Apps & Mobile Entwicklung
„X“ will LPDDR5X: Mini-Gaming-PCs mit Arc B390 nicht als Barebone möglich

Erste Mini-PCs mit Core Ultra 300 Panther Lake kommen demnächst von Asus und GMKtec auf den Markt. GMKtec setzt laut Pressemitteilung vorerst nur auf die X-Varianten mit großer iGPU Arc B390, Asus hat sowohl diese, als auch die Standard-Modelle mit kleiner iGPU im Angebot. Das sorgt für Komplexität und weniger Flexibilität.
X-CPUs setzten LPDDR5X voraus
Denn Intel sieht für die X-Varianten explizit den Einsatz von LPDDR5X mit mehr als 7.500 MT/s vor, um die iGPU mit genug Bandbreite versorgen zu können. Wie wichtig die ist, zeigt selbst noch der Vergleich von LPDDR5X-8355 mit LPDDR5X-9600, demzufolge allein der nochmals höhere RAM-Takt weitere rund 10 Prozent mehr FPS möglich macht. Bei DDR5 ist offiziell schon bei 7.200 MT/s Schluss.
Doch LPDDR5X hat einen Nachteil: Der Speicher wird verlötet und ist daher, solange er nicht auf einem CAMM2-Modul sitzt, nicht wechselbar. Die Varianten ohne große iGPU und damit ohne „X“ können auf klassischen DDR5 ((SO)DIMM) oder LPDDR5X setzen. Hier hat der Hersteller die Wahl.
Mini-PCs mit X-CPUs nicht als Barebone
Ein Blick auf erste Listung des Asus NUC 16 Pro im Handel zeigt: In den Varianten mit Core Ultra 300(H) ohne Arc B390 setzt Asus auf DDR5 SO-DIMM, was auch „Kit“-Varianten und damit Barebones möglich macht: Der Kunde kauft RAM und Speicher selber. Im aktuellen Marktumfeld könnte also auch DDR5 aus einem NUC 15 Pro übernommen werden um einen neuen NUC 16 Pro mit Panther Lake zu betreiben, auch wenn der RAM eventuell nur 5.600 MT/s hat.
Bei den Core Ultra 300 der X-Serie wird Asus aber zwangsläufig auf verlöteten LPDDR5X setzen, den Kunden nicht tauschen oder aufrüsten können – zugleich wird keine Barebones ohne RAM geben. Das ist ein Nachteil der sehr hohen Leistung der X-Varianten.
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Abstand zu Anthropic zu groß: OpenAI erwägt Preissenkung, um Kundenzahl zu erhöhen

OpenAI erwägt im Wettbewerb um neue Kunden deutliche Preissenkungen für seine KI-Angebote, um gegenüber dem derzeit wichtigsten Konkurrenten Anthropic wieder Boden gutmachen zu können. Ob diese Strategie erfolgreich sein wird, bleibt jedoch offen, denn Berichten zufolge denkt auch der Rivale über niedrigere Preise nach.
Sinkende Preise sollen Nutzerzahlen steigen lassen
Dies berichtet CNBC unter Berufung auf einen Bericht des Wall Street Journal (Paywall). Demnach prüft OpenAI erhebliche Senkungen bei den Token-Preisen, also der zentralen Abrechnungseinheit für die Nutzung seiner KI-Dienste. Die Überlegungen erfolgen offenbar nicht ohne Druck, denn das Unternehmen rechnet mit ähnlichen Plänen bei Anthropic und möchte seinem derzeit schärfsten Wettbewerber zuvorkommen. Ziel der möglichen Preisänderungen sei es, die eigene Position im Wettbewerb um Privat- und Unternehmenskunden zu stärken.
Aktuell bietet OpenAI in den USA verschiedene Abo-Stufen an, darunter Tarife für 8, 20 sowie 100 US-Dollar und mehr pro Monat für den Zugang zu den GPT-5.5-Modellen. In Deutschland liegen die Preise bei vergleichbaren 8, 23 sowie 103 bis 229 Euro monatlich. Anthropic verlangt für Claude Pro rund 17 US-Dollar pro Monat bei jährlicher Zahlung sowie 100 US-Dollar und mehr für Claude Max. Insbesondere für Geschäftskunden kann dieser Preisunterschied eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig würde sich OpenAI durch niedrigere Preise jedoch weiter von der Gewinnzone entfernen, die angesichts der kontinuierlich steigenden Investitionskosten bereits heute nur schwer erreichbar erscheint.
OpenAI und Anthropic bieten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen
Die Diskussion um mögliche Preissenkungen fällt in eine Phase zunehmender Konkurrenz zwischen beiden Unternehmen. OpenAI hatte zuletzt vertrauliche IPO-Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht, Anthropic hat einen Börsengang des Unternehmens für 2028 in Aussicht gestellt. Auch beim Unternehmenswert hat sich der Wettbewerb der beiden KI-Spezialisten zuletzt deutlich verschärft: Anthropic erreichte nach seiner Series-H-Finanzierungsrunde Ende Mai eine Bewertung von rund 965 Milliarden US-Dollar und lag damit leicht vor OpenAI, das zuletzt im März mit rund 852 Milliarden US-Dollar bewertet wurde.
Bei den Nutzerzahlen liegt OpenAI derzeit allerdings weiterhin vorn. Im Mai dieses Jahres überschritt ChatGPT laut Sensor Tower als erste App überhaupt die Marke von einer Milliarde monatlich aktiver Nutzer.
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Massive Kritik von Forschern: Anthropic ändert Richtlinie zur Entwicklung anderer KI-Modelle

Anthropic hat eine umstrittene Sicherheitsrichtlinie für Claude Fable 5 zurückgenommen, nachdem sie in der KI-Forschungsgemeinschaft auf erhebliche Kritik gestoßen war. Ursprünglich sollte das Modell Anfragen zur Entwicklung fortschrittlicher KI-Systeme bewusst schlechter beantworten, ohne Nutzer darüber zu informieren.
Zusätzliche Sperren, zusätzliche Probleme
Mit Claude Fable 5 führte Anthropic zusätzliche Sicherheitsmechanismen ein, die den Missbrauch besonders leistungsfähiger KI-Systeme verhindern sollen. Neben bereits bekannten Einschränkungen für Bereiche wie Cyber-Sicherheit, Biologie und Chemie betraf eine dieser Schutzmaßnahmen auch die sogenannte Destillation, bei der die Funktionsweise eines KI-Modells analysiert und für andere Systeme nachgebildet wird. Laut Anthropic habe es in der Vergangenheit bereits Versuche gegeben, Claude-Modelle systematisch auszulesen, um daraus konkurrierende Systeme zu entwickeln.
Da das neue Modell seinen Vorgängern bei der Leistungsfähigkeit deutlich überlegen sei, sieht das Unternehmen in einem Nachbau das Risiko, dass dabei vorhandene Schutzmechanismen entfernt werden könnten und sich die Verbreitung besonders leistungsfähiger KI dadurch zusätzlich beschleunigt. Entsprechende Anfragen sollten daher durch neue Klassifizierer erkannt und eingeschränkt werden. Bislang geschah dies jedoch ohne jeden Hinweis für die Nutzer. Entsprechend bestand keine Möglichkeit zu erkennen, ob Claude in solchen Fällen tatsächlich die bestmögliche Antwort geliefert hatte oder bereits durch die Sicherheitsmechanismen beeinflusst wurde.
Massive Kritik kam umgehend
Die Kritik aus der Forschungsgemeinschaft fiel nach Bekanntwerden der Regelung ungewöhnlich deutlich aus. Weitgehend Einigkeit herrschte darüber, dass eine heimliche Verschlechterung der Modellqualität wissenschaftliche Forschung, Modellbewertungen und Sicherheitsanalysen beeinträchtigen könne. Besonders problematisch sei gewesen, dass Forscher nicht erkennen konnten, ob ihre Ergebnisse durch die Sicherheitsvorkehrungen verfälscht wurden. Auch aus der Open-Source-KI-Community kamen Warnungen. Kritiker befürchteten eine Entwicklung, bei der wenige große KI-Labore die Kontrolle über fortgeschrittene KI-Forschung behalten, während kleinere Forschungsgruppen und unabhängige Entwickler zunehmend eingeschränkt würden.
Nachdem der Druck auf Anthropic immer weiter zunahm, zog das Unternehmen laut einem Bericht von Wired (Paywall) die Reißleine und nahm die umstrittene Regelung zumindest teilweise zurück. Statt verdeckter Eingriffe will das Unternehmen künftig offen kommunizieren, wenn entsprechende Schutzmechanismen ausgelöst werden. Nutzer sollen dann entweder auf ein weniger leistungsfähiges Modell umgeleitet werden oder eine ausdrückliche Ablehnung ihrer Anfrage erhalten.
Anthropic sieht Sperre dennoch als notwendig an
Trotz der Kehrtwende verteidigt Anthropic die ursprüngliche Regelung weiterhin. Das Unternehmen argumentiert, dass moderne KI-Systeme die Entwicklung neuer KI zunehmend beschleunigen und daraus geo- wie auch sicherheitspolitische Risiken entstehen könnten. Insbesondere wolle man verhindern, dass leistungsfähige Modelle zur Verbesserung konkurrierender KI-Systeme oder zur Unterstützung strategischer Gegner eingesetzt werden.
Gleichzeitig räumt Anthropic jedoch ein, die Transparenzfrage falsch eingeschätzt zu haben. Das Unternehmen bedauert, die Einschränkungen zunächst verborgen implementiert zu haben. „Wir haben die falsche Abwägung getroffen und entschuldigen uns dafür, dass wir das richtige Gleichgewicht nicht gefunden haben“, so Anthropic in einer Stellungnahme gegenüber Wired.
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TCL 32X3A WOLED im Test
Der TCL32X3A präsentiert sich mit WOLED-Panel und Dual Mode mit UHD und 240 Hz sowie FHD und 480 Hz als schneller Gaming-Monitor. Geringe Farbsäume, sein Design, ein KVM-Switch und Lautsprecher von Bang & Olufsen machen ihn jedoch auch Office-tauglich, wenn auch mit Einschränkungen bei der Ergonomie.
Der TCL 32X3A OLED+ macht einiges anders als andere Monitore. Mit WOLED-Panel und Dual-Modus mit 4K bei 240 Hz oder Full HD mit 480 Hz ist er nicht nur für Spieler eine interessante Option – als die er auch von TCL als Gaming-Monitor vermarktet wird –, sondern kann mit dünnem Aluminium-Design und nach vorne abstrahlenden Lautsprechern von Bang & Olufsen im Standfuß auch im Office- und Multimedia-Bereich Käufer ansprechen. Ein Monitor für alles – so die Theorie, die der TCL 32X3A im Test unter Beweis stellen muss.
Für 999 Euro exklusiv bei Amazon
Der Preis des TCL 32X3A war lange unbekannt. Erst kurz vor Fertigstellung des Tests hat TCL diesen offiziell bekannt gegeben. Demnach wird der Monitor zu einem unverbindlichen Einführungspreis von 999 Euro in den Handel kommen. Zunächst exklusiv bei Amazon, denn dort soll der Monitor ab Mitte Juni erhältlich sein.
Im Lieferumfang des TCL 32X3A OLED+ steckt alles, was man für den Betrieb benötigt. Neben dem externen 260-Watt-Netzteil liefert TCL auch alle Displaykabel inklusive DisplayPort-80-Gbit-Kabel und ein USB-Kabel sowie eine Kurzanleitung und Schrauben für die 100×100-VESA-Halterung mit. An den Standfuß muss lediglich noch eine Bodenplatte mit vier Schrauben befestigt werden, bevor der Monitor genutzt werden kann.
Spezifikationen im Vergleich
Die Anschlüsse des TCL 32X3A sind alle an der Rückseite nach hinten ausgeführt. So sind sie auch ohne Pivot-Funktion einfach zu erreichen. Neben einem Mikrofon-Anschluss bietet der Monitor zwei HDMI-2.1-Anschlüsse, einen DisplayPort 2.1, einen USB-C-Anschluss mit PD bis 90 Watt, einen USB-B-Anschluss für die Verbindung mit dem PC, zwei USB-A-Ports und den Stromanschluss. Welcher UHBR-Standard vom DP 2.1 unterstützt wird, ist allerdings nicht bekannt und lässt sich bisher auch nicht manuell herausfinden.
WOLED-Panel mit Dual Mode für bis zu 480 Hz
TCL spricht beim Panel von „OLED+“ und nennt keine Details. Es handelt sich jedoch um ein WOLED-Display von LG Display. Dieses kann wahlweise mit bis zu 240 Hz bei der 4K-Auflösung von 3.840 × 2.160 Pixeln oder aber mit Full HD, also 1.920 × 1.080 Pixel, bei bis zu 480 Hz betrieben werden. Das Umschalten erfolgt über das On-Screen-Display (OSD) des Monitors und klappt im Test problemlos. Im OSD heißt der entsprechende Eintrag schlicht „Dual Mode“ und führt bei seiner Auswahl sofort zum Wechsel der Auflösung und maximalen Bildwiederholfrequenz. Die Auflösung in den Windows-Einstellungen auf Full HD zu ändern, sorgt nicht für die Option auf eine schnellere Bildwiederholfrequenz. Die Umstellung muss zwingend im OSD des Monitors erfolgen.
Full HD bei 31,5 Zoll führt zu einer Pixeldichte von rund 70 ppi. Mehr als die 55 ppi bei 1.280 × 720 (HD) auf 27 Zoll, aber auch nicht mehr zeitgemäß. Für enthusiastische Spieler, die unbedingt eine schnellere Bildwiederholfrequenz möchten, bei der die Bildqualität in den Hintergrund rückt, aber durchaus eine Option.
Gutes Schriftbild dank Matrix-Pure Pixel
TCL bezeichnet die Anordnung der Farben als „Matrix-Pure Pixel“, bei der Rot, Grün, Blau und Weiß nebeneinander angeordnet sind, so dass auch die Schrift klare Kanten ohne Farbsäume bieten soll. Samsungs QD-OLED-Panels setzen hingegen auf ein triangulares Layout der Subpixel. Im Test zeigt der TCL 32X3A ein weitgehend einwandfreies Schriftbild, das nur an einigen Rändern Farbsäume aufweist. Aufgrund der vertikalen RGWB-Anordnung sind Farbsäume somit zwar ein geringeres Problem, aber nicht vollständig gelöst. Im Alltag fallen sie allerdings nicht auf.
Anders als der Asus ROG Swift OLED PG27AQWP-W (Test) mit WOLED-Panel auf 27 Zoll nutzt der TCL 32X3A kein bewusst spiegelndes Display, sondern eine Polarisationsschicht und ein mattes Coating. Gänzlich matt ist das Display aber nicht, es reflektiert Lichtquellen und diese werden bei direktem Auftreffen auf dem Display nur leicht gestreut. Im Alltag sollte man deshalb darauf achten, dass keine sich spiegelnden Lichtquellen auf das Display leuchten. Den ausgeprägten lila Farbstich von QD-OLED-Monitoren weist das WOLED-Panel im TCL-Monitor nicht auf.
1.300 nits Spitzenhelligkeit
TCL nennt für den 32X3A eine Spitzenhelligkeit von 1.300 cd/m². Der Monitor verfügt zudem über eine Zertifizierung nach VESA Display HDR TrueBlack 400. Wie immer bezieht sich die Spitzenhelligkeit auf einen kleinen Weißanteil bei HDR. Im Alltag erreichen OLED-Monitore häufig bei der vollflächigen Darstellung eines weißen Bildes nur rund 250 cd/m². Aus diesem Grund testet ComputerBase immer auch die tatsächliche Helligkeit des Monitors in Abhängigkeit vom dargestellten Weißanteil.
Helligkeit in Abhängigkeit vom Weißanteil
Im Test erreicht der TCL 32X3A OLED+ eine Spitzenhelligkeit von 1.328,3 cd/m² bei 1 % Weißanteil mit HDR. Die Angabe von TCL wird somit ziemlich genau getroffen. Um diese Werte zu erreichen, muss man im OSD den HDR-Modus „DisplayHDR“ wählen und die Option „Peak brightness“ auf High aktivieren.
Wie die Tabelle verdeutlicht, ist der Helligkeitsunterschied je nach Bildinhalt groß. Aber sie zeigt auch erneut, dass die WOLED-Panels heller leuchten können als ihre aktuellen QD-OLED-Konkurrenten, auch wenn das 32-Zoll-Display des TCL 32X3A in der Spitze nicht ganz so hell wird wie das 27-Zoll-Display im Asus PG27AQWP-W. Bei vollflächiger Darstellung eines weißen Bildes liegt das WOLED-Panel des TCL-Monitors mit 267 cd/m² zudem im normalen Rahmen aktueller QD-OLEDs, wobei neue Modelle bereits heller leuchten können.
HDR-Optionen beeinflussen die Helligkeit
Da der Monitor mehrere HDR-Modi und verschiedene Einstellungen für die Spitzenhelligkeit im OSD bietet, hat ComputerBase verschiedene Kombinationen getestet. Je nach gewählter Einstellung schwankt die Spitzenhelligkeit so von 400 cd/m² in SDR, über 650 cd/m² bis hin zu 1.300 cd/m² je nach HDR-Modus.
Die Option zur Peak Brightness im OSD hat einen großen Einfluss auf genau diese, nämlich die Spitzenhelligkeit. Ist die Funktion auf High aktiviert, leuchtet der TCL-Monitor bei HDR in der Spitze fast doppelt so hell wie bei der Einstellung Low. Doch zwei Überraschungen gibt es in diesem Zusammenhang. Steht die Option auf „Off“, leuchtet er mit fast 900 nits heller als bei „Low“ mit 650 nits. Und ist die Option auf „Low“ gestellt, leuchtet er bei höherem Weißanteil des Bildes mitunter heller als auf „High“. Bei 25 % Weißanteil stehen hier beispielsweise rund 350 nits (High) immerhin deutlich helleren 450 nits (Low) gegenüber. Nachvollziehbar erscheint dies nicht, denn ein Grund, warum die Spitzenhelligkeit bei geringem Weißanteil höher ausfallen können sollte, bei höherem Weißanteil dann aber geringer, gibt es nicht. Wünschenswert wäre, wenn der Monitor auf High mindestens die Werte wie auf Low erreichen würde.
In der Tabelle sind zudem direkt die Werte im SDR-Modus als Vergleich eingetragen. Hier wird der TCL 32X3A maximal rund 400 cd/m² hell. Erfreulich ist, dass auch der WOLED-Monitor von TCL ohne Lüfter auskommt und so geräuschlos arbeitet.
Farbräume und Werkskalibrierung
TCL verspricht für das WOLED-Panel mit 10 Bit nativer Farbtiefe eine durchschnittliche Farbabweichung von Delta E < 2. Die Farbraumabdeckung gibt der Hersteller mit 99 % für sRGB und 98,5 % für DCI-P3 an.
Helligkeit und Farbtreue des TCL 32X3A
Messung der Homogenität
Die Messungen zur Homogenität des TCL 32X3A werden im Bildmodus Standard durchgeführt, was auch der Werkseinstellung entspricht. Die Farbtreue wird wie üblich im Farbmodus sRGB getestet. Die Farbtemperatur des WOLED-Monitors beträgt im Modus Standard etwas zu kühle 6.933 Kelvin und im Farbmodus sRGB etwas zu warme 6.181 Kelvin.
Die Homogenität des TCL 32X3A fällt hervorragend aus und ist OLED-typisch deutlich besser als beispielsweise bei einem IPS-Display. Große Helligkeitsabweichungen über die Bildfläche hinweg gibt es nicht, die Ausleuchtung ist gleichmäßig und ausgewogen.
Perfektes Schwarz
Auch der TCL 32X3A liefert mit WOLED-Panel einen perfekten Schwarzwert, da es bei dieser Display-Technik keine Hintergrundbeleuchtung gibt, sondern die Pixel selbst leuchten – und im Falle der Darstellung von Schwarz so komplett ausgeschaltet sind. Dies führt auch zu einem perfekten Kontrast.
Die minimale Helligkeit bei der Darstellung von Weiß beträgt maximal 28,9 cd/m². Kein hervorragender Wert, im Alltag aber unproblematisch und gut.
Messung der Farbtreue
ComputerBase testet die Farbwiedergabe des TCL 32X3A mit Portrait Displays‘ Calman-Color-Calibration-Software. Sie vergleicht die dargestellte Farbe des Monitors mit der vom Programm angezeigten Farbe. Interessant an dieser Stelle sind insbesondere der durchschnittliche und der maximale Delta-E-Wert sowie das Delta-E-2000-Diagramm, da sie angeben, wie stark die Farbwiedergabe von dem ausgewählten Farbstandard abweicht. Eine Abweichung von 1 dE ist für das menschliche Auge so gut wie nicht sichtbar. Ein kalibriertes Display sollte so eingestellt sein, dass die durchschnittliche Abweichung unter 3 dE und das maximale dE unter 5 liegt. Eine Abweichung über 3 dE wird als sichtbar für das menschliche Auge aufgefasst. Unkalibrierte Monitore liegen normalerweise weit darüber. Das Delta-E-2000-Diagramm zeigt die Abweichung für jeden gemessenen Farbwert an.
Im dargestellten CIE-1976-Chart des TCL 32X3A ist zu sehen, welche Farbpunkte wie stark vom angestrebten Farbwert abweichen. Bei einem optimal eingestellten Display sollten alle Punkte innerhalb der Quadrate liegen.
Der TCL 32X3A weist im Modus Custom mit Farbprofil sRGB in Calman eine durchschnittliche Abweichung von 1,65 Delta E und eine maximale Abweichung von 5,99 Delta E auf. Ein insgesamt sehr gutes Ergebnis, auch wenn die maximale Abweichung etwas zu groß ist. Wählt man anstelle des Farbmodus sRGB den Modus Standard, liegt die durchschnittliche Abweichung bei 3,08 Delta E und die maximale Abweichung bei 6,99 Delta E.
Generell zeigt sich, dass der TCL 32X3A die meisten Probleme mit der farbgetreuen Darstellung der Graustufen hat, während Farben deutlich korrekter dargestellt werden.
Adaptive Sync, RGB und USB-C mit 90 Watt
Mit AMD FreeSync Premium Pro sowie einer Nvidia G-Sync-Kompatibilität und RGB-Ambiente-Beleuchtung bietet der TCL 32X3A auch andere Qualitäten, die für Spieler wichtig sind. Und der USB-C-Anschluss mit DisplayPort liefert für Notebooks bis zu 90 Watt, so dass man den Monitor auch im Home Office als Arbeitsgerät nutzen kann. Auch ein KVM-Switch ist integriert, um mit dem Monitor verbundene Peripherie automatisch zwischen Notebook und Desktop umschalten und an beiden nutzen zu können.
Viele Einschränkungen bei der Ergonomie
Allerdings weist der TCL 32X3A Einschränkungen bei der Ergonomie auf. Denn mehr als nach vorne und hinten um 5 beziehungsweise 15 Grad neigen lässt sich der Monitor nicht. Er lässt sich nicht schwenken oder drehen und auch die Höhe ist aufgrund des Standfußes mit Lautsprechern fest. Die untere Kante des Displays liegt 12,4 cm über dem Tisch. Eine per se gut gewählte Höhe, die mitunter aber für einen ergonomischen Sitz davor auch schon zu hoch ausfallen kann. Und auch das Marketing mit einer Dicke von 6,4 mm stimmt nur für das Panel selbst. Der mittlere Teil des Monitors ist rund 3 cm dick, so dass der Monitor insgesamt rund 3,7 cm dick ist. Im unteren Bereich, in dem die beiden Lautsprecher sitzen, ist der Standfuß rund 2,4 cm dick.
Zwei Lautsprecher von Bang & Olufsen
Ein Grund für die Einschränkungen sind das Design und die Lautsprecher von Bang & Olufsen im Standfuß. Diese strahlen nach vorne ab und liefern im Praxistest in vielen Fällen einen durchaus guten Klang, vor allem bei Stimmen und bei Höhen. Für Videos, Serien, YouTube, Videokonferenzen oder Podcasts ist der Klang sehr gut und auch deutlich besser als bei den meisten normalen Monitoren, bei denen die Lautsprecher im Gehäuse hinter dem Display sitzen und der Ton nur indirekt zum Nutzer geleitet wird. Beim Bass merkt man allerdings schnell, dass den Lautsprechern Volumen und Druck fehlt, um diesen überzeugend in Szene zu setzen.
Direkt im OSD des Monitors lässt sich der Klang der Lautsprecher über Presets und eine Matrix anpassen. Im Alltag ist jedoch die Grundabstimmung am ausgewogensten, so dass man von ihr eigentlich kaum abweichen möchte.
Gutes OSD mit schlechter Bedienung
Viele Optionen auch für Spieler
Das On-Screen-Display des TCL 32X3A ist strukturiert und verständlich sortiert. Neben vielfältigen Optionen zur Bildabstimmung, die je nach ausgewähltem Preset mitunter nicht zur Verfügung stehen oder unterschiedlich vorausgewählt sind, lässt sich auch die RGB-Ambiente-Beleuchtung an der Rückseite des Monitors über das OSD steuern. Neben dem Leuchteffekt und einer statischen Farbe kann auch ihre Deaktivierung gewählt werden. In der Praxis ist das dezent nach hinten abstrahlende Licht vor dem Monitor kaum und, wenn überhaupt, nur bei Dunkelheit zu sehen.
Für Spieler hält TCL neben dem Dual Mode auch Optionen wie einen Low-Latency-Modus, adaptive Sync, die dauerhafte Anzeige der Bildwiederholrate, ein KI-Fadenkreuz, dessen Farbe sich der dargestellten Farbe auf dem Monitorbild anpasst, um jederzeit klar zu erkennen zu sein, und Dark Vision, eine Option zum Aufhellen dunkler Bereiche, bereit. Zudem stehen Bildmodi für RPG, FPS und MOBA zur Auswahl, die unter anderem Sättigung, Farbtemperatur, Helligkeit und Low Latency anpassen.
Auf Wunsch lassen sich die Helligkeit und Farbtemperatur des Monitors auch immer über einen Sensor automatisch an das Umgebungslicht anpassen.
Nervende Steuerung trotz Joystick
Die Bedienung des OSD ist allerdings nervenaufreibend. Zwar nutzt TCL einen Joystick zur Steuerung innerhalb des Menüs, dieser sitzt jedoch seitlich am Standfuß unter dem Display. Die Richtungen, in die man den Joystick lenkt, stimmen somit nicht mit denen im Menü überein. Das führt dazu, dass man das Menü ständig wieder schließt, weil man den Joystick in die falsche Richtung gedrückt hat. Auch nach mehreren Tagen und zahlreichen Einstellungen, die über das OSD vorgenommen wurden, führte dies immer wieder zu Frust. Das ständige „Um-die-Ecke-Denken“ bei der Bedienung des OSD erfordert zumindest viel Eingewöhnung. Da man es aber nicht ständig nutzt, wird man es im Alltag immer wieder falsch machen.
OLED-Schutzfunktionen gegen Burn-in
Wie bei OLED-Monitoren üblich bietet auch TCL Schutzfunktionen gegen einen Burn-in-Effekt auf dem Panel. Die Optionen, aus denen der Nutzer wählen kann, fallen jedoch sehr viel geringer aus als bei vielen anderen Herstellern. Statt über jede Option wie statische Inhalte, Taskleiste, Logos etc. einzeln entscheiden zu können, fasst TCL dies in den Optionen „OLED Screen Shift“, „OLED Screen Saver“ und „OLED Image Cleaning“ zusammen. Bei Letzterem handelt es sich um das bekannte Pixel Refresh, das manuell im OSD gestartet werden kann.
Leistungsaufnahme
Die Leistungsaufnahme des TCL 32X3A beträgt auf dem Windows-Desktop mit hellblauem Windows-Logo mit 60 Hz und aktivierter RGB-Beleuchtung 66,6 Watt. Erhöht man die Bildwiederholrate auf 240 Hz, sind es bei ansonsten unveränderten Einstellungen 77,3 Watt.
Das ist vergleichsweise viel, wenn man beispielsweise einen Asus ROG Swift OLED PG32UCDM Gen3 mit 32 Zoll großem QD-OLED-Display mit 240 Hz und nur rund 48 Watt Verbrauch gegenüberstellt.
Display- und Input-Lag (Beta)
Die eingeführten Messungen zum Display- und Input-Lag befinden sich weiterhin im Betastadium und ComputerBase bittet, sie auch als solche zu verstehen, da beide Messmethoden Vor- und Nachteile haben. Darüber hinaus wirken sich viele Faktoren bei den Display-Einstellungen auf das Ergebnis aus, die es noch näher zu analysieren gilt. Sie sind insbesondere als Vergleich der Bildschirme unter gleichen Testbedingungen zu verstehen statt als absolute Messwerte. Bei den Messungen wird immer die schnellste Display-Einstellung („Response Time“ oder „Overdrive“) im OSD gewählt, sofern in den Diagrammen nichts anderes angegeben ist.
Input-Lag
Den Input-Lag misst ComputerBase mit Hilfe einer umgebauten Maus, an deren Schalter eine LED gelötet wurde, um die Verzögerung zwischen Knopfdruck und wahrnehmbarer Umsetzung auf dem Display optisch analysieren zu können. Diese Messung ist ebenfalls nicht als absoluter Wert zu betrachten, da der Input-Lag von den eingesetzten Komponenten des PCs abhängig ist und die Auswertung ebenso Toleranzen beinhaltet. Auch in diesem Fall ist das Ziel somit nicht, einen allgemein gültigen absoluten Wert zu ermitteln, sondern vielmehr, einen Vergleich unter getesteten Monitoren zu ermöglichen, als einen allgemein gültigen absoluten Wert zu ermitteln. Displays mit nur sehr geringem Unterschied sollten aufgrund der nicht zu verhindernden Messtoleranzen als ebenbürtig angesehen werden. Während die Monitore beim Display-Lag methodenbedingt alle mit 60 Hz, aber deaktiviertem VSync betrieben werden müssen, kommt bei der Messung des Input-Lags die maximale Bildwiederholfrequenz des Bildschirms bei deaktiviertem V-Sync zum Einsatz.
Bei der Messung des Input-Lags kann der TCL 32X3A überzeugen und ordnet sich ganz oben im Testfeld bei den schnellsten QD-OLED-Monitoren ein.
Display-Lag
Beim Display-Lag wird die reine Verzögerung durch die Bildverarbeitung und Ausgabe des Monitors betrachtet. Sie ist vom Input-Lag, also der Verzögerung, bis eine Eingabe auf dem Bildschirm wahrnehmbar umgesetzt wird, zu unterscheiden. Den Display-Lag misst ComputerBase dabei mit der sogenannten CRT-Methode, bei der ein analoger CRT alias Röhrenmonitor als Basis und Referenzwert dient und anhand eines präzisen Millisekundenzählers auf dem CRT und LCD die Ausgabe durch zahlreiche Fotos mit sehr kurzer Verschlusszeit verglichen wird. In der Praxis muss einschränkend gesagt werden, dass auch diese Messungen nur als Näherungswerte betrachtet werden sollten, die nicht immer den tatsächlichen Wert darstellen müssen. Aufgrund immer gleicher Testbedingungen ermöglichen sie aber einen guten Vergleich verschiedener getesteter Monitore untereinander, weshalb einige bereits getestete und zukünftig im Test vertretene Displays als Vergleich dienen.
Beim Display-Lag, bei dem der Monitor aufgrund der reduzierten Auflösung 480 Hz nutzen kann, liefert der TCL 32X3A ebenfalls ein hervorragendes Ergebnis ab, so dass Spieler aus dieser Sicht bedenkenlos zum TCL-Monitor greifen können. Sowohl bei der Messung des Input- als auch Display-Lags ist die Low-Latency-Option im OSD des Monitors aktiviert.
Fazit
Der TCL 32X3A profitiert von seinem hervorragenden WOLED-Panel mit sehr guter Farbwiedergabe, schnellen Reaktionszeiten, hoher Helligkeit und perfekten Schwarzwerten. Das Schriftbild ist zwar weiterhin nicht perfekt, Farbsäume sind im Alltag jedoch kein auffälliges Problem wie bei älteren QD-OLED-Panels. Die OLED-Schutzfunktionen, auf die der Nutzer selbst Einfluss nehmen kann, sind bei Herstellern wie Asus und MSI sehr viel umfangreicher umgesetzt als bei TCL. Hier muss man sich in erster Linie auf Pixel Shift, einen Screensaver und den Pixel Refresh verlassen.
Die unterschiedlichen Helligkeitswerte je nach gewähltem Bildmodus des 32X3A sollte man allerdings berücksichtigen: die Wahl erscheint nicht immer ganz nachvollziehbar. Zudem erzielt das leicht spiegelnde Display bei der Darstellung der Graustufen keine Bestnoten, auch wenn die Farbtreue abgesehen davon hervorragend ist. Auch der von QD-OLED-Monitoren bekannte lila Farbstich bei direktem Lichteinfall tritt beim WOLED des TCL 32X3A nicht auf. Dank Dual Mode können ambitionierte Spieler die Bildwiederholrate auf bis zu 480 Hz erhöhen, wenn sie bereit sind, dafür die Auflösung auf Full HD zu reduzieren.
Das Design mit Aluminium-Rahmen und Standfuß, das von Kunststoff-Abdeckungen ergänzt wird, weiß im Alltag zu gefallen und auch die dezente RGB-Beleuchtung hält die Waage zwischen Gaming-Monitor und Office-Display. Konnektivität, KVM-Switch und Funktionen wie Picture in Picture und Picture by Picture machen den Monitor ohnehin zu einem Allrounder, der sich beispielsweise im Home Office am Arbeits-Notebook und Gaming-PC gleichermaßen wohlfühlt. Allerdings geht das Design an zwei Stellen zu sehr auf Kosten der Ergonomie. Einerseits lässt sich der Monitor nur nach vorne und hinten neigen, aber weder in der Höhe verstellen noch anderweitig schwenken oder drehen. Andererseits ist der seitliche Joystick zur Navigation im OSD im Alltag aufgrund der unterschiedlichen Richtung der Bewegung ein echter Nervfaktor.
Bedingt ausgleichen können dies die nach vorne abstrahlenden Lautsprecher von Bang & Olufsen. Sie bieten in vielen Alltagssituationen einen deutlich besseren und völlig ausreichenden Klang als normale Monitor-Lautsprecher, audiophile Ansprüche können aber auch sie nicht befriedigen.
Gänzlich überzeugen kann der TCL 32X3A im Test somit nicht. Wie stark die Nachteile ins Gewicht fallen oder ob die Vorteile überwiegen, hängt jedoch von individuellen Präferenzen und der primären Nutzung des Monitors ab.
Kurz vor Ende des Tests hat TCL noch den Einführungspreis des 32X3A verraten. Dieser wird bei 999 Euro liegen. Damit liegt der Monitor ungefähr auf dem Preisniveau aktueller QD-OLED-Monitore von Samsung, MSI und Asus mit 32 Zoll, UHD und 240 Hz. Der jüngst getestete Asus ROG Swift OLED PG32UCDM Gen3 (Test) mit QD-OLED-Panel der 4. Generation ist hingegen mit 1.350 Euro weiterhin teurer. Der TCL 32X3A soll zunächst ab Mitte Juni exklusiv bei Amazon verfügbar sein.
ComputerBase hat den 32X3A leihweise von TCL zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.
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