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Sandisk Extreme Pro Dual Drive & Ultra Dual Drive Go im Test
Schon USB-C oder noch USB-A? Den Dual-USB-Sticks ist das egal, denn diese bieten beide Anschlüsse. ComputerBase hat nach dem PNY Duo Link V3 zwei Modelle von Sandisk im Test: das winzige Sandisk Ultra Dual Drive Go mit 128 GB und das schnellere Sandisk Extreme Pro Dual Drive mit 512 GB. Nur eines davon kann überzeugen.
Die beiden USB-Sticks im Überblick
Sandisk Ultra Dual Drive Go 128 GB
Das Sandisk Ultra Dual Drive Go ist mit knapp 4,5 cm Länge und lediglich 6,5 Gramm Gewicht besonders kompakt. Breit gefächert ist nicht nur die Farbauswahl mit Absinthe Green, Lavender, Navagio Bay oder Schwarz, denn die Modelle reichen von 32 GB über 64 GB, 128 GB, 256 GB und 512 GB bis hin zu 1 TB Speicherplatz. Doch erst ab 128 GB gibt es eine versprochene Leseleistung von 400 MB/s laut Hersteller. Die Herstellergarantie liegt bei 5 Jahren.
ComputerBase hat das Modell mit 128 GB in der Farbe Navagio Bay getestet, das Sandisk für 26,99 Euro anbietet. Weitere Informationen liefert das offizielle Datenblatt (PDF).
Sandisk Extreme Pro Dual Drive 512 GB
Das Sandisk Extreme Pro Dual Drive ist mit 8 cm fast doppelt so lang und auch dicker. Es bietet aber die gleiche Dual-Funktion mit Steckerwechsel per Rotation. Statt Kunststoff kommt beim Gehäuse Metall zum Einsatz. Das Gewicht liegt mit 23 Gramm entsprechend höher. Eine Farbauswahl gibt es nicht, jedes Modell „trägt“ Anthrazit. Aufmachung und Funktion sind dem zuvor getesteten PNY Duo Link V3 (Test) sehr ähnlich.
Die Speicherkapazitäten starten erst bei 256 GB und reichen über 512 GB und 1 TB bis hin zu 2 TB. Für alle Modelle nennt Sandisk maximale Transferraten von 1.000 MB/s beim Lesen und 900 MB/s beim Schreiben laut Datenblatt (PDF). Die Garantie wird mit „lifetime“ angegeben, gilt also demnach lebenslang. Allerdings wird eine solche Angabe nicht in allen Regionen akzeptiert, sodass für Deutschland stattdessen 30 Jahre gelten.
ComputerBase hat die Version mit 512 GB getestet, die bei Sandisk 108,99 Euro kostet.
Eckdaten im Vergleich
Testergebnisse
ComputerBase hat die USB-Sticks von Sandisk am üblichen SSD-Testsystem mit Asus B650E-F Strix Gaming Wifi und dem AMD Ryzen 9 7900 getestet. Das Mainboard bietet gleich mehrere USB-Anschlüsse nach USB 3.2 Gen 2 (10 Gbit/s), wie sie der Stick maximal unterstützt. Als Betriebssystem dient Windows 11 Pro 22H2 22621.1413 – der vergleichsweise alte Build dient zur Wahrung der Vergleichbarkeit. Windows-Updates haben nämlich schon mehrfach bewiesen, dass sie einen großen Einfluss auf die Leistung von Massenspeichern haben können.
CrystalDiskMark
Im synthetischen Benchmark CrystalDiskMark erreichen die USB-Sticks von Sandisk mehr oder weniger die Herstellerangaben. Das Extreme Pro Dual Drive liegt mit 1.060 MB/s etwas darüber und nahezu am Limit der Schnittstelle. Beim Ultra Dual Drive Go liegen die 378 MB/s unter dem Herstellerwert (400 MB/s) und dem Schnittstellenlimit von etwa 450 MB/s.
Die Grenze zwischen externen SSDs und USB-Sticks ist zwar fließend. Beim Blick auf die sehr niedrige Leistung beim wahlfreien Lesen (RND4K) wäre das Label „SSD“ an dieser Stelle aber unangebracht. Das gilt insbesondere für das Ultra Dual Drive Go mit knapp 12 MB/s.
Während das Extreme Pro Dual Drive mit rund 1.000 MB/s beim Schreiben erneut die Herstellerangabe (900 MB/s) überbietet, wird deutlich, warum Sandisk beim Ultra Dual Drive Go keine Angaben zur Schreibleistung macht. Rund 80 MB/s sind im Vergleich zum restlichen Testfeld wirklich sehr wenig. Beim wahlfreien Schreiben gab es dann sogar eine glatte „Null“. Das Ergebnis war reproduzierbar.
Schreibleistung in der Praxis
In der Praxis fallen die maximalen Durchsatzraten stets niedriger als unter Idealbedingungen im CrystalDiskMark mit kleiner Datenmenge aus. Erst beim vollständigen Beschreiben am Stück im Praxistest zeigt sich die wahre sequenzielle Schreibleistung, wie sie ein Anwender im Alltag unter Windows 11 erwarten kann. Nur kurzzeitig erreicht das Sandisk Extreme Pro Dual Drive mehr als 500 MB/s, um sich rasch bei etwa 330 MB/s einzupendeln. Die Messungen deuten auf einen SLC-Cache von etwa 10 bis 15 GB hin.
Unter Einsatz von Kühlung über einen Lüfter verbessert sich die Dauerschreibrate leicht auf etwa 350 MB/s. Auch ungekühlt bleibt sie aber stabil. Der Stick von PNY kann zwar kurzzeitig viel schneller, schreibt sonst aber ähnlich schnell und verliert wegen hoher Temperaturen bei Dauerlast erheblich an Leistung.
Schreibleistung nach Füllstand
Beim winzigen Sandisk Ultra Dual Drive Go wird das isolierende Kunststoffgehäuse zum Verhängnis: Hier ist klar eine thermische Drosselung zu beobachten, denn die Schreibrate bleibt mit zusätzlicher Kühlung stabil bei 90 MB/s. Ungekühlt sinkt sie wiederum schon nach wenigen Gigabyte kontinuierlich ab, bis sie bei nur noch 50 MB/s verbleibt.
Zugriffszeiten
Für einen Flash-Speicher-Datenträger der Kategorie USB-Stick ist die Latenz des Sandisk Extreme Pro Dual Drive mit 182 µs sehr ordentlich. So manche externe „SSD“ ist deutlich langsamer und auch der direkte Konkurrent von PNY kann nicht mithalten.
Das Sandisk Ultra Dual Drive Go spielt in einer ganz anderen Liga und zwar der untersten! Die Latenz liegt mit 1.420 µs oder 1,42 Millisekunden weit abgeschlagen hinter allen bisher in diesem Benchmark getesteten SSDs und USB-Sticks. Selbst manche HDD ist schneller (sichtbar durch Ausklappen der vollständigen Liste über das „+“ oben rechts im Diagramm).
USB-Stick erstellen (bootbar)
Der Unterschied in der Schreibleistung und Latenz spiegelt sich abschließend im Praxistest beim Erstellen eines bootbaren USB-Sticks mit Fedora KDE Plasma 43 Live (Linux) oder Windows 11 25H2 über Rufus wider – sei es für die Installation oder im Falle von Linux das Testen der Distribution.
Der Sandisk Ultra Dual Drive Go liegt meilenweit hinter der Konkurrenz zurück. Der Stick von PNY profitiert in diesem Fall davon, ca. 30 GB – ausgehend vom frisch formatierten Zustand – besonders schnell schreiben zu können und setzt sich auf Platz 1.
Temperaturen
Tools erkennen die USB-Sticks von Sandisk zwar, spucken aber keine Temperaturdaten aus, sodass dieser Abschnitt entfallen muss.
Fazit
Nur den doppelten USB-Stecker nach A- und C-Standard haben die Dual-USB-Sticks von Sandisk gemein. Die Unterschiede bei der Leistung sind hingegen noch deutlicher als die Unterschiede bei der Größe.
Das Sandisk Extreme Pro Dual Drive in der Ausführung mit 512 GB kann die Redaktion an dieser Stelle ausdrücklich loben. Die Leistung ist für einen USB-Stick lesend wie schreibend sehr hoch, auch wenn die Werte aus dem Datenblatt im Alltag unrealistisch sind, aber das gilt grundsätzlich für diese Form von Massenspeicher.
Das robuste Metallgehäuse leistet bei der Wärmeabfuhr gute Arbeit, sodass es (anders als beim PNY Duo Link V3) selbst nach über 500 GB am Stück geschriebenen Daten nicht zu einem Einbruch der Schreibrate kommt, die so stets bei über 300 MB/s liegt. Die Latenzmessungen sind ebenfalls gut für diesen Speichertyp, der sich mit mancher externen SSD messen kann. Wer einen flotten USB-Stick mit freier Wahl bei der USB-Buchse sucht, wird hier fündig – eine klare Empfehlung!
Der nicht minder schnelle PNY Duo Link V3 (Test) ist mit 512 (und 256) GB in Deutschland aktuell nicht mehr zu bekommen, mit 1 und 2 TB hingegen schon. Mit 1 TB kostet er mit einem Preis ab 125 Euro nur geringfügig mehr als der Stick von Sandisk mit 512 GB, dafür gibt es allerdings nur zwei Jahre Garantie. Beim robusten Alu-Wende-Chassis nehmen sich beide Konkurrenten nichts.
- Für einen USB-Stick sehr schnell
- Stabile Schreibrate von 330 MB/s
- Keine thermische Drosselung
- Geeignet für USB-C und USB-A
- Robustes Metall-Gehäuse
- 30 Jahre Garantie
Für den Sandisk Ultra Dual Drive Go spricht abseits der schicken Optik (im fragilen Kunststoff-Gehäuse) und der noch kompakteren Ausführung hingegen wenig, außer der potenziell niedrigere Preis. Immerhin: Unter 50 MB/s fielen die Schreibraten nicht. Dass Sandisk in diesem Fall nur die Lesetransferraten bewirbt, ist am Ende aber keine Überraschung.
Insgesamt erhalten Käufer mit diesem USB-Stick eine sehr niedrige Leistung über nahezu alle Disziplinen hinweg. Aufgrund extrem hoher Latenzen (teils auf HDD-Niveau) sind insbesondere wahlfreie Transfers schnarchlangsam – für den CrystalDiskMark war die Leistung teils nicht einmal mehr messbar, sodass „0,0 MB/s“ gemeldet wurden. Das rächt sich auch beim Erstellen eines Boot-Volumens mit Windows 11 oder Linux.
Nur sofern wirklich nicht mehr als „mal in Ruhe ein paar Dateien mitnehmen“ gewünscht ist, ist das Ultra Drive Dual Go mit 128 GB überhaupt einen Blick wert.
- Sehr kompakt und federleicht
- Schicke Farbauswahl
- Geeignet für USB-C und USB-A
- 5 Jahre Garantie
- Sehr geringe Leistung
- Schreibrate unter 100 MB/s …
- … ohne Kühlung nur 50 MB/s
- Sehr hohe Latenzen
- Kunststoff-Gehäuse
ComputerBase hat die USB-Sticks leihweise von Sandisk zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.
(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.
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Life is Strange: Reunion: Neues Abenteuer mit Max und Chloe ist erschienen
Life is Strange: Reunion, die direkte Fortsetzung zu Life is Strange: Double Exposure (Test), ist für die PlayStation 5, Xbox Series X/S und den PC erschienen. Das Spiel soll insbesondere die Brücke zum ersten Serienteil schlagen, was ersten Rezensionen zufolge besser funktioniert als beim Vorgänger.
Fortsetzung zu Double Exposure
Schon Ende 2024 hieß es im Abspann zu Life is Strange: Double Exposure bereits: Max Caulfield wird – wieder – wiederkehren; es werde eine Fortsetzung geben. Das Jahr 2025 über war es dann still, aber erst vor gut zwei Monaten verkündeten Square Enix und Entwickler Deck Nine überraschend: Schon am 27. März 2026 geht die Life-is-Strange-Reihe mit Reunion in die nächste Runde. Über das Wochenende sind jetzt auch erste Kritikerwertungen und Spielerrezensionen erschienen. Diesem ersten Eindruck zufolge ist das neue Life is Strange besser als der ernüchternde Vorgänger.
Max und Chloe sind hella back
Eine Rückkehr feiert mit Reunion insbesondere Chloe, Max Freundin aus dem ersten Life is Strange sowie die Protagonistin des Prequels Before the Storm. In Life is Strange: Reunion sind jetzt beide Charaktere spielbar.
Aber schlagen sich die Entwickler damit nicht auf die Seite derjenigen Spieler, die im ursprünglichen Life is Strange die Küstenstadt Acadia Bay dem vernichtenden Sturm überlassen haben? Mit einem resoluten „Naja“ beschwichtigt Deck Nine: Im Finale von Life is Strange: Double Exposure hat Max – Achtung, Spoiler – in ihrem Versuch, die Welt zu retten, die beiden Alternativen Zeitlinien zusammengeführt. Somit gibt es jetzt eine Chloe, die Arcadia Bay überlebt hat, sich aber dennoch an ihren Tod auf der Schultoilette der Blackwell Academy erinnern kann.
Life is Strange: Reunion soll aber dennoch berücksichtigen, wie sich Spieler damals entschieden haben und darauf etwa mit unterschiedlichen Zwischensequenzen reagieren, so Deck Nine. Außerdem sollen Spieler im Laufe der Handlung entscheiden können, ob Max und Chloe als Liebende oder bloß Freunde zusammenfinden. Und auch spielerisch dominiert das Duett: Die Perspektive soll zwischen Max und Chloe wechseln; beide Charaktere können gesteuert werden, je nach Szene.
Max gewinnt die Fähigkeit aus dem ersten Teil wieder und kann die Zeit zurückdrehen, um im Spielverlauf Dialoge erneut bestreiten zu dürfen oder kleinere Rätsel zu lösen. Dabei sollen Spieler eine direktere Kontrolle über das Rückspulen erhalten und die Fähigkeit häufiger und freier nutzen dürfen. Eine Art automatisches Zurückspulen setzt ein, wo sonst ein „Game Over“ erreicht wäre – damit umschifft das Spiel elegant das sonst nötige Neuladen des letzten automatischen Speicherpunkts. Chloe hingegen soll in Dialogen ihre Schlagfertigkeit als Fähigkeit einsetzen können, wie zuvor in Life is Strange: Before the Storm.
Inhaltlich dreht sich das neue Life is Strange: Reunion um einen infernalen Brand in der Caledon-Universität, die schon Schauplatz von Double Exposure war. Max könne die Zeit drei Tage zurückdrehen und auf diesem Weg Zeit gewinnen, den Ort aber nicht im Alleingang vor den Flammen bewahren, beschreiben die Entwickler die Handlung.
Erste Wertungen fallen besser aus
Die ersten Eindrücke von Kritikern und Spielern zeichnen ein insgesamt solides, aber keineswegs einhellig positives Bild. Auf Metacritic liegt Life is Strange: Reunion bei einem Metascore von 84/100 Punkten, die Wertung basiert aber auf bislang lediglich 7 Reviews. Der User Score liegt bei 8.2/10 Punkten, auf Steam erreicht das Spiel sogar 92 Prozent Zustimmung und wird folglich als „sehr positiv“ eingestuft.
Damit schneidet Reunion spürbar besser ab als der direkte Vorgänger Life is Strange: Double Exposure, der sowohl bei Kritikern als auch Spielern deutlich verhaltener aufgenommen wurde (Metascore: 73/100, User Score: 4,6/10, Steam: 72 Prozent). Gleichzeitig gilt: Solche frühen Werte sind erfahrungsgemäß volatil und tendieren in den Wochen nach Release eher nach unten als nach oben.
Inhaltlich wird vor allem die Rückkehr von Max und Chloe positiv hervorgehoben. Viele Stimmen loben die emotionale Wirkung ihres Wiedersehens und die starken Charaktermomente, die wieder mehr an die Ursprünge der Reihe erinnern. Auch das bekannte Gameplay rund um Max’ Zeitmanipulation funktioniere zuverlässig und wird stellenweise sogar als verbessert beschrieben.
Dem gegenüber steht jedoch häufig die Kritik, dass sich Reunion teils zu sehr auf Nostalgie und Fanservice stütze, während neue Ideen und eine eigenständige Handlung zu kurz kämen. Zudem bemängeln Kritiker, dass Entscheidungen weniger Gewicht hätten als früher und die Story im Verlauf an Fokus verliere. Einen negativen Beigeschmack hat für viele Spieler auch die Tatsache, dass die allermeisten Level aus dem vorherigen Spiel stammen und nur leicht abgeändert wiederverwendet würden – für die einen trägt der Kaufpreis von rund 40 Euro für die PC-Version dem Rechnung, für andere Rezensenten hätte es auch eine Erweiterung für Double Exposure getan.
Kritisch fallen viele Spielerreaktionen auch beim technischen Zustand aus. Häufig genannt werden Performance-Probleme, Grafikfehler und ein insgesamt unausgereifter Eindruck zur Veröffentlichung. Unterm Strich ergibt sich damit ein Bild eines besseren, aber weiterhin nicht unumstrittenen Serienteils, der zwar nostalgische Fans von Max und Chloe abholen, deutliche Schwächen aber nicht verbergen könne.
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Alte Spiele auf neuen Rechnern: ScummVM 2026.2.0 unterstützt neue Plattformen und Spiele
Die Entwickler von ScummVM haben Version 2026.2.0 veröffentlicht, die neben den üblichen Fehlerbehebungen auch zahlreiche weitere Klassiker integriert und zugleich viele Verbesserungen an den unterstützten Grafik-Engines mit sich bringt.
Mehr als nur ein Emulator
ScummVM wird zwar häufig als Emulator bezeichnet und dabei in erster Linie mit klassischen LucasArts-Titeln in Verbindung gebracht, tatsächlich geht die Anwendung jedoch deutlich darüber hinaus. Grundlage ist eine auf den Originaldateien basierende Re-Implementierung zahlreicher Spieleklassiker, wodurch diese plattformunabhängig auch heute noch lauffähig bleiben, obwohl die ursprünglichen Zielsysteme längst der Vergangenheit angehören. Ein wesentlicher Vorteil dieser Herangehensweise liegt darin, dass die Titel unter anderem in höheren Auflösungen dargestellt werden können, als es zur damaligen Zeit vorgesehen war.
Viele Verbesserungen an Plattformen und Spielen
Mit der neuen Version haben die Entwickler nicht nur zusätzliche Spiele wie „Necronomicon: The Dawning of Darkness“ oder die DOS-Versionen von „Mad Dog II: The Lost Gold“ oder „Space Pirates“ in die Unterstützung aufgenommen, sondern zugleich verschiedene Grafik-Engines überarbeitet, was für eine gesteigerte Darstellungsqualität sorgen soll.
Allgemein wurde die Lautsprecher-Emulation überarbeitet und der GUI-Launcher um eine Multiselect-Funktion für die Spieleliste erweitert. Ergänzend simuliert ScummVM nun auch die MT-32-Anzeige für Bildschirmmeldungen. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, GUI-Übersetzungen direkt aus dem lokalen po/-Verzeichnis zu laden. Laut den Entwicklern erweist sich dies insbesondere für Übersetzer als hilfreich, da eine Neugenerierung der translations.dat-Datei entfällt. Nutzer leistungsschwächerer Systeme profitieren zudem davon, dass sowohl die Kompilierungszeit als auch der Speicherbedarf beim Erstellen der TinyGL-Komponente spürbar reduziert wurden.
Innerhalb der AGOS-Engine wurde unter anderem die Musikunterstützung für die Atari-ST-Versionen von „Elvira 1“ und „Elvira 2“ ergänzt. Gleiches gilt für die Unterstützung der Acorn-Versionen von „Simon the Sorcerer“, bei denen nun sowohl der originale Cursor als auch die Unterstützung des für die Musik genutzten Desktop-Tracker-Formats implementiert wurden. Auch die Boffo Adventure Game Engine and Libraries, kurz BAGEL, die unter anderem Titel des Entwicklers Boffo Games abbildet, wurde umfassend erweitert. Davon profitieren unter anderem Spiele wie „The Guessing Game“ und „Game of Life“.
Ähnliche Fortschritte verzeichnet die Freescape-Komponente, die die Ausführung früher 3D-Spiele von Incentive Software ermöglicht. Hier wurde die Soundemulation für „Driller“, „Dark Side“, „Total Eclipse“ und „Castle Master“ auf CPC, C64 und Amiga ergänzt. Zusätzlich kam Musikunterstützung für „Total Eclipse“ auf dem Atari ST hinzu. Umfangreiche Verbesserungen erhielt zudem „Myst 3“, bei dem unter anderem Umgebungsgeräusche für das Rätsel mit den harmonischen Frequenzen in Amateria wiederhergestellt wurden. Parallel dazu wurde das Zurücksetzen der Animationen beim Drehteller-Rätsel in Amateria korrigiert. Ergänzend wurden zahlreiche Optimierungen an der Darstellung von Untertiteln sowie am Inventar im Breitbildmodus vorgenommen.
Auch die namensgebende Scumm-Engine wurde erweitert und unterstützt nun die originalen Startbildschirme in „Maniac Mansion“ auf dem NES beim Abspielen aus PRG-Dateien. Darüber hinaus wurde eine Wiedergabefunktion für die nicht-interaktiven Demos von „Monkey Island 1“, „Monkey Island 2“ und „Fate of Atlantis“ integriert.
Die hier aufgezeigten Änderungen und Neuerungen stellen nur einen kleinen Ausschnitt dar, eine komplette Übersicht kann den sehr ausführlichen Release-Notes entnommen werden.
Ab sofort verfügbar
Die vollständig unter der GPL stehende und damit frei verfügbare Anwendung steht ab sofort auf der Website des Projektes für zahlreiche Plattformen wie Windows, macOS und Linux bereit, einschließlich auch des Sourcecodes. Alternativ lässt sich ScummVM 2026.2.0 wie gewohnt bequem über den am Ende dieser Meldung verlinkten Download-Bereich von ComputerBase beziehen.
Downloads
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4,8 Sterne
ScummVM ermöglicht die plattformunabhängige Nutzung zahlreicher Spieleklassiker.
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App zur Erstellung individueller Feeds: Bluesky enthüllt KI-Assistenten „Attie“
Im Rahmen der an diesem Wochenende stattfindenden Atmosphere-Konferenz hat das soziale Netzwerk Bluesky einen KI-Assistenten vorgestellt, der künftig vielfältige Aufgaben wie das Entwerfen von Algorithmen sowie die Erstellung individueller Feeds übernehmen soll. Dabei greift das Unternehmen auf die Dienste von Anthropic zurück.
“Attie“ als Agentische Social-App
Laut Jay Graber, ehemals CEO von Bluesky und inzwischen Chief Innovation Officer, sowie CTO Paul Frazee soll die neue Anwendung jedoch kein direkter Bestandteil des sozialen Netzwerks werden, sondern vielmehr eigenständig agieren und gleichzeitig eng mit diesem zusammenarbeiten können. Ziel des Projekts ist es, eine „agentische Social-App“ zu entwickeln, die auf dem zugrunde liegenden Protokoll von Bluesky, dem AT-Protokoll (kurz „atproto“), basiert. Die Konferenzteilnehmer werden dabei die ersten Beta-Tester für die neue App sein, die unter der Haube auf Anthropics „Claude“ basiert.
Mit „Attie“ soll künftig jeder Anwender in der Lage sein, mittels natürlicher Sprache einen eigenen, individuell zugeschnittenen Feed zu erstellen – ein Ansatz, der bereits aus der Nutzung moderner Chatbots bekannt ist. Für den Zugriff genügt es, sich mit dem Atmosphere-Login anzumelden, der für sämtliche Anwendungen verfügbar ist, die auf atproto aufbauen. Ein wesentlicher Vorteil liegt dabei in der Offenheit des Systems: Bluesky und das gesamte dahinterstehende Ökosystem ermöglichen einen App-übergreifenden Austausch von Daten, wodurch sich die Einsatzmöglichkeiten deutlich erweitern. So soll „Attie“ unter anderem dazu dienen, personalisierte Feeds auf Basis individueller Interessen zu erstellen, ohne dass dafür auch nur eine einzige Zeile Code erforderlich ist.
Menschenorientierte künstliche Intelligenz
Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich bei der neuen Anwendung um ein stark menschenzentriertes KI-Produkt. „Wir glauben, dass KI eine sehr leistungsstarke Technologie ist, aber wir wollen sicherstellen, dass wir sie nutzen, um Dinge zu entwickeln, die den Menschen wirklich zugutekommen“, erklärt Interim-CEO Toni Schneider im Gespräch mit TechCrunch. Zum Start werden die Funktionen zunächst noch eingeschränkt sein: In der ersten Ausbaustufe dient „Attie“ ausschließlich der Erstellung entsprechender Feeds. Perspektivisch soll es jedoch möglich werden, dass Nutzer auf Basis von „Attie“ eigene soziale Anwendungen entwickeln, die ebenfalls auf dem von Bluesky verwendeten Protokoll aufsetzen.
Jay Graber, die ihren Posten als CEO abgegeben hatte, um sich wieder stärker der Entwicklung widmen zu können, kritisierte im Zuge der Ankündigung, dass KI derzeit von großen Plattformen häufig primär im eigenen Interesse und nicht im Sinne der Nutzer eingesetzt werde. Dies geschehe unter anderem, indem versucht werde, die Verweildauer innerhalb der jeweiligen Apps zu erhöhen, um mehr Daten zu sammeln und die Kontrolle über algorithmische Prozesse zu behalten. „Wir sind der Meinung, dass KI den Menschen dienen sollte, nicht den Plattformen“, so die aktuelle CIO. Ein offenes Protokoll könne diese Kontrolle direkt in die Hände der Nutzer verlagern: „Man kann es nutzen, um eigene Feeds zu erstellen, Software zu entwickeln, die so funktioniert, wie man es möchte, um Signale im Rauschen zu finden“, führt Graber weiter aus.
Finanzierung bereits für einen längeren Zeitraum gesichert
Finanziert werden soll das Projekt unter anderem durch eine kürzlich abgeschlossene Finanzierungsrunde, in deren Zuge zusätzliche Mittel in Höhe von 100 Millionen US-Dollar eingesammelt wurden. Damit gilt die Finanzierung des Vorhabens für rund drei Jahre als gesichert, was laut Interim-CEO Schneider zugleich Stabilität und Planungssicherheit für das gesamte Ökosystem schaffen soll. Darüber hinaus erhält das Team auf diese Weise den notwendigen Spielraum, um ohne unmittelbaren Zeitdruck an weiteren Herausforderungen zu arbeiten. Dazu zählt unter anderem die Integration umfassender Datenschutzkontrollen in das Protokoll des sozialen Netzwerks, das inzwischen auf eine Nutzerschaft von 43,4 Millionen angewachsen sein soll.
Keine Anlaufstelle für Kryptowährung
Nicht Teil der Umsetzung soll hingegen die Integration von Kryptowährungen sein – und das trotz finanzieller Unterstützung durch mehrere Investoren aus dem Krypto-Umfeld. Mit dieser klaren Abgrenzung möchte Schneider insbesondere Bedenken innerhalb der Nutzerschaft begegnen, die befürchtet hatte, die Anwendung könnte zur Zielscheibe von Krypto-Betrugsversuchen werden oder sich zu einem Zahlungsinstrument entwickeln.
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