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WM-Coup: Levi’s geht viral, weil FIFA Stadionlogo verbietet
Levi’s musste das namengebende Logo des eigenen Stadions in San Francisco verdecken, um der FIFA gerecht zu werden und hat kurzerhand einen aufsehenerregenden Marketing Move daraus gemacht. Denn das Brand-Logo funktioniert auch ohne Schriftzug.
Die FIFA verbietet Brands, die kein WM-Sponsoring betreiben, eine Außendarstellung im Rahmen der Herrenfußball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. Das ist blöd für eine Reihe von Stadien, die das Sponsoring berühmter Brands – die aber nicht als Partner:in der FIFA auftreten – im Namen tragen. Und so wird während der WM aus dem MetLife Stadium das New York New Jersey Stadium, aus dem SoFi Stadium das Los Angeles Stadium und aus dem Levi’s Stadium das San Francisco Bay Area Stadium.
Levi’s musste für das Spiel zwischen der Schweiz und Katar, genau wie für die weiteren Partien, sogar das große Brand-Logo im Stadion selbst verdecken. Von der FIFA gesagt, von Levi’s getan – aber mit einem Twist. Denn Levi’s verdeckte den Namenszug in Weiß und mit der bekannten Batwing-Form. Seit ihrer Einführung 1967 ist diese Designform eng mit der Marke verknüpft, viele kennen sie von Levi’s T-Shirts und sie gehört zu den Bestsellern der Lifestyle Brand.
Sowohl die markennahe Umsetzung der FIFA-Restriktion als auch die anschließende Anpassung des Instagram und TikTok Accounts sorgten für viel Furore im Digitalraum. Levi’s konnte damit einen wichtigen Marketing-Moment selbst steuern, was sich nicht zuletzt für den Verkauf der eigenen Kollektionen passend zur WM anbietet.
Check24 schon wieder mit kostenlosem WM-Trikot:
Gegen Daten als Marketing-Coup

Levi’s: Marketing-Coup mit dem „[redacted] stadium“
Viele Zuschauer:innen mögen sich über die weiße Namensabdeckung vor dem in riesigen Lettern am Levi’s Stadium mit dem Wort „STADIUM“ gewundert haben. Und doch dürften sie erkannt haben, dass das verdeckte Wort sich nur auf die Marke Levi’s beziehen kann. Schon während des Spiels zwischen der Schweiz und Katar fiel die Änderung auf, die auf den FIFA-Regularien rund um die WM 2026 beruht. Dabei sorgte schon die Änderung für viel Aufmerksamkeit, die die Marke für sich nutzen konnte.
@ogkelleena #levisstadium #fifa #worldcup #bayarea #fyp @Levi’s @FIFA World Cup ♬ New York Stand Up New York Knicks Anthem – Bolo The Assassin
Levi’s selbst reagierte dann schnell und änderte im Instagram Account mit über zehn Millionen Followern und auf TikTok das Profilbild. Dort ist derzeit vor rotem Hintergrund ein weißes Batwing-Symbol zu sehen, genau wie im Stadion. Das jüngste Reel mit der Caption „Welcoming the world to the beautiful [redacted] stadium!“ konnte binnen 15 Stunden über 420.000 Likes und mehr als 5.000, vielfach begeisterte, Kommentare generieren. Das ist deutlich mehr als bei anderen Posts der Marke. Auf TikTok hat das Video fast neun Millionen Views (Stand: 15. Juni 2026).
Auch der Marketing Publisher Adweek berichtet auf Threads über den Marketing Move, der Levi’s derzeit zum Gesprächsthema unter den Marken der WM macht.
Marketing Move, der auch Conversions mit sich bringen kann
Damit folgt die US Brand für Bekleidung einem Marketing Playbook, das auch Tim Christiansen, General Manager DACH für Snapchat, gegenüber OnlineMarketing.de aufgerufen hat. Mit Blick auf Snapchat meint er:
Fußball lebt vom Austausch, aber die Art und Weise, wie Fans connecten, hat sich massiv ins Digitale verlagert. Snapchat ist heute das soziale Bindeglied: Wir ermöglichen es den Fans, hautnah dabei zu sein und ihre Emotionen zu teilen, egal, ob sie im Stadion sitzen oder von zu Hause aus zuschauen. Dass 57 % der Snapchatter*innen die App während der Spiele als aktiven Second Screen nutzen, zeigt deutlich: Das wahre Stadion-Feeling findet heute in der digitalen Community statt. Für Advertiser ist dieser Shift im Fan-Verhalten eine riesige Chance. Wer als Marke heute Fans wirklich erreichen will, darf nicht nur passiv berieseln, sondern muss dort stattfinden, wo die echte Konversation läuft […].
Während auf Snapchat Fußball-Stars wie Maxi Mittelstädt und Mario Götze für Fußball-Feeling sorgen, können Marken, die während eines medial so massiv begleiteten Großereignisses in den Vordergrund treten, langfristig profitieren. Die WM der Herren in Katar 2022 erreichte laut FIFA insgesamt über fünf Milliarden Menschen. 2026 dürften es deutlich mehr werden, weil es eben schon mehr Spiele und Mannschaften gibt. Dazu kommt, dass populäre Plattformen wie TikTok und YouTube als Preferred Platforms der FIFA in diesem Jahr exklusive Inhalte ausspielen, von Behind-the-scenes-Material bis hin zu Live-Übertragungen. Zählt man diverse Marketing-Kanäle dazu, kommen Milliarden Menschen weltweit an der WM nicht vorbei.
Levi’s kann aufgrund der aktuellen Aufmerksamkeit auf zusätzliche Follower für die Social-Media-Kanäle und womöglich Besucher:innen der Websites oder Online Stores hoffen. Dort finden sich seit Kurzem zum Beispiel die sogenannten International Soccer Tees, eine Reihe von T-Shirts mit Länderfarben und -namen passend zur WM.
Außerdem hat die Marke Patches und Pins zur Auswahl, um das Fan-Erlebnis auch in Sachen Style aufzuwerten. Dazu kommen offizielle Football Collections in Kooperation mit den Verbänden aus Frankreich, England, den USA und Mexiko.
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Kampagnenfortsetzung: Schwäbisch Hall lässt Wohnträume der Gen Z wahr werden
Auch scheinbar verrückte Wohnideen sind umsetzbar, will die Kampagne von Schwäbisch Hall zeigen
Bereits im vergangenen Jahr starteten Schwäbisch Hall und Ogilvy mit #MakeItReal eine Kampagne, die sich speziell an die Gen Z richtete. Die aktuelle Fortsetzung will junge Menschen dazu ermutigen, auch ihre ausgefallensten Wohnträume Wirklichkeit werden zu lassen.
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Clevere WM-Werbeaktion: So bringt die BVG den Tooooooor-Jubel in die Berliner U-Bahn
Aus Oranienburger Tor wird Oranienburger Toooooor
Mit dem 7:1-Kantersieg gegen Curaçao hat die deutsche Nationalelf am Sonntagabend bei ihrem ersten WM-Auftritt abgeliefert. Die Berliner Verkehrsbetriebe haben das Torfestival offenbar vorhergesehen – und in einer Nacht- und Nebelaktion schon mal den Torjubel vorweggenommen.
Wer zurzeit am wohl bekanntesten Berliner Wahrzeichen in die U-Bahn steigt, wird womöglich seinen Augen kaum trauen. Denn aus dem „Brandenburger Tor“ ist das „Brandenburger Tooooooor“ geworden. Dasselbe ist mit allen anderen U-Bahnhöfen passiert, die ein „Tor“ im Namen tragen. Heißt: Auch die U-Bahnhöfe Frankfurter Tor, Hallesches Tor, Kottbusser Tor, Oranienburger Tor und Schlesisches Tor wurden in einer Nacht- und Nebelaktion vom 13. auf den 14. Juni und somit pünktlich zum ersten Spiel der deutschen Nationalelf bei der Fußball-WM umgewidmet.
Wobei der Aufwand wohl nicht ganz gering war. „Sechs U-Bahnhöfe, eine Nacht, vier Teams – und am Morgen steht Berlin mancherorts vor einem neuen Stadtbild“, sagt Moritz Jüdes, Gründer und Geschäftsführer der Werkstatt für Alles, die RYSM bei der Nacht- und Nebelaktion unterstützte. Bereuen tut der Chef der auf Handwerk, Design und technische Konzeption spezialisierten Berliner Agentur und Manufaktur freilich nichts. „Ich liebe solche Aktionen: Eine gute Idee wird durch grundsolides Handwerk wachgeküsst und eine ganze Stadt kann das Ergebnis sehen“, sagt er.
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Anthropic in Gesprächen, um Mythos-Modelle wieder freizugeben
Das KI-Unternehmen Anthropic versucht in Verhandlungen mit dem Weißen Haus, die neuesten KI-Modelle Claude Fable 5 und Claude Mythos 5 wieder für die Öffentlichkeit bereitstellen zu können. Die US-Regierung hatte sie kurz nach dem Start wegen verschiedener Sicherheitsbedenken für Ausländer:innen verboten. Doch steckt mehr dahinter?
Am 9. Juni veröffentlichte das Unternehmen Anthropic seine brandneuen und hochleistungsfähigen Modelle Claude Fable 5 und Claude Mythos 5. Es sind die besten, aber auch gefährlichsten Modelle des Unternehmens bisher. Deshalb und aufgrund des erwarteten Usage-Ansturms gab es direkt viele Einschränkungen. So wurde Claude Mythos 5 zum Beispiel nur einigen Unternehmen und Researchern im Project Glasswing bereitgestellt, während umfassende Sicherheitskontrollen den bösartigen Einsatz der KI-Modelle mit Top-Leistung eindämmen sollten. Doch diese Vorkehrungen reichten nicht aus. Die US-Regierung gab kurz nach dem Start eine Direktive bekannt, nach der Nicht-US-Bürger:innen – egal ob im Ausland oder in den USA – die Modelle nicht mehr nutzen dürfen. Das dürfte auch auf Anthropic-Personal zutreffen, etwa AI Scientist Andrej Karpathy, wie France 24 berichtet. Und so verkündete Anthropic am 12. Juni in einem Beitrag:
[…] The net effect of this order is that we must abruptly disable Fable 5 and Mythos 5 for all our customers to ensure compliance. Access to all other Anthropic models will not be affected.
Jetzt befindet sich die Führungsetage Berichten zufolge in Gesprächen mit der US-Regierung, die zu einer Wiederaufnahme der Modelle für die breite Nutzung führen sollen. Immerhin steht auch Anthropics Börsengang bevor, sind die Modelle extrem wichtig für das Geschäftsmodell. Möglicherweise hat die Regierung aber noch eine Rechnung mit dem Unternehmen offen.
Claude Fable 5 und Claude Mythos 5:
Jetzt kommen die gefährlichen KI-Modelle

Zugriff auf weltklasse KI-Modell verwehrt: Anthropic um Lösung bemüht
Mit Claude Fable 5 kam jüngst das beste Anthropic-Modell aller Zeiten für die Allgemeinheit. Es brilliert in verschiedenen Bereichen, von Software-Entwicklung über wissenschaftliche Recherche bis hin zu visueller Wahrnehmung. Gerade bei langen und komplexen Aufgaben zeigt sich der Vorsprung gegenüber anderen Modellen. Claude Fable 5 gehört zur Mythos-Reihe, in der auch Claude Mythos 5 veröffentlicht wurde. Beide Modelle kommen mit großen Sicherheitsvorkehrungen daher, da das KI-Unternehmen selbst warnt:
Releasing a model this capable comes with risks.
Die Risiken werden vom Unternehmen als „substantiell“ eingestuft. Dabei verlässt man sich auf die Sicherheitsvorkehrungen und hofft womöglich, dass die Fähigkeiten der eigenen – und anderer – KI-Modelle nicht übermäßig zu bösartigen Zwecken eingesetzt werden. Allerdings sollen Amazon CEO Andy Jassy und sein Team die US-Regierung nach der Nutzung von Mythos-Modellen Anthropics bereits über etwaige Sicherheitslücken informiert haben. Amazon arbeitet eng mit dem KI-Unternehmen zusammen. Laut David Sacks, Co-Vorsitzender des President’s Council of Advisors on Science and Technology (PCAST), gab es einen Jailbreak, der sowohl Anthropic als auch der Regierung bekannt war. Er schreibt auf X:
A highly credible trusted partner of both Anthropic and the USG who was testing Fable came forward with a jailbreak of those guardrails. The Admin asked Dario [Dario Amodei, CEO von Anthropic, Anmerkung der Redaktion] to fix the jailbreak or de-deploy the model. Dario refused.
Im eigenen Blog Post spricht Anthropic indes von einem „potentiellen“ Jailbreak. Neben diesem Problem könnte jedoch noch der etwaige Zugriff aus China auf die Modelle eine Rolle gespielt haben. Semafor und Heise Online berichten, dass eine Gruppe aus China mit Verbindungen zur dortigen Regierung sogar das eigentlich streng eingeschränkte Modell Claude Mythos 5 nutzen konnte. Auch das könnte die Regierung zur Direktive veranlasst haben, die User weltweit aufgrund der Anthropic-Reaktion von den neuen Modellen abschneidet. Unklar ist indes, wer tatsächlich unregulierten Zugriff auf Mythos 5 gehabt haben könnte; bestätigt ist diese Annahme weder von Anthropic noch der US-Regierung. Mit dieser möchte das KI-Unternehmen nun eine Lösung finden, um die Modelle schnellstmöglich wieder in den Einsatz zu bringen.
Gespräche zwischen US-Regierung und Anthropic: Noch ein Deal für Trump?
Nach Informationen von Axios befindet sich eine Delegation aus Anthropics Führungsriege in der US-Hauptstadt Washington, DC, um mit Regierungsverantwortlichen über eine Lösung zu sprechen und eine Rücknahme der Direktive zu erwirken. Das berichteten unternehmensnahe Quellen dem Publisher. Schon seit der Entscheidung der US-Regierung kurz vor dem vergangenen Wochenende sei es zu ersten Gesprächen in virtuellen Meetings zwischen dem Unternehmen und Verantwortlichen aus dem Weißen Haus gekommen. Nun möchte Anthropic schnell eine Möglichkeit finden, um die Modelle der Mythos-Reihe wieder für Kund:innen bereitstellen zu können. Immerhin sind die hochleistungsfähigen Modelle ein wichtiger Teil des Geschäftsmodells, das zum großen Teil auf Abonnements für die KI-Dienste basiert. Anthropic schrieb am Freitag:
We apologize for this disruption to our customers. We believe this is a misunderstanding and are working to restore access as soon as possible.
Die Gespräche mit der Regierung könnten unterdessen durch eine Entscheidung von Anthropic selbst erschwert werden. Das Unternehmen lehnte vor einigen Monaten einen Deal mit dem Pentagon ab – den OpenAI schließlich einging –, da man die eigenen KI-Modelle nicht für jegliche rechtlich legitimen, aber moralisch fragwürdigen Zwecke zur Verfügung stellen wollte; darunter Überwachung und Kriegseinsatz.
So kam es zum Bruch zwischen Anthropic und der US-Regierung. Auf seiner eigenen Plattform Truth Social schrieb US-Präsident Donald Trump vor Monaten, es sei ein „desaströser Fehler“ vonseiten Anthropics, der Regierung die eigenen Nutzungsbedingungen aufzwingen zu wollen, und bezeichnete die Verantwortlichen als „Spinner des linken Flügels“. Die New York Times sieht in der aktuellen Direktive der Regierung eine Fortführung der Auseinandersetzung mit Anthropic. Und so könnte es für das KI-Unternehmen kompliziert werden, die Modelle der Mythos-Reihe ohne Kompromiss mit der US-Regierung wieder einzuführen. Möglicherweise muss Anthropic aber einlenken, da der angekündigte Börsengang in durch Modellrestriktionen zumindest beeinträchtigt werden könnte. Nicht zuletzt, weil potentielle Anleger:innen im Kontext eines Disputs mit der Regierung zurückhaltend sein könnten.
Derweil hat Anthropic mit Claude Opus 4.8 und Co. eine Reihe leistungsfähiger Modelle zu bieten, die das KI-Portfolio vieler Unternehmen und User weiterhin gut bedienen können.
Anthropics Mega-IPO:
Dieser Börsengang könnte Tech-Geschichte schreiben

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