Künstliche Intelligenz
Verbraucherschützer fordern Schadensersatz für Nutzer bei Smart-Meter-Problemen
Wenn Smart Meter nicht funktionieren wie vorgesehen, sollen Nutzer künftig Anspruch auf Schadensersatz haben, fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). Denn es komme immer wieder vor, dass die vernetzten Stromzähler zwar eingebaut werden, dann aber über Monate oder gar Jahre ohne Funktion bleiben. Und dies könne für die Nutzer finanzielle Nachteile haben, argumentiert der VZBV in einem aktuellen „Kurzpapier“, das c’t vorliegt.
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„Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist entscheidend, dass ein Smart-Meter nicht nur installiert wird, sondern auch zuverlässig funktioniert“, sagte Marie Barz, Referentin Marktbeobachtung Energie beim VZBV. „Genau daran hapert es derzeit immer wieder.“ Auch c’t hatte vor Kurzem ausführlich über die Probleme berichtet, die nach der Installation von Smart Metern auftreten können. In Extremfällen werden Zählernummern vertauscht, sodass die Smart-Meter-Daten an der falschen Stelle ankommen.
Voraussetzung für dynamische Tarife
Finanzielle Nachteile entstehen Verbrauchern vor allem dann, wenn sie einen dynamischen Stromtarif nutzen wollen, der Tarifwechsel aber an Problemen mit dem Smart Meter scheitert. Damit der Wechsel klappt, muss das „intelligente Messsystem“ beim Messstellenbetreiber und Netzbetreiber registriert sein und im Viertelstundentakt gemessene Verbrauchsdaten übermitteln. Mit einem dynamischen Tarif können Nutzer dann ihren Verbrauch an die schwankenden Börsenpreise anpassen.
Scheitert der Tarifwechsel, entgeht Nutzern unter Umständen nicht nur der dynamische Tarif, sie können auch in einem teureren Tarif landen als vorher. Der finanzielle Nachteil sei aber schwer zu beziffern, schreibt der VZBV. Sinnvoll sei daher eine „pauschale Entschädigung ohne aufwendige Schadensnachweise“. Diese Pauschale soll der Messstellenbetreiber zahlen. Sei der Netzbetreiber oder der Stromlieferant verantwortlich, müsse dieser die Pauschale erstatten. Die Kosten dürften nicht auf die Netzentgelte umgelegt werden, „so dass die angestrebte Steuerungsfunktion untergraben wird“, mahnen die Verbraucherschützer.
Vorbild Telekommunikationsrecht
Eine Regelung im Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) könne sich an § 58 des Telekommunikationsgesetzes orientieren, schlägt der VZBV außerdem vor. Diesem zufolge erhalten Nutzer von Telekommunikationsdiensten eine Entschädigung, wenn Störungen nicht unverzüglich beseitigt werden.
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Als Ursachen für Smart-Meter-Probleme nennt der VZBV drei zentrale Probleme: fehlende oder stark verspätete Rückmeldungen von Verteilnetzbetreibern, die hohe Zahl von 850 Netzbetreibern mit unterschiedlichem Umsetzungsfortschritt sowie hochkomplexe und fehleranfällige Marktkommunikationsprozesse bei allen beteiligten Akteuren. Die Verbraucherschützer stützen sich dabei auf Einzelfallschilderungen von Verbrauchern, Experteninterviews mit wettbewerblichen Messstellenbetreibern sowie Stellungnahmen der Bundesnetzagentur und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEV).
(cwo)
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Elektrische Schulbusse in den USA werden als Netzspeicher eingesetzt
Kritiker der Elektromobilität unken gern, dass Elektrofahrzeuge das Netz über die Gebühr belasteten, gerade in Zeiten, wenn viel Strom gebraucht werde. In einer Hitzewelle zum Beispiel. Wie es aussieht, ist das Gegenteil der Fall: In den USA haben Elektrofahrzeuge in der aktuellen Hitzewelle dazu beigetragen, das Netz zu stabilisieren.
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In mehreren US-Bundesstaaten werden elektrische Schulbusse gerade als Netzspeicher eingesetzt, wie die britische Nachrichtenagentur Reuters berichtet: Die Busse speisen den in ihren Akkus gespeicherten Strom ins Netz und tragen so dazu bei, das Netz zu entlasten.
230 Busse speisen Strom ins Netz
Ein solches Vehicle-to-Grid-Projekt (V2G) hat die Electric School Bus Initiative des World Resources Institute (WRI) initiiert. Darin sind etwa 230 elektrische Schulbusse eingebunden, die in der Lage sind, 8 Megawattstunden Strom zu liefern. Das reicht aus, um 1600 US-Haushalte etwa vier Stunden lang zu versorgen. Zudem tragen sie dazu bei, die Spitzenlast der Energieversorger zu senken.
Schulbusse eignen sich gut für solche Projekte, da sie relativ große Akkus haben. Laut WRI sind an dem V2G-Projekt derzeit über 30 Energieversorger und 21 US-Bundesstaaten beteiligt. Insgesamt gibt es in den USA derzeit 6700 elektrische Schulbusse.
„Schulbusse werden ein wichtiges Rückgrat der V2G-Kapazität sein“, sagte Steve Letendre, Berater des Branchenverbands Vehicle Grid Integration Council, der Nachrichtenagentur. Aber: „Das ist noch ganz am Anfang.“
Allerdings ist der Bedarf der Energieversorger deutlich höher als das, was Fahrzeuge derzeit einspeisen können.
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(wpl)
Künstliche Intelligenz
Leanstral 1.5: Formale Beweise für 4 Dollar statt 300 Dollar pro Aufgabe
Mistral AI hat mit Leanstral 1.5 ein spezialisiertes KI-Modell für formale Verifikation und mathematische Beweise veröffentlicht. Das unter Apache-2.0 lizenzierte Modell arbeitet mit dem interaktiven Theorembeweiser Lean 4 und soll sowohl akademische Mathematik als auch praktische Codeprüfung abdecken.
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Wie Mistral AI in seinem Blogpost erläutert, umfasst die Architektur 119 Milliarden Parameter insgesamt, von denen lediglich 6 Milliarden aktiv sind. Das Modell steht als freier API-Endpunkt sowie über Hugging Face zum Self-Hosting bereit.
Benchmarks: Putnam-Aufgaben und miniF2F vollständig gelöst
Auf dem miniF2F-Benchmark erreicht Leanstral 1.5 laut Mistral 100 Prozent auf Validierungs- und Testset. Beim PutnamBench löst das Modell 587 von 672 Aufgaben aus dem Putnam Mathematical Competition – ein Benchmark, der logisches Denken und lange Beweisketten erfordert. Leanstrals Rechnerei soll dabei laut Mistral teilweise nur ein Siebtel von dem gekostet haben, was Opus 4.6 für die gleiche Aufgabe verbraucht hätte. Auf den Benchmarks FATE-H und FATE-X für abstrakte Algebra auf Graduierten- beziehungsweise Promotionsniveau erreicht Leanstral 87 respektive 34 gelöste Aufgaben.
Automatisierte Fehlersuche in Rust-Code
Neben mathematischen Beweisen demonstriert Mistral eine Pipeline zur automatischen Bug-Erkennung in Rust-Projekten. Dabei übersetzt das Werkzeug Aeneas Rust-Code nach Lean, woraufhin Leanstral Korrektheitseigenschaften ableitet und versucht, diese zu beweisen oder zu widerlegen. In einem Test mit 57 Open-Source-Repositories identifizierte die Pipeline 47 verletzte Eigenschaften, von denen sich 11 als echte Bugs herausstellten – 5 davon waren zuvor auf GitHub nicht gemeldet.
Training in drei Phasen
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Leanstral 1.5 erweitert Mistrals Portfolio an spezialisierten KI-Werkzeugen, das kürzlich bereits mit Mistral OCR 4 für Dokumentenanalyse gewachsen war. Die Apache-2.0-Lizenz ermöglicht Self-Hosting – für Unternehmen mit hohen Compliance-Anforderungen ein relevanter Aspekt.
(rie)
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Vom LHC zum HiLumi LHC: Cern-Teilchenbeschleuniger wird aufgerüstet
Vor 14 Jahren wurde dort eine der wichtigsten Entdeckungen in der Physik seit Langem gemacht, jetzt ist der Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC) in Genf für mehrere Jahre geschlossen. Erst 2030 soll der LHC den wissenschaftlichen Betrieb wieder aufnehmen.
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Am 29. Juni seien die letzten Experimente der dritten Betriebsphase (Run 3) durchgeführt worden, teilte das Europäische Kernforschungszentrum Cern mit. Dann habe der Long Shutdown 3 (LS3) begonnen, die dritte Stilllegung der Anlage. Wie bei den früheren wird auch beim dritten Shutdown der Beschleuniger überholt und verbessert.
In den kommenden Jahren stehen diverse Arbeiten an, wie Markus Klute, Teilchenphysiker am Karlsruher Institut für Technologie, dem Onlinemagazin Welt der Physik schildert: „Die Detektoren werden erneuert, defekte Teile ausgetauscht, neue Module eingebaut oder auch bessere Magnetspulen eingesetzt.“
Luminosität wird um den Faktor 10 erhöht
Zudem wird der LHC aufgerüstet zum High Luminosity LHC (HiLumi LHC). Luminosität bezeichnet die Zahl der Kollisionen an den Stellen, wo die Teilchenstrahlen aufeinandertreffen. Deren Zahl wird um den Faktor 10 erhöht. Dafür müssen auch die Detektoren verbessert werden, um die Kollisionen nachweisen zu können.
Zudem wird die Kollisionsenergie gesteigert, von 13,6 Teraelektronenvolt in Run 3 auf künftig 14 Teraelektronenvolt. „Die Kollisionsenergie bestimmt, welche Teilchen dabei entstehen können, und die Luminosität, wie viele“, erläutert Klute. „Das ist deshalb entscheidend, weil wir nach seltenen Teilchen oder Ereignissen suchen. Und nur mit großen Datenmengen ist es möglich, diese sicher zu identifizieren.“
„LS3 ist ein riesiges und komplexes logistisches und technisches Vorhaben“, sagt Jean-Philippe Tock, Leiter des LS3-Koordinationsteams am Cern. „Allein im LHC werden 1,2 Kilometer Magnete und Komponenten entfernt und durch neue Teile ersetzt, und im gesamten Komplex sind Dutzende von Projekten geplant, an denen Tausende von Ingenieuren, Physiker Techniker und Hilfspersonal mitarbeiten.“
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Schleppender Start und größter Erfolg
Ab 2028 werde der LHC schrittweise wieder in Betrieb genommen, teilte das Cern mit. Der HiLumi LHC soll 2030 einsatzbereit sein. Der Large Hadron Collider ist derzeit der leistungsfähigste Teilchenbeschleuniger der Welt. Er wurde 2008 eröffnet, aber nach einer Panne schnell wieder abgeschaltet, sodass der wissenschaftliche Betrieb erst ein Jahr später starten konnte.
Den größten Erfolg verzeichnete die Anlage im Jahr 2012, als die beiden Experimente Atlas und CMS erklärten, das geheimnisvolle Higgs-Boson experimentell nachgewiesen zu haben. Im Jahr darauf erhielt der britische Physiker Peter Higgs, der das Teilchen in den 1960er Jahren vorhersagte, den Physiknobelpreis.
Seit 2014 laufen Planungen für einen Nachfolger, den Future Circular Collider (FCC), der einen Umfang von rund 91 Kilometer haben soll – der LHC kommt auf 27 Kilometer. Technisch ist das Projekt machbar. Eine Entscheidung soll bis 2028 fallen. Allein für die erste Projektphase sollen die Kosten rund 16 Milliarden Euro betragen.
(wpl)
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