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Top 10: Die beste Powerbank im Test – Testsieger Anker für 24 Euro
Powerbanks gibt es von 10 bis 200 W und 5000 bis 27.000 mAh. Wir haben über 30 Modelle getestet und zeigen die besten Geräte aller Preisklassen.
Akkus in Handys halten, egal wie groß, nie lang genug. Eine praktische Lösung für mehr Akkulaufzeit unterwegs sind deshalb Powerbanks. Die mobilen Ladestationen, meist selbst nicht mehr als eine dicke Batterie, haben es sogar zu einer musikalischen Liebeserklärung der Band Deichkind geschafft, die im Song Powerbank „dieses Ding mehr als ihr Girlfriend“ lieben.
Im Jahr 2026 ist eine Powerbank aber nicht mehr nur der Retter eines Smartphones in der Not, sondern deutlich vielseitiger. Von günstig bis richtig stark ist alles dabei. Wir zeigen, welche Powerbanks über alle Preisbereiche hinweg die besten sind.
Welche ist die beste Powerbank?
Kapazität und Ausgangsspannung
Die wichtigste Kenngröße der Powerbank ist wahrscheinlich: „Wie groß ist sie?“ Das bezieht sich auf zwei Punkte, die Kapazität sowie die eigentliche Größe der mobilen Batterie. Beides hängt zusammen. Je mehr Kapazität, desto mehr – oder größere – Zellen gibt es, womit die Powerbank „größer“ wird. Natürlich gibt es auch kompaktere Varianten, irgendwann stößt man aber an physikalische Grenzen.
Die Kapazität geben Hersteller meistens in Milliamperestunden (mAh) an, einfach, weil 10.000 mAh deutlich eindrucksvoller aussehen als 10 Amperestunden (Ah). Bei Handy-Akkus ist es ebenso, insofern ist das kein großes Problem. Wer eine besonders handliche Powerbank haben will, dem reichen auch Kapazitäten unter 5000 mAh. Die Modelle sind deutlich kompakter und leichter als Powerbanks über 10.000 mAh. Allerdings schafft man damit je nach Akkugröße des Handys maximal einen Ladevorgang oder weniger.
Bei der Kapazität ist zudem zu beachten, dass es für die Mitnahme im Flugzeug Auflagen gibt. So dürfen Powerbanks im Handgepäck eine maximale Kapazität von 100 Wattstunden haben. Überwiegend wird die Kapazität nur plakativ in Milliamperestunden (mAh) angegeben und nicht in Wattstunden (Wh). Mehr zu der Problematik erklärt der Artikel der Kollegen von heise tipps+tricks.
Neben der Kapazität ist die Ausgangsleistung (angegeben in Watt) an den einzelnen Anschlüssen wichtig. Dabei sollte man etwas aufpassen, gerade bei günstigen Produkten schaffen die Ports die Nennleistung nicht jeweils, sondern nur gemeinsam. Je geringer die Leistung, desto länger dauert das Laden. Sind die Geräte besonders stromhungrig, kann es vorkommen, dass sie gar nicht laden. Das betrifft vorwiegend Notebooks oder Tablets, die eine höhere Ladeleistung benötigen; bei Laptops sind es meist 90 oder 100 Watt. Die Leistung in Watt ergibt sich aus der Spannung (Volt; kurz: V) multipliziert mit der Stromstärke (Ampere; kurz: A).
Unser Tipp: Für Smartphones sollte man Geräte mit mindestens 18 Watt pro Port nehmen. Wer Notebooks laden möchte, sollte prüfen, wie viel Ladeleistung der Computer benötigt.
Anschlüsse: USB-C, Micro-USB oder USB-A?
Welcher USB-Anschluss am wichtigsten ist, hängt davon ab, welche Geräte man anschließen möchte. Mittlerweile nutzen die allermeisten Geräte einen USB-C-Anschluss, es gibt aber auch für USB-A-Einsatzzwecke – je nachdem, welche Kabel man hat. Gerade wenn man neben einem Android-Handy mit USB-C auch ein iPhone mit Lightning-Anschluss verwenden will.
Der Micro-USB-Anschluss spielt inzwischen eine untergeordnete Rolle; wenn er vorhanden ist, dient er vorwiegend nur zum Laden der Powerbank. USB-C ist hier die bessere Lösung, da der Standard mittlerweile auch von der EU vorgeschrieben ist. Er ist universell und selbst Laptops nutzen immer mehr diesen Port.
Schneller Laden mit Quick Charge oder USB-PD?
Neben den kleinen und günstigen Powerbanks gibt es inzwischen auch deutlich größere, die nicht nur viel Kapazität, sondern auch viel Leistung haben. Manche Modelle geben über 100 Watt aus und eignen sich damit auch für den Betrieb von Laptops. Denn diese benötigen häufig 90 Watt oder mehr, wie unser Lenovo Yoga Pro 7 2023. Aber auch für den Einsatz von mobilen Lötkolben benötigt man einiges an Leistung, eine Steckdose aber nicht zwingend. Hier kann ebenfalls eine Powerbank mit viel Leistung zum Einsatz kommen.
Höherwertige Powerbanks unterstützen neben den normalen Ladevorgängen oft Techniken wie Qualcomm Quick Charge und USB Power Delivery (USB-PD). Beide Techniken müssen von Powerbank und Verbraucher unterstützt werden. Wenn nicht, dann fällt die Powerbank auf den normalen Lademodus per USB zurück.
Quick Charge ist eine Technik von Qualcomm, die Akkus der Smartphones und Tablets mit passendem Chipsatz schneller wieder aufladen möchte. In kurzer Zeit gelangt möglichst viel Energie in den Smartphone-Akku. Sprich, wer sein Handy 10 bis 15 Minuten anschließt, sollte danach für ein paar Stunden Saft haben. Aktuell ist die Version Quick Charge 4.0, sie stammt von 2017. Version 5 ist angekündigt, die meisten Powerbanks verwenden aber ohnehin nur Version 3.0 von 2015. In unserem Test lud eine entsprechende Powerbank mit QC 3.0 den Akku eines Smartphones in 35 Minuten von 0 auf 80 Prozent. Quick Charge 2.0 benötigte damals 70 Minuten. Die einzelnen Versionen sind abwärtskompatibel.
USB Power Delivery (USB-PD) ist besonders spannend. Das Protokoll kann die Spannung zwischen 5 Volt und bis zu 20 Volt regeln, bei bis zu 5 Ampere kommt man so auf eine Ladeleistung von strammen 100 Watt. Damit kann man nicht nur Smartphones laden, sondern auch Notebooks. USB-PD ist außerdem stark genug, um Endgeräte zu betreiben und oft Teil von USB-C-Hubs (Bestenliste). Vorsicht ist dann aber bei der Auswahl des Ladekabels geboten. Dieses benötigt einen speziellen Chip, der Powerbank und Verbraucher miteinander kommunizieren lässt. Unser Tipp: Einfach ein Thunderbolt-3-Kabel oder besser nutzen, dort gehört USB-PD fest zur Spezifikation. Mehr dazu erklären wir im Artikel 10 Ladekabel mit USB-C bis 100 Watt im Test: Gute Kabel kosten unter 10 Euro.
Empfehlung: Wer ein Smartphone mit Quick Charge hat, sollte in jedem Fall auf die passende Funktion in der Powerbank achten. Das Feature hilft meist auch beim Laden der Powerbank, sodass der externe Akku zügig wieder voll ist. USB-PD ist dann hilfreich, wenn man neben Smartphones auch Laptops laden möchte – dank USB-C ist das ja inzwischen problemlos möglich. Natürlich sollte auch das Netzteil PD wieder aufladen können. Entsprechend flotte Ladegeräte zeigen wir in der Top 10: USB-C-Ladegeräte ab 65 Watt für Tablet & Laptop.
Testverfahren: So testen wir Powerbanks
Zur Ermittlung der nutzbaren Kapazität verwenden wir das Messgerät F-nirsi FNB58, das uns Banggood zur Verfügung gestellt hat, und hängen es zwischen Powerbank und unsere elektronische Last. An dieser können wir wiederum präzise die zu entnehmende Leistung einstellen und damit etwa den Überlastschutz testen.
Für die Ermittlung der Effizienz, also der tatsächlich nutzbaren Kapazität, laden wir die Powerbank zunächst vollständig, um sie danach einmal gänzlich zu entleeren. Das Messgerät trackt dabei, wie viel Wh wir herausbekommen haben. Weiterhin können wir die Betriebsdaten über das integrierte LCD auslesen. Weiterhin sieht man, auf welche Schnellladetechnik sich die Geräte geeinigt haben – und über den integrierten PD-Listener, welche Ladestufen (5 V, 9 V etc.) und ob PPS angeboten wird.
Seinen eigenen Energiebedarf stillt das Messgerät über das angeschlossene USB-C-Kabel. Eine Dokumentation gibt es nicht.
Wireless Charging: Nützliche Spielerei
Bei Powerbanks ist der allerdings eingeschränkt. Qi ist alles andere als effizient. Die meisten Powerbanks liefern zudem nicht mehr als 5 Watt, Funktionen wie Quick Charge gibt es kabellos, aber nicht herstellerübergreifend. Dafür ist das Feature mittlerweile selbst in günstigen mobilen Akkus enthalten. Das belegt unser Artikel Induktive Energieübertragung: Qi-Powerbanks ab 10 Euro im Vergleich.
Wir finden: Für Smartphones ist Qi in der Powerbank ein nettes Feature, wenn das Handy den Standard unterstützt. Wenn möglich, sollte man aber per Kabel laden – das ist effizienter und schneller.
Kompakte Powerbanks: Klein muss nicht schlecht sein
Die meisten gezeigten Powerbanks sind ziemlich groß. Das macht sie unpraktisch für Hosen- oder Handtaschen. Kleine, mobile Geräte müssen nicht schlecht sein, man macht aber häufig Abstriche bei der Kapazität, kann also weniger aufladen.
Wir raten: Eine kleine Powerbank, die man dabei hat, ist im Zweifel hilfreicher als ein großer externer Akku, der daheim liegt. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Powerbank zwischen 3000 mAh und 5000 mAh liefert und idealerweise gleich mit USB-C kommt. Dann bekommt man bereits für unter 10 Euro kompakte Geräte, wie von Hama, Varta und Xlayer. Alle liegen zwischen 2000 und 5000 mAh und reichen aus, wenn das Handy unterwegs nicht die Grätsche machen soll.
Starthilfe: Auto starten per Powerbank
Winter, Kälte, leere Batterie – kein Problem, wenn man die passende Powerbank hat. Tatsächlich gibt es Modelle, die nicht nur das Handy laden, sondern auch als Starthilfe für das Auto dienen. Im Paket liegt nicht nur ein USB-Kabel, sondern auch spezielle Klammern für die Autobatterie.
Der einzige Haken: Es muss genügend Saft in der Powerbank sein (was sie über eine LED-Anzeige signalisiert). Liegt die Powerbank mit Starthilfe ungenutzt im Kofferraum oder unter dem Sitz, geht der Akku mit der Zeit leider kaputt. Entsprechend sollte man das Gerät idealerweise als Powerbank nutzen und regelmäßig laden.
Unser Tipp: Ganz ehrlich, warum nicht? Die Powerbanks mit Starthilfefunktion sind zwar groß, aber sie haben genügend Kapazität, um Smartphones mehrmals komplett zu laden. Die Kosten sind erträglich.
Notstrom: Powerbanks mit USV-Funktion
Auch die kleinen Powerbank-Akkus gibt es mit Notstromfunktion, die dank geringer Verzögerung schnell von Netzbetrieb auf Inselbetrieb umstellt. Bei Powerstations kannten wir dieses Feature schon länger, doch tatsächlich gibt es auch Powerbanks. Freilich kann man damit im Gegensatz zu den großen Akkus nicht den ganzen Hausstrom kurzzeitig übernehmen oder die Stromzufuhr am PC bei Stromausfall überbrücken. Doch kleinere Geräte, wie ein Router, lassen sich so für eine gewisse Zeit weiter betreiben.
Solarzellen für Powerbanks
Die Idee ist auf den ersten Blick genial: Einfach eine Solarzelle auf die Powerbank und man hat immer Strom. In der Praxis ist man dann aber enttäuscht. Die Solarzellen sind zu klein und nicht wirklich effizient. Gerade auch Solar-Powerbanks mit im Gehäuse integrierten Solarzellen sind reichlich sinnbefreit, hier lädt man kaum etwas nach.
Geräte dieser Art zeigt der Artikel Überall Strom mit Photovoltaik: Solar-Rucksäcke, Powerbanks & mehr. Nach knapp 50 Stunden in der Sonne (also fast einer Woche, abhängig vom Wetter) waren die Geräte zu 100 und zu 75 Prozent voll, wirklich praktikabel ist das aber nicht. Mit Solarzellen kann man das Grundrauschen abfangen und die Powerbanks zumindest etwas laden, aber wirklich voll bekommt man sie nur schwer.
Fazit
Jeder sollte eine Powerbank im Rucksack oder der Tasche dabeihaben. Die Akkus bei Smartphones werden zwar größer, der Stromhunger aber auch. Die nächste Akkurevolution ist gefühlt zwar „immer nur ein paar Jahre“ entfernt, bis dahin helfen Powerbanks, die Lücke bis zur nächsten Steckdose zu überbrücken.
Am besten abgeschnitten hat in unserem Test die Anker Zolo 20k, die nicht nur günstig, sondern auch richtig gut und effizient ist. Im Jahr 2025 waren einzelne Chargen zwar von einem Rückruf betroffen, jetzt ist sie aber wieder für 24 Euro erhältlich. Sie hat nicht die denkbar höchste Kapazität, die höchste Ausgangsleistung oder andere Superlative, war aber im Praxistest herausragend gut. Ein gutes Gesamtpaket zum fairen Preis gibt es auch bei der Ugreen Nexode 12.000 mAh. Zum Preis von 40 Euro liefert sie bereits starke 100 Watt.
Wichtige Features sind die Kapazität und die Leistung pro Port. Es hilft zudem, wenn der Ausgang der Powerbank das gleiche Format hat wie der Eingang am Smartphone – ein Adapter von USB-A auf USB-C bringt unnötige Verluste oder stoppt im Zweifel Features wie Quick Charge oder USB-PD.
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Hinter den Kulissen: Wie White Hats legal in fremde IT-Systeme einbrechen
Anfang Januar 2026 kam es zu einem Cyberangriff auf die IT-Systeme der Kreisklinik in Roth. Über eine Woche müssen die Systeme daraufhin vom Internet getrennt bleiben. Angreifer scannen gezielt die Infrastrukturen von Unternehmen und Behörden nach Schwachstellen. Gelingt der Zugriff, drohen Systemausfälle oder der Abfluss sensibler Informationen. Doch es gibt auch Menschen, die dasselbe tun, um Schaden zu verhindern. Sogenannte White-Hat-Hacker testen IT-Systeme gezielt auf Sicherheitslücken und wollen sie schließen, bevor Angreifer sie ausnutzen können.
Wie die Arbeit solcher White-Hat-Hacker konkret aussieht, zeigen wir im Videobeitrag. Was bedeutet es, ein System „legal anzugreifen“? Wie gehen Penetrationstester vor, welche Werkzeuge nutzen sie und wo liegen die größten Risiken moderner IT-Infrastrukturen?
Anhand des Berichts eines erfahrenen Pen-Testers zeigen wir, wie White-Hat-Hacking in der Praxis funktioniert, welche Schwachstellen besonders häufig auftreten und warum kontrollierte Angriffe heute ein zentraler Baustein der IT-Sicherheit sind.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Hinter den Kulissen: Wie White Hats legal in fremde IT-Systeme einbrechen“.
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USA: Taiwan soll 40 Prozent all seiner Chips in den USA produzieren
Taiwanische Chiphersteller sollen Hunderte Milliarden US-Dollar in den USA investieren. Auf mögliche Rahmenbedingungen haben sich die Regierungen beider Länder jüngst geeinigt. Taiwan spielt mit, um hohe Zölle abzuwenden und die Gunst der USA zu wahren. Dabei geht es auch um die eigene Sicherheit, da sich China weiterhin Taiwan einverleiben will und die USA bisher Schutz zusagten.
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Es soll um bis zu 500 Milliarden US-Dollar gehen. 250 Milliarden sollen durch direkte Investitionen taiwanischer Firmen in die USA fließen: Laut einer Übersicht des US-Handelsministeriums geht es darum, „Produktions- und Innovationskapazitäten in den Bereichen Halbleiter, Energie und künstliche Intelligenz aufzubauen und zu erweitern.“
Die bereits investierten 100 Milliarden US-Dollar des weltweit führenden Chipauftragsfertigers TSMC zählen schon zu den 250 Milliarden. Für die Summe hat TSMC erste Halbleiterwerke in Arizona gebaut. Weitere sind bereits geplant.
Die zweite Hälfte der 500 Milliarden soll durch taiwanische Kredite an taiwanische Firmen fließen, die dafür in den USA ausbauen.
USA drohen
Mit dem Deal wendet Taiwan vor allem eine massive Erhöhung der Zölle ab. US-Handelsminister Howard Lutnick droht ansonsten mit 100-prozentigen Zöllen, die insbesondere US-Hersteller wie AMD, Apple, Nvidia und Qualcomm treffen würden. Sie alle lassen ihre Prozessoren, GPUs und Beschleunigerchips von TSMC herstellen. Die Zahl nannte Lutnick in einem Interview mit dem Sender CNBC.
Im Bestfall reduzieren die USA die Zölle für Taiwan. Ursprünglich verhängte die Trump-Regierung 32 Prozent auf die meisten Produkte und reduzierte sie dann auf 20 Prozent. Nun sollen die Zölle größtenteils auf 15 Prozent sinken, mit 0-Prozent-Ausnahmen auf manche Produktkategorien: „Generika, deren generische Inhaltsstoffe, Flugzeugkomponenten und nicht verfügbare natürliche Ressourcen“.
Bei Chips sollen sich Zollausnahmen an die US-Kapazität richten: TSMC und andere Chipauftragsfertiger dürfen laut den Rahmenbedingungen die 2,5-fache Menge an Chips zollfrei importieren, die sie in den USA selbst herstellen.
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Die USA zielen damit auf eine massive Erhöhung der US-Kapazität ab. Laut Lutnick soll Taiwan künftig 40 Prozent all seiner Chips in den USA herstellen und dort auch notwendige Lieferketten aufbauen. Von „gigantischen Halbleiter-Industrieparks in den USA“ spricht er.
Forderungen nicht abgesprochen
Die Forderungen sind allerdings kaum umzusetzen: Die Halbleiterwerke und Lieferketten sollen noch während Trumps Amtszeit fertiggestellt werden. Das wären regulär etwas mehr als drei Jahre. Dafür müsste umgehend der Bau zahlreicher Halbleiterwerke beginnen, die dann auch zügig die Serienproduktion hochfahren müssten.
Aussagen von taiwanischer Seite machen allerdings auch deutlich, dass diese Ziele offenbar nicht abgesprochen sind. Wirtschaftsminister Kung Ming-hsin sagte gegenüber taiwanischen Medien, dass bis zum Jahr 2036 ein US-Anteil von 20 Prozent ausschließlich fortschrittlicher Chips realistisch seien. Damit sind Fertigungsprozesse ab der 5-Nanometer-Generation gemeint.
Handelsabkommen noch nicht handfest
Schon 2025 zeigten sich die USA als wenig zuverlässiger Partner. Trump sicherte etwa wiederholt Zollausnahmen zu, wenn Firmen in den USA ausbauen. Trotz TSMCs 100 Milliarden US-Dollar kamen dann trotzdem Zölle.
Im Falle von Nvidia verwechselte Trump den Wert von neu hergestellten US-Produkten mit Investitionen in die Produktionskapazität. Nvidia kündigte an, mit Partnern KI-Server in den USA bauen zu wollen. Deren Wert sollte über vier Jahre angesammelt bei 500 Milliarden US-Dollar landen. Trump feierte das als Bereitstellung von 500 Milliarden US-Dollar.
In aktuellen Zeiten ist es daher ratsam abzuwarten, welche Summen wirklich ankommen. Umso mehr, da der Deal von taiwanischer Seite noch gar nicht durch ist. Laut der Nachrichtenagentur Reuters muss ihn das Parlament noch absegnen.
Das ist keine Selbstverständlichkeit, da die regierende Demokratische Fortschrittspartei (DPP) keine Mehrheit im Parlament hat. Teile der Opposition klagten bereits über eine Aushöhlung der heimischen Chipindustrie unter dem Handelsabkommen.
(mma)
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KI-Update: Apples KI-Bindung an Google und OpenAIs Verzicht, X will Grok sperren
Apple setzt auf Google statt eigene KI-Entwicklung
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Apple bindet Siri künftig an Googles Gemini-KI. Die Entscheidung überrascht, denn Apple entwickelt normalerweise seine Technologien selbst. Trotz jahrelanger Arbeit an KI-Systemen und Siris Existenz seit 2011 schaffte es der Konzern offenbar nicht, ein konkurrenzfähiges Sprachmodell zu bauen. Apple betont, ein angepasstes, datenschutzfreundliches Gemini auf eigenen Servern laufen zu lassen.

Die Abhängigkeit von Google wirft Fragen auf. Während Apple mit Hardware und Diensten Geld verdient, verdient Google hauptsächlich mit Werbung. Viele Nutzer wählen Apple gerade deshalb, um Google-Technik zu meiden.
OpenAI lehnte Apple-Exklusivdeal ab
OpenAI verzichtete im Herbst bewusst auf eine exklusive Partnerschaft mit Apple. Das berichtete ein Insider der Financial Times. Stattdessen plant das Unternehmen, eigene KI-Geräte zu entwickeln, um große Tech-Konzerne zu überholen.
Die Entscheidung hat Folgen. Apple integriert nun Googles Gemini tief in sein Betriebssystem. ChatGPT bleibt auf dem iPhone verfügbar, dient aber nur noch als optionale Ausweichlösung für komplexere Anfragen. Laut The Information brachte der bestehende Deal mit Apple OpenAI kaum zusätzlichen Traffic. Die neue Gemini-Integration übernimmt nun die alltägliche Nutzerinteraktion mit Siri.
X sperrt Grok nach Bikini-Bild-Skandal
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Elon Musks Chatbot Grok erhält eine technische Sperre. Nutzer konnten mit Grok anzügliche Bilder beliebiger Personen erstellen lassen. X und xAI reagieren nun: Eine Sperre soll verhindern, dass Bilder realer Personen in Bikinis oder Dessous generiert werden. Außerdem steht die Bildgenerierung nur noch zahlenden Nutzern zur Verfügung.
Die Sperre funktioniert offenbar noch nicht richtig. Einen Tag nach der Ankündigung konnte ein Nutzer immer noch ein Bild des britischen Premierministers im Bikini erstellen lassen. X spricht in einer offiziellen Mitteilung von einer Null-Toleranz-Strategie gegen nicht einvernehmliche Nacktbilder. Bei sexueller Ausbeutung von Kindern sollen Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet werden. Der Druck von außen wächst: Malaysia sperrte Grok temporär, Kalifornien ermittelt, und die EU-Kommission droht mit dem Digital Services Act.
Kalifornien ermittelt gegen xAI wegen Grok
Kalifornien hat am Mittwoch eine offizielle Untersuchung zur Verbreitung sexuell expliziten, durch Grok generierten Materials eingeleitet. Damit ist der US-Bundesstaat die erste offizielle Stelle der USA, die sich mit den sexualisierten KI-Bildern von Frauen und Kindern auf X beschäftigt.
Eine 24-stündige Analyse ergab, dass X-Nutzer jede Stunde tausende öffentlich zugängliche sexualisierte Deepfakes erstellten. Elon Musk zeigte sich überrascht und erklärte, ihm seien keine Nacktbilder von Minderjährigen bekannt, die von Grok generiert wurden. Gouverneur Gavin Newsom sieht dies anders. Er forderte den kalifornischen Generalstaatsanwalt auf, unverzüglich gegen das Unternehmen zu ermitteln und xAI zur Rechenschaft zu ziehen.

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.
US-Investor plant Vier-Milliarden-Rechenzentrum in Nordrhein-Westfalen
Der US-Investor Blackstone plant ein Rechenzentrum im westfälischen Lippetal. Das Unternehmen unterschrieb einen Kaufvertrag für ein Grundstück in einem Industriegebiet. Finanzkreisen zufolge beläuft sich die Projektgröße auf etwa vier Milliarden Euro. Mit einer Fertigstellung wird erst in den frühen 2030er Jahren gerechnet.
In trockenen Tüchern ist das Vorhaben noch nicht. Der Vertrag tritt erst in Kraft, wenn bestimmte Konditionen erfüllt sind. Das Rechenzentrum soll für Cloud-Dienste und KI-Anwendungen genutzt werden. Sollte das Projekt umgesetzt werden, wäre es eine der größten Rechenzentrum-Investitionen in Deutschland. Microsoft investiert bereits mehrere Milliarden Euro für zwei Standorte im Rheinischen Revier. Die Schwarz-Gruppe kündigte im vergangenen Jahr eine Elf-Milliarden-Euro-Investition in Lübbenau an.
Trump erlaubt H200-Export, China verbietet Einfuhr
China sieht sich in der KI-Entwicklung gegenüber den USA im Rückstand. Das liegt auch daran, dass die USA den Export führender Nvidia-Chips der Blackwell-Serie verbieten. Präsident Trump hat nun die Ausfuhr der Nvidia-H200-Chips unter bestimmten Bedingungen erlaubt, doch Peking hat seine Zöllner angewiesen, diese gar nicht erst ins Land zu lassen. Das berichtet Reuters.
Vor fünf Wochen kündigte Trump an, die Exportverbote im Austausch gegen eine 25-prozentige Strafsteuer fallen zu lassen, zumindest für die H200-Chips. Nvidia könnte viel Geld damit verdienen, bis zu zwei Millionen solcher Chips könnten nach China verkauft werden. Doch bisher ist die offizielle Haltung in China, dass man sich nicht mit KI-Chips zweiter Klasse abgeben möchte und stattdessen lieber eigene Produkte verwendet.
US-Verteidigungsminister will Grok ins Pentagon integrieren
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth will den KI-Chatbot Grok in die kürzlich initiierte KI-Plattform des US-Verteidigungsministeriums implementieren. Das kündigte Hegseth während einer Rede am Montag bei Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX in Texas an.
Alle geeigneten Daten aus den IT-Systemen des Militärs sollen für die KI-Nutzung verfügbar gemacht werden, auch die aus Geheimdienst-Datenbanken. Hegseth sprach von einem verantwortungsvollen Umgang mit KI. Die Modelle müssten faktisch korrekt und missionsrelevant arbeiten, dabei aber frei von ideologischen Einschränkungen sein. Man lehne KI-Modelle ab, die es nicht erlauben würden, Kriege zu führen. Die KI des Pentagon werde nicht „woke“ sein, so Hegseth.
Copilot-Halluzination führte zu Stadionverbot für israelische Fans
Mehr als zwei Monate nach dem Ausschluss israelischer Gästefans bei einem Fußballspiel der Europa League in England hat der zuständige Polizeichef eingestanden, dass eine fehlerhafte Risikoanalyse auf einer KI-Halluzination beruhte. In der Analyse wurde auf ein Spiel verwiesen, das es nie gegeben hat. Der Verweis kam von Microsofts Copilot.
Das Spiel Aston Villa gegen Maccabi Tel Aviv fand Anfang November statt. Damals wurden den Gästefans aus Israel der Zutritt verweigert, mit Verweis auf Sorge vor Auseinandersetzungen und Protesten. Die Entscheidung sorgte für heftige Kritik bis zum Premierminister. Der Polizeichef aus Birmingham gestand erst nach mehrfacher Befragung im Parlament ein, dass Microsoft Copilot die fehlerhafte Information geliefert hatte.
OpenAI startet eigenen Übersetzungsdienst ChatGPT Translate
OpenAI hat mit ChatGPT Translate einen eigenen Übersetzungsdienst für mehr als 50 Sprachen veröffentlicht. Die Übersetzungen können an unterschiedliche Zielgruppen angepasst werden. Dafür stehen vier Schaltfelder bereit: für eine flüssigere Übersetzung, für eine Formulierung in sachlichem, geschäftlichem Stil, sowie für Kinder oder für ein akademisches Publikum. Eine Eingabe führt dann zum eigentlichen KI-Chatbot, mit einem entsprechend vorformulierten Prompt.
Im Desktop-Modus auf dem PC ermöglicht der OpenAI-Übersetzer ausschließlich Übersetzungen von Texteingaben. Im Browser auf Mobilgeräten kann auch das Mikrofon für Spracheingaben genutzt werden. ChatGPT wird bereits seit der Einführung von vielen Menschen auch für Übersetzungen genutzt. Mit ChatGPT Translate unterstreicht OpenAI die Bedeutung dieser Funktion.
Google veröffentlicht offene Übersetzungsmodelle TranslateGemma
Google veröffentlicht mit TranslateGemma mehrere neue Übersetzungsmodelle. Diese unterstützen 55 Sprachen und sind in drei Größen verfügbar. Die Verbesserungen zeigen sich insbesondere bei ressourcenarmen Sprachen. Bei der Übersetzung von Englisch nach Isländisch sinkt der Fehlerwert um mehr als 30 Prozent, bei Englisch nach Swahili um rund 25 Prozent.
Die drei Varianten richten sich an unterschiedliche Hardware. Das kleinste Modell mit vier Milliarden Parametern ist für mobile Geräte optimiert. Das zwölf Milliarden Parameter große Modell soll auf Consumer-Laptops laufen. Das größte Modell mit 27 Milliarden Parametern ist für Cloud-Server gedacht. Die Modelle sind auf Kaggle und Hugging Face verfügbar.
Bandcamp verbannt KI-generierte Musik
Die Musik-Plattform Bandcamp hat eine klare Antwort auf den Umgang mit KI-generierten Inhalten gefunden: KI-generierte Musik wird ausgeschlossen. Auf der beliebten Plattform können Musiker ihre Musik veröffentlichen. Zum Thema KI schreibt Bandcamp nun: Musik, die vollständig oder zu einem wesentlichen Teil mit KI erzeugt worden ist, ist auf Bandcamp nicht erlaubt.
Bandcamp will, dass Musiker weiter Musik machen und Fans darauf vertrauen können, dass die Musik, die sie auf Bandcamp finden, von Menschen geschaffen wurde.

Tech-Konzerne zahlen für Wikipedia-Inhalte
Wikipedia hat mehrere große KI-Unternehmen als zahlende Partner gewonnen. Amazon, Meta, Microsoft, Mistral AI und Perplexity sind dem Partnerprogramm Wikimedia Enterprise beigetreten. Zuvor waren bereits Google und Ecosia Partner. Die Firmen nutzen die Schnittstellen von Wikimedia Enterprise, um Wikipedia-Inhalte in ihre Produkte einzubinden.
Wikipedia gilt als einer der hochwertigsten Datensätze für das Training großer Sprachmodelle. Die Inhalte speisen auch die Antworten von Chatbots, Suchmaschinen und Sprachassistenten. Bereits Ende Oktober beklagte Wikipedia einen Besucherschwund durch KI-Systeme bei gleichzeitigem Abgreifen der Inhalte durch KI-Crawler. Die KI-Systeme spielen Wikipedia-Inhalte aus, ohne Nutzer auf die Webseite zu bringen. Die Organisation forderte daraufhin öffentlich die großen KI-Unternehmen dazu auf, die angebotene Programmierschnittstelle zu nutzen und Lizenzen zu zahlen.
(mali)
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