Künstliche Intelligenz
Musik-Business: Universal schließt Tech-Pakt mit TikTok gegen unautorisierte KI
Die Musikindustrie erfindet sich im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz gerade neu. Im Zentrum der Transformation steht die Universal Music Group (UMG), der unangefochtene Marktführer im globalen Musikgeschäft. Nach intensiven Verhandlungen hat das Label jetzt eine neue, mehrjährige strategische Lizenzvereinbarung mit der Video-Plattform TikTok geschlossen.
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Der weltweite Deal soll die bestehende, erst nach einem langem, mit harten Bandagen ausgetragenen Streit 2024 ausgehandelte rechtliche Lösung grundlegend vertiefen. Er ist auch ein Zeichen dafür, wie die Branche versucht, den Spagat zwischen technologischem Fortschritt und dem Schutz von Urheberrechten zu meistern. Im Fokus der Kooperation stehen KI-Schutzrechte für Künstler sowie neue Wege der kommerziellen Verwertung.
Die erweiterte Vereinbarung sichert der globalen TikTok-Community nach wie vor den Zugriff auf die umfassenden Kataloge von UMG. Diese umfassen sowohl aufgezeichnete Musik als auch Verlagsrechte. Doch über die reine Bereitstellung von Songs geht die Partnerschaft weit hinaus. Beide Unternehmen wollen eng zusammenarbeiten, um die Verbindung zwischen Content-Creators und Musikern durch moderne Technologien und verbesserte Werbemöglichkeiten zu stärken.
Geplant sind etwa erweiterte Marketing- und Werbekampagnen sowie die Integration von E-Commerce-Werkzeugen, die speziell auf die Bedürfnisse von Künstlern zugeschnitten sind. So sollen neue digitale Fan-Erlebnisse entstehen und die Monetarisierung von Musikwerken auf der Social-Media-Plattform spürbar verbessert werden.
TikTok als Gatekeeper der Musikbranche
Dass Musiklabels heute kaum noch an der Video-App vorbeikommen, liegt an der enormen Marktmacht der App für Kurzvideos. Diese bestimmt das globale Musikgeschäft längst maßgeblich mit. Ein viraler Trend auf TikTok kann Songs quasi über Nacht an die Spitze der weltweiten Streaming-Charts katapultieren. Ein Beispiel für dieses Phänomen ist der Hit „Barbaras Rhabarberbar“ des Kabarettisten Bodo Wartke und des Musikproduzenten Marti Fischer. Der auf einem deutschen Zungenbrecher basierende Rap-Song entwickelte sich auf der Plattform zu einem weltweiten Hype.
Angestoßen durch eine synchrone Choreografie zweier australischer TikTokerinnen, feierten Nutzer rund um den Globus den zugehörigen „Rhabarber-Tanz“ mit Millionen von Video-Aufrufen. Das ging so weit, dass das Lied zeitweise in den internationalen Spotify-Viral-Charts auftauchte und sogar die Aufmerksamkeit der New York Times auf sich zog: Sie berichtete erstaunt darüber, dass das alberne deutsche Wortspiel auf manchen Diensten kurzzeitig sogar US-Popstar Beyoncé überholte.
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Ein Pfeiler des neuen Deals ist vor diesem Hintergrund das gemeinsame Bekenntnis zu strengen KI-Schutzmaßnahmen, die die menschliche Kreativität in den Vordergrund stellen sollen. Angesichts der rasanten Verbreitung von generativer Musik im Netz verpflichten sich TikTok und UMG, nicht autorisierte, KI-generierte Songs konsequent von der Plattform zu entfernen. Damit soll sichergestellt werden, dass die wirtschaftlichen Erträge der Plattform weiterhin verlässlich den tatsächlichen menschlichen Urhebern wie Sängern, Komponisten und Songwritern zugutekommen.
KI-Abkommen auch mit Spotify
Die Einigung sieht ferner vor, die technische Zuordnung von Künstlern zu optimieren, um falsche Attributionen zu verhindern. Das Management von Universal Music unterstreicht hier die Pionierarbeit, die das Label gemeinsam mit TikTok leiste, um das menschliche Kunstschaffen im digitalen Raum zu schützen und zu stärken. TikTok hebt andererseits die eigene Rolle als globale Schnittstelle für Musikentdeckung hervor, auf der Künstler durch die Kooperation neue Karrierechancen erhalten sollen.
Die TikTok-Übereinkunft ist Teil einer breiteren Digitalstrategie des Musikkonzerns. Erst vor wenigen Tagen traf UMG auch eine Lizenzvereinbarung mit dem Streaming-Dienst Spotify. Während es bei TikTok primär um die Abwehr unlizenzierter KI-Inhalte geht, erlaubt UMG den Schweden im Rahmen dieses separaten Abkommens die Einführung eigener generativer KI-Musikmodelle für Premium-Nutzer auf Basis von Künstler-Zustimmungen.
(nen)
Künstliche Intelligenz
LibreOffice-Umstieg: Wörterbücher und Textbausteine aus MS Office mitnehmen
Eine Scheidung tut ganz besonders weh, wenn der Ex-Partner alles behält. Das gilt auch, wenn man sich mit Microsoft Office auseinandergelebt hat und eine neue Beziehung mit LibreOffice beginnt. Nur fällt es oft erst später auf, dass vieles auf der Strecke geblieben ist, was einem wichtig war. In einem gesonderten Beitrag haben wir gezeigt, wie Sie Ihre selbst gestalteten Dokumentvorlagen mitnehmen können, anstatt sie in LibreOffice von Grund auf neu zu bauen.
In diesem Artikel geht es um Benutzerwörterbücher für die Rechtschreibprüfung, denen Sie im Laufe der Zeit viele Schreibweisen und Fachbegriffe beigebracht haben. Diese Mühe möchten Sie sich ungern noch einmal machen. Dasselbe gilt für die persönliche Sammlung von Textbausteinen. Die speichert LibreOffice zwar ganz anders als Microsoft – sie müssen aber trotzdem nicht zurückbleiben.
- Wer von MS Office auf LibreOffice umsteigt, will nicht nur seine vorhandenen Dokumente und Dateien mitnehmen, sondern auch persönliche Rechtschreibwörterbücher und Textbausteinbibliotheken.
- Das meiste davon lässt sich trotz unterschiedlicher Formate und Strukturen ziemlich einfach und bei Bedarf auch systemübergreifend migrieren.
- Der Artikel zeigt alle Speicherorte und Handgriffe; er nennt auch die wenigen Elemente, die auf der Strecke bleiben.
Bei den meisten Elementen verläuft der Umzug erstaunlich glatt und schmerzfrei – egal, ob Sie nur das Office-Paket wechseln oder auch gleich das Betriebssystem. Einiges will Microsoft Office aber partout nicht herausrücken. Wir zeigen, was mit ein paar Klicks geht, wo Sie ein wenig Hand anlegen müssen und was auf der Strecke bleibt.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „LibreOffice-Umstieg: Wörterbücher und Textbausteine aus MS Office mitnehmen“.
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Künstliche Intelligenz
Japanische Sonde Hayabusa2 rast an Asteroid Torifune vorbei
Die japanische Raumsonde Hayabusa2 ist vor wenigen Tagen an dem Asteroiden (98943) Torifune vorbeigeflogen. Die dabei gesammelten Daten sollen wichtig für die planetare Verteidigung oder Asteroidenabwehr sein.
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Hayabusa2 passierte den etwa 450 Meter großen Asteroiden in einer Entfernung von nur etwa einem Kilometer. Der Vorbeiflug erfolgte mit einer Geschwindigkeit von 18.000 Kilometern pro Stunde. Dabei habe die Sonde Fotos aufgenommen sowie physikalische Messungen durchgeführt, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit.
Die Mission steht im Zusammenhang mit der Suche nach Konzepten für die Planetenabwehr. Die umfasst Maßnahmen, um Himmelskörper, die der Erde gefährlich werden können, frühzeitig zu identifizieren und zu überwachen sowie schließlich Maßnahmen, um einen solchen Himmelskörper abzuwehren, wenn die Gefahr einer Kollision mit der Erde besteht. Mit dem Vorbeiflug an Torifune sollte eine hochpräzise Bahnsteuerung demonstriert werden. Das ist wichtig, um Verfahren zu entwickeln, mit denen sich die Bahn eines Asteroiden gezielt ändern lassen soll.
Die japanische Raumsonde Hayabusa2 startete 2014. Ziel war der Asteroid Ryugu, wo sie 2018 ankam. Dort absolvierte sie ein umfangreiches Forschungsprogramm. Dazu gehörte auch, mehrere Lander auf dem Himmelskörper abzusetzen. Einer davon, Mascot, war eine Entwicklung des DLR und ihres französischen Pendants Centre National d’Études Spatiales (CNES).
Hayabusa landete auf Ruygu
Höhepunkt der Mission war 2019 die Landung von Hayabusa2 auf Ryugu. Dort nahm sie Proben und brachte sie anschließend zur Erde. Ende 2020 erreichte der Probenbehälter die Erde. Seither werden sie eingehend untersucht.
Da Hayabusa2 nach Abschluss der Primärmission weiterhin funktionsfähig geblieben ist, hat die japanische Raumfahrtbehörde JAXA die Sekundärmission „Hayabusa2 SHARP“ (Small Hazardous Asteroid Reconnaissance Probe) initiiert. Deren Ziel ist, Daten für zukünftige Projekte zur Abwehr potenziell für die Erde gefährlicher Asteroiden zu sammeln sowie Tests, wie eine Sonde gesteuert werden muss, um mit einem Asteroiden zu kollidieren und abzulenken. 2022 wurde das erstmals im Rahmen einer NASA-Mission getestet.
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Nach dem Vorbeiflug an Torifune ist Hayabusa2 jetzt auf dem Weg zu dem Planetoiden 1998 KY26. Diesen soll sie im Jahr 2031 erreichen.
Derzeit sind rund 44.000 Asteroiden bekannt, die als „Near Earth Objects“ (NEOs) eingeordnet werden, das heißt, deren Flugbahn der Erde nahekommt. 12.000 davon sind mindestens 140 Meter groß. Von diesen nähern sich etwa 2.500 der Erdumlaufbahn bis auf 7,5 Millionen Kilometer und gelten deshalb als potenziell gefährlich.
(wpl)
Künstliche Intelligenz
Bundeswehr plant Konstellation mit über 1000 Satelliten
Die Bundeswehr plant den Aufbau einer eigenen Satellitenkonstellation. Die Satelliten sollen zur Kommunikation und Aufklärung eingesetzt werden, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf zwei Quellen aus der Wirtschaft. Die Projekte seien aber noch in der Planung, die Pläne geheim.
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Wie viele Satelliten die Bundeswehr ins All schießen will, ist noch unklar. Die Zahl soll unter anderem von der Struktur der Konstellationen abhängen. Darüber verhandele die Bundeswehr derzeit mit möglichen Lieferanten, sagte ein hochrangiger Bundeswehr-Vertreter. Er geht von mindestens 1000 Satelliten aus. Die beiden Quellen aus der Industrie sprachen von 1200 Satelliten.
Nur der Satelliteninternet-Anbieter Starlink betreibt derzeit eine größere Konstellation. „Die Bundeswehr braucht so viele Satelliten vor allem für das Lagebild von Truppen, Panzern oder anderen Objekten“, sagte Ulrich Walter, ehemaliger Professor für Raumfahrttechnik an der Technischen Universität München und Astronaut, dem Handelsblatt.
Eine oder mehrere Konstellationen?
Die Anzahl der Satelliten wird vom Konzept der Konstellation abhängen: Eines sieht vor, Satelliten mit verschiedenen Sensoren auszustatten, die das ganze Aufgabenspektrum abdecken, von der Signalaufklärung bis zu Bilder in verschiedenen Spektren aufzunehmen. Dem gegenüber steht das zweite Konzept, für verschiedene Aufgaben eigene Konstellationen einzurichten.
Eines der Angebote, die die Bundeswehr prüft, ist das von einem Konsortium aus Airbus, OHB und Rheinmetall, das sich um den Auftrag für das Projekt Satellitenkommunikation der Bundeswehr (SATCOMBw) Stufe 4 bewirbt. Ein anderes geplantes Projekt ist das Spacesystem for persistent operational tracking 2, kurz Spock 2. Das soll eine Konstellation aus Satelliten werden, die mit Radar und Spezialkameras ausgestattet sind und aus dem All Bilder von einem Gefechtsfeld liefern sollen. Für dieses Projekt interessieren sich drei Konsortien: Airbus Defence and Space und Rohde & Schwarz, Rheinmetall und der finnische Radarsatellitenhersteller Iceye und als drittes OHB, Helsing und der norwegische Rüstungskonzern Kongsberg.
Die Bundeswehr plant, bis zum Jahre 2030 mindestens 30 Milliarden Euro für Weltraumprojekte auszugeben.
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(wpl)
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