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Künstliche Intelligenz

Wenn das Handynetz ausfällt: Kommunikation im Notfall per Funk oder Satellit


Das Handy geht nicht mehr und das Festnetz gibt keinen Laut mehr von sich. Aber wie kommuniziert man dann?

Bei einem großen Blackout fallen mit großer Sicherheit auch Festnetztelefone sowie Handys flächendeckend aus. Doch was macht man eigentlich, wenn das Festnetz und das Mobilfunknetz schlichtweg nicht mehr funktionieren? Wie kommuniziert man dann mit seinen Freunden, Nachbarn und Verwandten oder dem sogenannten Helferkreis?

Lösungen wie CB- und Handfunkgeräte oder sogar Satellitentelefone erlauben über kurze wie auch große Entfernungen die Verständigung. Worauf man achten sollte, erklären wir in diesem Ratgeber.

Was ist ein Helferkreis?

Gemeinsam ist man stärker. Tritt eine Krise ein, kommt diese Erkenntnis oft zu spät. Daher ist es sinnvoll, frühzeitig mit Gleichgesinnten in der Umgebung zu sprechen und festzulegen, was im Notfall nötig ist und wer welche Aufgaben übernimmt.

Kommunikation ist dabei ein Faktor, der häufig übersehen wird. Da ist die Krankenhausschwester oder der Pfleger, der weiß, wie Erste Hilfe funktioniert, der Landwirt mit schwerem Gerät und zupackenden Leuten oder diejenige oder derjenige, der kochen, die Kinder hüten oder die Tiere versorgen kann. Wenn diese Leute aber nicht mehr „normal“ kommunizieren können, dann ist guter Rat teuer.

Natürlich kann ein Melder losgeschickt werden, aber das dauert manchmal zu lange. Einfache Funkgeräte kosten nicht viel, funktionieren mit handelsüblichen Batterien oder mit Akkus – warum besorgt man sich so etwas nicht und verteilt die Geräte strategisch in seiner Helfergruppe? Nachteilig sind die geringen Reichweiten im urbanen Gelände, doch es gibt noch weitere Funkstandards.

CB-Funk – das gibt es noch

Viele erinnern sich an die CB-Funker der 1970er- und 1980er-Jahre, die mit großen Antennen auf Autos und Lkws unterwegs waren. Der CB-Funk existiert hierzulande bis heute, die Geräte sind jedoch deutlich kompakter geworden und erinnern teils an frühe Mobiltelefone.

CB-Funk steht für „Citizens Band Radio“ und wird häufig als Jedermannfunk bezeichnet. Auf den offenen Kanälen kann grundsätzlich jeder mit jedem kommunizieren, alle Teilnehmer können mithören. Neben Sprachfunk sind auch einfache Formen der Datenübertragung möglich, die jedoch weder in Reichweite noch Geschwindigkeit mit modernen Mobilfunktechniken vergleichbar sind. Für den Einstieg ist der reine Sprachfunk unkompliziert. Es gibt tragbare Handgeräte, stationäre Geräte für den Heimgebrauch sowie fest im Fahrzeug verbaute Funkgeräte.

Eine Reichweitenvergrößerung ist im CB-Funk nicht durch automatische Relaisstationen möglich, da solche nicht zulässig sind. In Notfällen können jedoch andere Funkstationen Funksprüche manuell aufnehmen und weiterleiten, um Hilferufe über größere Entfernungen zu verbreiten.

Alle in Deutschland verwendeten CB-Funkgeräte müssen den geltenden technischen Standards entsprechen. Dies wird durch eine Konformitätserklärung des Herstellers sowie ein CE-Kennzeichen dokumentiert.

CB-Funk ist nicht mit dem Amateurfunkdienst zu verwechseln. Für den Amateurfunk ist ein entsprechendes Funkzeugnis erforderlich, dafür sind deutlich größere Reichweiten bis hin zur weltweiten Kommunikation möglich. Der Sprachgebrauch im CB-Funk orientiert sich teilweise am Amateurfunk, etwa durch die Verwendung von Q-Codes. Viele dieser Abkürzungen und Begriffe sind in einschlägiger Fachliteratur dokumentiert, etwa im Buch von Wolf Siebel: CQ, QRX & Co. Abkürzungen und Codes im Funkverkehr (ISBN-10: ‎3896320181). In Notsituationen treten formale Regeln jedoch in den Hintergrund.

PMR-Handfunkgeräte

Wem das CB-Funksystem nicht zusagt, kann auf Handfunkgeräte nach dem Standard PMR446 zurückgreifen. PMR steht für „Personal Mobile Radio“ oder „Private Mobile Radio“ und ist eine genehmigungs- und gebührenfreie Jedermann-Funkanwendung.

Die praktische Reichweite liegt im urbanen Umfeld meist bei wenigen Hundert Metern, im freien Gelände sind unter günstigen Bedingungen Entfernungen von bis zu zwei bis drei Kilometern möglich. PMR446 wird sowohl analog als auch digital genutzt. Auch hier gilt: Die Geräte müssen eine Konformitätserklärung besitzen, mit einem CE-Kennzeichen versehen sein und eine Bedienungsanleitung enthalten.

PMR-Funkgerät von Simvalley

Ein Vorteil von PMR-Handfunkgeräten ist die einfache Gruppenkommunikation. Viele Modelle unterstützen Funktionen wie Rauschsperren, CTCSS/DCS-Codes oder digitale Filter, mit denen sich fremde Funkteilnehmer ausblenden lassen. Eine echte Prüfung, ob ein Kanal tatsächlich frei ist, ist jedoch nur bei digitalen Verfahren zuverlässig möglich. Wie bei allen Funksystemen empfiehlt es sich, sich vor dem Ernstfall mit der Bedienung der Geräte vertraut zu machen.

Neben PMR446 existiert in Deutschland mit Freenet eine weitere genehmigungsfreie Funkanwendung. Freenet arbeitet im Frequenzbereich von 149,021875 bis 149,115625 MHz und stellt sechs analoge sowie zusätzliche digitale Kanäle bereit. Die erlaubte Sendeleistung beträgt grundsätzlich 1 Watt. Lediglich in einem zehn Kilometer breiten Streifen entlang der Grenzen zu Polen und Belgien ist sie auf 0,5 Watt begrenzt.

Freenet eignet sich für die lokale Kommunikation im Nahbereich. Reichweiten von etwa ein bis zwei Kilometern sind realistisch, von erhöhten oder exponierten Standorten aus sind auch größere Entfernungen möglich. Einen guten Startpunkt bietet die Website Funkfieber.com und der angeschlossene Youtube-Kanal.

Amateurfunk – wirklich nur im Notfall nutzen

In extremen Ausnahmesituationen kann theoretisch § 34 StGB („rechtfertigender Notstand“) greifen, wenn der unerlaubte Betrieb eines Funkgeräts das einzige verfügbare Mittel zur Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben darstellt. Eine solche Nutzung ist jedoch rechtlich eng begrenzt und stellt keine allgemeine Erlaubnis dar.

In der Praxis sollte der Amateurfunk daher ausgebildeten Funkamateuren vorbehalten bleiben. Diese können im Katastrophenfall mit ihrer Erfahrung, geeigneter Technik und Kenntnis der Betriebsverfahren Rettungskräfte und Hilfsorganisationen effektiv unterstützen.

Satellitenkommunikation – wenn es ganz weit gehen muss

Bei den bisher genannten Anwendungen zeigt sich ein zentrales Problem: die begrenzte Reichweite. Zwar ist es im Alltag selbstverständlich, mit dem Telefon große Distanzen zu überbrücken. In einer Notlage innerhalb Deutschlands steht das meist nicht im Vordergrund – dennoch kann der Kontakt zu weit entfernten Angehörigen wichtig sein. Dafür eignen sich Satellitentelefone.

Kommunikation ist allerdings nur möglich, wenn das Gegenüber ebenfalls ein Satellitentelefon nutzt oder sich in einem Gebiet mit funktionsfähigem Festnetz- oder Mobilfunkanschluss befindet. Viele Geräte bieten zudem eine SOS-Taste, über die Standortdaten und eine Textnachricht an eine internationale Notrufzentrale gesendet werden, die anschließend Hilfe koordiniert.

Es ist nicht zwingend erforderlich, ein teureres Satellitentelefon zu kaufen. Apple bietet seit dem iPhone 14 einen eigenen Satellitendienst an. Käufer unterstützter iPhones können den Service zunächst für zwei Jahre kostenlos nutzen. Der Dienst ist inzwischen in zahlreichen Ländern verfügbar, darunter ganz Westeuropa sowie Deutschland, Österreich und die Schweiz.

In Gebieten ohne Mobilfunkempfang können iPhone-Nutzer darüber Notrufe per Satellit absetzen und Rettungsleitstellen per Textnachricht kontaktieren. Zudem lässt sich der eigene Standort manuell über die Satellitenverbindung an Familie und Freunde übermitteln. Sprach­telefonie und allgemeines Messaging per Satellit unterstützt Apple bislang jedoch nicht.

Apple iPhone 16 Pro

Weitere vollwertige Alternativen gibt es in Deutschland kaum. Mit dem Cat S75 existierte zwar ein Outdoor-Handy mit SOS-Funktion und Kurznachrichten per Satellit, der Hersteller Bullitt Group ist jedoch seit 2024 insolvent.

Der Bullitt Satellite Messenger ist trotz der Insolvenz der Bullitt Group weiterhin nutzbar. Der Satellitenmessaging-Dienst wurde Anfang 2024 aus dem insolventen Unternehmen ausgegliedert und wird seither von RCD 2023 Limited betrieben. Nach Angaben des Betreibers laufen Dienst und bestehende Abonnements unverändert weiter. Unterstützt werden unter anderem das Cat S75 sowie der Motorola Defy Satellite Link, die über das Satellitennetz von Skylo Textnachrichten und SOS-Funktionen ermöglichen. Wie sich das Angebot langfristig entwickelt, bleibt offen, da RCD 2023 Limited selbst keine Endgeräte anbietet und der Dienst von der weiteren Unterstützung kompatibler Hardware abhängt.

Das Samsung Galaxy S25 Ultra unterstützt Satellitenkommunikation zwar theoretisch, die Funktion ist hierzulande bislang nicht verfügbar. Das Google Pixel 9 bietet ebenfalls Satelliten-SOS und -Messaging. Entsprechende Dienste werden seit Ende 2025 in Deutschland gemeinsam mit der Telekom schrittweise erprobt, sind aber bisher nicht flächendeckend verfügbar.

Eine Nachrüstlösung ist der Motorola Defy Satellite Link ab knapp 100 Euro. Dieser nutzt ebenfalls das Bullitt Satellite Messenger. Per USB-C schließt man ihn wie einen Dongle an das Smartphone. Das Gerät selbst hat kein eigenes Display und kommuniziert über eine App von Bullitt, die per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden ist.

Der Defy Satellite Link ist mit GPS ausgestattet. Es kann also auch ohne Smartphone genutzt werden. Ein mehrsekündiges Drücken der SOS-Taste löst ein Notsignal aus. Das Gerät ist leicht und kompakt und bietet eine IP68-Zertifizierung für Staub- und Wasserschutz.

Motorola Defy Satellite Link

Die Satellitenverbindung des Defy Satellite Link funktioniert nur zuverlässig in offenen Gebieten bei freiem Himmel. Der Aufbau kann in dichtem Wald oder Schluchten länger dauern. Die Bullitt-App ermöglicht Konfiguration und Messaging über Mobilfunk, WLAN oder Satellitenverbindung, weist jedoch Schwächen wie Übersetzungsfehler und Funktionseinschränkungen auf.

Insgesamt bietet der Motorola Defy Satellite Link eine solide Einstiegslösung in die satellitengestützte Nachrichtenkommunikation, insbesondere in offenen Gebieten mit freier Sicht zum Himmel. Der Gerätepreis ist konkurrenzfähig, und beim Bundle ist ein Basis-Tarif inklusive SOS-Funktion für ein Jahr im Kaufpreis enthalten. Nach Ablauf dieses Zeitraums fallen laufende Kosten an, deren Höhe vom gewählten Tarif abhängt. Die Preise beginnen bei rund 5 Euro pro Monat für 30 Nachrichten und reichen – je nach Tarifstufe – bis zu etwa 30 Euro pro Monat für 400 Nachrichten.

Der Defy Satellite Link ist damit vor allem für Outdoor-Aktivitäten geeignet, bei denen gelegentlich Textnachrichten oder Notrufe per Satellit benötigt werden, nicht jedoch als vollwertiger Ersatz für ein Satellitentelefon. Weitere Erfahrungen mit dem Gerät schildern die Kollegen von Mac & i.

Alternativ gibt es GPS-Navigationsgeräte mit Satellitenfunktion wie das Garmin Inreach Mini 2 für 289 Euro. Es kann zwar nicht telefonieren, aber über das Iridium-Netzwerk Kurznachrichten verschicken, einen Notruf absetzen und den Standort übermitteln. Neben dem Gerätepreis fallen allerdings je nach Tarif monatliche Gebühren von 15 bis 20 Euro für den Iridium-Dienst an. Jahresverträge sind 20 Prozent günstiger. Auch Wettervorhersagen für die aktuelle Position oder für andere Wegpunkte oder Ziele der Route können angefordert werden.

Echte Satellitentelefone sind kostenintensiv und bewegen sich im vierstelligen Bereich. Das Iridium 9575 sowie 9555 kann sich mit dem internationalen Zentrum für Nothilfe-Koordination IERCC verbinden, das dann Helfer vor Ort versucht zu kontaktieren. Es gibt sowohl Prepaid als auch Vertrags-SIM-Karten. Beim Prepaid-Modell hat das Guthaben eine zeitliche Begrenzung.

Das Inmarsat Isatphone 2 ist zwar etwas größer als die Iridium-Modelle, enthält aber eine kostenlose Prepaid-SIM-Karte. Wie schnell Gespräche aufgebaut werden, hängt vom Standort des Nutzers ab. Das Isatphone 2 ist stoß-, staub- und spritzwassergeschützt. Damit lassen sich Telefonate, aber auch Textnachrichten und E-Mails versenden. Auch hier darf eine SOS-Funktion nicht fehlen. Derzeit ist das Gerät leider vergriffen.

Internet aus dem All

Starlink ist ein Satelliten-Internetdienst von SpaceX, der auf tausenden Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn basiert. Anders als klassische geostationäre Systeme kreisen diese in einer Höhe von etwa 550 km, was geringere Latenzen und höhere Datenraten ermöglicht. Die Satelliten sind untereinander vernetzt und kommunizieren mit Bodenstationen sowie den Endgeräten der Nutzer.

Für die Nutzung benötigen Privatkunden ein Starlink-Terminal mit elektronisch gesteuerter Antenne und Router. Das System richtet sich automatisch aus und verbindet sich mit verfügbaren Satelliten, sofern freie Sicht zum Himmel besteht. Die Installation ist vergleichsweise einfach, setzt jedoch einen geeigneten Standort etwa auf dem Dach, Balkon oder im Garten voraus.

In Deutschland ist Starlink regulär verfügbar und richtet sich primär an Haushalte ohne leistungsfähigen Festnetz- oder Mobilfunkanschluss. Angeboten werden stationäre und mobile Tarife gegen monatliche Gebühr. Als Ersatz für klassische Satellitentelefone oder für einfache Notfallkommunikation eignet sich Starlink jedoch nicht, sondern primär als breitbandiger Internetzugang in unterversorgten Regionen.

Muss es immer Zwei-Wege-Kommunikation sein?

Hoffentlich ist in vielen Fällen gar keine sofortige Hilfe von außen erforderlich. Menschen wollen am Beispiel eines Stromausfalls erst einmal wissen, was überhaupt vorgefallen ist, wie sie sich verhalten sollten und wann der Strom wieder da sein wird. Auch hier ist guter Rat teuer, wenn man sich aufs Internet verlässt, denn Mobilfunkstationen haben nur begrenzte Notstromversorgungen und die Netze dürften zudem schnell überlastet sein, wenn tausende Nutzer versuchen, sich einzuwählen.

Nachdem in unserem Szenario der Strom ausgefallen ist, hilft der Fernseher auch nicht weiter. Die Lösung sind Radios mit Batteriebetrieb oder gar sogenannte Kurbelradios mit eingebautem Akku und Dynamo und der namensgebenden Kurbel zur Stromerzeugung. Welche Geräte zu empfehlen sind, zeigt unsere Top 10: Das beste Kurbelradio im Test – Rundfunkempfang bei Stromausfall.

Infactory Mobiles DAB+ Kurbelradio (ZX-3473-919)

Weltempfänger sind in der Anschaffung meist teurer, unterstützen dafür aber Mittelwelle, UKW und Kurzwelle, teils auch Langwelle. Sie erlauben den Empfang nationaler und internationaler Programme. Gespeicherte Sender oder eine Frequenzübersicht helfen bei der Orientierung im breiten Senderangebot.

Fazit

Bricht das Mobilfunk- oder Festnetz zusammen, können klassische Funkgeräte im Notfall weiterhin Kommunikation ermöglichen. Geeignet sind Handgeräte für PMR- und CB-Funk sowie stationäre Geräte für den Amateurfunk. In Deutschland unterliegen diese Funkdienste jedoch technischen und rechtlichen Vorgaben, zudem gelten feste Regeln für den Sprachverkehr. So bleibt im Krisenfall zumindest die Sprachkommunikation mit dem sogenannten Helferkreis möglich – um den man sich aber beizeiten selbst kümmern muss.

Die Reichweite von Handfunkgeräten ist im städtischen Umfeld größtenteils auf wenige hundert Meter begrenzt. Größere Entfernungen lassen sich mit CB- oder Amateurfunk überbrücken, der – abhängig von Technik und Standort – mehrere Kilometer Reichweite erreichen kann. Für den noch weiterreichenden Amateurfunk ist allerdings ein gültiges Amateurfunkzeugnis erforderlich.

Für überregionale Kommunikation kommen Satellitentelefone infrage, die jedoch hohe Kosten verursachen und ein kompatibles Endgerät auf beiden Seiten voraussetzen. Eine günstigere Notfalllösung ist das Defy Satellite Link von Motorola, das zumindest das Absetzen von Notrufen per Satellit über ein Smartphone ermöglicht. Für den reinen Informationsempfang reicht im Krisenfall oft ein batteriebetriebenes oder per Kurbel geladenes UKW-Radio aus.



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Iran: Drohnenangriffe auf AWS-Rechenzentren waren angeblich Absicht


Die Islamische Republik Iran hat die Rechenzentren von AWS in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain absichtlich mit Drohnen angegriffen. Das behauptet zumindest die staatliche iranische Nachrichtenagentur FARS in einem Beitrag auf Telegram. Es habe sich um strategische Ziele gehandelt, die attackiert wurden, weil darüber militärische und nachrichtendienstliche Aktivitäten des Feindes unterstützt wurden, behauptet die Nachrichtenagentur weiter. Diese Angaben können nicht überprüft werden, es könnte sich auch um nachträgliche Rechtfertigungen versehentlicher Treffer handeln. Die Cloud-Infrastruktur bleibt derweil weiter gestört, die Amazon-Tochter hat aber angekündigt, nicht mehr alle Informationen zur Wiederherstellung öffentlich machen zu wollen. Betroffene sollen direkt informiert werden.

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Die Rechenzentren wurden am Wochenende beschädigt, anfangs hieß es von AWS aber lediglich, dass sie von „Objekten“ getroffen wurden. Erst merklich später hat das Cloud-Unternehmen bestätigt, dass die anhaltenden Störungen auf Drohneneinschläge zurückgehen und damit ein direkter Zusammenhang zu den Kämpfen in der Region besteht. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden demnach gleich zwei Einrichtungen direkt getroffen, in Bahrain war eine Drohne dagegen in der Nähe niedergegangen. Die Treffer hätten „strukturelle Schäden“ zur Folge, zudem sei die Stromversorgung beeinträchtigt. Wann die Einrichtungen wieder voll funktionsfähig sind, kann AWS weiterhin nicht mitteilen. Es hat zum Wechsel der AWS-Region geraten.

Vergangenen Samstag haben Israel und die USA begonnen, die Islamische Republik anzugreifen, und dabei auch direkt den bisherigen Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Teheran hat darauf mit Luftangriffen auf verschiedene Staaten in der Region reagiert. Aus den Golfstaaten gibt es seitdem zahlreiche Berichte über Raketen- und Drohnenschläge, zehntausende Menschen, die dort Urlaub gemacht haben oder lediglich auf einer Reise umsteigen wollten, sitzen noch immer fest. FARS spricht jetzt von „gezielten Angriffen“ auf Amazon und Microsoft, die dem Feind einen „schweren Schlag“ versetzt hätten. Es gibt aber keine Berichte über Störungen bei Microsoft, auch im Nahen Osten funktionieren gegenwärtig alle Azure-Dienste. Anders sieht es bei AWS aus.


(mho)



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Auslegungssache 154: Alterskontrollen, Meta-Schadenersatz und der Omnibus-Streit


In Episode 154 des c’t-Datenschutz-Podcasts verzichten Redakteur Holger Bleich und heise-Verlagsjustiziar Joerg Heidrich ausnahmsweise auf einen Gast und arbeiten sich zu zweit durch gleich mehrere aktuelle Datenschutzthemen. Den Anfang macht ein Bußgeld aus Großbritannien: Die britische Datenschutzbehörde ICO verhängte gegen Reddit eine Strafe von 14,4 Millionen Pfund (rund 17,3 Millionen Euro), weil die Plattform über Jahre hinweg keine wirksame Altersüberprüfung einsetzte und so Daten von Kindern unter 13 Jahren ohne Rechtsgrundlage verarbeitete. Reddit kündigte Widerspruch an.

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Vom Bußgeld leiten die beiden über zum Thema Altersverifikation und sprechen über den Identitätsprüfer Persona. Das US-Unternehmen, an dem unter anderem Palantir-Mitgründer Peter Thiel beteiligt ist, wird von Plattformen wie Reddit, Discord und LinkedIn eingesetzt. Eine Recherche förderte zutage, dass Persona bei der Identitätsprüfung bis zu 269 Prüfschritte durchläuft, Daten mit US-Fahndungslisten und Terrorismus-Datenbanken abgleicht und 17 weitere Unternehmen einbindet. Bleich warnt davor, dass solche Dienste weit mehr Daten sammeln und weitergeben könnten, als Nutzer ahnen – und dass über die Hintertür Altersverifikation eine Art Klarnamenpflicht im Netz entstehen könnte.

Anschließend widmen sich die beiden dem Jugendschutzkonzept der SPD. Die Partei fordert ein vollständiges Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige und eine eingeschränkte „Jugendversion“ für 14- bis 16-Jährige, in der Empfehlungsalgorithmen, personalisierte Werbung und suchtfördernde Elemente wie Endlos-Scrollen abgeschaltet sein sollen. Die Altersüberprüfung soll über das europäische EUDI-Wallet laufen, das im Frühjahr 2027 starten soll.

Bleich erkennt darin zwar den datensparsamsten Ansatz unter den bisherigen Vorschlägen, sieht aber zahlreiche Probleme: Das Wallet existiert noch nicht, steht erst ab 16 Jahren zur Verfügung und schließt Menschen ohne Smartphone und Nicht-EU-Bürger aus. Zudem habe Deutschland nach Einschätzung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags durch den Digital Services Act seine Regelungskompetenz im Bereich Jugendschutz auf Plattformen an die EU abgegeben.

Ein weiteres Thema ist ein Urteil des OLG Jena gegen Meta. Das Gericht stellte fest, dass Meta mit seinen Business-Tools eine weitreichende Überwachung der Internetnutzung betreibt, die auch nicht eingeloggte Personen erfasst und sogar sensible Gesundheitsdaten einschließen kann. Das Gericht sprach dem Kläger 3000 Euro Schadenersatz zu und ließ die Revision zum Bundesgerichtshof zu. Beide Podcaster berichten auch von ihren eigenen Erfahrungen als Kläger in Massenverfahren gegen Meta.

Beim Thema Chatkontrolle berichten sie von einer überraschenden Entwicklung im EU-Parlament: Im LIBE-Ausschuss fand sich bei einer Abstimmung keine Mehrheit für die Verlängerung der sogenannten freiwilligen Chatkontrolle, die Anfang April ausläuft. Ohne Verlängerung dürften Plattformen wie Microsoft oder Facebook nicht mehr automatisiert nach Darstellungen von Kindesmissbrauch scannen. Gleichzeitig stehen die Trilog-Verhandlungen zur eigentlichen Chatkontrolle-Verordnung an, deren Ausgang völlig offen ist.

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Zum Schluss werfen Bleich und Heidrich einen Blick auf das Omnibus-Paket zur DSGVO-Reform. Die geplanten Änderungen – darunter eine Neudefinition personenbezogener Daten, Einschränkungen es Auskunftsrechts und Sonderregeln für KI-Training – stoßen auf mehr Widerstand als erwartet. Die zypriotische Ratspräsidentschaft lehnt zentrale Vorschläge ab, auch das Parlament und die Datenschutzbehörden äußern Kritik. Das ehrgeizige Ziel, die Reform noch 2026 abzuschließen, sehen beide damit in Frage gestellt.

Episode 154:

Hier geht es zu allen bisherigen Folgen:


(hob)



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Bericht: WhatsApp Plus wird das kostenpflichtige Premiumabo des Messengers


„WhatsApp Plus“ wird das neue kostenpflichtige Aboangebot des Messenger-Dienstes heißen, berichten mit Beta-Versionen WhatsApps vertraute Quellen. Gegen monatliche Gebühren in bislang unbekannter Höhe wird WhatsApp Plus den zahlenden Nutzern demnach mehrere Anpassungsmöglichkeiten beim Design der App bieten sowie exklusive Sticker und Klingeltöne mitbringen. Anwender können zudem mehr Chats als bislang für schnellen Zugriff fixieren.

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Bereits Ende Januar wurde berichtet, dass Meta kostenpflichtige Premiumabos für Facebook, Instagram und WhatsApp plant. Vor einigen Wochen war allerdings noch unklar, welche Funktionen Meta Platforms bei WhatsApp und Facebook kostenpflichtig machen will. Der Konzern sprach angeblich von einer „Premiumerfahrung“ auf den drei Plattformen. Dabei soll jedes Abonnement „eigene Exklusivfunktionen“ mit sich bringen.

Jetzt verraten die auf Beta-Versionen von WhatsApp spezialisierten Experten von WABetaInfo bei X erste Einzelheiten zum Bezahlabo von WhatsApp. Demnach wird das kostenpflichtige Premiumabo unter WhatsApp Plus vermarktet und sowohl Nutzern von Android als auch iOS angeboten. Das Bezahlabo ist bislang nicht öffentlich verfügbar, und es gibt auch noch keine Informationen zum Einführungstermin oder zur Höhe der monatlichen Gebühren.


WhatsApp Plus: Icons & Designs (Bild:

WABetaInfo bei X

)

Allerdings scheint klar, dass WhatsApp auch ohne Abo weiterhin wie bisher kostenlos nutzbar bleibt. WhatsApp Plus wird offenbar lediglich zusätzliche Design-Möglichkeiten bieten, um sich vom Standard-WhatsApp abheben zu können. Dazu gehören 14 neue Icons der App und verschiedene Farben für die Bedienoberfläche sowie exklusive neue Klingeltöne und Sticker. All dies soll kostenlosen Nutzern vorenthalten bleiben. Weiterhin sollen Reaktionen auf einzelne Nachrichten „immersiver und interaktiver“ werden, wobei unklar bleibt, was dahintersteckt. Chats sollen damit für Abonnenten aber dynamischer und ansprechender gestaltet werden, heißt es.

Eine nützliche Funktion soll WhatsApp Plus aber auch mitbringen, denn bei der Fixierung von Chats sind Nutzer bislang auf drei begrenzt. Abonnenten sollen künftig 20 Chats oben in der App fixieren können, um schneller auf die ihnen wichtigen Gespräche zugreifen zu können.

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Diese Funktion sowie die Anpassungsmöglichkeiten sind wie das Abonnement von WhatsApp Plus selbst lediglich optional. Kein WhatsApp-Nutzer wird demnach künftig auch ohne Abo auf bestehende Funktionen verzichten müssen. WhatsApp Plus soll Zusatzfunktionen bieten. Wann diese sowie das Abo verfügbar sein werden, ist bislang unklar. Bis zur Einführung könnten die Funktionen und Anpassungsmöglichkeiten auch noch geändert werden.


(fds)



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