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Ternus als Apple-CEO: Fokus auf Hardware und schnelle Entscheidungen


Kollegen des künftigen Apple-CEO John Ternus erwarten nach dem Wechsel im September mehr Entscheidungsfreude an der Spitze des iPhone-Herstellers. Ternus knüpfe damit an Apple-Mitgründer Steve Jobs an, heißt es in einem Bloomberg-Bericht. Apples aktueller CEO Tim Cook habe dagegen bei Vorhandensein mehrerer Optionen lieber länger abgewogen und Fragen gestellt. Ternus komme, so namentlich genannte Quellen im Unternehmen, gerne schnell zu einer Entscheidung – auch auf die Gefahr hin, dass mal eine falsch sein kann. Ob er allerdings diese Gepflogenheit aus seiner jetzigen Aufgabe als Senior Vice President of Hardware Engineering auch auf die neue Aufgabe überträgt, gilt es abzuwarten.

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Mit Ternus könnte die kollektive Entscheidungskultur enden, die Tim Cook eingeführt hat. Cook soll bei kniffligen Weichenstellungen mehrere Spitzenverantwortliche hinzugezogen haben. Unter Ternus könnten die Fäden künftig wieder stärker bei einer Person zusammenlaufen. „Ob richtig oder falsch, aber es ist zumindest eine Entscheidung“, zitiert Bloomberg-Reporter Mark Gurman einen Insider.

Beobachter berichten außerdem, dass Ternus bei einigen zentralen Fragestellungen der vergangenen Jahre einen guten Instinkt für die richtigen Entscheidungen gezeigt habe. So sei Ternus skeptisch bei der Vision Pro und beim Automobil-Projekt gewesen und habe sich dagegen ausgesprochen. Während das Apple-Auto niemals Serienreife erlangte und das Projekt eingestellt wurde, wird die Vision Pro dem seinerzeit formulierten Anspruch, dass das räumliche Computing die Zukunft sei, nicht gerecht. Sie wird in Nischen wertgeschätzt, hat aber keine Breitenwirkung erzielt.

Beim MacBook Neo sei Ternus hingegen die treibende Kraft gewesen. Das günstigste MacBook spricht vor allem jüngere und preisbewusste Zielgruppen an. Es war nach seinem Start rasch ausverkauft und Interessierte müssen aktuell mit Wartezeiten rechnen.

Ternus wird den Chefposten bei Apple am 1. September übernehmen. Der 50-Jährige kam im Jahr 2001 ins Unternehmen und hat einen Abschluss in Maschinenbau an der University of Pennsylvania. Tim Cook wird indessen in die neu geschaffene Position des Executive Chairman im Board of Directors wechseln. Dort soll er unter anderem für Regierungsbeziehungen weltweit verantwortlich zeichnen.

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(mki)



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Kosmonauten arbeiten an hartnäckigem Leck: ISS-Crew bringt sich in Sicherheit


Während zwei russische Kosmonauten zum wiederholten Mal versucht haben, ein Leck auf der Internationalen Raumstation ISS abzudichten, hat die NASA drei Raumfahrer und zwei Raumfahrerinnen aufgefordert, sich in einer Raumkapsel in Sicherheit zu bringen. Das hat eine Sprecherin der US-Weltraumagentur auf dem Kurznachrichtendienst X bekannt gegeben und versichert, dass es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme handelt. Neben der ESA-Astronautin Sophie Adenot haben sich damit ihre NASA-Kollegin Jessica Meir sowie Jack Hathaway und Christopher Williams in die Raumkapsel Dragon zurückgezogen. Zu ihnen hat sich demnach aber auch der Kosmonaut Andrej Fedjajew gesellt, er ist mit der Kapsel von SpaceX zur ISS geflogen. Inzwischen durften die fünf zurück, die Arbeiten wurden pausiert.

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Die „umfangreichen Reparaturarbeiten“, zu denen sich die russische Raumfahrtagentur auf ihrem Modul Swesda jetzt entschlossen hat, bedeuten auch, dass das hartnäckige Leck dort offenbar doch nicht geschlossen wurde. Seit Jahren entweicht aus dem sogenannten PrK-Tunnel, der das Modul mit jener Luftschleuse verbindet, an der russische Raumkapseln andocken, Luft. Erst Anfang des Jahres hieß es dann aber von der NASA, dass der Druck im betroffenen PrK-Tunnel stabil sei. Das war wohl etwas verfrüht, laut Roskosmos wurde ab 1. Mai 2026 erneut ein langsamer Druckabfall in dem Tunnel festgestellt. Öffentlich ist nicht bekannt, wie viel Luft dadurch entwichen ist, aber das Vorgehen legt zumindest nahe, dass die Lage ernster sein könnte.

Erstmals entdeckt wurde ein Leck in dem russischen Teil der ISS bereits 2019, Anfang 2024 war die Menge der entweichenden Luft dann merklich größer geworden. Danach entwichen zwischenzeitlich etwa 900 Gramm der Kabinenluft pro Tag. Weil es sich aber hinter einer Schleuse befunden hat, die versiegelt werden konnte, passierte das nur, wenn sie offen war. Die NASA hat wiederholt versichert, dass das Problem „beherrschbar“ war und innerhalb der zulässigen Spezifikationen gelegen hat. Trotzdem wurde immer weiter daran gearbeitet, das Leck zu schließen. Zwischenzeitlich war sogar die Rede von einem „Flächenbrand“, den die Verantwortlichen in ihren Händen hätten, den sie aber nicht gelöscht bekämen. Was genau die beiden Kosmonauten jetzt versucht haben, ist nicht bekannt. Laut der NASA-Sprecherin sollen jetzt erst einmal weitere Daten gesammelt werden.


(mho)



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Durchbruch im EU-Parlament: Einigung auf Kompromiss für den digitalen Euro


Die Pläne für den digitalen Euro nehmen im EU-Parlament Fahrt auf. Nach intensiven Verhandlungen im Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON) haben sich die Verhandlungsführer der Abgeordneten am Donnerstag auf eine gemeinsame Position geeinigt und Kompromisse für teils hochgradig technische Fragen gefunden. Damit zeichnet sich eine Kehrtwende ab, nachdem der Berichterstatter des Parlaments, Fernando Navarrete Rojas, zuvor das Vorhaben nur als nachgelagerte Option vorgeschlagen hatte.

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Nun steht fest: Die zuständigen Parlamentarier streben eine eigenständige und resiliente öffentliche Infrastruktur für das Prestigeprojekt an. Die wohl größte Hürde in den Verhandlungen war, ob das neue Zahlungsmittel ausschließlich online oder auch unabhängig von einer aktiven Internetverbindung funktionieren soll. Die jetzt vereinbarte Lösung sieht laut dem Volt-Abgeordneten Damian Boeselager, der als ECON-Vizevorsitzender maßgeblich an den Gesprächen beteiligt war, ein integriertes System vor. Darin sollen die Nutzer nicht zwischen verschiedenen Anwendungen wechseln müssen, sondern nahtlos online sowie offline bezahlen können.

Um die Gefahr von Geldwäsche und finanziellem Betrug einzudämmen, soll die Offline-Funktion zunächst auf Transaktionen im unmittelbaren Nahbereich beschränkt werden – also von Smartphone zu Smartphone oder direkt an der Ladenkasse etwa per NFC (Near Field Communication). Distanzzahlungen im Offline-Modus sind zwar nicht vom Tisch. Sie sollen aber erst nach einer Risikobewertung durch die neue europäische Anti-Geldwäsche-Behörde in Betracht gezogen werden.

Ein weiterer kritischer Punkt betraf die Befürchtungen des Mittelstands vor unkalkulierbaren und überhöhten Transaktionsgebühren. Hier verständigte sich das Verhandlungsteam auf ein temporäres Gebührenmodell, das durch eine Durchschnittsobergrenze die Kosten für Händler spürbar drücken soll. Große Handelsketten werden demnach nicht mehr zahlen als heute. Kleinere Betriebe sollen sogar von teils deutlich niedrigeren Gebühren profitieren.

Alle Offline-Transaktionen werden zudem gebührenfrei abgewickelt. Boeselager und die Grünen-Fraktion, der er sich angeschlossen hat, drängten ursprünglich auf eine Pauschalgebühr von vier Cent. Sie sehen in dem Kompromiss nun einen Schritt nach vorn, kritisieren aber die Befristung des Modells: Die spätere Erarbeitung eines permanenten Kostenmodells könnte langjährige Rechtsunsicherheit schüren, die Inflation anheizen und Lobbykämpfe auslösen.

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Besonderes Augenmerk legen die Abgeordneten darauf, dass das neue Zahlungssystem von Tag eins an einheitlich ausgerollt wird. Eine Aufspaltung in verschiedene Teilprojekte oder das Knüpfen von Kernfunktionen an Bedingungen wehrten sie ab. Ferner wollen die Parlamentarier das Vertrauen der Bürger gewinnen. Daher haben sie die Datenschutzvorgaben verschärft. Durch die strikte Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und des Konzepts Privacy by Design sollen Europäer künftig nicht mehr zwischen moderner digitaler Zahlung und ihren Grundrechten auf Privatsphäre wählen müssen.

Die französische und die deutsche Datenschutzbehörde verlangten jüngst, der digitale Euro müsse die Anonymität von Münzen und Scheinen technisch imitieren. Auch sie warben dafür, die Privatsphäre direkt in der technischen Architektur zu verankern. Sie setzen vor allem auf den Offline-Modus, da dabei keine Zahlungshistorien bei zentralen Stellen anfielen. Digitale Tokens werden bei diesem Ansatz lokal auf einem Smartphone oder einer Karte gespeichert und können ohne Netzverbindung von Gerät zu Gerät fließen.

Bei den Obergrenzen für das Halten von Guthaben fordern die ECON-Verhandlungsführer ein Umdenken. Die Europäische Zentralbank (EZB) soll diese Limits zwar innerhalb eines gesetzlich vorgegebenen Rahmens festlegen. Sie dürfte dabei aber nicht nur die Finanzstabilität im Blick haben. Die Nutzbarkeit, der barrierefreie Zugang und die finanzielle Inklusion der Bürger müssten gleichberechtigte Faktoren sein. Für Freiberufler soll der Zugang zu den digitalen Basisdienstleistungen kostenlos bleiben, um flexible Formen des Unternehmertums nicht finanziell zu bestrafen.

Trotz der digitalen Transformation wird das Bargeld dem Plan nach nicht abgeschafft. Der digitale Euro versteht sich demnach als Ergänzung. Den Schutz von Münzen und Scheinen haben die Abgeordneten gestärkt, damit essenzielle Güter des täglichen Bedarfs weiterhin problemlos bar bezahlt werden können. Technologisch soll die Digitalwährung direkt mit der EUDI-Wallet verknüpft werden, um die Handhabe möglichst einfach und sicher zu machen.

Aus Boeselagers Sicht soll die Digitalwährung die geldpolitische Souveränität des Kontinents stärken und eine echte Alternative zu marktbeherrschenden außereuropäischen Zahlungsdienstleistern wie Visa und Mastercard etablieren. Der Abgeordnete zeigt sich mit dem erzielten Paket weitgehend zufrieden, auch wenn seine Fraktion sich an manchen Stellen ambitioniertere Ergebnisse gewünscht hätte.

Die Abstimmung im ECON ist für den 23. Juni angesetzt. Danach soll die Vorlage noch vor der parlamentarischen Sommerpause im Plenum in Straßburg behandelt werden. Mit dem Votum der Parlamentarier könnte das Projekt dann nach langer Blockade in die entscheidende Phase der Verhandlungen mit dem Ministerrat gehen.


(mki)



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ING: Zahlungen mit Wero ab sofort auch in Onlineshops möglich


Kunden der Direktbank ING können in Onlineshops ab sofort über ihre Smartphones mit dem europäischen Bezahldienst Wero bezahlen. Bisher waren Nutzer der ING-App auf die P2P-Funktion von Wero beschränkt. Darüber können sie im privaten Rahmen mithilfe einer verknüpften Handynummer oder eine Mailadresse Geld an andere Wero-Nutzer schicken und von diesen empfangen. Das Geld fließt dabei über eine SEPA-Echtzeitüberweisung.

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Mit dem Schritt gesellt sich die ING zu weiteren Kreditinstituten wie den Sparkassen, den Volks- und Raiffeisenbanken und einer Reihe anderen Genossenschaftsbanken sowie der Postbank und der Deutschen Bank. Mit einem Girokonto bei diesen Geldhäusern ist es schon seit einigen Monaten möglich, Einkäufe über den Desktop- oder Mobilbrowser oder in Shopping-Apps per Smartphone zu bezahlen – vorausgesetzt, der Shop bietet Wero als Bezahlmethode an.

Nach Angaben der Betreibergesellschaft European Payments Initiative (EPI), einem Konsortium aus deutschen, französischen, belgischen und niederländischen Banken und Sparkassen, tun das derzeit 600 Händler in Deutschland und Belgien. Dazu zählen der Veranstaltungskarten-Dienstleister Eventim oder der Globus-Baumarkt. Kunden sind bei Wero-Zahlungen grundsätzlich durch einen Käuferschutz abgesichert.

Weitere große Handelsketten wie Lidl, Mediamarkt, Rossmann, Cewe, Decathlon oder Hornbach bereiten den Start ebenso vor wie viele kleine Shops. Bis Ende 2026 soll der E-Commerce mit Wero außerdem bei vielen französischen und ersten niederländischen Händlern Einzug halten. Zudem ist Wero für Ladenkassen angekündigt, mit statischen QR-Codes schließt dies auch Hofläden oder gewerbliche Flohmarkthändler ein. Die Funktionalität von Wero soll dabei durch Zahlungen für Abos, die optionale Einbindung von Bonuspunkteprogrammen sowie „Später bezahlen“ erweitert werden.

In Deutschland wollen außerdem weitere Banken Wero anbieten, wie bisher teils in ihren eigenen Banking-Apps, teils in der eigenen Wero-App. Erstere nutzen neben der ING die Sparkassen, die Genossenschaftsbanken sowie Revolut, letztere die Postbank und die Deutsche Bank.



Im Browser am PC zahlt man in Onlineshops einfach über einen QR-Code, den man mit der Wero- oder Banking-App auf dem Smartphone abscannt und dann die Zahlung freigibt. Shoppt man auf dem Smartphone, wird man direkt zur Freigabe in die jeweilige App geleitet.

Bereits angekündigt haben sich die Smartphonebank N26, Commerzbank und Comdirect sowie die Consorsbank. Erwartet wird außerdem die Targobank, eine Tochter der französischen Crédit Mutuel, die zu den Gesellschaftern von EPI gehört. Überdies wollen erste österreichische Banken bei Wero einsteigen, offiziell bekannt ist das bislang von der Raiffeisen Bank.

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Parallel gab die EPI auf der Fachveranstaltung Money 20/20 in Amsterdam bekannt, gemeinsam mit den Betreibern mehrerer nationaler Mobilbezahlsysteme ein gemeinsames Unternehmen gründen zu wollen. Daran beteiligen sich neben der EPI mit Wero derzeit auch das portugiesische SIBS mit MB Way, das spanische Bizum, das italienische Bancomat Pay sowie das dänisch-norwegische Vipps-MobilePay, das auch in Schweden, Finnland und Grönland aktiv ist.

Kern der Vereinbarung ist der Aufbau eines Hubs, an das die einzelnen Bezahlarten angeschlossen werden. Darüber sollen die derzeit 135 Millionen Nutzer dieser Bezahldienste künftig bei allen Händlern bezahlen können, deren nationales System an das Hub angeschlossen ist. Polens Blik hat außerdem in Aussicht gestellt, sich an dem Gemeinschaftsprojekt zu beteiligen. Über das Hub soll Geld wie bei Wero in Echtzeit direkt von Konto zu Konto fließen, Umwege wie bei PayPal oder Zeitverzögerungen wie bei Kartenzahlungen entfallen.

Ziel der hinter den beteiligten Diensten stehenden Banken ist es, eine möglichst große Nutzerzahl zu erreichen. Die Kreditinstitute versprechen sich sowohl einen besseren Wettbewerb und niedrigere Preise für Händler auf dem Bezahlmarkt als auch mehr Unabhängigkeit von außereuropäischen Bezahldiensten.


(mon)



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