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Porträt der Woche: Nicolai Diekmann & Studio N › PAGE online


PAGE gefällt…: Grafikdesign und Illustrationen von Nicolai Diekmann und seinem Studio N aus Hamburg, das kraftvoll und reduziert Musik sichtbar macht und Fritten mit Style versieht – und in feinen Linien und mit viel Gefühl auch mal Intimes visualisiert.

Porträt der Woche: Nicolai Diekmann & Studio N › PAGE online

Name Nicolai Diekmann (Studio N)

Location Hamburg

Web studio-n.xyz

Start Ich begann ganz klassisch mit Stift und Papier – zuerst krakelnd bunt, bis ich die Möglichkeit des Abpausens entdeckte. Thematisch verlor ich mich früh in riesigen Bleistiftportraits historisch bekannter Native Americans. Möglicherweise hatte ich zu diesem Zeitpunkt etwas zu viel von heute fragwürdiger Karl-May-Literatur gelesen. Im Laufe der Zeit entwickelten sich die Motive immer freier; die Vorlagen dienten schließlich nur noch der Inspiration und verschwanden.
Da mich das Zeichnen von da an ständig begleitete, war ein Schwerpunkt im Studium der nächste logische Schritt. Das Studium des Kommunikationsdesigns ermöglichte es mir, mich in der Illustration weiterzuentwickeln und neue Themen wie Typografie und Corporate Design zu erschließen. Aus einem Sicherheitsbedürfnis und einer wachsenden Faszination für diese Bereiche erweiterte ich nach dem Studium meinen Fokus auf Illustration, Corporate Design und Packaging.
Seit 2024 bin ich mit meinem Studio N frei und unabhängig unterwegs. Studio N ist Büro, Werkstatt und Atelier in einem – ein Raum, in dem Ideen entstehen. Dort gestalte ich Konzepte, Corporate Designs und typografisch/visuell fundierte Markenerlebnisse.

Stil Stilistisch arbeite ich kontrastreich, um interessante Spannungsfelder und Perspektiven visuell herauszuarbeiten. Ein wenig Schweizer Typografie hier, filigrane oder organische Formen dort. Reduziert, kraftvoll und linienbetont – geprägt von konzeptioneller Klarheit, guter Typografie und interessanten Kompositionen.
Meine Illustrationen ergänzen das visuelle Spektrum sowohl im Corporate Kontext als auch bei freieren Arbeiten. Mythologische Anleihen und sozial-ökologische Themen fließen spielerisch in die Gestaltung ein. Surreale und groteske innere Themen treffen auf eine dunkle, aber auch spielerische oder humorvolle Ästhetik. In diesem Kontext arbeite ich viel mit visuellen Metaphern, um Sachverhalte und Situationen zu verdeutlichen.

Lieblingsmotive Im Corporate Design haben wir die Möglichkeit, viele oft fachfremde Themen zu hinterfragen und visuell aufzubereiten. Das macht unheimlich viel Spaß, allerdings ist die Frage nach Lieblingsmotiven eher sekundär, da die Wünsche der Kund:innen im Vordergrund stehen.
In der Illustration lande ich häufig bei mythologischen Figuren und Szenen, um Dinge visuell zu erklären oder zu begleiten. Menschen und Charaktere befinden sich oft in geometrisch konstruierten Räumen, die mit organischen Elementen und Pflanzen kombiniert werden.

Technik Ich starte immer analog mit Stift und Papier – das spätere Linework erfolgt mit Fineliner oder Tusche. Das gilt sowohl für meine Grafik- als auch für Illustrationsarbeiten. Meist arbeite ich mit kleinen Thumbnails, die als erste Ideensnippets dienen und dann skaliert und verfeinert werden. Sobald ich zufrieden bin, wird alles digital – ganz klassisch in Photoshop oder Illustrator. Bei kleineren Animationen arbeite ich Frame-by-Frame.

Inspiration Inspiration findet sich überall – in den kleinsten Alltagssituationen oder in einer ungesehenen Handbewegung. Kontraste, Begegnungen, Perspektivwechsel und Reisen helfen mir, diese Dinge bewusst zu machen. Auf meiner letzten Japanreise haben mich vor allem kleine, handwerkliche Besonderheiten fasziniert, die dort vermutlich ganz normal sind. Die Art und Weise, wie Gärtner Bäume schneiden oder ihr Auge fürs Detail, hat mich besonders beeindruckt.

Kunden Von Agenturen wie loved, Will Matthews Studio, Strichpunkt u.a., zu the Fritten, Days with us, Tee Zwanck, Blue Farm, Boutique Music, WhoIsWho u.a. – und Kollaborationen mit Jeremias Diekmann, Maik Beimdiek, Felix Hackmann etc. 
Ist vieles dabei.

Agent:in

Produktsetting für Tee Zwanck. Zwei weiße Standbodenbeutel in verschiedenen Größen und eine orangefarbene Metalldose mit Z-Logo sind auf Natursteinen arrangiert. Alle Produkte zeigen das neue Markendesign mit schwarzem Z-Logo und orangefarbenen Etiketten, im Hintergrund ein warmer dunkler Hintergrund.
CI »Tee Zwanck«: Neues Packaging Bild: Nicolai Diekmann
Merchandise-Sweater für The Fritten. Eine Person trägt einen beigefarbenen Oversize-Sweatshirt mit dem Rücken zur Kamera. Auf dem Rücken ist in großen orangefarbenen Buchstaben der Schriftzug »LET'S FRY HIGH« aufgedruckt, in zwei Schriften gesetzt. Der warme Hintergrund zeigt eine Holzverkleidung.
CI »the fritten«: Kreativberatung + Sweater Bild: Nicolai Diekmann
Wahlkampf-Poster zur deutschen Bundestagswahl 2025, gestaltet im Risographie-Stil. Auf einem leuchtend grün-blauen Farbverlauf-Hintergrund mit Rasterpunkt-Textur laufen comichafte Figuren mit Wahlbriefen. In zwei Abschnitten stehen die Aufrufe »Go Vote Now – For Climate Justice« und »Go Vote Now – Against Nazis (AfD)«.
Election, 2025: Freie Animation Bild: Nicolai Diekmann
Bandcover für BOUTIQUE Music Label, 2025. Mehrere Personensilhouetten sind unscharf und überlagert in warmen Orangetönen fotografiert. Am oberen Bildrand befindet sich die Jahreszahl 2025 in einem ovalen Rahmen, unten ist das schwarze BOUTIQUE-Wortlogo platziert.
CI Musiclabel »Boutique«: Logo Bild: Nicolai Diekmann
Sechs Illustrationen aus dem Buch »FAQ You« zum Thema Masturbation. Die Bilder zeigen stilisierte, schwarze Körpersilhouetten und isolierte Körperteile auf abwechselnd rosa und hellblauem Hintergrund. Ergänzende Linienzeichnungen und kleine Farbakzente in Gelb, Blau und Rot verleihen den Illustrationen eine dynamische, abstrakte Qualität.
»FAQYou« Buch: Illustration, Thema Masturbation Bild: Nicolai Diekmann

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Selbstbewusster bluten jetzt auch mit o.b. › PAGE online


»Für alle Tage«: Die erste Kampagne der Ogilvy Group Germany für o.b. ist erschienen. Sie hat Energie und holt die weltweit äußerst erfolgreiche Tamponmarke ins Jetzt – und auf einen Boden, den andere zuvor bereitet haben.

Selbstbewusster bluten jetzt auch mit o.b. › PAGE onlineBild: Tian.sthr

Schicke Menstruationsunterwäsche von Ora, in der sich leicht bekleidete, illustrierte Damen rekeln, coole Menstruationscups, juicy »Lippenbekenntnisse« von BBDO und sogar Pantone hat bereits vor Jahren ein Menstruationsrot herausgebracht, um zu unterstützen, dass ohne Scham über Menstruation gesprochen wird.

Jetzt zieht o.b., eine der größten Marken in Sachen Menstruation weltweit, nach. Unglaubliche zwei Milliarden Tampons werden jährlich in Wuppertal-Heckinghausen hergestellt und in mehr als 40 Länder exportiert.

1950 gegründet, hat sich o.b. (dessen Abkürzung für »ohne Binde« steht) in der Kommunikation bisher ganz auf seine Rolle als Klassiker verlassen. Die Marke hat sich in verschiedenen Blautönen präsentiert, mit einem leicht frischen, aber vor allem klinischen Touch. Abgesehen von Limited Editions sind die Tampons bis heute dezent verpackt.

Doch das Verhältnis zum weiblichen Körper hat sich verändert. Junge Marken sind auf den Markt gestürmt, die sich vehement gegen die Scham stemmen, mit der die Menstruation so lange belegt war, die sich augenzwinkernd, frech oder auch mal freizügig geben.

Und o.b. zieht jetzt nach.

ob, ob, ob …

Nachdem WPP, die Agenturgruppe zu der die Ogilvy Group gehört, den globalen Etat von Kenvue, dem weltweit umsatzstärksten Anbieter im Bereich Consumer Health, gewonnen hat, zu dem o.b. gehört, ist jetzt die erste große Kampagne erschienen.

Und das für Deutschland, Tschechien, Polen, Ungarn und die Slowakei – und mit der neuen Markenplattform »o.b. für
alle Tage«.

Das Team, das sie entwickelt hat, bestand aus Kreativen von Ogilvy, thjnk und loved und wendet sich besonders auch an junge Frauen und die folgenden Generationen.

Das o.b. dabei in ein »ob« zu verwandeln, was sich mannigfach wiederholt, ist eine clevere Idee.

»ob Durchhängen, ob Durchziehen, ob Hitzewellen, ob Druckwellen, ob, ob, ob … o.b.» heißt es in der Kampagne, die verschiedene Gemütszustände, die man während der Menstruation haben kann, anspricht.

Schön platziert in einem der Spots ist das T-Shirt einer jungen Frau mit dem wohlbekannten, feministischen Spruch »Anything you can do, I do bleeding«.

Das Türkisblau, für das o.b. so bekannt ist, wird jetzt mit einem kräftigen Rot kombiniert und rückt so ein wenig von dem klinisch-sauberen Image der Marke ab – und in eine Zeit hinein, in der die Menstruation längst kein Tabu mehr ist.

Ganz im Gegenteil wird Menstruation als Teil der Selbstermächtigung gefeiert.

Und da ist o.b. jetzt auch dabei. Das ist nicht revolutionär, aber es war Zeit.



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Berlin Design Week 2026: Design braucht eine laute Stimme, lauter als bisher › PAGE online


Der Auftakt brachte abwechslungsreiche Themen und gegensätzliche Meinungen an einen Tisch. Mit der Hauptstadt im Fokus ging es um konkrete Wünsche an die Designszene – auch über die Stadtgrenzen hinaus. Die zahlreichen Wortmeldungen aus dem Publikum machten das Panel wunderbar lebendig!

Berlin Design Week 2026: Design braucht eine laute Stimme, lauter als bisher › PAGE online
v. l. n. r.: Ake Rudolph (IDZ), Regina Hanke (BEDA), Julia Krüger (Senior Innovation Manager Kreativ- und Medienwirtschaft, Berlin Partner), Dara Sepehri (Deutscher Designtag), Alexandra Klatt (state of DESIGN GmbH, Berlin Design Week) // Foto: PAGE-Redaktion

 

20 Jahre Berlin UNESCO City of Design, 10 Jahre Berlin Design Week. Wenn das kein Grund zum Feiern, Netzwerken und Debattieren ist! Am Donnerstag startete die Berlin Design Week in Kreuzberg in der »Macherei« unter dem Motto »Design Real«. In Zeiten, in denen sich wahnsinnig viel verändert und alles ständig in Bewegung ist, scheint dieses Motto mehr als passend – wenn nicht gar absolut notwendig. Denn wir müssen reden: über alles, was sich bewegt, was Design heute eigentlich ist und wo Gestaltung verortet sein kann.

Beim Auftakt der Berlin Design Week hatte sich am vergangenen Donnerstag im Anschluss an die Short Bits zum »Design Day Panel« eine Runde unterschiedlicher Stakeholder auf der Bühne zusammengefunden.

Unter der Moderation der Gründerin und Leiterin Alexandra Klatt (state of DESIGN GmbH, Berlin Design Week) diskutierten Julia Krüger (Senior Innovation Manager Kreativ- und Medienwirtschaft, Berlin Partner), Dara Sepehri (Deutscher Designtag), Regina Hanke (BEDA) und Ake Rudolph (IDZ).

Design-Lobby, Design-Disziplinen, Design-Strategien

Und es wurde rege debattiert! Über Politik, Forschung und Design und natürlich über die Schnittstellen dazwischen. Während des Panels ging es stets hin und her, zwischen Themen, zwischen den Sprecher:innen und auch – besonders erfreulich! – zwischen Publikumsmeldungen. Es bestand ein sehr großes Interesse daran, Meinungen auszutauschen und über verschiedene Fragen zu diskutieren: Was kann die so unterschiedlichen Design-Disziplinen, mit denen wir es zu tun haben, trennen, aber was eint sie gleichermaßen? Ist Design eher ein offenes Feld oder bleiben es »abgegrenzte« Disziplinen? Wer ist eigentlich die »Design-Lobby«, wenn die Designwirtschaft in Deutschland so fragmentiert ist? Die eine Person kann es ja gar nicht geben. Manche mochten übrigens den Begriff Lobby weniger gern.

Und weiter: Was kann Design für Strategien entwickeln, um Brücken in den Markt zu bauen? Welche Vision von Design gibt es für die Zukunft? Es wurde dazu beispielsweise kommentiert, dass es die eine Vision nicht geben könne, weil Designer:in X aus einem Großkonzern völlig andere Bedürfnisse hat als Designer:in Y aus dem Freelance-Bereich.

Es gab noch viele weitere Fragen, die in diesem Rahmen nur angeschnitten werden konnten. Eines wurde jedoch klar: Der Bedarf an Austausch ist groß, da viel Umbruch und Unsicherheit herrschen.

Ist Berlin cool als Designstandort?!

Die Stimmen aus dem Publikum zeigten: Für die einen ist Berlin gar kein cooler Designstandort, für die anderen eben doch. Viele Kreative empfinden die fragmentierte Landschaft als anstrengend und unübersichtlich. Gleichzeitig bewegt sich enorm viel: Vor allem die New-Media-Szene sei in Berlin stark aufgestellt, und auch die Pictoplasma wurde als wegweisende, wichtige Veranstaltung hervorgehoben.

Die Hauptstadt musste allerdings auch Kritik einstecken und wurde als hässlich bezeichnet, was gewissermaßen stimmt, aber eben stark davon abhängt, wo genau man sich gerade befindet. Sicher ist, dass Berlin als Designstandort eigensinnig ist und – wie es eine Stimme aus dem Publikum charmant ausdrückte – ein gutes Herz hat. Manche lieben sie, manche weniger. Aber genau das macht die Stadt zu einem pulsierenden Ort, der immer wieder Zündstoff für Diskussionen parat hält.

Wünsche an die Designszene

Letztlich konnten viele gestellte Fragen natürlich nur in Teilen oder nicht richtig final beantwortet werden, was in einem circa einstündigen Panel auch nicht das primäre Ziel ist. Wichtig ist schließlich, die Fragen überhaupt zu stellen. Passend dazu forderte Moderatorin Alexandra Klatt die Runde zum Abschluss auf, ihre konkreten Forderungen an die Kreativbranche zu formulieren. Heraus kamen einige konkrete Wünsche! Darunter:

Alle Designschaffenden sollten ein Teil von Designverbänden, Netzwerken oder Kreativ-Communitys sein und so einen kleinen Beitrag zur Kreativwirtschaft und die gesamte Netzwerkkultur leisten. Gewünscht wird außerdem eine Strategie, um Design und die Szene zu transformieren und weiter voranzutreiben. Denn Design kann und sollte Brücken in die Märkte bauen. Und wir müssen uns weiter die Frage stellen, wo Design in der Zukunft Mehrwert schaffen kann. Es braucht lokal bezogen obendrein eine Art »Berlin-Strategie«.

Das Wichtigste überhaupt: Design braucht zukünftig eine sehr laute Stimme. Lauter als bisher.



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Signal des Aufbruchs? FDP kehrt zur bewährten visuellen Identität zurück – Design Tagebuch


Die FDP hat sich auf ihrem Bundesparteitag in Berlin personell und visuell neu aufgestellt. Vor dem Hintergrund des eingeleiteten Reformprozesses präsentiert sich die FDP mit veränderter visueller Identität. Bereits zu früheren Zeiten verwendete, nun wieder reaktivierte Gestaltungsmittel wie die Farbgebung Blau-Gelb sollen Aufbruchstimmung verbreiten.

Der 77. Ordentliche Bundesparteitag der FDP war geprägt von personellen Weichenstellungen und strukturellen Veränderungen. Mit 59,3 Prozent der Delegiertenstimmen ist der 74-jährige Wolfgang Kubicki zum neuen Vorsitzenden der FDP gewählt worden. Nachdem die Partei bei vergangenen Wahlen herbe Niederlagen verkraften musste, steht sie vor einem Neuanfang. Auch im Visuellen vollzieht die FDP einen Wandel. Die Parteiführung beschreibt den Prozess als Erneuerung „aus der Partei heraus“. FDP-Vize Svenja Hahn spricht von einer „Antwort auf den Wunsch der Basis nach einer modernen, schlagkräftigen und einladenden FDP“.

Das neue visuelle Erscheinungsbild knüpft stark an die Tradition des früheren Corporate Designs der Partei an und vermittelt damit, in einer Phase des politischen Neustarts, eine gewisse Kontinuität. „Neustart Deutschland“ lautet auch der Titel des Leitantrags, mit dem die Partei ihren Anspruch als „Reformmotor in Deutschland“ formuliert.

Neustart mit bewährten Mitteln

Bei ihrem visuellen Wandel setzt die Partei klar auf Rückbesinnung. Im Zentrum steht ein neues Parteilogo. Zuletzt hatte die FDP ihr Corporate Design 2015 umfassend überarbeitet und bei diesem Schritt auch ihr Parteilogo geändert (dt berichtete). Auf eine Slab-Serifenschrift (PMN Caecilia) folgt nun eine kräftige Groteskschrift.

Viele Unternehmen und Marken sind in den letzten Jahren zu ihren früheren Logos/Signets zurückgekehrt und versuchen auf diese Weise die Marke zu emotionalisieren. Volkswagen, Pepsi, Burger King, Bahlsen, Reebok, Pizza Hut und viele andere Marken dokumentieren eine regelrechte Rückbesinnungswelle, von der zuletzt auch der VfL Wolfsburg erfasst wurde. In Zeiten, in denen immer mehr Menschen ihren Alltag als unübersichtlich, unwägbar und unsicher empfinden, sehnen sich viele nach Verlässlichkeit und Stabilität. Marken fungieren als eine Art Vertrauensanker. Auch die FDP folgt dem Prinzip „Back to the Roots“.

FDP Logo – vorher und nachher, Bildquelle: FDP, Bildmontage: dt
FDP Logo – vorher und nachher, Bildquelle: FDP, Bildmontage: dt

In dem von der FDP bis 2015 genutzten Parteilogo (Abb. ganz links) sind die Lettern in der von Kurt Weidemann gezeichneten Corporate S gesetzt. Das in den Jahren 2015 bis 2026 verwendete Logo mit ausgeschriebener Wortmarke „Freie Demokraten“ basiert auf der Slabserife PMN Caecilia. Jetzt wechselt die Partei wieder auf eine Groteskschrift.

Das FDP-Kürzel ist fortan in den fetten, serifenlosen Lettern eines Helvetica-Derivats gesetzt. Im Webauftritt unter fdp.de ist das Logo blau auf weißem Grund dargestellt, während als Profibild ein gelbes FDP-Kürzel auf blauem Grund verwendet wird. Enge Zeichenzwischenräume verstärken die Robustheit. Die Schlichtheit der Zeichen signalisiert einen funktionalen Pragmatismus.

Als ergänzende Hausschrift setzt die FDP künftig auf die Public Sans (entworfen von USWDS, Dan Williams, Pablo Impallari, Rodrigo Fuenzalida). In den von der Partei am Wochenende veröffentlichten Social Posts sind Texte und Überschriften in dieser modernen Groteskschrift gesetzt.

Auch beim Farbspektrum setzt die Partei bewusst auf frühere und vertraute Codes. Blau und Gelb fungieren wieder als Primärfarben, wie schon zur Ära von Guido Westerwelle (2001–2011) oder von Hans-Dietrich Genscher (1974–1985). Magenta und Cyan, unter dem Vorsitz von Christian Lindner eingeführt, haben ausgedient.

Im Zuge der Einführung des Erscheinungsbildes der Lindner-Ära im Jahr 2015 und der Umstellung auf Gelb, Magenta und Cyan als Parteifarben kommentierte Kubicki damals: „Gelegentlich muss man mal die Tapeten wieder neu streichen oder überkleben, um festzustellen, in was für einer tollen Wohnung man lebt“. Das aktuelle Redesign wurde weder im Rahmen des Bundesparteitages eingehend thematisiert, noch wurde dem veränderten Erscheinungsbild seitens der Partei eine Pressemeldung gewidmet. Eine Anfrage an die Pressestelle wurde bislang nicht beantwortet.

FDP Claim: „Wo Freiheit ist, ist alles möglich.“, Quelle: FDP
FDP Claim: „Wo Freiheit ist, ist alles möglich.“, Quelle: FDP

Der Weg des Neuanfangs beginnt für FDP mit der Rückkehr zum Bekannten. Neue Stilelemente gibt es auch, wie den Orange-Gelb-Blau-Farbverlauf, der Sonnenaufgangsstimmung verbreiten und so den personellen und inhaltlichen Neustart auf der visuellen Ebene unterstreichen soll (Abb. oben).

Als neuen Marken-Claim setzt die Partei künftig auf: „Wo Freiheit ist, ist alles möglich“.

Ob der personelle Wechsel verbunden mit dem visuellen Wandel politisch Wirkung entfalten kann und eine Rückkehr in die Parlamente gelingt, wird sich zeigen. In Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern stehen im Herbst Landtagswahlen an. Bis dahin will die Partei ein neues Grundsatzprogramm beschließen.

Wie bewerten dt-Leser das Design? Kann vom neuen visuellen Erscheinungsbild der FDP ein Signal des Aufbruchs ausgehen oder ist die vollzogene Rückkehr zum Bewährten der falsche kommunikative Ansatz? #Diskussion

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