Künstliche Intelligenz
„Replaced“: Cyberpunk-Blues in Pixel-Optik | heise online
„Replaced“ sorgte mit seinem einzigartigen Grafikstil schon bei der Ankündigung im Jahr 2021 für Aufsehen. Jetzt ist der Action-Plattformer endlich da und kann die meisten Versprechen sogar einlösen – ein ungewöhnliches SciFi-Abenteuer auf den Spuren von „Another World“ und „Inside“.
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Stellen wir uns mal vor, dass alles ganz anders gelaufen wäre. Dass es schon in den 1980er Jahren künstliche Intelligenzen und Supercomputer gab. Dass Autos fliegen können. Und dass Mensch sein noch lange nicht heißt, Mensch zu sein. Wo liegen die Grenzen zwischen Mensch und Maschine? Wofür lohnt es sich zu lieben, zu leben und zu kämpfen?
In dieser Sinnkrise steckt Wissenschaftler Warren Marsh. Der wacht nach einem missglückten Experiment auf und hat einen künstlichen Gast in seinem Körper: R.E.A.C.H. oder ausführlicher „Research Engine for Altering and Composing Humans“. Beide sind mit der Gesamtsituation nicht glücklich und wollen so schnell wie möglich die Trennung. Doch leichter gesagt als getan. Ein nahezu faschistischer Politik- und Polizeiapparat, gierige Konzerne und eine ziemlich triste Lebensperspektive machen den beiden ihren Plan beinahe zunichte.

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Retro-Dystopie
Was vielleicht wie Satire klingt, ist eine zutiefst bedrückende Retro-Dystopie, die ein wenig an William Gibsons Roman „Neuromancer“ oder Ridley Scotts „Blade Runner“ erinnert. Die Welt ist dunkel und trist. Aber selbst in diesem Szenario der Hoffnungslosigkeit findet das Entwicklungsstudio Zeit und Ideen, sie zum Leben zu erwecken. Gemalt im Pixellook finden sich überall kleine Details und die Synthie-Musik dröhnt wie zu besten John-Carpenter-Zeiten aus den Boxen. Das ist stilistisch ein nahezu perfekter Neo-Noir-Traum.
Spielerisch wandelt das Abenteuer in den rund 12 Spielstunden auf Pfaden großer Vorbilder. Hauptfigur Warren bewegt sich in einer 2.5D-Welt in der Seitenansicht durch dunkle Tunnel, neonleuchtende Städte und verwirrende Forschungskomplexe. Die Perspektive spielt mit uns, dreht sich manchmal oder wechselt die Blickwinkel. „Replaced“ mag zwar nur ein Sidescroller sein, sorgt aber für Tiefe und Raumgefühl.
Meist muss Warren von einer Kante zur nächsten springen. Dafür krallt er sich an Wände oder verschiebt Container, um höher zu klettern. Manchmal weicht er Überwachungskameras aus oder hackt die Sicherheitsanlagen auf seinem tragbaren Handcomputer, indem er Symbole anordnet. Simpel, mit ein bisschen Zeitdruck, aber mit endlosen Versuchen.
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Handfeste Action
Immer wieder trifft Warren auf ein paar Gegner, die er ordentlich vermöbeln darf. Zwei Nahkampfattacken, ein bisschen ausweichen und kontern. Später bekommt er noch eine Pistole, die sich bei jedem Treffer auflädt. Das wirkt in Aktion ein wenig wie „Batman: Arkham City“ in 2D. Da es oft Gegnerwellen sind und sie alle nur Geld für graue oder dunkle Klamotten haben, fällt der Überblick ein wenig schwer. Frust kommt aber selten auf. Selbst die Bosskämpfe gegen aufgepumpte Schlägertypen sind leicht zu meistern. Den Gegnern fehlt es an anspruchsvollen Angriffsmustern, die Spieler auf dem normalen Schwierigkeitsgrad fordern.
Warren ist auch ein Sammler. Überall finden sich, manchmal auch versteckt, Lebens- und Waffenupgrades. In kleinen Text- und Audiofiles wird die Hintergrundgeschichte erzählt. Wenn er dann auf einem Bahnhof für andere Ausgestoßene ein paar Aufgaben erfüllt, wird es emotional: einem Sterbenden die Bilder seiner Familie bringen, einen Hund füttern oder das Drama hinter einem ungewöhnlichen Zwillingspaar aufdecken. Witzig: An Spielautomaten darf er auch den Highscore in „Frogger“ oder „Space Invaders“ inspirierten Spielen knacken.
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So entsteht langsam das dystopische Bild einer zerstörten Gesellschaft, am Ende sogar ziemlich blutig und derb. Das ist trist und ganz bestimmt kein „Feel-Good“-Game, auch wenn am Ende Hoffnung aufkeimt. Die Geschichte erzählt von Verlust, Einsamkeit und der Menschwerdung einer Maschine. Es ist ein existenzielles Science-Fiction-Abenteuer, das Spieler mit seiner ungewöhnlichen visuellen Umsetzung anzieht und mit seiner Story zum Nachdenken anregt.
Fazit
„Replaced“ ist ein wahr gewordener Pixel-Traum. Detailverliebt spielt das Entwicklungsstudio Sad Cat mit Genre- und Spielelementen. Hektische Action-Phasen wechseln sich mit besinnlichen Momenten ab und sorgen für ein spannendes wie nachdenklich machendes Cyberpunk-Abenteuer.
Sicher gibt es auch Ecken und Kanten. Manchmal steht der Pixel-Stil der Übersicht im Weg, und die Bewegungsanimationen der Hauptfigur könnten flüssiger sein. Auch fehlt es den Gegner-Typen an Abwechslung. Wer in eine stilistisch nahezu perfekte Retro-Dystopie der 1980er eintauchen will, liegt bei diesem Indie-Abenteuer aber genau richtig.
„Replaced“ ist für Windows und Xbox Series X/S erschienen. USK ab 16. Es kostet ca. 20 €. Für unseren Text haben wir die Windows-Version durchgespielt.
(dahe)
Künstliche Intelligenz
Eine Stunde in Lockheed und Jet: Apple TV bringt Travoltas „Nachtflug nach L.A.”
„AVgeek“, kurz für Aviation Geek, sind Menschen, die gerne mit dem Flugzeug reisen, sich für Betrieb, Technik und organisatorische Hintergründe von Airlines interessieren, Fotos und Videos schießen und vielleicht auch selbst einen Pilotenschein machen. Zu dieser Gruppe kann mit Fug und Recht auch der Schauspieler und Produzent John Travolta („Grease“, „Pulp Ficiton“) zählen, der selbst Pilot ist, alte Flugzeuge besitzt und sogar einen eigenen Privatflughafen betreibt. Seine Leidenschaft für Flugzeuge hat er nun in einen nostalgischen Film gegossen, der vor einigen Tagen Premiere beim Streamingdienst Apple TV hatte. Es handelt sich um die Verfilmung eines Kinderbuchs, das Travolta in den Neunzigerjahren für seinen Sohn verfasst hatte – folgerichtig ist er bei dem Streifen, der auf Deutsch „Nachtflug nach L.A.“ heißt, nicht nur Produzent, sondern auch Drehbuchautor und Regisseur.
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Goldenes Zeitalter der Fliegerei
Das Format des Films ist ungewöhnlich: Es handelt sich nicht um einen üblichen Zwei-Stunden-Film, sondern um einen Einstünder. Der Film spielt in den goldenen Zeiten des Fliegens in den USA in den Sechzigerjahren, als man an Bord noch kulinarisch hochklassig versorgt wurde (wenn auch, aufgrund der Raucherlaubnis, reichlich verqualmt). Travolta erzählt die Geschichte des Jungen Jeff, der als Achtjähriger mit seiner Mutter in einer TWA-Maschinen nach Los Angeles unterwegs ist – in Form eines Flugs über mehrere Zwischenstationen, wie es sie damals oft gab.
Jeff, der zum ersten Mal fliegt, aber über Flugzeugtypen und Flugpläne ganz genau Bescheid weiß, lernt Stewardessen und Piloten kennen, bekommt einen neuen Freund, der sich ebenfalls für Flugzeuge interessiert und verliebt sich schließlich. Für AVgeeks besonders interessant sind die vorkommenden Flugmodelle: Zunächst die berühmte „Connie“ (Lockheed L-1049 Super Constellation), eine Maschine mit vier Propellern, die einst auch die Lufthansa eingesetzt hat, dann eine Boeing 707, einer der ersten Jets im Passagierbetrieb.
TWA-Terminal im Film
Travolta bedient sich bei dem Film vorhandener Infrastruktur: So wird anfangs im TWA-Terminal am Flughafen J.F.K. in New York (damals Idlewild) gedreht, das mittlerweile als Hotel dient und eine „Connie“ auf dem alten Vorfeld stehen hat, die heute eine Bar ist.
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Trailer von „Nachtflug nach L.A.“, der im Original „Propeller One-Way Night Coach“ heißt.
Kleine Patzer wie die Tatsache, dass die Räume des Hotels, die später angebaut wurden, nicht mittels CGI aus dem Film entfernt wurden, verzeiht man Travolta angesichts der schönen Stimmung des Films gerne. Die Kritik war mit „Nachtflug nach L.A.“ allerdings nicht besonders gnädig. Die besteht allerdings auch weniger aus AVgeeks. Apple TV kostet aktuell 10 Euro im Monat, bei Kauf von Apple-Hardware gibt es Gratismonate.
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(bsc)
Künstliche Intelligenz
Zukunfts-Router: Asus stellt den ersten Wi-Fi-8-Router vor
Hersteller bereiten sich auf die nächste Funkgeneration Wi-Fi 8 alias IEEE 802.11bn vor. Vorn dabei: Asus mit seinem High-End-Router ROG Rapture GT-BN98 Pro. Mit vier Funkmodulen, darunter zwei im 6-GHz-Band, soll er die Möglichkeiten von Wi-Fi 8 ausreizen. Hinzu kommen Ethernet-Anschlüsse, die bis zu 10 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) übertragen.
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Starkes WLAN
Wi-Fi 8 behält die maximale Geschwindigkeit von Wi-Fi 7 bei. Im Falle des ROG Rapture GT-BN98 Pro entspricht das 11,5 Gbit/s im 6-GHz-Band bei einer Kanalbreite von 320 MHz. Mal zwei sind das schon 23 Gbit/s und mit den zwei Bändern bei 5 sowie 2,4 GHz landet Asus bei gut 30 Gbit/s. Alle Bänder laufen mit jeweils vier MIMO-Streams. Die notwendigen Chips liefert Broadcom. Mit 2 GByte RAM und 256 MByte NAND-Flash ist speicherseitig Puffer vorhanden.

Das Mainboard des ROG Rapture GT-BN98 Pro mit Prozessor und Zusatzchips von Broadcom.
(Bild: Mark Mantel / heise medien)
Erfreulich: Der ROG Rapture GT-BN98 Pro unterstützt Multi-Link Operation (MLO) über alle Bänder hinweg, um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Wi-Fi 8 steigert die Verbindungsstabilität und Spektrumseffizienz. In Mehrfamilienhäusern etwa können sich Router beim Funken besser aus dem Weg gehen.
Wie bei jeder neuen WLAN-Generation gilt, dass neue Router eine Investition in die Zukunft darstellen: Um die Funktionen ausnutzen zu können, braucht es auch neue Clients. Smartphones oder Notebooks etwa müssen Wi-Fi 8 beherrschen, um hier vor allem Stabilitätsvorteile ausreizen zu können.
10-Gbit/s-Ethernet
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Die Anschlüsse übernimmt der ROG Rapture GT-BN98 Pro von seinem Wi-Fi-7-Vorgänger ROG Rapture GT-BE98 Pro. Von den insgesamt sieben Ethernet-Ports übertragen zwei bis zu 10 Gbit/s, vier 2,5 Gbit/s und einer ein Gbit/s. Je ein 10- und 2,5-Gbit/s-Anschluss lassen sich als WAN-Anschluss (Wide Area Network) konfigurieren, um ein Modem vorzuschalten. Der Router selbst integriert keins.
Einen 10-Gbit/s-Anschluss bewirbt Asus als Gaming-Port. Der Router priorisiert den Traffic darüber, ohne eine Einstellung in der Firmware vornehmen zu müssen.
Drucker und Speichermedien laufen an zwei USB-Anschlüssen. Einer davon schafft 5 Gbit/s (USB 3.2 Gen 1, früher USB 3.0 genannt), der andere nur 480 Mbit/s (USB 2.0). Das Netzteil wird extern angeschlossen.

Mark Mantel / heise medien
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Europa folgt
Asus will den ROG Rapture GT-BN98 Pro zunächst in Nordamerika in den Handel bringen; Europa folgt später. In Anbetracht des aktuellen GT-BE98 (nicht Pro) ist mit Preisen jenseits der 500 Euro zu rechnen. Der GT-BE98 hat ein einzelnes 6- und zwei 5-GHz-Module anstelle der umgedrehten Konfiguration. Die Pro-Version ist hierzulande derzeit nicht verfügbar.
(mma)
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Vorsicht Kunde: Kein Ersatz für Transportschaden bei Dell
Auf dem Weg vom Lager zum Kunden können Sendungen beschädigt werden. Dafür haftet im Onlinegeschäft mit Verbrauchern stets der Verkäufer. Denn der sorgt schließlich für Verpackung und Versand und wählt auch den Dienstleister aus, der die Ware zum Kunden bringen soll. Spätestens mit der Übergabe der Ware an den Paketboten nimmt der Verkäufer auch das mit der Bestellung durch den Käufer abgegebene Kaufangebot an. Damit kommt auch der rechtlich entscheidende Kaufvertrag zustande, an den beide Parteien gebunden sind und den sie mithin zu erfüllen haben.
Für den Käufer heißt das vor allem, dass er den Kaufpreis entrichten muss – sofern er das nicht wie üblich bereits im Verlauf der Bestellung erledigt haben sollte. Ab dem Versand aber kann der Verkäufer nicht einfach das Geld zurückgeben. Das könnte er allenfalls, wenn er zum Beispiel nach Eingang der Bestellung feststellt, das in seinem Webshop angebotene Gerät gar nicht mehr auf Lager zu haben. Denn die meisten Webshops sehen in ihren AGB vor, den Vertrag erst mit dem Versand abzuschließen und vermeiden dadurch, in solchen Fällen Ersatzbeschaffungen vornehmen zu müssen.
Anders ist es, wenn die Sendung auf dem Weg verloren oder geht oder beschädigt wird. Welche Rechte man als Kunde in solchen Fällen gegenüber dem Verkäufer hat und wie gern diese missachtet werden, zeigt der Fall einer Notebook-Bestellung bei Dell, die sich von Dezember bis heute zieht.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Vorsicht Kunde: Kein Ersatz für Transportschaden bei Dell“.
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