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Oracle: Souveränitätsversprechen zwischen Anspruch und Wirklichkeit


Auf der Oracle AI World in Frankfurt präsentierten führende Oracle-Manager ihre Pläne für eine verteilte, souveräne und KI-fähige Cloud-Infrastruktur. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Unternehmen angesichts wachsender Datenschutzanforderungen und einer zunehmend fragmentierten Cloud-Landschaft handlungsfähig bleiben können. Andrew Bond, CTO von Oracle EMEA, setzte den Rahmen: Oracle sei nicht einfach ein weiterer Hyperscaler, sondern unterscheide sich architektonisch deutlich von der Konkurrenz. Ob diese Behauptung trägt, muss sich in der Praxis zeigen – die Argumente waren aber durchaus substanziell.

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Oracles EU Sovereign Cloud läuft nach eigenen Angaben seit knapp drei Jahren in Frankfurt und Madrid. Sie wird ausschließlich von EU-Personal betrieben und ist vom öffentlichen Oracle-Cloud-Netz physisch getrennt. Technisch basiert sie auf denselben OCI-Bausteinen wie die öffentliche Cloud, läuft aber in einem eigenen, isolierten Realm. Damit reagiert Oracle auf eine zentrale Sorge europäischer Kunden: Daten sollen die EU nicht verlassen, und die Betriebsverantwortung liegt nachweislich in der EU.

Antonio Freitas, bei Oracle EMEA für die Sovereignty-Strategie verantwortlich, erläuterte in einer Roundtable-Session die Entwicklung des Angebots: Sein Team habe intensiv mit EU-Institutionen wie der Europäischen Kommission, ENISA und nationalen Regulierungsbehörden zusammengearbeitet. Das Ziel: die Anforderungen an souveräne Cloud-Infrastruktur nicht nur zu verstehen, sondern sie frühzeitig in die Produktentwicklung einfließen zu lassen. Inwieweit Oracle damit näher an einer EUCS-Zertifizierung (EU Cloud Services Scheme) ist als etwa AWS oder Azure, blieb auf der Veranstaltung allerdings offen.

Dass das Konzept in der Praxis trägt, sollte ein Kundenbeispiel belegen: Stefan Moch, VP von Arvato Systems, berichtete über den Betrieb von Arzneimittel-Verifikationssystemen gemäß der EU-Richtlinie FMD (Falsified Medicines Directive). Das System verarbeite allein in Deutschland täglich fünf bis sechs Millionen Apothekentransaktionen und europaweit rund 35 bis 40 Millionen Packungsverifizierungen. Hochverfügbarkeit und niedrige Latenzzeiten seien ausschlaggebend gewesen. Unabhängig überprüfbar waren diese Leistungswerte auf der Veranstaltung nicht.

Ein Argument, das Bond in der Keynote mehrfach unterstrich: Oracle berechnet für Cloud-Dienste in Europa denselben Preis wie in den USA. Da der Rechenzentrumsbetrieb in Deutschland deutlich teurer sei, bedeute das für europäische Kunden einen erheblichen Kostenvorteil. Oracle beziffert die Einsparungen gegenüber Mitbewerbern auf 30 bis 50 Prozent – wohlgemerkt nach Eigenangaben, nicht unabhängig geprüft.

Tatsächlich zeigen öffentlich einsehbare Preislisten, dass AWS und Azure für die Region Frankfurt häufig höhere Listenpreise aufrufen als für US-Regionen. Ob die Oracle-Rechnung unter Berücksichtigung von Enterprise-Rabatten, Reserved Instances und Committed-Use-Modellen der Mitbewerber in dieser Höhe standhält, bleibt offen. Kunden sollten hier eigene TCO-Vergleiche anstellen.

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Neben der öffentlichen Cloud und der EU Sovereign Cloud stellte Oracle seine Dedicated Region und das Alloy-Modell vor. Die Dedicated Region ermöglicht es Unternehmen, die vollständige OCI-Infrastruktur inklusive SaaS, PaaS und IaaS im eigenen Rechenzentrum zu betreiben, ab drei Racks. Vodafone hat damit nach Oracle-Angaben 40 Rechenzentrumsstandorte in sechs Dedicated Regions konsolidiert, zwei davon in Deutschland.

Das Alloy-Modell setzt anders an: Partner können eigene Cloud-Angebote auf OCI-Basis aufbauen. Als Referenzen nannte Oracle die japanische Sovereign Cloud von Fujitsu und die Thai Cloud von AIS. Konzeptionell erinnert Alloy an Angebote der Konkurrenz wie AWS Outposts, Azure Stack oder Googles Distributed Cloud. Durch die vollständige SaaS-Verfügbarkeit hebt sich Oracle aber ab. Oracle betont, dass es sich bei allen Varianten technisch um exakt dieselbe Plattform handelt.

Ein weiterer Schwerpunkt war Oracles Multi-Cloud-Strategie. Das Unternehmen hat Teile seiner OCI-Infrastruktur direkt in Rechenzentren von Microsoft Azure, Google Cloud und AWS integriert. Oracle-Datenbankservices wie die Autonomous Database lassen sich dort nativ nutzen. Wer etwa Amazon Bedrock mit einer Oracle-Datenbank kombinieren will, muss keine Daten in eine andere Umgebung migrieren.

Passend dazu kündigte Oracle die Multi-Cloud Universal Credits an: ein einheitliches Verbrauchsmodell, das Oracle-Datenbankservices flexibel zwischen OCI, AWS, Azure und Google Cloud verschiebbar machen soll – ohne jeweils neue Vertragsverhandlungen. Die Idee klingt in Zeiten schnell wechselnder KI-Strategie, die zuletzt für ein starkes Umsatzwachstum im Cloud-Geschäft sorgten plausibel, wirft aber auch Fragen auf: Wie portabel sind Workloads in der Praxis wirklich, wenn sie auf Oracle-proprietäre Features wie die Autonomous Database angewiesen sind? Echte Multi-Cloud-Portabilität bleibt auch bei Oracle an das eigene Ökosystem gebunden.

Oracle begründet seine Leistungs- und Kostenargumentation mit grundlegenden Architekturentscheidungen. Anders als AWS und Azure setzt Oracle konsequent auf Bare-Metal-Instanzen: Workloads laufen direkt auf dedizierter Hardware ohne Hypervisor-Overhead – das soll besonders datenbankintensiven Anwendungen zugutekommen. Für die Netzwerkanbindung setzt Oracle sowohl auf RoCE (RDMA over Converged Ethernet) statt auf InfiniBand und kombiniert das mit der hauseigenen Acceleron-Architektur, um Verkabelungsaufwand bei großen GPU-Clustern zu reduzieren. Beide Entscheidungen haben allerdings auch Kehrseiten: Ohne Hypervisor entfällt die flexible Ressourcenverteilung zwischen Workloads, und ob RoCE bei sehr großen Cluster-Topologien mit dem Congestion-Management von InfiniBand mithalten kann, ist in der Branche umstritten.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete Oracles KI-Strategie. Mit der AI Data Platform will Oracle private Unternehmensdaten sicher mit generativen KI-Modellen verbinden, statt eigene Foundation Models zu entwickeln. Kernelement ist die Autonomous Database, die neben relationalen Daten auch Vektoren, JSON, Graph- und Spatial-Daten unterstützt und sich über offene Formate wie Apache Iceberg mit externen Datenspeichern verbinden lässt.

Der Ansatz, sich als Datenplattform für KI zu positionieren, statt im Wettlauf um eigene Modelle mitzumischen, ist nachvollziehbar: Die meisten Unternehmen kämpfen weniger mit der Verfügbarkeit von Modellen als mit der Integration und Governance ihrer eigenen Daten. Konkrete Referenzkunden aus dem deutschsprachigen Raum blieb Oracle allerdings schuldig.

Oracle präsentierte sich auf der AI World als relevante Alternative für Unternehmen mit hohen Anforderungen an Datensouveränität und Datenbankperformance. Die Sovereign-Cloud-Architektur, das einheitliche Pricing und die Multi-Cloud-Integration sind nachvollziehbare Unterscheidungsmerkmale gegenüber den drei großen Hyperscalern. Naturgemäß blieben die zentralen Versprechen auf einer solchen Marketingveranstaltung ungeprüft. Kunden sollten Kostenvorteile anhand eigener Workloads validieren und hinterfragen, wie portabel ihre Anwendungen tatsächlich sind, wenn sie tief in Oracle-proprietäre Features investiert haben.

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(fo)



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Norwegische Reederei ordert zwei elektrische Containerfrachter


Die norwegische Reederei Eitzen Group hat den Bau zweier elektrischer Containerfrachtern in Auftrag gegeben. Die beiden Schiffe werden zu den größten elektrisch angetriebenen Schiffen gehören und sollen zum Aufbau eines elektrischen Frachtkorridors in Nordeuropa eingesetzt werden.

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Beide Schiffe sollen jeweils 990 Standardcontainer (Twenty-foot Equivalent Unit, TEU) laden können. Gebaut werden sie auf der Werft von Zhejiang Dongpeng Shipbuilding & Repairing Co. Das erste Schiff solle in 24 Monaten ausgeliefert werden, das zweite drei Monate später, berichtet das Onlinenachrichtenangebot The Maritime Executive.

Den Antriebsstrang liefert die Eitzen-Tochter Zen. Über die Leistung ist nichts bekannt. Die Akkus sollen eine Kapazität von 100 Megawattstunden haben. Damit sollen die Elektroschiffe 500 bis 600 Seemeilen (926 bis 1111 Kilometer) weit kommen. Die Akkus werden in Norwegen, in einer Fabrik in Tønsberg, gebaut.

Der Eitzen Group geht es nicht nur darum, elektrische Schiffe zu bauen und einzusetzen: Die Schiffe sollen künftig zwischen Oslo, Göteborg und Hamburg verkehren. Dort soll ein grüner Schifffahrtskorridor entstehen. Hamburg investiert bereits in den Aufbau von Landstrominfrastruktur – zur Versorgung von Schiffen am Kai sowie zum Laden der Hybridhafenfähren.

„Wir bauen nicht nur elektrische Schiffe“, betont Fridtjof Eitzen, Chef und einer der Gründer von Zen. „Wir schaffen die Infrastruktur, die die Elektromobilität in der Schifffahrt unumgänglich macht.“

Dazu gehöre die Einrichtung von Ladeinfrastruktur auf den Routen der E-Schiffe, Energiemanagementsystem und Software für das Flottenmanagement. Langfristig sollen die Schiffe ferngesteuert oder gar autonom agieren – wie es das Konzept für den 2021 vom Stapel gelaufenen Frachter Yara Birkeland vorsieht.

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Die Eitzen Group hat das Projekt im Juni vergangenen Jahres angekündigt. Der norwegische Staat fördert das Projekt mit 200 Millionen norwegischen Kronen, umgerechnet etwa 18,1 Millionen Euro.

„Elektrische Schifffahrt ist erst der Anfang der Geschichte“, sagte Eitzen. „Die langfristige Chance besteht darin, den Seehandel auf der Grundlage eines einfacheren, saubereren und intelligenteren Betriebssystems neu zu gestalten.“


(wpl)



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„Pixel Drop“ inklusive: Google veröffentlicht Android 17 für Pixel-Smartphones


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Google hat die stabile Version von Android 17 veröffentlicht. Das Update steht mitsamt eines neuen „Pixel Drops“ zuerst für Googles eigene Geräte ab dem Pixel 6 zur Installation bereit und bringt unter anderem App-Bubbles für Multitasking, eine Apple-ähnliche Handoff-Funktion namens „Continue-on“ sowie mehr Kontrolle über geteilte Daten. Auch agentische Funktionen in Form von Gemini Intelligence hat Google versprochen, diese landen jedoch nur auf High-End-Geräten und womöglich unvollständig in Europa.

Seit der ersten Betaversion von Android 17, die im Februar erschienen ist, hat Google stufenweise neue Funktionen für die nun veröffentlichte Android-Iteration angekündigt. Der Bedienoberfläche verabreicht Google mit dem Update sogenannte Bubbles. Mit dieser Funktion lässt sich jede auf einem Gerät installierte App als „Bubble“ (Blase) in einem schwebenden Fenster öffnen. Ein Langdruck auf eine App öffnet ein überarbeitetes Kontextmenü, in dem sich die neue Funktion aktivieren lässt.


Android 17 Bubbles Funktion Screencast

Android 17 Bubbles Funktion Screencast

Mehr Multitasking: Bubbles in Android 17.

(Bild: Google)

Mit der „Bubble“-Funktion lässt sich eine App an eine beliebige Stelle auf dem Bildschirm verschieben, sie bewegt sich jedoch stets automatisch an den Bildschirmrand, um nicht im Weg zu sein. Um die Bubble zu schließen, bewegt man sie einfach in den unteren Bildschirmbereich, wo ein großes „X“ erscheint. Zudem findet man in der linken unteren Ecke das Feld verwalten – ein Tipp darauf öffnet einen Dialog, mit dem man die Blase schließen kann. Es lassen sich mehrere App-Blasen gleichzeitig nutzen.

Mit Android 17 vollführt Google in den Schnelleinstellungen eine Kehrtwende und bringt separate Kacheln für WLAN- und Mobilfunkempfang zurück. Google hatte mit Android 12 eine einzige „Internet“-Kachel für beide Verbindungsoptionen in die Schnelleinstellungen integriert, sodass es umständlicher war, eine der beiden Funktionen abzuschalten.

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Screenshot zeigt getrennte WLAN und Mobilfunk-Kacheln in den Schnelleinstellungen

Screenshot zeigt getrennte WLAN und Mobilfunk-Kacheln in den Schnelleinstellungen

Google trennt mit Android 17 wieder WLAN- und Mobilfunk in den Schnelleinstellungen.

(Bild: Andreas Floemer / heise medien)

Auf dem Startbildschirm können Nutzer nun auch die App- und Ordnernamen ausblenden. Diese Funktion bieten manche Launcher-Apps und Bedienoberflächen einiger Hersteller schon seit Jahren, nun zieht sie auch in AOSP und Pixel-Geräte ein. Das Ausblenden funktioniert jedoch nicht für den App-Drawer oder für Ordner selbst.

Mit Android 17 will Google Kreativen erleichtern, Inhalte zu produzieren. Über die Bildschirmaufnahmefunktion können Nutzerinnen und Nutzer Reaktionsvideos (Screen Reactions) erstellen, ohne zwischen Apps wechseln oder einen Greenscreen einrichten zu müssen. Mit der Funktion kann man sich selbst und den Smartphonebildschirm gleichzeitig aufnehmen. Die Funktion hat Google zuerst im Canary Channel und anschließend in der Android 17 QPR1 Beta 4 getestet.


Screen Reactions: Smartphone-Bildschirm zeigt im Vollbild ein Produkt auf einer Webseite mit dem Ausschnitt einer in der linken unteren Ecke befindlichen Frau, die über das Produkt zu sprechen scheint

Screen Reactions: Smartphone-Bildschirm zeigt im Vollbild ein Produkt auf einer Webseite mit dem Ausschnitt einer in der linken unteren Ecke befindlichen Frau, die über das Produkt zu sprechen scheint

Screen Reactions: Android 17 lässt Influencerinnen und Influencer leichter Reaktionsvideos erstellen.

(Bild: Google)

Für viele Pixel-Geräte bietet Google in Deutschland nun auch die mit dem Pixel 10 angekündigte Anruffunktion an. Damit erhält Googles Telefon-App einen Anrufbeantworter mitsamt Transkript-Funktion. Damit lassen sich verpasste und abgelehnte Anrufe verwalten. Laut Google nutzt „Nachricht aufzeichnen“ dasselbe Spam-Erkennungsmodell wie „Call Screen“. Die neue Funktion läuft direkt auf dem Pixel-Smartphone, sodass die Daten nicht in der Google Cloud landen. Hierfür kommt ein kleines Gemini-Modell zum Einsatz. Wie dieses funktioniert, erklären wir in einem weiteren Artikel.

Neu in Android 17 ist zudem der vereinfachte Übertragungsprozess von iOS auf Android. Das entspringe Zusammenarbeit mit Apple, damit Nutzerdaten bequemer von einem auf ein anderes Ökosystem geschaufelt werden können, sagt Google. Angekündigt haben die beiden Unternehmen den Datenumzug schon Ende 2025; die EU begrüßte dies. Apple hatt den leichten Datenumzug schon mit iOS 26.3 umgesetzt.

Laut Google lassen sich so Passwörter, Fotos, Nachrichten, Lieblings-Apps, Kontakte und sogar die Anordnung des Startbildschirms drahtlos vom iPhone auf ein neues Android-Gerät übertragen. Dieser neue drahtlose Prozess, der auch die Übertragung von eSIMs unterstützt, soll noch in diesem Jahr zunächst auf Samsung-Galaxy- und Google-Pixel-Geräten eingeführt werden. Zudem hat Google Quick Share auf dem Pixel 8a und 9a nun kompatibel mit AirDrop gemacht.

Neu in Android 17 ist außerdem ein Kontaktauswahlwerkzeug („Contact Picker“), das einer generellen Freigabe sämtlicher Kontakte aus dem Adressbuch für Apps einen Riegel vorschiebt. Das soll Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten bieten. Die Funktionsweise ähnelt dabei dem Fotoauswahlwerkzeug „Photo-Picker“, das Google im Jahr 2022 mit Android 13 eingeführt hat.


Screenshots der neuen Kontaktauswahl

Screenshots der neuen Kontaktauswahl

Die neue Kontaktauswahl von Android 17.

(Bild: Google)

Die neue Android-17-Funktion soll die Auswahl eines Kontakts oder mehrerer Kontakte gleichzeitig über die neue Kontaktauswahl unterstützen, was die Abfrage von Berechtigungen für mehrere Kontakte vereinfachen dürfte. App-Entwickler können zudem festlegen, wie viele Kontakte Nutzer gleichzeitig auswählen dürfen. Bei Verwendung dieser Schnittstelle ist der Lesezugriff auf Kontaktdatensätze zeitlich begrenzt.

Um Hijacking zu verhindern, soll Android 17 den programmatischen Zugriff auf OTP-Nachrichten (Einmalpasswörter) für Apps, die nicht als Standard-SMS-Anwendung gesetzt sind, um drei Stunden verzögern.


Screencast zeigt neuen Locations-Sharing Button

Screencast zeigt neuen Locations-Sharing Button

Android 17 bringt eine neue Standort-Schaltfläche für mehr Datenschutz.

(Bild: Google)

Überdies erhalten Apps eine neue „Standort-Schaltfläche“, mit der Nutzer Anwendungen den Zugriff auf ihren genauen Standort gewähren können. Wenn ein Nutzer auf die neue Schaltfläche tippt, erhält die App nur für die aktuelle Sitzung Zugriff auf den genauen Standort. Außerdem: Apps, die auf Android 17 zielen, haben standardmäßig keinen Zugriff mehr auf das lokale Netzwerk. Hierfür bietet Google neue Berechtigungen an.

Weitere neue Funktionen des großen Updates sind die Möglichkeit, die Lautstärke des Sprachassistenten unabhängig von der Medienlautstärke zu regulieren. Damit kann man etwa Gemini oder andere in Android als Standard eingestellte Chatbots leiser oder bei Bedarf auch lauter als Musik oder andere Inhalte ertönen lassen. Bisher wirkten sich Änderungen der Medienlautstärke in der Regel automatisch auf die Lautstärke des Assistenten aus und umgekehrt.

Android 17 enthält zudem einen neuen Gaming-Modus für Foldables. Dieser Modus nutzt die gesamte Displayfläche des Geräts mittels eines 50/50-Layouts. Die Spielansicht ist oben, ein dynamischer Gamepad unten. Nutzt man einen externen Controller mit nativer Controller-Neuzuordnung, können Gamer ihr Gaming-Erlebnis noch weiter anpassen, so Google. Er soll jedoch erst in einigen Monaten, womöglich erst mit Android 17 QPR1 im September, bereitstehen.

Mit Version 17 unterstützt Android jetzt das RAW14-Bildformat – laut Google der „De-facto-Industriestandard für die High-End-Digitalfotografie“. Das Format bietet unter anderem Vorteile in der Nachbearbeitung. Weiter integriert Google Schnittstellen, um abzufragen, welche Kamera genutzt wird – ob etwa eine interne Kamera, eine USB-Webcam oder eine virtuelle Kamera zum Einsatz kommt. Auch herstellerspezifische Kamera-Funktionen (etwa „Super Resolution“ oder KI-Funktionen der Hardware-Partner) lassen sich jetzt besser über Erweiterungen ansprechen.

Damit Menschen, die auf Hörgeräte angewiesen sind, nicht jede eingehende Nachricht im Hörgerät angekündigt wird, können sie Benachrichtigungstöne fortan auf den Lautsprecher des Smartphones beschränken. Darüber hinaus können Nutzer die Wiedergabe von Klingeltönen und Benachrichtigungen über die Lautsprecher des Telefons sowie über ihre Hörgeräte oder In-Ohr-Implantate vollständig unterbinden. Hierfür werden Pixel-Geräten auf der Seite „Hörgeräte“ unter den Einstellungen für Barrierefreiheit zwei neue Schaltflächen angezeigt: eine für Benachrichtigungstöne, eine für Klingeltöne und Wecktöne.

Die neue Android-Version ist die erste mit Schutzmechanismen gegen künftige Angriffe mit Quantencomputern an Bord hat. Der Schutz wird auf verschiedenen Ebenen von Android implementiert – auch App-Entwickler müssen tätig werden.

Neu unter Android 17 sind App-Arbeitsspeicherlimits. Damit soll das System sicherstellen, dass Apps nie zu viel RAM verwenden. Auf diesem Wege soll die Gesamtleistung und Akkulaufzeit des Geräts verbessert werden.

Speziell für das Pixel 10a: Google erweitert die Dolmetschen-Funktion auf das aktuelle Mittelklasse-Pixel. Mithilfe von Speech-to-Speech-Übersetzung können damit Telefonate in Echtzeit übersetzt werden, um das Gesagte der Anrufenden mit dem Klang ihrer eigenen Stimme zu übersetzen. Dolmetschen auf dem Pixel 10a unterstützt Google zufolge Übersetzungen zwischen Englisch und Deutsch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch sowie Hindi (in der Vorschau). Um die Funktion zu verwenden, öffnet man die Telefon-App, geht in die Einstellungen, tippt auf Dolmetschen und lädt die bevorzugten Sprachmodelle herunter.

In Google Fotos lassen sich Bilder nach Einspielen des Updates zudem in natürlicher Sprache bearbeiten. Die Funktion heißt „Frag Google Fotos“ und steht ab sofort in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien zur Verwendung bereit. Die Funktion setzt Gemini-Modelle ein und kann Nutzerinnen und Nutzern helfen, ein Foto schnell auszubessern oder eine komplexere, mehrstufige Bearbeitung vorzunehmen, erklärt das Unternehmen.

Android 17, begleitet vom Pixel Drop, landet zunächst auf Googles Pixel-Smartphones, -Foldables und dem Pixel Tablet. Das älteste kompatible Modell ist das Pixel 6, das neueste die Pixel-10-Reihe. Um zu prüfen, ob das Update schon verfügbar ist, begibt man sich in die Systemeinstellungen > System und tippt auf Softwareupdates > Systemupdates. Hier tippt man auf den großen Knopf „Auf Updates prüfen“. Nun sollte das Update angeboten werden. Der Download und Installation dauern in der Regel ein Weilchen. Man sollte das Gerät zudem besser ans Netzteil anschließen oder darauf achten, dass der Akku ausreichend voll ist.

Als Nächstes soll Samsung das große Update in Form von One UI 9 für erste Geräte anbieten. Hierbei dürfte es sich um die im Juli erwartete Galaxy-Z8-Reihe handeln. Später werden Hersteller wie Xiaomi, Oppo/Oneplus, Motorola, Nothing und weitere die neue Android-Iteration für einige Modelle anbieten.


(afl)



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Stop Killing Games: EU-Kommission lässt Gamer abblitzen


Nach der erfolgreichen Bürgerinitiative „Stop Destroying Videogames“ wird die EU-Kommission keine Schritte unternehmen, um die Rechtslage zu ändern. Stattdessen werde sie sich mit Verbrauchern und Publishern über mögliche Verbesserungen austauschen, teilte die Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Für Vertreter der Bürgerinitiative kommt das „nicht unerwartet“, sie sehen weiter Chancen für eine rechtliche Regelung durch das EU-Parlament.

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Hinter der Bürgerinitiative steht das Projekt „Stop Killing Games”, das von dem Youtuber Ross Scott ins Leben gerufen und inzwischen zur Lobbygruppe aufgebaut wurde. Die Aktivisten wollen erreichen, dass Spielehersteller ihre Spiele nicht einfach unbrauchbar machen dürfen, wenn sie zum Beispiel benötigte Server abschalten.

Die Initiative kam ins Rollen, als der französische Publisher Ubisoft sein MMO-Rennspiel „The Crew“ im April 2025 abschaltete und damit unspielbar machte. In Frankreich läuft in dieser Sache inzwischen ein von Verbraucherschützern angestrengtes Verfahren gegen Ubisoft. Ein ähnliches Schicksal erlangte Fans des VR-Shooters „Firewall Ultra“, denen Sony ein Jahr später den Saft abdrehte.

Mit der Unterschriftenaktion wurde die EU aufgefordert, dafür einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen. Nachdem europaweit knapp 1,3 Millionen Menschen für die Bürgerinitiative unterschrieben hatten, musste die EU-Kommission sich mit dem Thema befassen. Sie will sich nun mit Branchenvertretern und Gamern über „Möglichkeiten zur Verbesserung der Industriestandards“ austauschen.

„Wie es in der Branche üblich ist, hoffe ich, dass die Industrie den Spielergemeinschaften Gehör schenkt und sich auf bessere Auslaufregelungen einigt“, erklärt Kommissionsvizepräsidentin Henna Virkkunen. „Wir werden die notwendigen Schritte unternehmen, damit ein Dialog mit Vertretern der Verbraucher stattfinden kann.“

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Die Kommission könne „zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine rechtliche Verpflichtung vorschlagen“, heißt es in der Mitteilung unter Verweis auf die „bestehende Rechte an geistigem Eigentum“ der Publisher. Darüber hinaus seien Publisher durch die EU-Verbraucherrechte verpflichtet, klar über Nutzungsbedingungen zu informieren und eventuell Kosten zu erstatten.

„Anbieter von Videospielen müssen Verbraucher fair behandeln, auch wenn sie beschließen, ein Spiel einzustellen“, sagt der für Recht und Verbraucherschutz zuständige EU-Kommissar Michael McGrath. „Wenn sie die Bereitstellung eines Spiels früher als vertraglich vereinbart oder früher als von den Verbrauchern vernünftigerweise erwartet eingestellt, sollten die Spieler eine angemessene Rückerstattung erhalten.“

Die Spielebranche wehrt sich bisher gegen eine Verpflichtung, Server für ältere Spiele am Laufen zu halten. Die Publisher argumentieren, eine solche gesetzliche Pflicht würde die Spiele deutlich teurer machen. Zudem fürchten sie, auch für eventuell von Privatnutzern betriebene Server weiter haftbar gemacht werden zu können.

„Diese Entscheidung kommt nicht unerwartet“, teilte die Initiative auf X mit. „Aber wir waren darauf vorbereitet. Deshalb treiben wir gemeinsam mit dem Europaparlament die Aufnahme von Stop Killing Games in den Digital Fairness Act voran. Wir können auch ohne die Kommission und ihre Nichtentscheidung weitermachen.“

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Anhörung der Initiative im Europaparlament am 16. April 2026

Bei einer Anhörung des Europaparlaments im April erläuterte die Initiative ihre Forderungen. Im Mai stand das Thema im Parlament auf der Tagesordnung. Dabei signalisierten Vertreter verschiedener Fraktionen ihre Unterstützung, Regeln für den Erhalt von Computerspielen in den geplanten Digital Fairness Act zu übernehmen. Zugleich müssten auch die Interessen der Rechteinhaber gewahrt bleiben, hieß es.

Für eine klare rechtliche Regelung sprechen sich unter anderem die Sozialdemokraten im Europaparlament aus. „Wer Geld für ein Videospiel bezahlt, darf nicht irgendwann vor einem digitalen Totalschaden stehen, nur weil ein Konzern entscheidet, den Stecker zu ziehen“, sagt der Abgeordnete Tiemo Wölken, der auch im Rechtsausschuss des Parlaments sitzt. „Statt zu handeln, will die Kommission die Initiative mit bedeutungsloser Symbolpolitik abspeisen.“


(vbr)



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