Künstliche Intelligenz
Studie: KI-Einsatz führt zu Mehrarbeit statt Entlastung
Forscher der Berkeley Haas School of Business warnen: Der Einsatz Künstlicher Intelligenz führt zwar dazu, dass Mitarbeiter schneller arbeiten und teilweise ihre Arbeitszeit sogar freiwillig ausdehnen – all dies aber möglicherweise auf Kosten ihrer Gesundheit. Es drohten Ermüdungserscheinungen, geschwächte Entscheidungsfähigkeit und Burnout. Als eine Art Zwischenbilanz der noch in Arbeit befindlichen Studie empfehlen die Forscher Unternehmen, klare Regeln für den Gebrauch von KI zu etablieren.
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In der achtmonatigen Feldstudie zwischen April und Dezember 2025 wurde ein US-amerikanisches Tech-Unternehmen mit rund 200 Mitarbeitern untersucht. Das Unternehmen stellte den Angestellten dabei einen Zugang zu kommerziellen KI-Tools bereit, schrieb die Nutzung allerdings nicht vor. Die Zwischenergebnisse der Studie wurden jetzt im Harvard Business Review veröffentlicht.
Mitarbeiter leisten mehr – und das freiwillig
Arbeitgeber dürfte es auf den ersten Blick freuen, dass der KI-Einsatz zu einer Arbeitsintensivierung führte. Mitarbeiter arbeiteten schneller, sie übernahmen ein breiteres Aufgabenspektrum und dehnten ihre Arbeitszeit aus – und dies oftmals freiwillig und ohne explizite Aufforderung. Die Forscher vermuten, dass die KI den Mitarbeitern das Gefühl gibt, mehr schaffen zu können und dass sich dies motivierend auswirkt.
Sie stellten auch Veränderungen im Arbeitsrhythmus fest: Es wurden an den Arbeitstagen weniger natürliche Pausen gemacht, es gab einen ständigen Wechsel zwischen verschiedenen Aufgaben, was durch das Auswerten von KI-Rückmeldungen und die wachsende Zahl von Aufgaben begünstigt wurde.
Ein Partner im Plauderton
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Dadurch, dass sich die Interaktion mit der KI in Chatform eher wie Plaudern als nach formaler Arbeit anfühlt und diese als Partner wahrgenommen wird, verschwammen auch die Grenzen zwischen Arbeit und dem restlichen Leben. Manche Arbeitshandlung fühlte sich plötzlich nicht mehr nach Arbeit an, weshalb auch die Hemmschwelle sank, Arbeit in die frühen Morgenstunden und den Abend zu verlagern.
Die Kehrseite der Medaille sei allerdings, dass sich nach Abklingen anfänglicher Begeisterung das Gefühl der Überforderung einstelle, weil Mitarbeiter dann plötzlich die „stille Zunahme“ der Arbeitslast spüren. Gesundheitliche Folgen seien chronische Ermüdung und Burnout. Den Unternehmen drohe in der Folge erhöhte Mitarbeiterfluktuation. Vorgesetzten falle es aber schwer, zu unterscheiden, was echte Produktivitätsgewinne seien und was nur nicht nachhaltige Intensität sei.
Empfehlung: Klare Regeln setzen
Um negative Folgen zu schwächen oder im besten Falle zu verhindern, raten die Forscher dazu, klare Grenzen zu setzen, wie KI eingesetzt werden soll und wann die Nutzung gestoppt werden sollte. Auch sollten Ausweitungen des Geschäftsumfangs bewusste Entscheidungen sein und nicht sich selbst überlassen bleiben. Ein nachhaltiger Produktivitätsgewinn sei nur dann zu erreichen, wenn sorgfältig bestimmt wird, wie weit KI integriert werden soll. Es brauche Zeit und Disziplin, eine neue Balance zu finden.
(mki)
Künstliche Intelligenz
Aktie um mehr als 50 Prozent eingebrochen: Bilanzskandal bei Kyndryl?
Der frühere IBM-Infrastrukturspezialist Kyndryl hat Anfang der Woche über die Hälfte seines Börsenwerts eingebüßt. Hintergrund ist laut Berichten eine mögliche Untersuchung der US-Börsenaufsicht SEC zu Kyndryls Bilanzzahlen. Das Unternehmen nannte zwar am Montag Zahlen zum dritten Quartal seines aktuellen Geschäftsjahrs, musste aber auch Verzögerungen bei der pflichtgemäßen Einreichung seines Quartalsberichts an die SEC eingestehen. Zudem gab es einen regelrechten Führungsexodus: Finanzvorstand David Wyshner und Justitiar Edward Sebold nahmen mit sofortiger Wirkung ihren Hut. Ferner trat Vineet Khurana von seinem Posten als Senior Vice President und Global Controller ab und übernahm eine andere Rolle im Unternehmen.
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In einer Mitteilung an die SEC begründete das Unternehmen die Verzögerung damit, dass ein Prüfungsausschuss seines Verwaltungsrats die eigenen Praktiken im Bereich Cash-Management sowie die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Unternehmens unter die Lupe nehmen wolle. Damit reagiere die Firma auf freiwillige Dokumentenanfragen seitens der SEC. „Wir arbeiten mit der SEC zusammen“, sagte Kyndryls CEO Martin Schroeter dem Fachdienst CRN. „Wir erwarten keine Korrekturen oder andere Auswirkungen auf unseren Jahresabschluss. Da diese Angelegenheiten noch nicht abgeschlossen sind, können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Kommentare abgeben.“
„Wesentliche Schwächen in der internen Kontrolle“
Laut SEC-Mitteilung rechnet Kyndryl damit, wesentliche Schwächen in der internen Kontrolle über die Finanzberichterstattung offenzulegen. Das gilt für die letzten Geschäftsberichte bis ins Kalenderjahr 2024 hinein. Anleger sollten sich auch nicht mehr auf die Stellungnahme des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers zu Kyndryls internen Kontrollen der Finanzberichterstattung im Geschäftsjahr 2025 verlassen. Die Führungsabgänge sind inzwischen vorläufig nachbesetzt.
Für die Anleger waren diese Nachrichten offenbar Grund genug, aus der Kyndryl-Aktie zu flüchten. Laut CRN prüfen bereits mehrere Anwaltskanzleien, ob Kyndryl Investoren bezüglich seiner Rechnungslegungsvorschriften und Offenlegungen getäuscht habe und dafür verklagt werden könnte.
IBM hatte seine Infrastruktursparte unter dem Namen Kyndryl 2021 abgespalten und als Unternehmen an die Börse gebracht. Rund 90.000 Angestellte in über 60 Ländern wechselten dabei zu Kyndryl. Die Infrastruktursparte war damals einer der umsatzstärksten Bereiche des Konzerns, IBM wollte sich aber stärker auf sein Cloud-Geschäft konzentrieren. In Deutschland ist das Unternehmen laut Ranking der Beratungsgesellschaft Lünendonk unter den Top 5 der IT-Dienstleister mit Schwerpunkt auf Betriebsservices.
(axk)
Künstliche Intelligenz
OpenAIs KI-Gadget kommt erst 2027 und nicht unter der Marke io
Erst im Januar dieses Jahres hieß es seitens OpenAI, man sei mit dem ersten KI-Gadget „auf Kurs“, um es noch bis Ende 2026 auf den Markt zu bringen. Dieser Plan hat sich nun offenbar geändert: Aus Gerichtsdokumenten geht hervor, dass es erst 2027 erscheinen wird. Wegen einer Markenrechtsklage wird das Gadget außerdem nicht als ein Produkt der Marke io Products erscheinen, die OpenAI von Jony Ive für 6,5 Milliarden US-Dollar übernommen hatte.
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Streit mit iyO
Diese Informationen stammen aus Gerichtsdokumenten zu einer Markenrechtsklage, die das Audio-Startup iyO im vergangenen Jahr gegen OpenAI eingereicht hat, wie unter anderem das Magazin Wired berichtet. iyO hatte OpenAI verklagt, nachdem es das Start-up io des ehemaligen Apple-Designers Jony Ive übernommen hatte. Peter Welinder, Vizepräsident und Geschäftsführer von OpenAI, erklärte in der Klage, dass OpenAI seine Strategie zur Produktbenennung überprüft und „beschlossen habe, den Namen ‚io‘ nicht im Zusammenhang mit der Benennung, Werbung, Vermarktung oder dem Verkauf von Hardwareprodukten mit künstlicher Intelligenz zu verwenden“.
Der OpenAI-Manager sagte zudem, dass OpenAI einen besseren Überblick über den Zeitplan für die Markteinführung seiner KI-Hardware habe. Demzufolge werde das erste KI-Gadget nicht vor Ende Februar 2027 an Kunden ausgeliefert.
Es sind nicht die ersten Details über OpenAIs KI-Hardwarepodukt, die aus den Gerichtsdokumenten der Markenrechtsklage durchgesickert sind: Laut den Gerichtsakten gab Tang Tan, Chief Hardware Officer von io und ehemaliger Apple-Designleiter, damals zu Protokoll, dass das erste Gerät weder ein „In-Ear-Gerät“ noch ein „Wearable“ sein wird.
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Angeblich Audioprodukt
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Von OpenAI gibt es indes wenig konkrete Informationen zu dem Produkt. Zuletzt sagten OpenAI-CEO Sam Altman und Design-Legende Jony Ive im November 2025 bei einer Veranstaltung, dass man ein Gerät haben wolle, „das alles weiß, was Du jemals gedacht, gelesen und gesagt hast“. Zudem hieß es: Das Design sei dann richtig, wenn man das Gerät „ablecken oder anbeißen“ wolle. Das sei bei den Prototypen bereits so, hieß es. Angestrebt sei eine Hardware, die „fast naiv in ihrer Einfachheit und dem Gefühl, das sie vermittelt“, sagte Ive. Altman ergänzte, das Gerät werde „ruhiger“ als ein Smartphone sein und die Nutzer von seiner Einfachheit überrascht sein würden.
Es deutet sich zudem an, dass OpenAI bei seinem ersten KI-Produkt den Fokus auf „Audio first“ legt und es sich durchgesickerten Details zufolge offenbar um ein „spezielles Audioprodukt“ handelt, das man angeblich hinter die Ohren heftet. Was an diesen Gerüchten dran ist, werden wir aber wohl erst nächstes Jahr erfahren.
(afl)
Künstliche Intelligenz
Dank Look von Luxusmarke: iPhone in Orange hilft Apple beim China-Comeback
Der einst schwierige chinesische Markt scheint für Apple keiner mehr zu sein – zumindest im Weihnachtsquartal 2025 konnte Apple dort dank iPhone 17 wieder ordentlich wachsen. Nur warum genau, wenn der Rest des Smartphone-Marktes schwächelt?
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Kooperation mit Hermès: Aber nur bei der Apple Watch
Einem Bericht der Financial Times zufolge hat das erstaunlich viel mit einer Designentscheidung zu tun – der Tatsache, dass Apple erstmals ein Modell in einem knalligen Orangeton anbietet. Dieser wurde in chinesischen sozialen Netzwerken als „Hermès-Orange“ tituliert und ging dort viral – verwirrenderweise ohne jegliche Kooperation mit der Pariser Luxusmarke, die Apple bislang nur – wenn auch seit Jahren – bei der Apple Watch pflegt.
Um 38 Prozent ging der Umsatz im Jahresvergleich von Oktober bis Dezember für Apple hoch, China machte dabei „nahezu ein Fünftel“ aus, so Apple-Chef Tim Cook. Das iPhone 17 Pro und 17 Pro Max soll Apples „Position als Statussymbol“ erneut angekurbelt haben, wie dies früher schon der Fall war. Apple selbst nennt den Orangeton „Cosmic Orange“, auch in westlichen Ländern soll er sich besser verkaufen als die anderen Varianten.
Orange steht für Erfolg – wortwörtlich
„Es klingt einfach, aber es sind die äußerlich offensichtlichen Änderungen am Design, darunter die Einführung einer auffälligen orangefarbenen Farbe, die frühe Upgrader angezogen haben“, so eine Senior-Research-Direktorin des Marktforschers IDC gegenüber der Financial Times. Chinesische Influencer zeigten die neue Farbe sofort in ihren Videos. Ein weiterer Vorteil für Apple: Spricht man „Orange“ mit chinesischem Akzent aus, klingt das (fast) wie das Mandarin-Wort für „Erfolg“. Jeder der die Farbe wähle, zeige wie er oder sie cool sei, so ein weiterer Influencer, der vor allem mit Luxus-Content punktet.
iPhone 17 Pro und 17 Pro Max bringen ansonsten auch Hardware-Verbesserungen mit, die die Geräte attraktiver machten. Dazu gehören schnellere Chips, verbesserte Kameras sowie ein neuer Selfie-Modus, der es ermöglicht, auch breite Selfies im Hochformat aufzunehmen, da Apple die Sensor-Ausrichtung verändert hat. Probleme mit dem Abrieb und der Haltbarkeit der knallorangen Farbe gab es in China bislang offenbar nicht.
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(bsc)
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