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RTX Spark Superchip: Nvidia greift AMD und Intel im Windows-PC-Markt an
Mit DGX Spark hatte Nvidia den „kleinsten KI-Supercomputer“ eingeführt. Jetzt folgt auf Basis des gleichen Blackwell-Chips RTX Spark. Statt auf Linux setzt RTX Spark auf Windows on Arm und richtet sich an Consumer. KI-Entwickler, Creator und Spieler sollen RTX Spark als Notebook oder Desktop-PC kaufen können.
Nvidia RTX Spark: „Der Windows-PC für das KI-Agenten-Zeitalter“
6.144 Blackwell-Shader + 20 Arm-CPU-Kerne
Hinter RTX Spark steckt ein in 3 nm bei TSMC gefertigtes SoC mit 70 Milliarden Transistoren. Dieses vereint eine Blackwell-GPU mit 6.144 „CUDA Cores“ (wie RTX 5070) und 1 PetaFLOPs FP4 AI Performance mit einer zusammen mit MediaTek entwickelten Grace-CPU mit 20 Kernen. Gemeinsam wird auf bis zu 128 GB LPDDR5X als Unified Memory zugegriffen. Damit liegen die gleichen Eckdaten wie beim SoC hinter DGX Spark vor, es handelt sich also ebenfalls um den Nvidia GB10, über den ComputerBase bereits ausführlich berichtet hat und ihn auch bereits ausprobieren konnte.
- DGX Spark: Nvidia gibt Einblick in die Technik des GB10
- Nvidia DGX Spark im Test: Ein Blick auf den kleinsten KI-Supercomputer der Welt
Auch bei RTX Spark kommt der NVLink mit 600 GB/s zum Verbinden von GPU und CPU zum Einsatz. Beim LPDDR5X werden nun 300 GB/s genannt, das dürfte aber nur ein Aufrunden von den 273 GB/s des LPDDR5X-8533 bei DGX Spark sein. In der Spitze wird es erneut 128 GB geben, aber den Gerüchten zufolge sind auch kleinere Varianten geplant. Mehr dazu verraten hat Nvidia selbst noch nicht, doch die neue Plattform startet auch erst später in diesem Jahr.
Während es bei den Recheneinheiten zumindest auf den ersten Blick (alle Daten liegen noch nicht vor) keine Änderung gibt, ist der externe I/O-Bereich etwas anders aufgebaut. Dort entfällt die schnelle Netzwerkschnittstelle 10 GbE. Auf Nachfrage hat Nvidia aber die Unterstützung von USB4 und Thunderbolt bestätigt.
Zudem soll es eine NPU geben, die weniger anspruchsvolle KI-Aufgaben wie Copilot+ bei geringer Leistungsaufnahme übernehmen kann, ohne dafür die GPU nutzen zu müssen.
RTX Spark ist auf Windows zugeschnitten
Während die Hardware-Plattform nahezu identisch zu DGX Spark für KI-Entwickler unter Linux ausfällt, richtet sich RTX Spark laut Nvidia zusätzlich an Creator und Gamer. Die Software-Plattform lautet Windows, womit eine größere Zielgruppe erschlossen werden soll. Angeblich arbeitet Nvidia bereits seit „drei Jahren“ gemeinsam mit Microsoft an der Umsetzung. Dieses Mal soll es mit Windows on Arm aber besser klappen.
Auf RTX Spark wird Windows um KI-Agenten erweitert
Vor allem für das Ausführen von KI-Agenten direkt auf dem eigenen System ist RTX Spark konzipiert. Die Agenten sollen direkt von der Taskleiste abrufbar sein. Zu den Software-Partnern zählt auch Adobe und hat Programme wie Photoshop und Premiere extra für RTX Spark angepasst.
Viele weitere Entwickler der Software- und Games-Branche sollen ebenfalls an Optimierungen für RTX Spark und Windows on Arm gearbeitet haben. Auch mit Anbietern von Anti-Cheat-Systemen arbeite Nvidia zusammen, damit diese zu der neuen Plattform kompatibel sind.
Gaming-Performance wie RTX 5070 Laptop
Auf der Bühne zeigte Huang zwei RTX-Spark-Notebooks, auf denen 007 Frist Light und Forza Horizon 6 liefen. Während die 6.144 CUDA-Cores der Blackwell-GPU einer GeForce RTX 5070 für Desktop-Systeme entsprechen, soll die Gaming-Leistung aber eher auf Augenhöhe der RTX 5070 Laptop GPU (4.608 CUDA-Cores) liegen. Das überrascht nicht, schließlich wird die GPU von RTX Spark mit einer deutlich geringeren TDP als der Desktop-Chip betrieben. Ein Nvidia-Sprecher nannte in der Presserunde eine TDP von maximal 80 Watt für ein RTX-Spark-Notebook. Und LPDDR5X ist langsamer als GDDR7 – dafür mit bis zu 128 GB reichlich vorhanden.
Das ist weniger als die typischen 100 bis 115 Watt, die für eine RTX 5070 Laptop GPU anliegen. Zumal es sich beim GB10 von RTX Spark um ein SoC inklusive CPU handelt. Daher spricht Nvidia von einer vergleichbaren Leistung wie bei der RTX 5070 Laptop GPU bei einer „viel niedrigeren Leistungsaufnahme“. Kommende Game-Ready-Treiber sollen dann auch RTX Spark berücksichtigen.
Genaue Performance-Werte in Form von Benchmarks hat Nvidia aber noch nicht vorgelegt. Das gilt auch für die CPU-Leistung, die Nvidia aber als „wettbewerbsfähig“ erachtet. RTX Spark soll auch aktuellen x86-Plattformen wie AMD Strix Halo und Intel Panther Lake Paroli bieten.
Mehrere SKUs für Notebook und Desktop
Die oben genannte Hardware ist allerdings nur die maximale Ausbaustufe von RTX Spark. Nvidia hat nämlich verschiedene „SKUs“ für „viele verschiedene Preisklassen“ in Aussicht gestellt. Mehr als 30 Notebook-Designs seien zu erwarten. Den OEMs werde dabei überlassen, welche Form von Kühlung sie einsetzen. Von sechs großen Partnern wurden bereits konkrete Modelle der nachfolgend aufgeführten Serien angekündigt:
- Asus ProArt P14, P16
- Dell XPS 16
- HP OmniBook X 14, Ultra 16
- Lenovo Yoga Pro 9n
- Microsoft Surface Laptop Ultra
- MSI Prestige N16 Flip AI+
Eine Art Referenzdesign zeigt Nvidia aber doch: Die Notebooks sollen bis 14 mm flach und bis zu 1,4 kg schwer ausfallen sowie ein Aluminiumgehäuse mit gläsernem Touchpad besitzen. Ein Tandem-OLED-Display mit G-Sync-Support ist demnach ebenso gesetzt wie ein Akku, der einen ganzen Tag halten soll. Kombinationen des GB10-SoC mit einer zusätzlichen diskreten GPU wird es nicht geben, was angesichts der Platzverhältnisse und des zusätzlichen Kühlungsaufwands nur logisch erscheint.
Die angeblich „kompakten“ Desktop-Versionen wurden noch nicht konkret gezeigt, aber die Partner mit Acer, Asus, Dell, Gigabyte, HP, MSI und Lenovo benannt.
RTX Spark startet im Herbst
Sowohl die Notebooks als auch die Desktop-PCs mit RTX Spark sollen diesen Herbst verfügbar werden. Preise wurden noch nicht genannt. Es liegt allerdings nahe, dass RTX Spark zumindest einen günstigeren Einstieg als DGX Spark bieten wird, um ein breiteres Publikum anzusprechen. Der von der Redaktion getestete DGX Spark in Form des Asus Ascent kostet immerhin stolze 3.570 Euro.
DLSS 4.5 Ray Reconstruction kommt
Parallel kündigt Nvidia an, dass im August DLSS 4.5 Ray Reconstruction mit „2nd Gen Transformer“ erscheint. Das Feature verspricht eine bessere Bildqualität bei Raytracing und soll für alle RTX-Grafikkarten und später auch für RTX Spark zur Verfügung stehen.
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Noctua „Thermosiphon“: Pumpenlose AIO kühlt Ryzen jetzt bei 230 W, Q3 2027 im Visier
Noctuas All-in-One-Wasserkühler haben als Noctua NL-LC1 die Serienreife erreicht. Parallel gehen die Arbeiten an der dank Phasenwechselkühlung ohne Pumpe funktionierenden AIO „Thermosiphon“ weiter. Auf dem Messestand in Taipeh zeigt Noctua eine optimierte Version, die einen 9950X3D bei 230 Watt so gut kühlt wie eine NL-LC1-36.
Die Kühlleistung wurde deutlich erhöht
Vor zwei Jahren hatte Noctua den „Thermosiphon“ erstmals als Studio ausgestellt, vor einem Jahr lief ein Prototyp auf dem Messestand, der einen Ryzen 7 9800X3D bei 100 Watt auf Temperatur hielt. Aber um marktreif zu sein, muss mehr gehen.
In diesem Jahr stellt Noctua eine optimierte Variante aus, die einen 9950X3D bei 230 Watt Verlustleitung kühlen kann – und dabei das Leistungsniveau der klassischen AIO Noctua NL-LC1-36 mit 360-mm-Radiator erreicht (ca. 80 °C).
Dieses Prinzip steckt dahinter
Noctuas „Thermosiphon“-Kühler wirkt auf den ersten Blick wie eine AIO: Es gibt einen Kühler auf der CPU, zwei Schläuche vom Kühler zum Radiator (Zu- und Ableitung) sowie zwei Lüfter auf dem Radiator.
Doch im Kühlsystem fließt keine klassische Flüssigkeit, sondern ein Kühlmittel, das den Aggregatzustand von flüssig auf gasförmig wechselt: Wird es am Kühler (Verdampfer) erhitzt, verdampft es und nimmt dabei viel Energie auf. Das gasförmige Medium – und nur das gasförmige – steigt daraufhin zum Radiator (Kondensator) auf, wo es abkühlt und kondensiert – dabei wird die aufgenommene Energie wieder freigesetzt. Anschließend fließt es zum Kühler zurück.
Und das passiert ganz ohne Pumpe, nur in Folge der sich ändernden Dichte (Thermosiphon-Effekt). Nur noch die Lüfter bleiben als mechanisch bewegliche Komponenten im System.
Diese Herausforderungen gibt es
Das Prinzip klingt schlüssig, warum nicht gleich so? Weil der in der Theorie so einfach zu beschreibende Prozess ohne Pumpe in der vielfältigen Praxis schwer zu beherrschen ist. Gründe sind unter anderem:
- Die sich ständig wechselnde Abwärme des Prozessors.
- Die damit ständig wechselnde Menge verdampfter Flüssigkeit.
- Damit einhergehende Probleme beim Sicherstellen einer kontrollierten Verdampfung.
- Auch bei niedriger Last auf verlustarmen CPUs muss genug Dampf entstehen, um den Kreislauf am Laufen zu halten.
- Aber zu viel Dampf im System oder das Entstehen einer so genannten Siedekrise (Leidenfrost-Effekt) gilt es zu verhindern.
- Flüssigkeit zwischen Verdampfer und Kondensator gilt es zu vermeiden.
Deutliche Verbesserungen am Verdampfer
Um diese Herausforderungen noch besser zu meisten, hat Noctua gegenüber der im Mai 2025 ausgestellten Version den Verdampfer noch einmal angepasst. Über 400 Prototypen soll es gegeben haben, aber auch der Kondensator wurde in 25 verschiedenen Versionen getestet.
Sowohl die neue Geometrie als auch die jetzt gesinterte Oberfläche mit Kapillaren sind das Ergebnis der weiteren Forschung im Verdampfer, die zur Computex in Theorie, anhand von Messwerten und dem laufenden System präsentiert werden.
Das Sichtfenster, so Noctua im Gespräch auf der Messe, werde es wohl vorerst aber nicht in die Serie schaffen. In der Entwicklung sei es sehr hilfreich, um mit Hilfe von High-Speed-Kameras die Dampfbildung zu evaluieren, und auch als Aussteller ein Highlight. Die zusätzliche Dichtung serienreif anzubieten, ist zumindest für den Start aber nicht geplant.
Entscheidung gefallen: Sie kommt!
Die Entwicklung sei im letzten Jahr so gut vorangekommen, dass Noctua inzwischen auch einen Termin für den Veröffentlichungszeitpunkt nennt: Im 3. Quartal 2027 soll es so weit sein, auf der Computex 2027 könnte also die Präsentation der fertigen Plattform erfolgen.
Nicht die erste Idee dieser Art
der8auer hatte bereits zu Ende 2018 eine AiO mit Phasenwechselkühlung zur Serienreife entwickeln wollen. Doch dazu kam es am Ende nie. Auch Noctua hatte bisher nur von einem absehbar mehrjährigen Vorhaben gesprochen, die Möglichkeit, dass die Entwicklungen nie zur Serienreife geführt werden kann, schien zu bestehen. Doch Noctua hat es allem Anschein nach geschafft: Der „Noctua Thermosiphon“, die dann vermutlich erste PC-AIO ohne Pumpe, kommt.
Ein pumpenloses Produkt hatte die dänische Firma Noiselimit in Form des Silentflux bereits 2007 gezeigt, welches ebenfalls ein Kühlmittel und die Verdampfung nutzte. Dieser ist aber aufgrund der kompakten Abmaße nicht als AiO anzusehen.
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Zenbook 14 für 2026: Asus bietet Notebook mit AMD, Intel und Qualcomm an
Asus legt das Zenbook 14 für 2026 neu auf und bietet es mit einer breiten Auswahl von Prozessoren von AMD, Intel und Qualcomm an. Der Hersteller setzt bei seiner Konstruktion auf „Ceraluminum“, das Leichtigkeit mit Stabilität verbinden soll. Mit den Chips von AMD und Qualcomm seien Laufzeiten von rund 21 Stunden möglich.
Das neue Zenbook 14 ohne weiteren Namenszusatz wie „Pro“ oder „A“ kommt dieses Jahr in drei Prozessor-Varianten auf den Markt: UX3480AA mit Intel Core Ultra Series 3, UX3480KA mit AMD Krackan Point und UX3480QA mit Snapdragon X. Auch für diese Notebooks liegen aber noch keine Informationen für den deutschen Markt vor, da Asus weiterhin einen Patentstreit mit Nokia austrägt, der aktuell den Verkauf in Deutschland unterbindet. Auf anderen Märkten ist hingegen im dritten Quartal mit dem Zenbook 14 zu rechnen, Preise liegen aber auch für diese Märkte noch nicht vor.
Das UX3480AA setzt auf Intel
Im UX3480AA lässt sich das Zenbook 14 mit bis zu Intel Core Ultra 9 Series 3 alias Panther Lake konfigurieren. Das lässt im Vergleich zu den zwei anderen Modellen mit kleineren Chips einen höheren Preis vermuten. Dafür spricht auch das 14 Zoll große 3K-OLED-Display, das ansonsten nämlich nicht in dieser Baureihe anzutreffen ist.
Das Chassis bringt es auf 1,2 kg und wird teils aus Ceraluminum gefertigt. Dabei handelt es sich um ein von Asus entwickeltes Gehäusematerial, das die Leichtigkeit von Aluminium mit einer besonders harten, keramikähnlichen Oberfläche kombiniert. Dabei wird die Aluminiumoberfläche durch einen speziellen elektrochemischen Prozess umgewandelt, sodass sie widerstandsfähiger gegen Kratzer, Abnutzung und Fingerabdrücke wird, ohne das Gewicht deutlich zu erhöhen. Ceraluminum kommt für das Notebook-Cover zum Einsatz, das weitere Gehäuse sei laut Asus „all metal“.
AMD gibt es im UX3480KA
Wer hingegen zum UX3480KA greift, erhält maximal den AMD Ryzen AI 7 345, eine Krackan-Point-Lösung mit Zen 5 und Zen 5c sowie AMD Radeon 840M. Der Chip wird analog zur Intel-Variante mit einer TDP von 35 Watt betrieben. Die Laufzeiten für die Videowiedergabe fallen mit 21 Stunden gegenüber 17 Stunden aber länger als bei Intel aus. Auch dieses Zenbook 14 kommt auf ein Gesamtgewicht von 1,2 kg. Anders verhält es sich beim Display, wo das OLED-Panel maximal Full HD mit 60 Hz statt 3K bietet.
Snapdragon X für das UX3480QA
Das gilt auch für das UX3480QA mit Snapdragon X, wobei das von Asus gewählte Logo den Einsatz des kleinsten Snapdragon X ohne „Elite“ oder „Plus“ nahelegt, von dem es mit dem X1-26-100 ohnehin nur eine SKU gibt. Eine im Asus-Hauptquartier in Taiwan ausgestellte Platine des Notebooks zeigte aber den X1-42-100, der eigentlich unter die Snapdragon X Plus mit silbernem Logo fällt. In jedem Fall kommen beim Qualcomm-basierten Zenbook 14 aber noch nicht die neuesten Snapdragon X2 Elite (Extreme) oder Snapdragon X2 Plus zum Einsatz. Das wiederum dürfte dem (noch unbekannten) Preis des Notebooks zugutekommen.
Wie bei der AMD-Ausführung gibt Qualcomm Laufzeiten von bis zu 21 Stunden für das Videostreaming an. Möglich macht das auch hier unter anderem ein OLED-Panel, maximal Full HD mit 60 Hz. Die TDP des Chips beziffert der Hersteller mit 28 Watt.
Für alle Modelle des neuen Zenbook 14 gilt, dass diese Anschlüsse einmal USB-A (rechts) sowie einmal HDMI, zweimal USB-C und Audio (rechts) bieten. Verbaut ist zudem stets eine Full-HD-Webcam mit zusätzlichem Infrarotsensor für die biometrische Anmeldung via Gesichtserkennung mit Windows Hello. Im Vergleich zum Vorgänger fällt zudem das Touchpad größer aus und die Tastatur bietet jetzt 1,7 mm Tastenhub.
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Asus unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
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Radeon RX 9070 GRE im Test
Unverhofft kommt manchmal oft: Es gibt eine neue Gaming-Grafikkarte! Die AMD Radeon RX 9070 GRE, die sich mit ihren 12 GB VRAM zwischen der Radeon RX 9060 XT und der RX 9070 platziert. Im Test gibt es keine Überraschung, dafür ein Déjà-vu: Denn ComputerBase hatte vor 11 Monaten schon die identische China-Version im Test.
AMD Radeon RX 9070 GRE im Test
2026 ist ein trauriges Jahr für PC-Gaming mit Blick auf die Preise und Produktneuvorstellungen: Nvidia hat den eigentlich für Anfang des Jahres geplanten Super-Refresh für GeForce RTX 5000 gestrichen, AMD hat vermutlich mehrere geplante Modelle des RDNA-4-Portfolios gar nicht erst herausgebracht. Wenig verwunderlich titelte ComputerBase erst vor wenigen Wochen bei der Aktualisierung des Grafikkartenparcours „Denn für das Jahr 2026 sind derzeit keine Releases von AMD, Nvidia oder auch Intel in Sicht.“
Aber ja, so kann man sich irren. Kaum waren die Zeilen geschrieben und der Artikel erschienen, hat AMD ziemlich überraschend eine neue RDNA-4-Grafikkarte angekündigt. Wobei „neu“ relativ ist, denn eigentlich gibt es die Grafikkarte bereits seit ziemlich genau einem Jahr. Nur eben nicht in Deutschland beziehungsweise außerhalb von Asiens. Die Rede ist von der Radeon RX 9070 GRE, von der die Redaktion bereits im Juli 2025 ein chinesisches Exemplar getestet hatte.
Ohne Änderungen 1:1 die bekannte GRE
Es gibt schon seit langer Zeit Gerüchte darüber, dass die Radeon RX 9070 GRE auch in Europa erscheinen könnte. Die Gerüchteküche sprach von einer angepassten Version mit einem 16 GB anstatt nur einem 12 GB großen VRAM. Gut möglich, dass die Speicherpreise am Ende dagegen standen.
Die deutsche Radeon RX 9070 GRE ist damit schlussendlich komplett identisch mit der chinesischen Radeon RX 9070 GRE.
Dennoch stellt sich natürlich die Frage, wie sich die Radeon RX 9070 GRE im neuen Grafikkarten-Testparcours schlägt. Wie viel schneller ist die Grafikkarte als eine RX 9060 XT (Test)? Und wie viel liegt sie hinter einer RX 9070 (Test) zurück? Das sind nur zwei der Fragen, die auf den nächsten Seiten geklärt werden.
Darüber hinaus spielt der Preis eine wichtige Rolle und entscheidet darüber, wie sich die „deutsche GRE“ im aktuellen Markt einordnet. 559 Euro lautet AMDs Preisempfehlung, die damit 70 Euro niedriger ist als bei der Radeon RX 9070. Doch ob das ausreichend ist, um am Ende ein gutes Produkt zu sein, klärt der Test.
Custom-Designs von PowerColor und Sapphire im Test
ComputerBase hat in diesem Artikel zwei Custom-Designs im Test:
- Die PowerColor Radeon RX 9070 GRE Reaper im Test, die sich komplett an AMDs Referenzvorgaben hält.
- Die Sapphire Radeon RX 9070 GRE Pulse OC im Test, die von Haus aus übertaktet ist.
Die Technik der Radeon RX 9070 GRE im Detail
Die europäische Radeon RX 9070 GRE ist technisch bezüglich der Spezifikationen völlig identisch zur chinesischen GRE – es ist schlicht dieselbe Grafikkarte. Die Anzahl der Compute Units ist gleich, die Taktraten ebenso, die Leistungsaufnahme ist identisch und das Feature-Set entspricht dem aller anderen RDNA-4-Grafikkarten: So sind zum Beispiel FSR Upscaling 4.1, FSR Frame Generation 4 und auch FSR Ray Reconstruction verfügbar.
Die Radeon RX 9070 GRE setzt auf 48 aktive Compute Units, was in 3.072 FP32-Recheneinheiten resultiert. Das sind 14 Prozent weniger als bei der Radeon RX 9070, wobei die „GRE“ dies mit einem zumindest nach offiziellen Angaben um 11 Prozent höheren Chiptakt fast komplett ausgleichen kann – die theoretische Rechenleistung ist bei der Radeon RX 9070 GRE daher gerade einmal 5 Prozent niedriger als bei der Radeon RX 9070. Einen Gleichstand gibt es bei der Board Power: Sowohl die GRE als auch die „Vanilla“ dürfen sich 220 Watt genehmigen.
Deutlich größere Unterschiede gibt es beim Speicherunterbau. Das fängt beim Infinity Cache an, der auf der Radeon RX 9070 GRE von 64 MB auf 48 MB schrumpft – das heißt die „GRE“ muss häufiger den Weg zum VRAM gehen, weil Daten nicht im schnellen Cache liegen. Dessen Speicherinterface wurde allerdings von 256 Bit auf 192 Bit und die Speichergeschwindigkeit von 20 Gbps auf 18 Gbps reduziert. Die Radeon RX 9070 GRE hat damit eine um 33 Prozent geringere Speicherbandbreite als die Radeon RX 9070. Das ist ein großer Unterschied.
Mehr als 12 GB VRAM gibt es nicht
Der Einschnitt hat auch zur Folge, dass der Speicherausbau selbst um ein Drittel kleiner ausfällt: Radeon RX 9070 XT, Radeon RX 9070 und Radeon RX 9060 XT gibt es ausschließlich oder optional mit 16 GB, die Radeon RX 9070 GRE dagegen nur mit 12 GB. Technisch wären bei identischer Performance per „Clam-Shell“ auch ein Ausbau mit 24 GB machbar gewesen, aber AMD hat sich anders entschieden – nun, mit Blick auf die aktuellen Preise überrascht das nicht.
PowerColor Reaper und Sapphire Pulse OC im Detail
Bei der PowerColor Radeon RX 9070 GRE Reaper handelt es sich um ein Custom-Design, das mit einem eigenen PCB und einem eigenen Dual-Slot-Kühlsystem daherkommt, sich davon abgesehen aber komplett an die Spezifikationen AMDs hält. Es ist davon auszugehen, dass die Grafikkarte zur AMD-UVP verkauft wird.
Die Sapphire Radeon RX 9070 GRE Pulse OC setzt dagegen einen drauf: Auch hier gibt es einen eigenen Kühler. Zusätzlich werden aber auch der Takt und die maximal erlaubte Leistungsaufnahme erhöht. Hier ist entsprechend mit einem kleinen Aufpreis zu rechnen.
Einmal Standard, einmal ein wenig mehr
PowerColor hat die Grafikkarte auf maximale Kompatibilität optimiert. Mit knapp 30 cm ist sie zwar nicht klein, für moderne Gehäuse stellt sie aber keinerlei Problem dar. Dass der Kühler nur zwei Slots breit ist und die Höhe der Grafikkarte gerade einmal elf cm beträgt, kann in kleinen Gehäusen definitiv von Vorteil sein.
Die Optik sowie Haptik sind nichts Besonderes, jedoch fühlt sich die Radeon RX 9070 GRE Reaper nicht „billig“ an. Für ein kostenoptimiertes Design ist die Verarbeitung ordentlich. Drei im Durchmesser 86 mm messende Axial-Lüfter halten die Grafikkarte auf niedrigen Temperaturen. Auf dem Desktop schalten die Lüfter für einen lautlosen Betrieb ab.
Die Sapphire-Grafikkarte ist mit 29 cm zwar leicht kürzer, wirkt aufgrund des 2,5-Slot-Kühlers und der Breite von 13,5 cm aber dennoch deutlich wuchtiger. Aber auch das sollte nur in den wenigsten Gehäusen ein Problem darstellen. Die Verarbeitung sowie Haptik wirken dagegen billiger als beim Konkurrenzmodell, die Radeon RX 9070 GRE Pulse OC setzt primär auf Plastik.
Zwei im Durchmesser 100 mm messende Lüfter sorgen für die nötige Frischluft. Auch diese stellen bei niedrigen Temperaturen ihren Betrieb ein. Eine RGB-Beleuchtung gibt es bei keinem der beiden Modelle.
Die PowerColor Radeon RX 9070 GRE Reaper hält sich an die AMD-Spezifikationen. Die Sapphire Radeon RX 9070 GRE Pulse OC zieht die Specs dagegen ein wenig an. Mit 2.920 MHz gibt es 130 MHz mehr Takt (auch wenn die offiziellen Taktangaben bei RDNA 4 kaum Aussagekraft haben) und mit 240 Watt darf 20 Watt mehr elektrische Leistung aufgenommen werden. Auf beiden Grafikkarten kann das Power Limit um bis zu zehn Prozent erhöht werden. Ein zweites, anders konfiguriertes BIOS gibt es auf beiden Modellen nicht.
Testsystem und Testmethodik
ComputerBase nutzt für Grafikkarten-Tests mit dem Ryzen 7 9800X3D einen der aktuell schnellsten Gaming-Prozessoren. Auch die restliche Hardware sowie die Software sind darauf optimiert, die höchste Spieleleistung abliefern zu können. Details dazu folgen weiter unten in einer Tabelle. Alle folgenden Grafikkarten-Artikel werden auf diesem System basieren. Darüber hinaus wird das Testsystem bei regulären Spiele-Benchmark-Tests zum Einsatz kommen.
Sämtliche Benchmarks wurden mit aktuellen Treibern auf moderner Hardware neu erstellt, zusätzlich kommen neben älteren auch ein paar der neuesten Spiele zum Einsatz. Der neue Testparcours wurde darauf ausgelegt, sinnvolle Ergebnisse für alle aktuellen Gaming-Grafikkarten zu produzieren, und eignet sich damit sowohl für High-End-Beschleuniger wie die GeForce RTX 5090 als auch für langsame Exemplare wie die GeForce RTX 5060.
ComputerBase hat die Radeon RX 9070 GRE über drei Tage ausführlich getestet. Zum Einsatz kam das folgende Testsystem.
Als Prozessor wird die schnellste Gaming-CPU verwendet: der AMD Ryzen 7 9800X3D (Werkseinstellung). Er verrichtet auf einem MSI MPG X870E Carbon WIFI seinen Dienst. 48 GB Speicher (2 × 24 GB DDR5-6000, 30-38-38-96) stehen dem Prozessor zur Verfügung. Als Betriebssystem ist Windows 11 25H2 mitsamt allen verfügbaren Updates auf einer NVMe-SSD (PCIe 4.0) installiert. Resizable BAR ist auf allen Grafikkarten aktiviert. Wie unter Windows 11 auf modernen Systemen mit aktuellen BIOS-Versionen üblich, ist damit die Kernisolierung (VBS) plus Speicher-Integrität (HVCI) automatisch angeschaltet. Als Netzteil fungiert ein Asus ROG Thor Platinum III mit 1.200 Watt, das mit einem 12V-2×6-Stecker daherkommt. Falls die Grafikkarte so einen Anschluss bietet, wird er entsprechend genutzt.
Beim Gehäuse setzt die Redaktion auf ein Fractal Design Torrent, das einen maximalen Luftfluss bietet. Es wird die werkseitig verbaute Lüfterbestückung verwendet. Die Drehzahlen wurden aber deutlich reduziert, um die Lautstärke in Zaum zu halten. Genauere Details dazu und zum Testsystem allgemein finden sich in der folgenden Tabelle.
Treiber für die Grafikkarten
Als Treiber kam für Radeon-Grafikkarten der Adrenalin 26.3.1 zum Einsatz. Bei den GeForce-Beschleunigern wurde der GeForce 596.21 installiert. Intels Arc-Grafikkarten wurden wiederum mit dem 8629 getestet.
Der Testparcours eignet sich für alle aktuellen Gaming-Grafikkarten
Der Testparcours muss auf allen aktuellen Gaming-Grafikkarten funktionieren, was gar nicht so einfach ist. Denn ob ein Spiel auf einer Radeon RX 7600 oder auf einer GeForce RTX 5090 läuft, macht nun mal einen großen Unterschied aus. Doch auch bei den schnellsten Grafikkarten gibt es Unterschiede, die Radeon RX 9070 XT ist eben keine GeForce RTX 5070 Ti und keiner hat etwas davon, wenn erstere in Ultra HD gerade mal 30 FPS oder weniger abliefert. Aus diesem Grund nutzt die Redaktion durchweg Super-Resolution-Techniken wie AMD FSR, Nvidia DLSS oder Intel XeSS in der Super-Resolution-Ausführung standardmäßig im Testparcours. Je nach Spiel kommt entweder der Quality-Modus oder die native Auflösung in Verbindung mit dem Upsampling-Algorithmus zum Einsatz. Welcher Modus genau in welchem Spiel genutzt wird, findet sich in der folgenden Tabelle.
Upsampling ist qualitativ aber sehr verschieden, vor allem DLSS 4(+) und FSR 4(+) sind der Konkurrenz weit voraus. Sogar so weit, dass beide Technologien im Quality-Modus meistens besser aussehen als mit nativer Auflösung inklusive der spieleigenen Kantenglättung und selbst im Performance-Modus noch vergleichbare Ergebnisse abliefern. DLSS 3, XeSS 2 und allen voran FSR 3.1 können diesbezüglich nicht im Ansatz mithalten. Die die qualitativen Ergebnisse von FSR 3.1 derart weit gegenüber DLSS 4 und FSR 4 zurück liegen kennzeichnet die Redaktion entsprechende Grafikkarten, die mit dieser Technologie arbeiten müssen – da FSR 4 nicht offiziell unterstützt wird. Da in den Reviews Grafikkarten getestet werden, arbeiten alle GPUs mit derselben Render-Auflösung. Auf Frame Generation verzichtet die Redaktion derzeit noch im Parcours, DLSS/FSR Ray Reconstruction sind dagegen, wenn vorhanden und Leistungsvorteile gegeben sind, aktiviert.
Unterstützt ein Spiel Hardware-Raytracing gibt es für diesen Titel einen separaten Rasterizer-Lauf, der wohlgemerkt Software-Raytracing wie bei fast allen Unreal-Engine-5-Spielen (Lumen) enthalten kann sowie einen Lauf mit Hardware-Raytracing. Pathtracing nimmt in dem Parcours dagegen keine Rolle ein. Details zu den verwendeten Grafikeinstellungen in den einzelnen Games finden sich in der nächsten Tabelle.
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