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Munich creative business week 2026: Playground of Possibilities › PAGE online


Save the date für die »munich creative business week«! Die mcbw vom 4.–10. Mai 2026 ist Deutschlands größter Designevent.

Munich creative business week 2026: Playground of Possibilities › PAGE onlineBild: mcbwSeit 2012 von bayern design veranstaltet, bringt die mcbw jährlich zahlreiche Menschen aus Gestaltung, Architektur und Wirtschaft für eine Woche voller Inspiration, Austausch und Zusammenarbeit zusammen. Über 65.000 Besucher:innen aus mehr als 17 Ländern erleben 200+ Events und 8 Installationen in der ganzen Stadt. Mehr als 200 Partner machen die mcbw zu einem Zentrum für Ideen, Dialog und Networking.

Unter dem Jahresthema »Playground of Possibilities« zeigt die mcbw, wie Design Innovationen antreibt und neue Denkweisen eröffnet. Sieben Tage lang verwandelt sich München in eine lebendige Plattform mit Ausstellungen, Installationen, Vorträgen, Workshops und Führungen über zahlreiche kreative Disziplinen hinweg.

Das Jahresthemen steht ganz im Zeichen unserer Zeit: Gerade in einer komplexen und unsicheren Welt bietet Design die Chance, zu experimentieren, zu gestalten und die Zukunft spielerisch und sinnlich mitzubestimmen.

Das Programm ist live

Lass dich vom vielfältigen Programm inspirieren und wähle aus den unterschiedlichen Designdisziplinen und Gestaltungsbereichen genau die Events, die dich am meisten interessieren.

Großformatiges, farbenfrohes Werbeplakat der Munich Creative Business Week steht als Installation auf einer breiten Münchner Straße zwischen historischen Gebäuden. Das Plakat zeigt abstrakte Formen in Lila, Grün, Gelb und Rot sowie den Schriftzug „Playground of Possibilities“ und das Datum „04–10 May 2026“. Sonnenstrahlen fallen von oben ins Bild, während Passant:innen vorbeigehen und eine urbane, lebendige Atmosphäre entsteht.Bild: © 2021 LÉROT / Leon Greiner

Hier geht’s zum Programm

Entdecke die Aktionen im öffentlichen Raum

Zur mcbw bespielt das Architekturkollektiv Studio Carraldo die Südwiese der Alten Pinakothek gleich mit zwei Holzinstallationen: Cappella del Suono – eine begehbare Struktur – und Delulu, ein spielerisches Labyrinth. Beides offen, experimentell und zum Mitmachen! Studio adpa lässt den Rindermarkt durch Inflatables und flexible Sitzmöglichkeiten zum Kunstwerk werden, und die Ausstellungscontainer der IU Internationale Hochschule und der TH Nürnberg laden zu interaktiven Ausstellungen am Viktualienmarkt am Königsplatz ein.

Leuchtende Installation aus vertikal angeordneten Holzstäben steht nachts auf einer Wiese und bildet eine offene, kubische Struktur. Warmes Licht strahlt aus dem Inneren und beleuchtet das Gras darunter. Im Hintergrund ist ein klassizistisches Gebäude mit beleuchteten Fenstern zu sehen, daneben Bäume und eine Bank – die Szene wirkt ruhig und atmosphärisch.Bild: munich creative business week
Große, bunte, aufblasbare Skulptur aus runden und kegelförmigen Elementen in Lila und Orange steht auf einem Münchner Platz. Mehrere Kinder spielen und klettern darauf, während ein Erwachsener daneben sitzt. Im Hintergrund sind historische Gebäude, ein kleiner Marktstand und Passant:innen zu sehen, die durch die Straße gehen. Die Szene wirkt lebendig und familienfreundlich.Bild: munich creative business week

Hier geht’s zu den Aktionen im öffentlichen Raum

Design Summit 2026

Am 4. Mai 2026 findet der Design Summit statt – ein Highlight der mcbw. Freut euch auf ein Event, bei dem Designer:innen, Macher:innen und Vordenker:innen aus aller Welt zusammenkommen, um das Jahresmotto Playground of Possibilities aus neuen Perspektiven zu beleuchten. Letzte Tickets sind noch verfügbar.

Großer, moderner Veranstaltungsraum mit ansteigenden Sitzreihen und vielen Besucher:innen, die applaudieren. Das Publikum sitzt dicht beieinander, viele tragen Namensbadges und blicken nach vorne zur Bühne (nicht im Bild). Im Hintergrund sind Kameras, Glaswände und eine offene Galerieebene zu sehen, die dem Raum eine industrielle, lichtdurchflutete Atmosphäre geben.
mcbw – design summit 12.05.2025 Bild: Hannes Rohrer

Infos zum Design-Summit-2026

Masterclass mit renommierten Designer:innen

In vier exklusiven Masterclasses geben die Designer:innen Mirko Borsche, Ana Relvão, Gerhardt Kellermann, Steffi Bauer, Michael Geldmacher und Stefanie Kubanek persönliche Einblicke in ihre Arbeitsweise und ihren Werdegang. Schüler:innen, Studierende und Young Professionals haben die Möglichkeit, sich für einen Platz zu bewerben und die Designpraxis in den jeweiligen Studios hautnah zu erleben.

Heller, liebevoll eingerichteter Kreativarbeitsraum mit großem Arbeitstisch in der Mitte. Eine Frau steht am Tisch und arbeitet mit Skizzenbuch und Materialien. Auf dem Tisch liegen Pinsel, Farben und Bücher, darunter stehen Hocker. Die Wände sind mit vielen kleinen, farbenfrohen Illustrationen und gerahmten Zeichnungen dekoriert. Regale und Aufbewahrungsboxen mit weiteren Materialien unterstreichen die kreative, persönliche Atelier-Atmosphäre.Bild: Constantin Mirbach

Infos zu den Masterclasses

Creative Morning Sessions in der mcbw base

Die beliebten Creative Morning Sessions finden in einer neuen Auflage im mcbw base statt: Talks, Frühstück, Kaffee, Inspo, Austausch – sei dabei! Beiträge kommen von Andreas Enslin (LösungsNetz), Designworks, Efrat Friedland (materialscout) und Viki Lund (Studio Viki Lund).

Premiere: Der mcbw hub wird zum Design Shop

Zum ersten Mal eröffnet die mcbw einen Design Pop-Up Store im Ruffinihaus mitten in der Münchner Altstadt. Hier zeigen wir eine kuratierte Auswahl einzigartiger Designstücke mit Haltung – zusammengestellt von FrischesDesign / Edition MUC. Kommt vorbei, entdeckt Design aus Bayern und lasst euch inspirieren.

Mehrere Stapel farbenfroher Flyer und Postkarten der Munich Creative Business Week liegen auf einem Marmortisch. Eine Person greift in eine Stofftasche und legt weiteres Material dazu. Die Drucksachen zeigen abstrakte Formen und den Schriftzug „Playground of Possibilities“ sowie das Datum „04–10 May 2026“. Im Hintergrund steht eine kleine Vase mit Blumen.Bild: Sophie Wanninger

Infos zu Design Pop-Up Store

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Selbstbewusster bluten jetzt auch mit o.b. › PAGE online


»Für alle Tage«: Die erste Kampagne der Ogilvy Group Germany für o.b. ist erschienen. Sie hat Energie und holt die weltweit äußerst erfolgreiche Tamponmarke ins Jetzt – und auf einen Boden, den andere zuvor bereitet haben.

Selbstbewusster bluten jetzt auch mit o.b. › PAGE onlineBild: Tian.sthr

Schicke Menstruationsunterwäsche von Ora, in der sich leicht bekleidete, illustrierte Damen rekeln, coole Menstruationscups, juicy »Lippenbekenntnisse« von BBDO und sogar Pantone hat bereits vor Jahren ein Menstruationsrot herausgebracht, um zu unterstützen, dass ohne Scham über Menstruation gesprochen wird.

Jetzt zieht o.b., eine der größten Marken in Sachen Menstruation weltweit, nach. Unglaubliche zwei Milliarden Tampons werden jährlich in Wuppertal-Heckinghausen hergestellt und in mehr als 40 Länder exportiert.

1950 gegründet, hat sich o.b. (dessen Abkürzung für »ohne Binde« steht) in der Kommunikation bisher ganz auf seine Rolle als Klassiker verlassen. Die Marke hat sich in verschiedenen Blautönen präsentiert, mit einem leicht frischen, aber vor allem klinischen Touch. Abgesehen von Limited Editions sind die Tampons bis heute dezent verpackt.

Doch das Verhältnis zum weiblichen Körper hat sich verändert. Junge Marken sind auf den Markt gestürmt, die sich vehement gegen die Scham stemmen, mit der die Menstruation so lange belegt war, die sich augenzwinkernd, frech oder auch mal freizügig geben.

Und o.b. zieht jetzt nach.

ob, ob, ob …

Nachdem WPP, die Agenturgruppe zu der die Ogilvy Group gehört, den globalen Etat von Kenvue, dem weltweit umsatzstärksten Anbieter im Bereich Consumer Health, gewonnen hat, zu dem o.b. gehört, ist jetzt die erste große Kampagne erschienen.

Und das für Deutschland, Tschechien, Polen, Ungarn und die Slowakei – und mit der neuen Markenplattform »o.b. für
alle Tage«.

Das Team, das sie entwickelt hat, bestand aus Kreativen von Ogilvy, thjnk und loved und wendet sich besonders auch an junge Frauen und die folgenden Generationen.

Das o.b. dabei in ein »ob« zu verwandeln, was sich mannigfach wiederholt, ist eine clevere Idee.

»ob Durchhängen, ob Durchziehen, ob Hitzewellen, ob Druckwellen, ob, ob, ob … o.b.» heißt es in der Kampagne, die verschiedene Gemütszustände, die man während der Menstruation haben kann, anspricht.

Schön platziert in einem der Spots ist das T-Shirt einer jungen Frau mit dem wohlbekannten, feministischen Spruch »Anything you can do, I do bleeding«.

Das Türkisblau, für das o.b. so bekannt ist, wird jetzt mit einem kräftigen Rot kombiniert und rückt so ein wenig von dem klinisch-sauberen Image der Marke ab – und in eine Zeit hinein, in der die Menstruation längst kein Tabu mehr ist.

Ganz im Gegenteil wird Menstruation als Teil der Selbstermächtigung gefeiert.

Und da ist o.b. jetzt auch dabei. Das ist nicht revolutionär, aber es war Zeit.



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Berlin Design Week 2026: Design braucht eine laute Stimme, lauter als bisher › PAGE online


Der Auftakt brachte abwechslungsreiche Themen und gegensätzliche Meinungen an einen Tisch. Mit der Hauptstadt im Fokus ging es um konkrete Wünsche an die Designszene – auch über die Stadtgrenzen hinaus. Die zahlreichen Wortmeldungen aus dem Publikum machten das Panel wunderbar lebendig!

Berlin Design Week 2026: Design braucht eine laute Stimme, lauter als bisher › PAGE online
v. l. n. r.: Ake Rudolph (IDZ), Regina Hanke (BEDA), Julia Krüger (Senior Innovation Manager Kreativ- und Medienwirtschaft, Berlin Partner), Dara Sepehri (Deutscher Designtag), Alexandra Klatt (state of DESIGN GmbH, Berlin Design Week) // Foto: PAGE-Redaktion

 

20 Jahre Berlin UNESCO City of Design, 10 Jahre Berlin Design Week. Wenn das kein Grund zum Feiern, Netzwerken und Debattieren ist! Am Donnerstag startete die Berlin Design Week in Kreuzberg in der »Macherei« unter dem Motto »Design Real«. In Zeiten, in denen sich wahnsinnig viel verändert und alles ständig in Bewegung ist, scheint dieses Motto mehr als passend – wenn nicht gar absolut notwendig. Denn wir müssen reden: über alles, was sich bewegt, was Design heute eigentlich ist und wo Gestaltung verortet sein kann.

Beim Auftakt der Berlin Design Week hatte sich am vergangenen Donnerstag im Anschluss an die Short Bits zum »Design Day Panel« eine Runde unterschiedlicher Stakeholder auf der Bühne zusammengefunden.

Unter der Moderation der Gründerin und Leiterin Alexandra Klatt (state of DESIGN GmbH, Berlin Design Week) diskutierten Julia Krüger (Senior Innovation Manager Kreativ- und Medienwirtschaft, Berlin Partner), Dara Sepehri (Deutscher Designtag), Regina Hanke (BEDA) und Ake Rudolph (IDZ).

Design-Lobby, Design-Disziplinen, Design-Strategien

Und es wurde rege debattiert! Über Politik, Forschung und Design und natürlich über die Schnittstellen dazwischen. Während des Panels ging es stets hin und her, zwischen Themen, zwischen den Sprecher:innen und auch – besonders erfreulich! – zwischen Publikumsmeldungen. Es bestand ein sehr großes Interesse daran, Meinungen auszutauschen und über verschiedene Fragen zu diskutieren: Was kann die so unterschiedlichen Design-Disziplinen, mit denen wir es zu tun haben, trennen, aber was eint sie gleichermaßen? Ist Design eher ein offenes Feld oder bleiben es »abgegrenzte« Disziplinen? Wer ist eigentlich die »Design-Lobby«, wenn die Designwirtschaft in Deutschland so fragmentiert ist? Die eine Person kann es ja gar nicht geben. Manche mochten übrigens den Begriff Lobby weniger gern.

Und weiter: Was kann Design für Strategien entwickeln, um Brücken in den Markt zu bauen? Welche Vision von Design gibt es für die Zukunft? Es wurde dazu beispielsweise kommentiert, dass es die eine Vision nicht geben könne, weil Designer:in X aus einem Großkonzern völlig andere Bedürfnisse hat als Designer:in Y aus dem Freelance-Bereich.

Es gab noch viele weitere Fragen, die in diesem Rahmen nur angeschnitten werden konnten. Eines wurde jedoch klar: Der Bedarf an Austausch ist groß, da viel Umbruch und Unsicherheit herrschen.

Ist Berlin cool als Designstandort?!

Die Stimmen aus dem Publikum zeigten: Für die einen ist Berlin gar kein cooler Designstandort, für die anderen eben doch. Viele Kreative empfinden die fragmentierte Landschaft als anstrengend und unübersichtlich. Gleichzeitig bewegt sich enorm viel: Vor allem die New-Media-Szene sei in Berlin stark aufgestellt, und auch die Pictoplasma wurde als wegweisende, wichtige Veranstaltung hervorgehoben.

Die Hauptstadt musste allerdings auch Kritik einstecken und wurde als hässlich bezeichnet, was gewissermaßen stimmt, aber eben stark davon abhängt, wo genau man sich gerade befindet. Sicher ist, dass Berlin als Designstandort eigensinnig ist und – wie es eine Stimme aus dem Publikum charmant ausdrückte – ein gutes Herz hat. Manche lieben sie, manche weniger. Aber genau das macht die Stadt zu einem pulsierenden Ort, der immer wieder Zündstoff für Diskussionen parat hält.

Wünsche an die Designszene

Letztlich konnten viele gestellte Fragen natürlich nur in Teilen oder nicht richtig final beantwortet werden, was in einem circa einstündigen Panel auch nicht das primäre Ziel ist. Wichtig ist schließlich, die Fragen überhaupt zu stellen. Passend dazu forderte Moderatorin Alexandra Klatt die Runde zum Abschluss auf, ihre konkreten Forderungen an die Kreativbranche zu formulieren. Heraus kamen einige konkrete Wünsche! Darunter:

Alle Designschaffenden sollten ein Teil von Designverbänden, Netzwerken oder Kreativ-Communitys sein und so einen kleinen Beitrag zur Kreativwirtschaft und die gesamte Netzwerkkultur leisten. Gewünscht wird außerdem eine Strategie, um Design und die Szene zu transformieren und weiter voranzutreiben. Denn Design kann und sollte Brücken in die Märkte bauen. Und wir müssen uns weiter die Frage stellen, wo Design in der Zukunft Mehrwert schaffen kann. Es braucht lokal bezogen obendrein eine Art »Berlin-Strategie«.

Das Wichtigste überhaupt: Design braucht zukünftig eine sehr laute Stimme. Lauter als bisher.



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Signal des Aufbruchs? FDP kehrt zur bewährten visuellen Identität zurück – Design Tagebuch


Die FDP hat sich auf ihrem Bundesparteitag in Berlin personell und visuell neu aufgestellt. Vor dem Hintergrund des eingeleiteten Reformprozesses präsentiert sich die FDP mit veränderter visueller Identität. Bereits zu früheren Zeiten verwendete, nun wieder reaktivierte Gestaltungsmittel wie die Farbgebung Blau-Gelb sollen Aufbruchstimmung verbreiten.

Der 77. Ordentliche Bundesparteitag der FDP war geprägt von personellen Weichenstellungen und strukturellen Veränderungen. Mit 59,3 Prozent der Delegiertenstimmen ist der 74-jährige Wolfgang Kubicki zum neuen Vorsitzenden der FDP gewählt worden. Nachdem die Partei bei vergangenen Wahlen herbe Niederlagen verkraften musste, steht sie vor einem Neuanfang. Auch im Visuellen vollzieht die FDP einen Wandel. Die Parteiführung beschreibt den Prozess als Erneuerung „aus der Partei heraus“. FDP-Vize Svenja Hahn spricht von einer „Antwort auf den Wunsch der Basis nach einer modernen, schlagkräftigen und einladenden FDP“.

Das neue visuelle Erscheinungsbild knüpft stark an die Tradition des früheren Corporate Designs der Partei an und vermittelt damit, in einer Phase des politischen Neustarts, eine gewisse Kontinuität. „Neustart Deutschland“ lautet auch der Titel des Leitantrags, mit dem die Partei ihren Anspruch als „Reformmotor in Deutschland“ formuliert.

Neustart mit bewährten Mitteln

Bei ihrem visuellen Wandel setzt die Partei klar auf Rückbesinnung. Im Zentrum steht ein neues Parteilogo. Zuletzt hatte die FDP ihr Corporate Design 2015 umfassend überarbeitet und bei diesem Schritt auch ihr Parteilogo geändert (dt berichtete). Auf eine Slab-Serifenschrift (PMN Caecilia) folgt nun eine kräftige Groteskschrift.

Viele Unternehmen und Marken sind in den letzten Jahren zu ihren früheren Logos/Signets zurückgekehrt und versuchen auf diese Weise die Marke zu emotionalisieren. Volkswagen, Pepsi, Burger King, Bahlsen, Reebok, Pizza Hut und viele andere Marken dokumentieren eine regelrechte Rückbesinnungswelle, von der zuletzt auch der VfL Wolfsburg erfasst wurde. In Zeiten, in denen immer mehr Menschen ihren Alltag als unübersichtlich, unwägbar und unsicher empfinden, sehnen sich viele nach Verlässlichkeit und Stabilität. Marken fungieren als eine Art Vertrauensanker. Auch die FDP folgt dem Prinzip „Back to the Roots“.

FDP Logo – vorher und nachher, Bildquelle: FDP, Bildmontage: dt
FDP Logo – vorher und nachher, Bildquelle: FDP, Bildmontage: dt

In dem von der FDP bis 2015 genutzten Parteilogo (Abb. ganz links) sind die Lettern in der von Kurt Weidemann gezeichneten Corporate S gesetzt. Das in den Jahren 2015 bis 2026 verwendete Logo mit ausgeschriebener Wortmarke „Freie Demokraten“ basiert auf der Slabserife PMN Caecilia. Jetzt wechselt die Partei wieder auf eine Groteskschrift.

Das FDP-Kürzel ist fortan in den fetten, serifenlosen Lettern eines Helvetica-Derivats gesetzt. Im Webauftritt unter fdp.de ist das Logo blau auf weißem Grund dargestellt, während als Profibild ein gelbes FDP-Kürzel auf blauem Grund verwendet wird. Enge Zeichenzwischenräume verstärken die Robustheit. Die Schlichtheit der Zeichen signalisiert einen funktionalen Pragmatismus.

Als ergänzende Hausschrift setzt die FDP künftig auf die Public Sans (entworfen von USWDS, Dan Williams, Pablo Impallari, Rodrigo Fuenzalida). In den von der Partei am Wochenende veröffentlichten Social Posts sind Texte und Überschriften in dieser modernen Groteskschrift gesetzt.

Auch beim Farbspektrum setzt die Partei bewusst auf frühere und vertraute Codes. Blau und Gelb fungieren wieder als Primärfarben, wie schon zur Ära von Guido Westerwelle (2001–2011) oder von Hans-Dietrich Genscher (1974–1985). Magenta und Cyan, unter dem Vorsitz von Christian Lindner eingeführt, haben ausgedient.

Im Zuge der Einführung des Erscheinungsbildes der Lindner-Ära im Jahr 2015 und der Umstellung auf Gelb, Magenta und Cyan als Parteifarben kommentierte Kubicki damals: „Gelegentlich muss man mal die Tapeten wieder neu streichen oder überkleben, um festzustellen, in was für einer tollen Wohnung man lebt“. Das aktuelle Redesign wurde weder im Rahmen des Bundesparteitages eingehend thematisiert, noch wurde dem veränderten Erscheinungsbild seitens der Partei eine Pressemeldung gewidmet. Eine Anfrage an die Pressestelle wurde bislang nicht beantwortet.

FDP Claim: „Wo Freiheit ist, ist alles möglich.“, Quelle: FDP
FDP Claim: „Wo Freiheit ist, ist alles möglich.“, Quelle: FDP

Der Weg des Neuanfangs beginnt für FDP mit der Rückkehr zum Bekannten. Neue Stilelemente gibt es auch, wie den Orange-Gelb-Blau-Farbverlauf, der Sonnenaufgangsstimmung verbreiten und so den personellen und inhaltlichen Neustart auf der visuellen Ebene unterstreichen soll (Abb. oben).

Als neuen Marken-Claim setzt die Partei künftig auf: „Wo Freiheit ist, ist alles möglich“.

Ob der personelle Wechsel verbunden mit dem visuellen Wandel politisch Wirkung entfalten kann und eine Rückkehr in die Parlamente gelingt, wird sich zeigen. In Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern stehen im Herbst Landtagswahlen an. Bis dahin will die Partei ein neues Grundsatzprogramm beschließen.

Wie bewerten dt-Leser das Design? Kann vom neuen visuellen Erscheinungsbild der FDP ein Signal des Aufbruchs ausgehen oder ist die vollzogene Rückkehr zum Bewährten der falsche kommunikative Ansatz? #Diskussion

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