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Vom Chatbot selbst bestätigt: Behobene Sandbox-Lücke in Claude Code war sehr gefährlich


Anthropic hatte bis Ende März zwei gefährliche Bypass-Lücken in der Netzwerk-Sandbox von Claude Code geschlossen, die für Nutzer des KI-Modells ein erhebliches Risiko dargestellt hatten. Kritik gibt es nun daran, wie das Unternehmen mit der Behebung der Schwachstellen umging – Rückendeckung kommt hingegen von Claude selbst.

Gefährliche Lücke, aber keine Bekanntmachung

Darüber berichtet aktuell The Register. Eine der von Aonan Guan, bei Wyze Labs für Cloud- und KI-Sicherheit zuständig, entdeckten Schwachstellen ermöglichte es Angreifern, beliebige Inhalte aus der Sandbox – darunter Zugangsdaten, Quellcode und andere private Daten – an frei gewählte Server im Internet zu übertragen.

Die kurz darauf identifizierte zweite Lücke basiert auf einer SOCKS5-Hostname-Null-Byte-Injektion. Diese konnte dazu missbraucht werden, den Allowlist-Filter der Sandbox zu umgehen und Verbindungen zuzulassen, die eigentlich hätten blockiert werden sollen. Besonders kritisch werde die Schwachstelle laut Guan in Kombination mit einer Prompt-Injection: In diesem Szenario könnte ein Angreifer die KI dazu bringen, versteckte Anweisungen auszulesen und anschließend schadhaften Code innerhalb der Sandbox auszuführen. Damit ließen sich letztlich sämtliche Daten exfiltrieren, auf die die Sandbox Zugriff besitzt.

Die Schwachstellen wurden zwar zeitnah von Anthropic geschlossen, allerdings weder mit einer CVE-Kennung noch mit einem anderen konkreten Sicherheitshinweis versehen. Gegenüber The Register erklärte Guan, dies sei bereits das zweite Mal innerhalb von fünf Monaten gewesen, dass Anthropic eine Sandbox-Bypass-Lücke in Claude Code stillschweigend behoben habe. Nach Einschätzung des Sicherheitsexperten habe die Netzwerkgrenze in den rund fünf Monaten zwischen der allgemeinen Verfügbarkeit der Sandbox und Version 2.1.90 für jeden Nutzer, „der Claude Code mit einer Wildcard-Allowlist auf einem System mit Anmeldedaten ausgeführt hat“ faktisch nicht existiert, wie Guan in einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse schreibt.

Unternehmen will die Schwachstelle selbst gefunden haben

Anthropic gab dem Bericht zufolge an, die jüngste Schwachstelle bereits vor Eingang von Guans Meldung entdeckt und behoben zu haben. Laut einem Sprecher findet sich die Korrektur in einem öffentlichen Commit des Sandbox-Runtime-Repositorys, der am 31. März 2026 mit Claude Code 2.1.88 ausgeliefert worden sei. „Jeder kann den Commit einsehen“, erklärte der Sprecher gegenüber The Register. Guan selbst habe seinen Bug-Bounty-Bericht laut Artikel am 3. April 2026 bei HackerOne eingereicht. Da darin eine bereits bekannte und behobene Schwachstelle beschrieben worden sei, habe Anthropic den Bericht als Duplikat eines internen Befunds eingestuft und geschlossen.

Nutzer sollen im Ungewissen gelassen worden sein

Den zeitlichen Ablauf bestreitet Guan nicht, kritisiert jedoch den Umgang von Anthropic mit der schwerwiegenden Schwachstelle. „Das Kernproblem ist, dass es sich um eine Umgehung einer vom Benutzer konfigurierten Netzwerk-Sandbox handelte und es immer noch keinen CVE-Hinweis und keinen Eintrag im Changelog gibt“, wird er in dem Artikel zitiert. Aus seiner Sicht sei es problematischer, eine fehlerhafte Sandbox bereitzustellen als gar keine. „Der Benutzer ohne Sandbox weiß, dass er keine Grenzen hat. Der Benutzer mit einer defekten Sandbox glaubt, dass er welche hat“, erklärt der Experte.

Der bereits im Dezember 2025 von Guan gemeldete und ausführlich dokumentierte Fehler wurde von Anthropic mit der CVE-Kennung CVE-2025-66479 versehen und in Version 0.0.16 behoben. Die Kennung bezieht sich jedoch offenbar ausschließlich auf die Sandbox-Runtime, ein enthaltenes Upstream-Paket, nicht aber konkret auf Claude Code selbst. Auch daran übt Guan Kritik: Nutzern fehle damit die Möglichkeit zu erkennen, ob ihr Coding-Assistent „allow nothing“ möglicherweise als „allow everything“ interpretiere. Guan beantragte daraufhin einen eigenen CVE-Eintrag für Claude Code, was Anthropic jedoch mit der Begründung ablehnte, dass „die Ursache in der Bibliothek liege“.

Claude sah die Schwachstelle ebenfalls als gefährlich an

Trotz seiner Kritik zeigte sich Guan erleichtert darüber, dass Anthropic die Sicherheitslücke inzwischen geschlossen hat. „Manche Anbieter vergeben CVEs, andere nicht“, erklärte der Experte. „Ich denke, beide Ansätze können vernünftig sein, aber die Bekanntmachung ist ein Muss.“ Rückendeckung bei der Einordnung des Gefahrenpotenzials erhielt er ausgerechnet von Claude selbst: Nachdem Guan dem Chatbot dessen eigene Sicherheitslücke gezeigt hatte, antwortete dieser laut einem in der Studie veröffentlichten Screenshot: „Dies ist eine echte Umgehung des Netzwerk-Sandbox-Filters.



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Nvidias Umsatz- und Gewinnsprung: Nvidia wird zum CPU-Schwergewicht, GeForce nur noch „Edge“


Nvidias Umsatz- und Gewinnsprung: Nvidia wird zum CPU-Schwergewicht, GeForce nur noch „Edge“

Es ist Murmeltiertag, schon wieder! Nvidia liefert wie ein Uhrwerk das nächste Rekordquartal ab. Und der Ausblick überzeugt auch dank Vera-CPUs. Denn diese sollen in den kommenden Quartalen massiv zum Umsatz beitragen – und nebenbei auch eine Unmenge an Speicher benötigen. Auch Speicherhersteller frohlocken deshalb heute.

20 Milliarden US-Dollar Umsatz will Nvidia mit der Arm-CPU „Vera“ schon in diesem Geschäftsjahr, das Anfang 2027 endet, erwirtschaften. Den potenziellen Markt (TAM = Total Addressable Market) beziffert das Unternehmen bereits mit 200 Milliarden US-Dollar – bisher profitierte Nvidia von diesem Markt nicht. Mit den geplanten 20 Mrd. US-Dollar bis Anfang 2027 wird Nvidia kurzerhand zu einem oder wenn nicht gar dem größten Anbieter von Prozessoren im Serverbereich.

AMD und Intel erwirtschaften pro Quartal zwar ebenfalls über 5 Milliarden US-Dollar Umsatz in ihren Profisparten, dabei sind aber viele andere Produkte mit involviert, nicht nur CPUs. Selbst wenn es am Ende nicht ganz aufgeht, Nvidia steigt mit 20 Milliarden US-Dollar Umsatz nur mit Vera-CPUs kurzerhand wohl mindestens auf das gleiche Niveau auf.

… und saugt den Speichermarkt leer

Die Folgen sind nicht nur für AMD und Intel absehbar, sondern auch den Speichermarkt und damit auch Notebooks, Smartphones & Co. Vera-Prozessoren nutzen SOCAMM2 auf Basis von LPDDR5X, dieser Markt dürfte komplett leergefegt werden.

Analysten haben im Nachgang des Quartalsberichts bereits erste Rechnungen angestellt, die eine Unmenge an Speicher für Nvidias Vera-CPU sehen. Zusammen mit Vera Rubin entspricht der Bedarf wohl mindestens dem Gesamtmarkt, der sonst für Smartphones adressiert wird. Vor wenigen Tagen gingen Prognosen ohne die offiziellen Zahlen von Nvidia schon in eine ähnliche Richtung, die DRAM-Krise könnte sich deshalb also noch weiter verschärfen.

GeForce verschwindet in Edge Computing

Der Trend zu weit mehr Umsatz mit Profichips lässt Nvidia die Aufschlüsselung im Quartalsbericht ändern: „Gaming“ oder gar „GeForce“ wird nun gar nicht mehr genannt – aber auch „Automotive“ ist komplett entfallen – alles verschwindet in der Zusammenfassung „Edge Computing“.,„That better reflects our current and future growth drivers“, betont der Hersteller. Diese ist am Ende im Finanzbericht kaum drei Zeilen wert, zumal der Fokus auch noch eher auf Blackwell Workstation liegt:

Edge Computing revenue for the first quarter was $6.4 billion, up 29% from a year ago and up 10%
sequentially. The increases were driven by robust Blackwell workstation demand, partially offset by
slower consumer PC demand that was tempered by elevated memory and systems prices.

Nvidia

Wo ist GeForce hin? In „Edge Computing“!
Wo ist GeForce hin? In „Edge Computing“! (Bild: Nvidia)

Spätestens nun ist für jedermann erkennbar, wohin das Unternehmen die kommenden Jahre gehen wird. Die 95 Prozent Umsatzwachstum und 211 Prozent mehr Gewinn kommen schließlich fast ausschließlich aus dem Profigeschäft. Dafür hat Nvidia für die nächsten Quartale Produktionskapazitäten gesichert, die ein weiteres Wachstum einschließt.

Nvidia: Umsätze und Erlöse seit Q1/2006 (Fiskaljahr)

-10.00010.00030.00050.00070.00090.000Millionen US-Dollar

Q1/2006Q3/2006Q1/2007Q3/2007Q1/2008Q3/2008Q1/2009Q3/2009Q1/2010Q3/2010Q1/2011Q3/2011Q1/2012Q3/2012Q1/2013Q3/2013Q1/2014Q3/2014Q1/2015Q3/2015Q1/2016Q3/2016Q1/2017Q3/2017Q1/2018Q3/2018Q1/2019Q3/2019Q1/2020Q3/2020Q1/2021Q3/2021Q1/2022Q3/2022Q1/2023Q3/2023Q1/2024Q3/2024Q1/2025Q3/2025Q1/2026Q3/2026Q1/2027





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Gamemt E5 ModX: Modulares Handheld erstmals in Aktion gezeigt


Gamemt E5 ModX: Modulares Handheld erstmals in Aktion gezeigt

Bild: Gamemt

Im vergangenen April hatte Gamemt das E5 ModX erstmals vorgestellt. Zunächst wirkte die Präsentation wie eine einfache Erweiterung der E5-Reihe des Herstellers. Schnell stellte sich allerdings heraus, dass es sich bei dem Neuling um ein modular aufgebautes Handheld handelt.

Handheld soll komplett auseinander zu nehmen sein

So soll sich bei dem Gerät nicht nur das Display abnehmen lassen, zusätzlich wird auch ein Modul erwartet, das den Handheld in einen Controller für Smartphones verwandeln kann. Dadurch soll sich das E5 ModX sowohl als klassischer Handheld als auch als eigenständiger Controller und sogar als Gerät für den TATE-Modus verwenden lassen. Bereits in der vergangenen Woche tauchten erste Videos auf, die das Gehäuse des Geräts zeigten. Darin waren die Bedienelemente sowie die internen Komponenten vollständig entfernt.

Darüber hinaus wurden Bilder eines Prototyps mit MagSafe-Modul bekannt, auf denen ein iPhone auf dem Gerät aufgelegt war. Dadurch entsteht der Eindruck, dass sich die Controller-Einheit mithilfe eines entsprechenden Moduls erweitern und direkt mit einem Smartphone koppeln lässt.

Für das E5 ModX könnte auch ein MagSafe für ein Smartphone erscheinen
Für das E5 ModX könnte auch ein MagSafe für ein Smartphone erscheinen (Bild: retrohandhelds.gg)

E5 ModX in Aktion

Jetzt hat der X-Account von Royibeila ein weiteres Video veröffentlicht, das den neuen Handheld erstmals im praktischen Einsatz zeigt. Darin wird „God of War“ über PPSSPP, einem kostenlosen Open-Source-Emulator, mit dem sich Spiele der PlayStation Portable (PSP) auf modernen Geräten wie Smartphones, Tablets, PCs oder sogar Fernsehern wiedergeben lassen, auf einem vollständig zusammengebauten Gerät gespielt. Zudem ist zu erkennen, dass das verbaute Display Inhalte mit einer Bildrate von maximal 60 Hz darstellt.

Genügend Leistung trotz älterem SoC

Nach bisherigen Informationen soll im E5 ModX ein 2018 erstmals veröffentlichter und im 12-nm-Verfahren gefertigter MediaTek P60 als Recheneinheit zum Einsatz kommen, der über acht Kerne mit jeweils vier Cortex-A73-Cores mit einem Takt von maximal 2,0 GHz und über vier Cortex-A53-Kerne mit ebenfalls 2,0 GHz Takt verfügt.

Kombiniert mit 3 GB Arbeitsspeicher sowie mindestens 32 GB Speicherplatz für eigene Inhalte soll die Leistung der Retro-Konsole ausreichend sein, um zahlreiche klassische Systeme wie die PlayStation Portable, Segas Dreamcast und Nintendos N64 sowie verschiedene Retro-Computer und Arcade-Automaten emulieren zu können. Die gesamte Hardware soll dabei hinter dem Display untergebracht sein, das lediglich eine Auflösung von 1.024 × 768 Bildpunkten bietet. Royibeila zufolge soll das neue Handheld zudem schon sehr bald erhältlich sein.



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Asus Strix Morph 96 Wireless im Test


ABS-Tastenkappen. Für 150 Euro. Wirklich, Asus? Die Strix Morph 96 antwortet „Ja!“ – und präsentiert im Test am Ende trotzdem Überzeugendes: Eine extreme Ausführung des platzsparenden 96%-Layouts, das die Papierform übertrifft. Läuft gut, macht Spaß. Nachbessern sollte der Hersteller an anderer Stelle.

Eine wesentliche Zutat des Konzepts ist – ROG zum Trotz – das Zusammenstreichen von Gaming-Features. Die weniger breite Feature-Palette, die teureren Asus-Produkten vorbehalten bleibt, erlaubt es dem Hersteller, Ressourcen auf den Rest zu konzentrieren. Den will man bei einer Tastatur eigentlich auch in erster Linie. So wird auch die Strix Morph 96 (schon wieder) „leider geil“ – trotz ABS-Tastenkappen.

  • Saubere Akustik
  • Gute Taster
  • Homogene Abstimmung
  • Funktionale Web-App
  • ABS-Tastenkappen, einfache Beschriftung
  • Anmutung Drehregler & Modus-Taste
  • FN-Taste fest

Die Strix Morph 96 Wireless im Überblick

Was der Strix fehlt, ist das, was eigentlich mehr nett als nützlich ist: 8.000 Hz Abfragerate, aufwändige Sonder-Features wie der zuschaltbare Gasket-Mount einer Azoth Extreme (Test) und das Display, was wiederum Platz für normale Tasten über dem Nummernblock schafft. Um Blicke einzufangen müssen der Strix seitliche Leuchtstreifen reichen.

Der an die linke Seite der Tastatur verlegte Multi-Mode-Drehregler bleibt wiederum. Seine Funktion wechselt ein Taster direkt daneben, er kann so je nach Bedarf die Lautstärke und Tastenhelligkeit regeln, den Medienplayer bedienen, scrollen oder individuell programmiert werden. Dafür sowie für Tasten und LEDs ist die noch junge GearLink-Webapp im Browser zuständig, die ansonsten nur bei der Azoth X verwendet werden kann. Zur Software-Ausstattung gehört außerdem Speed Tap, Asus‘ Shooter-Modus, der unter anderem beim seitlichen Ausweichen unterstützt.

Daten überträgt die Strix-Tastatur auch an Mac-Rechner, eine entsprechende Tastenkonfiguration ist hinterlegt, der Anschluss erfolgt per Kabel, Bluetooth oder 2,4-GHz-Funk mit einer Laufzeit laut Hersteller von 590 Stunden im 2,4-GHz-Modus ohne Hintergrundbeleuchtung. Mit Tastenbeleuchtung werden daraus 100 Stunden und damit gut ein Sechstel. Bei einer Bluetooth-Verbindung kann die Strix Morph 96 bis zu 750 respektive 110 Stunden ohne Laden verwendet werden. Auf dem Papier bleibt die Strix damit deutlich hinter ihren teureren Brüdern. Im Alltag tippt sie aber definitiv lange genug.

Taster: Gewusst wie

Angeboten wird die Tastatur in Deutschland ausschließlich mit linearen NX Snow der zweiten Generation. Die leichtgängigen Taster machen eine gute Figur und sind ein wesentlicher Grund, warum die Papierform wenig Aussagekraft hat.

So tippen NX Snow

Taster kann Asus, das war unter anderem schon in der Falchion RX Low Profile (Test) so. NX Snow agieren dank neuer Polyketon-Stempel geschmeidig und präzise, aber auch agil. Der Eindruck entsteht durch den reduzierten Hub und den etwas vorverlegten Auslösepunkt, aber auch eine ordentlich zurückdrückende Feder. Ein weiterer Baustein, der noch ein wenig mehr „Zackigkeit“ verspricht, ist der übereinandergelegte Signal- und Rücksetzpunkt. Der Taster muss damit nach dem Auslösen für die nächste Eingabe nur eine Winzigkeit anstatt einer Mini-Keit angehoben werden. Die neue Taster-Variante soll zudem mit mehr alternativen Tastenkappen kompatibel sein.

So treffen die NX Snow einen Sweet Spot. Sie fühlen sich recht leichtgängig, aber auch kontrollierbar und präzise an. Dazu kommt eine durch ein neues POM-Gehäuse recht tiefe „Thocky“ Akustik mit einem soliden Soundprofil, die Anschläge hörbar, aber nicht nervig-präsent hervorhebt. Das alles ist nicht übertrieben „Game-y“ mit lautem Plopp, sondern tatsächlich gut und universell abgestimmt.

Die Extra-Caps sehen gut aus, fühlen sich aber anders an
Die Extra-Caps sehen gut aus, fühlen sich aber anders an
Asus ROG NX Snow V2
Asus ROG NX Snow V2 (Bild: Asus)

Für die Tastenkappen nutzt Asus jedoch lediglich ABS-Kunststoff in einfacher Wandstärke und mit Infill-Beschriftung, die sich bei längerem Einsatz verfärben kann. Beim Austausch der Kappen braucht man für die Stabilisatoren separate Halter oder die angefügten, wie an der Leertaste ersichtlich. Warum? Der Vorteil der verwendeten Drahtbügel-Lösung ist, dass der Widerstand der stabilisierten Taste zum Preis etwas größerer Beweglichkeit kaum verändert wird.

Beleuchtung im Tastenbett

Da die dünnwandigen Tastenkappen der Strix kein Licht passieren lassen, leuchten die unterhalb der Taster („South Facing“) platzierten LEDs das Tastenbett aus. Ausnahme sind die alternativen, durchsichtigen Tastenkappen mit technischem Strix-Design. Maximale Helligkeits-Settings führen hier schnell zu Blendeffekten.

Wie alle volltransparenten Kappen bestehen sie aus Polycarbonat, das eine sehr glatte Oberfläche besitzt. Sie fühlt sich dadurch rutschig an, was jedoch erst dann eine Rolle spielt, wenn Finger regelmäßig auf den entsprechenden Tasten aufliegen – was sie bei Eingabe- und Escape-Taste nie tun. Stilistisch unterstreichen die Kappen als Akzent dafür vor allem mit oranger Beleuchtung das technisch angehauchte Strix-Design: Der dezente Blickfang steht der Tastatur gut zu Gesicht und schafft kleine Hingucker.

Tastenkappen lassen kein Licht durchscheinen
Tastenkappen lassen kein Licht durchscheinen
Ausnahme sind die völlig transparenten Extra-Tastenkappen
Ausnahme sind die völlig transparenten Extra-Tastenkappen
Die seitliche Beleuchtung bleibt quasi unsichtbar
Die seitliche Beleuchtung bleibt quasi unsichtbar

Alltag & Akustik

Akustisch gefällt die Strix. Mit dem Layout muss man sich jedoch anfreunden können, es ist keine Lösung für jedes Bedürfnis.

Akustik: Gediegenes Klacken

Dass nur zwei statt den drei oder fünf Lagen Schalldämpfung der Azoth-Serie in Form von Schaumstoff- und Silikoneinlagen verwendet werden, macht sich nur geringfügig bemerkbar. Dafür bleibt das Aluminium-Oberteil mit Kunststoff-Unterbau. Der Verzicht auf Vollmetall muss bei sorgsamem Design kein prinzipieller Nachteil sein, wie etwa die Sony Inzone KBD-H75 (Test) zeigt, ist aber auf jeden Fall ein deutlicher Vorteil gegenüber reinem Kunststoff und erleichtert die Schaffung eines gehobenen Klangprofils.

Asus Strix Morph 96 Wireless (NX Snow V2)

Aufbau der Strix Morph 96 Wireless
Aufbau der Strix Morph 96 Wireless (Bild: Asus)

Das gelingt Asus. Für recht gleichmäßigen Klang sorgen Schaumstoff-Polster unter großen Tasten zur Reduzierung des Volumens, dazu kommen eine Anschläge und Akustik dämpfende Polycarbonat-Plate sowie flachere, also im Volumen verkleinerte Tastenkappen. Sie leisten ganze Arbeit. Der Wechsel auf dicke PBT-Kappen nimmt den „Thack“ am Anschlag aus der Tastatur und färbt das Klangbild tiefer. Die gleiche Wirkung hat der Austausch der Taster auf Gateron G Pro 3.0. Wer mag, kann die Tastatur weiter modifizieren: Der Alu-Rahmen ist seitlich verschraubt, die Tastatur lässt sich von oben demontieren.

Im Vergleich mit anderen Tastaturen trifft Asus einen guten Mittelweg. Die Strix hat klare, differenzierbare Anschlagsgeräusche ohne sie übermäßig präsent oder lärmend werden zu lassen. Akustisch gefällt sie damit besser als etwa eine Keychron K2 HE aber auch eine teurere Keychron Q5 Max (Test), die metallischen Hall nicht immer eliminiert, oder eine viel stärker „ploppende“ Monsgeek M1 V5, die stärker Richtung „Gaming“-Klang getrimmt ist. Auch Corsairs teurere Vanguard Pro 96 (Test) lässt Asus hinter sich, sie klingt weniger hallig und produziert vollere Töne – ein Produkt des umschließenden Gehäuses.

Alltag: Das Layout im Blick

Die Güte des Layouts entpuppt sich im Alltag als bedürfnisabhängig: Wer eher Funktionstasten als Nummernblock benötigt, wird mit einem 75%- oder einem herkömmlichen 96%-Layout besser zurechtkommen, bei dem Funktionstasten zwischen Buchstaben- und Nummernblock liegen.

Optimieren lässt sich teils selbst. Funktionen und Tastenkappen zu tauschen und „Entfernen“ auf Pos1 zu legen ergibt im eigenen Szenario Sinn. Die am häufigsten genutzte Taste lässt sich dann am einfachsten „finden“. Wünschenswert wäre zudem etwas mehr Abstand zu den Pfeiltasten. Seitlich werden sie ein wenig separiert, nach oben jedoch noch nicht.

Die Position des Drehrades passt, die Anmutung nicht
Die Position des Drehrades passt, die Anmutung nicht

Diese Tasten erfordern eine Neupositionierung des Drehreglers. Seitlich lässt er sich ebenfalls gut greifen. Berufsmäßig gemeckert würde etwas größerer Abstand zum Gehäuse nach oben die Nutzung verbessern. Funktional ist auch der Mehrfunktionen-Modus, den Asus über Status-LEDs visualisiert.

Trotzdem macht der Regler keinen Spaß, denn die Anmutung entspricht keinesfalls derjenigen, die einem dreistelligen Preisbereich zuzurechnen wäre. Ein ziemlich klappriges Rad mit Kunststoff-Haube gehört nicht an eine 150-Euro-Tastatur. Richtig machen oder weglassen bitte.

Software: Als Anfang okay

Zur Konfiguration nutzt auch Asus eine Web-App. Gear Link kommt mit solidem Fundament für die Konfiguration der Tastatur.

FN-Belegungen von Asus sind allerdings ebenso wie die Position der FN-Taste weiterhin fest vorgegeben. Eine Möglichkeit zum Export von Profilen fehlt ebenso, Backups gibt es nicht. In den meisten Fällen dürfte das kaum ein Hindernis sein. Im Hinterkopf bleibt aber, dass eine quelloffene Lösung mehr kann und auch für weit weniger Geld verwendet wird.

Fazit

Die Asus Strix Morph 96 überzeugt als Gesamtpaket. Eine wesentliche Zutat des Konzepts ist – ROG zum Trotz – tatsächlich das Zusammenstreichen von Gaming-Features. Die weniger breite Feature-Palette, die teureren Asus-Produkten vorbehalten bleibt, erlaubt es dem Hersteller, Ressourcen auf den Rest zu konzentrieren. Den will man bei einer Tastatur eigentlich auch in erster Linie. So wird auch die Strix Morph 96 (schon wieder) „leider geil“ – trotz ABS-Tastenkappen.

Auf dem Papier müsste man die Tastatur eigentlich genau deshalb direkt aussortieren. ABS-Tastenkappen für rund 150 Euro gehen eigentlich nicht, der klapprige Drehregler ebenso und die Web-App Asus Gear Link hat noch etwas Feature-Bedarf. Als Paket überzeugt die Strix Morph 96 aber durch ihren Alltagsnutzen.

Die wohlgeformte Akustik und richtig guten Taster sind dafür in erster Linie verantwortlich, dazu eine ungewöhnliche, aber nicht aufdringliche Optik. Das erzeugt im Gesamtpaket eine besseren Eindruck als man meinen möchte. Am Ende vermisst man nichts, vor allem nicht dem Gaming-Tand, den Asus einfach wegstreicht.

Besser als die Papierform: Die Strix 96 fühlt sich stimmig an
Besser als die Papierform: Die Strix 96 fühlt sich stimmig an

Passt also, diese Strix Morph 96, und stellt die Frage, wo der große Mehrwert im Luxus-Segment eigentlich ist. Bei Corsair gibt es das 96%-Format mit analoger Technik, aber hellerem Klang für mehr Geld, wahlweise mit flachen Tasten für sehr viel „Mehrgeld“. Keychron bietet mehr Material und bessere Software, aber auch hier für einen Aufpreis. Darin liegt am Ende die größte Stärke der Tastatur: Nichts ist alternativlos, für die rund 150 Euro liefert Asus aber eine Menge Premium-Feeling im Alltag für einen hohen, aber nicht gigantischen Preis. Emotional ist das einfach rund.

  • Saubere Akustik
  • Gute Taster
  • Homogene Abstimmung
  • Funktionale Web-App
  • ABS-Tastenkappen, einfache Beschriftung
  • Anmutung Drehregler & Modus-Taste
  • FN-Taste fest

ComputerBase hat die Strix Morph 96 Wireless von Asus leihweise zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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