Künstliche Intelligenz
Xiaomi Smart Band 10 Pro im Test: Einer der besten Fitness-Tracker
Xiaomi hat das Smart Band 10 Pro mit GPS, verbessertem Display und einer praktischen Neuerung ausgestattet – wir haben den Tracker getestet
Wenn Xiaomi einen Fitness-Tracker neu auflegt, sind die Neuerungen gegenüber dem Vorgänger meist überschaubar. Beim Smart Band 10 Pro hat der Hersteller aber doch ein paar Anpassungen vorgenommen, die den Kauf auch für Besitzer der Vorgängerversion interessant machen können. Das Smart Band 10 Pro bietet ein gewohnt schlichtes Design, ein helleres Display, integriertes GPS und die Möglichkeit, den Tracker zeitgleich mit zwei Smartphones zu verbinden. Wie gut sich das Gerät in der Praxis schlägt, zeigt unser Test.
Design & Tragekomfort
Auf den ersten Blick unterscheidet sich das neue Smart Band 10 Pro nicht vom Vorgängermodell, dem Smart Band 9 Pro. Xiaomi setzt wieder auf das gewohnte rechteckige Design, das eine dezente Eleganz versprüht. Das Gehäuse des Trackers besteht aus Aluminium, während für das Armband thermoplastisches Polyurethan (TPU) zum Einsatz kommt. Xiaomi verkauft das Smart Band 10 Pro in den Farben Schwarz, Pink und Silber. Außerdem gibt es eine besondere Variante mit weißem Keramikgehäuse und einem Armband aus Fluorkautschuk, für die ein Aufpreis von 20 Euro gegenüber der Standardversion anfällt.
Xiaomi gibt für das Smart Band 10 Pro eine Wasserdichtigkeit von 5 bar an, wodurch der Tracker dem Druck in einer Wassersäule von bis zu 50 m standhält. Wie das Vorgängermodell können wir das Smart Band 10 Pro also zum Schwimmen in flachem Wasser verwenden und unter der Dusche tragen.
Beim Tragekomfort hat Xiaomi wieder ganze Arbeit geleistet: Mit einem Gewicht von 21,6 g ohne Armband (oder 28,7 g in der Keramikvariante) ist das Smart Band 10 Pro sogar noch einmal leichter als der Vorgänger mit 24,5 g. Dadurch spüren wir den Tracker am Handgelenk praktisch gar nicht. Auch beim Armband hat Xiaomi zumindest etwas nachgebessert: Die Druckknopfschließe ist zwar immer noch vorhanden, aber immerhin gibt es jetzt eine verschiebbare Schlaufe, durch die wir das Armband schieben können. Der Schließmechanismus ist dadurch weniger fummelig als zuvor.
Display
Das AMOLED-Display ist beim Smart Band 10 Pro mit 1,74 Zoll und einer Auflösung von 480 × 336 Pixeln mit dem des Vorgängermodells identisch. Allerdings hat Xiaomi an der Helligkeit gedreht: Schaffte das Smart Band 9 Pro noch maximal 1200 Nits, liegt dieser Wert beim Smart Band 10 Pro jetzt bei 2000 Nits. Das sorgt für eine noch bessere Lesbarkeit der Anzeige, die im Test keinerlei Probleme mit direkter Sonneneinstrahlung bekommt. Für die Helligkeit gibt es eine automatische Anpassung sowie einen speziellen Sonnenlichtmodus, wobei letzterer allerdings zulasten der Akkulaufzeit geht. Alternativ können wir die Helligkeit aber auch stufenlos manuell verstellen. Eine Always-on-Funktion steht ebenfalls zur Verfügung.
Einrichtung & Bedienung
Wie beim Vorgängermodell installieren wir auch für das Smart Band 10 Pro die Mi-Fitness-App und koppeln den Tracker via Bluetooth mit unserem Smartphone. Dabei gilt: Ein Nutzerkonto ist nicht erforderlich, hilft aber dabei, bereits vorhandene Daten auf andere Geräte zu übertragen. Die Einrichtung selbst dauert nur wenige Minuten. Anschließend bekommen wir mit einer kurzen Anleitung die Bedienung des Trackers nähergebracht.
Ebenso wie beim Smart Band 9 Pro verzichtet Xiaomi auch beim Smart Band 10 Pro auf eine Bedientaste am Gehäuse. Die Steuerung erfolgt ausschließlich über das Touch-Display mithilfe von Wischgesten. Im Test funktioniert das größtenteils einwandfrei. Der Bildschirm reagiert zügig und zuverlässig auf unsere Eingaben. Ruckler oder Verzögerungen konnten wir nicht feststellen. Lediglich mit leicht verschmutzten Fingern hat das Display kurzzeitig Probleme.
Training & Fitness
Wie schon beim Smart Band 9 Pro schöpft Xiaomi bei der Auswahl der Trainingsprofile auch beim Smart Band 10 Pro wieder aus dem Vollen. Der Tracker bietet eine Auswahl von mehr als 150 verschiedenen Sportprofilen, unterteilt in verschiedene Kategorien wie Outdoor-Aktivitäten, Ballsport, Wassersport oder Trainieren. Positiv: Die einzelnen Profile bieten teilweise nützliche Zusatzfunktionen: Beim Beckenschwimmen können wir die Bahnlänge einstellen, um die geschwommene Distanz aufzuzeichnen, während beim Seilspringen die absolvierten Sprünge gezählt werden. Nützlich ist auch die Funktion, bei verschiedenen Sportarten einzelne Runden oder Sätze festzulegen. Ein Aufwärmprogramm steht vor jedem Training ebenfalls zur Verfügung und wird uns auf dem Display angezeigt.
Ausdauersportler wie Läufer und Radfahrer profitieren zusätzlich von spezifischen Datensätzen wie Tempo, Bodenkontaktzeit, Schrittfrequenz und Höhendifferenz. Die Auswahl der gemessenen Werte geht dabei in Ordnung, allerdings hätten wir uns gerade beim Radfahren noch ein paar zusätzliche Daten gewünscht (etwa Anstiege oder Höhenmeter). Aber passionierte Radsportler nutzen in der Regel ohnehin eher einen dedizierten Radcomputer als einen Fitness-Tracker für das Training, insofern ist dieser Mangel zu verschmerzen.
Das Herzstück des Xiaomi Smart Band 10 Pro ist selbstverständlich der optische Pulssensor. Der Hersteller wirbt hier explizit mit einem neuen PPG-Modul, das gegenüber dem Vorgängermodell eine höhere Genauigkeit bieten soll. Bei beiden Trackern hat Xiaomi jeweils zwei LEDs und zwei PD-Sensoren verbaut, allerdings unterscheiden sich die Module im Aufbau. Beim Smart Band 9 Pro befinden sich die Sensoren im Kreis angeordnet gegenüber den LEDs, während sie beim Smart Band 10 Pro jeweils diagonal angeordnet sind.
Ob die Anpassung des Sensors wirklich eine Verbesserung der Genauigkeit mit sich bringt, lässt sich schwer nachvollziehen. Denn wir konnten bereits dem Smart Band 9 Pro eine hohe Genauigkeit bei der Pulsmessung bescheinigen. Auch das Nachfolgemodell macht dementsprechend einen hervorragenden Job. Die Messung der Herzfrequenz funktioniert exzellent und produziert gegenüber einem Brustgurt nur minimale Ungenauigkeiten bei stark schwankendem Puls. Bei einem HIIT-Training lagen die Abweichungen im Bereich von bis zu drei Schlägen pro Minute.
Eine höhere Genauigkeit verspricht Xiaomi auch für das GPS-Tracking gelaufener Routen. Dabei werden wie beim Vorgänger neben GPS auch GLONASS, Galileo, Beidou und QZSS unterstützt. Um zu prüfen, wie genau das Smart Band 10 Pro wirklich arbeitet, haben wir es beim Laufen parallel mit einer Garmin Fenix 7 ausprobiert. Das Ergebnis: Die Genauigkeit fällt minimal geringer aus als bei der Garmin, allerdings sind die Abweichungen vernachlässigbar und beschränken sich auf wenige Meter im zweistelligen Bereich auf 20 km.
Ein Navigationsfeature mit Abbiegehinweisen hat das Smart Band 10 Pro übrigens nicht zu bieten, allerdings kann man ein solches Feature von einem Fitness-Tracker auch nicht erwarten.
Schlaf & Gesundheit
Die Fitness-Tracker von Xiaomi gehören seit jeher zu den Geräten, die eine recht ausführliche Schlafanalyse bieten. Das Smart Band 10 Pro bildet da keine Ausnahme und setzt auf Xiaomis hauseigenen Schlafalgorithmus. Der Tracker misst dabei Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt, Schlafdauer, Schlafphasen, Blutsauerstoffsättigung und Atmung. Nach jeder Nacht bewertet der Algorithmus unseren Schlaf, wobei wir in der App eine ausführliche Interpretation der Daten nachlesen können. Außerdem schlägt uns die Software vor, wie wir unseren Schlaf verbessern können.
Wer mindestens sieben Tage den eigenen Schlaf mit dem Smart Band 10 Pro aufzeichnet, bekommt ein Schlaftier zugewiesen. Daraus ergeben sich dann Rückschlüsse über die eigenen Schlafgewohnheiten: Koalabären bleiben beispielsweise lange wach, schlafen aber sehr fest, sobald sie eingeschlafen sind. Haie hingegen schlafen nur wenig und gehen erst spät ins Bett. Wer möchte, kann zudem in der Mi-Fitness-App einen Plan zur Schlafverbesserung starten, der dann konkrete Tipps wie sportliches Training oder rechtzeitiges Zubettgehen beinhaltet. Die meisten dieser Tipps umfassen keine neuartigen Erkenntnisse, können aber dabei helfen, eine gesunde Schlafroutine zu etablieren.
Weitere Gesundheitsfunktionen umfassen neben der Pulsmessung die Aufzeichnung von Blutsauerstoffsättigung, Hauttemperatur, Stresslevel und Blutdruck. Das funktioniert im Test alles problemlos und der Tracker liefert durchgehend glaubwürdige Ergebnisse. Frauen können schließlich noch auf ein Zyklustracking zurückgreifen, das die Vorhersage des nächsten Periodenbeginns sowie fruchtbarer Tage und des Eisprungs erlaubt. Leider beschränkt sich diese Funktion auf einen bloßen Kalender. Es gibt keine Möglichkeit, die eigene Körpertemperatur, zusätzliche Symptome oder den Zustand des Zervixschleims zu notieren. Allerdings bekommt jede Käuferin eines Xiaomi Smart Band 10 Pro einen kostenlosen Dreimonatszugang zur Zyklustracking-App Clue Plus.
Weitere Features
Die Auswahl zusätzlicher Features ist beim Xiaomi Smart Band 10 Pro nicht sehr umfangreich, hat aber trotzdem ein Highlight zu bieten. Denn der Tracker unterstützt die zeitgleiche Synchronisierung von Nachrichten auf zwei Smartphones. Dieses Feature ist besonders nützlich für Personen, die ein privates und ein geschäftliches Mobiltelefon nutzen. Allerdings hat die Sache einen wichtigen Haken: Die parallele Synchronisierung funktioniert nur mit Xiaomi-Smartphones inklusive Xiaomi Hyper OS 3 oder höher sowie iPhones mit iOS 14 oder höher. Geräte anderer Hersteller bleiben außen vor. Auf Funktionen wie kontaktloses Bezahlen via NFC oder einen integrierten Musikspeicher müssen wir beim Smart Band 10 Pro übrigens komplett verzichten.
Akku
Laut Xiaomi hält der Akku des Smart Band 10 Pro bis zu 21 Tage durch – eine Angabe, die sich auf dem Niveau des Vorgängers bewegt, der dieselbe Laufzeit verspricht. Im Test mit automatischer Helligkeitsregelung, deaktiviertem Always-on-Display, aktiven Benachrichtigungen und drei eineinhalbstündigen Workouts pro Woche hielten wir knapp 17 Tage durch – ein ausgezeichneter Wert für einen Fitness-Tracker.
Preis
Die unverbindliche Preisempfehlung von Xiaomi für das Smart Band 10 Pro beträgt in der Standardversion 80 Euro, für das Keramikmodell werden 100 Euro fällig. Der Straßenpreis bewegt sich für das normale Modell im Bereich um 72 Euro, die Keramikvariante kostet 89 Euro. Preislich lässt sich das Smart Band 10 Pro also mit dem Huawei Band 11 Pro vergleichen, das teilweise aber schon für rund 50 Euro zu haben ist.
Fazit
Das Xiaomi Smart Band 10 Pro bietet gegenüber dem Vorgängermodell ein paar Neuerungen, aber unserer Meinung nach nicht genug, um einen Kauf zu rechtfertigen. Das Smart Band 9 Pro konnte bei Displayhelligkeit und Genauigkeit der Pulsmessung bereits so sehr überzeugen, dass diesbezügliche Verbesserungen beim Smart Band 10 Pro nicht wirklich spürbar ins Gewicht fallen.
Die eine wirklich nennenswerte Neuerung, nämlich die Möglichkeit, zwei Smartphones zeitgleich mit dem Tracker zu verknüpfen, krankt an der begrenzten Einsatzfähigkeit. Ansonsten ist das Smart Band 10 Pro zwar kein schlechter Fitness-Tracker, muss sich aber mit einer starken Konkurrenz messen. Insbesondere das Huawei Band 11 Pro ist in Hinblick auf Preis und Features derzeit die bessere Wahl.
Künstliche Intelligenz
Top 10: Die beste Kompressor-Kühlbox im Test – echte Kühlung bis minus 20 Grad
Eiskalt unterwegs: Wir zeigen die besten Kompressor-Kühlboxen im Test und erklären, worauf es beim Kauf ankommt.
Ob beim Campen im Urlaub, auf dem Festival, bei der Gartenparty oder am Strand: An heißen Tagen sind kalte Getränke die Rettung. Auch Grillgut und andere Lebensmittel müssen unterwegs zuverlässig gekühlt werden. Der Markt bietet dafür eine breite Auswahl an elektrischen Kühlboxen, die sich neben Größe und Aufteilung vor allem in der eingesetzten Kühltechnik unterscheiden – und gerade hier lohnt der genaue Blick, denn nicht jede Technik eignet sich für jeden Einsatzzweck.
Passive Kühlboxen halten vorgekühlte Lebensmittel lediglich auf Temperatur. Thermoelektrische Modelle kühlen zwar aktiv, ihre Leistung hängt jedoch stark von der Umgebungstemperatur ab und reicht für ein echtes Herunterkühlen meist nicht aus. Anders als thermoelektrische Modelle erreichen Kompressor-Kühlboxen zuverlässig Temperaturen bis in den Minusbereich und können so Getränke, Lebensmittel oder Eis nicht nur kühl halten, sondern auch aktiv herunterkühlen oder einfrieren.
Diese Top 10 zeigt die besten Kompressor-Kühlboxen aus unseren Tests. Außerdem klären wir, ob sich Extras wie App-Anbindung, Akku oder Eiswürfelbereiter in der Praxis lohnen.
Welche ist die beste Kompressor-Kühlbox?
Testsieger bleibt die Anker Solix Everfrost 2 40L für 599 Euro. Ihr praktisches Design, die lange Akkulaufzeit mit optional erweiterbaren Akkus und eine starke Kühlleistung machen sie trotz des stolzen Preises zur besten Wahl für mehrtägige Festivalaufenthalte, Camping-Ausflüge oder Wochenendtrips.
Als Technologiesieger geht die ähnlich teure Ecoflow Glacier Classic 35L für 549 Euro hervor. Sie bietet eine sehr hohe Kühlleistung, eine präzise Steuerung per Display und App sowie das Aufladen per Solarpanel.
Unser neuer Preis-Leistungs-Sieger ist die Mobicool MCF32 ab 160 Euro. Sie eignet sich perfekt für alle, die eine kompakte und auch bezahlbare Kühllösung suchen. Mit einem Volumen von 31 l bietet sie ausreichend Platz für Wochenendausflüge, Campingtrips oder lange Abende mit Freunden.
Wie funktioniert eine Kompressor-Kühlbox?
Kompressor-Kühlboxen arbeiten nach demselben Prinzip wie ein Haushaltskühlschrank. Als Kältemittel kommen meist natürliche Stoffe wie Propan (R290) oder synthetische FKW-Gemische zum Einsatz. Der Kompressor verdichtet das gasförmige Kältemittel, das anschließend im Kondensator verflüssigt wird und dabei Wärme nach außen abgibt. Im Verdampfer im Inneren der Box expandiert das Kältemittel wieder, geht in den gasförmigen Zustand über und entzieht dem Innenraum dabei die Wärme. So entsteht die eigentliche Kühlleistung.
In den vergangenen Jahren haben Kompressor-Kühlboxen deutliche Fortschritte bei Energieverbrauch und Kühlleistung gemacht. Temperaturen von bis zu -20 Grad Celsius sind als Ergebnis möglich, sodass sich viele Modelle auch als mobile Gefriertruhe nutzen lassen. Anders als Absorberkühlboxen kühlen sie weitgehend unabhängig von der Außentemperatur. Erst ab einer Umgebungstemperatur von über 40 Grad Celsius lässt hier die Kühlleistung nach.
Zur Stromversorgung dienen üblicherweise 12 oder 24 Volt (Bordnetz) sowie 230 Volt (Steckdose). Zunehmend gibt es auch Modelle mit integriertem oder optionalem Akku. Ein Gasbetrieb wie bei Absorbergeräten ist nicht möglich. Nachteile gegenüber Absorbern: Kompressor-Kühlboxen sind deutlich hörbar und schwerer.
Stromverbrauch und Lautstärke im Test
Wir haben mittlerweile zehn Kompressor-Kühlboxen einzeln im Praxiseinsatz getestet. Bei Stromverbrauch und Lautstärke unterscheiden sich die Modelle nur geringfügig. Sind Box und Inhalt einmal heruntergekühlt, liegt die Leistungsaufnahme im Eco-Modus bei durchschnittlich 30 bis 50 Watt, bei voller Leistung bei rund 55 bis 70 Watt.
Über das 230-Volt-Netzteil fällt der Verbrauch wegen der Wandlungsverluste höher aus – im Test waren es je nach Gerät bis zu 140 Watt. Der Betrieb über den 12-Volt-Anschluss (Zigarettenanzünder) ist daher oft effizienter. Einige Modelle, etwa von Plug-in Festivals oder Dometic, kamen an der Steckdose aber auch mit 50 Watt oder weniger aus. Wer die Kühlbox an einer Powerstation oder im Wohnmobil betreibt, sollte den tatsächlichen Verbrauch im Auge behalten – er entscheidet maßgeblich über die mögliche Laufzeit.
Die Lautstärke beträgt in einem Meter Entfernung je nach Betriebsmodus zwischen 38 und knapp über 50 dB(A) – wie oft der Kompressor anläuft, um zu kühlen, ist hier wichtiger als die reine Lautstärke. Wer eine Kühlbox für Camping sucht, sollte zu einem Modell mit möglichst geringer Lautstärke greifen oder darauf achten, dass das Gerät nicht unmittelbar in der Nähe des Schlafbereichs ist. Einige Modelle sind zudem mit einem Eco-Modus ausgestattet, der weniger lautstark arbeitet. Nachts empfiehlt sich der Wechsel in diesen Modus, damit weder man selbst noch die benachbarten Camper im Schlaf gestört werden.
Wie funktionieren Kühlboxen ohne Kompressor?
Neben Kompressor-Kühlboxen gibt es noch andere technische Alternativen – allerdings haben alle Systeme ihre Einschränkungen, weshalb wir eine Kompressor-Kühlbox trotz der lauten Betriebsgeräusche als besten Kompromiss bevorzugen würden.
Passive Kühlboxen besitzen gar kein aktives Kühlaggregat, sondern schützen das Kühlgut nur durch dicke, isolierte Wände und den Einsatz von vorgekühlten Kühlakkus. Wie lange die vorgekühlten Lebensmittel oder Getränke in der passiven Kühlbox kühl bleiben, ist stark von der Außentemperatur abhängig. Passive Kühlboxen eignen sich also nur zum Kühlhalten, nicht aber zum Herunterkühlen – ideal etwa für gekühlte Drinks und Snacks beim Picknick am See oder den Transport im Pkw, nicht aber für mehrtägige Roadtrips. Die bunten Kunststoffbehälter gibt es dafür schon ab etwa 10 Euro.
Nur etwas teurer als eine passive Box ist eine thermoelektrische Kühlbox – letztlich handelt es sich dabei um eine passive Box mit integrierter Kühlung. Die dick isolierten Boxen haben dazu in der Regel einen kleinen Lüfter im Deckel integriert. Zur Versorgung dient der 12-Volt-Anschluss (Zigarettenanzünder) im Pkw. Soll das Gerät auch an einer Schuko-Steckdose funktionieren, benötigt man ein Modell mit zusätzlichem 230-Volt-Netzteil.
Die Kühlleistung solcher thermoelektrischen Kühlboxen ist allerdings sehr gering und noch dazu von der Außentemperatur abhängig. Letztlich sind solche Systeme nur in Kombination mit vorgekühlter Ware und Kühlpads sinnvoll nutzbar. Um etwa Lebensmittel auf einer langen Fahrt oder einen Tag am See frisch zu halten, ist diese Lösung ab rund 30 Euro geeignet. Zum Herunterkühlen oder für längere Zeiträume fehlt es aber an Leistung.
Weiter geht es mit den Absorberkühlboxen, deren Technik auch etwa in Campingkühlschränken zu finden ist. Hier wird ein Wasser-Ammoniak-Gemisch elektrisch erhitzt und das Ammoniak verdampft und entzieht der Kühlbox dabei Wärme. Anschließend wird das Ammoniak wieder absorbiert und der Kreislauf beginnt von vorn.
Sehr positiv ist die ausgesprochen geringe Geräuschentwicklung der Absorberkühlboxen. In der Praxis sind sie kaum bis gar nicht zu hören. Die Anschaffungskosten liegen auf einem ähnlichen Niveau wie bei Geräten mit Kompressor. Allerdings arbeiten die Geräte weniger effektiv und benötigen vergleichsweise viel Strom oder Gas.
Die Absorber-Kühlung ist außerdem stark von der Außentemperatur abhängig. Ab einer Außentemperatur von 30 bis 35 Grad Celsius nimmt die Kühlleistung ab und schwankt stark. Deshalb sind sie nicht für sensible Lebensmittel oder Medikamente geeignet. Im besten Fall erreichen solche Systeme Temperaturen von 25 Grad Celsius unter der Umgebungstemperatur.
Welche Extras bei Kühlboxen sind sinnvoll?
Abgesehen von den verschiedenen Technologien, gibt es auch Unterschiede in der Ausstattung. So bieten mittlerweile viele Hersteller Kühlboxen mit App-Anbindung ans Smartphone an. Wer besonders empfindliche Lebensmittel oder gar Medikamente lagern will, hat so die Temperatur immer im Blick und kann diese per App regulieren – ein seltener Anwendungsfall. Letztlich sind die Geräte mit smarter Anbindung aber häufig etwas teurer und bieten aus unserer Sicht kaum praktischen Mehrwert – im Zweifel tut es hier auch ein einfaches Funkthermometer.
Praktisch finden wir einen teilbaren Kühlraum, da so etwa Lebensmittel und Eis gelagert werden können. Bei großen Kühlboxen lohnt es sich auch auf Extras wie die Troll-Funktion zu achten. Die integrierten Rollen und ein ausziehbarer Handgriff erleichtern den Transport erheblich – zumindest auf ebenem Untergrund. Für eine einfache Reinigung sollte der Innenraum möglichst einen Abfluss und abgerundete Kanten haben.
Relativ neu am Markt sind Kühlboxen mit integriertem Akku für den netzunabhängigen Betrieb. Neben einfachen thermoelektrischen Geräten gibt es mittlerweile auch Kompressor-Kühlboxen mit integriertem Stromspeicher. Der Vorteil liegt hier klar auf der Hand: permanente Kühlung auch fernab einer Steckdose. Unser Testsieger, die Anker Solix Everfrost 2, schafft so mit einer Akkuladung etwa 50 Stunden Kühlbetrieb. Besonders Campingurlauber und Festivalbesucher profitieren hier von den internen Akkus. Wer seine Kühlbox nur daheim verwendet, benötigt nicht zwangsläufig ein Gerät mit Akku-Option. Für die mobile Nutzung eignen sich alternativ auch Powerstations (Bestenliste).
Fazit
Vor dem Kauf einer Kühlbox sollte klar sein, ob sie Getränke und Lebensmittel lediglich kühl halten oder auch aktiv herunterkühlen soll. Wer nur vorgekühlte Getränke vor schnellem Erwärmen schützen will, kommt mit einer günstigen passiven Kühlbox samt Kühlakkus gut zurecht.
Für aktives Herunterkühlen führt dagegen kein Weg an einer Kompressor-Kühlbox vorbei – und damit an einer deutlich höheren Investition. Unser Favorit ist hier die zugegeben hochpreisige Anker Solix Everfrost 2. Wer beim Stromverbrauch und beim Service Abstriche akzeptiert, fährt aber auch mit den anderen getesteten Modellen gut. Entscheidend für den Kauf sind aus unserer Sicht vor allem die passende Größe, der geplante Einsatzort und ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis.
Soll die Kühlbox fernab einer Steckdose oder eines Kfz zum Einsatz kommen, empfiehlt sich ein Modell mit integriertem oder nachrüstbarem Akku. Eine Alternative ist die Kombination aus einer günstigeren Kompressor-Kühlbox und einer ausreichend dimensionierten Powerstation. Der Vorteil: Die Powerstation lässt sich parallel auch für andere Verbraucher nutzen.
Künstliche Intelligenz
SK Hynix: US-Börsengang mit düsterer Prognose
Das Läuten der Glocke war das Startsignal für eine Kursjagd, die nur einen Tag dauern sollte. SK Hynix, südkoreanischer Chiphersteller und seit dem Verteilungskampf um DRAM, insbesondere HBM, für künstliche Intelligenz hoch im (Aktien)kurs, debütierte am Freitag an der US-Börse in New York. Der Chef von SK Hynix, Kwak Noh-jung, prophezeite der Presse, dass die Speicherkrise noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat. Doch das heizte das Geschäft mit den SK-Hynix-Anteilsscheinen auch nicht bemerkenswert an, die Aktie schloss am Ende mit einem kleinen Kursverlust.
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An den US-Börsengang des Unternehmens, das bisher nur an der südkoreanischen Börse war, dürften einige große Erwartungen gerichtet haben. Noch Ende Juni hatte SK Hynix Samsung vom Thron des wertvollsten börsennotierten Unternehmens gestoßen. Der Chiphersteller hatte zwischenzeitlich eine Marktkapitalisierung von umgerechnet knapp 1,19 Billionen Euro erreicht – leicht über dem Wert des Konkurrenten Samsung Electronics, der seit der Jahrtausendwende die Rangliste der wertvollsten Unternehmen des Landes angeführt hatte. Hintergrund: Der massive Wettbewerb von KI-Herstellern um das knappe Angebot auf dem Markt für DRAM und Flash-Bausteine. Seit dem Allzeithoch bei der Marktkapitalisierung ging es wieder etwas bergab.
Mega-Börsengang – Aktienkurs nicht so mega
Am Freitag erlebte die US-Börse dann den für ihre Verhältnisse echten Mega-Börsengang der Südkoreaner: 26,5 Milliarden US-Dollar sammelten sie mit ihren American Depository Receipts (ADR) ein, die mit 168, 01 US-Dollar pro Stück auch in etwa beim Eröffnungspreis von 170 US-Dollar lagen. Damit war es der größte Börsengang, den je ein ausländisches Unternehmen in den USA vorgenommen hat. An der US-Börse kann man für ausländische Aktien nur ADRs kaufen – 10 ADRs entsprechen dabei einer SK-Hynix-Stammaktie. Der Aktienkurs kletterte im Verlauf des Tages um 13 Prozent nach oben – schloss aber mit einem kleinen Minus von 0,8 Prozent. Die Marktkapitalisierung lag am Freitag nach Börsenschluss bei 941,8 Milliarden Dollar. Blickt man auf die vergangenen zwölf Monate, ist die Aktie von SK Hynix zwar nach wie vor auf einem allgemeinen Höhenflug. Aussicht, in Richtung der absoluten Kursspitzen im Juni zu kommen, hatte SK Hynix nach Börsenschluss am Freitag aber nicht.
Mit dem Schritt an die US-Börse will sich der Chiphersteller vor allem eine weitere Quelle für dringend benötigtes Kapital schaffen, das er für den Bau weiterer Chipfabriken benötigt. SK Hynix genießt eine hochbrisante Stellung in der Produktion im Wettlauf um die beste KI: Das Unternehmen ist führend bei der Entwicklung von HBMs für KI-Beschleuniger, beliefert hier unter anderem Weltmarktführer Nvidia. Doch auch mit zusätzlichem Geld aus Aktienverkäufen wird SK Hynix die enorme Nachfrage nicht decken können, glaubt CEO Kwak Noh-jung. Längst befindet sich der Weltmarkt in einer Chipkrise und die werde erst noch ihren Höhepunkt erreichen, war seine düstere Prognose gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters beim Börsengang am Freitag. „Wir gehen davon aus, dass das nächste Jahr aus Sicht der Versorgung das schlimmste Jahr in der Geschichte der Branche sein wird“, erklärte er. Die Nachfrage der Kunden steige weiter an, während die Produktionskapazitäten begrenzt seien, sagte er. „Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Kundennachfrage auch über das Jahr 2030 hinaus höher sein wird als unsere Angebotskapazitäten. Aber wir tun unser Bestes, um das Problem zu lösen“, sagte er.
Er sprach auch über mögliche neue Produktionsstandorte. USA, Japan und Südostasien seien alle in Erwägung, doch man wolle sich noch nicht entscheiden. SK Hynix schaue auf die Kombination aus Platz, Strom, Wasser und qualifiziertes Personal bei wettbewerbsfähigen Produktionskosten. Im eigenen Land investiert SK Hynix bereits massiv: Die Pläne kündigten vorigen Monat der Samsung-Vorsitzende Lee Jae-yong und Chey Tae-won, Ex-Chef und Großaktionär der SK Group, zusammen mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung an. Das Ziel: Bis 2031 soll sich die DRAM-Produktion in Südkorea verdoppeln. SK Hynix und Samsung investieren 800 Billionen Won in den Bau neuer Werke, was aktuell etwa 455 Milliarden Euro entspricht. Auch US-Hersteller Micron baut bestehende Kapazitäten aus.
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Nicht jeder glaubt an den Speicherboom
Dennoch gibt es Zweifel, dass der extreme Bedarf nach bestimmten Chips für KI wirklich von Dauer sein wird. Grund sind zum Beispiel Apples Bemühungen um Speicher des chinesischen Herstellers ChangXin Memory Technologies (CXMT). Dieser kann mittlerweile konkurrenzfähige DDR5-Bausteine herstellen. Weitere Zulieferer, mit dann günstigeren Preisen, könnten die Situation auch für Apple wieder lindern. Könnten andere Unternehmen sich daran ein Beispiel nehmen? Ein Gedanke, der vielleicht auch am Freitag dafür gesorgt hat, dass der Aktienkurs von SK Hynix ohne Plus in den US-Börsenschluss ging.
Chey Tae-won schaute am Freitag lieber auf die mittelfristige Zukunft: Es gehe vor allem darum, mehr Umsatz einzufahren und damit den Aktienkurs weiter anzufachen, sagte er dem Nachrichtensender Bloomberg in New York. Dann könnte SK Hynix in Zukunft vielleicht weitere ADRs auf den US-Kapitalmarkt werfen.
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Werbeunterbrechungen in Youtube-Videos nerven ihre Zuschauer jeden Tag aufs neue – mit dem DuckDuckGo-Browser sollen sie jetzt der Vergangenheit angehören. Wie die Entwickler mitteilen, gibt es in der neuen Version ein Feature, das die Werbungen zum ganz großen Teil herausfiltern soll.
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Die Funktion ist demnach bereits standardmäßig in der neuen Version für iPhone, Windows und macOS aktiviert, teilt DuckDuckGo mit. In Android muss sie noch manuell angeschaltet werden, bald soll sie aber auch hier voreingestellt sein. Bis dahin geht das in den Einstellungen unter dem Menüpunkt „Ad Blocking“. Die Option lässt sich beliebig an- und ausschalten. Laut DuckDuckGo können sich durch den neuen Blocker die Buffering-Zeiten vor dem Abspielen eines Videos geringfügig verlängern, dafür soll jedoch der größte Teil der Werbeunterbrechungen vor und während eines Videos entfallen.
uBlock-Filter als Basis
Die Funktion ist nicht Teil des browserintegrierten Duck Players, der darauf ausgelegt ist, Ablenkungen durch andere Apps beim Ansehen eines Videos zu minimieren. Es handelt sich laut DuckDuckGo um ein eigenständiges Feature, welches aber gemeinsam mit dem Duck Player verwendet werden kann.
Um YouTube-Werbung zu erkennen und zu blockieren, setzt der Browser auf Filterlisten, die von der uBlock-Origin-Community stammen. uBlock Origin ist eine Open-Source-Browsererweiterung, die ebenfalls zum Blockieren von Werbung dient. Diese Listen werden laufend gepflegt und regelmäßig aktualisiert, um mit den Änderungen bei der Auslieferung von Werbung Schritt zu halten. DuckDuckGo will eventuell aber auch eigene Regeln anwenden, um die Kompatibilität zu verbessern und Fehlfunktionen zu reduzieren.
Die Schattenseite solcher Funktionen betrifft die Creator auf Youtube, die an den Werbeeinnahmen ihrer Youtube-Videos beteiligt werden. Ihnen entgeht damit Geld, das besonders für kleine Kanäle wichtig ist.
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