Premium-Limousine mit KI-Power: Der Xpeng P7+ kommt
Eine neue Limousine schickt sich an, das Feld von hinten aufzurollen. Xpeng bringt den Xpeng P7+ nach Deutschland und stattet ihn mit attraktiver Technik aus. Das neue E-Auto tritt in direkte Konkurrenz zum VW ID.7.
Ein neues E-Auto mischt die Oberklasse auf! Mit dem Xpeng P7+ bringt der chinesische Hersteller eine richtig schicke Fastback-Limousine nach Deutschland – und will damit ganz klar dem VW ID.7 Konkurrenz machen. Das neue E-Auto wurde auf der Brüssel Motor Show 2026 vorgestellt und ist das erste Modell der Marke, das offiziell als „KI-definiertes Fahrzeug“ gilt. Ab April 2026 steht der Stromer bei uns auf der Straße, konfigurieren könnt Ihr ihn aber schon jetzt bequem online.
Schick, schnell, smart: Technik trifft Design
Der P7+ setzt auf sportliche Eleganz und richtig starke Technik. Besonders spannend: Die 800-Volt-Architektur sorgt für ultraschnelles Laden – bis zu 446 kW Ladeleistung sind drin (max. 350 kW in der Basisversion). So ist der Akku in rund 12 Minuten von 10 auf 80 Prozent voll. Je nach Version schafft das Modell bis zu 530 Kilometer Reichweite nach WLTP. Realistisch dürft Ihr aber auf der Autobahn mit etwa 400 bis 450 Kilometern rechnen.
Beim Antrieb habt ihr die Wahl zwischen drei Varianten:
Von 0 auf 100 km/h geht’s – je nach Modell – in 6,9 bis 4,3 Sekunden. Schluss ist bei 200 km/h.
KI im Cockpit und Platz im Kofferraum
Herzstück des neuen P7+ ist der Turing AI Chip von Xpeng. Der sorgt mit seiner Rechenpower für smarte Assistenzsysteme, sicherere Fahrten und ein intelligentes Cockpit-Erlebnis. Auch praktisch: Der Kofferraum fasst 573 Liter, die sich auf bis zu 1.931 Liter erweitern lassen – da passt das ganze Urlaubsgepäck locker rein.
Modern und schlicht: das Cockpit des Xpeng P7+. Bildquelle: Xpeng
Produktion in Europa – für Europa
Ein echtes Plus für uns: Der Xpeng P7+ wird direkt in Europa gebaut – genauer gesagt bei Magna Steyr in Graz. Das bedeutet kürzere Lieferzeiten und einfacheren Service. Xpeng verfolgt mit dem P7+ konsequent seine „Aus Europa für Europa“-Strategie, die mit den Modellen G6 (Fahrbericht) und G9 (Fahrbericht) begonnen hat. Außerdem hat das junge Unternehmen 2025 ein F&E-Zentrum in München eröffnet – weitere neue E-Auto-Modelle sollen bald folgen.
Preis, Ausstattungen und Marktstart
Und was kostet der neue Xpeng P7+? Los geht’s bei 46.600 Euro für die Basisversion mit Heckantrieb und 19-Zoll-Felgen. Wer maximale Power will, greift zum AWD Performance – ab 53.600 Euro inklusive 20-Zoll-Felgen. Eine elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung (bis 1,5 Tonnen Zugkraft sind garantiert) gibt’s optional für 1.190 Euro. Die ersten Auslieferungen starten im April 2026.
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Nach dem „Anti-Melt-Kabel“ von Cybenetics (Test), einem potenziell günstigen Produkt, steht mit dem Thermal Grizzly WireView Pro II das nächste Werkzeug im Test, das Grafikkarten für stolze 120 Euro vor Schäden am 12V-2×6-Stromstecker schützen soll. Wie das in der Praxis funktioniert, klärt der Test.
Das Thermal Grizzly WireView Pro II im Test
Der 12V-2×6-Stromstecker sorgt immer wieder für Schäden an Grafikkarten. Vor allem die teuren Modelle mit gleichzeitig sehr hoher Leistungsaufnahme wie GeForce RTX 5090 und GeForce RTX 4090 sind davon betroffen. Ganz gleich welche Grafikkarte im Rechner steckt, welches Netzteil verbaut ist, welches Kabel als Verbindung genutzt wird und wie fest das Kabel in den Stecker gedrückt wird: Die 12V-2×6-Verbindung kann unbemerkt kritisch werden. Und kritisch bedeutet dann leider oft schmorende Stecker, beschädigte Grafikkarten und je nachdem auch ein beschädigtes Netzteil.
Das in dieser Woche bereits getestete Anti-Melt-Kabel von Cybenetics (Test) ist ein sehr guter, breit kompatibler und potenziell recht kostengünstiger Schutz vor Schäden an der eigenen Hardware. Doch ob es jemals in den Verkauf gehen wird, ist aktuell noch unklar.
Einen Schritt weiter ist dagegen Thermal Grizzly mit dem WireView Pro II. Das Produkt unterscheidet sich zwar deutlich vom Anti-Melt-Kabel und ist mit einem Preis von 120 Euro auch nicht günstig, schützt die Hardware aber genauso effektiv – und bietet noch weitere Funktionen. Die Kehrseite der Medaille: die Kompatibilität ist etwas eingeschränkt.
Die Unterschiede zwischen beiden Produkten fangen bereits beim Formfaktor an. Denn das WireView Pro II ist kein einfaches Kabel, sondern eine kleine Elektronik-Box, die auf den 12V-2×6-Stromstecker der Grafikkarte gesetzt wird. Das Netzteilkabel wird ebenso an das Gerät angeschlossen und damit gibt es eine direkte Verbindung.
Das Thermal Grizzly WireView Pro II im Test
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Das Thermal Grizzly WireView Pro II im Test
Viel Luxus mit Display, aber nicht immer kompatibel
Die Bauweise der Thermal-Grizzly-Lösung hat ihre Vor- und Nachteile. Ein Problem zum Beispiel ist, dass das Gerät nicht mit jeder Grafikkarte kompatibel ist. Ist der Stromstecker zu tief oder schräg auf dem PCB platziert, kollidiert das Gehäuse des WireView Pro II mit der Grafikkarte. Nvidias Founders Edition der RTX-5000-Modelle sind also nicht kompatibel. Dasselbe gilt für weitere 3D-Beschleuniger, vor allem Produkte von Asus (z.B. ROG Matrix), Gigabyte, MSI und Zotac sind betroffen.
Das klingt nun schlimmer als es ist, die meisten Grafikkarten passen. Aber eben nicht alle, was es vor dem Kauf zu bedenken gilt. Thermal Grizzly bietet eine umfassende Kompatibilitätsliste (PDF) an. Wer seine Grafikkarte nicht auf dieser Liste findet, soll sich vor dem Kauf an den Support wenden.
Auch beim CPU-Kühler muss ein wenig aufgepasst werden. Vor allem sehr große Kühler wie zum Beispiel der Noctua NH-D15 G2 können je nach Grafikkarte beziehungsweise Positionierung des Stromanschlusses den Einbau verhindern. Hier kann es hilfreich sein, einen Blick auf die Abmessungen des WireViews (PDF) zu werfen. Wer seine Grafikkarte dort noch nicht findet, soll den Support kontaktieren.
Darüber hinaus gibt es das WireView Pro II in zwei Konfigurationen beziehungsweise Richtungen: „Normal“ und „Reversed“. Je nach verbauter Richtung des Stromsteckers wird die N-Variante (Sense-Pins Richtung PCB) oder die R-Variante (Sense-Pins Richtung Grafikkarten-Lüfter) benötigt.
Den WireView Pro II gibt es „Normal“ und „Reverse“, je nachdem, wie die eigene Grafikkarte bestückt ist (Bild: Thermal Grizzly)
Mit kleinem Lüfter, der nicht immer läuft
Das sind die Nachteile des Designs des WireView Pro II, aber natürlich gibt es auch Vorteile. So hat das Gerät zum Beispiel einen kleinen Lüfter verbaut. Da die beiden Stromstecker von Grafikkarte und Netzteil auf engem Raum zusammengebaut sind, entsteht schnell eine große Hitze. Der im Durchmesser 30 mm große Lüfter soll die Temperaturen niedrig halten. Es gibt eine Lüftersteuerung, die die Lüftergeschwindigkeit im Bereich von 0 bis 100 Prozent regelt. Ab 51 Grad Celsius, gemessen in beiden Stromverbindungen (In und Out), dreht der Lüfter mit 10 Prozent und in 3-Grad-Schritten wird die Drehzahl dann um weitere 10 Prozent erhöht. 100 Prozent liegen ab 78 Grad an.
Das Thermal Grizzly WireView Pro II im Test
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Das Thermal Grizzly WireView Pro II im Test
Der Lüfter selbst ist bei jeder Drehzahl hörbar, wobei es zwischen 10 und 100 Prozent akustisch kaum einen Unterschied gibt. Der Geräuschpegel ist niedrig genug, sodass er im Spielebetrieb zumindest bei den meisten Grafikkarten-Modellen untergehen wird. Die gute Nachricht ist zudem, dass er erst bei einer gemessenen Temperatur von 51 Grad Celsius anspringt. Auf dem Windows-Desktop steht er also still, sodass das WireView Pro II dann lautlos ist.
Die Ansicht des Displays lässt sich konfigurieren
Der größte Vorteil der Bauweise des WireView Pro II ist aber ein anderer: Es gibt ein Display. Dieses bietet verschiedene Ansichten, die mittels eines kleinen Knopfes durchgeschaltet werden können. Die Ansichten geben dann verschiedene Informationen aus und bereiten alle Messdaten, die das Gerät bietet, optisch auf. Und das sind durchaus eine ganze Menge.
Die Hauptansicht zeigt gleich sämtliche Daten an, jedoch gehen manche Details verloren. Die aktuelle Leistungsaufnahme über den Stromstecker wird angezeigt, die höchste gemessene Temperatur an beiden Stromsteckern, den Status des Lüfters, die maximal erlaubte Leistungsaufnahme über das Stromkabel zur Grafikkarte und die Stromstärke über alle sechs Stromleitungen des Kabels. Letztere wird aber nur grob als Grafik ohne genauen Zahlenwert angezeigt.
Die zweite Ansicht beschränkt sich dann auf einige wenige Messwerte und hält es eher simpel, dafür aber deutlich übersichtlicher. Die restlichen Ansichten geben dann die Details wieder. Die Stromstärke aller Leitungen mitsamt genauen Messwerten kann protokolliert werden sowie die separaten Temperaturen beider Stromstecker (In und Out). Darüber hinaus können auf dem Bildschirm die Messwerte zweier optional anschließbarer Temperatursensoren dargestellt werden, die im Lieferumfang enthalten sind.
Die Display-Informationen des Thermal Grizzly WireView Pro II
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Die Display-Informationen des Thermal Grizzly WireView Pro II
Das Display selbst nutzt ein TFT-IPS-Panel und ist im Praxis-Einsatz gut ablesbar. Auch durch eine geschlossene Glas-Seitentür ist das Display gut zu entziffern. Die Helligkeit kann konfiguriert werden, genau zehn Helligkeitsstufen stehen zur Verfügung. Die höchste Stufe lässt auch den Betrieb bei Tageslicht problemlos zu. Was leider nicht geht, ist das Display völlig abzuschalten, es bleibt durchweg aktiv. Das kann unter Umständen stören, hier sollte Thermal Grizzly in Zukunft auch ein vollständiges Abschalten erlauben. Dies könnte vermutlich problemlos durch ein Firmware-Update ermöglicht werden. Das kann grundsätzlich über einen USB-Type-C-Anschluss durchgeführt werden und Update sind per se auch geplant.
Vielfältige Konfiguration per Display
Das Display erlaubt nicht nur die optische Darstellung sämtlicher Messdaten, auch die Optionen können darüber eingestellt werden. Und davon gibt es eine ganze Menge. Es können verschiedene Skalierungsstufen der Displaydarstellung gewählt werden. Sich maximal 10 Ampere darstellen zu lassen, ergibt zwar auf einer GeForce RTX 5090 Sinn, auf einer GeForce RTX 5070 aber kaum.
Nicht nur die optische Darstellung des Displays kann konfiguriert werden, sondern auch die Limits für die Schutzfunktionen: Ab welcher Stromstärke, Temperatur und Leistungsaufnahme gewarnt wird, ist konfigurierbar. Dasselbe gilt auch für eine manuell gesetzte Lüfterdrehzahl und nach wie vielen Sekunden Überschreitung der gesetzten Parameter Warnungen ausgegeben werden sollen. Genaue Details der Einstellmöglichkeiten finden sich in der folgenden Liste.
Die Einstellmöglichkeiten des WireView Pro II
Display-Skalierung mit 5 A, 10 A (Standard), 15 A, 20 A
Display-Leistungsaufnahme mit 300 Watt und 600 Watt (Standard)
Display-Temperaturquelle: Kabel-Eingang, Kabel-Ausgang, Extern 1 oder Extern 2
Lüftersteuerung: Auto (Standard), 0 bis 100 %
Stromstärke Limit pro Pin: 0,5 A bis 20 A, 10 A (Standard)
Total-Leistungsaufnahme Limit: 50 bis 1.550 Watt, 600 Watt (Standard)
Temperatur-Limit: 5 bis 125°C, 80°C (Standard)
Wartezeit Auto-Shutdown: 1 bis 250 Sekunden, 10 Sekunden (Standard)
Shutdown-Verhalten: lang oder kurz gedrückte Power-Taste
Display-Rotation: 0 oder 180°
Display-Helligkeit: 10 bis 100 %
Die Software zeigt Potenzial – ist aber noch nicht fertig
Der USB-Type-C-Anschluss beim WireView Pro II ist nicht nur für Firmware-Updates gedacht, darüber hinaus arbeitet Thermal Grizzly auch an einer Windows-Software. Die Betonung liegt dabei aber auf „arbeitet noch“, denn sie ist noch nicht fertig und macht auch noch Probleme. Sie ist aktuell noch nicht für den dauernden Einsatz geeignet, zeigt aber, in welche Richtung die Entwicklung läuft – und diese ist positiv.
Die Software kann schlussendlich dasselbe wie das Display des Gerätes, ist nur viel übersichtlicher und es muss nicht für jede Information auf den WireView Pro II geblickt werden. Auch hier gibt es eine Übersichtsseite, konfigurierbare Detailseiten und es lässt sich einstellen, mit welcher Geschwindigkeit protokolliert werden soll. Darüber hinaus lässt sich das WireView Pro II mitsamt sämtlicher Limits und Warnungen auch über das Tool konfigurieren.
Die unfertige Beta-Software des Thermal Grizzly WireView Pro II
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Die unfertige Beta-Software des Thermal Grizzly WireView Pro II
Protokollierung und Einstellmöglichkeiten wissen zu gefallen, die Software selbst wird aber noch ein paar Wochen oder Monate benötigen. So einiges funktioniert noch nicht richtig, angefangen von der Skalierung der Grafiken über eine Log-Funktion, die noch nicht funktioniert und eine andauernde GPU-Last von 10 bis 20 Prozent. Mehr als kurz ausprobieren, was es in Zukunft geben wird, ist das aktuell noch nicht. Immerhin, funktional geht einem außer der Log-Funktion der Daten nichts verloren. Mit dem Tool wird die Überwachung aber deutlich komfortabler werden.
Zusatzgarantie inklusive
Das WireView Pro II bietet mehr als nur die Überwachung der Grafikkarte. Denn Thermal Grizzly gewährt auch eine erweiterte Garantie: Falls WireView Pro II genutzt wird und die Grafikkarte dennoch einen Schaden am Stromstecker bekommt, kommt Thermal Grizzly für eine kostenlose Reparatur des Stromsteckers auf oder übernimmt notfalls den kompletten Austausch der Grafikkarte – was natürlich den Preis des Produktes nach oben treibt.
Aber Vorsicht: Dafür ist es notwendig, dass sämtliche Überwachungsparameter des Tools sowie Schutzfunktionen auf den Standard-Werten gelassen werden. Das Tool speichert diese Funktionen und Werte intern (auch ohne funktionierende Software-Log-Funktion) einmal pro Minute auf einem kleinen Speicher ab und wenn Thermal Grizzly bei einem Schadensfall erkennt, dass die Standardwerte gesetzt gewesen sind, gilt die Garantie.
Die Garantie gilt unabhängig von der Grafikkarten-Garantie für zwei Jahre nach dem ersten Einsatz des WireView Pro II. Genaue Details zu den Garantiebedingungen (PDF) finden sich bei Thermal Grizzly.
Das WireView Pro II in der Praxis
Im Praxiseinsatz zeigt sich das WireView Pro II von seiner einfachen Seite. Einfach das Netzteilkabel mit dem Gerät verbinden, dann das WireView Pro II auf die Grafikkarte setzen, fertig.
Die Installation
Einzig die Reihenfolge ist zu beachten, denn wer diese verdreht, übt auf den ohnehin empfindlichen Grafikkarten-Stromstecker einen seitlichen Druck aus, der potenziell zu Schäden führen kann. Erwähnenswert ist zudem, dass das WireView ziemlich fest auf den Grafikkarten-Stecker gedrückt werden muss. Hier ist es also wichtig, gerade auf das Gerät zu drücken, um laterale Lasten zu vermeiden. Alle weiteren Nutzerinteraktionen sind nur optional für einen guten Schutz, aber nicht notwendig.
Das Gerät ist dabei primär für eine GeForce RTX 5090 konfiguriert, sowohl was das Display als auch was die Schutzfunktionen angeht. Letztere können für andere Grafikkarten gleich gelassen werden – die maximalen Lasten für den Stecker sind bei diesen ja genauso hoch. Doch ist es sinnvoll, die optischen Einstellungen auf dem Display zu ändern. 10 Ampere sollten auf einer normal funktionierenden GeForce RTX 5070 zum Beispiel nie erreicht werden, auch wenn sie auf einer RTX 5090 normal sind. Mit einer sinnvolleren Skalierung lassen sich die Informationen dann besser ablesen.
Optional per Software auslesbar
Ebenso optional ist der Anschluss des USB-Type-C-Kabels. Dieses wird für Firmware-Updates und für die später finale Software benötigt, ist für den normalen Betrieb aber nicht notwendig. Auch die zwei im Lieferumfang enthaltenen Temperatursensoren sind optional. In dieselbe Kategorie gehört ein weiteres Kabel, das mit dem Power-Pin des Mainboards verbunden wird. Dieses wird benötigt, damit das WireView Pro II im Notfall den Rechner herunterfahren kann. Die Funktion ist natürlich praktisch, aber kein Must-Have. Denn die Warnungen gibt das WireView Pro II auch ohne diese aus. Es muss dann nur entsprechend schnell auch mit dem sofortigem Beenden der Lastphase und am besten dem sofortigen Abschalten des PCs manuell reagiert werden.
Im Notfall: Alarm und Notabschaltung
Im Notfall reagiert das WireView Pro II folgendermaßen: Wird eine durchgängige Überschreitung der maximal festgelegten Stromstärke oder Temperatur festgestellt, wird nach 14 Sekunden (der Wert lässt sich nicht abändern) ein piepender Alarm über einen auf dem Gerät verbauten Buzzer ausgegeben. Dieser ist sehr gut zu hören und auch unter einem Headset problemlos zu bemerken. Zugleich wird auch eine Warnmeldung auf dem Display ausgegeben.
Wer das WireView Pro II nicht mit dem Power-Pin auf dem Mainboard verbunden hat, muss nun selbst tätig werden und sollte schnellstmöglich die GPU-Last beenden und am besten zugleich den Rechner herunterfahren. Gibt es dagegen eine direkte Verbindung, dauert es zwölf Sekunden (bei eingestellten zehn Sekunden) bis das WireView Pro II selbstständig den Rechner ausschaltet. Wer will, kann optional auch konfigurieren, dass der Rechner nicht einfach ausgeschaltet wird (wie bei einem dauerhaft gedrückten Power-Schalter), sondern dass der Rechner normal herunterfährt (wie bei einem einmal gedrückten Power-Knopf). Windows muss dann aber entsprechend konfiguriert sein, sonst bleibt die Aktion ohne Reaktion.
Was das Tool auch kann, ist eine Warnung auszugeben, wenn die Stromstärke zweier Pins zu sehr voneinander abweicht. Zum Beispiel, wenn fünf Pins mit 9 Ampere arbeiten, der sechste aber nur mit 7 Ampere. Dann wird eine Warnung auf dem Display ausgegeben, die mittels des Schalters am WireView Pro II weggedrückt werden kann. Und auch sonst passiert nichts. Denn solange die generellen Stromstärke- oder Temperaturlimits nicht überschritten werden, ist so ein Ungleichgewicht nicht gefährlich, weswegen ein Warnton oder gar das Herunterfahren des Systems unnötig ist.
Aber so fällt eventuell schon früher auf, dass etwas mit dem Kabel oder dem Stecker nicht ganz korrekt ist. In dem Fall ist es ratsam, die Verbindungen noch einmal zu kontrollieren und alles erneut festzudrücken. Bleibt das Verhalten dann bestehen, ist kein sofortiger Ersatz nötig. Aber es sollte ein Auge drauf geworfen werden. Denn auch wenn es kein kritisches Problem gibt, gibt es durchaus ein Problem. Eines, das mit der Zeit schlimmer und dann zu einem kritischen Problem werden kann.
Zu starke Abweichungen sorgen für einen Hinweis
Fazit
Das Thermal Grizzly WireView Pro II ist die „Luxus-Variante“ zum Schutz der Grafikkarte vor Defekten am 12V-2×6-Stromstecker respektive -Kabelstrang.
Es gibt ein konfigurierbares Display, einen Lüfter, optionale zusätzliche Temperatursensoren, eine Software mit Konfigurations- und Protokollfunktion (nicht fertiggestellt) und die Möglichkeit, den Rechner bei Problemen automatisch ganz herunterzufahren. Und kommt es trotz des Einsatzes des WireView Pro II im Werkszustand zu einem Problem mit dem 12V-2×6-Stecker, übernimmt Thermal Grizzly im Rahmen einer Zusatzgarantie kostenlos die Reparatur oder, wenn nötig, den Ersatz (Details).
Das Thermal Grizzly WireView Pro II im Test
Das Gesamtpaket hat mit 120 Euro allerdings auch seinen Preis und im Vergleich zum „Anti-Melt-Kabel“ von Cybenetics (Test) büßt es auch Kompatibilität ein. Und natürlich ist es auch Geschmackssache, ob die eigene Grafikkarte dauerhaft damit bestückt sein soll.
Auf der Habenseite bekommt der Käufer eine Menge geboten und das Tool weiß, wenn es denn passt, in der Praxis zu überzeugen. Die Informationen sind vielfältig und auf dem Display einzusehen. Thermal Grizzly sollte aber auch schnellstmöglich die Software fertigstellen, damit der Blick auf das Display gar nicht erst notwendig ist.
Die Schutzfunktion hat sowohl bezüglich der akustischen Warnung als auch der Notabschaltung des PCs gut funktioniert. Der Ton ist prägnant, auch unter Kopfhörern fällt er sofort auf. Das Abschalten des PCs hat bei mehrmaligen Tests immer erfolgreich funktioniert, einzig die im Tool eingestellte Reaktionszeit wird nicht ganz eingehalten – aus 10 Sekunden werden so 12 Sekunden.
Nicht ganz optimal ist der kleine Lüfter, der bei einem neuen Produkt zwar nicht stört, aber abzuwarten bleibt, ob sich der Geräuschpegel nach Monaten der Nutzung ändert. Doch das wird sich erst zeigen müssen. Darüber hinaus wäre es schön, wenn sich das Display gänzlich abschalten lassen würde.
Vor dem Kauf muss zudem zwingend die Kompatibilitätsfrage geklärt werden: Es gibt WireView Pro II zwar in zwei Varianten für normal und um 180 Grad gedreht aufgelötete 12V-2×6-Buchsen, auf die gewinkelten Anschlüsse der aktuellen Founders Editions oder auf Buchsen, die vom Kühler deutlich überragt werden, passt WireView Pro II hingegen nicht.
Den WireView Pro II gibt es „Normal“ und „Reverse“, je nachdem, wie die eigene Grafikkarte bestückt ist (Bild: Thermal Grizzly)
Braucht es all die Features, das Display und auch die Garantie von Thermal Grizzly unbedingt für den sicheren Betrieb einer Grafikkarte mit dem 12V-2×6-Stecker? Sicherlich nicht, die Schutzfunktionen des Anti-Melt-Kabels (Test) sind genauso gut. Jedoch wird es letzteres im Handel vielleicht nie geben, das Grizzly WireView Pro II ist dagegen mit etwas Lieferzeit verfügbar – Vorbesteller der ersten Charge haben ihr Produkt dieser Tage bereits erhalten.
ComputerBase hat den WireView Pro II leihweise von Thermal Grizzly zum Testen erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.
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TSMC-Quartalszahlen: Neue Rekorde mit 28 Prozent Umsatzanteil mit 3-nm-Chips
Bild: TSMC
Dass TSMC ein neues Rekordquartal verbuchen wird, war klar. Doch so stark, wie es erneut geworden ist, ist dann doch unerwartet. Der Umsatz kletterte erstmals auf knapp 1,05 Billionen New Taiwan Dollar (rund 33,7 Milliarden US-Dollar), die Hälfte davon war zudem Gewinn.
Viel N3 und N5 bei 15 Millionen Wafern
Die neuesten Fertigungsstufen werden für TSMC zur Cash Cow. Denn während der Umsatz im Jahresvergleich „nur“ um 20,5 Prozent stieg, wuchs der Nettogewinn um beachtliche 35 Prozent. Im gesamten Jahr 2025 hat TSMC einen Nettogewinn von über 55 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet.
TSMC Umsatz in Q4/2025 nach Technologiestufe im Detail (Bild: TSMC)
Dabei half natürlich, dass 28 Prozent des Umsatzes im letzten Quartal bereits auf die 3-nm-Fertigung entfallen. Heruntergebrochen auf blanke Zahlen sind das fast 300 Milliarden New Taiwan Dollar – bis vor zwei Jahren war das ein ganz normales Quartal von TSMCs Gesamtumsatz. Im vierten Quartal hat TSMC wie im dritten Quartal 4 Millionen belichtete Wafer ausgeliefert. Im Gesamtjahr 2025 waren es über 15 Millionen Stück, vor einem Jahr noch 13 Millionen. Der größte Treiber war dabei das HPC-Geschäft, das AI-Beschleuniger einschließt. Da diese Produkte mit Abwandlungen von N5 gefertigt werden, ist dieser Prozess auf das Jahr gesehen auch der wichtigste gewesen.
TSMC Umsatz in 2025 nach Sparte im Detail (Bild: TSMC)
Höhere Ausgaben für noch höheren Umsatz
Die Ausgaben wird TSMC im neuen Jahr weiter erhöhen, um die Nachfrage bedienen zu können. Anvisiert werden für das Jahr 2026 52 bis 56 Milliarden US-Dollar CAPEX, nach 40,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Schon im ersten Quartal des neuen Jahres soll der Umsatz weiter massiv ansteigen, erwartet werden bis zu 35,8 Milliarden US-Dollar – das wären 38 Prozent mehr als in Q1/2025. Vom früher einmal klassisch schwachen ersten Halbjahr dürfte 2026 wohl überhaupt nichts zu sehen sein. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet TSMC deshalb noch einmal eine Umsatzsteigerung von rund 30 Prozent.
N2, Packaging und Ausbau im Fokus
Und der Ausblick? „2 nm will be a bigger node than 3 nm from the start“ erklärte TSMC im Conference Call gegenüber Journalisten und Analysten. Das Unternehmen bestätigte dabei, dass N2 und dessen Abkömmlinge das Wachstum weiter treiben werden. Ob TSMC dabei die Nachfrage inklusive Packaging irgendwann bedienen kann? Der Frage weicht das Unternehmen quasi jedes Jahr aus, schiebt sie jetzt auf die Jahre 2028 bis 2029. Aber das ist mehr eine Hoffnung denn eine fixe Angabe.
Apropos Packaging. Der Anteil am CAPEX und Umsatz erhöht sich stetig, macht dennoch bisher erst acht Prozent aus. 2026 wird bei weiter steigendem Umsatz aber ein Anteil von zehn Prozent und mehr erwartet. Anteilsmäßig ist das wenig, dürfte letztlich aber auch rund 4 Milliarden US-Dollar bedeuten. Allerdings werden bis zu 20 Prozent der Investitionen ins Packaging fließen.
In vielen Fällen wird dabei ausgebaut, erklärte TSMC, wohl auch Arizona zählt dazu – offizielle Fakten nach den letzten Gerüchten liefert TSMC aber nicht. Der Großteil des Ausbaus der Kapazität wird in Taiwan umgesetzt. Hier bereitet TSMC vor allem die Energieversorgung Kopfzerbrechen, ein Thema, das ebenfalls alle Jahre wieder auftaucht. Denn die modernsten Fabriken werden zwar effizienter, schlucken jedoch stets noch mehr Energie als die vorangegangenen.
Huawei MatePad 11.5 S (2026) mit mattem Display im Test
Huawei stattet das neue MatePad 11.5 S 2026 mit besserem PaperMatte-Display, mehr RAM, M-Pencil Pro und schnellerem SoC aus. Vor allem das Display überzeugt erneut. Die Akkulaufzeit fällt hingegen kürzer als beim Vorgänger aus. Der Test liefert alle Details.
Huawei bringt das MatePad 11.5 S in einer aktualisierten Version auf den Markt, die abermals über ein verbessertes, mattes PaperMatte-Display verfügt. Optional mit Stift und Keyboard soll das Tablet vor allem auch unterwegs zum Arbeiten oder für Kreative eine Alternative darstellen, denn matte Displays bei Tablets sucht man abseits von Huawei zwar nicht gänzlich vergebens, aber preislich unterbietet Huawei Apple (ab 1.959 Euro) weiterhin um Längen.
Das Huawei MatePad 11.5 S ist in den Farben Grau und Grün ab heute im Online-Store von Huawei und im Handel erhältlich. Je nach Ausführung liegt die unverbindliche Preisempfehlung für das MatePad 11.5 S bei 399 Euro oder bei 499 Euro im Bundle mit dem Huawei Smart Magnetic Keyboard. Der interne Speicher ist immer 256 GB groß. Beim Kauf des Bundles können Kunden den Huawei M-Pencil Pro zu einem Aufpreis von 30 Euro erwerben; ohne Bundle beträgt der Aufpreis 50 Euro. Im Vergleich zum Vorgänger ist der Preis somit unverändert.
MatePad 11.5 S mit Smart Magnetic Keyboard und M-Pencil Pro
Zum Start erhalten Kunden, die das Huawei MatePad 11.5 S einzeln oder im Bundle mit dem Keyboard im Huawei-Online-Store oder Flagship Store Berlin bis zum 19.02.2026 erwerben, 30 Euro Rabatt auf das MatePad 11.5 S.
Die Neuerungen des MatePad 11.5 S 2026
Da ComputerBase bereits den Vorgänger, das MatePad 11.5 S (2024) im Test hatte, werden in diesem Test insbesondere die Unterschiede zum Vorgänger beleuchtet. Was hat Huawei angepasst, verändert, verbessert oder auch verschlechtert?
Mehr Arbeitsspeicher
Auch wenn die Arbeitsspeicherpreise derzeit nur den Weg nach oben zu kennen scheinen, verbaut Huawei im neuen MatePad 11.5 S (2026) 12 statt bisher 8 GB RAM. Der interne Speicher bleibt mit 256 GB hingegen unverändert. Auf einen zusätzlichen Steckplatz für Speicherkarten müssen Käufer verzichten, was bei dieser Speichergröße noch zu verschmerzen ist.
Klareres PaperMatte-Display
Auch das neue Modell setzt auf ein 11,5-Zoll-PaperMatte-LC-Display mit matter Oberfläche und einem praktischen Seitenverhältnis von 3:2, das erneut eine adaptive Bildwiederholfrequenz von 30 bis 144 Hz unterstützt. Die Auflösung beträgt 2.800 × 1.840 Pixel, was in 291 ppi resultiert. Das Bild ist also gestochen scharf. Auch die Helligkeit des Bildschirms gibt Huawei unverändert mit 500 cd/m² an. Bei der Farbdarstellung kann der Nutzer neben sRGB auch den P3-Farbraum auswählen.
MatePad 11.5 S mit magnetisch befestigtem M-Pencil Pro
Neu im Vergleich zum Vorgänger ist jedoch die PaperMatte-Beschichtung, die Huawei mit nahezu jedem neuen Tablet verbessert. Beim PaperMatte-Display des MatePad 11.5 S 2026 handelt es sich um dasselbe PaperMatte-Display wie beim MatePad 12 X (2025) (Test). Es handelt sich somit zwar nicht um das augenfreundliche PaperMatte-Display der 3. Generation mit zirkular polarisiertem Licht, das Huawei im neuen MatePad 11,5″ (2025) (Test) einsetzt, sondern um eine angepasste Variante der 2. Generation.
Eine neue Beschichtung reduziert im Vergleich zum Vorgänger somit die Reflexionen und die Oberfläche fällt glatter aus. Im direkten Vergleich fühlt sich das PaperMatte-Display auch anders an und man gleitet mit oder ohne Zubehör noch leichter über die Oberfläche. Generell rutschen Finger und Stifte, anders als man vermuten würde, über die matte PaperMatte-Oberfläche generell leichter als über Glossy-Displays der Konkurrenz.
MatePad 11.5 S mit mattem Display und neuem M-Pencil Pro
Auch beim Blick auf das Tablet ist der Unterschied beim Display sichtbar, denn der leicht bläuliche Schimmer, den man im ausgeschalteten Zustand beim Vorgänger sieht, ist nun verschwunden, und bei eingeschaltetem Display wirken insbesondere Objekte und Schrift auf hellem Hintergrund klarer.
Bildvergleich: MatePad 11.5 S 2026 mit neuem PaperMatte-Display ⇔ MatePad 11.5 S 2024 mit altem PaperMatte-Display
Die Vorzüge, dass direkt auf das Display treffendes Licht diffus gebrochen und nicht reflektiert wird, so dass sich das Display etwa auch bei seitlich einfallendem Licht gut ablesen lässt, behält das neue Modell. Dafür wirken matte Displays immer etwas unschärfer als ihre spiegelnden Pendants mit ansonsten identischen technischen Eigenschaften. Dank der hydrophoben und ölbeständigen matten Schicht sind Fingerabdrücke auf dem Bildschirm hingegen kaum zu sehen.
Einen direkten Vergleich mit einem spiegelnden iPad zeigt der Test des MatePad 11.5 S (2024).
Spiegelung und Reflexion auf dem Display des iPad Air (links) und MatePad 11.5″S (rechts)
Helligkeit und Kontrast des Displays
Huawei gibt die Helligkeit des Bildschirms wie erwähnt erneut mit 500 cd/m² an. Im Test werden bei vollflächiger Darstellung von Weiß 482 cd/m² gemessen – etwas mehr als die 466 cd/m² des Vorgängers. Ein verbesserter Schwarzwert des Bildschirms sorgt für einen Kontrast von nunmehr 1.674:1, während der Vorgänger noch auf 1.226:1 kam.
Ab Werk ist der Bildschirm mit einer Farbtemperatur von 7.470 K deutlich zu kühl abgestimmt. Wählt man in den Einstellungen die Option für natürliche Farbtöne, ist die Farbtemperatur mit 6.570 K hingegen nah am Optimum von 6.500 K. Die minimale Helligkeit liegt bei unter 2 cd/m², so dass das Tablet auch bei völliger Dunkelheit problemlos genutzt und weit genug heruntergeregelt werden kann.
Dicker und schwerer als der Vorgänger
Die Veränderungen sorgen dafür, dass das PaperMatte 11.5 S (2026) mit 515 Gramm 5 Gramm schwerer als der Vorgänger ist und mit 6,35 mm auch etwas dicker ausfällt als der 6,2 mm dicke Vorgänger. Am Aluminium-Unibody-Gehäuse hat sich per se jedoch nichts geändert. Es misst nunmehr 261 × 177,3 × 6,35 mm.
Rückseite des MatePad 11.5 S
Am Gehäuse und an der Verarbeitungsqualität gibt es absolut nichts zu kritisieren. Sie ist hervorragend und das Tablet liegt mit seinen abgerundeten Rändern angenehm in der Hand.
Schnelleres Laden des Akkus
Der unverändert eine Kapazität von 8.800 mAh bietende Akku kann nun mit bis zu 40 statt 22,5 Watt geladen werden. Das reduziert die Ladezeit des Tablets auf rund 140 Minuten. Ein passendes USB-C-Kabel und Netzteil legt Huawei dem Tablet bei.
Über USB-C lädt das MatePad 11.5 S nun mit bis zu 40 Watt
Die Akkulaufzeit des MatePad 11.5 S
Mit einem 8.800 mAh starken Akku ist das Huawei MatePad 11.5 S für seine Größe gut ausgestattet. In der Vergangenheit haben leistungsstärkere SoCs in den Huawei-Tablets aber häufig dafür gesorgt, dass die Akkulaufzeit von Generation zu Generation kürzer wurde, weshalb auch dem neuen MatePad 11.5 S (2026) auf den Zahn gefühlt wird.
Auch das neue MatePad 11.5 S verliert im Vergleich zu seinem Vorgänger. Im YouTube-Akkutest sind es über eine Stunde (rund 12 Prozent), im PCMark knapp 30 Minuten (rund 4 Prozent), die das neue Modell kürzer durchhält als der Vorgänger.
Ein iPad 11 (A16, 2025) (Test) kann damit zwar gerade noch geschlagen werden, das iPad Pro hält aber wesentlich länger durch.
M-Pencil Pro wird unterstützt
Neu ist auch, dass das MatePad 11.5 S (2026) direkt den verbesserten Huawei M-Pencil Pro unterstützt, den das Unternehmen mit dem Huawei MatePad 12X 2025 (Test) vorgestellt hatte. Neben neuen Funktionen bietet er auch eine Taste am Ende, um jederzeit schnell Notizen aufrufen zu können.
Die verschiedenen Spitzen des M-Pencil ProM-Pencil Pro mit abgeschraubter Spitze
Zwar lässt sich der M-Pencil Pro inzwischen auch mit dem alten MatePad 11.5 S verbinden, das derzeit HarmonyOS 4.2.0.203 nutzt, aber die neuen Funktionen und die Taste können nicht genutzt werden. Das neue MatePad 11.5 S (2026) nutzt im Test HarmonyOS 4.3.0.112. Beide basieren auf Android 12 (AOSP).
MatePad 11.5 S und M-Pencil Pro verbinden sich über NearLink
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Auch auf dem MatePad 11.5 S unterstützt der M-Pencil Pro neue Funktionen
Der M-Pencil rastet im Landscape-Modus magnetisch an der oberen Seite des Tablets ein, wo er auch kabellos über das Tablet geladen wird. An der Unterseite des Tablets befinden sich bei dieser Ausrichtung drei Ladekontakte, die aber nicht für das Tablet gedacht sind, sondern für das Smart Magnetic Keyboard. Letzteres verfügt selbst über einen kleinen Akku, der so aufgeladen wird.
MatePad 11.5 S mit magnetisch befestigtem M-Pencil Pro
Die Tasten zum Ein- und Ausschalten und für die Lautstärkesteuerung sind oben beziehungsweise an der rechten Seite platziert, wenn das Tablet hochkant genutzt wird.
Lautstärketasten und Power-Button des MatePad 11.5 SDer arretierte M-Pencil Pro lässt die Mikrofone des MatePad 11.5 S frei
Auf den neuen M-Pencil Pro ist ComputerBase bereits im Test des MatePad 12 X 2025 genauer eingegangen. Auf die Möglichkeiten des Zeichnens mit der GoPaint-App ist ComputerBase im Test des MatePad 11.5 S 2024 genau eingegangen.
Kirin T92C mit Maleoon 920A
Auch ein angepasster Prozessor steckt im neuen MatePad 11.5 S (2026). Anstelle des Kirin 9000WL aus dem Vorgänger kommt der Kirin T92C zum Einsatz.
Ob diese über Tools ausgelesenen Informationen so stimmen, ist allerdings noch nicht ganz sicher, denn normalerweise setzt Huawei bei den Kirin-Prozessoren auf ein 1+3+4-Cluster mit acht Kernen und zwölf Threads.
Auf den neuen Kirin 9030 Pro mit Maleoon 935 GPU, wie ihn Huawei im Mate 80 Pro einsetzt, muss das Tablet somit aber verzichten.
MatePad 11.5 S in Benchmarks
Also wird auch das neue MatePad 11.5 S durch den Benchmark-Parcours von ComputerBase geschickt und insbesondere die Veränderung gegenüber dem Vorgänger betrachtet. Wie immer gilt, dass Huawei aufgrund der Sanktionen keinen Zugriff auf die neueste Chip-Technologie mehr hat und deshalb keine High-End-Tablets produzieren kann.
Im 3DMark liegt das MatePad 11.5 S (2026) so je nach Test zwischen 9 und 22 Prozent vor seinem direkten Vorgänger. Auch im Stresstest bleibt die Leistung durchgängig gleich, Probleme mit einem Heruntertakten aufgrund zu hoher Hitzeentwicklung gibt es nicht.
Aber auch günstigere Einstiegs-Tablets wie das iPad A16 sind mehr als doppelt so schnell wie das MatePad 11.5 S.
Der Geekbench offenbart dann, dass die höhere Leistung vor allem aus einer gesteigerten Single-Core- sowie GPU-Leistung stammt. Die GPU legt in Geekbench rund 30 Prozent zu, der Single-Core-Score rund 18 Prozent. Der Multi-Core-Score bleibt hingegen quasi unverändert.
Der sonst an dieser Stelle gemessene GFXBench wurde Ende 2025 eingestellt und kann deshalb derzeit nicht mehr für die Tests genutzt werden.
Im PCMark Work fällt der Unterschied gering aus, in den Browser-Benchmarks legt das neue MatePad hingegen um über 30 Prozent zu. Der PCMark Storage stürzte im Test reproduzierbar ab, weshalb für ihn kein Wert ermittelt werden konnte.
Mit dem SoC sind die Unterschiede zwischen 2026er und 2024 Generation abschließend behandelt, es gibt jedoch einige weitere Funktionen, die das Tablet von seinem Vorgänger übernommen hat.
Wi-Fi 6, USB-C, Bluetooth und NearLink
Dazu gehört unter anderem die Konnektivität. Auch das MatePad 11.5 S 2026 bietet Wi-Fi 6 (802.11a/b/g/n/ac/ax) mit 2×2 MIMO und Dualband (2,4 und 5 GHz) sowie Bluetooth 5.2, wobei auch AAC und LDAC als Audio-Codecs unterstützt werden. Für die Kommunikation zum M-Pencil und dem Keyboard setzt Huawei wie gewohnt auf das eigene NearLink-Funkprotokoll. Für das Verbinden des Tablets mit Computern und zum Aufladen ist USB-C nach USB-3.0-Standard an Bord.
MatePad 11.5 S mit magnetisch befestigtem M-Pencil Pro
GPS zur Positionsbestimmung bietet auch das neue Modell nicht, aber erneut die Netzwerkortung. Hierbei scannt das Gerät zur Positionsbestimmung umliegende WLANs und misst deren Signalstärke (RSSI). Diese Daten werden mit einer Datenbank abgeglichen, die die Position der WLANs kennt. Durch dieses WiFi-Fingerprinting ist je nach Region eine sehr genaue Positionsbestimmung auch ohne GPS möglich. Ist man allerdings in Bereichen ohne WLAN, kann auch keine Position bestimmt werden.
Neben einem Gyroskop verbaut Huawei im Tablet einen Gravitationssensor, einen optischen Umgebungslichtsensor zur Helligkeitsanpassung des Displays und ein Hallsensor.
Unveränderte Kameras
Auch an den beiden Kameras hat sich nichts geändert. Auch das neue Modell verfügt über eine Hauptkamera mit 13-MP-Sensor mit f/1.8 Blende sowie einem Autofokus und LED-Blitz. Die Bildauflösung der Hauptkamera beträgt 4.160 × 3.120 Pixel, Videos kann sie in Full HD mit 1.920 × 1.080 Pixeln bei 30 FPS aufnehmen. Die Kamera ragt aus dem Gehäuse heraus, was dazu führt, dass das Tablet ohne passende Hülle kippelt.
Die Hauptkamera des MatePad 11.5 S
Die Frontkamera ist wieder an der langen Seite des Tablets platziert, so dass sie sich insbesondere für Videokonferenzen eignet, wenn das Tablet aufgestellt wird. Die Frontkamera setzt auf einen 8-MP-Sensor mit f/2.0 Blende und Fixed Fokus. Ihre Bildauflösung beläuft sich auf 3.264 × 2.448 Pixel, bei Videos wird ebenfalls Full HD geboten. Für mehr als Videoanrufe eignet sich die Frontkamera aber auch nicht. Auch die Hauptkamera lässt auf ihren Aufnahmen viele Details und Farbdynamik vermissen. Es bleibt also dabei, dass man für Fotos zum Smartphone greift und nicht zum Tablet.
Vier Lautsprecher und zwei Mikrofone
Das MatePad 11.5 S 2026 bietet insgesamt vier Lautsprecher, die im Stereo-Design rechts und links angeordnet sind, wenn das Tablet im Landscape-Modus genutzt wird. Zudem verfügt es über zwei Mikrofone, die bei dieser Ausrichtung im oberen Gehäuserand platziert sind.
Lautstärketasten und Mikrofone des MatePad 11.5 S
Das Smart Magnetic Keyboard
Auch am zweigeteilten Smart Magnetic Keyboard gibt es keine Änderungen, so dass Tastatur und Hülle für die Rückseite mit Kickstand getrennt voneinander genutzt werden können. Die Kontakte an Tastatur und Tablet dienen, wie erwähnt, zum Aufladen des Akkus. Die eigentliche Verbindung zwischen Tastatur und Tablet erfolgt über NearLink. So lässt sich die Tastatur unabhängig vom Tablet platzieren. Wie bereits in anderen Tests erwähnt, hat dies jedoch den Nachteil, dass die Tastatur mit dem Tablet verbunden bleibt, auch wenn man sie entfernt. Damit die Bildschirmtastatur angezeigt wird, muss man das Keyboard erst manuell in den Einstellungen trennen.
MatePad 11.5 S mit Smart Magnetic Keyboard und M-Pencil ProDank Akku lässt sich die Tastatur auch getrennt vom Tablet nutzenDank Akku lässt sich die Tastatur auch getrennt vom Tablet nutzen
Mehrere Positionen, in denen das Tablet magnetisch festdockt, oder ein Fach für den M-Pencil Pro bietet das Smart Keyboard nicht.
Das Smart Magnetic Keyboard für das MatePad 11.5 S
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Das Smart Magnetic Keyboard für das MatePad 11.5 SAuch das Smart Magnetic Keyboard verbindet sich über NearLinkTastatur und Kickstand in einem
Die Tastatur bietet 15-mm-Keycaps mit einem Tastenhub von 1,5 mm. Das Schreibgefühl auf der Tastatur ist angenehm, ebenso wie die Tastengröße. Ein paar Tasten sind in halber Größe ausgelegt. Zum Test steht nur das US-Layout zur Verfügung, die Erfahrung mit dem Vorgänger hat jedoch gezeigt, dass man sich – wie immer – zunächst an das Design der Tastatur gewöhnen muss.
MatePad 11.5 S mit Smart Magnetic KeyboardMatePad 11.5 S mit Smart Magnetic Keyboard und M-Pencil ProIm Keyboard-Cover ist ein Kickstand für das Tablet integriert
HarmonyOS 4.3 mit Update-Garantie
Wie bereits erwähnt wird das MatePad 11.5 S 2026 mit HarmonyOS 4.3 ausgeliefert, das auf Android 12 (AOSP) basiert. Huawei garantiert für das Tablet ebenso wie für alle aktuellen Geräte ab dem Ende des Produktzyklus Software-Updates für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren. Dies entspricht den aktuellen EU-Vorgaben und soll sicherstellen, dass Kunden langfristig von einer stabilen und sicheren Nutzung profitieren können.
Google Play Store, Netflix und Co installieren
Auch wenn HarmonyOS 4.3 auf Android basiert, wird auch das neue MatePad wegen der US-Handelsrestriktionen ohne vorinstallierten Google Play Store sowie vorinstallierte Google-Apps und -Dienste ausgeliefert. Stattdessen kommt Huaweis eigener App Store, die Huawei AppGallery zum Einsatz, in der die Apps von US-amerikanischen Unternehmen jedoch nicht angeboten werden dürfen.
MatePad 11.5 S (2026) nach der Installation zahlreicher Apps aus dem Aurora Store
Wer auf die Apps aus dem Google Play Store nicht verzichten möchte, kann mit wenigen, sehr einfachen Schritten eine adäquate Alternative einrichten, den Aurora Store. Installiert man den Aurora Store nach, können problemlos Netflix, Spotify und Google-Apps wie YouTube, Gmail, Chrome, Google Fotos, Google Kalender, Google Home und Google Maps installiert werden. Mit dem Aurora Store erhält man praktisch auch auf dem MatePad 11.5 S 2026 den Google Play Store, da der Aurora Store lediglich eine Schnittstelle zu den offiziellen Apps im Play Store herstellt, die Apps aber nicht selbst hostet. Deshalb bekommt man über ihn auch immer die aktuellsten App-Versionen und Updates und exakt die Dateien, die auch über den Play Store vertrieben werden – keine Malware oder ähnliches.
Mehr als das Installieren des Aurora Stores aus der AppGallery und das Anmelden im Aurora Store mit seinem Google Account ist nicht nötig, um auf alle Apps zugreifen zu können. Es bedarf keiner aufwendigen Anpassungen irgendwelcher Einstellungen oder Berechtigungen mehr.
Wer es dennoch genauer wissen möchte: Eine aufgrund des Testumfangs ausgelagerte Schritt-für-Schritt-Anleitung von ComputerBase erklärt, wie man die Google-Apps und –Dienste auf Huawei-Tablets wie dem MatePad 11.5 S installiert.
In einer zweiten Anleitung erläutert ComputerBase, wie man auf dem MatePad 12X Netflix mit Widevine-Level L1, Disney+, Spotify, Prime Video, Discord, Banking-Apps und Co richtig nutzen kann.
Fazit
Das neue MatePad 11.5 S 2026 bietet im Vergleich zum Vorgänger ein besseres Display und ist mitunter deutlich schneller. Allerdings geht dieses Leistungsplus zu Lasten der Akkulaufzeit, die erneut bei einem Nachfolger bei Huawei geringer ausfällt als beim Vorgänger. Zudem ist die Leistung absolut betrachtet weit hinter der – mitunter sogar günstigeren – Konkurrenz zurück. Huawei kann in dieser Hinsicht nur darauf setzen, dass für all jene, die mit dem Tablet nicht nur aufwendige 3D-Spiele spielen, die gebotene Leistung im Alltag völlig ausreichend ist.
MatePad 11.5 S mit Smart Magnetic Keyboard und M-Pencil ProMatePad 11.5 S mit Smart Magnetic Keyboard und M-Pencil ProÜber die drei Kontakte am MatePad 11.5 S wird das Keyboard geladen
Am matten Display, dem M-Pencil Pro und der Zusammenarbeit beider sowie der Verarbeitung des Tablets gibt es im Alltag nämlich absolut nichts auszusetzen. Das ist, wie zuletzt von Huawei gewohnt, alles hervorragend gemacht. Das magnetische Keyboard bietet nicht nur Schutz, sondern ist unterwegs für mobiles Arbeiten auch tatsächlich völlig ausreichend, sobald man sich an die kombinierte Steuerung mit Tastatur und Finger gewöhnt hat.
Die Nische der matten Tablets belegt Huawei also auch mit dem neuen MatePad 11.5 S erneut sehr gut. Besitzern des Vorgängers liefert der Hersteller aber zu wenig Anreize für ein Upgrade, das MatePad 11.5 S 2026 ist eher bei einem Neukauf ohne halbwegs aktuelles MatePad im Besitz die richtige Option.
MatePad 11.5 S mit Smart Magnetic Keyboard und M-Pencil Pro
Mit 400 beziehungsweise 500 Euro (mit Keyboard), die das neue MatePad 11.5 S kostet, ist das Tablet in seiner Nische mit mattem Display und Qualität der Stifteingabe weiterhin perfekt positioniert.
Der fehlende Google Play Store ist bei einem Tablet im Alltag noch weniger ein Hindernis als bei Smartphones, kann aber Nutzer abschrecken – oder erst anlocken, die gerade keine Google-Dienste auf ihrem Tablet möchten, denn auch diese Nische gibt es durchaus.
reflexionsarmes, klares PaperMatte-Display
144 Hz
praktisches 3:2 Seitenverhältnis
dünn und leicht
hervorragende Verarbeitung
gute Stereo-Lautsprecher
Smart Magnetic Keyboard
Unterstützung für M-Pencil Pro
kürzere Akkulaufzeit als der Vorgänger
Mittelklasse-SoC
ab Werk keine Google-Apps
Unnötige Bloatware
Und was weiterhin bei Huawei-Tablets Anlass zur Kritik ist, sind die vorinstallierten App-Verknüpfungen, die man erst löschen muss, die mehrfache Werbe-Aufforderung eine Reihe von Apps zu installieren, wenn man die AppGallery öffnet, und die standardmäßige Aktivierung der Einwilligung zum Werbe-Tracking bei der Einrichtung, das man manuell deaktivieren muss. Der Standard im Datenschutz ist Aus, nicht An, das muss auch Huawei noch so umsetzen.
ComputerBase hat das MatePad 11.5 S 2026 mit M-Pencil Pro und Smart Keyboard Cover leihweise von Huawei unter NDA zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungstermin.
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