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Entwicklung & Code

Mythos von Anthropic: Schwachstellen-KI wirft neue Sicherheitsfragen auf


Das vor gut zwei Wochen vorgestellte KI-Werkzeug des US-Unternehmens Anthropic zum Aufspüren von Software-Schwachstellen bereitet den Verantwortlichen in mehreren deutschen Behörden Kopfzerbrechen. Denn zu der Sorge, das wirkmächtige KI-Modell Claude Mythos Preview könne in die falschen Hände geraten, gesellt sich inzwischen auch die Befürchtung, Schwachstellen als Zugang für die Aufklärung verschlüsselter Kommunikation – etwa von Terroristen – könnten in Zukunft womöglich nur noch ausgewählten Behörden in den USA zur Verfügung stehen. Offiziell äußern sich die Verantwortlichen vorsichtig zu den mit Mythos verbundenen Herausforderungen und Risiken.

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„Es ist zunächst eine gute Entwicklung, wenn Schwachstellen schneller gefunden und geschlossen werden können“, teilt der Leiter der Abteilung Cybercrime beim Bundeskriminalamt (BKA), Carsten Meywirth, auf Anfrage mit. Die Erfahrung zeige jedoch, dass sich cyberkriminelle Vorgehensweisen und Angriffsvektoren sehr schnell an den Stand der Technik anpassten. Diese Dynamik lasse sich nicht einseitig aufhalten.

Meywirth betont: „Cybersicherheit bleibt deshalb auch in Zukunft eine Gemeinschaftsaufgabe im steten Zusammenspiel von Software-Herstellern, Anwendern, privaten Sicherheitsdienstleistern und Behörden.“ Als Zentralstelle der deutschen Polizei fördere das BKA dabei die nationale und internationale Zusammenarbeit, auch mit dem privaten Sektor.

Mythos gelang es laut Anthropic, zum Teil über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Sicherheitslücken in verschiedener Software zu finden. In den falschen Händen könnte das KI-Modell deshalb zur Entwicklung gefährlicher Cyberwaffen führen. Anthropic hat keine Pläne, Mythos zu veröffentlichen – und gewährt bisher nur einen Zugang für ausgewählte Unternehmen und Organisationen, damit sie Schwachstellen in ihrer Software schließen können.

Wie heikel das Thema ist, zeigt eine Antwort des Bundesfinanzministeriums auf die Frage, wie das Ministerium mit der Entwicklung des neuen potenziell gefährlichen KI-Modells umgehe. Das Informationstechnikzentrum Bund, der zentrale IT-Dienstleister der Bundesverwaltung, analysiere aktiv die Lage mit Blick auf Softwareschwachstellen. Zugleich bat das Finanzministerium um Verständnis, dass „zu den Details vorgenommener Schwachstellenanalysen“ und damit zusammenhängender Prozesse „aus Gründen der Sensibilität des Themas öffentlich keine weitergehenden Auskünfte gegeben werden können“.

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Die Präsidentin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Claudia Plattner, hatte bereits kurz nach der Vorstellung von Claude Mythos Preview erklärt, das BSI nehme die Ankündigungen von Anthropic sehr ernst und erwarte „Umwälzungen im Umgang mit Sicherheitslücken und in der Schwachstellenlandschaft insgesamt“.

Konsequent zu Ende gedacht, könnte es mittelfristig keine unbekannten klassischen Software-Schwachstellen mehr geben. „Dies würde eine Verschiebung der Angriffsvektoren und einen Paradigmenwechsel mit Blick auf die Cyberbedrohungslage zur Folge haben.“ Zudem stelle sich die Frage, ob und wenn ja wie lange derart wirkmächtige Werkzeuge auf dem freien Markt verfügbar sein werden. „Daraus wiederum ergeben sich Fragen nationaler und europäischer Sicherheit und Souveränität.“


(mho)



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Ruby Central: Neustart nach Sponsorenverlust und Community-Krise


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Ruby Central befindet sich seit Beginn dieses Jahres in einer finanziellen Schieflage und reagiert jetzt mit einer Reihe kostensparender und struktureller Maßnahmen. Von der geschäftsführenden Direktorin Shan Cureton hat sich die gemeinnützige Organisation der Ruby-Community genauso getrennt wie vom CFO, der PR-Agentur und mehreren externen Auftragnehmern. Die monetäre Misere begann bereits 2025 durch den Wegfall von Sidekiq, einem der wichtigsten Sponsoren.

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In einem weiteren Sanierungsschritt plant Ruby Central, seinen Verwaltungsrat in ein ehrenamtliches Mitarbeitergremium umzustrukturieren. Damit berichten die Vorstandsmitglieder künftig nicht mehr an einen Geschäftsführer, sondern übernehmen nun gemeinsam mit Teams aus Freiwilligen und angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern direkt Aufgaben und Verantwortlichkeiten.

Finanziell konsolidieren will sich Ruby Central auch durch das Neuverhandeln von Verträgen, ausgeweitete Fundraising-Aktivitäten sowie durch den Start der Initiativen Ruby Alliance und Project DREAM (Driving Ruby’s Evolution to AI Maturity). Künftig soll es zudem ein Ausbildungsprogramm geben, um eine neue Generation von Ruby-Mitwirkenden anzulernen. Gleichzeitig habe man dafür gestimmt, die RubyConf beizubehalten, deren Ausrichter Ruby Central ist und die im Juli dieses Jahres das nächste Mal stattfindet.

In der Ruby Alliance will Ruby Central Unternehmen versammeln, die RubyGems, das offizielle Paketsystem für Ruby, sowie das Ruby-Ökosystem durch finanzielle Unterstützung und Entwicklungszeit stärken sollen. Project DREAM zielt unter anderem darauf ab, KI-Tools und -Workflows leichter in Ruby-Anwendungen zu integrieren und Probleme zu identifizieren, die den Einsatz von Ruby in Entwicklungsumgebungen limitieren. Außerdem soll es dazu dienen, die Ruby-Unterstützung in APIs und SDKs auszuweiten.

Mit seinem Maßnahmenpaket will Ruby Central auch verlorengegangenes Vertrauen der Ruby-Community zurückgewinnen. Zwischen beiden Parteien bestehen derzeit starke Misstöne. Nach dem Wegfall des Sponsors Sidekiq Anfang 2025 war Ruby Central finanziell praktisch abhängig von Shopify, einem weiteren großen Sponsor. Angeblich auf dessen Drängen übernahm Ruby Central im September 2025 die vollständige Kontrolle über RubyGems und das in Ruby integrierte Abhängigkeitsmanagement-Tool Bundler, beides bis dato von der Community gepflegte Open-Source-Projekte. Nach diesem Vorfall sprach die Community von einer „feindlichen Übernahme“.

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Aktuell legt es Ruby Central nicht auf weitere Konflikte an. Man glaube an das Motto „MINASWAN“ („Matz is nice and so we are nice“), erklären die Vorstandsmitglieder von Ruby Central, Jey Flores und Ran Craycraft, in der offiziellen Mitteilung. Damit spielen sie auf den höflichen Ton des Ruby-Erfinders Yukihiro „Matz“ Matsumoto an und betonen, dass man kein Interesse an einem Dauerstreit habe. Gleichzeitig verstehen sie ihren Statusbericht als Einladung zum Mitmachen und rufen die Ruby-Community zur aktiven Teilnahme auf.


(mro)



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QEMU 11.0.0: AWS Nitro Enclaves jetzt lokal testen


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QEMU 11.0.0 ist da: Die neue Version erweitert vor allem die Cloud-Unterstützung, Confidential Computing und verschiedene Hardwarearchitekturen. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen ein neuer „nitro“-Accelerator für AWS Nitro Enclaves, zusätzliche Sicherheitsfunktionen für verschlüsselte VMs sowie Verbesserungen am Grafik- und Storage-Stack. QEMU ist ein weit verbreiteter Open-Source-Hypervisor und Emulator. Er beherrscht sowohl vollständige Virtualisierung über KVM, WHPX oder HVF als auch reine CPU-Emulation per TCG.

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Ein Schwerpunkt von Version 11.0.0 ist der neue „nitro“-Accelerator. Damit laufen AWS Nitro Enclaves erstmals nativ in QEMU. Diese Enclaves sind stark isolierte Laufzeitumgebungen innerhalb von EC2-Instanzen. Sie haben weder Netzwerkzugriff noch persistenten Speicher und eignen sich für sicherheitskritische Workloads wie Schlüsselverwaltung oder die Verarbeitung sensibler Daten. Entwickler können solche Szenarien in QEMU nun lokal testen, ohne auf AWS-Infrastruktur zurückgreifen zu müssen.

Im Bereich Confidential Computing baut QEMU die Unterstützung hardwarebasierter Sicherheitsmechanismen aus. Neu ist die Virtualisierung von Intels Control-flow Enforcement Technology (CET), die ROP-, JOP- und COP-Angriffe erschwert. Außerdem kann KVM SEV-SNP- und TDX-VMs nun zurücksetzen. Dafür initialisiert QEMU einen neuen, verschlüsselten Gastkontext. SEV-SNP und TDX schirmen virtuelle Maschinen gegen den Host ab und verschlüsseln deren Speicher.

Auch bei den Hypervisor-Backends gibt es Fortschritte. QEMU verbessert die Unterstützung der Beschleuniger MSHV und WHPX. Auf macOS beschleunigt HVF nun ARM-Workloads mit der Scalable Matrix Extension 2 (SME2), sofern die Host-CPU diese unterstützt.

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Im Grafikstack erweitert QEMU virtio-gpu um den Modus „DRM native context“ für ausgewählte Linux-Grafiktreiber. Zudem lassen sich pro virtuellem Display unterschiedliche Auflösungen festlegen. Das erleichtert Multi-Monitor-Setups in VMs und verbessert die Anbindung moderner Grafik-APIs.

Im Block-Layer unterstützt der NFS-Treiber jetzt libnfs v6, außerdem haben die Entwickler die curl- und FUSE-basierten Blocktreiber überarbeitet. Das ist vor allem für Netzwerk-Storage und Host-seitige Image-Werkzeuge relevant: QEMU verbessert die Anbindung von Images auf NFS-Servern sowie über HTTP(S)/FTP erreichbaren Quellen. Per FUSE lassen sich Images zudem als Raw-Image für Host-Tools bereitstellen.

Der Tiny Code Generator (TCG), QEMUs Backend für reine Software-Emulation, unterstützt nun C++-Plugins direkt im Quellbaum. Das vereinfacht die Entwicklung von Analyse- und Instrumentierungswerkzeugen, etwa für Tracing oder Performance-Profiling.

Darüber hinaus erweitert QEMU 11.0.0 die Unterstützung zahlreicher Prozessorarchitekturen. Auf ARM kommen die CPU-Features FEAT_ASID2 und FEAT_E2H0 hinzu, außerdem emuliert TCG nun die Scalable Matrix Extension (SME). Für x86 unterstützt QEMU nun Intels kommende Diamond-Rapids-Prozessoren. RISC-V erhält mehrere neue ISA-Erweiterungen sowie eine verbesserte Darstellung der Control and Status Register. Auch LoongArch, HPPA, s390 und PowerPC erhalten neue Funktionen wie erweiterte ISA-Emulation, Snapshot-Support und zusätzliche Boot-Optionen.

Alle Informationen zu QEMU 11 finden sich in den Release Notes auf der Webseite des Projekts.

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(fo)



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Visual Studio Code 1.117 bringt flexiblere LLM-Anbindung


Visual Studio Code 1.117 steht zum Download bereit. Das neue Release von Microsofts Sourcecode-Editor erweitert die KI-Fähigkeiten des Chats, bringt ein experimentelles neues Chat-Rendering und aktualisiert die App „Visual Studio Code Agents“, die derzeit nur Teilnehmende des Insider-Programms verwenden können.

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Nutzerinnen und Nutzer von GitHub Copilot in einer Business- oder Enterprise-Edition können nun ihre eigenen API-Keys für Sprachmodelle einsetzen, bekannt als „Bring your own language model key (BYOK)“. Somit lassen sich Anbieter wie OpenRouter, Ollama, Google oder OpenAI einbinden, um deren Large Language Models im VS-Code-Chat zu nutzen.

Standardmäßig deaktiviert, können Admins BYOK mit der „Bring Your Own Language Model Key“-Richtlinie in den Copilot-Richtlinieneinstellungen aktivieren. Dabei können sie festlegen, welche Modellanbieter in ihrem Unternehmen zulässig sind. Anschließend können Organisationsmitglieder Modelle von integrierten Anbietern direkt in VS Code auswählen oder Extensions von Anbietern aus dem Visual Studio Code Marketplace installieren.

Die Vorteile liegen nicht nur in der größeren Modellauswahl, die über die integrierten Modelle hinausgeht, sondern auch darin, dass die integrierten Modelle dann nicht den Standard-Rate-Limits unterliegen. Dabei ist zu beachten, dass sich die „mitgebrachten“ Modelle lediglich auf den Chat auswirken, nicht auf Inline-Vorschläge oder andere KI-gestützte Features in VS Code.

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Als ein experimentelles Feature kann der VS-Code-Chat nun inkrementell rendern. Dadurch sollen die Chat-Antworten flüssiger und natürlicher wirken. Die Inhalte erscheinen blockweise mit optionalen Animationen, etwa fade, blur oder slide.

Darüber hinaus hat die App „Visual Studio Code Agents“ ein Update erhalten. Diese befindet sich noch im Preview-Status und ist VS-Code-Insidern vorbehalten. Die App bietet eine Agent-native Umgebung, in der sich parallele Sessions über Repos hinweg ausführen, Diffs inline betrachten und mehrschrittige Coding-Aufgaben durchführen lassen. Im neuen Release können Entwicklerinnen und Entwickler Sub-Sessions aus aktuellen Sessions erstellen. Neben weiteren Updates wurde auch die User Experience in der App überarbeitet.

Die offizielle Ankündigung informiert über diese und weitere neue Features in Visual Studio Code 1.117.


(mai)



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