Künstliche Intelligenz
Top 5: Der beste mobile Smart-TV im Test – Fernseher mit Akku auf Rollen
Großes Tablet auf Rollen, mobiler Smart-TV oder Monitor mit Akku? Wir haben fünf Modelle getestet und zeigen, warum die Geräte so spannend sind.
Sie sind weder klassisches Tablet noch echter Fernseher, und doch beides: Mobile Smart-TVs auf Rollen etablieren sich als eigene Produktkategorie für all jene, die einen flexiblen Großbildschirm suchen, der sich mühelos von Raum zu Raum bewegen lässt. Mit Displaygrößen zwischen 24 und 32 Zoll, Android-Betriebssystem oder Web OS und fahrbarem Untergestell sind sie flexibler als herkömmliche Smart-TVs oder stationäre Monitore.
Pünktlich zur WM zeigt sich der größte Trumpf dieser Geräte: Der Fernseher rollt mit. Ob bei Spielen am Abend auf der Terrasse oder spätnachts im Schlafzimmer – ohne Umstecken, ohne zweiten Fernseher, ohne Kabelsalat. Wer kein dauerhaftes TV-Gerät im Garten oder auf dem Balkon installieren will, aber für die WM-Wochen flexibel bleiben möchte, bekommt mit einem mobilen Smart-TV auf Rollen genau dafür die passende Lösung. Den integrierten Akku vorausgesetzt, läuft das Spiel auch dort weiter, wo keine Steckdose erreichbar ist.
Die Grundidee ist bei allen Geräten gleich: Ein großer Touchscreen auf einem rollbaren Standfuß, der sich flexibel im Raum positionieren lässt. Ideal für Videotelefonie im Büro, als smartes Display für die eigenen Smart-Home-Geräte, als Küchen-TV beim Kochen, für Präsentationen im Büro oder als Entertainment-Station im Schlafzimmer.
Achtung: Anders als klassische Fernseher besitzen diese Geräte keinen TV-Tuner, sondern setzen ganz auf Streaming-Apps und HDMI-Anschlüsse für externe Quellen. Wer die WM-Spiele in der ARD-Mediathek, im ZDF-Livestream oder über Magenta-TV verfolgt, kommt damit problemlos zurecht – wer auf klassischen DVB-T2-Empfang setzt, benötigt zusätzlich einen Tuner-Stick oder einen Camping-Fernseher (siehe unten).
Doch was können diese Hybrid-Geräte wirklich? Lohnt sich die Anschaffung oder handelt es sich nur um einen kurzlebigen Trend? In unserem Vergleichstest haben wir fünf aktuelle Modelle unter die Lupe genommen. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede in Verarbeitung, Displayqualität und Streaming-Fähigkeiten. Welches der riesigen Tablets am besten ist, zeigt unsere Top 5.
Welcher mobile Smart-TV ist der beste?
Um zu ermitteln, welcher der beste mobile Smart-TV ist – streng genommen ein großes Tablet auf Rollen – haben wir die Geräte mit verschiedenen Streaming-Diensten getestet. Die Lautsprecherqualität haben wir in einem Direktvergleich bewertet, die Helligkeit mit einem Messgerät überprüft. In die Gesamtbewertung flossen außerdem Verarbeitung, Ausstattung und insbesondere das Preis-Leistungs-Verhältnis ein.
Testsieger unter den Riesen-Tablets auf Rollen ist der LG Stanbyme für 830 Euro. Er bietet nicht nur eine gute Lautsprecherqualität und ein schickes Design, sondern auch ein ansehnliches Display. Die Performance kann sich ebenso sehen lassen, der Einsatz des Betriebssystems Web OS hat sich ausgezahlt.
Warum einen mobilen Smart-TV mit Rollen kaufen?
Mobiler Smart-TV, Tablet auf Rollen oder ein smartes Touch-Display? Wie auch immer – der große Vorteil liegt in der Kombination: Ein ordentlich dimensionierter Touch-Bildschirm mit vorinstalliertem Betriebssystem, der sich mühelos von Raum zu Raum bewegen lässt. Morgens die Nachrichten im Bad, mittags ein Kochvideo in der Küche, abends ein Film im Wohnzimmer – alles auf demselben Gerät. Tablets auf Rollen kombinieren die Vorteile eines Tablets mit der Bildschirmgröße eines klassischen Fernsehers.
Im Homeoffice macht sich der große, mobile Bildschirm ebenfalls bezahlt. Bildschirmgrößen von 24 bis 32 Zoll – also eine deutlich größere Bildschirmdiagonale als bei jedem Tablet – machen Videokonferenzen auf 27 oder 32 Zoll deutlich angenehmer als auf dem Laptop-Display, und bei Bedarf wechselt der Arbeitsplatz einfach vom Schreibtisch aufs Sofa. Die meisten Modelle können dank HDMI-Input zudem als externe Monitore für Laptops genutzt werden – mitunter sogar ohne Kabel.
So bietet das Gerät von Thomson eine eigene App zur drahtlosen Kopplung, sodass man seinen Laptop-Bildschirm komfortabel erweitern kann. Wer nach der Arbeit noch ein wenig Fitness macht, kann seine Workout-Videos direkt über den großen Bildschirm ansehen – und danach das Gerät zurück ins Wohnzimmer für den Fußball-Abend schieben.
Auch für den Familienanruf bei der Verwandtschaft eignen sich die riesigen Tablets. Bei Videoanrufen mit den Großeltern sitzen alle bequem vor dem großen Bildschirm, statt sich um ein Smartphone zu quetschen. Die Touch-Bedienung ist dabei intuitiver als die vieler Smart-TVs. In der Küche sind die Tablets besonders praktisch – Rezepte anzeigen, Kochvideos streamen oder nebenbei eine Serie schauen, ohne Arbeitsfläche zu blockieren. Außerdem kann man mit den Tablets auf Rollen mehrere Geräte ersetzen, etwa den Küchen-TV, den Zweitfernseher im Schlafzimmer und den Computermonitor. Ein einzelnes, mobiles Gerät reicht aus, statt in jedem Raum ein separates Display zu installieren.
Als mobiles Interface für Smart-Home-Anwendungen können die Geräte zur Überwachung von Sicherheitskameras oder zur Steuerung von Beleuchtung, Heizung und anderen vernetzten Geräten genutzt werden – und zwar genau dort, wo diese Funktionen gerade gebraucht werden. Home Assistant etwa lässt sich wahlweise per Browser oder mittels der Home-Assistant-Android-App betreiben.
Speziell zur Fußball-WM spielen die Geräte ihren Mobilitätsvorteil aus: Die WM-Spiele laufen über die Mediatheken von ARD und ZDF kostenlos, Magenta-TV überträgt zusätzlich exklusive Partien. Alle Apps lassen sich auf den Android-Modellen direkt aus dem Google Play Store installieren, auf dem LG Stanbyme über den Web-OS-Store. Wer auf dem Balkon oder im Garten schaut und keine Steckdose in Reichweite hat, kombiniert den mobilen Smart-TV mit einer Powerstation – damit reicht der Strom auch für ein komplettes Turnierwochenende.
Betriebssysteme: Android oder Web OS für TV-Streaming
Auf den meisten der von uns getesteten Tablets auf Rollen läuft klassisches Android. Die Geräte weisen sich dabei selbst bei der Einrichtung oder dem Blick in die Systemeinstellungen als „Tablet“ aus. Ebenjene Einrichtung verläuft eins zu eins so, wie man es von seinem Smartphone kennt. Die Wahl von Android hat Vor- und Nachteile. Dafür spricht natürlich die enorme Wandelbarkeit und Flexibilität von Android sowie das enorme App-Angebot durch den Google Play Store. Alle Modelle setzen hier auf ein kaum verändertes Android.
Problematisch sind hier viel mehr die Sicherheitspatches, die bei den Geräten mitunter veraltet sind. Zudem fehlen teilweise ein paar Optimierungen, wodurch es zu Problemen mit vorinstallierten Apps kommt. Auf zwei Geräten beendete sich der Chrome-Browser nach einem App-Update im Test jedes Mal selbst und war dadurch nicht mehr nutzbar. Abhilfe verschaffte das Zurücksetzen der Anwendung auf Werkseinstellungen und die Neuinstallation der Aktualisierung. Android bietet dafür mehr Spielraum für Zusatzfunktionen wie die Nutzung einer integrierten Webcam und ist zudem Touch-optimiert. Das Tippen auf virtuelle Tastaturtasten, die deutlich größer als die eigenen Fingerkuppen sind, wirkt zunächst etwas ungewohnt. Im Alltag funktioniert die Bedienung aber problemlos.
Eine Ausnahme im Testfeld bildet der LG Stanbyme, der mit dem hauseigenen Web OS kommt – einem waschechten Smart-TV-Betriebssystem. Das merkt man bei der Touch-Bedienung, für die das System merklich nicht gemacht ist, man kommt aber zurecht. Auch hier gibt es einen App-Store, der die meisten wichtigen Apps beinhaltet – im Test haben wir hier nichts vermisst. Die daraus bezogenen Applikationen kommen in einer TV-angepassten Variante, die ebenfalls merklich nicht für die Bedienung mit dem Finger optimiert ist. Insgesamt gefällt uns die Zuverlässigkeit des Betriebssystems aber besser, alles läuft flüssig.
Welches Betriebssystem das bessere ist, hängt vom Einsatzzweck ab: Web OS eignet sich besonders fürs Streaming von Serien und Online-TV, Android punktet mit größerer Flexibilität – allerdings auf Kosten der Herstelleroptimierung.
Streaming-Qualität: Widevine-Level entscheidet über HD-Inhalte
Ein entscheidender, wenn auch komisch klingender Begriff bei Streaming-Geräten ist Widevine, genauer das Widevine-Level. Dabei handelt es sich um Googles DRM-System (Digital Rights Management), das von fast allen großen Streaming-Anbietern wie Netflix, Amazon Prime Video, Disney+ oder HBO Max verwendet wird. Die Zertifizierungsstufen reichen von L1 (höchste Sicherheit) bis L3 (niedrigste Sicherheit). Nur Geräte mit Widevine L1 können Inhalte in HD, Full-HD oder 4K streamen – je nach Abonnement und Anbieter. Geräte mit Widevine L3 sind auf SD-Qualität (Standard Definition, meist 480p) beschränkt, was besonders auf großen Bildschirmen unbefriedigend ist.
Das höchste Widevine-Level 1, das die hochauflösende Wiedergabe von DRM-Inhalten beim Streaming erlaubt, setzt zwingend eine hardwarebasierte, sichere Ausführungsumgebung im Prozessor voraus. Die eigentlichen Zertifikate lassen sich zwar prinzipiell nachträglich per Software-Update einspielen, was aber aufwendig sein kann. Trotzdem sollte man sich vor dem Kauf informieren, ob das gewünschte Gerät L1 unterstützt – am besten über unabhängige Testberichte, denn in den offiziellen Produktspezifikationen schweigen sich die Hersteller dazu meist aus. Gerade bei günstigen Geräten wird die nötige Zertifizierung zudem oft von vornherein eingespart, um Aufwand und Kosten zu sparen.
Im Test offenbaren sich deutliche Unterschiede zwischen den getesteten Modellen. Während der LG Stanbyme und der LC-Power LC-M32S4K Widevine Level 1 unterstützen, müssen sich die Käufer beim Auvisio ST-238 und beim Auvisio ST-320 mit Widevine Level 3 und damit SD-Auflösung begnügen.
Besonders tückisch ist das Zusammenspiel von Netflix und Widevine: Für Full-HD ist eigentlich Widevine L1 erforderlich, sonst bleibt die Wiedergabe auf SD beschränkt. Auf keinem der getesteten Android-Modelle lief Netflix jedoch in Full-HD – selbst Geräte mit Level-1-Zertifizierung wurden von der App fälschlich als Level 3 erkannt. Andere Streamingdienste wie Disney+ oder Amazon Prime Video erkannten die Zertifizierung dagegen korrekt und spielten Inhalte in Full-HD ab. Ausgelesen haben wir die Zertifizierung mit der App DRM Info. Dass es ausgerechnet bei Netflix hakt, ist uns bereits beim Test klassischer Tablets aufgefallen.
Eine Umgehungslösung ist die Nutzung externer Streaming-Geräte wie FireTV-Stick, Google TV Streamer oder Apple TV über den HDMI-Eingang. Diese bieten in der Regel Widevine L1 und ermöglichen so hochauflösendes Streaming. Allerdings entfällt dabei der Vorteil der direkten Touch-Bedienung, und man benötigt die zusätzliche Fernbedienung des Streaming-Sticks. Wer hauptsächlich Streaming-Dienste nutzen möchte, sollte also unbedingt auf die Widevine-L1-Zertifizierung achten oder zumindest den Kauf eines zusätzlichen Streaming-Sticks einkalkulieren. Passende Lösungen für TV-Streaming zeigen wir im Rahmen unserer Top 10: Der beste TV-Stick im Test – Streaming mit Fire TV, Waipu, Magenta & Co.
Bildqualität: Worauf muss man bei Helligkeit und Blickwinkel achten?
Helligkeit und Blickwinkelstabilität sind zwei Schlüsselfaktoren, die über die praktische Einsatzfähigkeit eines Tablets auf Rollen entscheiden. Ein zu dunkles Display macht die Nutzung auf der Terrasse oder im Garten nahezu unmöglich, während schlechte Blickwinkel die gemeinsame Nutzung in Gruppen einschränken.
Angefangen bei der Helligkeit: Die wird in der Messeinheit Candela pro Quadratmeter (cd/m²) angegeben, was die standardisierte Maßeinheit für Leuchtdichte ist, die in der Displaytechnologie zur Messung der Bildschirmhelligkeit verwendet wird.
Candela (cd) ist die SI-Basiseinheit der Lichtstärke und beschreibt, wie viel Licht in eine bestimmte Richtung abgestrahlt wird. Eine Candela entspricht etwa der Lichtstärke einer herkömmlichen Kerze (daher auch der Name, der vom lateinischen Wort für Kerze stammt). Wenn diese Lichtstärke auf eine Fläche bezogen wird, erhält man die Leuchtdichte in Candela pro Quadratmeter (cd/m²). Diese Einheit wird auch als „nit“ bezeichnet, wobei 1 nit = 1 cd/m² ist.
Bei Displays gibt die Leuchtdichte an, wie hell der Bildschirm erscheint. Je höher der Wert in cd/m², desto heller wirkt das Display für den Betrachter. Moderne Smartphones erreichen typischerweise 700 bis 1000 cd/m², mit Ausnahmen im High-End-Bereich bis 2000 cd/m², während hochwertige HDR-Fernseher und -Monitore 1000 bis 2000 cd/m² oder mehr erreichen können.
Die Messung erfolgt üblicherweise mit einem Kolorimeter oder Spektrometer, das direkt auf die Displayoberfläche aufgesetzt wird. Dabei wird oft ein weißes Testbild mit 100 Prozent Helligkeit angezeigt und an mehreren Stellen des Displays gemessen, um einen Durchschnittswert zu ermitteln. Das haben wir im Test auch so gemacht.
Eine ausreichende Leuchtdichte ist besonders wichtig für die Nutzung in hellen Umgebungen. Als Faustregel gilt:
- 200 bis 300 cd/m²: Ausreichend für gedimmte Innenräume
- 300 bis 500 cd/m²: Gut für normal beleuchtete Büroumgebungen
- 500+ cd/m²: Empfehlenswert für helle Umgebungen (draußen) oder bei Lichteinfall
- 1000+ cd/m²: Notwendig für direkte Sonneneinstrahlung oder HDR-Inhalte
Neben der rein nominellen Helligkeit ist auch die Beschaffenheit des Displays entscheidend. Während Glossy-Displays, also solche mit glänzender Oberfläche, intensivere Farben und höheren Kontrast bieten, reflektieren sie jedoch Lichtquellen stark. Das führt gerade bei hellem Umgebungslicht zu störenden Spiegelungen. Matte Displays verfügen über eine spezielle Beschichtung, die Lichtreflexionen diffus streut, wodurch sie in hellen Umgebungen und bei direktem Lichteinfall deutlich besser ablesbar sind, allerdings auf Kosten einer leicht reduzierten Farbbrillanz und Bildschärfe.
In unserem Test zeigten die Modelle erhebliche Unterschiede. Keines der getesteten Tablets auf Rollen erreicht eine ausreichende Helligkeit für den Außeneinsatz – der LC-Power LC-M32S4K und der Auvisio ST-320 führen mit jeweils rund 360 cd/m² das Feld an, gefolgt vom Thomson Go Plus mit etwa 340 cd/m² und dem Auvisio ST-238 mit rund 330 cd/m². Der LG Stanbyme bleibt mit maximal rund 250 cd/m² überraschend dunkel.
Die matten Displays des Thomson Go Plus und des LG Stanbyme reduzieren Reflexionen effektiv, während die glänzenden Oberflächen des LC-Power, des Auvisio ST-238 und des Auvisio ST-320 bei Lichteinfall störende Spiegelungen verursachen. Bei der Blickwinkelstabilität hat das IPS-Panel des LG Stanbyme Vorteile gegenüber den VA-Panels der anderen Modelle, die bei seitlicher Betrachtung unter Farbverschiebungen leiden – ein wichtiger Aspekt für die gemeinsame Nutzung in Gruppen.
Für den Einsatz als geselliger Mittelpunkt beim Fußballabend oder für Familienvideokonferenzen sollten Käufer daher besonders auf gute Blickwinkel achten. IPS-Panels haben hier generell Vorteile gegenüber VA- oder TN-Panels.
Anschlüsse: Auf welche Schnittstellen sollte man Wert legen?
Bei Tablets auf Rollen sind die richtigen Anschlüsse entscheidend für die Vielseitigkeit – unverzichtbar ist mindestens ein Vollformat-HDMI-Eingang, um externe Geräte wie Laptops, Spielkonsolen oder Streaming-Sticks anzuschließen. Mehrere USB-A-Ports gehören zur Pflichtausstattung, da sie Tastaturen, Mäuse, Webcams oder externe Speichermedien aufnehmen können. Einige Modelle wie der LC-Power LC-M32S4K und der Auvisio ST-320 bieten zusätzlich USB-C, was Datenübertragung und in manchen Fällen auch DisplayPort-Signale per Kabel ermöglicht.
Alle getesteten Modelle bieten USB-A sowie HDMI-Anschlüsse – diese aber in unterschiedlichen Ausführungen. Der LC-Power kommt etwa mit Mini-HDMI, was zusätzliche Adapter erfordert und daher weniger praktisch ist als die Vollformat-HDMI-Ports der anderen Geräte. Für stabiles Internet fehlt allen Geräten ein Ethernet-Anschluss – wer nicht ausschließlich auf WLAN angewiesen sein möchte, kann für etwa 10 Euro einen USB-auf-Ethernet-Adapter anschließen. Am Ende ist die Frage „Welchen Anschluss brauche ich unbedingt?“ aber nur je nach Anwendungsfall zu beantworten.
Akkulaufzeit: Was leisten die integrierten Akkus?
Alle getesteten mobilen Smart-TVs verfügen über einen integrierten Akku, der netzunabhängiges Streamen ermöglicht. Die Kapazitäten liegen zwischen 7800 mAh (Auvisio ST-238 und ST-320) und 9800 mAh (LC-Power LC-M32S4K). In der Praxis bedeutet das Laufzeiten von rund 3 bis 4 Stunden – genug für einen Spielfilm oder ein Fußballspiel inklusive Verlängerung, aber nicht für einen kompletten Serien-Marathon. Wer länger schauen will, muss das mitgelieferte Netzteil anschließen.
Der Auvisio ST-320 wird über ein klassisches 12-V-Netzteil mit Rundhohlstecker geladen, was theoretisch auch den Betrieb über einen 12-V-Anschluss im Wohnmobil oder Auto erlaubt – ein passender Adapter vorausgesetzt. Für den Garten- oder Balkoneinsatz ohne Steckdose bietet sich die Kombination mit einer Powerstation an, die die Laufzeit beliebig verlängert.
Alternative: Rollbarer TV-Ständer
Wer noch einen überschüssigen Fernseher herumstehen hat, kann diesen auch in eine Art „TV-Wagen“ einsetzen. Diese Halterungen haben ebenfalls Rollen und sind somit mobil. Hier kann man dank Vesa-Halterung normale Fernseher einsetzen, sie unterstützen meist Modelle bis 70 Zoll und 20 kg. Welcher Ständer zum eigenen Fernseher passt, hängt vom jeweiligen Modell ab. Die entsprechend benötigte Vesa-Größe kann man üblicherweise der Bedienungsanleitung oder den Herstellerspezifikationen online entnehmen.
Den Einstieg bildet der eher spartanisch aussehende Aokcos TV Ständer Rollbar, der für etwa 33 Euro bis 40 kg und 65 Zoll aufnehmen kann. Wer es schicker haben möchte, bekommt vom selben Hersteller ein weißes Modell mit ansehnlicherem Design und integrierter Holzablagefläche für 51 Euro – oder in Schwarz und ohne Holzregal für 70 Euro. Schick und bis 70 Zoll tragfähig ist der Fitueyes TV Bodenständer Rollbar, ebenfalls mit Holzablage, zum Preis von 68 Euro. Besonders ausgefallen und edel wirkt das Design des Fitueyes Design TV Ständer aus Buchenholz, der aber mit 200 Euro preislich deutlich über den übrigen Modellen liegt.
Für Fernseher jenseits der 80 Zoll geeignet sind etwa der Onkron TV Ständer mit Rollen für 155 Euro (bis 60 kg) oder für 213 Euro (bis 75 kg).
Alternative: Camping-Fernseher mit TV-Tuner
Wer für den Camping-Urlaub einen klassischen TV mit Tuner für lineares Fernsehen möchte, aber wenig Platz hat, kann sich nach einem mobilen Camping-Fernseher umsehen. Diese kommen mit einer Empfangsantenne für DVB-T2 und sind meist zwischen 10 und 22 Zoll groß. Häufig verfügen sie über einen integrierten Akku mit 3 bis 5 Stunden Laufzeit und lassen sich sowohl über 12V-Anschlüsse im Fahrzeug als auch über normale Steckdosen betreiben. Anders als Tablets auf Rollen bieten sie jedoch selten Smart-TV-Funktionen oder Touchscreens, haben kleinere Displays und sind weniger flexibel in der Raumnutzung. Dafür sind sie aber robuster gebaut, oft wetterfester und für den mobilen Outdoor-Einsatz optimiert.
Preislich liegen viele Geräte etwa zwischen 100 und 150 Euro. Mit 98 Euro vergleichsweise günstig ist der mobile Fernseher von KCR mit 14 Zoll und Akku, aber nur 720p-Auflösung. Ähnlich groß, aber mit 1080p höher auflösend ist der Fernseher von Desobry für 108 Euro (16-Prozent-Coupon anwählen). Der noch kleinere Amazon-Bestseller mit Akku ist der August DA-383 mit 10 Zoll für 145 Euro. Dazu gibt es auch noch 6 Monate HD+. Eine gute Zwischengröße bietet der 19-Zoll-Fernseher von Red Opticum Led für 150 Euro.
Alternative: Mini-Beamer oder externe Lautsprecher
Wer noch mehr Flexibilität bei der Bildgröße sucht, kann statt eines mobilen Smart-TVs auch zu einem Mini-Beamer greifen. Aktuelle Modelle projizieren Bilder von 60 bis über 100 Zoll an die Wand, sind ähnlich kompakt wie ein Buch und haben ebenfalls einen Akku an Bord. Der Nachteil: Sie brauchen eine möglichst dunkle Umgebung und eine ebene Projektionsfläche. Eine passende Übersicht liefert unsere Top 10: Der beste Mini-Beamer mit Akku im Test.
Wer am mobilen Smart-TV vor allem mit dem Klang hadert – etwa beim Auvisio ST-238 mit seinen blechernen Lautsprechern – kombiniert das Gerät einfach mit Bluetooth-Lautsprechern oder schließt klassische PC-Lautsprecher per Klinkenkabel an. Damit verbessert sich der Sound spürbar, ohne dass die Mobilität verloren geht.
Fernseher-Schnäppchen
Wer statt Smart-TV auf Rollen oder Camping-TV nach einem klassischen Fernseher sucht, bekommt derzeit einige spannende Tiefstpreis-Angebote geboten, die wir nachfolgend zusammengefasst haben:
- LG OLED evo AI G6 OLED55G67LW, 55 Zoll, 4K, OLED, Web OS, für 2001 Euro statt 2799 Euro (-29 Prozent)
- LG OLED evo AI G6 OLED55G69LS, 55 Zoll, 4K, OLED, Web OS, für 2099 Euro statt 2499 Euro (-16 Prozent)
- Hisense 43E6NT, 43 Zoll, 4K, LCD, Vidaa OS, für 199 Euro statt 228 Euro (-13 Prozent)
- Hisense 65E7Q PRO, 65 Zoll, 4K, Quantum-Dot-LCD, Vidaa OS, für 500 Euro statt 549 Euro (-9 Prozent)
- Philips QLED 65PUS8500, 65 Zoll, 4K, Quantum-Dot-LCD, Titan OS, für 499 Euro (Tiefstpreis)
Fazit: Lohnen sich mobile Smart-TVs auf Rollen?
Smart-TVs auf Rollen sind eine ungewöhnliche Produktkategorie, die allerdings noch Verbesserungspotenzial hat, derzeit aber zu teuer ist. Dank des rollbaren Stativs und des integrierten Akkus sind die Geräte überaus flexibel – wahlweise als Smart-Home-Display, Streaming-Gerät oder für Videotelefonie. Das große Display und der Touchscreen sind praktisch, die Bedienung orientiert sich weitgehend am gewohnten Smartphone. Gerade bei sportlichen Großereignissen zeigt sich der Mehrwert: Der Fernseher wandert mit dem Spielplan durch die Wohnung oder auf die Terrasse.
Nachteilig ist bei allen Modellen die geringe Displayhelligkeit von unter 400 cd/m², die für den Außeneinsatz bei Tageslicht viel zu niedrig ausfällt. Hinzu kommen bei den Android-Geräten Probleme mit der Widevine-Zertifizierung, wodurch Netflix die Inhalte nur in SD-Qualität wiedergibt – auf einem so großen Bildschirm ist das besonders bitter.
Im Test überzeugte vor allem der LG Stanbyme, der sich damit den Testsieg sichert – allerdings zu einem stolzen Preis, für den es bereits ordentliche klassische Fernseher gibt. Dass es auch günstiger geht, zeigt der Pearl Auvisio ST-238, wenn auch mit deutlichen Abstrichen bei Software und Verarbeitung. Besonders erstaunt hat uns die Klangqualität des Thomson Go Plus – so gut sollten Lautsprecher in jedem Fernseher oder Monitor klingen.
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Bild-KI in WhatsApp und Instagram ausprobiert: Das kann Muse Image
Metas neue Bilderstellungs-KI hat auf einen Schlag Milliarden an potenziellen Nutzern. Denn im Juli 2026 veröffentlichte der US-Konzern mit Muse Image sein neuestes Modell direkt in WhatsApp und Instagram. Wahrscheinlich ist Muse Image sogar auf Ihrem Smartphone nur eine Wischgeste entfernt.
Die neuen Funktionen sind gut versteckt. Wer einen Status in WhatsApp oder eine Story auf Instagram veröffentlicht, kann diese nun per KI bearbeiten. Vorgefertigte Effekte sollen Selfies mehr Stil verleihen, sofern Sie nicht selbst prompten wollen. Oder Sie generieren direkt ein ganz neues Bild, statt echte Urlaubserinnerungen zu posten.
- Muse Image ist das erste Bildmodell von Metas neuer KI-Abteilung Superintelligence Labs und wurde am 7. Juli 2026 veröffentlicht.
- Nutzer aus Deutschland greifen direkt über WhatsApp oder Instagram auf die neuen Funktionen zu, um Bilder zu verändern oder zu erstellen.
- Der Gratis-Spaß hat Grenzen: Ist das Tageslimit aufgebraucht, bringt Sie auch ein bezahltes Abo nicht weiter.
Wir haben die neuen generativen Funktionen in WhatsApp, Instagram und Metas AI-App angeschaut. Dieser Ratgeber erklärt, wo Sie die Funktionen finden, was damit möglich ist und an welchen Stellen Meta seinen Nutzern Grenzen setzt. Sie haben gar keine Lust auf KI? Dann folgen Sie unserer Anleitung, um der Verwendung Ihrer Fotos zum Training von Metas KI zu widersprechen.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Bild-KI in WhatsApp und Instagram ausprobiert: Das kann Muse Image“.
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Kundendaten bei Dienstleister abgeflossen: Datenschutzvorfall beim Lidl-Shop
Beim Discounter Lidl gab es einen Datenschutzvorfall. Das teilte das Unternehmen betroffenen Kunden mit. Unbefugte konnten sich bei einem Shop-Dienstleister Zugang zu einer Datei mit Kundendaten verschaffen und haben diese abgezogen. Lidl hat die zuständige Datenschutzbehörde informiert. Wer hinter dem Angriff steckt, ist unklar.
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Die Angreifer entwendeten Anrede, Vor- und Nachname, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und Kundennummer der betroffenen Kunden. Wie ein Sprecher uns auf Nachfrage mitteilte, sind weder Postanschriften noch Passwörter oder Zahlungsinformationen betroffen. Die Kundenkonten wurden nicht kompromittiert, stellt der Sprecher weiterhin fest.

Datenschutzvorfall bei Lidl
Behörden sind informiert
Der Angriff traf nicht die zentrale Datenbank des Shopsystems, sondern einen IT-Dienstleister des Handelskonzerns. Dieser habe sofort reagiert und „die erforderlichen Maßnahmen getroffen, um die IT-Systeme wieder vollständig abzusichern“, so die Sprecherin. Außerdem habe der Dienstleister Strafanzeige gestellt.
Hinweise auf einen Missbrauch der Daten gebe es keine, heißt es in der uns vorliegenden E-Mail. Dennoch sollen Betroffene wachsam gegenüber Phishing und Identitätsmissbrauch sein, empfiehlt Lidl.
Lidl gehört ebenso zur Schwarz-Gruppe wie der Cloud-Anbieter Schwarz Digits und das Sicherheitsunternehmen XM Cyber.
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(cku)
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Top 10: Die beste Gaming-Maus im Test – Preis-Leistungs-Sieger für 30 €
Kabellose Gaming-Mäuse sollen leicht und präzise sein und gleichzeitig viele Zusatztasten bieten. Wir zeigen die besten unter ihnen.
Im Gaming-Bereich haben Spieler je nach Genre unterschiedliche Anforderungen an ihre Peripherie. Gaming-Mäuse für MMORPGs haben etwa eine Vielzahl zusätzlicher Tasten, um der Menge an Fähigkeiten und Routinen im Spiel gerecht zu werden. In der kompetitiven Shooter-Szene dreht sich währenddessen alles um Präzision und blitzschnelle Reaktionen.
Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, setzen Hersteller auf schlanke Designs, ein geringes Gewicht und hochpräzise Sensoren. High-End-Mäuse sind zudem mit einer hohen Abtastrate ausgestattet, wodurch Verzögerungen weitestgehend vermieden werden. Im Bereich kompetitiver Shooter übertrumpfen sich Mäusehersteller also regelmäßig mit neuer Technik.
Wir zeigen hier die besten kabellosen Gaming-Mäuse mit einem Fokus auf schlankem Design und geringem Gewicht und zeigen in unserem Ratgeber-Teil zudem auch Mäuse aus anderen Bereichen der Gaming-Welt. Wir erklären außerdem, was hinter Fachbegriffen wie DPI und Polling-Rate (Abtastrate) steckt und was die Griffe, mit denen man eine Maus hält, unterscheidet.
Wenn nicht anders angegeben, sind die Mäuse in dieser Bestenliste vorrangig für Rechtshänder ausgelegt. Mäuse mit symmetrischem Design kann man theoretisch mit beiden Händen verwenden, da sich die seitlichen Buttons allerdings auf der linken Seite befinden, kann dies für Linkshänder unbequem und störend sein.
Welche ist die beste Gaming-Maus?
Unser Testsieger ist die Wireless-Gaming-Maus Logitech G Pro X2 Superstrike für 180 Euro. Per Software kann man sowohl die Klick-Haptik als auch den Betätigungspunkt der Maustasten individuell einstellen. Obendrein kommt sie mit einer 8K-Polling-Rate und einer hervorragenden Verarbeitung.
Als Technologiesieger geht die Glorious Model O3 Wireless für 107 Euro hervor. Sie überrascht mit einem durchdachten Akkusystem, welches die Gaming-Maus dank mitgelieferter Ladestation, austauschbaren Akkus und integriertem Notstrom permanent im Einsatz hält und ein Ladekabel überflüssig macht.
Der Preis-Leistungs-Sieger ist die Cherry Xtrfy M68 Pro Wireless zum absoluten Killerpreis von derzeit 27 Euro (Ebay). Sie überzeugt mit einem griffigen und bequemen Design und liefert zudem präzise Klicks bei 8000 Hz.
Worauf muss man bei einer Gaming-Maus achten?
Wie auch bei einer Tastatur oder einem Headset muss die Maus in erster Linie bequem benutzbar sein. Abhängig von Sitzposition, Handgröße und Platz auf dem Schreibtisch kommen manche Mäuse aufgrund ihrer Form einfach nicht infrage. Wer mit gesundheitlichen Problemen wie dem Karpaltunnelsyndrom zu kämpfen hat, sollte sich eher nach einer ergonomischen Maus umsehen.
Nicht jede Gaming-Maus unterstützt die gleichen Verbindungsmodi. Während die Mäuse in unserer Bestenliste allesamt kabellos sind, gibt es weiterhin rein kabelgebundene Mäuse. Diese sind in den meisten Fällen günstiger, aber auch weniger flexibel einsetzbar. Das ist primär dann relevant, wenn man die Maus nicht nur zum Zocken am PC verwendet, sondern auch andere Endgeräte wie Tablets mit ihr bedienen möchte.
Die meisten kabellosen Gaming-Mäuse unterstützen eine Funkverbindung via 2,4-GHz-Funk-Receiver. Dieser wird per USB-A-Anschluss entweder direkt an den PC gesteckt oder – je nach Hersteller – mittels eines Verlängerungsadapters mit dem USB-C-Port des Ladekabels verbunden. Das soll vordergründig dafür sorgen, dass die Distanz zwischen dem Receiver und der Maus so kurz wie möglich gehalten wird.
Die Funktechnologie ist mittlerweile so stark, dass die Verzögerung durch die Übertragung des Signals beim Zocken kaum noch ins Gewicht fällt. In vielen Fällen unterstützen Gaming-Mäuse auch eine Bluetooth-Verbindung. Diese eignet sich zwar, um damit zu surfen oder im Büro zu arbeiten, unterliegt aber in puncto Latenz der Funkverbindung um einiges.
Je nachdem, welche Spiele man hauptsächlich spielen möchte, ist ein Griff zu einer High-End-Maus mit 8000-Hz-Abtastrate und State-of-the-art-Sensoren unnötig. Viele Funktionen aus dem High-End-Bereich richten sich an kompetitive Spieler oder Professionals aus dem E-Sport. Für gelegentliches Zocken reicht auch eine Mittelklasse-Maus, wie die Hyperx Pulsefire 2 Haste.
Während die Mäuse in dieser Bestenliste aufgrund ihrer Charakteristika hauptsächlich für kompetitive First-Person-Shooter (FPS) ausgelegt sind, gibt es auch welche, die andere Nischen und Bedürfnisse bedienen. Anstatt ultraleicht gibt es Exemplare, die deutlich mehr wiegen und teilweise sogar mit extra einsetzbaren Gewichten kommen. Auch die bereits erwähnten MMORPG-Mäuse, die mit 8 oder mehr zusätzlichen Buttons ausgestattet sind, um Makros oder Shortcuts auszuführen, gibt es.
Weniger wichtig für die tatsächliche Performance der Maus, aber für den einen oder anderen dennoch essenziell: die RGB-Beleuchtung. Diese reicht von Akzenten wie einem beleuchteten Mausrad oder dem Logo bis hin zur Festbeleuchtung an den Seiten. Ist einem die Akkulaufzeit wichtig, sollte man jedoch auf eine permanente Beleuchtung verzichten oder direkt eine Maus kaufen, die gar keine RGBs hat.
Die Software der Gaming-Maus kann ebenso ein wichtiges Entscheidungskriterium sein. Dazu zählt nicht nur der Funktionsumfang, den diese der Maus ermöglicht. Hersteller wie Logitech oder Asus ROG bieten mit ihren Software-Angeboten Schnittstellen zu anderen Produkten aus dem eigenen Sortiment. Wer also bereits Tastaturen oder Headsets eines bestimmten Herstellers besitzt, sollte sich überlegen, ob sich auch ein Kauf der Gaming-Maus aus dem gleichen Hause lohnt.
Was sind Claw-, Palm- und Fingertip-Grip?
Wie man die Maus hält, ist von Person zu Person unterschiedlich. Dennoch haben sich überwiegend drei differenzierte Handpositionen herauskristallisiert, die auch beim Design der Mäuse mitbedacht werden.
Verwendet man den Claw-Grip, um die Maus zu halten, bedeutet das, dass die Finger gekrümmt auf den Maustasten liegen und die Peripherie über Bewegungen mit dem Handgelenk manövriert wird. Beim Claw-Grip lohnt es sich, auf das Gewicht der Maus zu achten, da eine leichtere Maus weniger Kraftaufwand für das Handgelenk bedeutet und dementsprechend auch weniger anstrengt.
Beim Palm-Grip liegt die Hand vollständig auf der Maus, was bedeutet, dass man sie ausschließlich über den Arm bewegt. Feine Bewegungen mittels Handgelenk sind nur schwer möglich. Um den Griff zu unterstützen, ist es ratsam, eine längere und auch etwas breitere Maus zu wählen, die Platz für die gesamte Handfläche bietet.
Hält man die Maus ausschließlich mit den Fingerspitzen, spricht man hier vom Fingertip-Grip. Dabei berührt die Handfläche nicht die Maus, welche daher über das Handgelenk bewegt wird. Neben texturierten Flächen an den Seiten der Maus, die den Fingerspitzen besseren Halt geben, ist auch hier ein leichtes Gerät zu bevorzugen, um das Handgelenk zu entlasten. Da die Handfläche keinen Kontakt mit der Maus hat, ist es auch nicht verkehrt, auf eine flachere und kürzere Maus zurückzugreifen.
Was sind Abtastrate und DPI?
Die Abtastrate sagt aus, wie häufig die Maus ihre Position an den PC weitergibt, und spiegelt die damit verbundene Reaktionszeit wider. Sie wird dabei immer in Hz angegeben. Einfach gesagt: je höher der Hz-Wert, desto schneller die Reaktionszeit und desto geringer die Verzögerung. Allerdings bedeutet eine höhere Abtastrate auch mehr Auslastung für den PC und kann dementsprechend, vor allem bei älteren Computern, die Leistung beeinträchtigen.
Der Standard bei Gaming-Mäusen ist nach wie vor 1000 Hz. In den letzten Jahren haben sich Frequenzen von 4000 bis 8000 Hertz ebenfalls etabliert und werden vermehrt im hochpreisigen High-End-Segment genutzt.
DPI hingegen steht für Dots per Inch und beschreibt, wie viele Pixel der Mauszeiger auf dem Monitor zurücklegt, wenn man die Maus auf dem Schreibtisch einen Inch (2,54 cm) bewegt. Erhöht man die DPI-Einstellung, wird der Sensor sensibler. Schiebt man jetzt die Maus die gleiche Distanz auf dem Schreibtisch wie zuvor, bewegt sich der Zeiger deutlich weiter. Manche Hersteller verwenden die Abkürzung CPI (Counts per Inch) anstatt DPI, meinen damit aber das Gleiche.
Verringert man den DPI-Wert, wird der CMOS-Sensor (Complementary metal-oxide-semiconductor) weniger sensibel und das Gegenteil tritt ein: Der Zeiger bewegt sich weniger weit für die gleiche zurückgelegte Distanz auf dem Schreibtisch. Bei einer DPI-Einstellung von 600 muss man die Maus etwa rund 8 cm bewegen, um von der linken Seite eines Full-HD-Monitors (1920 × 1080 Pixel) ganz auf die rechte Seite zu gelangen. Hat man einen höheren DPI-Wert eingestellt, beispielsweise 2000, dann muss man die Maus für die gleiche Strecke nur einen halben Zoll oder 1,27 cm bewegen.
Grundsätzlich ist der DPI-Wert Geschmackssache, allerdings empfiehlt es sich je nach Programm, eine niedrigere DPI zu wählen. Bei kompetitiven FPS-Games etwa, bei denen es wichtig ist, pixelgenau mit der Maus zu zielen. Andersherum lohnt sich eine etwas höhere DPI, wenn man mit einem Multi-Monitor-Setup arbeitet und die Maus etwa über drei Bildschirme bewegen muss. Da viele Mäuse aber in der Lage sind, verschiedene DPI-Profile anzulegen und per Knopfdruck zwischen diesen zu wechseln, ist die Geschwindigkeit der Maus für jede Situation problemlos anpassbar.
Welche Sensoren stecken in einer Maus?
Im Vergleich zu den Mäusen von früher, die mit ihren Kugeln und Rollen sehr anfällig für die Ansammlung von Fusseln waren und deswegen regelmäßig gereinigt werden mussten, ist man bei modernen Mäusen auf eine digitale Sensorik umgestiegen: optische Sensoren und Laser-Sensoren.
Bei optischen Mäusen beleuchtet eine LED die Fläche unter ihr, wodurch der CMOS-Sensor im Inneren der Maus in der Lage ist, Fotos vom Untergrund aufzunehmen. Die Maus ist so imstande, die Oberflächenstruktur zu erfassen und durch die digitale Verarbeitung der geschossenen Bilder festzustellen, wie weit und wohin sie sich bewegt hat, um die Cursorbewegung und -position auf dem Monitor abzubilden.
Laser-Mäuse setzen ebenfalls auf die Aufnahme tausender Bilder, um Position und Oberfläche zu bestimmen. Der Unterschied ist jedoch, dass der verbaute Laser tiefer in die Oberfläche eindringen kann als die LED einer optischen Maus und so die Feinheiten und Veränderungen in der Struktur dieser besser für die Kamera erfassbar macht. Daraus resultiert primär, dass Laser-Mäuse noch präzisere Bewegungen ermöglichen, als es optische bereits tun – und solche Mäuse auf mehr Oberflächen ohne Probleme funktionieren.
Beide Sensoren eignen sich für die Arbeit im Büro oder beim Gaming. Man sollte allerdings bei optischen Mäusen darauf achten, auf einer matten und lichtundurchlässigen Oberfläche zu arbeiten. Bei Oberflächen wie Glastischen oder bei Tischen mit einem glänzenden, reflektierenden Finish hat es der Sensor schwer, zuverlässig zu arbeiten. Laser-Mäuse haben dieses Problem nicht und finden sich auf so ziemlich allen Oberflächen gut zurecht. Aufgrund ihrer deutlich präziseren Erfassung sind sie nicht jedermanns Geschmack und je nach Modell eventuell auch etwas Overkill für den regulären Einsatz im Büro.
Fazit
Leichte kabellose Gaming-Mäuse sind flexibel einsetzbar, auf Dauer schonender für das Handgelenk als schwere Mäuse und obendrein ideal, um in FPS wie Valorant oder CS2 zu dominieren. Um eine solche Maus zu genießen, muss man nicht unbedingt tief in die Tasche greifen – aber im High-End-Bereich gibt es phänomenal gute Hardware, die beim Zocken einen deutlichen Unterschied macht.
Ausschlaggebend hierfür ist in erster Linie die hohe Abtastrate, dank der die Mäuse extrem kurze Reaktionszeiten vorweisen können und im Spiel für verzögerungsfreie und präzise Klicks sorgen. Zusätzliche Funktionen, die dank der Software freigeschaltet werden, ermöglichen häufig eine zusätzliche Individualisierung im Umgang mit der Maus. Makros, Shortcuts oder gar auf den Spieler angepasste Beschleunigungskurven sind möglich.
Mit unserer Bestenliste haben wir die stärksten Gaming-Mäuse vorgestellt. Unser Testsieger ist die Logitech G Pro X2 Superstrike für 180 Euro. Als Technologiesieger geht die Glorious Model O3 Wireless für 111 Euro hervor. Ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis bietet die Cherry Xtrfy M68 Pro Wireless für derzeit 27 Euro (Ebay).
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