Apps & Mobile Entwicklung
Steam Machine: „Red Line of Death“ kein Hardware-, sondern ein BIOS-Thema

Ein Reddit-Nutzer berichtete kürzlich von einer Steam Machine, die eine sogenannte „Red Line of Death“ als Hinweis auf einen GPU-Fehler anzeigte. Doch allein das Trennen des Wohnzimmer-PC vom Strom über Nacht ließ die PC-Konsole auferstehen. Valve hat sich inzwischen ebenfalls zu Wort gemeldet und empfiehlt einen CMOS-Reset.
Vor einigen Tagen tauchte der erste Bericht einer Steam Machine mit einem mutmaßlichen GPU-Fehler auf Reddit auf, was durch eine über eine rot pulsierende Linie über die vermeintlich rechte Hälfte der LED-Leiste angezeigt werden soll. Das Problem trat nach dem Spielen von No Man’s Sky für einige Minuten auf, gefolgt vom Einspielen eines nicht näher bezeichneten Updates, wahrscheinlich eines BIOS-Updates.
Kein Hardwarefehler trotz „Red Line of Death“?
Bereits in der Originalmeldung auf ComputerBase wiesen wir darauf hin, dass es sich hierbei um einen Anwenderbericht handelt, der zum Zeitpunkt der Artikelerstellung noch nicht offiziell von Valve bestätigt wurde. Aber jetzt hat sich der Reddit-User „me_hill“, der von der „Red Line of Death“ seiner Steam Machine berichtete, erneut zurückgemeldet: Er konnte das Problem lösen und die Steam Machine startet nun wieder ohne Einschränkungen. Dass er sich in der vergangenen Woche quasi überhastete zu Wort gemeldet hatte, tut ihm rückwirkend leid.
Eine Nacht stromlos half aus
Zuerst hatte der Nutzer nach dem Absenden seines Postings die Steam Machine zunächst für eine halbe Stunde vom Strom getrennt, was jedoch nicht zum Erfolg führte. Auch das Trennen vom Strom für mehrere Stunden sorgte nicht dafür, dass die „Red Line of Death“ verschwand. Doch als der Reddit-Nutzer seine Steam Machine erneut für eine Nacht vom Stromnetz trennte, startete die Steam Machine endlich wieder.
Valve-Mitarbeiter mit offizieller Problemlösung
Auch ein Valve-Mitarbeiter hat sich inzwischen über den Reddit-Account „SteamHWFeedback“ zu der „Red Line of Death“ zurückgemeldet und gibt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Problemlösung an die Hand:
- Zunächst muss die Steam Machine vom Stromnetz getrennt werden, woraufhin der Anschaltknopf auf der rechten unteren Seite an der Front mehrfach gedrückt werden muss. Anschließend muss das Stromkabel wieder angeschlossen werden.
- Wenn die LED des Anschaltknopfes danach weiß-pulsierend leuchtet, soll laut dem Valve-Mitarbeiter ein Support-Ticket auf Steam dazu angelegt werden oder der Mitarbeiter direkt angeschrieben werden.
- Anschließend muss der Anschaltknopf zunächst für ungefähr 6 Sekunden lang gedrückt und danach wieder losgelassen werden. Dabei sollte die LED des Power-Buttons kurz aufleuchten.
- Nun gilt es, einen CMOS-Reset durchzuführen: Nach den zuvor durchgeführten Schritten sollte die LED des Anschaltknopfes mehrere Farben im Wechsel anzeigen. Sobald die LED in grüner Farbe leuchtet, muss der Power-Button kurz gedrückt werden.
- Jetzt sollte die Steam Machine wieder statt der „Red Line of Death“ wieder regulär blau leuchten.
LED-Leuchtleiste in Steam Machine falsch eingebaut
Der Valve-Mitarbeiter merkt an, dass die Leuchtleiste der Steam Machine fälschlicherweise um 180 Grad gedreht eingebaut wurde. Somit handelte es sich bei dem ersten Bericht der „Red Line of Death“ gar nicht um einen GPU-Fehler, sondern um einen Fehler des Speichertrainings. Dieser Fehler wird nämlich durch eine rot-pulsierende Linie in der linken Hälfte der LED-Leiste signalisiert.
Demnach scheint beim betroffenen Reddit-Nutzer „me_hill“ ein BIOS-Update nicht vollständig durchgelaufen zu sein, was wiederum einen Fehler des Speichertrainings zur Folge hatte. Wird jedoch ein CMOS-Reset durchgeführt, stößt dies ein erneutes Durchlaufen des Speichertrainings an, was den Fehler der „Red Line of Death“ behebt.
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Balkonkraftwerke: CCC findet Sicherheitslücken in Wechselrichtern von Hoymiles
Der Chaos Computer Club (CCC) warnt vor gefährlichen Sicherheitslücken, die die Wechselrichter für Solaranlagen von Hoymiles betreffen. Die angeblich geheimen Schlüssel zur Steuerung der Anlagen sollen komplett ungeschützt zugänglich sein. Hoymiles habe bisher nicht auf Hinweise durch den CCC reagiert und stelle sich taub.
Anlagen lassen sich abschalten und zerstören
Demnach hat ein Sicherheitsforscher in Zusammenarbeit mit dem CCC die Sicherheitslücken in den Wechselrichtern für Balkon- und Dachsolaranlagen des chinesischen Unternehmens Hoymiles entdeckt. Die Lücken sollen es mit einfachsten Mitteln möglich machen, PV-Anlagen im Vorbeifahren abzuschalten oder sogar dauerhaft physisch zu zerstören.
Der Hersteller reagierte auf Hinweise auf die Sicherheitslücken irritiert bis gar nicht, so der CCC. Die Aufsichtsbehörden halten die allgemeinen Risiken für gering, da die potentiell von einer Ausnutzung der Schwachstellen ausgelösten Einbrüche von Gigawatt Leistung problemlos von den Netzbetreibern aufgefangen werden könnten.
Den Nutzern von Hoymiles-Wechselrichtern ist damit allerdings nicht geholfen, denn wenn niemand reagiert, besteht weiterhin das Risiko, dass die eigene Anlage jederzeit fremdkontrolliert, umkonfiguriert, abgeschaltet oder mit Schadsoftware bespielt wird. Hoymiles selbst gibt für Europa einen Marktanteil von 20 Prozent an, ist also kein unbedeutendes Unternehmen auf dem hiesigen Solar-Markt.
Zugriff über Seriennummer – die der Inverter selbst verrät
Was Hobbybastler einerseits freut, erweist sich nun andererseits als Sicherheitslücke: Auf die Daten der Hoymiles-Wechselrichter lässt sich relativ einfach zugreifen, da diese für die Cloud-Anbindung über proprietäre, aber ungeschützte Protokolle übertragen werden. So kann man über zahlreiche Open-Source-Projekte auf diese Daten zugreifen und nicht nur Statistiken auslesen und ein Dashboard bauen, sondern auch den Wechselrichter steuern und Firmware-Updates einspielen. Ab Werk ist die Seriennummer der Schlüssel für diese Steuerung.
Ohne physischen Zugriff auf den Wechselrichter sollte man diese Seriennummer nicht kennen, also auch keinen Zugriff auf den Inverter haben – so die Theorie. Doch Sicherheitsforscher Hunz hat ein nicht-dokumentiertes Feature in der Firmware entdeckt, in der über einen Rundruf alle Hoymiles in der Gegend entdeckt werden können, so der CCC. Als Teil des Antwort-Pakets auf einen solchen Rundruf überträgt der Hoymiles-Wechselrichter auch seine Seriennummer unverschlüsselt an den potenziellen Angreifer. Der eigentlich geheime Schlüssel ist durch diese Übertragung bekannt und die Anlage, sofern sie nicht geschützt wurde, lässt sich übernehmen und steuern.
CCC macht Schwachstelle öffentlich, da Hoymiles schweigt
Nachdem der Hersteller Hoymiles im Rahmen des Disclosure-Prozesses nach Angaben des CCC nicht reagierte, geschweige denn einen Patch veröffentlicht hat, habe man sich gezwungen gesehen, die Schwachstellen öffentlich zu machen und Lösungsvorschläge anzubieten, so der CCC.
Betreiber einer PV-Anlage von Hoymiles sollten bis auf weiteres davon ausgehen, dass diese derzeit von jedem mit einem günstigen Funkmodul aus Funkreichweite ferngesteuert werden kann. Als Minimalhürde für Angreifer sollten die Betreiber mit originaler DTU (Data Transfer Unit) von Hoymiles schnell ein Passwort setzen, auch wenn dies nach aktuellem Wissensstand nicht gegen alle Angriffsvektoren schützt – beispielsweise die Installation einer Fremd-Firmware.
Open-Source-Patch möglich?
Der CCC ruft die Entwickler der OpenDTU-Community und andere Sicherheitsforscher dazu auf, gemeinsam an einer nachhaltigen Lösung zu arbeiten: Ziel sei zum Beispiel ein Open-Source-Patch oder eine alternative Firmware für die RF-Module, die Kryptographie (etwa AES) anstelle von unverschlüsselten Seriennummern nutze. Da Hoymiles proprietäre Protokolle nutzt, sei dies auch ein Reverse-Engineering-Projekt, so der CCC. Zudem sollen Firmware-Updates von Hoymiles von der Community kritisch untersucht werden, damit Open-Source-Projekte wie OpenDTU nicht ausgesperrt werden.
Forderungen an Politik und Hoymiles
Dirk Engling, Sprecher des CCC, fordert von Regulierungsbehörden und Politik: „Schluss mit dem Wilden Westen im IoT. Dieser Fall ist ein praktisches Lehrstück dafür, warum ‚Kritische Infrastruktur‘ nicht erst bei großen Kraftwerken beginnt, sondern bereits im Vorgarten. Wenn Tausende Anlagen per Rundruf abgeschaltet werden können, ist das ein systemisches Risiko.“
Der CCC fordert deshalb Mindeststandards für die IT-Sicherheit von Einspeisegeräten. Ein Gerät, das ohne Authentifizierung Firmware-Updates via Funk akzeptiert, dürfe keine Marktzulassung in der EU erhalten.
Von Hoymiles erwartet der CCC eine sofortige Reaktion und einen Zeitplan für Patches.
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GeForce RTX 50 Super: Seasonics Netzteil-Rechner untermauert GPU-Gerüchte

Erneut gibt es ein – wenn auch kleines – Lebenszeichen zum Blackwell-Refresh: Seasonics Netzteil-Rechner stellt jetzt neben der GeForce RTX 5070 Super und der RTX 5070 Ti Super auch die kolportierte RTX 5080 Super zur Wahl. In der Vergangenheit waren solche Rechner zur PC-Konfiguration schon häufiger für Leaks verantwortlich.
Seasonic nennt plötzlich auch die RTX 5080 Super
Der einst für den Herbst 2025 erwartete Super-Refresh einiger Nvidia-Grafikkarten der RTX-50-Generation wurde über Monate hinweg immer weiter verschoben und Anfang des Jahres schließlich auf Eis gelegt. Er soll diesen Herbst aber doch noch erfolgen, so ist es zumindest seit einigen Wochen wieder vermehrt aufkommenden Gerüchten zu entnehmen.
Untermauert werden diese jetzt von Seasonic: Der Netzteil-Rechner des Herstellers stellt neuerdings die bisher nicht erschienene, aber im Kontext einer Super-Neuauflage immer wieder umrissene GeForce RTX 5080 Super zur Auswahl, wie zunächst VideoCardz berichtet hat. Demnach liegt die Leistungsaufnahme der Grafikkarte bei 415 Watt, was zu bisherigen Gerüchten passt. Bei der herkömmlichen RTX 5080 sind es hingegen 360 Watt TDP.
Ebenfalls genannt werden mit der GeForce RTX 5070 Super und der RTX 5070 Ti Super zwei der drei weiteren, bisher spekulierten Super-Grafikkarten. Diese beiden Modelle listet der Netzteil-Rechner allerdings sogar schon seit Ende September 2025 – ein Garant für eine zeitige Verfügbarkeit ist die jetzt aufgetauchte RTX 5080 Super also definitiv nicht. Nichtsdestoweniger wird Seasonic die kolportierte Grafikkarte mutmaßlich nicht ohne Grund nachgetragen haben.
Gleiche Leistung, mehr Speicher, irgendwann
Mit dem Super-Refresh soll Nvidia insbesondere oder gar nur am Grafikspeicher ansetzen: Gleiche Leistung, aber mehr VRAM, so lassen sich die bisherigen Gerüchte zusammenfassen. Nur bei der GeForce RTX 5070 Super soll es marginal mehr Ausführungseinheiten geben: 50 statt 48 Streaming-Multiprocessors. Bei den stärkeren drei Super-Modellen haben sich die Informationen seit inzwischen beinahe einem Jahr stark verdichtet, wohingegen bei der RTX 5060 Super noch einige Details offen sind. Generell stellt sich aber weiterhin bei allen Refresh-Grafikkarten die Frage, wann mit einem Marktstart zu rechnen ist – und ob überhaupt.
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Mova Lidax Ultra 1000 AWD Mähroboter im Test
Mit zwei Kameras, Lidar-Navigation, schwebendem, verschiebbarem Messerteller, Home-Assistant-Anbindung und Dreame-Technik bietet der Mova Lidax Ultra 1000 AWD viel für weniger als die Konkurrenz. Es hakt aber noch nicht nur bei der automatischen Kartierung, weshalb der Mähroboter nicht für jeden die richtige Wahl ist.
Mit dem Mova Lidax Ultra 1000 AWD bekommt man einen hervorragend ausgestatteten Mähroboter ohne Begrenzungskabel oder RTK-Station für bis zu 1000 m² Rasenfläche mit Technik von Dreame zum günstigeren Preis. Mit zwei Kameras, Lidar-Navigation, zwei Messerscheiben mit 12 Messern auf einem auch seitlich beweglichen Teller für den Randschnitt, Allradantrieb und einem Akku mit 243 Wh Kapazität erscheinen selbst die im Handel aufgerufenen 1.399 Euro im Vergleich zur über 1.000 Euro teureren Konkurrenz von Dreame günstig.
Das Fazit vorneweg
Ausgelegt für rund 1.000 m² bietet der Mova Lidax Ultra 1000 AWD eine Schnittbreite von 40 cm, um Flächen zügig fertigstellen zu können. An Ränder kommt der Rasenmähroboter bis auf rund 4 cm heran, da sich die gesamte Mäh-Aufhängung beim Kantenschnitt zur Seite bewegt und so den Abstand zum Rand verringert. Wie nah, hängt auch vom Verlauf der Kante ab. Mal sind es nur 3-4 cm, mal aber auch 6 cm oder mehr, wenn eine Kurve gefahren werden muss. Regelmäßige Nacharbeit an Rändern mit erhöhter Kante ist deshalb nötig. Auch die Höhenverstellung erfolgt beim Mova Lidax Ultra 1000 AWD nicht über einen Drehregler am Gerät, sondern lässt sich per App einstellen und wird über Motoren automatisch angepasst. Stellen, die der Mähroboter ausgespart hat, beispielsweise weil Pflanzen zu tief über dem Rasen hängen, kann man im manuellen Modus mit dem Smartphone als Controller und Display jederzeit selbst nacharbeiten.
Die Kehrseite all dieser Technik und Funktionen ist zweifellos die Größe des Mova Lidax Ultra 1000 AWD. Zwar geht er mit Abmessungen von rund 74 × 53 × 32 cm und einem stattlichen Gewicht von rund 24 kg auf einem 1.000-m²-Grundstück immer noch problemlos unter, aber für kleinere Gärten oder Flächen mit vielen Hindernissen und vor allem für Engstellen ist er nicht optimal. Im Test konnte er ein schmales Rasenstück mit einer Breite von 75 cm weder passieren noch mähen. Bei der Einrichtung abgefahren, wird es vom Mähroboter anschließend aus der Karte entfernt und nicht mehr beachtet. Ein weiteres, auch nur knapp 60 cm breites Rasenteilstück, aus dem rückwärts wieder navigiert werden muss, lässt sich ebenso nur manuell mähen. Befinden sich viele Hindernisse auf dem Rasen, etwa Tischgruppen oder Bäume, wirkt der Mova Lidax Ultra 1000 AWD ob seiner Größe etwas schwerfällig beim Umkurven. Um möglichst wenig nacharbeiten zu müssen, kann man aber die Abstände, die der Mähroboter zu diesen Objekten einhält, reduzieren.
Darüber hinaus fielen im Test immer wieder Stellen auf dem Rasen auf, die trotz des Abfahrens der Rasenfläche in geraden Reihen nicht perfekt gemäht und höher als der restliche Rasen waren. Hier hat der Mähroboter einfach ein paar Zentimeter Lücke zwischen den Bahnen gelassen und dies auch später nicht automatisch korrigiert. Etwas Abhilfe schafft das Aktivieren eines Kreuz- oder Schachbrettmusters anstelle gerader Bahnen.
Das schwimmende Mähdeck sorgt aber dafür, dass auch in Senken gemäht wird, in denen andere das Gras zu hoch stehen lassen und der Rasen auch bei Unebenheiten überall gleich lang geschnitten wird. Diese unabhängige Lagerung der Mähteller bieten gerade günstigere Modelle nicht. Auch die geringe Lautstärke des Mova Lidax Ultra 1000 AWD während des Mähvorgangs ist positiv zu verbuchen.
Zudem ist die automatische Erkennung und Anpassung des Rasenrands nach der initialen Kartierung verbesserungswürdig. Wird an einem Rand anfänglich beim Abfahren zu viel Platz gelassen, korrigiert der Mova Lidax Ultra 1000 AWD diese Lücke beispielsweise zu Rasenkantensteinen mit dahinter liegendem Beet nicht automatisch, sondern hält diesen Abstand auch zukünftig ein, so dass der Rand nicht optimal gemäht wird. Weiß man dies schon vor der Kartierung, kann man dies allerdings berücksichtigen und den Rand statt grob tatsächlich so genau wie möglich abfahren – andere Mähroboter passen die Karte in dieser Hinsicht jedoch besser automatisch an.
Darüber hinaus kann man beim Mova-Mäher derzeit nicht deaktivieren, dass er Pflanzen am Rand ignorieren und trotzdem den initialen Kantenschnitt vornehmen soll. So lässt er zu Rändern mit angrenzenden Pflanzen mehr Abstand als etwa die Modelle von Dreame und der Abstand zum Rand wird unter Umständen immer größer, wenn die Pflanzen wachsen. Über dem Rasen hereinragende Äste, die eigentlich unterfahren werden könnten, sorgen mitunter auch dafür, dass der Mova-Mäher den Rasen an dieser Stelle ignoriert. Auch wenn man bei der Kartierung bewusst über den Rasenrand hinaus etwa unter eine Hecke fährt, damit beim Mähen keine Kante stehen bleibt, wird dies vom Mäher anschließend ignoriert und es entsteht eine Rasenkante.
Und die vorderen Räder drehen sich bei Wendemanövern etwas zu wenig, was an engen Stellen, auf zu feuchtem Grund oder bei neu gesätem Rasen schnell dazu führt, dass Erde verschoben und Rasen herausgerissen wird. Das liegt auch an seinem hohen Eigengewicht, das er auf den Rasen bringt. Der eufy C15 (Test) führt beim Wenden ein deutlich besseres Manöver durch als der Mova Lidax Ultra 1000 AWD, das für ein besseres Ergebnis am Bahnende sorgt. Zudem lässt sich die Breite der gefahrenen Bahnen und somit eine Überlappung dieser nicht einstellen, etwa um einen schnelleren oder eben genaueren Schnitt zu erzielen. Für das vollständige Mähen von 300 m² benötigt der Mähroboter ungefähr 90 Minuten und verbraucht rund 30 Prozent seines Akkus. Allerdings ist die benötigte Zeit stark von der Form der Rasenfläche, der Anzahl der Hindernisse und der Steigung abhängig.
Gleichzeitig merkt man, dass Mova über Firmware-Updates ständig versucht Verbesserungen umzusetzen. Allerdings macht der Mähroboter auch mit aktueller Firmware in der Ladestation weiterhin Geräusche, die man im Umfeld des Roboters hört. Hierfür scheint eine Radverriegelung verantwortlich zu sein, die dauerhaft die Räder blockiert, damit der Mäher nicht wegrutschen kann. Auch die Leistungsaufnahme in der Ladestation, trotz geladenem Akku, ist mit 15 bis 20 Watt sehr hoch. Trennt man sie vom Strom, verliert der Mäher über Nacht nahezu seine gesamte Akkuladung.
Doch bis man all diese Erkenntnisse gewonnen hat, ist etwas Einrichtung und Anpassung nötig, deshalb einen Schritt zurück auf Anfang.
Schnelle Ersteinrichtung mit manueller Kartierung
Tatsächlich nötiger Platz um Ladestation kleiner
Nachdem man den Mähroboter ausgepackt und die Basisstation an einem Ort mit WLAN-Empfang im Garten aufgestellt hat, soll man den Roboter zunächst laden. Mova nennt als Abstände um die Ladestation einen Meter nach rechts, links und hinten, also den Bereich, über den der Mähroboter in die Station fährt. Für die Ersteinrichtung ist dies sinnvoll, später kann man die Ladestation aber beispielsweise auch in eine Lücke mit seitlicher Begrenzung stellen, wenn der Mähroboter von hinten gerade hineinfahren kann, da er beim Herausfahren zunächst immer gerade aus der Station fährt. Für die Planung des Standorts ist diese Information durchaus relevant, da die genannten seitlichen Abstände in der Praxis keine Rolle spielen. Die Basisstation kann mit beiliegenden Erdankern fixiert werden. Eine Reinigungsbürste, die oben in die Ladestation eingesetzt wird, reinigt den Lidar-Sensor des Mähroboters. Eine komplette Abdeckung des Mova Lidax Ultra 1000 AWD bietet die Ladestation aber nicht. Eine solche muss separat erworben werden, wenn man den Mähroboter besser gegen Sonne und Regen schützen möchte.
Eingerichtet wird der Mova Lidax Ultra 1000 AWD über die Movahome-App, wofür man mit dem WLAN verbunden sein muss. Wurde der Mähroboter über die Bedienelemente an der Oberseite eingeschaltet, über die man ihn auch ohne App manuell steuern kann, kann man die Sprache einstellen, einen PIN-Code festlegen und sich mit ihm über Bluetooth verbinden, bevor er über die App mit dem WLAN verbunden wird. Auch das Teilen mit anderen Nutzern über die App ist später möglich.
Karte manuell oder automatisch erstellen
Zunächst muss jedoch eine Karte der Rasenfläche oder Rasenflächen erstellt werden, falls es mehrere verbundene Zonen gibt. Hierfür sollte das Gras nicht höher als 12 cm sein, die Fläche keine Löcher aufweisen und von beweglichen Hindernissen befreit werden. Für die Kartenerstellung steuert man den Roboter über die App entlang des Randes der Mähfläche und läuft dabei hinter ihm her. Hierbei wird zunächst ein Startpunkt definiert, den der Mäher interessanterweise auch anschließend immer als Startpunkt für seine Mähaufgabe wählt. Bereiche, die schmaler als einen Meter sind, kann man in der App als Pfade festlegen. Sie werden dann vom Mähroboter durchfahren, zählen aber nicht zu der eigentlichen Mähfläche, etwa bei der Mährichtung.
Alternativ zur manuellen Kartenerstellung kann man auch die „Automatische Begrenzungserkennung“ wählen und den Mova-Mäher allein den Arbeitsbereich abstecken lassen. Hierfür sind aber eindeutige Rasenkanten und gutes Tageslicht nötig, da die Erfassung über die Frontkamera erfolgt und der Mähroboter versucht, Rasen von anderen Flächen zu unterscheiden. An Wegen und Randsteinen funktioniert das gut, bei Beeten weniger gut als es etwa der eufy C15 (Test) mit weniger aufwendiger Technik beherrscht. Bei weichen Übergängen driftete der Mova-Mäher ins Beet ab, während eufy hier klar Rasen und Beet unterscheiden konnte. Die automatische Kartierung führte im Testfall somit nicht zum Erfolg und es musste für eine klare Begrenzung der manuelle Modus genutzt werden. Versucht man den Automatik-Modus, muss man also ein Auge auf den Roboter haben, um ihn ggf. zu stoppen.
Karte lässt sich bearbeiten
Ist die Karte erstellt, kann sie in der App bearbeitet werden. So lassen sich auch Sperrzonen definieren, die vom Mähroboter ausgespart werden sollen. Auch das Hinzufügen weiterer Zonen und das Erstellen von Verbindungswegen etwa über Steinplatten ist möglich. Steht die Ladestation nicht direkt auf dem Rasen, lässt sich auch für sie ein Verbindungspfad erstellen. Die Ladestation muss also nicht zwingend direkt auf dem Rasen platziert werden, wenn in der Nähe ein besserer, frei zugänglicher Standort gegeben ist.
Der Mova Lidax Ultra 1000 AWD bewältigt Steigungen bis 80 Prozent, also rund 38,5 Grad und hält auch auf schräger Fläche gut seine Bahnen ein. Optimale Ergebnisse erzielt man laut Mova bis zu einer Steigung von 24 Grad. Hindernisse können bis zu einer Höhe von 6 cm überfahren werden. Im Alltag führt dies aber auch dazu, dass manche erhöhten Ecken von Steinen oder Holz bei einer Drehung gerne überfahren statt sauber umkurvt werden.
Eine zweite Karte erstellen
Neben dem Trennen einer Karte in verschiedene Zonen oder dem Verbinden von mehreren Zonen zu einer Karte kann auch eine zweite Karte erstellt werden. Dies ist für ist für Situationen gedacht, in denen der Roboter nicht autonom zwischen getrennten Rasenflächen hin- und herfahren kann oder mehrere Karten erforderlich sind, etwa weil die Rasenfläche für eine Karte zu groß ist. Auch mehrere Grundstücke lassen sich so theoretisch mit einem Mähroboter bearbeiten, wenn man ihn zwischen den Grundstücken hin und her trägt.
Für das Erstellen einer zweiten Karte ist es aber notwendig, entweder eine zweite Ladestation zu kaufen, oder aber die vorhandene Ladestation ebenfalls auf die zweite Rasenfläche zu stellen und dort anzuschließen. Für spätere Mähvorgänge ist ein Versetzen der Ladestation dann nicht mehr möglich, wobei es natürlich zu Fehlern kommt, wenn der Mähroboter die zweite Fläche nicht mit einer Akkuladung mähen kann. Trägt man ihn dann zur Ladestation, lädt ihn auf und trägt ihn wieder zurück auf die 2. Karte, kann er den Mähvorgang aber an der Stelle fortsetzen, an der er zuvor abgebrochen wurde. Die Optionen in der App gehen übrigens so weit, dass man selbst eine Ladezeit für den Mähroboter einstellen kann, während der er ausschließlich geladen werden soll.
Generell lassen sich Mähvorgänge sowohl über die App als auch den Mähroboter selbst jederzeit stoppen bzw. pausieren. Drückt man die rote Stopptaste auf dem Mähroboter, kann er jedoch erst wieder gestartet werden, wenn man am Roboter seine PIN eingegeben hat. Das Fortsetzen des Mähvorgangs allein über die App ist dann nicht möglich.
Viele Optionen zur Anpassung des Mähverhaltens
Die Mova-App bietet darüber hinaus viele Optionen, um das Mähverhalten anzupassen. Neben der Mähhöhe zwischen 3 und 10 cm kann auch die Geschwindigkeit von rund 1.800 m² am Tag auf 2.600 m² am Tag erhöht werden. UltraTrim 2.0 ist die bereits genannte Option, dass der Mähroboter beim Mähen der Kanten enger an diese heranfährt und beim zweiten Durchgang den Messerscheiben an den Rand bewegt. „Sicheres Randmähen“ sorgt hingegen dafür, dass bewusst mehr Platz gelassen wird. Auch die Lidar-Hinderniserkennung lässt sich deaktivieren, damit der Mähroboter überwachsenes Gras mähen kann.
Darüber hinaus lässt sich die Mährichtung individualisieren und die Höhe und der Abstand der Hindernisvermeidung in 5-cm-Abständen einstellen. All diese Optionen sind je eingerichteter Mähzone anpassbar, so dass man verschiedenen Bedürfnissen verschiedener Bereiche im Garten auch entsprechend Rechnung tragen kann. Die Möglichkeiten sind somit sowohl komfortabel als auch reichhaltig.
Natürlich lassen sich auch Zeitpläne für das Mähen erstellen, wobei automatisch zwei Zeitpläne für Frühling/Sommer und Herbst/Winter erstellt werden. Aber auch manuelle Zeitpläne oder der Verzicht auf diese sind möglich.
Zudem muss nicht immer die gesamte Fläche gemäht werden, über die Mähmodi kann man in der App zwischen Gesamtfläche-Mähen, Zonenmähen, Randmähen, Punktuelles
Mähen und Manueller Modus wählen. Bei letzterem steuert man den Mova-Roboter per Smartphone wie beschrieben selbst.
Gesteuert über einen kleinen Kontaktsensor lässt sich zudem ein Regenschutz aktivieren. Wenn diese Funktion aktiviert ist, unterbricht der Roboter bei Regen automatisch den Mähvorgang und kehrt zur Ladestation zurück. In der App kann eingestellt werden, wie lang dieser Schutz bei Regen gelten soll, damit der Rasen auch nach dem Regen wieder abtrocknen kann. Neben dem Regenschutz hat Mova auch einen Frostschutz integriert, der verhindert, dass der Rasen bei unter 0 °C gemäht wird. Bei Frost wird aber ohnehin auch der Akku des Mähroboters nicht mehr geladen. Den Winter über sollte der Mähroboter in einem Innenraum mit geladenem Akku eingelagert werden.
Und wer es ganz ausgefallen mag, für den hat Mova Mähformen in die App integriert. So lassen sich individuelle oder vorgegebene Formen auswählen, die vom Mähen ausgeschlossen werden sollen, womit man Motive auf den Rasen zeichnen kann.
Diebstahlschutz- und Sicherheitsfunktionen
Neben den Optionen, die sich auf das eigentliche Mähen beziehen, bietet der Mova Lidax Ultra 1000 AWD aber auch noch einige Diebstahlschutz- und Sicherheitsfunktionen. Hierzu gehören Alarme beim Anheben oder Verlassen der Karte, die Anzeige des Standorts in Echtzeit auf Google Maps, Warnungen bei Anwesenheit von Personen als Alarmanlage etwa während der Urlaubszeit und eine Kindersicherung zur Verhinderung des unbeabsichtigten Betriebs. Die Diebstahlschutz- und Sicherheitsfunktionen können in der App unter dem Eintrag „Geräteseite“ konfiguriert werden.
Als TrueGuard bezeichnet Mova zudem Funktionen, mit denen man den Mähroboter als Wachhund auf Patrouille schicken kann. Dies geht über die Möglichkeit, jederzeit ein Echtzeitvideo abzurufen hinaus, denn man kann ihn so ganz gezielt zu bestimmten Orten navigieren lassen.
Home-Assistant-Integration
Der Mova Lidax Ultra 1000 AWD lässt sich über die Integration dreame-mower für Home Assistant über HACS auch in dieses Smart-Home-System einbinden. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine offizielle Integration von Dreame bzw. Mova, sondern um eine Community-Integration. Diese funktioniert jedoch bislang sehr zuverlässig, wenn auch nicht rein lokal, sondern über die Cloud des Herstellers, dafür aber mit einer Kartenansicht und zahlreichen Optionen zur Steuerung des Mähroboters und Zugriff auf relevante Werte des Geräts. Auch über Home Assistant lässt sich das Mähen starten, pausieren und stoppen und der Mähroboter zum Laden in die Station schicken. Ob man sinnvolle Ereignisse anderer Smart-Home-Geräte hat, an die man einen Mähvorgang koppeln möchte, hängt von den individuellen Gegebenheiten ab – möglich ist dies über die Integration und Automationen jedoch per se.
IP-Zertifizierung und AirTag-Fach
Dank IPX6 kann man die Unterseite des Mähroboters auch mit dem Gartenschlauch reinigen. Ein Hochdruckreiniger sollte dafür aber nicht verwendet werden. Auch die Ladekontakte am Roboter und der Ladestation sowie die Kameras sollte man regelmäßig mit einem Tuch säubern. Die Räder lassen sich bei Bedarf mit einer Bürste reinigen. Mova empfiehlt, die Messer alle 6 bis 8 Wochen zu tauschen. Die Lidar-Kappe sollte man deshalb aufheben und bei Reinigungsarbeiten an der Unterseite aufsetzen, damit die Fläche nicht zerkratzt.
Die Bedienelemente und das Farbdisplay schützt Mova mit einer Abdeckung zusätzlich vor Dreck. Auch an dieser Stelle zeigt sich die sehr gute Verarbeitung und die Wertigkeit, die dem Nutzer insgesamt vermittelt, für sein Geld auch einen entsprechenden Mehrwert erhalten zu haben.
An der Unterseite verfügt der Mähroboter auch über ein kleines Fach beispielsweise für einen AirTag. Allerdings dürfte dies neben den Schutzmaßnahmen, die der Mähroboter ohnehin schon bietet, von Dieben noch am einfachsten zu entdecken und der AirTag zu entfernen sein.
Hindernisvermeidung
Eine effektive Hinderniserkennung ist für Mähroboter unerlässlich, um Tiere und Gegenstände im Garten zu schützen. Der Mova Lidax Ultra 1000 AWD erkennt Gegenstände laut Hersteller ab einer Größe von 2 × 2 cm. Im Test umfuhr er größere Objekte zuverlässig, die auf dem Rasen liegen gelassen wurde. Kleine Stoff-Kuscheltiere ebenso wie kleine und größere Bälle, Gartenschuhe, den Rasensprenger, die Beine des Gartentischs und der -stühle und nicht zuletzt Personen. Generell müssen Objekte aber eine gewisse Höhe erreichen, um erkannt zu werden. Eine flacher Frisbeering mit Loch in der Mitte wird beispielsweise einfach überfahren. Stellt man in der App die Erkennung auf „Hoch“, springt der Mova schneller an, aber dies reduziert auch die Mähgeschwindigkeit.
Denn er erkennt auch so häufig schon zahlreiche Hindernisse und Objekte, vor allem am Rand der Mähzone, die es dort gar nicht gibt. Etwas überrascht schaut man manchmal auf die Karte in der App, die dann übersät ist mit erkannten Hindernissen.
Abschließende Beurteilung
Ergänzend zum Fazit zu Beginn des Tests lässt sich abschließend festhalten, dass der Mova Lidax Ultra 1000 AWD seine Stärken vor allem in größeren Gärten ohne viele Hindernisse, Übergänge und Engstellen ausspielen kann. In kleineren Gärten sind ihm wendigere und leichtere Modelle wie ein eufy C15 überlegen. In größeren Gärten mit Engstellen und Hindernissen bietet hingegen Dreame selbst mit seiner A-Serie derzeit noch überlegene Funktionen, da diese Modelle trotz gleicher Technik engere Stellen passieren können und schneller mähen. Gänzlich frei von Schwächen ist auch der Mova Lidax Ultra 1000 AWD trotz all seiner Technik und des Preises am Ende nämlich nicht, wie die ausführlichen Erläuterungen im Test darlegen.
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