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Werbegeschäft: Obi rollt Retail Media international aus
Patricia Grundmann treibt das Thema Retail Media bei Obi voran.
Der Baumarktbetreiber Obi expandiert mit der Werbevermarktung über die Landesgrenzen hinaus. Zudem gibt das Unternehmen seiner Werbetochter einen neuen Namen.
Bei Obi steht die nächste Entwicklungsstufe im Ausbau des Werbegeschäfts an. Im zweiten Quartal will der Baumarktbetreiber mit Retail Media
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YouTube arbeitet an Integration von Publisher Paywalls
Die Streaming-Plattform erwägt Publisher Paywalls auf der Plattform zu spiegeln, sodass diese über Videoinhalte neue Abonnent:innen gewinnen können. Zudem startet die European Creator Consultation von YouTube, die der EU vermitteln soll, wie die Creator-Ökonomie besser wachsen kann.
Die 2005 gestartete Streaming-Plattform YouTube gilt als OG-Creator-Plattform, die dank des riesigen Pools an Content-Ersteller:innen und Content für Suchende, Advertiser und Entertainment Fans immer neues Material liefert. Die Relevanz der Plattform im Digitalraum ist nicht von der Hand zu weisen, ob man nun Shorts, Longform-Videos oder Podcasts rezipiert – in den USA ist YouTube für letztere die Go-to-Option Nummer eins. Allein im ersten Quartal 2026 generierte die Plattform rund 9,9 Milliarden US-Dollar mit Advertising. Jeden Tag werden über 20 Millionen Videos neu hochgeladen, Shorts erhalten 200 Milliarden Views am Tag und für beinahe jedes Vertical ist facettenreicher Content zu finden.

Deshalb möchte die Plattform, längst eine relevante Suchmaschine, künftig nicht nur der Creator Economy eine Stimme im digitalpolitischen Diskurs verleihen, sondern auch Publisher mit einer zentralen Conversion-Möglichkeit unterstützen. Nach Aussagen von Pedro Pina, VP für YouTube in Europa, ist bereits die Integration von Publisher Paywalls bei YouTube in Arbeit. Es gebe nur noch kleine Hürden zu überwinden, dann könnten aber Publisher über die weltberühmte Plattform Abonnements pushen.
Ask YouTube startet:
KI-Suche kommt auf die Videoplattform

Via YouTube Abos generieren: Plan für Publisher-Paywall-Integration steht
Der Publisher A Media Operator berichtet von YouTubes Plänen zur Paywall-Integration auf der Plattform. Auf dem WAN-IFRA World News Media Congress in Marseille hat sich Pedro Pina dazu geäußert. Das große französische Medienhaus Le Monde habe YouTube gedrängt, eine Funktion einzurichten, mit der Medienhäuser über Videos die Abonnements für ihre Medienmarken steigern können. Das gebe es noch nicht, so Pina, aber man arbeite mit Entwickler:innen bereits an einem entsprechenden Produkt. Er erwarte eine baldige Fertigstellung dieses Produkts.
Da viele Medienhäuser auf YouTube ihre Inhalte ausspielen, um die riesige Zielgruppe zu erreichen, eröffnen sich für Publisher große Reichweitenpotentiale. Diese können theoretisch werblich monetarisiert werden. Doch gerade renommierte Medienhäuser setzen weniger auf die Werbemonetarisierung auf Drittplattformen als vielmehr auf deren Nutzen als Reichweitenkanal. Diesen könnten sie jedoch im Idealfall noch verstärken, wenn über diese Reichweite Inhalte, die auf ihren Seiten hinter einer Paywall stehen, mit einer Bedingung bereitgestellt werden könnten. Das heißt konkret, dass Publisher Videos mit ihren eigenen Paywall- beziehungsweise Abonnementsystemen verknüpfen könnten. Lou Grasser, Chief Digital Officer von Le Monde, sagte auf der Bühne in Bezug auf eine Story hinter der Bezahlschranke, die später ohne eine solche zu YouTube kam:
We believe we had a strong opportunity there for subscriptions … we need to be able to put a video under a paywall. It’s a product feature that would help us to engage readers on that.
Während Le Monde inzwischen über 600.000 Abonnent:innen hat – davon der Großteil digital –, folgen dem offiziellen YouTube Account über 2,23 Millionen User. Doch YouTube ist eher noch ein Discovery-Kanal für viele User, wenn es um die Interaktion mit Le Monde geht. Deshalb würde eine Paywall-Integration diesem Publisher und allen anderen mit Abonnementoptionen helfen, über reichweitenstarke Inhalte das eigene Geschäftsmodell zu fördern. Publisher könnten dann Videos exklusiv für Abonnent:innen anbieten und jenen, die es noch nicht sind, eine Abonnementoption vorschlagen.
Laut Pedro Pina steht dem eigentlich nur eine Prüfung der Datenschutzregularien im Wege. Ihm zufolge gebe es keinen Grund, warum YouTube das Modell nicht anbieten sollte. Man teile bereits die Werbegelder mit den Creatorn, so könnte man auch die Paywall-Gelder teilen. Diese Aussage deutet indes darauf hin, dass YouTube eine Beteiligung der Conversions auf der eigenen Plattform fordern würde.
Wir dürfen nun gespannt abwarten, ob YouTube tatsächlich in nächster Zeit eine Paywall-Integration für Publisher einführt. Apple hat eine vergleichbare Lösung für den Bereich Apple Podcasts bereits vor einigen Jahren eingeführt.
YouTube testet exklusive Videos für Superfans und kennzeichnet AI Content automatisch

European Creator Consultation: YouTuber sollen klarstellen, was sie von der Politik brauchen
Dass YouTube auf die Medienmacher:innen hört, untermauert auch der Start der European Creator Consultation. Dabei handelt es sich um eine große Umfrage unter Creatorn aus den 27 Mitgliedstaaten der EU. Eine ähnliche Umfrage setzte YouTube bereits im Vereinigten Königreich um. Die Creator sollen dabei mit ihren Aussagen eine datenbasierte Grundlage für Gesetzemacher:innen der Länder bereitstellen, auf deren Basis digitalrechtliche Veränderungen zum Vorteil der Digitalökonomie gefördert werden könnten. YouTube erklärt:
The European Creator Consultation will ask creators what it takes to set up businesses, develop skills, and identify barriers that are holding back this vital corner of Europe’s creative industry. The findings will culminate in a comprehensive report shared with policymakers in Brussels and across the continent, providing a roadmap to unlocking the full potential of Europe’s creator economy.
Zudem sollen Creator und Politik so näher zusammenrücken – wovon YouTube letztlich nur profitieren könnte. Denn die Plattform geht davon aus, dass Creator die Zukunft der digitalen Informationsvermittlung, aber auch des Commerce, der Education und anderer Bereiche bedeutend fördern werden. Deshalb sollte die Politik sie auch nicht als Gruppe vereinzelter Content-Ersteller:innen verkennen, sondern als relevante Branche im Wirtschaftssektor des Digitalen.
Today, we’re launching the European Creator Consultation, a landmark survey to hear from creators across all 27 EU member states. Survey findings will provide European policymakers with data-driven insights needed to support creators — a vital part of Europe’s creative ecosystem. pic.twitter.com/GGkdfLdFVI
— Updates From YouTube (@UpdatesFromYT) June 3, 2026
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„Dann geh doch zu Netto“: Ex-Aldi-Marketer Marco Ganser nimmt Slogan wörtlich – und geht zu Netto
Macht sich auf zu neuen Ufern: Marco Ganser
Wenn Top-Manager ein Unternehmen verlassen, dann zieht es sie nach einer gewissen Übergangszeit bisweilen zur Konkurrenz. Ein aktuelles Beispiel liefert Marco Ganser. Der langjährige Top-Marketer von Aldi Süd hat sich offenbar vom Werbeslogan „Dann geh doch zu Netto“ inspirieren lassen – und heuert jetzt bei dem Discounter an.
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EU stellt Plan für digitale Souveränität und Big-Tech-Alternativen vor
DIE ZEIT verweist zudem darauf, dass Amazon Web Services, Microsoft und Google rund 70 Prozent des europäischen Cloud-Markts kontrollieren. Gleichzeitig fließen jedes Jahr 264 Milliarden Euro für IT-Dienstleistungen aus Europa in die USA.
re:publica 2026:
Europa darf Macht nicht länger Silicon Valley überlassen

Europa soll wieder Tech-Macht werden
Europa soll unabhängiger von globalen Lieferketten werden und mehr Chips selbst produzieren. Dafür plant die EU-Kommission bessere Rahmenbedingungen für Hersteller:innen, etwa schnellere Genehmigungsverfahren, weniger Bürokratie und günstigere Energie. Gleichzeitig soll der bestehende Chips Act weiterentwickelt werden.
Ganz ohne internationale Abhängigkeiten wird Europa jedoch auch künftig nicht auskommen. Die globale Chip-Produktion wird weiterhin von Taiwan, Südkorea, China und den USA dominiert. Laut Tagesschau sehen viele Expert:innen die größten Chancen daher nicht in einer vollständigen Unabhängigkeit, sondern im Ausbau jener Bereiche, in denen Europa bereits heute stark aufgestellt ist – etwa bei Spezialhalbleitern für Industrie-, Energie- und Automobilanwendungen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Technological Sovereignty Plan liegt auf dem Ausbau von Cloud- und KI-Infrastrukturen. Die EU-Kommission plant den beschleunigten Ausbau europäischer Rechenzentrumskapazitäten, um KI-Modelle künftig stärker auf europäischer Infrastruktur zu entwickeln und zu betreiben.
Aber was bedeutet digitale Souveränität überhaupt? Genau darauf will die EU künftig klarere Antworten geben. Im Rahmen des Technological Sovereignty Plan sollen erstmals konkretere Kriterien dafür definiert werden, wann digitale Infrastruktur als souverän gilt. Entscheidend sind dabei unter anderem der Speicherort von Daten, die Eigentümer:innenstruktur von Anbieter:innen, mögliche Zugriffsrechte Dritter sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen, die im Ernstfall greifen. Also etwa dann, wenn Regierungen im Ausland Zugriff auf Daten verlangen oder digitale Dienste einschränken könnten.
Weg von Microsoft und Co.: Europas Alternativen sind längst da
Neben Rechenzentren, KI und Chips setzt die EU auf ein altes Internetversprechen: Open Source. Offene Software soll helfen, die Abhängigkeit von einzelnen Anbieter:innen zu verringern und Unternehmen wie Verwaltungen mehr Kontrolle über ihre digitale Infrastruktur zu geben. Europäische Alternativen gibt es längst: von Nextcloud und Scaleway über Threema bis hin zu Tuta. Mistral verspricht mit AI Vibe 2.0 agentische Code-Arbeit, die umfangreiche Prozesskontexte berücksichtigen kann und besonders schnell arbeiten soll. Viele der Dienste adressieren genau jene Bereiche, in denen Europa heute besonders abhängig von US-Anbieter:innen ist. Erste europäische Institutionen und Unternehmen gehen diesen Weg zu mehr digitaler Souveränität bereits.
So stellt der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag derzeit von Microsoft-Produkten auf Open Desk um. Schleswig-Holstein migriert derzeit schrittweise rund 30.000 Arbeitsplätze der Landesverwaltung von Microsoft-Produkten auf Open-Source-Anwendungen wie LibreOffice, Nextcloud und perspektivisch Linux, um die digitale Souveränität zu stärken. Das Robert Koch-Institut (RKI) und der Deutsche Bundestag evaluieren aktuell den Einsatz europäischer Software-Lösungen, um ihre digitale Souveränität zu stärken. Auch die Otto Group beschäftigt sich mit der Frage, wie sich Abhängigkeiten von US-Technologieanbietern reduzieren lassen, und prüft verstärkt deutsche sowie europäische Cloud-Alternativen.
Allerdings zeigt sich hier auch eine der größten Herausforderungen. Während große Tech-Konzerne ihre Produkte über milliardenschwere Geschäftsmodelle finanzieren, fehlt vielen Open-Source-Projekten eine vergleichbare wirtschaftliche Basis. Die EU-Kommission plant deshalb zusätzliche Fördermaßnahmen, um Entwicklung, Betrieb und langfristige Weiterentwicklung entsprechender Lösungen zu unterstützen.
Mistral Vibe 2.0 aus Europa:
Top Coding Agent als Alternative zu Big Tech

Europas Tech-Plan: Lob für die Idee, Zweifel an der Umsetzung
Das Paket stößt in Wirtschaft und Technologiebranche auf breite Zustimmung. Der Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst begrüßt etwa, dass die EU-Kommission nicht nur einzelne Technologien adressiert, sondern die gesamte digitale Wertschöpfungskette in den Blick nimmt – von Halbleitern und Rechenzentren über Cloud- und KI-Infrastrukturen bis hin zu Open Source und Investitionsbedingungen. Entscheidend sei nun, dass es nicht bei Ankündigungen bleibe. „Europa braucht Tempo“, betonte er. Auch das Cybersecurity-Unternehmen NCC Group bewertet den Fokus auf Resilienz, Cloud, KI, Halbleiter und Open Source als wichtigen Schritt zur Stärkung der digitalen Widerstandsfähigkeit Europas.
Kritik kommt von der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament. Zwar bezeichnet die Europaabgeordnete Alexandra Geese das Vorhaben als „dringend notwendig“, um Europas digitale Abhängigkeiten zu reduzieren. Gleichzeitig gehe das Paket aus ihrer Sicht nicht weit genug:
Aus Sicht der Grünen/EFA fehlen jedoch weiterhin klare Vorgaben, um europäischen Lösungen bei öffentlichen Ausschreibungen tatsächlich bessere Chancen einzuräumen. Zudem greife die Definition digitaler Souveränität zu kurz, solange Anbieter als europäisch gelten könnten, obwohl Kontrolle über Daten, Infrastruktur oder Zugriffsrechte faktisch außerhalb Europas liege.
Ähnlich äußert sich Sergey Lagodinsky, stellvertretender Vorsitzender der Grünen/EFA-Fraktion und Co-Vorsitzender der digitalen Arbeitsgruppe. Zwar begrüßt auch er den Fokus auf Open Source, europäische KI-Trainingskapazitäten und den Ausbau der Chip-Infrastruktur. Gleichzeitig kritisiert er, dass weiterhin unklar sei, wie verbindlich Energie- und Wasserstandards für Rechenzentren umgesetzt werden sollen. Zudem werde Europa auf absehbare Zeit von außereuropäischen Hochleistungs-Chips abhängig bleiben. Ohne konkrete Antworten drohe aus dem Vorhaben „eine Vision ohne konkreten Zeitplan“ zu werden.
Hinzu kommt die Finanzierungsfrage. Der Wettbewerbsfähigkeitsbericht des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten und früheren EZB-Präsidenten Mario Draghi kam 2024 zu dem Ergebnis, dass Europa jährlich zusätzliche Investitionen von rund 800 Milliarden Euro benötigt, um im globalen Wettbewerb mit den USA und China Schritt zu halten. Ob diese Summe tatsächlich mobilisiert werden kann, bleibt jedoch offen. Auch die Grünen/EFA-Fraktion verweist darauf, dass bislang weder die Finanzierung über den EU-Haushalt noch private Investitionszusagen ausreichend konkretisiert wurden.
Was das mit deinem Marketing Stack zu tun hat
Die Debatte um digitale Souveränität ist längst kein Thema mehr, das nur Brüssel, Behörden oder IT-Abteilungen betrifft. Viele Unternehmen sind heute von US-Technologie abhängig – oft weniger aus Überzeugung, sondern mangels europäischer Alternativen.
Sollte der Technological Sovereignty Plan greifen und den Aufbau europäischer Alternativen bei Cloud-Infrastrukturen, KI, Software und digitalen Plattformen beschleunigen, könnte das künftig für einfachere Wechselmöglichkeiten sorgen. Was heute noch als alternativlos gilt, könnte dann endlich ernstzunehmende Konkurrenz aus Europa bekommen – und damit mehr Auswahl für Unternehmen, Behörden und Nutzer:innen bieten.
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