Apps & Mobile Entwicklung
Wegen angeblicher Hintertüren: China soll Entwickler auffordern, Claude Code zu deinstallieren

Chinas Nationale Schwachstellendatenbank (CNVDB) warnt Entwickler vor mehreren Versionen von Claude Code und empfiehlt, diese umgehend zu deinstallieren oder zu aktualisieren. Als Begründung nennt die Behörde angeblich integrierte Mechanismen zur Erfassung und Übermittlung sensibler Nutzerdaten.
Systeme sollten überprüft werden
Wie The Register berichtet, betrifft die Warnung die Versionen 2.1.91 vom 2. April 2026 bis einschließlich 2.1.196 vom 29. Juni 2026. Diese sollen laut der CNVDB über eine als „Backdoor-Code“ bezeichnete Funktion verfügen, die ohne Zustimmung der Nutzer Informationen wie Standort- und Identitätsdaten erfassen und an externe Server übermitteln könne.
Aus diesem Grund fordert die Behörde Unternehmen und Entwickler auf, ihre Systeme umfassend zu überprüfen. Betroffene Installationen sollen deinstalliert oder auf eine aktuelle Version aktualisiert werden, in der der beanstandete Code entfernt worden sein soll. Darüber hinaus empfiehlt die CNVDB strengere Kontrollen externer Zugriffsrechte sowie eine intensivere Überwachung des Netzwerkverkehrs von Entwicklungswerkzeugen.
Schutzmechanismus mit Hintertür verwechselt?
Unklar ist, ob es sich bei den beanstandeten Funktionen um die von Anthropic in Claude Code eingeführten Schutzmechanismen gegen sogenanntes Model Distillation handelt. Dabei versuchen konkurrierende KI-Unternehmen, leistungsfähigere Modelle nachzubilden, indem sie deren Antworten zum Training eigener Systeme verwenden.
Laut Claude-Code-Ingenieur Thariq Shihipar wurden die Schutzmaßnahmen allerdings nach aufkommender Kritik Anfang Juni überarbeitet und der betreffende Mechanismus schließlich mit Version 2.1.198, die am 1. Juli 2026 veröffentlicht wurde, vollständig entfernt.
Anspannung wächst
Die Warnung der chinesischen Behörden reiht sich in eine Serie wachsender Spannungen zwischen Anthropic und China ein. Zuletzt hatte der KI-Spezialist dem E-Commerce-, Technologie- und Einzelhandelskonzern Alibaba öffentlich vorgeworfen, Iterationen von Claude zur Verbesserung eigener KI-Modelle genutzt zu haben.
Laut einem von Reuters eingesehenen Schreiben an zwei US-Senatoren soll es sich dabei um den bislang größten Angriff auf Anthropics KI-Systeme handeln. Einem Bericht der South China Morning Post (Paywall) zufolge hat Alibaba seinen Mitarbeitern die Nutzung von Claude inzwischen untersagt. Als Begründung werden auch hier insbesondere Sicherheitsbedenken angeführt.
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Informationsfreiheitsgesetz: Auch SPD-Fraktion positioniert sich klar gegen Änderungen
Der Widerstand gegen die von der Bundesregierung geplanten Änderungen am Informationsfreiheitsgesetz (IFG) nimmt zu. Nach Kritik aus Zivilgesellschaft, Medien und Behörden stellt sich nun auch ein großer Teil der SPD-Bundestagsfraktion gegen die vorgesehenen Einschränkungen. Somit wächst auch der Druck auf die Koalition.
Kritik nun auch aus dem Inneren
Der politische Konflikt um die geplanten Änderungen am Informationsfreiheitsgesetz verlagert sich zunehmend in die Regierungskoalition. Nachdem sich bereits über 110 zivilgesellschaftliche Organisationen, Medienverbände in einem offenen Brief sowie zahlreiche Behörden kritisch zu den Plänen der schwarz-roten Bundesregierung geäußert hatten, positionieren sich nun auch Innen-, Digital- und Rechtspolitiker der SPD-Bundestagsfraktion klar gegen eine Einschränkung der bestehenden Informationsrechte. In einem Positionspapier, das Netzpolitik.org im Volltext vorliegt, stellen sie unmissverständlich klar, dass die SPD-Fraktion einer Absenkung des bisherigen Transparenzniveaus nicht zustimmen werde.
In dem Papier spricht sich die SPD-Bundestagsfraktion ausdrücklich dafür aus, die bestehenden Auskunftsansprüche für Bürger, Presse und Zivilgesellschaft zu erhalten. Zwar halten die Verfasser eine Überprüfung einzelner Veröffentlichungspflichten im Bereich kritischer Infrastrukturen für denkbar, sehen darin jedoch keinen Anlass, das Informationsfreiheitsgesetz grundsätzlich einzuschränken. Nach ihrer Auffassung enthält das Gesetz bereits heute ausreichende Regelungen zum Schutz staatlicher Sicherheitsinteressen, die sich seit rund zwanzig Jahren bewährt hätten.
Gegenstimmen werden immer lauter
Damit kommt nun auch aus den eigenen Reihen deutliche Kritik an den Plänen auf, die der Koalitionsausschuss am 2. Juli vorgestellt hatte. Nach Einschätzung zahlreicher Kritiker kämen diese einer faktischen Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes gleich und hatten deswegen innerhalb kürzester Zeit eine breite Protestwelle ausgelöst. So ist unter anderem eine von FragDenStaat initiierte Petition innerhalb nur weniger Stunden von 413.000 auf über 429.000 Unterzeichner gestiegen, wobei die Stimmen weiterhin im Sekundentakt zunehmen. Auch die Bundesdatenschutzbeauftragte sowie die Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten lehnen die Vorschläge mit aller Deutlichkeit ab.
Parallel zu den bisherigen Aktionen hat die Digitalorganisation D64 die Kampagne „Rettet das Informationsfreiheitsgesetz!“ gestartet. Sie soll Parteimitglieder von SPD und Union mit Musteranträgen dabei unterstützen, innerhalb ihrer Parteigliederungen Positionen gegen die geplanten Gesetzesänderungen einzubringen.
Bundesregierung auch international in der Kritik
Auch international wächst die Kritik an den Plänen der Bundesregierung. So fordert unter anderem die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch die Bundesregierung auf, die vorgesehenen Änderungen zurückzunehmen. Nach Auffassung der Organisation gefährden sie grundlegende Menschenrechte und schwächen Transparenz sowie die Beteiligung der Öffentlichkeit in einer rechtsstaatlichen Demokratie.
Damit wächst der Druck auf die Bundesregierung weiter, die geplanten Änderungen zu verwerfen. Ob das Vorhaben in seiner bisherigen Form überhaupt umgesetzt werden kann, erscheint zunehmend fraglich.
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Reader’s Choice Awards: Bester SSD- und bester HDD-Hersteller 2026

ComputerBase ruft zum dritten Mal die Reader’s Choice Awards aus. Welcher SSD- und welcher HDD-Hersteller ist dieses Jahr euer Favorit und konnte euch mit seinen M.2-, 2,5- oder 3,5-Zoll-Laufwerken am meisten überzeugen? Ihr entscheidet, welcher Hersteller den Preis erhält und sich mit eurer Auszeichnung schmücken darf.
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Fokus verstärkt auf eigene Modelle: Microsoft will Kosten im KI-Bereich weiter drastisch senken

Microsoft treibt die Integration eigener KI-Modelle in seine Software-Produkte weiter voran und ersetzt schrittweise bislang genutzte Modelle von OpenAI und Anthropic. Im Fokus stehen nicht nur Maßnahmen zur Senkung der hohen Kosten, mit denen auch der Konzern zu kämpfen hat, sondern auch die Verringerung von Abhängigkeiten.
Eigene Modelle als umfassende Lösung gegen zu hohe Kosten und Abhängigkeit
Das bedeutet unter anderem, dass sich Microsoft zunehmend von externen KI-Anbietern lösen und den Fokus verstärkt auf eigene Entwicklungen legen will. Einem Bericht von Bloomberg zufolge verarbeitet der Software-Konzern inzwischen bereits jede Woche Zehntausende KI-Anfragen in Excel und Outlook über die hauseigenen Microsoft-KI-Modelle. Dabei handelt es sich um eine Modellfamilie, die Microsoft vollständig eigenständig und unabhängig von OpenAI oder anderen Partnern entwickelt hat. Bislang kamen für solche Anfragen überwiegend Modelle von OpenAI und Anthropic zum Einsatz.
Hintergrund der neuen Offensive ist der hohe finanzielle Aufwand für Entwicklung, Betrieb und Nutzung moderner KI-Modelle. Derzeit entfällt zwar erst ein kleiner Teil der Anfragen auf die eigenen Lösungen, ihr Anteil soll in den kommenden Jahren jedoch kontinuierlich steigen, während die Nutzung externer Modelle schrittweise zurückgehen soll – so zumindest die langfristige Strategie des Unternehmens. Vollständig verzichten wird Microsoft auf die Produkte der Konkurrenz allerdings noch längere Zeit nicht können.
Bereits im März dieses Jahres gab es erste Hinweise seitens Microsoft, dass die Ausgaben für Anthropic und OpenAI durch einen verstärkten Einsatz der eigenen MAI-Modelle reduziert werden sollen. Gegenwärtig profitiert das Unternehmen noch von vergünstigten Konditionen im Rahmen der langjährigen Partnerschaft mit OpenAI. Da diese Vorteile jedoch nicht dauerhaft garantiert sind, arbeitet Microsoft daran, sich langfristig unabhängiger von den Preisentscheidungen externer KI-Anbieter zu machen.
Erste Lösungen vorgestellt
Bereits Anfang Juni hatte Microsoft auf seiner jährlichen Entwicklerkonferenz „Build“ sieben neue KI-Modelle vorgestellt, darunter unter anderem einen Coding-Assistenten, der nach Angaben des Unternehmens eine ähnliche Leistung wie das frühere Anthropic-Modell Opus 4.6 erreicht, dabei jedoch deutlich kostengünstiger arbeiten soll und inzwischen auch innerhalb von GitHub Copilot zum Einsatz kommt. Ebenfalls vorgestellt wurden die MAI-Image-2.5-Modelle für die Text-zu-Bild-Generierung sowie ein selbst entwickeltes Modell für Transkriptionsaufgaben in Microsoft Teams und weiteren Produkten. Damit soll der Einsatz eigener KI-Technologie innerhalb des Microsoft-Ökosystems weiter ausgebaut werden.
Auch chinesische KI-Modelle Teil der Gedankenspiele
Die steigenden Kosten sorgen branchenweit für Unzufriedenheit. Laut dem Bericht prüfen einige Unternehmen inzwischen sogar den Einsatz chinesischer KI-Modelle, da diese als kostengünstigere Alternative für agentische KI-Anwendungen gelten. Auch Microsoft soll über den Einsatz einer selbst gehosteten DeepSeek-Variante nachdenken. Den grundsätzlichen Überlegungen stehen allerdings weiterhin erhebliche Bedenken hinsichtlich möglicher Sicherheits- und Datenschutzrisiken gegenüber.
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