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Datenschutz & Sicherheit

WhatsApp-Malware-Kampagne installiert Backdoors | heise online


Microsoft hat eine Malware-Kampagne beobachtet, bei der Angreifer VBS-Dateien (Visual Basic Script) in WhatsApp-Nachrichten versenden. Führen Opfer diese aus, löst das eine mehrstufige Infektionskette aus, an deren Ende die Angreifer Fernzugriff erhalten und sich im System einnisten. Besonders gefährdet sind Nutzer und Nutzerinnen der WhatsApp-Desktop-Version unter Windows, da die bösartigen Skripte sich dort ohne Umwege ausführen lassen.

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In einem Blog-Beitrag warnt das Microsoft-Defender-Securityteam vor dieser Kampagne, die Ende Februar ihren Anfang nahm. Die Angreifer setzen dazu auf Social Engineering und sogenannte „Living-off-the-land“-Techniken (auch unter dem Kürzel „LOLbins“ bekannt), nutzen also vom Betriebssystem mitgelieferte ausführbare Dateien für den Angriff. Die am Ende installierte Malware im MSI-Format (Microsoft Installer) kommt schließlich aus der Cloud.

Beispiele von beobachteten Nachrichten nennen die IT-Forensiker nicht, erklären jedoch, dass die bösartigen VBS-Dateien als WhatsApp-Nachrichten bei den Opfern landen und somit das Vertrauen in die bekannte Kommunikationsplattform missbraucht werde. Bei der Ausführung legt das Skript versteckte Ordner unter „C:\ProgramData“ an und speichert dort umbenannte Versionen legitimer Windows-Werkzeuge wie „curl.exe“ – in „netapi.dll“ umbenannt – oder „bitsadmin.exe“ als „sc.exe“.

Beim nächsten Schritt lädt die Malware mit den umbenannten Binärdateien weitere Dropper wie „auxs.vbs“ und „WinUpdate_KB5034231.vbs“ aus oftmals als vertrauenswürdig eingestuften Cloudspeichern wie AWS S3, der Tencent Cloud oder Backblaze B2 nach. Das verschleiert die bösartigen Aktivitäten als legitimen Netzwerkverkehr, erklären die Microsoft-Mitarbeiter.

Nach dem Herunterladen verändert die Malware Einstellungen der Benutzerkontensteuerung, um durch das Deaktivieren von UAC-Prompts die Verteidigungsmechanismen des Windows-Systems zu schwächen. Es startet wiederholt die Eingabeaufforderung „cmd.exe“ mit erhöhten Rechten, bis die Rechteerhöhung funktioniert hat oder der Prozess gewaltsam abgebrochen wurde. Durch Veränderungen von Registry-Einträgen unter „HKLM\Software\Microsoft\Win“ verankert sich der Schadcode und erreicht Persistenz über Reboots hinweg.

Die darauffolgende letzte Stufe lädt unsignierte MSI-Installer mit Namen wie Setup.msi, WinRAR.msi, LinkPoint.msi und AnyDesk.msi nach. Die enthalten Fernsteuerungssoftware wie AnyDesk und ermöglichen Angreifern nachhaltigen Fernzugriff zum Ausleiten von Daten, Installieren weiterer Malware oder zum Missbrauch kompromittierter Maschinen als Teil eines größeren Netzwerks infizierter Geräte, führen die Analysten aus. Insbesondere in Unternehmensumgebungen sind solche MSI-Installer für die Softwareverwaltung typisch und sollen so unter dem Radar bleiben.

Interessierte finden in der Analyse Tipps und Hinweise, wie IT-Verantwortliche ihre Netzwerke vor solchen Angriffen schützen können. Dazu gehört das Blockieren von Scripting-Hosts auf Endpoints oder die Überwachung von Cloud-Traffic, aber auch die Mitarbeitersensibilisierung.

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Nutzer und Nutzerinnen von populären Messengern, insbesondere herausragende Persönlichkeiten oder höherrangige Beamte und Politiker, stehen in jüngerer Zeit oftmals im Visier von Angreifern. Etwa Ende vergangenen Jahres haben Cyberkriminelle mit ausgefeilten Social-Engineering-Taktiken versucht, Zugriff auf die Messenger-Apps potenzieller Opfer zu erlangen und diese so auszuspähen. Insbesondere bei Nachrichten von Unbekannten ist daher besondere Vorsicht angebracht.


(dmk)



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phpBB: Kritische Sicherheitslücke ermöglicht Kompromittierung


IT-Forscher haben in der populären Forensoftware phpBB Sicherheitslücken entdeckt, die etwa die Anmeldung mit jedem Nutzerkonto ermöglichen. Das ganze Board lässt sich damit übernehmen. Ein Update steht bereit, das Admins zügig anwenden sollten.

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Das Leck finde sich seit zehn Jahren in der Software, schreibt der Anbieter des genutzten KI-Pentesting-Tools in einer Analyse. Wie Mitarbeiter von Aikido erklären, ist die Standardkonfiguration anfällig, mithin tausende Foren für Angriffe verwundbar. Unabhängig davon hat Dan Stefan Alexandru die Lücke und eine weitere ebenfalls aufgespürt.

Das phpBB-Team hat die Version 3.3.17 „Young Bertie“ veröffentlicht, die diese und weitere Lücken schließt, und bittet Foren-Admins um rasches Update der Software. Insgesamt stopft das Release vier Sicherheitslücken. Als kritisches Risiko gilt eine Umgehung der Authentifizierung, durch die Angreifer einen gültigen Session-Token als beliebiger aktiver Nutzer erhalten können. Mit einer einzigen HTTP-Anfrage, ohne vorherige Anmeldung. Damit lassen sich fremde Nutzerkonten übernehmen (CVE-2026-48611, CVSS 9.8, Risiko „kritisch“). Diese Sicherheitslücke haben die beiden Entdecker unabhängig aufgedeckt und gemeldet.

Die zweite erwähnte Schwachstelle betrifft die Prüfungen in der OAuth-Implementierung, sie bedingt eine Schwachstelle vom Typ „Cross Site Request Forgery“ (CSRF). Wenn Opfer auf einen präparierten Link der Angreifer klicken, ermöglicht es die Übernahme des Kontos (CVE-2026-48612, CVSS 8.0, Risiko „hoch“).

Details zu den Lücken will Aikido noch nicht veröffentlichen, damit Admins Zeit zum Updaten haben. Allerdings ist die gepatchte Version veröffentlicht und mit einem einfachen diff gelangen Kriminelle an die nötigen Informationen, welcher Code verändert wurde. Angriffe sind daher in Kürze zu erwarten.


(dmk)



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Präparierte PDF-Datei kann Avira Antivirus gefährlich werden


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Angreifer können an mehreren Sicherheitslücken in Avira Antivirus ansetzen und im schlimmsten Fall Schadcode ausführen, um das System vollständig zu kompromittieren. Überdies ist Avira Password Manager unter bestimmen Bedingungen verwundbar.

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In der US-amerikanischen National Vulnerability Database vom National Institute of Standards and Technology (NIST) sind vier Sicherheitslücken in Antivirus (CVE-2026-6676hoch“, CVE-2025-9033hoch“, CVE-2025-9032hoch“, CVE-2025-14098hoch“) und eine in Password Manager (CVE-2026-12068hoch“) aufgelistet. Im Sicherheitsbereich der Website von Gen Digital, zu der Avira gehört, tauchen die Sicherheitslücken bislang nicht auf. Von den Lücken sind die Linux-, macOS- und Windows-Version betroffen.

Bei Antivirus können Angreifer in allen vier Fällen mit präparierten Dateien an den Lücken ansetzen. Werden manipulierte OSIX-Tar-Archive, PDF-, Windows-PE- oder ausführbare MS-DOS-Dateien verarbeitet, kommt es zu Speicherfehlern (out-of-bounds). So etwas sorgt in der Regel für Abstürze. Oft gelangt in so einem Kontext aber auch Schadcode auf Systeme.

Aus den CVE-Beiträgen geht hervor, dass die Schwachstellen offensichtlich die Scan-Engine betreffen und nicht den Client. Als früheste vollständig gepatchte Scan-Engine-Version nennen die CVE-Einträge 8.3.70.104. Wer Antivirus nutzt, sollte sicherstellen, dass mindestens diese Ausgabe installiert ist.

Es ist derzeit unklar, wann die reparierte Ausgabe erschienen ist. In der Regel genehmigen sich jedoch die AV-Hersteller unter der Gen-Digital-Führung um die drei Monate Zeit, bis sie geschlossene Sicherheitslücken benennen.

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Password Manager ist nur in Kombination mit Firefox angreifbar. Ist das gegeben, können Angreifer auf einem nicht näher ausgeführten Weg im Kontext von Autofill-Feldern Zugangsdaten abgreifen. An dieser Stelle nennt der CVE-Eintrag keine dagegen gerüstete Versionsnummer.


(des)



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„Sommer der Glückseligkeit“: curl nimmt einen Monat lang keine Bug-Reports an


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Für das weitverbreitete Download-Tool curl sollen im Sommer für mehr als einen Monat keine Berichte zu Sicherheitslücken angenommen oder bearbeitet werden. Das hat der Maintainer Daniel Stenberg in einem Blogeintrag publik gemacht und nennt das „curls Sommer voller Glückseligkeit“. Der soll demnach vom 1. Juli (0 Uhr MESZ) bis zum 3. August (9 Uhr MESZ) gelten und nicht nur für das Bug-Bounty-Programm auf HackerOne gelten, sondern auch die projekteigene E-Mail-Adresse – über die aber sowieso keine Reports akzeptiert würden: „Jedes Problem, das ihr dem curl-Projekt in diesem Monat melden wollt, muss warten“, schreibt Stenberg. Er und die Betreuer wollen in der Zeit „tief durchatmen und den Sommer genießen“. Vielleicht werde man öfter draußen spazieren gehen oder andere Orte erkunden.

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Mit dem Schritt ziehen Stenberg und sein Team Konsequenzen aus der enorm gestiegenen Arbeitslast, für die KI-Werkzeuge verantwortlich sind. Die sorgen seit einer Weile für einen drastischen Anstieg bei der Zahl der gemeldeten Sicherheitslücken. Auch wenn viel davon KI-generiert ist, handelt es sich nicht um offensichtlichen Unsinn, die Reports sind detailliert und ausführlich. Stenberg muss inzwischen vier- bis fünfmal so viele Sicherheitsmeldungen prüfen wie noch 2024 und dabei geht mit jeder einzelnen ein enormer Aufwand daher. Den nicht tragbaren Zustand hat er in diesem Jahr schon mehrfach öffentlich beklagt, eine Lösung ist aber nicht in Sicht. Mit „curls Sommer voller Glückseligkeit“ zieht er jetzt die Reißleine und sorgt dafür, dass er und die Betreuer endlich die nötige Erholung bekommen.

In seinem Blogeintrag versichert Stenberg aber, dass Kundschaft mit einem kostenpflichtigen Supportvertrag auch im Juli betreut werde. Damit verweist er auf einen weiteren Kritikpunkt, denn obwohl curl oder libcurl von Unternehmen in dutzenden Milliarden Geräten eingesetzt wird, ist die Zahl der Geldgeber extrem überschaubar. Erst im Mai hat der Entwickler erklärt, dass er sich mehr finanzielle Unterstützung wünschen würde, diesbezüglich aber pessimistisch sei. Dem „Tsunami“ an Bug-Reports steht man bei curl deshalb weitestgehend alleine gegenüber. Ähnliche Klagen gab es zuletzt auch von vergleichbaren Projekten, deren Ressourcen ihrer Bedeutung für die globale IT-Infrastruktur nicht einmal ansatzweise entsprechen.

Die Ankündigung, dass curl nur noch zwei Wochen lang Sicherheitsmeldungen annehmen und bearbeiten will, erfolgt jetzt kurz nach einer drastischen Entscheidung von Anthropic. Das KI-Unternehmen, dessen besonders leistungsfähiges KI-Modell Mythos einen erheblichen Anteil an der stark gewachsenen Zahl gefundener Sicherheitslücken haben soll, hat den Zugriff darauf am Wochenende deutlich eingeschränkt. Die Hintergründe sind bislang nicht ganz klar. Ob die Zahl von Bug-Reports dadurch erst einmal wieder sinkt, ist unklar. Bei curl selbst soll das KI-Modell sowieso nur eine einzige Lücke gefunden haben, hat Stenberg vor einem Monat publik gemacht.


(mho)



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