft im Gange. Ein Bereich, in dem Meta ein deutlich größeres Marktpotenzial sieht.


(tobe)



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Podcatcher: 10 Podcast-Apps für Apple-Geräte im Test


Fundierte Diskussionen zu politischen Themen, nerdiges Gequassel über Hobbys, die Aufarbeitung historischer Kriminalfälle, Tipps für die Erziehung oder zur Aufzucht und Pflege von Haustieren – zu fast jedem Thema finden sich mittlerweile zahlreiche Podcasts. Der Begriff entstand Anfang der 2000er-Jahre aus den Worten „iPod“ und „Broadcast“.

Die Medienschaffenden, die ihn erstmals verwendeten, hatten dabei durchaus Apples iPod im Sinn, der digitale Audios komfortabel mobil nutzbar machte. 2005, also vor nunmehr 20 Jahren, nahm Apple das Format in seine iTunes-Medienbibliothek auf und etablierte es damit vollends.

  • Die kostenlose Podcast-App von Apple deckt viele Bedarfe ab.
  • Konkurrenten wie Overcast punkten unter anderem mit dem Export von Clips oder ganzen Folgen.
  • Downcast, iCatcher und Pocket Casts bieten übersichtliche Orga-Funktionen.
  • OPML-Dateien ermöglichen den Umzug oder Wechsel zwischen Clients.

Später kamen Podcasts über die gleichnamige eigenständige App auf den Mac sowie auf iPhone und iPad, die Watch und natürlich nach wie vor auf den iPod. Wer sich mit Apples Standard-App nicht anfreunden kann, findet im App Store viele alternative Podcast-Clients.


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